Oderheffen
Sängeriag des Horloff-Weiterial- Sängerbundes.
! Wetterfeld, 3.März. Am Sonntag fand hier die diesjährige Vertreterversammlung des Horloff - Wettertal - Sängerbundes statt. Die Versammlung wurde mit dem Sängergrus) und einem Chor des Gesangvereins Wetterfeld eröffnet. Der 1. Dundesvor- sitzende Karl Bender (Hungen) begrüßte sodann die Vertreter der Bundesvereine. Bei Eintritt in die Tagesordnung wurde zunächst Wilh. Sehrt (Hungen) zum Schriftführer gewählt. Die von dem Dundesrechner W i n g e s e l d (Wetterfeld) vorgelegte Iahresrechnung zeigte 356,55 Mk. Einnahmen, 223,13 Mk. Ausgaben, 133,42 Mark äleberschuß; der Gesamtbestand der Kasse beläuft sich auf 214,12 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. 3n Anbetracht der günstigen Kassenlage wurde der Iahresbeitrag je Einzel- Mitglied für den Bund von 20 auf 10 Pfennig herabgesetzt. Der diesjährige Sängertag wird am 29. Mai in Inheiden abgehalten. 5>abei_ bringt jeder Bundesverein zwei setbstgewählte Chöre, von denen einer ein Volkslied sein muh, zum Vortrag. Der Vorschlag eines Mafscnchores für diesen Tag wurde dem Bundesdirigenten, Lehrer Dietrich (Rodheim) überlassen. Der Antrag, die Sänger mit 25= und mehrjähriger Mitgliedschaft in geeigneter Weise seitens des Bundes zu ehren, fand Zustimmung.
Lanorrets Gießen
4= Klein-Linden, 3. März. In einer Gastwirtschaft in der Wetzlarer Straße wurde dieser Tage abends ein D i e b st a h l verübt. Aus einem Rebengastzimmer wurden Kleidungsstücke entwendet, die den Sängern gehörten, die in dem Gasthaus ihren älebungsabend abhielten. Der oder die Diebe nahmen Windjacken, Mäntel, Hüte und Mützen mit. Rach Lage des Falles muh angenommen werden, daß die Einbrecher mit den örtlichen Verhältnissen vertraut waren. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange.
(D Großen-Buseck, 3.März. Der B ezir k s- lehreroerein Großen-Buseck hielt dieser Tage seine letzte Konferenz im lausenden Schuljahr ab. Zunächst erfolgte die Borstandswahl. Wegen Rücktritts des ersten und zweiten Vorsitzenden wurden neu in den Vorstand gewählt: Lehrer P a u l- Trohe als 1. Vorsitzender, Lehrer Edelmann- Deuern als 2. Vorsitzender. Die übrigen Vorstandsmitglieder, Lehrer Fay- Alten-Buseck als Schriftführer und Lehrer 3 u n g - Großen-Buseck als Rechner, verblieben in ihren Remtern. 3m Anschluß daran hielt Lehrer Koch- Rödgen einen Vortrag über die Reform der Schulzeugnisse.
= Daubringen, 3. März. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein hielt d ccr Tage seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende. W. Walther VII., erstattete den 3ah- resbericht. Die Zahl der Mitglieder ist unverändert geblieben. Die Rechnungsablage durch den Dereinsrechner W. Erb ergab einen kleinen Lleberlchuh. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Cs wurde einstimmig beschlossen, auch im kommenden Frühjahr wieder eine allgemeine Bespritzung der Obitbüume mit Obstbaumkarbolineum durchzuführen. Weiterhin wurde eine Anregung gutgeheißen, im Laufe des 3ahres Obstbausach- verständige zu Gemarkungsrundgängen und an- schließen!^ Vorträgen zu verpflichten.
3 Allendorf a. d.Lda., 3. März. Am Sonntag fand in der hiesigen Kirche em Konzert zum Besten des Orgelbaufonds statt. Mitwirkende waren Frl. Leni Kayser (Violine), Frl. Elisabeth Kayser (Gesang) und Herr Bernhard Dreier (Orgel), alle aus Duchschlag bei Frankfurt a. M., sowie der Männergesangverein Allendorf a. d. Lda. (Leitung Lehrer Schmidt Kesselbach), und der gemischte Chor (Leitung Frl Kung, Allendorf a. d. Lda.). Vorträge für Orgel
Aus Metern Saus wurde das lindberah-Äabtz entführt.
