und von den Franzosen unberechtigterweise beseht worden sei, während Togo und Kamerun nicht von jemand vergeben werden könne, dem sie nicht nur nicht gehören, sondern der sie sogar sowieso wird wieder abgeben müssen.
Aus der Rede des jungen Korporationsministers Bottai interessiert am meisten die Feststellung, das; der Handel Tripolita niens trotz der Krise seine Aufwärtsbewegung langsam fortgesetzt hat. Der Minister kann der Kolonie aber einen leichten Dorwurf vom italienischen Standpunkt nicht ersparen! Die statistischen Daten zeigen, das) in der Belieferung der Kolonie I t a- lien an Gebiet verloren hat. Im Jahre 1929 hatte Italien noch 65 v. H. der Gesamteinfuhr bestritten, im Jahre darauf erreichte es nur noch 60 v. H. In dem Augenblick, in dem, so sagte die faschistische Exzellenz, sogar durch das britische Riesenreich das Kampfgeschrei des Handelskrieges „Buy british" erschallt, könne die moralische Pflicht nicht vergessen werden, die nationale Erzeugung zu fördern. Man sieht, es gibt häusliche Sorgen...
Die steigenden landwirtschaftlichen Möglichkeiten Tripolitaniens, das in jedem Artikel und jeder Rede unvermeidlich mit dem Schlagwort: „la quarta sponda“ (b i c vierte K ü st e) bezeichnet wird, haben schon vorzeitige Besorgnisse in den heimatlichen Gestaden ausgclöst und besonders Sizilien fürchtete den Wettbewerb der kolonialen Frühgemüse. Inzwischen hat es sich herausgcstellt, daß Tripolitanien mit seinen Frühkartoffeln und Tomaten zu einer Zeit auf den Markt kommt, zu der Italien noch gar nicht daran denken kann, und daß cs mit diesen Erzeugnissen sich mit Erfolg auf den europäischen Märkten durchzusehen beginnt. Die tripolitanische Tomate, die bisher nur die Konkurrenz des Liebesapfels von den Kanarischen Inseln zu fürchten hatte, mutz sich in Zukunft aber auch gegen die ägyptische Tomate zu behaupten wissen, die infolge der Krise die Stelle der Daumwollsträucher eingenommen hat.
Im ganzen merkt man, daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen die bereits in höherer
landwirtschaftlicher Kultur stehenden Rachbarkolo- nien ausgesetzt sind, in Tripolis weniger fühlbar werden, einmal weil die tripolitanische Wirtschaft überhaupt erst in diesen Jahren anfängt sich langsam auszubreiten, nicht zuletzt aber auch, weil die Regierung der Kolonie rechtzeitig einer überstürzten Entwickelung vorgebeugt hat.
Die Messe ist im kleinen ein Spiegel der verschiedenen Wege, die bisher beschritten wurden und der Hoffnungen, die noch offenstehen. Es will scheinen, als würde ihr Erfolg größer sein, wenn sie mehr Gewicht auf den industriellen Teil legen würde. In diesem Zusammenhang kann man nur bedauern, daß Deutschland den Weg- nicht nach Tripolis gefunden hat. Deutsche Sachlichkeit mühte in der Lage sein, der aufstrebenden Kolonialwirtschaft und den Einheimischen praktische Gcbrauchsgegenstände zu bieten, an denen der deutsche Markt reich ist und die in Tripolis zum großen Teile fehlen. Erleichtert würde die deutsche Beteiligung durch die Tatsache, daß die Messe von Tripolis nicht nur eine Musterschau ist, sondern daß die Ausstellungsgegenstände, die zu herabgesetzten Zollsähenein geführt werden können, von den Kolonisten und Einheimischen durchweg gekauft werden, falls sie was taugen. Ein Rücktransport wäre daher überflüssig. Die Ausstellungsleitung dürfte eine deutsche Beteiligung um so mehr begrüßen, als jeder Wettbewerb fördert und so manche italienische Firma noch nicht verstanden hat, worum es geht.
Ein Gang durch das weite, bequem und geschmackvoll angelegte Gebiet der Ausstellüng genügt, um den Ausstieg zu ermessen, der in zäher Arbeit von Jahren erzielt wurde. Don ausländischen Kolonialmächten sind Belgien und Frankreich mit einer Propagandaschau vertreten. In dem französischen Pavillon stockt der Fuß des deutschen Beschauers da, wo Togo und Kamerun unter der Trikolore erscheinen. Am Freitag und Samstag, dem arabischen und jüdischen Feiertag, füllt sich die Fiera besonders mit Einheimischen und wird so Mittlerin zwischen europäischer und afrikanischer Kultur.
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Zugeudopserspiele
der Gießener Mannschaften.
Die Jugendopferspiele der Gießener kombinierten Fußballmannschaften brachten keine sonderlichen Erfolge. In Gießen trat eine aus Ligaspielern der Spielvereinigung 1900 und des DfB. kombinierte Stadtmannschaft gegen die Stadtmannschaft von Wetzlar an und siegte (nach besonders in der zweiten Halbzeit lebhaft geführtem Kampfe) mit 4:1 Toren. In Marburg spielte die GaumannschaftGietzen-Wetz- l a r gegen eine Städteelf von Marburg und mutzte sich nach gleichwertigem Kampfe mit 4: 2 (1:2) geschlagen bekennen. Besonders in der ersten Halbzeit waren die Gäste aus Giehen und Wetzlar überlegen. Ein drittes Jugendopferspiel bestritt eine kombinierte Gießener Mannschaft in Daubringen. Das Spiel gegen den alten Derbandsspielgegner endete nach hartnäckigem Ringen mit dem Ergebnis von 5:2 Toren für Daubringen.
Während die übrigen Mannschaften des DfB. spielfrei waren, trugen die unteren Mannschaften der Spielvereinigung 1900 einige Freundschaftsspiele als Jugendopferspiele aus. Die 5- Mannschaft weilte in Krofdorf zu Gast und blieb gegen die dortige 1. Mannschaft mit 6:1 Sieger. Die 2. Jugend spielte in Leihgestern gegen die dortige 1. Jugend und gewann mit 3:1. während die Schüler gegen die Schüler von Leihgestern 1:2 verloren
In einem Handballspiel <H>r kombinierten Mannschaft von Gießen und Wetzlar gegen die Polizei Butzbach blieben die Polizisten auf ihrem eigenen Platz mit 11:3 Toren siegreich.
DieTischtennisabteilung der Spielvereinigung 1 900 schlug in einem Klubkampf die Mannschaft von „Rot-Weitz" Friedberg mit 11:7 Punkten.
•
Weitere Opferspielergebnisse in Hessen-Hannover. Städtemannschaft Kassel — Borussia Fulda 3:2 (2:1); Germania Fulda/ Horas — Kassel B 3:3 (2:2); Göttingen 05 - SC. Grone 3:1 (2:1).
Westdeutsche Waldlauf Meisterschaft.
Als erster Landesverband der Deutschen Sportbehörde trug am Sonntag der Westdeutsche Spiel- Verband seine Meisterschaft in Duisburg aus. Die Strecke der Meisterklasse bestand aus einer Rundstrecke von 5 Kilometer, die zweimal zu durchlaufen war. Hier siegte der erst kürzlich von der Deutschen Turnerschaft zur DSV. übergetretene Hammer (Kelm) in 31:58 vor Ballig (Odenkirchen) und O b e l o d e (Wissen). Die Mannschaftsmeisterschaft gewann der VfB. Remscheid mit 31 Punkten
*
21m Waldlauf des Westdeutschen Spielverban- des beteiligten sich in der Seniorenklasse (11,8 Kilometer) auch einige Leichtathleten der S P i e l - Vereinigung 190 0, allerdings ohne besondere Erfolge zu erzielen. Gerhardt kam auf dem 6.Platz ein und Schaaf passierte als 11. das Ziel. Peters folgt in größerem Abstand.
Die süddeutschen Endspiele.
Weitere Entscheidungen.
Je mehr es den Entscheidungen in den süddeutschen Fußballkämpfen zugeht, desto mehr fallen die schon traditionell gewordenen Ueberraschungen in die Waagschale. Ein Lied kann an diesem Sonntag davon in der Abteilung R o r d w e st der suddeutschen Endspiele der SV. Waldhof singen, der mit einem l:1-Ergebnis gegen den VfL. Neckarau seine Aussichten auf den zweiten Platz schwinden sah. Dies ist um so mehr der Fall, da sein Rivale der FSV. Frankfurt mit einem überraschenden 2:0« Sieg gegen Eintracht Frankfurt zwei wertvolle Punkte einheimste. Da auch Wormatia Worms auf eigenem Platze den FK. Pirmasens mit 3:0 (1:0) abfertigte, liegt jetzt die Entscheidung um den zwei« ten Platz zwischen Wormatia Worms und FSV.
05 in Saarbrücken vom FV. Saarbrücken 5:2 geschlagen wurde, ist für die ersten Tabellenplätze ohne Belang.
In der Abteilung Südost ist nunmehr die SpDg. Furth mit ihrer 3:0«Niederlage durch München 1860 endgültig aus dem Rennen um dis ersten Plätze geworfen worden. Der Endkampf geht jetzt
zwischen dem 1. FC. Nürnberg, Bayern München und dem Karlsruher FV. ein. Der „Club" triumphierte mit einem 5:1 ° Ergebnis über den KFV. Pforzheim fertigte Rastatt 7:0 ab.
Die Pokalkämpfe.
In den vier Bezirken stehen nunmehr die Pokalsieger fest, nachdem Main-Hessen als erster Bezirk bereits vor acht Tagen Union Niederrad als ersten Pokalmeister melden konnte. Im Bezirk Rhein-Saar gewann Amicitia Viernheim, holte sich mit einem 6:1-Sieg gegen die Saarbrücker Sportfreunde den Titel. Sehr knapp fiel die Entscheidung im Bayern- Bezirk aus, wo Teutonia München Wacker München 4:2 schlug. Die Entscheidung im Bezirk Württemberg-Baden fiel zugunsten der Stuttgarter Kickers, da Germania Brötzingen gegen Mühlburg mit einem Remis von 1:1 einen wertvollen Punkt einbüßte. Die vier Pokalsieger ermitteln jetzt den Pokalsieger des süddeutschen Verbandes. Der Verbands-Pokal- fieger kämpft dann mit den beiden Zweiten der Abteilungen Südost und Nordwest um die dritte süddeutsche Vertreterstelle bei den Endspielen um die deutsche Fußballmeisterschaft.
Westdeutschlands Hockey-Damen geschlagen.
Holland siegt mit 1:0 (0:0).
Westdeutschlands Hockey-Damen trugen an diesem Sonntag in Arnheim ein Spiel gegen eine holländische Auswahl-Mannschaft aus. Mit 1:0 (0:0) mußten sich die deutschen Spielerinnen durch die technisch überlegenen Holländerinnen geschlagen geben. Die westdeutsche Vertretung hatte ihre Stärke in der Derteidigung, die sich überragend schlug. Erst in den Schlußminuten fiel aus einem Gedränge heraus der siegbringende Treffer für die holländische Elf.
Geräteturnen in Großen-Linden.
To. 1846 Gießen siegt im Mannschaftskampf.
Bei dem gestern in Großen-Linden vor zahlreichen Zuschauern stattgefundenen Geräte- Wettkamps, über den noch ausführlicher berichtet werden wird, siegte die Mannschaft des To. 1846 Gießen mit 483 Punkten vor den ebenbürtigen Mannschaften von To. Großen-Linden (466j P.) und T. u.Sp. Marburg (461 P.). Als beste Einzelturner erwiesen sich: R. Seth, Tv. Großen-Lin- den, 88 P.; K. Reuter, Tv. 1846 Gießen, 81 P.; K. Schick, Tv. 1846 Gießen, 79$ P.
Neue Staffelrekorde im Schwimmen.
Im Düsseldorfer Stadtbad unternahmen einige westdeutsche Vereine offizielle Rekordversuche, bei denen zwei neue deutsche Bestleistungen für Staffeln aufgestellt wurden. „Poseidon" Köln schwamm Rekord über 4 mal 200 Meter Crawl mit 9:48,4. In einer Schwellstaffel (50, 100, 200, 100, 50 Me- ter) stellte „Sparta" Köln mit 5:28,6 Minuten ebenfalls einen neuen deutschen Rekord auf.
Kurze Sportnotizen.
Der deutsche Rekordmann Syring- Wittenberg ist an Rierenblutungen neu erkrankt. Mit dem Start Syrings in Los Angeles ist kaum noch zu rechnen.
*
In Paris kam die Fußballelf der Stuttgarter Kickers zu einem glänzenden Erfolg, die Schwaben schlugen C. A Paris mit 6:1 (2:1) Treffern.
Der DsR. Mannheim wurde durch einen 8:4- (5:3) Sieg über Schwanheim Handballmeister der Abteilung West. Die Mannheimer nehmen also an der Deutschen Handballmeisterschaft teil und bestreiten mit dem Ost-Meister Sp. Dg. Fürth das Endspiel um die süddeutsche Handballmeisterschaft.
*
1. FC. Dürnberg und Eintracht Frankfurt bestreiten das Endspiel um die süddeutsche Hand- ballmeisterschaft der Damen.
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Hertha/DSC. und Bayern München lieferten sich in Berlin vor einer großen Zuschauermenge einen packenden Kampf, der mit 4:4 unentschieden endete. Bei der Pause lagen die Bayern, die technisch besser waren, mit 3:2 Treffern in Führung.
Wirtschaft.
Der Reichsbankstaius Ende März.
Berlin, 2. April. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. März hat sich in der älltimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 253,5 Millionen Mark auf 3969,5 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 59,9 Millionen auf 3258,5 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 38,6 Millionen auf 59,4 Millionen Mark und die Lombardbestände um 155,0 Millionen auf 289,9 Millionen Mark zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 232,2 Millionen Mark in den Verkehr abgeflosfen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 225,2 Millionen auf 4231,1 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 7,0 Millionen auf 411,4 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 15,7 Millionen Mark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 577,7 Millionen eine Zunahme um 86,2 Millionen Mark.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 1,2 Millionen auf 1020,5 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 1,6 Millionen auf 878,7 Millionen Mark zugenommen, und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 0,4 Millionen auf 141,8 Millionen Mark abgenommen.
Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 24,1 Prozent gegen 25,4 Prozent in der Vorwoche.
Wochenbericht öom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Die Preise am Frankfurter Schlachtviehmarkt blieben im allgemeinen ziemlich unverändert, vereinzelt konnten sich neue Besserungen durchsetzen.
Am Rindermarkt wurde der Auftrieb von 1097 Stück (gegen 1683 in der Vorwoche) nach ruhigem Geschäftsgang ausverkauft. Die Preise für Ochsen und Dullen blieben behauptet, Kühe ließen 1 Mk. nach, Färsen zogen im gleichen Ausmaß an.
Am Schafmarkt setzte sich bei Beginn des Marktes für Weidemastfchafe eine Erhöhung um 3 Mark durch, die jedoch später nicht behauptet blieb. Gegen die Vorwoche ergaben sich noch Rach- lässe von etwa 1 Mk. Der Auftrieb von 137 Stück wurde ausverkaust.
Die Beschickung des Schweinemarktes war mit 4406 (6779) Stück erheblich geringer. Trotzdem war der Handel schleppend, so daß Ueberstand verblieb. Die Preise konnten sich aber um 1 bis 2 Mk. befestigen.
Im einzelnen notierten per Zentner Lebendgewicht in Mk.: Ochsen al) 30—34, a2) 25—29, bl) 20-24. Bullen a) 25-30, b) 20-24. Kühe a) 24-26, b) 20-23, c) 15-19. Färsen a) 30-34, b) 25-29, c) 20-24. Kälber b) 42-46, c) 36-41, d) 32—35. Schafe a) 29 —32, b) 24—28. Schweine b) 40—43, c) 40-43, d) 38-41, e) 36-40; Sauen 32-36.
* Die Großhandelsindexziffer. Die vom Statistischen Reichsamt für den 30. März berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 99,3 gegenüber der Vorwoche mit 0,2 v. H. leicht zurück- gegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 95,8 (— 0,1 v. H.), Kolonialwaren 88,8 (+ 0,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 90,2 (— 0,2), industrielle Fertigwaren 120,1 (— 0,2), Produktionsmittel 119,6 (119,6) und Kon- fumgüter 120,5 (121,0).
Frankfurt fast durchweg schwächer!
Frankfurt a.M., 4. April. (WTB. Draht- meldung.) Tendenz: schwach. — Die Börse eröffnete zu Beginn der neuen Woche in schwächerer Tendenz. Verstimmend wirkte in erster Linie der unbefriedigende Verlauf der Reuyorker Samstag- börfe. sodann die neue erhebliche, Schwäche der Svenskaaktie. Cs bestand große Zurückhaltung, zumal die neue Woche vor der entscheidenden Wahl der Reichspräsidentschaft steht. Die Spekulation bekundete nur geringe älnternehmungslust und das herauskommende, zum Teil nicht unerhebliche Material fand nur schwer Unterfunft. Gegen die letzten etwas freundlicheren Schlußkurse vom Samstag betrugen die Verluste überwiegend 1 bis 2 Prozent. Eine Ausnahme bildete nur der Montanmarkt, an dem Gelsenkirchen auf das Wiederaufleben der alten Käufe im Verlaufe bis zu 3 Prozent anzogen und die übrigen Papiere gut behauptet waren. Sehr schwach lagen Svenska, die 8 Wk. einbüßten. Don Chemiewerten setzten IG.-Chemie Basel ihre Abwärtsbewegung um weitere 4 Prozent fort. JG.-Far- ben-2ndustrie verloren fast 2 Prozent, Scheideanstalt blieben dagegen gut gehalten. Am Elektromarkt lagen Siemens und Licht und Kraft matt und bis zu 2 Prozent niedriger. Rebenwerte dieses Marktes gaben bis zu 1 Prozent nach. Reichsbankanteile schwächten sich um 1,5 Prozent ab, private Bankaktien lagen ziemlich unverändert. Die Rebenmärkte waren vernachlässigt, jedoch ebenfalls überwiegend abgeschwächt. Am Rentenmarkt konnten sich Reichsbahnvorzugsaktien und Reichsschuldbuchforderungen etwa 0,5 Prozent befestigen. Reichsaltbesitz blieben behauptet. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen still und wenig verändert. JG.-Farben-Bonds gaben 1 Prozent nach. Im Verlaufe ging das an und für sich schon kleine Geschäft auf ein Minimum zurück. Die Tendenz war weiterhin schwach, zumal Ge- rächte von einer Insolvenz in der Berliner Textilindustrie auf die Stimmung drückte. Die Kurse schwächten sich um weitere 0,5 bis 1 Prozent ab. Auch Gelsenkirchen gaben 1,5 Prozent ihres Gewinnes her. Am Geldmarkt war die Lage leicht, Tagesgeld 5,75 nach 6 Prozent.
Unsicherheit — Abschwächungen.
Berlin, 4. April. (WTB. Funkspruch.) Die seit gestern wieder verstärlt einsehende Waylpro- paganda beeinflußt das Börsengeschäft ungünstig. Da es außer den schwachen Auslandbörsen sonst leine bemerkenswerten Momente gab, beschäftigte man sich zu Beginn des heutigen Verkehrs nur mit den Wahlaussichten und mit den Auswirkungen der am Samstag eingetragenen Fusion Dresdner-Danat-Bank. Man diskutierte die hier, durch an der Börse entstandenen Personalveränderungen. Die Umfaßtätigfcit war heute im allgemeinen sehr gering. Selbst auf den Hauptmärkten hielt sich die Spekulation zurück. Eine gewisse Stütze hob die Tendenz zu abermaliger Ermäßigung des Privatdiskontsatzes um 0,31 auf 5,5 Pro
zent in der Mitte, doch war das Geschäft als solches viel zu klein, als daß es in den Kursen hätte zum Ausdruck (onunen können. Die einzeigen wurden etwas fester genannt, Deutsche Bankaktien lagen vollkommen unverändert, Schiss- sahrtsaktien neigten leicht zur Schwäche, Kunstseide- und Glektropapiere hatten gut behauptete Kurse, Montane waren etwas lebhafter, aber auch nicht ganz preishaltend, Chade und Sven- ska büßten je 2 Mark ein. Hygiene konnten sich nach den Abschwächungen der letzten Tage um 2 Prozent erholen.
Im Verlaufe traten Abschwächungen ein, da ein weiterer Rückgang der Svenskaaktten um etwa 5 Mark verstimmte. Auch Charlottenburger Wasser und 2G.-Farben waren etwas stärker gedrückt. Man brachte das mit Exekutionen in Zusammenhang. 2G.-Chemie, Basel, setzten ihre Abwärtsbewegung ebenfalls um etwa 4 Proz. fort, während andererseits am Montanmarkt in Gelsenkirchen etwas Rachfrage bestand. Hiervon wurden die übrigen Montanwerte etwas beeinflußt. Ein Grund für diese schwächere Grundstimmung war einmal die bekanntgewordene Zahlungseinstellung des Berliner Modehauses Hermann Gerson, wesentlich zu der auf allen Märkten bestehenden Unternehmungslust trugen aber auch die Befürchtungen bet, die schon am Samstag das Geschäft hemmten, nämlich die zu erwartenden Beschränkungen im Effektenhandel mit dem Ausland.
Auch am Anlagemarkt entwickelte sich nur sehr zögernd Geschäft. Reichsschuldbuchforderun- nen Märkte zeigten nur wenig Veränderung. Anleihen lagen behauptet, von Ausländern waren Anatolier fast 1 Proz. schwächer, während Goldpfandbriefe nur zum Teil bis 0,25 Prozent niedriger lagen.
Am Geldmarkt war die Situation, wie schon aus der Ermäßigung des Privatdiskontsahes hervorgeht, leichter; der Tagesgeldsatz stellte sich auf 6,5 Prozent und darüber.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 4. April. An der Frankfurter Getreidebörse war das Geschäft zum Wochenbeginn zwar sehr ruhig, die Stim- mung jedoch eher weiter fester. Maßgebend für die feste Haltung am Weizenmarkt war das geringe Angebot und die bessere Rachfrage der Mühlen für Lokoware. 2n Roggen war das Geschäft ruhig. Am Mehlmarkt hat Weizenmehl von der besseren Marktlage der Vorwoche merklich eingebüßt und das Geschäft blieb heute schleppend. Roggenmehl tag sehr ruhig. Am Futtermittelmarkt konnten ölhaltige Futterartikel ihre Stimmung beibehalten, denn hier^hemmt die Devisenverordnung fast jegliches Geschäft mit dem Auslände. Hafer und Gerste verzeichneten stetige Tendenz.
