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4.7.1932 Erstes Blatt
 
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Wirtschast

allzu leicht das

Bewegung vertraut äußeren Schein zu

Recht und Stolz von sich behaupten, daß sie dlesetz Erbe angetreten hat.

augenfälligen Gesetzen dieser macht, daß man hinter den blicken versucht.

Gerade beim Sport wird

Sinkende Frequenz

der Frankfurter Universität.

Frankfurt a. M., 2. Juli. (WSN.) Die Zahl der an der hiesigen Universität im laufenden Sommer-Semester immatrikulierten Stu­denten beträgt 3 5 8 5 gegen 4 4 62 im letz- t e n Wintersemester und 4680 im Som­me r s e rn e st e r 1931. Bon den in diesem Sommer- emester immatrikulierten 3585 Studierenden studie- ren 579 Rechtswissenschaft, 1000 Medizin, 544 Philologie, 523 Naturwissenschaften und 939 Wirt­schafts. und Sozialwissenschaft. Die Zahl der stu­dierenden Frauen beträgt insgesamt 700. Die Zahl der studierenden Ausländer beträgt 176.

Los Angeles im Zeichen der fünf Ringe

Sinn und Wert der Olympischen Spiele.

9.1'fpor/ ADL: Gaufest im Lahn-Dönsberg-Gau

Das Siegestor, das das olympische Stadion in Los Angeles abschließt. Auf ihm werden die Fahnen der siegreichen Nationen gehißt. Hoffentlich geht dann I recht oft die deutsche Flagge hoch.

Tinen prächtigen Verlauf nahm daS am ver­gangenen Samstag und Sonntag in Wieseck zum Austrag gekommene Taufest des Lahn-Dünsberg- Vaues. Schon am Samstag war die größte Zahl der Turner eingetroffen, wo sie von den Wiesecker Turnfreunden auf das herzlichste ausgenommen wurden. Den Austakt am Samstag bildete ein Umzug durch den Ort nach dem Friedhof. Dort legten Ehrenvorsitzender, Bürgermeister Schom- be r (Wieseck), im Namen des Tv. Wieseck, und Derbandsvorsihender Zöller (Hausen) im Na­men des Lahn-Dünsberg-Daues am Grabe des kürzlich verstorbenen, um die Turnsache rühmlichst bekanntgcwordenen Gau-Ehrenvorsitzenden D a u - pert (Wieseck) Blumen und Kränze nieder.

Die Gesangsabteilung des Tv. Wieseck leitete den

Begrüßungsabend

mit einem Lied ein. Bürgermeister Schvrnber begrüßte alle Teilnehmer, der Gauvorsihende Zöller (Hausen) übernahm sodann die Leitung. Nach einem weiteren Vortrag der Gesangsabtei­lung und Freiübungen der Turnerinnen kam die Austragung des Gau-Iubiläums-Wan- der-Preises zur Durchführung. Den von den Ehrenmitgliedern D a u p e r t und Loh (Wieseck) und Schmidt (Launsbach) gestifteten Preis hatte die Mannschaft von Waldgirmes zu verteidigen. Am Kampf nahmen 5 Mannschaften Tv. Lol­lar, Wieseck, Ahbach, Nodheim und Waldgirmes teil. Sieger wurde die Mannschaft des Tv. Lollar, die mit wechselndem Glück, zuletzt mit einem Punkt vor der Mannschaft des Tv. Wald­girmes im Vorteil blieb. Der Verteidiger des Preises, Waldgirmes sowie Wieseck, hatten in dem Kampf durch einige ausgefallene Hebungen Pech. Sie lagen anfangs etwas vor, während Lollar durch gleichmäßig verteilte Kräfte schließlich doch den Sieg errang. Als beste Einzelturner erwie­sen sich der Zugendturner Mank (Wieseck) und der Oberstufenturner Ferber (Waldgirmes). Nachstehend die Resultate dieses Kampfes:

gen Tanken der Musikkapelle fand der Abend sei­nen Abschluß.

