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INVENTUR-AUSVERKAUF

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16.: Julie Horn geb. SvertSbusch, 55 Jahre. Marktstrahe 28; 20.: Ludwig Bernhard. ReichS- bahn-Obersekretär, 64 Jahre. Wolfstraße 21. 22.: fenma Kreuder geb. Kohle rmann, 69 Jahre, Schel- lerfttabe 9; 27.: Theodor TeilsuS. ohne Berus. 89 Jahre Westanlage 49; 29.: Zibora Stamm geb. Reih. Witwe. 81 Jahre. Wilhelmstrahe 10; 30.: Karl Falkenheiner, Schriftsetzer. 43 Jahre. Kaiserallee 75; 31.: Maria Kaufsmann, ohne Beruf. 57 Jahre. Dismarckstrahe 45; Paulrne Wigandt geb. Zwesch, 81 Jahre, Löberstraße 5.

" Sine Achtzigjährige. Frau Witwe OulieWeth. geb. Goß, wohnhaft Druchstraße 13. begeht am 6. Januar in geistiger Frische ihren 80. (Geburtstag. _

Dolkstrauertag 19 32. Der Ausschuß für die Festsetzung eines Volkstrauertoges hat ein» stimmig beschlossen, den Dolkstrauertag zum Sm denken an die im Weltkriege gefallenen Helden auch in diesem Jahre am Sonntag Reminiszere (21. yc» bruar) in ähnlicher Weise zu begehen wie dies in den Vorjahren der Fall gewesen ist. Der Ausschuß setzt sich aus Vertretern der drei Religionsgemein» schäften sowie von großen Körperschaften und Der» bänden zusammen. Den Vorsitz führt der Präsident des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. D. Die Feier soll wiederum in Gottesdiensten, Lauten der Glocken im ganzen Reiche und Saalseiern be­stehen. . .

Reue Kurse in Einheitskurz» fchrift. Man schreibt uns: Die 1. Reichskurzschrift, gescllschaft Gießen eröffnet Freitag, 8. Januar, in der Pestalozzischule, Nordanlage 18, für Damen und Herren wieder einen Anfängerlehrgang in der amt­lichen deutschen Einheitskurzschrift unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie. Das Unterrichtsgeld ist auf 7 Mark herabgesetzt wor- den. Außerdem erhalten Erwerbslose besondere Der- günftigungen. Zur Fortbildung beginnen neue Rede­schrift-. Fortbildungs-, Praktiker- und Diktatkurse. (Nähere» in der heutigen Anzeige.)

"Spanien imKulturfilm. DaS Land Spanien mit seiner jahrtausendealten 5dultur ist für den Photographen ein Dorado. Das bewies der Film, der am Sonntagvormittag im Lichtspiel­haus Bahnhofstraße lief, in jedem seiner Bilder. Das Meer im Golf von Biscaya, und die Berge der Pyrenäen, weltverlorene Dörfer und märchen­hafte alte Burgen von überraschendem Umfang, mauerumgürtete Städte (Granada. Toledo, Avi­la). die während des Mittelalters die Zentren der spanischen Kultur und der Kunst waren, groß­artige sakrale und profane Bauwerke. Königs­paläste und Lustschlösser, sorgfältig photogra­phierte Landschastsbilder brachte der Film in bun­tem, unterhaltsamem Wechsel und lieh den Be­sucher in großen Umrissen das Land kennenlernen, dessen Bewohner im Mittelalter eine Weltmacht verkörperten. Mit besonderem Interesse verfolgte man die Bilder aus der .Alhambra" bei Granada, jener maurischen Kalifenburg, dem schönsten Werke arabischer Baukunst, das orientalische Pracht in ihrer ganzen Fülle offenbar werden ließ. Richt weniger interessant waren die Bilder vom spani­schen Bolksleben in den verschiedenen Provinzen, die Aufnahmen auS den Großstädten Madrid und Barcelona, von der Weltausstellung und dem zum Abschluß deZ Filmes gezei tenS! erkämpf, den der Zuschauer allerdings nur in Fragmenten kennen­lernte. Der Film war seinem Inhalt nach sehr gut, in technischer Hinsicht allerdings nicht immer befriedigend und die musikalische Illustration mamhmal fehl am Platze. Trotzdem verlebten die Besucher eine unterhaltsame Stunde, die viel Wis­senswertes vermittelte.