Die Villa Lindberahs in Hopewell (New Jersey), aus der das 19 Monate alte Söhnchen des Ozeanfliegers in der Nacht von unbekannten Tätern geraubt wurde
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und Violine, Lieder für Männer- und gemischten Chor, eindrucksvolle Passionsmusik bereiteten den Zuhörem einen hohen künstlerischen Genuß und gleichzeitig ein schönes Erlebnis. Die Kirche war bis auf den letzten Platz beseht.
* Ober - Bessingen, 3.März. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein hielt eine gutbefuchte Versammlung ab. .in der Lehrer 3 a - tob von hier einen Vortrag über die Absatzmöglichkeiten des Qualitätsobstes hielt. Als sehr wesentlich für eine gute Obsternte bezeichnete der Redner die Schädlingsbekämpfung. Mit einer Fülle praktischer Ratschläge bereitete der Redner seinen aufmerksamen Zuhörern eine lehrreiche und anregende Stunde. 3m Rückblick auf die bisherige Tätigkeit des Vereins darf gesagt werden, dah von ihm schon viel wertvolle Arbeit geleistet worden ist.
* 3nhciden. 3. März. Am Samstag trat die hiesige Musikvereinigung unter der Leitung von Frau Wehner zum ersten Male mit einer Veranstaltung an die Öffentlichkeit. Rach einem flotten Marsch hielt Frl. M. Kuhn eine kurze Ansprache. Sodann brachte die Musikkapelle verschiedene schöne alte Volkslieder zum Vortrag, die lebhaften Beifall fanden. Ein Theaterstück stand im Mittelpunkt des Abends und wurde geschickt aufgeführt. Singspiele, Zwiegespräche, musikalische Darbietungen, humoristische Einlagen (Herr Wehner) usw. füllten den restlichen Teil der Veranstaltung aus und unterhielten die Zuhörer auf das Beste.
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/' Friedberg, 2. März. Da in den letzten 3ahren die Seuchen unter den Bienen merklich zugenommen haben, findet am 5. und 6. März in der hiesigen Lehranstalt für Obst- und Gartenbau für Pienenzüchter ein Seuchenbekämpfungs-Kursus statt- Leiter des Kurses ist Dr. R i e t s ch e l vom Zoologischen 3vft 'e Frank u ter Uni erfität
Krc.s Smvrren
□ Laubach, 2. März Die hiesige Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge" veranstaltete im Saale des „Schützenhofes einen gut besuchten Vortragsabend. Pfarrer Kornmann gab in fast zweistündigen Aus üh- rungen ein Bild über die segensreiche Tätigkeit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge zur Ehrung
unserer in fremder Erde ruhenden Krieger. Zahlreiche Lichtbilder machten den Vortrag anschaulich. Die Veranstaltung wurde durch entsprechende Musikstücke der Laubacher Kapelle verschönert. - Da in letzter Zeit durch Leseholzsuchende in den städtischen Waldungen wiederholt Waldfrevel begangen wurden, hat der Gemeinderat beschlossen, dah in Zukunft das Dürrholz nur in Traglasten nach Hause gebracht werden darf. Hierbei ist die Benutzung von Fahrzeugen jeglicher Art verboten.
> (Gebern, 2. März. Die Generalversammlung des Rindviehversicherungsvereins sand unter starker Beteiligung statt. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Wilhelm 3 u n ke r erstattete der Rechner W. Ruhl die Rechnungsablage. Die Einnahmen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1540,30 Mark, denen 1679,30 Mark an Ausgaben gegenüberstehen. Für gefallenes Vieh wurden 1417,80 Mark, für Verwaltungskosten 200 Mark bezahlt. Aus dem 3ahre 1930 mußte eine Mehrausgabe von 61.30 Mark übernommen werden, so daß das Defizit auf 139 Mark angewachsen ist. 3m ganzen sind 210 Stück Großvieh versichert, 65 Mitglieder gehören dem Verein an. Dem Rechner und dem gesamten Vorstand wurde Entlastung erteilt. Als Schiedsrichter wurden Karl R o s ch y , Christian Reinhardt und Heinrich Diehl IX. wieder- gewählt, durch Zuruf Karl 3unter II. neu- gewählt. Zu Schätzern wurden Karl R e i - chert IV., Heinrich Diehl IX.. Heinrich Grü- ni n g und Richard Geyer gewählt, während Wichelm Diehl IV. als Reservefchäher bestimmt wurde. Rach einem Antrag des Karl Verlach III. wurden die Gebühre" auf 3 Mark herabgesetzt. Rach eingehender Aussprache wurde der Versicherungsbeitrag für ein Kalb auf 1,50 Mark und die Entschädigungssumme auf 20 Mark festgesetzt.
* Ulfa, 2. März. Die hiesige Spar- und D a r l e h n s k a s s e e. G. m. b. H. hielt dieser Tage ihre rdentliche Generalversammlung ab. Rechner Bast ist infolge feiner schweren Kriegsverletzung freiwillig zurückgetreten. Als Ersatz wurde Polizeidiener Otto L u d w i g I. zum Rechner gewählt 3m Anschluß an die Generalversammlung wurde im kleineren Rahmen das 60jährige Bestehen der Kasse gefeiert. Der Vorsitzende des
28 FoMetzung
•Jtad)örud verboten
,3a — na, wie geht s denn? — Viel Ansturm. — Hast du bei Gifevius was erreicht? - 3a? — Ra, dann ist's ja gut.“
Rose horchte gespannt auf. 3n ihr stieg der Verdacht auf, daß des Vaters Lage brenzlig war.
»Liebrach hat mir zweihunderttausend Mark vorgeschossen. Die werden morgen vormittag auf unserer Kasse eingezahlt."
„Du wirst am Vormittag nicht in der Bank fein?“
„So — so! 3a, da hast du recht, die Sache geht vor. Sag nur dem Kassierer Bescheid. Er ist eben noch da. — Ra, das paßt ja fein! 3ch bin morgen vormittag zwischen zehn und zwölf Uhr bei Wolf und Hefterding. — Was da los ist? — Ra, das erzähl' ich dir noch. — Kommst du bald nach Hause? — Schön! Also auf Wiedersehen!"
Rose sah ihn forschend an.
„Sag mal, Papa, es ist wohl Gefahr im Anzüge?"
„3 wo!"
„Ra, was du da eben gesagt, klang doch sehr danach."
„Ach, la'ß mich doch in Ruhe! Geh jetzt — ich hab' zu tun.“
Sie verließ das Zimmer. Während sie in ihre Wohnung hi nauf ging, überdachte sie noch einmal das eben Gehörte. Kein Zweifel, mit der Bank stand's wacklig. Wenn sie verkrachte, verlor sie ihr Vermögen. Ein Angstgefühl strömte durch sie hin. Das lähmte sie für Sekunden. Sie hielt ihren Schritt an, dachte nach, was sie tun könnte, um ihr Geld oder wenigstens einen Teil ihres Geldes zu retten.
Und dann tarn ihr ein Entschluß. Don chm beflügelt, stürmte sie vorwärts, an ihrer Wohnung vorüber, hinauf ins Atelier, wo Andree Costa war, dem sie sich anvertrauen wollte.
„3a, ja, das stimmt schon, ich bin Max Schadow, der Bruder von Karl Schadow. Aber um das festzustellen, hättest du dich nicht herzubemühen brauchen. 3ch suche nämlich keinen Anschluß an meine Verwandtschast. Und damit du es weißt: es gibt nichts zu erben bei mir. Gar nichts. Wenn ich einmal das Zeitliche segne, fällt meine gesamte Hinterlassenschaft an den Staat."
Helene starrte den alten Mann in fassungslosem Staunen an.
„Aber Onkel Max, ich bin doch nicht zu dir gekommen, um dich zu beerben. Gott sei Dank
Don Geld md ürbe
Vornan von Grete von Saß.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle
lebst du ja auch noch. Meine Kollegin, Fräulein Lucke hatte mir von dir erzählt, und da faßte ich den Entschluß, dich aufzusuchen. 3ch nahm an, es würde dich freuen, die Tochter deines verstorbenen Bruders kennenzulernen."
Er knurrte etwas vor sich hin, das sie nicht verstand. Eine Aufforderung, zu bleiben, war es bestimmt nid) Sie wünschte auch keine, obgleich es ihr peinlich war, Gina und Doktor Hahn, die in der Diele warteten, sagen zu sollen wir müssen gleich weiter.
„3st hier in der Rähe ein Gasthof?" fragte sie.
„3a, etwa eine halbe Stunde Weges von hier entfernt.“
Und nun beschrieb er ihr den Weg. Mit einer Bereitwilligkeit, die verriet, daß er nicht erwarten konnte, sie loszuwerden.
Sie mußte daran denken, daß die Mutter ein Leben lang auf -Onkel Max' Heimkehr gehofft und darauf, daß mit ihm alles Glück für die 3hrigen kommen möge. Wenn sie nun erfuhr, daß sie ihre Hoffnung auf einen bösen, geizigen Menschen gesetzt, der, aus Furcht davor, seine Angehörigen könnten etwas von ihm haben wollen. sich von ihnen fernhielt, so mußte das sehr schmerzlich für sie fein. Das wollte sie der armen Mutter ersparen. Kein Wort von ihrem Erlebnis mit Onkel Mar wollte sie nach Hause berichten.
Helene verabschiedete sich. Und nun brachte Onkel Mar so etwas wie eine Entschuldigung an. Er sei nicht eingerichtet auf Gäste. Es wäre ihm ja leib, sie nicht aufnehmen zu können, aber ... Er verstummte jäh vor dem ernsten Blick ihrer großen, tiefblauen Augen.
Helene kam allein in die Diele zurück. Gina wollte wissen, "ms los war. Helene hob abwehrend die Hcn und bat:
Richt fragen. Sina. Wir sind in ein ungastliches Haus geraten und wollen nun zusehen, weiterzukommen."
Und dann sprach sie zu Hahn von dem Gasthof und daß man dort rasten und sich zur Rückkehr stärken müsse.
Er fragte erstaunt:
„3a, ich begreife nicht: Warum bleiben wir nicht hier? 3st der alte Herr auch nicht 3hr Onkel — aufnehmen kann er uns doch."
„Er ist mein Onkel."
„3a, so erklären Sie doch, warum wir nicht für ein paar Stunden hierbleiben?"
„Weil er uns nicht aufnehmen will.“
Hahn schüttelte den Kopf.
..Sich so einfach fortschicken zu lassen, bas begreife ich nicht Dagegen trumpft man boch gehörig auf."
„Wie soll ich bas?" rief Helene verzweifelt. Wenn er boch Angst hat, ich will ihn beerben!" Ihre Verzweiflung war so komisch, baß Gina und Hahn über sie lachen mußten.
Man fuhr ins Gasthaus, bas sich als äußerst primitiv erwies.
„Unfern größten Hunger werden wir hier schon stillen können", sagte Helene, „und für ein paar Stunden Ruhe reicht's auch aus."
Bis zum Abend blieben sie dort. Es war Mitternacht, als sie in Hollywood eintrafen. 3m Hotel „Los Angeles" war noch Betrieb. Eine 3azzbandkapelle vollführte einen ohrenbetäubenden Spektakel. Die Gefellfchaftsfäle waren gepfropft voll mit Menschen.
„Bleiben wir noch ein Stündchen hier zusammen", schlug Hahn vor.
Helene hatte keine Lust. Sie entschuldigte sich mit Müdigkeit, sie müsse schlafen gehen. Hahn ließ ihre Entschuldigung nicht gelten.
„Sie können doch nicht sobald schlafen. Rach solchem vervatzten Tage liegt man nachher stundenlang, wälzt dumme Gedanken, die den Schlaf todsicher verscheuchen. Rein, ich lasse Sie nicht fort, überlasse Sie nicht der Pein einer schlaflosen Rächt. So einen scheußlichen Tag muß man wenigstens nett beschließen."
Er rief einen Kellner.
„Ober, wir wünschen zu speisen — bringen Sie uns die Karte. Und bann becken Sie für uns einen Tisch in ber Veranda, aber in der, die nach dem Park zu liegt — dort sind wir wenigstens vor 3hrer Höllenmusik sicher."
Er wandte sich zu den Damen.
„Es ist 3hnen doch recht so. meine Damen?"
„O gewiß", sagte Gina. „Es wird herrlich sein, so ein Stündchen auf ber Veranba zu sitzen."
Balb faßen sie um einen weißgebeckten Tisch, über ben das mattrote Licht einer seidenbeschirmten Lampe fiel.
Der Ober trug das Essen auf, das Gina und Hahn sich gut schmecken ließen. Helene genoß fast nichts. Sie beteiligte sich auch nicht an der Unterhaltung, die sich um Filmdekorationen und Kostüme drehte.
„Miß Harrison, wo sind Sie? Mir scheint, Sie sind eben weit fort?" redete Doktor Hahn sie an.
„Weit, weit, Doktor."
„Das ist unrecht! Sehen Sie doch, wie schön es hier ist — sehen Sie denn das gar nicht?"
..Doch.^
„Ra also! 3ch schlage vor, wir machen einen Gang durch den Park?"
Die Damen waren einverstanden.
Man stieg die breite Freitreppe hinunter. Hahn reichte Helene den Arm. Er dachte: Sie hat Heimweh. Das ist wie ein latentes Leiden. 3eden Augenblick kann es zum Ausbruch kommen. Man muß sie schonen, sehr schonen. Langsam schritten sie durch ben Park. Die Rächt war warm. Ein saphirblauer Himmel mit unruhig zuckenden Sternen und einer silberweißen Mondscheibe wölbte sich über ihnen.
alles
rollte der Vortragende zunächst ein schichtlichen Rückblickes: man erlebte Luther auf dem Wormser Reichstag Freiheit erkämpft, wie bann aber im
Bilb gc- mit, wie bie rechte Laufe ber ber Frei-
Augen, sie bie blassen.
sah sie an.
„Fühlen Sie sich nicht recht wohl?"
Sie schloß für einen Moment bie mühte sich um Festigkeit. Dann öffnete Augen, sah Hahn an unb sagte mit
in ber Bank aus — trübe, was?" „Momentan: ja. Aber ich denke, baß
wieder ins Geleise kommen wird.“
„Ra, na!"
„Sicher, Rose."
Sie zuckte mit den Achseln.
Ein dumpfer Schmerz preßte Helenes Herz zusammen. Das war wieder das Heimweh!
„3st es nicht herrlich, daß wir hier sein dürfen?" flüsterte Gina Helene zu.
Helene antwortete nicht. Die Frage hatte ihren verborgenen Schmerz zum Auflodern gebracht. Er fiel über sie her mit einer Gewalt, gegen die es kein Wehren mehr gab. Er zuckte durch sie hin, daß ihr Körper bebte.
Hahn, der spürte, daß etwas in ihr vorging,
zuckenden Lippen:
„3ch habe Heimweh. Aber ich werde es überwinden, machen Sie sich keine Sorgen um mich."
Er preßte ihren Arm fester an sich, dachte bewundernd: Was ist sie doch für ein tapferer kleiner Kerl!
Roch nie hatte Hans-Achim erlebt, baß feine Frau auf war, wenn er in bie Bank ging. Eines Tages war sie bereits im Speisezimmer, als ec zum Frühstück erschien.
„Rann, wie kommt bas, baß bu schon auf beit Beinen bist?" fragte er erstaunt.
„3st bir's nicht recht?"
„Doch."
„3ch habe Papa bitten lassen, heute mal mit uns zu frühstücken", sagte sie. „Er wirb gleich hier sein."
Sie setzte sich ihm gegenüber, sah ihn an.
„Sag mal, wie sieht es benn eigentlich ebcit
Aufsichtsrates, Gastwirt Lotz, gab als Versammlungsleiter einen Ueberblick über bie bisherige Entwicklung der Kasse. Dankdireltor G i n- n oto überbrachte die Glückwünsche der Landes- genossenschaftsbank. Oberrevisor Hartmann. Gießen, überreichte der Kasse eine von dem Verband gestiftete Ehrenurkunde.
Kirche und Schule.
Torfkirchenvorstchertagung in Wctterfeld.
Am Montag fand in Wetterfeld die 26.D o r f- kirchenvorstehertagung für das südliche Oberhessen statt, die von über 200 Kirchenvorstehern, Lehrern, Pfarrern und anderen Gemeindegliedem besucht war. »Olm Vormittag predigte Oberkirchenrat D. Wagner. Gießen, der durch das Verleben seiner 3ugend- zeit selbst mit dem Tagungsort heimatlich verbunden ist. 3n der Predigt wurde aus die besonderen Aufgaben der Kirchenvorsteher in unserer Zeit hingewiesen. Ein Männerchor unb ein Chor der Schuljugend verschönten den Gottesdienst in der überfüllten Dorfkirche.
Am Rachmittag sand man sich im Saal der Wirtschaft Hofmann wieder zusammen zu einem Vortrag von Pfarrer Rühl, Reichelsheim (Wet- tcrau) über das Thema: „Was verlangt die Rot der Zeit von den Dorfkirchenvorstehem?" Vor den gespannt lauschende«- Luhörern, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, ent-
Geschichte dieser große, gute Gedanke heit vergiftet wird durch die Parole. „Der Mensch ist gut!“ Von der französischen Revolution her-
SS
S-
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„3ch habe wenig Hoffnung — hab' so das Gefühl. daß eine Katastrophe unabwendbar ist."
Hans-Achim legte die Finger an die Lippe».
„Papa kommt."
Dieser sprach in der Diele mit 3acky. 3m nächsten Augenblick betrat er das Zimmer.
„'n Morjen! Sag mal, Rose, was fällt dir ein, mich zum Frühstück zu bitten? So was is ja noch gar nicht dagewesen ...“
Rose lächelte.
„3ch wollte dir Gelegenheit geben, mit Achim zu sprechen, bevor er in bie Bank geht."
„Ra, das war ja mal sehr verstänbig von dir", lobte er und ließ sich schwer in einem Sessel fallen.
(Fortsetzung folgt.)
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kommen!), ging dann das entsprechende Losungswort: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", zusammen mit jenem anderen, durch die Welt auch hinein in Stadt und Land — auch in die Dörfer. Damit hat eine Lösung des Dorfmenschen von den drei großen, letzten Bindungen an Sitte, Heimat und Gott eingesetzt, eine Loslösung, die mitgemacht wurde unb an der wir mitschuldig sind. Was wir heute an Rot sehen, das hängt mit dieser Entwurzelung zusammen. Der Weg zum Ausbau könne nur von solchen beschritten werden, die sich gebunden wissen an eine ewige Welt. An ben Vortrag, der durch verschiedene Vergleiche unb Bilber besonders anschaulich ward, schloß sich eine lange Aussprache an.
Am Vorabend hatte Pfarrer Wagner, Bensheim (Bergstraße), der Gemeinde, die freundlicherweise wieder alle, Teilnehmer von außerhalb gastlich ausgenommen hatte, zu Lichtbildern einen Vortrag über Siebenbürgen gehalten; auch da war bas Gotteshaus fast zu klein.
Landkreis Gießen.
) ( Hungen, 2. März. Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz von Dekan Engel, Obbornhofen, im »Solmser Hof" eine Konferenz der evangelischen Geistlichen unseres Dekanates statt. Missionar Lauk, Frankfurt, hielt einen interessanten Vortrag über das religiöse Bild 3ndiens. Dem Vortrag folgte eine eingehende Aussprache.
Preußen.
Verbands-ag
des Hessischen pensionärvereins.
WER. Frankfurt a. M., 2. März. Hier sand dieser Tage in Anwesenheit von Vertretern sämtlicher Ortsgruppen ber diesjährige Verba n b s t a g des Hessischen Pensionärvereins statt. Der vom ersten Vorsitzenden, Polizeidirektor i.R. Bischoff (Worms), erstattete Jahresbericht gab ein anschauliches Vild der umfangreichen Tätigkeit des Verbandsvor- standes im letzten 3ahr. Bezüglich der Pensionskürzungen wurde die Hoffnung ausgesprochen.
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