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4.11.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Gießen, den 4. November 1932.

Ländliche Feste.

Wenn die letzte Knolle im Keller oder in der Miete geborgen ist, wenn der Samen des Winter­getreides der Erde übergeben wurde, atmen die Dauern auf. Für sie ist das Jahr zu Ende. Nach langer, schwerer Arbeit kommt nun eine kleine Ruhepause. Und es ist gewiß kein Zufall, wenn in manchen Gegenden die Kirchweih« (Kirmes) erst nach Vollendung sämtlicher Feldarbeiten ge­feiert wird. Da zieht jung und alt in den größten Saal des Dorfes. Dicht zusammengedrängt es muß doch auch noch Platz für den Tanz blei­ben sitzen da die Dorfbewohner zusammen. Zu sehen ist nicht viel; denn ein gewaltiger Ta­baksqualm überlagert die Köpfe aller. Aber schon von weitem hört man lärmende Freude. Die Musik spielt, die Jugend tanzt, und die Alten schauen zu.

Die Kirnurs ifl das höchste dörfliche Fest. Die Jugend besonders freut sich das ganze Jahr auf die Kirmes, die Kinder wegen der Kauf­buden, des Karussells und der anderen Lustbar­keiten, und die größeren wegen des Tanzes.

Cs ist selbstverständlich, daß alle Verwandten und Bekannten der näheren Umgebung zur Kir­mes «ingeladen werden. Die Zahl der gebackenen Kuchen ist nicht zu schätzen, und manches liebe Haustier muß sein Leben lassen. Denn was wäre eine Kirmes ohne das nötige Essen und Trinken?

Ja, kann man denn von einem Feste sprechen, wenn man sieht, wie hier Männlein und Weib­lein im engen Saal beisammen sitzen? Aber sicher! Wer sich in das Denken und Fühlen der Bauersleute verseht, wer selbst eine solche Kirmes mitfeiern kann, der weiß, daß das für alle ein großes Fest ist. Warum aber dann in einem Saal? Freien Himmel und ziehende Wolken haben unsere Bauern das ganze Jahr. Sie schauen kaum noch danach aus, höchstens bei einem Wit­terungswechsel. Frische Luft und Sonnenschein, Das gab es bei der Feldarbeit im Ueberfluß. Nun können sie in aller Ruhe auch einige Stun­den im rauch geschwängerten Saal einer Wirt­schaft zubringen. Je enger sie sitzen, desto schöner ist es.

Vor dem Hause steht derKirmesbaum", eine hohe, mit Bändern geschmückte Tanne. Auch der Saal, .die Häuser und Straßen sind mit Grün geziert. Das hat alles die Jugend getan; denn sie selber ist ja der Träger des Festes.

In kleineren Gemeinden vereinigt die Kirmes das ganze Dorf. Da schließt sich niemand aus, keiner will etwasCxtraes" sein. Da sitzen die Taglöhner neben den reichen Dauern, der Ar­beiter neben dem Geschäftsmann. Alle fühlen sich gleich, und es gibt keine sozialen Unterschiede. Wenn am Sonntag die Musik erschallt, dann sam­meln sich alle auf dem Kirchplatz, um von da in geschlossenem Zug durch das Dorf zu ziehen. Mädchen und Burschen, mit Sträußen und Krän­zen geschmückt, gehen voran. Oft sitzen dieKir- mesburschen" zu Pferde..

Daß bei einem solchen Feste zarte Bande geknüpft werden, ist bekannt. Da finden sich beim Tanz und nachher beim Heimgehen gar oft die rechten Paare zusammen, während die Alten, be­sonders die Mütter, sorgfältig Umschau halten, mit wem ihr Mädchen tanzt, mit wem esgeht'. Tanten und Basen besprechen mit wichtigen Mie­nen die neuen Verhältnisse, ob die Aecker und das Vermögen guch zusammenpassen.

Wir werden auf einer solchen Kirmes keine sich langweilenden Gäste sehen. Meistens herrscht die größte Freude. Doch gibt es auch Gemüter, die sich leicht erhitzen und das Raufen nicht lassen können, besonders, wenn einzelne Burschen aus den Nachbardörfern herübergekommen sind und den heimischen die Mädchen wegnehmen. Em« kleine Keilerei gehört sehr oft zur Kirmes und gibt ihr erst denrichtigen" Abschluß.