* Weihnachtsfeier der erblindeten Krieger. Die Untergruppe Gießen des Bundes erblindeter Krieger hielt am Sonntagnachmittag im Saale des Katholischen Vereinshauses eine Weih­nachtsfeier ab. Don den 43 in der Untergruppe Gießen vereinigten Kriegsblinden hatten sich 38 ein- gefunden, um zusammen mit den Kameraden in Ge­meinschaft mit den Angehörigen einige unterhalt» same Stunden zu verleben. Mitglieder der Kapelle des hiesigen Reichswehrbataillons hatten sich für die musikalische Veranstaltung der Feier in dankens­werter Weise zur Verfügung gestellt, und der Bauer- sche Gesangverein wartete zur besonderen Freude der Blinden mit einigen prächtigen Liederoorträgen auf, die, wie auch die Darbietungen der Musikkapelle, lebhaften Beifall sanden. Musik leitete die Feier ein. Nach einem Prolog von Frl. Gertrud S ch u f f e l s

Aus Oer provinzialhauptstadt.

Gießen, den 5. Januar 1932.

Drei Könige.

Die Heiligen drei Könige, die dem Stern folgten, der sie zur Krippe führte, haben für uns Lebende von heute eine Bedeutung gewon­nen, an der man in früheren, besseren Zeiten viel­leicht achtlos vorübergegangen war. Diese drei fühlten in sich jenen übermächtigen Drang, wie er unS mehr oder weniger häufig einmal befällt, wenn sich Widernis und Trübsal wie ein dü­sterer Schatten um uns legen. Wenn wir zwei­felnd und verzweifelt nach Halten suchen, die uns wie ein lichter Stern den Glauben an uns selbst und an ein sinnvolles Walten über unS wieder­geben sollen. Wenn uns eine Sehnsucht nach wärmender Innerlichkeit packt und schüttelt, nach­dem uns im Dasein die Kälte des bitteren Existenzkampfes frösteln machte, so daß wir den Kahn statt zu steuern treiben ließen.

Der Stern, der die drei Könige zu dem Kind führte, in dem eine uralte Menschheitssehnsucht Fleisch geworden war, versinnbildlicht jene vor­urteilslose Gläubigkeit, die im blinden Vertrauen auf die schicksalbedingte und schickfalbestimmte Sendung einer überragenden Persönlichkeit sich selbst etn- und untergeordnet empfindet unter eine Gesetzmäßigkeit, die auf den Fundamenten einer ethischen Weltanschauung lagert. Das sind jene efcernen Gesetze, diedort droben unver­änderlich hangen", seitdem aus dem EhaoS sich ein zweckvoller Ablauf aller DaseinSformen er­hob.

Die Heiligen drei Könige legten von den Schätzen ihrer Länder Gold, Weihrauch und Myrrhen dem Reugeborenen zu Füßen. Das will bedeuten, daß aller Reichtum der Welt nichts besagt gegen die Immateriellen Werte, die wir gewinnen können, wenn wir unser Tun und Lassen unter den Stern der Erkenntnis stellen, daß nur daS wohigetan sein kann, was um einer Sache selbst willen den Einsatz unserer Kräfte erfordert hatte. Das soziale Denken und Fühlen und Handeln muh richtungweisend in jeder Lebensäußerung sein. Erst dann fällt der lichte Strahl jenes Gestirns verklärend auf sie herab, der mit d-»m Ehriftentum seinen Sieges- zug über die Welt antrat.

In dem unbewußten Gesühl, daß in der Krippe der Künder neuer LebenSgesetze erwacht war, wie sie daS Heidentum noch nicht zur Anerkennung hatte bringen können, fielen die Beherrscher volk­reicher Gebiete auf die Knie und drückten damit ihre innere Befriedigung über das vorerst nur geahnte Geheimnis eines geläuterten Lebens­zweckes aus. Das ist der opferbereite Dienst an der Allgemeinheit, der keine Schwanken zwischen Hoch und Riedrig kennt, der in dem Nächsten den Bruder sieht und der alles zu geben bereit ist. um in dem anderen sich selbst zu ehren.