Es wurden notiert: Weizen 260—261,50, Roggen 225, Sommergerste für Drauzwecke 190—200, Hafer 162,50—170, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austauschweizen 39—39,85, Sondermahlung 37,25—38,10, Weizenmehl, Niederrhein., mit Austauschweizen 39—39,65, Sondermahlung 37,25-37,85, Roggenmehl 29,50—30,50, Weizenkleie 10,40, Roggenkleie 11, Erbsen 26—35, Linsen 24—52, Heu 5,00—5,25, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4,50—4,75, Treber, getrocknet, 12,50 bis 12,75. Tendenz: fester. 2ndustriekartoffeln, hiesiger Gegend per 50 Kilogramm 3,25—3,30, bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Eiermarkt.
Deal
enmarkl Berlin — Frankfurt a 2H.
2. April
4. April
Amtliche Jiotierunq
Amtliche
Dotierung
Meld
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Geld
I Brief
Cellhtflfoil .
7,243
7,257
7,243
7.257
toten. . .
49,95
50,05
49.95
50,05
Prag . . .
12,465
12,485
12,465
12,485
Budapeg . .
56,94
57,06
56,94
57,06
Sofia . . .
3,057
3,063
3,057
3,063
Holland . .
170,23
170,57
170,28
170,62
colo....
83,87
84,03
83,12
83,28
fiopenbagen.
87,66
87,84
87,01
87,19
Stockholm
85,76
85,94
85,41
85,59
London.
15,96
16.00
15,83
15.87
Buenos Aires
1,068
1,072
1,068
1,072
Nennorl
4,209
4,217
4.209
4,217
Ötüffcl . . .
58,84
58,96
58,84
58,96
Stalien . . .
21,80
21,84
21,76
21,80
Parts . . .
16,57
16,61
16,57
16,61
Schweiz . .
81,77
81,93
81,82
81,98
Spanien . .
31,97
32,03
31,92
31,98
Danzig . .
82,47
82,63
82,47
82.63
Japan . . .
1,389
1,391
1,389
1,391
Riv de Ian..
0,256
0,258
0,256
0,258
Jugoslawien.
7,413
7,42?
7,413
7,427
Liiiahon
14.49
14,51
14,39
14,41
Frankfurt a.M., 2.April. Nachdem kurz vor den Feiertagen eine leichte Belebung des Geschäftes zu verzeichnen war, gestaltete sich der Absatz in der abgelaufenen Woche sehr schleppend, obwohl die Preise erneut um 1 Pf. herabgesetzt wurden. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren bis 6, Jugoslawen 5,60 bis 5,80, Rumänen 5,60 bis 5,80, Holländer 6 bis 7, Dänen 6 bis 7J, Flandern 6 bis 6}, deutsche Landeier 5,60 bis 6, deutsche Frischeier 5f bis 1\.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 4. April. Auftrieb: Rinder 1260 Stück; darunter Ochsen 291, Dullen 121, Kühe 443, Färsen 356. Kälber 514, Schafe 69, Schweine 4503. Es wurden notiert: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 31—35, 2. ältere 26—30, sonstige voll- fleischige, jüngere, 22—25; Bullen, jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts, 25—30, fonnige vollfleischige oder ausgemästete 20—24; Kühe, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 27; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 24, fleischige 17—20; Färsen (Kalbinnen, Jung- rinder), vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 31—35, vollfleischige 26—30, fleischige 22—25. Kälber, beste Mast- und Saugkälber 40—45, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Kälber 30—35. Schweine, voll- fleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 39—42, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 39—42, desgl. von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 37—42, fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 34-—39; Sauen 30—35. Marktverlauf: Rinder und Schweine ruhig, ausverkauft. Kälber und Schafe mittelmäßig — geräumt.
Brieskaften der Redaktion.
(Rcchtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftlettung.)
W. HL, Garbenteich. Bei Personen, die im Haushalt oder Betriebe eines anderen eine Arbeitskraft ersetzen, ist der Wert der freien Station zu den Einkünften zu rechnen. Da dieser über 500 RM. ist, be- steht die Steuerpflicht.