Es ist merkwürdig: In dem «Dorfe selber legt man den größten Wert auf eine gute Nach­barschaft von Haus zu Haus. Aber wenn man das Verhältnis von Dorf zu Dorf nachpruft, dann findet man, daß hier fast immer Recbungs- punkte bestehen. Schon die kleinen Schuliungen pflegen sich Sonntags im Wald oder un Feld mit denFeinden" aus dem andern Dorf zu verprügeln, mit Steinen zu bewerfen usw. Ebenso legen die Alten gar keinen Wert auf warme Nachbarschaft mit den andern Dörfern.

Das beruht in der Hauptsache wohl darauf, daß sich die Einwohner eines Dorfes so als geschlossenes Ganze fühlen, daß sie sich von nie­mand auch nicht das geringste - Jei ^s nun M Worten oder Taten sagen lassen. Bauern, die von Einheimischen allerlei Hänseleien ver­tragen und schließlich darüber lächeln, werden grimmig wild, wenn sich einFremdes rn d.e

Dorfangelegenheiten mischt. Wir können solchen Lokalpatriotismus wohl verstehen und schätzen. Allerdings darf er nicht ausarten... P.

Warnung für Straßenschmierer.

Die Stadtverwaltung warnt wiederholt davor, Straßen, Plätze und öffentliche Gebäude aus Anlaß der am 6. November stattfindenden Reichs­tagswahl mit Aufschriften zu versehen. In jedem Falle der Zuwiderhandlung wird Straf­antrag gestellt und darauf hingewirkt werden, daß st r e n g st e B e st r a f u n g eintritt. Durch die Beseitigung der Aufschriften entstehen der Allge­meinheit Kosten, die unbedingt vermieden werden müssen. Die Stadtverwaltung wird neben der Be­strafung auch die Einziehung der ent- stehenden Kosten für die Entfernung der Auf- schriften betreiben.

Sprachverein und Fremdwörter.

Wenn jemand die Rede auf den Sprachverein bringt, dann heißt es gleich von allen Seiten: Ach, der Verein zur Ausrottung der Fremdwör­ter!" Bestreitet man das, so begegnet man spötti- chen Mienen, wie jemand, der sich herauszuredcn versucht. Und ist's denn nicht wahr, daß wir die Fremdwörter bekämpfen? Ganz gewiß! Aber doch ist es anders, als jene Leute meinen, die nur sehen, was zutage liegt, nicht, was sich darunter verbirgt: die Liebe zur Muttersprache.

Wir wissen, mit welch glühender Leidenschaft andere Völker ihre Sprache lieben und wir stellen mit Bitterkeit fest, daß dem Deutschen die Mut- tersprache nicht viel mehr ist als ein Gebrauchs­gegenstand, den er benutzt, wie andern alten Haus­rat, weil er nun einmal damit ausgewachsen ist; den er im Ausland« leichten Herzens gegen einen andern vertauscht, der ihm besser zusagt. Dem Franzosen so meinte einmal ein nachdenllicher Deutschschweizer, der auch feine welschen Lands­leute genau kennt ist seine Sprache eine Braut, die er zärtlich liebt, dem Deutschen eine Magd, der er kündigt, wenn er ihrer überdrüssig ist. Das gilt aber nicht nur von dem deutschen Schweizer, sondern auch vom Reichsdeutschen. Und ist das nicht eine Schande, besonders in einer Zeit, wo deutsche Volksgenossen in aller Welt gerade um ihrer Sprache willen mit grimmigem Haß ver­folgt werden?

Diese deutsche Schwäche, diese schädliche Gleich­gültigkeit will der Sprachverein bekämpfen, wenn er immer wieder den Deutschen zuruft: Liebt und ehrt eure Muttersprache, eures Volkes letztes und höchstes Heiligtum, von gan­zer Seele mit allen Kräften! Und der Kampf gegen das Fremdwort? Er steht für uns nicht im Mittelpunkt, sondern ist vielmehr die sich von selbst ergebende Folge aus unserer Stellung zur Muttersprache. Wer diese so lieben gelernt hat, wie es von Gottes und Rechts wegen seine Pflicht ist, der gewinnt dann auch ein Auge dafür, daß die deutsche Sprache aufs ärgste verschandelt ist, ja täglich immer aufs neue geschändelt wird von denen, die ihr allein verdanken, daß sie ein Volk sind.

So ist das Ziel des Sprachvereins in erster Linie aufbauend, bejahend, erst in zweiter Linie verneinend: hinweg mit der Geringschätzung für unser Eigenstes, damit Platz werde für die große heilige Liebe, die wir deralten Haupt- und Hel­densprache" schuldig sind; daß wir endlich zunichte machen das harte, aber treffende Urteil eines geistreichen Franzosen: Von den Deutschen haben wir es gelernt, die deutsche Sprache zu verach­ten. RP-

Daten für Freitag, 4. November.

1847: der Komponist Felix Mendelssohn-Bar- tholdy in Leipzig gestorben; 1891: der Dichter Klabund (eigentlich Alfred chenschke) in Krossen (Oder) geboren.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater: 20 bis 22.30 Uhr,Die Toni aus Wien". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand­platz: 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. SPD.: 20 Uhr, Cafe Leib, öffentliche Wahlkundgebung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das schöne Aben­teuer". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Die Ge­heimnisse des Zirkus Jordan" undDie Herrgott- schnitzer von Oberammergau".

Im Lande der Dolomiten." Die Dolomiten müssen für den Kameramann ein Do­rado sein. Ter Kulturfilm, der am Sonntagvor- mitrug im Lichtspielhaus Bahnhofstraße über die Leinwand geht, wird es zu beweisen haben. Kaum ein anderes Gebiet der Alpen weist so viel bi­zarre Formen, so viel pitoreske Schönheit auf, wie gerade die Dolomiten. Die Täler erscheinen tiefer und die Felstürme ragen steiler zum Him­mel als anderswo. Der Kameramann Zahn hat die Schönheit im Bilde festgehalten. Er baute

den Apparat m Städten und Dörfern auf, stieg an Felswänden empor, ging über Gletscherbrüche und auf höchste Gipfel, um wiedergeben zu können, was die Natur einem Landstrich an Auherge- gewöhnlichem schenkte. Das Tal des Eisack, die Städte Brixen, Bozen, Meran, die heute leider italienisch sind, die sagenhafte Burg Runkelstein, die Orte Sterzing, Klausen, die gewaltigen Fels­abstürze des (Simona Della Plata, Marmolata, Langkofel, Ortler, Moto Christallo und viele an­dere Bergriesen der Dolomiten werden im Bilde zu sehen sein. Der Film bringt auch Aufnahmen von den während des Weltkrieges in die Felsen eingehauenen Schützengräben in diesem heihum- strittenen Gebiet. Das Sarntal, der liebliche Gardasee, der Kälterer See, das Pordoljoch, und viele andere sehenswerte Punkte werden dem Be­sucher Gelegenheit geben, die landschaftlichen Reize der Dolomiten kennenzulernen. Näheres über diese Kultursruhvorstellung ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich.

Die Volkshochschule weist darauf hin, daß heute folgende Kurse beginnen:Moderne

Malerei"Charakterologie der Gegenwart",Fran­zösisch III (für Fortgeschrittene) undZeichnen"« Näheres siehe heutige Anzeige.

Wettervoraussage

Noch immer lagert Warmluft über England und der Nordsee, doch hat sich ihr Bereich wesentlich ein­geengt, so daß sie durch den hohen Druck über dem Festlande, der sich weiter behauptet hat, ihre Ein­wirkung verliert und nur noch besonders in den Morgenstunden Nebelbildungen hervorgerufen wer­den. 3m Hochdruckgebiet beginnen die Luftmassen nunmehr zusammenzusinken, so daß mehr Aufklaren einsetzt. Die Temperaturen werden daher in der Nacht infolge der Ausstrahlung bis zum Gefrier- punkt und auch darunter zurückgehen. Ob sich die Hochdruckwetterlage längere Zeit durchsetzen wird, läßt sich noch nicht sagen, denn über dem Nordatlan­tik scheinen neue Störungen heranzukommen.

Aussichten für Samstag: Neblig-wol­kig und aufklarend, nachts Temperaturrückgang bis zum Gefrierpunkt und stellenweise auch dar­unter, meist trocken.

Oberhessen.

Sonntagsrückfahrkarten zum Grünberger Gallusmarkt.

Zwei Sonderzüge fahren nach Grünberg.

Zum Gallusmarkt in Grünberg werden aus der näheren und weiteren Umgebung viele Besucher erwartet. Um den Gästen die Reise zu verbilligen, werden am Mittwoch, 9. November, und Donners­tag, 10. November, von allen Bahnhöfen der Strecken GrünbergGießen, GießenLang-Göns, Gießen Fronhau'sen (Lahn), GießenGarbenteich, Gießen Wetzlar, GrünbergAlsfeld, Burg- und Nieder-Ge- mündenKirchhain MückeHungen, HungenIn­heiden, HungenLangsdorf und HungenTrais- Horloff Sonntagsrücksahrkarten nach Grünberg aus­gegeben. Diese Karten gelten vom 9. November, 0 Uhr, bis 10. November, 24 Uhr. Bis zu dieldm Zeitpunkt muß die Rückfahrt angetreten sein. Auf den unbesetzten Haltepunkten Kesselbach und Bel­tershain wird am Mittwoch, 9. November, bei den Zügen in Richtung Grünberg 7.02 bzw. 7.24 Uhr, ferner 10.42 bzw. 11.04 Uhr und 15.53 bzw. 16.12 Uhr ein Fahrkartenverkauf eingerichtet.

Zur Vermeidung einer Ueberfüllung der plan­mäßigen Züge läßt die Reichsbahn außerdem am Mittwoch, 9. November, Sonderzüge von Gie­ßen nach Grünberg und von Burg-Nieder-Gemün- den nach Grünberg wie folgt verkehren:

Sonderzug GießenGrünberg: Gie­ßen ab 9.35 Uhr, Rödgen 9.46 Uhr, Großen-Buseck 9.51 Uhr, Reiskirchen 9.57 Uhr, Saasen 10.03 Uhr, Göbelnrod 10.08 Uhr, Grünberg an 10.14 Uhr.

SonderzugBurg-Nieder-Gemünden Grünberg: Burg-Nieder-Gemünden ab 11.00 Uhr, Nieder-Ohmen 11.08 Uhr, Mücke 11.15 Uhr, Grünberg an 11.23 Uhr.

Oberamtsrichter Fr. Zimmermann in den Ruhestand verseht.

Laubach, 2. Nov. Am 1. November ist Oberamtsrichter Friedrich Zimmermann, der Vorsteher des hiesigen Amtsgerichts, auf Grund des Altersgrenzegesehes in den Ruhestand getre­ten. Oberamtsrlchter Zimmermann, der am 23. Juli 1867 in Grünberg (Hessen) als Sohn des Landgerichtsassessors Dr. Joh. Heinrich 3t m» merman n geboren wurde, besuchte daselbst zu­nächst die Volksschule und das Institut des Pfar­rers Koch. Im Jahre 1877 trat er ins Gießener Gymnasium ein und bestand 1886 das Abitur. An­schließend genügte er als Einjährig-Freiwilliger bei dem Jnf.-Regt. 116 in Gießen seiner Militär­pflicht. Sein juristisches Studium beendete er an der Landesuniversität Gießen mit dem Fakultäts­examen im Herbst 1889. Nach seinem Dorberet- tungsdienst in Gießen bestand er im Frühjahr 1893 die große Staatsprüfung und kam im Okto­ber desselben Jahres nach vorheriger anwaltlicher Tätigkeit nach Friedberg als Amtsanwalt. Rich­terliche Verwendung fand er darauf bei den Amts­gerichten in Gießen, Michelstadt und Bad-Nau- Heim und wurde sodann am 14. August 1896 zum Amtsrichter in Laubach ernannt. Neben seiner 36jährigen richterlichen Tätigkeit, die Oberamts­richter Zimmermann in Laubach ausgeübt hat, war er auch in vielen öffentlichen Angelegenheiten als Mitarbeiter tätig. Seit 1910 steht er als Direktor der hiesigen Bezirkssparkasse vor. Ms Leiter der örtlichen Fürsorge stelle hat er sich besondere Ver­dienste erworben. Von Dezember 1914 bis an­fangs 1916 gehörte er dem Ersatz-Bataillon 116 zu Gießen an, woselbst er im April 1915 zum Hauptmann befördert wurde. Mehrere Laubacher Vereine, u. a. die Ortsgruppe des VHC. und der Eisverein haben Oberamtsrichter Zimmer­mann als langjähriges verdientes Vorstands­mitglied zum Ehrenmitglied ernannt. Auch führt er heute noch in der hiesigen Ortsgruppe des Roten Kreuzes den Vorsitz. Mit seinem Aus­scheiden aus dem Staatsdienst nimmt Oberamts­

richter Zimmermann weiterhin in Laubach, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist, feinen Wohnsitz. Möge dem durch seine hohe 'Berufs­auffassung und duvch sein umfassendes Wissen ge­schätzten Beamten ein recht langer Ruhestand be- schieden sein. Der seitherige Amtsanwalt am Amtsgericht Friedberg Gerichts-Assessor Dr. Schmidt ist seit 1. November mit der Ausübung der richterlichen Geschäfte am hiesigen Amts­gericht beauftragt.

Landkreis Gießen.

ch Lich, 3. Nov. Der Vorstand des hiesigen Grund- und Hausbesitzervereins hatte' Mitglieder und Freunde des Vereins, sowie den Vorstand und die Mitglieder des Gewerbevereins zu einer Hauptversammlung eingeladen. Es wurde eingehend über die Bestimmungen, die den R e i ch s- zuschuß zu baulichen Instandsetzungen und Umwandlung gewerblicher Räume in Wohii- räume behandeln, gesprochen. Auch die Frage der Steuergutscheine wurde beraten. Rechtsanwalt -Kümmel (Gießen) hielt einen Vortrag über das ThemaDie Schriftform bei Abschluß und bei Ab­änderung von Mietverträgen", der mit großem Interesse ausgenommen wurde. Die Derscnn'mlung war gut besucht.

= Lich, 3. Nov. Im Rahmen der Vorträge des Hessischen Heimatwerkes, Abteilung Ober- hcssen, sprach gestern abend in gut besuchter und von Bürgermeister Geil geleiteter Versammlung im Saal desHolländischen Hofes" an Stelle des durch Erkrankung verhinderten Dr. Flörke der Direktor des Geologischen Instituts der Lan­desuniversität C ießen, Professor Dr. H a r r a f f o- witz überDie Entstehung des Vogelsberges. An Hand von schönen Lichtbildern zeigte der Vortragende zunächst das charakteristische Aus­sehen der oberhessischen Landschaft, erklärte die Bestandteile der aus einem Vulkan ausgewor­fenen Massen (Gase, Tuff, Lava) und anschließend daran die Entstehung des Vogelsberges. Die leicht verständlich gehaltenen Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Dem in der Aussprache geäußerten Wunsch nach einer geo­logischen Führung in die Umgebung von Lich versprach der Redner im nächsten Frühjahr oder Sommer gern nachkommen zu wollen.

^(Reiskirchen, 3. Nov. Die Notstands- arbeiten in unserer Gemeinde sind seit eini­ger Zeit in Angriff genommen. Neben einigen Wegebauten außerhalb des Ortes sind ein Stra­ßenneubau innerhalb des Ortes, sowie vorläu­fig nur eine Neu Herrichtung einer Straße, eben­falls im Ort, in Angriff genommen. Die Arbeiten werden nicht, wie in früheren Jahren, durch die Gemeinde, sondern «durch einen Unternehmer ausgeführt; sie wurden auf dem Submissions- Wege vergeben. Man hofft, daß eine größere An­zahl Erwerbsloser auf längere Zeit Beschäftigung finden kann.

* Treis a. d. Lumda, 4. Nov. Gestern vor­mittag ereignete sich in der Nähe unseres Ortes ein Zusammen stoß zwischen dem Lieferkrast- wagen eines Milchhändlers von Nordeck und einem Personenkraftwagen einer Gießener Firma. Der Unfall verlief verhältnismäßig glimpflich, denn es ist nur Sachschaden entstanden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

Kreis Friedberg.

* Butzbach, 3. Nov. Dank einem Entgegen­kommen der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. wird ab Montag, 7. November der Personenzug Nr. 720, der bisher von Bad-Nauheim aus nach Frankfurt fuhr (Bad-Nauheim ab 6.57 Uhr) schon von Butzbach aus verkehren (Butzbach ab 6.44 Uhr.) Auf der Zwischenstation Ostheim wird der Zug nicht halten. Die Reichsbahndirektion hat die dauernde Beibehaltung dieser Fahrplanerweiterung von der ausreichenden Inanspruchnahme abhängig gemacht.

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KÖNIGIN VON

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