Vielleicht ist das der zeitgegebene Sinn der Heiligen drei Könige und des Sterns, der sie sicher durch unbekannte Länder geleitete, um ihnen in einem unscheinbaren Kinde ein neues Ziel, einen neuen Inbegriff von ihrem Mensch­sein zu vermitteln, daß wir trotz aller Dunkelheit, in der das Morgen gehüllt ist, voll Vertrauen zu dem guten Stern aufblicken, der bis jetzt unser Volk aus noch schlimmeren Riederungen jeweils wieder zu Höhen emporsteigen ließ, die auch die schwerste Rot nicht zu einem nutzlosen Opfer hatte werden lassen. Das soll der Leitstern fein, dessen Führung wir uns gläubig in den kommenden Wochen und Monaten anvertrauen wollen.

Gießener Wochcnmarttpreisc.

'Gießen, 5. Jan. Ts kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Kochbutter von 80 Pfennig pro Pfund an, Butter 90 bis 110, Maite 25 bis 30, Käse (zehn Stück) 50 bis 120, Wirsing 7 bis 8. Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, Gelbe Rüben 8 bis 10. Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 biS 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 15 bis 20, Feldsalat 80 bis 100, To­maten 50 bis 60, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 biS 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln 4, Aepfel 8 bis 10, Dirnen 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, Rüsse 35 bis 40, Enten

Musiolinis Tochter Edda Gräfin C i a n o mit ihrem neugeborenen ersten Söhnchen Fabricio (Eonftando, das in Schanghai, wo Graf Galeazzo Eiano bas Amt des italienischen Geschäftsträgers bei der chine­sischen Regierung bekleidet, das Licht der Welt erblickte.

begrüßte der 1. Vorsitzende, Herr Kranz, die Mit­glieder, deren Angehörigen und die Vertreter der Behörden. Er dankte sodann allen, die zur Vorbe­reitung der Feier begetragen hatten, insbesondere den Gießener Geschäftsleuten und den Bürgern, die durch Waren- und Geldspenden die Voraussetzung schufen, den Blinden durch praktische Geschenke eine Freude bereiten zu können. Jeder der erblindeten Strieger erhielt ein stattliches Paket, auch den Kin­dern der Kriegsblinden wurde ein kleines praktisches Geschenk zuteil. Jrn Anschluß daran hielt Oberregie­rungsrat R i tz e l als Vertreter des Provinzialdirek. tors und gleichzeitig im Namen der übrigen Bchör- denvertreter eine kurze Ansprache, in der er hervor- hob daß die Blinden nicht des Mitleids, sondern de» Mitgefühls sicher fein sollten, das ihnen jeder der Sehenden, der ein fühlendes Herz in der Brust trage, entgegenbringe. Herr Kühn sprach für die erblindeten Kameraden und dankte dem Vorstand für die den Blinden vermittelte Freude. Nach einem gemeinsamen Lied, gesanglichen Darbietungen des Bauerschen Gesangvereins und einer Kaffeepause folgte die Bescherung für die Kriegsblinden und deren Kinder. Musik und Liederoorträge beschlossen die Veranstaltung, die geeignet gewesen sein durfte, die Blinden einige frohe Stunden in kameradschaft­licher Gemeinsamkeit erleben zu lassen.

SriefTaften her Hehaffion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Frau Lh. Fr. Die Notlage, in die Sie später ge­raten sind, berechtigt Sie nicht, den früher durch Ihre Unterschrift abgeschlossenen Kaufvertrag ruck- gängig zu machen. Der Ankauf des Staubsaugers bei dem fremden Reisenden erfolgte innerhalb Ihres häuslichen Wirkungskreises, d. h. in Ausübung der sog. Schlüsselgewalt (8 1357 Bürgerlichen Gesetz­buchs), und deshalb gilt das Rechtsgeschäft als im Namen des Mannes vorgenommen. Durch das Unterschreiben des Bestellzettels wird der Kaufoer« trag endgültig, es fei denn, daß auf feiten des Bei stellers Zwang, Irrtum oder Betrug vorliegt.

I. y. 3. Nennen Sie uns Ihren Namen, und St« werden genauen Bescheid erhalten.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bl» 12.30 Mut. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen

Für unverlangt elngefanble Manuskripte ohne -eigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

80 bis 100, junge Hähne 80 bis 90, Suppen­hühner 70 bis 80. Gänse 80 bis 90; Tauben. daS Stück 50 bis 60, Eier 11 bis 13, Blumenkohl 20 bis 60, Endivien 8 bis 10, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bi« 15. Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln, der Zentner 3 biS 3.50. Weiß­kraut 3.00 bis 3.50. Wirsing 4.00 bis 5.00. Rot­kraut 4,00 bis 5,00 Mark.