Schon früh um 5.30 Uhr weckte am Sonntag­morgen das Trommlerkorps des Tv. Rodheim und die Festmusik die Turner zu den Wettkämpsen. Aus dem ideal gelegenen Turnplatz an der Wieseck traten dann in den einzelnen Stufen Turnerinnen und Turner zum Kampf um die Siegespalme an.

Die gebotenen Leistungen standen auf hoher Stufe und brachten hauptsächlich an den Ge­raten in der Ober- und Unterstufe sehr schöne

Hebungen.

Sieger in der Oberstufe, im Zwöls- und Neun­kamps wurde mit klarem Vorsprung Ferber (Waldgirmes), der hauptsächlich in den Kürübun­gen an den Geräten einen klaren Punktvorsprung herausarbeitete. Sehr gut waren auch 03 i er au und Drescher (Lollar). Die Vollzahl 20 erreich­ten in dieser Stufe an den Geräten Ferber und D i e r a u am Pferd und Schmidt (Waldgir­mes) am Reck. Eine sehr schöne Leistung zeigte auch der Sieger in der Turner-Mittelstufe, Heitz (Wieseck), der mit einem Vorsprung von 23 Punk­ten im Zwölfkamps Sieger blieb, aber nur mit einem Punkt vor Lepper (Waldgirmes) auch den Neunkampf gewann. Die Dollzayl 20 erreich­ten in dieser Stufe nur der Sieger H e i tz in je einer Hebung am Reck und Pferd. Bei dem Sie­ger in der Turner-Unterstufe, Werner (Wie-

Aufhebung der Zwischenzölle für Speck und Schmalz.

Berlin, 2.Juli. (WTB.) Die Reichsregierung hat beschlossen, um der bäuerlichen Deredelungs- wirtschaft zu Hilfe zu kommen und damit den wich­tigsten Faktor des auch für die Industrie unent­behrlichen Binnenmarktes zu stärken, als ersten Schritt die Zwischenzölle für Speck und Schmalz mit sofortiger Wirkung auf- zuheben. Für Speck und Schmalz gelten nun­mehr während der Dauer des deutsch-schwedischen Handelsvertrages die in diesem Vertrag festgelegten Zollsätze.

Ein Eingreifen gerade bei diesen Produkten er­schien insbesondere deshalb erforderlich, weil die Einfuhr von Speck und Schmalz in letz­ter Zeit stark an stieg und dadurch die Ver­wertung der deutschen Schweinebestände immer mehr beeinträchtigt wurde. Irgendwelche Ver- orgungsschwierigkeiten werden nicht eintreten, da )ie deutsche Landwirtschaft jederzeit den deutschen Bedarf zu tragbaren Preisen decken tonn.

Berlin weiter zuversichtlich und fest.

Berlin, 4. Juli. (WTB. Funkspruch. Die neue Woche eröffnete in recht zuversichtlicher und fester Stimmung. Bereits am Vormit­tag war die Grundstimmung durchaus freundlich, und man sprach die Kurse meist höher. Die ersten Notierungen konnten zwar die vorbörslichen hohen Taxen nicht immer erreichen, doch ergaben sich überwiegend Besserungen von Vi bis VA, zum Teil 2 v. H. Wenn auch eine gewisse Ent- täuschuna darüber vorhanden war, daß die Lausan­ner Konferenz nun doch noch nicht beendet ist und eine Verzögerung um mehrere Tage erfahren l>at, so glaubt man doch allgemein und dies kommt auch in der Auslandspresse -um Ausdruck, daß die erhoffte Einigung in den nächsten Tagen kom­men muß. Man vertraut jedenfalls auf die an­gestrengten Bemühungen aller Führer, die Konfe­renz zu einer befriedigenden Lösung zu führen. Anregend wirkte ferner die feste Tendenz der heutigen Auslandbörsen, an denen man gleichfalls optimistisch über Lausanne ge­stimmt war. Die Erhöhung des Einfuhrkontingents für Kohlen in Frankreich und ein drohender Streik im belgischen Kohlengebiet waren, besonders für den Montanmarkt, stimulierende Momente. Die Erleich­terung am Geldmarkt und das anhaltende Interesse für festverzinsliche Werte infolge der durch die Kuponseinlagen freigewordenen Gelder veranlaßten die Spekulation, Deckungen und auch Meinungs- taufe vorzunehmen, zumal sich auch das Publikum verschiedentlich als Käufer zeigte.

Rheinstahl lagen mit einer Besserung von 3% o. H. besonders fest, auch Rheinische Braunkohlen konnten sich um 3% v. H., Chade um 4,50 Mark, HEG. um 4 v. H. und Salzdetfurth, in denen die Käufe der letzten Zeit anzuhalten scheinen um 5 v. H. befestigen. Farben stellten sich, nachdem sie vorbörs- lich mit 91 gehandelt wurden, auf 90i, also über 1 v. H. fester als sonst. Stärkeres Interesse zeigte sich wieder für Dekula, die bei ziemlich lebhaftem Geschäft über 2 o. H. anzogen. Nur Goldschmidt und Demderg lagen um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Im Verlaufe blieb die Tendenz weiter freundlich, das Geschäft wurde etwas lebhafter, da an einigen Märkten Auslandsinteresse sich zeigte. Vor allem lagen Rheinische Braunkohlen und Elektro­werte unter Führung von Chade, Tietz, Schubert & Salzer sehr fest, die Besserungen von 1 bis 2% v. H. aufwiesen; auch die übrigen Werte zogen um A bis VA v. H. gegen Anfang an.

Deutsche Anleihen lagen ziemlich fest, auch Ausländer konnten überwiegend im Kurse anziehen. Reichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 1% v. H., Pfandbriefe um 1 bis vereinzelt 2 v. H. an.

Am Geldmarkt hat sich die Situation jetzt nach dem Ultimo entspannen können. Tages­geld ging an der unteren Grenze auf 5? v. H. zu­rück, während Monatsgeld mit 6 bis 8 o. H. nomi­nell unverändert blieb.

Frankfurt fest.

F r a n k f u r t a. M., 4. 3uli. (WTB. Drahtmel­dung.) Auch zu Beginn der neuen Woche zeigte sich an der Börse eine wer ter starke Zuver­sicht für eine baldige Lösung der schwebenden Fragen auf der Lausanner Konferenz. Aus dieser Kenntnis heraus nahm die Spekula­tion größere Deckungen und einige Meinungskäufe vor, zumal von der Kundschaft keine Kauforders Vorlagen. Die fortschreitende Erhö­hung des Rentenmarktes an dem wei­tere Gelder aus Kuponzahlungen Anlage suchten, trug zu der zuversichtlichen Stimmung merklich bei.

Bei ziemlich lebhaftem Geschäft stellten sich auf allen Marktgebieten Kurssteigerungen von

Aeußere mit dem Sinn verwechselt.

So werden die unbestreitbaren Werte verkannt, die den Olympischen Spielen, aber auch der kleinsten Lokaloeranstaltung gemeinsam sind.

Der Sport ist eine harte Schule des Willens und der Selbstbeherrschung, des sozialen Denkens und der Moral.Kein Mensch kann ermessen, was ich an mir gearbeitet habe," sagt der Weltmeister N u r m i. Wo wird in der Welt noch die Achtung vor dem Gegner, die Berrschung bei 'Sieg und

In wenigen Wochen steigt am olympischen Mast im neuerbauten Stadion von Los Angeles das weiße Seidenbanner der Weltgemeinschast der Sportler auf, das fünf verschlungene Ringe, das Symbol der engen Verbundenheit der fünf Erd­teile zeigt. Zehntausende, vielleicht auch Hundert­tausende erheben sich entblößten Hauptes von ihren Platzen, Millionen Radiohörern wird der weihe- volle Augenblick übermittelt, in dem nicht nur die Sportjugend aller Kulturnationen, sondern auch der Präsident der Vereinigten Staaten und die Würdenträger der Gastnationen diesem Banner ihre Referenz erweisen. Kanonenschläge verkünden weithin, daß jetzt der heilige olympische Frieden herrscht, Zehntausende von Tauben tragen die Bot­schaft mit Windeseile In ferne Länder und gleicher- zeit glüht in gewaltiger Schale das olympische Feuer auf, das während der Dauer der Kämpfe nicht wieder erlischt.

Mit klugem Bedacht hat der Wiedererwecker der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, kurz Vater Coubertin genannt, diese feierlichen Zeremonien festgelegt, wie er auch den für die Teil­nehmer nicht weniger feierlichen Akt des Gelöbnis­ses, ja sogar die Formeln der Eröffnungs. und Schlußansprachen bestimmt bat, die unveränderlich wie der Sinn der olympischen Wettbewerbe sind.

Dieser Sinn aber ist: die Blüte aller Kultur­nationen In friedlichem Wettkampf zu vereinen, sie alle vier Jahre einmal Brüder einer großen, weltumspannenden Gemeinschaft 'sein und da­nach handeln zu lassen.

In diesen Wochen heißer, aber ritterlicher Kämpfe sollen die Werte der körperkulturellen Betätigung in das hellste Licht gerückt werden und selbst die Zeremonie der Siegeroerkündung dient noch dazu, die Gemeinschaft aller zu betonen, auch dann, wenn der Sieg eines Einzelnen oder der Erfolg einer Nation gefeiert wird. Vor dem Banner der Sieger­nation erheben sich alle, bei den Klängen ihrer Nationalhymne verharren sie in ehrerbietigem Schweigen. Alle Gegensätze sind überbrückt und bei einem Siege Haitis stehen die Söhne Albions in einer Reihe mit den Vankees, der Franzose aber lauscht unbeweglich dem Deutschlandlied, wenn das Reichsbanner vom Siegesmaste flattert. Die zehnte Wiederkehr der modernen Olympischen Spiele oer- eint in der Tat die ganze Welt, wie es schon die

seck) lag die Situation genau so wie bei seinem Vereinskameraden Heiß in der Mittelstufe. Er siegte im Neunkampf überlegen mit einem Vor­sprung von 13 Punkten, während er im Sieben­kampf nur mit einem Punkt vor seinem Dereins- kameraden Mank den ersten Platz belegte. 20 Punkte erreichten hier der Sieger Wer­ner bei je einer Hebung am Reck und Pferd und der Zweite, Moos (Lollar), am Reck. Ganz besonderes Interesse bean­spruchte der Vierkampf für Dolkstur- n e r, der in Dietz und Grvhhau s (Lollar) bei den Aktiven zwei erste Sieger brachte. Beide erreichten die gleich Punktzahl (75). Die gezeigten Leistungen waren sehr gut. 3m 100-Meter-Lauf erreichte Großhaus auf einer Rasenbahn die gute Zeit von 118 Sek., während Dietz und E. Winter (Launspach) im Kugelstoßen die 11 Meter erreich­ten und weitere vier Turner über 10 Meter kamen.

Im hochsprung übersprangen sechs Turner die höhe von 1,60 Bieter;

die beste Leistung erreichte Hoffmann (Alten- Duseck) mit 1,65 Meter. Die relativ besten Lei­stungen zeigten die 3ugendturner im volkstüm­lichen Vierkampf, aus dem M ö b u s (Reiskirchen) mit der ansehnlichen Punktzahl von 92 als Sie­ger hervorging. Möbus erreichte bei seinem Sieg im Hochsprung 1,55 Meter, im Kugelstoßen 11,80 Meter und 12,8 Sek. im 100-Meterlauf. Weitere drei Turner erreichten in dieser Stufe Im Hoch­sprung gleichfalls 1,55 Meter.

Bei den Turnerinneng siegte in der Oberstufe, wie erwartet, Paula Hildebrand, vom Turnv. Wieseck. Sie hatte gegenüber der 2. Siegerin nur einen Vorsprung von vier Punk­ten. Die Höchstpunktzahl erreichten hier die Sie­gerin in je einer Hebung am Barren und am Reck und die dritte Erb (Wieseck) in einer Hebung am Reck. Den zweiten Platz gemeinsam belegten Seipp (Lollar) und Schreiner (Wieseck). Sie­gerin in der Hnterstufe wurde gleichfalls eine Turnerin von Wieseck, Anni Wirbelauer, mit 117 Punkten. Me nächsten zwei Plätze be­legten zwei Turnerinnen von Lollar und 3. Braun (Wieseck).

Jubiläums Gedenken. - Festzug und Siegerehrung. Ausklang.

Unter der Leitung von ®au-Obertumtoart Keller- Krofdorf und W a g ne r - Lollar wickelte sich die Veranstaltung reibungslos ab. Bereits um 12 Uhr war das turnerische Pro­gramm erledigt. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem sich weit über 30 Ver­eine beteiligten, durch die Straßen des Ortes nach dem Festplatz. Verbandsvorsitzender Z ö l - le r- Hausen hielt die Begrüßungsansprache und entbot dem Turnverein Wieseck zu seinem 7 0- jährigen Bestehen die herzlichsten Glück­wünsche des Gaues. Eine besondere Ehrung wurde dem langjährigen Turnausschuhmitglied Lehr- Daubringen zuteil und ein Diplom als Anerken­nung für seine 18jährige Tätigkeit im Gau- ausschuß übermittelt. 3m Namen des Turnvereins Wieseck sagte Bürgermeister Scho mb er herz­lichen Dank. 3m Anschluß daran überreichte Frl. Martha Röhl mit einem prächtig zum Vortrag gebrachten Prolog dem festgebenden Verein zu seinem Jubiläum eine schöne Fahnenschleife. Den Abschluß des gelungenen Festes bildeten die

QBaffenfteiübungen

der Turnerinnen und Turner, die ein imposantes Bild boten. Die mustergültige Arbeit des De- rechnungsausschusses ermöglichte bereits um 18 Hhr die Preisverteilung. Den Sani­tätsdienst hatte der Arbeiter-Samariter-Bund, Ortsgruppe Wieseck, in dankenswerter Weise übernommen. Die Ergebnisse der Wettkämpfe folgen morgen.

Spiele in Amsterdam taten. Die Weltwirtschafts­krise hat vielleicht die zahlenmäßige Besetzung be­einträchtigen können,

die Idee dieser Spiele ist lebendiger denn je, und man darf ohne Uebertreibung behaupten, daß der Sieg dieser Idee etwa durchaus Einmaliges barftellt, daß die Olympischen Spiele sich in die­sen Jahren eine Geltung erobert haben, die von keiner anderen Kulturveranstaltung auch nur an­nähernd erreicht wird. Nicht nur für Amerikq, dem Lande der Austragung und für das alte- Europa, nein auch für Afrika, das ferne Asien und Austra­lien sind diese Wochen Höhepunkt des Zeitgesche­hens, hinter dem für kurze Zeit die naheliegenden Fragen des alltäglichen Lebens zurücktreten.

Diese Feststellung machen, heißt den ungeheuren Erfolg der Körperkulturbewegung anerkennen. Eine Bewegung, die sicher nicht von den Zeiterschei­nungen freigeblieben ist, die ihre Skandale und ihre Sensationen gehabt hat, von denen oft weit­aus mehr Aufhebens gemacht wurde, als angebracht und notwendig war. Es hat nicht an Schlußfolge­rungen gefehlt, die darauf hinausliefen, den Wert a...r Körperkultur als problematisch hinzustellen u.. darüber hinaus auch den der Olympischen Spiele anzuzweifeln.

Die Ziffern der Sportbewegung, die immer noch eine Vermehrung der Anhänger erkennen lassen, die Beteiligung der Zehnten Olympiade haben die Zweifler Lügen gestraft. Eigene Erkenntnis hätte sie davor bewahren sollen, eine Millionenbewegung in ihren Grundsätzen so zu verkennen. Dazu ge­hört allerdings, daß man sich mit den nicht immer

1 bis 1,5 Proz. ein. Größeres Interesse Begegnete besonders 3G., die zunächst 1,5 Proz. und später weitere 1 Proz. anzogen. Deutsche Erdöl gewannen 2,5 Proz. und die übrigen Chemiewerke bis zu 1 Proz. Elektroaktien verzeichneten durchweg Er­höhungen bis zu 1 Proz., nur AEG. lagen mit 2,5 Proz. knapp gehalten. Von Bergwerksaktien lagen Rheinstahl 2,5 und Mannesmann 1,5 Proz. höher, Kali Salzdetfurth zogen um 4 Pro-, an. 3m Gegensatz zur Allgemeintendei« standen Zell­stoff Aschaffenburg und Süddeutsche Zucker, dir 1,5 bzw. 1 Proz. niedriger eröffneten.

Arn Renkenmarkt war die Tendenz gleich­falls weiter f e st. Neben Käufen der Speku­lation war auch verstärkte Publikumsbeteili­gung festzustellen. Altbesihanleihe und später Reichsschuldbuchforderungen lagen bis zu 1,5 Pro­zent höher, auch Neubesitz konnten sich leicht be­festigen. Von Pfandbriefen waren besonders Li­quidationspfandbriefe gesucht, doch zeigte sich auch für Goldpfandbriefe stärkeres Interesse bei Besserungen bis zu 1 Prozent.

Im Verlaufe erfuhr die Hmsahkätigkeit _eine merkliche Schrumpfung, doch blieben die erhöhten Kurse gutgehalten. Vereinzelt traten neue Besserungen von 0,5 bis 1 Prozent ein. Tages­geld war mit 4,5 Prozent unverändert leicht.

Frankfurter Schtachtviehmarkt.

Frankfurt a.M., 4.Juli. Auftrieb: 1090 Rin­der, darunter 219 Ochsen, 124 Bullen, 378 Kühe, 332 Färsen, 555 Kälber, 18 Schafe, 3059 Schweine (159 Litauer). Es kosteten: Ochsen, vollfleischige, ausge­mästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere, 23 bis 36, ältere 28 bis 32, sonstige vollfleischige, jüngere 24 bis 27 Mark. Bullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 28 bis 31, sonstige vollfleischige oder ausgemäftete 23 bis 27 Mark. Kühe, jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 25 bis 29, sonstige vollst, ober ausgemästete 20 bis 24, fleischige 16 bis 19 Mark. Färsen (Kalbinnen, Jungrinber), vollfleischige, ausge­mäftete, höchsten Schlachtwerts 33 bis 36, vollflei­schige 28 bis 32, fleischige 24 bis 27 Mark. Kälber, beste Mast- unb Saugkälber 36 bis 39, mittlere Mast- unb Saugkälber 31 bis 35, geringe Kälber 25 bis 30 Mark. Schweine, vollfleischige von etwa 240 dis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 46, von etwa 200 bis 240 Pfund 43 bis 47, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 45, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 37 bis 42 Mark. Marktverlauf: Rinder, ruhig, geringer Ueberftand, Schweine und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine zum Schluß stärker abflauend, Ueberftand.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 4. Juli. Tendenz: ruhig. Futtermittel und greifbares Roggenmehl befestigt. An der Produktenbörse fanden die Verhandlungen in Lausanne eine günstige Beurteilung, und einige Käufe in alten Brotgekveiden schwach versorgter Stellen ließen eine bessere Hmsahkätigkeit aufkom­men. Besonders gefragt waren am Mehlmarkt Roggenmehl, von Futtermitteln Kleie und schwer- haltige Oelfuttermittel. Die Preise zeigten bei Weizen einen leichten Rückgang, auch Weizenmehl war bei sehr schleppendem Hmsatz etwas niedri­ger, Roggenmehl zog dagegen 0,50 bis 1 Mark und Futtermittel je 0,25 Mk. an. Die Tendenz war ruhig, nur Futtermittel und greifbares Rog- genmehl befestigt. Die Kartoffelerstlinge hiesiger Gegend 4,75 Mark.

Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs, 260 Mark; Roggen 220 Mark; Sommergerste für Brauzwecke 200 Mark; Hafer,inländischer 170 bis 180 Mark; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38,50 bis 39,35 Mark, Rog­genmehl 70Prozent, 28,50 bis 29,25 Mark; Weizen- tleie, 8,75 Mark; Roggenkleie 9 bis 9,25 Mark; Erb- [en, je nach Qualität für Speisezwecke 26 bis 35 Mark; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 22 bis 50 Mark; Weizen- unb Roagenstroh, draht- gepreßt 3,50 Mark; Weizen- unb Roggenstroh, ge- bünbelt, 3,20 bis 3,50 Mark; Treber, getrocknet, 10 Mark.

Niederlage, die Niederzwinguna schlechter 3n- linkte und Eigenschaften so nachdrücklich, ja aus- chlaggebend verlangt, wie beim Sport? Wo ist es onst noch üblich, zuerst dem Gegner die Hand zu chütteln, ganz einerlei, welchem Stande unb Be­rufe, welchem Alter unb welcher Rasse er angehört?

Unb enblich unb das trennt den Sport vom militärischen Zwang unterwirft sich der Sport- ler freiwillig selbstgewählten Regeln. Freiwillig verzichtet er auf die Genüsse des Ledens, freiwillig orbnet er sich in den Mannschaften bem Willen der Mehrheit unter, freiwillig empfindet er die Ach­tung vor bem ungeschriebenen Gesetz bes Sportes, bem fair play, das die Richtung seines ganzen Handelns ist. Je enger der Zusammenhang zwi- schen der freiwilligen Einordnung und der Per­sönlichkeit, umso besser wird die Leistung, und es ist nicht von ungefähr das Wort geprägt:

Sportsmann fein, heißt ein Charakter fein!

Dieses fair play auf das politische Leben inner­halb der Nationen und auf den Kreis der Völker ausgedehnt... man könnte tatsächlich von der Besten aller Wetten sprechen. Eine Gemeinschaft, die sich freiwillig verpflichtet hat, ehrlich und an­ständig gegen jedermann zu fein, die ihre schlechten Eigenschaften bekämpfen, die guten aber pflegen will, darf mit Fug und Recht als Bannerträ­ger der Zivilisation bezeichnet werden. Wenn die Feierstätte dieser Gemeinschaft, die alle vier Jahre in einem anderen Lande liegt, wenn das Fest der Besten aller Nationen, ganz von den rein sportlichen Werten abgesehen, durch den heiligen Olympischen Frieden geschützt, für ein paar Wo­chen im Mittelpunkte steyt, bann sollte das nicht als Zeichen übersteigerter Wichtigkeit angesehen werden, sondern als Ausdruck dafür, daß die höch­sten Menschheitsideale noch lebendig sind, die zu vertreten die Geistesheroen aller Völker nicht müde geworden sind. Die Sportjugend der Welt darf mit

Pferd Barren Reck Punkte

1. To. Lollar

44

48

46

138

2. To. Waldgirmes

45

48

44

137

3 To. Wieseck

47

47

36

130

4. To. Atzbach

42

42

36

120

5. To Rodheim

37

42

39

118

Nach weiteren Gesangsvorträgen

und

schneidi-