Oie Inventur-AuSverkäufe.

Mit dem heutigen Tage beginnt für unsere Haus­frauen die außerordentllch günstige Kaufgelegenheit in den Inventur-Ausverkäufen. Die Ge­schäftswelt hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um den Wünschen des Publikums nach jeder Richtung hin Rechnung tragen zu können. Nicht nur in der Bereitstellung von Warenbeständen, sondern auch in der Festsetzung der Verkaufsoreise wird von der Geschäftswelt den Zeitverhältnissen entsprochen: der Kaufmann will mit seinen Beständen möglichst ganz aufräumen, um neue Saisonware hereinnehmen zu können, der Käufer trachtet danach, für die knappen Geldmittel nicht nur gute, sondern auch möglichst viel an Ware zu erhalten. Auf dieser Grundlage wer. den sich die diesjährigen Inventur-Ausverkäufe ab- wickeln. Daß unsere Geschäftswelt vorteilhafte An­gebote zu machen hat, beweisen wiederum die An­kündigungen in unseren Anzeigenspalten. Nunmehr ist es Sache des kaufenden Publikums, von den günstigen Kaufgelegenheiten Gebrauch zu machen. Unsere Hausfrauen werden gut daran tun, in den Beständen ihres Haushaltes nach Ergänzungen, die in der Zeit der Inventur-Ausverkäufe auf billige Weife oorgenommen werden können, Umschau zu halten. Bei dieser Nachprüfung werden sich mancher­lei Notwendigkeiten zu Erneuerungen ergeben, an die man bisher vielleicht nickt gedacht hat, deren Zweckdienlichkeit aber gerade jetzt bei den günstigen Kaufgelegenheiten zutage tritt. Die Ausnutzung der Inventur-Ausverkäufe bietet aber nicht nur dem Käufer Vorteile und verschafft dem Geschäftsmann die Möglichkeit des dringend erwünschten Waren- Umsatzes, sondern es werden auf diesem Wege auch für die Fabrikanten wieder Absatzmöglichkeiten er- schlossen und dadurch Arbeit geschaffen, die einen gewichtigen Anteil an der Wiederbelebung unserer Wirtschaft barfteUt. Wer also jetzt kauft, trägt auch dazu bei, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und den Weg zu einer Besserung unserer wirtschaftlichen Der- j hältnissc frei zu machen. Darum: Helft durch Kaufen!

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater Gießen:LumpacivagabunduS", 20 bis 22 30 Uhr Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Reserve hat Ruh'".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, 13. Vor­stellung im Dienstag-Abonnement. Erste Wieder­holung der mit großem Erfolg aufgenommenen Silvesteraufführung der ZauberposseLumpaci- vagabunbus" von Restroy. Ende 22.30 Ahr. Mittwoch, 6. Januar, 19.30 Uhr, als 13. Vor­stellung im Mittwochabonnement, Wiederholung der beiden MärchenaufführungenDie Puppen­fee" undDie Wunderlampe". Ende gegen 22 Uhr. Gerhart Hauptmanns Traumdichtung HanneleS Himmelfahrt" wird am Freitag als 13. Vorstellung im Freitagabonnement wiederholt. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr.

Weitere Berücksichtigung von Grnteschäden bei der Einziehung von Landessteuern. Der hessische Finanzminister teilt mit: Bisher konnten Emteschäden bei der Erhebung der staatlichen Grundsteuer für 1931 nur berücksichtigt werden, wenn der Ausfall an der Gesamternte mindestens 30 v. H. betrug. Run- mehr hat der hessische Finanzminister beschlossen, schon bei einem Gesamternteschaden von nur 20 v H. eine Steuerermäßigung zuzubilligen. Welche Gemeinden für den Steuererlaß in Frage kommen, ist dem Landesfinanzamt zwecks An- Weisung der Finanzämter bereits mitgeteilt wor­den. Darüber hinaus werden Maßnahmen vor­bereitet, die eine Berücksichtiguna von Schäden ermöglichen sollen, welche die auf Viehzucht an- gewiHenen Landwirte durch den außergewöhn­lichen Rückgang der Diehpreise erleiden.

Sterbes älle in Gießen. In der Zett vom 16. biS 31. Dezember verstärken in Gießen: