Ausgabe 
3.11.1932 Erstes Blatt
 
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Amtsenthebung eines olden- burgischen Bürgermeisters.

Eutin, 2. Rov. (CAD.) Der nationalsoziali­stische Regierungspräsident Doehmcler (Eutin) hat den Bürgermeister der Stadt Eutin, den Deutschnationalen Dr. 'Stoss re gen, seines Amtes enthoben. Dr. Stoffregen wurde heute nachmittag durch ein Kommando der Schwartauer Ordnungspolizei unter Führung eines Polizeihauptmanns aus seinen Ämtsräumen entfernt. Der Bürgermei­ster hat den Polizeihauptmann aus die Llngesetz- lichkeit seines Vorgehens hingewiesen und beim oldenburgischen Staatsmini st erium telegraphisch Beschwerde erhoben. Der Kreis­vorstand der DRVP. hat in einem an den Reichs- Innenminister gerichteten Telegramm um das Einschreiten des Reiches im Interesse von Recht, Ruhe und Ordnung gebeten.

AeuerOberbürgermersterinOldenburg?

Oldenburg, 3. Rov. (ERD.) In der gestri­gen Sitzung des oldenburgischen Stadt- r a t e s wurde ein n a t i o n a l s o z i a l i st i - scher Antrag, den Oberbürgermeister zur Disposition zu stellen und den Magi­strat zu beauftragen, die Stellungnahme des Staatsministeciums zu diesem Anträge herbeizu­führen, mit 25 gegen 16 Stimmen angenom­men. In unterrichteten Kreisen nimmt man all­gemein an, daß die nationalsozialistische Regierung diesem Anträge der nationalsozia­listischen Stadtratsfraktion entsprechen und dem­nächst einen Rationalsozialisten als Oberbürgermeister in Olcenburg einsetzen wird.

Der Untergang derWöbe" vor dem Kriegsgericht.

Kiel, 3. Noo. (WTB. Funkspruch.) In der Ma­rineschule Kiel-Wik begann heute vormittag vor dem Marine-Kriegsgericht die Verhandlung über den Untergang des Marine-Segel- f ch u l i ch i f f e sNiobe" am 26. Juli, bei dem 69 Angehörige der Reichsmarine den Seemannstod gefunden haben.

Vorsitzender in dem Prozeß, für den zwei Tage vorgesehen sind, ist Marine-Kriegsgerichtsrat Schuck. Als militärische Beisitzer fungieren die

Kapitänleutnants Berger und Bramesfeld. Die Anklage wird von Marine-Kriegsgerichtsrat Becker vertreten. Die Verteidigung liegt in den Händen des Kieler Rechtsanwalts R a t h j e, dem ^Pitänleutnant Rogge zur Seite steht.

Die Anklage richtet sich gegen den Kommandanten derNiobe", Kapitänleutnant R u h f u ß. Sie stützt sich auf § 326 Strafgesetzbuches. Dieser Paragraph handelt von der fahrlässigen Herbeiführung des Sinken eines Schiffes.

Zu der Verhandlung sind 20 Zeugen geladen, unter ihnen 13 frühere Angehörige derNiobe" mit dem Wachoffizier, Oberleutnant Lott, die bei dem Untergang gerettet werden konnten. Zu der Ver­handlung' haben sich zahlreiche Pressevertreter ein­gefunden.

Paris und der Mnisterwechsel in Polen.

Paris, 3. Rov. (WTB. Funkspruch.) Der Rücktritt des polnischen Außenministers Za- l e s k i und seine Ersetzung durch den bisherigen Unterstaatssekretär im Außenministerium, Oberst Beck, wird von der Pariser Presse im allge­meinen dahin ausgelegt, daß eine A e n d e - rung in der polnischen Außenpolitik nicht zu erwarten sei.

Das Organ Herriots, dieE r e R ouv elle", erklärt, die Betrauung Becks mit der Rach­folge Zaleskis sei die Garantie für die Be - st ä n d i g k e i t der polnischen Außenpolitik. Echo de Paris" findet allerdings die Er­nennung des Obersten Beck, der im Februar der französischen Militärmission in Polen mit einer aufsehenerregenden Geste ein Ende ge­setzt habe, nicht so. In dem Augenblick, da Zaleski von der politischen Bühne abtcete, be­lebe sich die Polemik zwischen Warschau und Bukarest. Das Zusammentreffen sei viel­leicht nicht zufällig. Das Blatt befürchtet, daß die Regierungsumbildung in Polen eine weitere Spannung in den Beziehungen zwischen Frankreich und Polen schaffen werde. Der sozialistischeP o p u l a i r e" meint, die Ablösung Zaleskis durch den Oberst Beck beweise, daß die auswärtige Poli­tik Polens in eine aktive Phase ein­trete und daß sie Verwicklungen an den polnischen Grenzen, namentlich an den O st - grenzen, zur Folge haben werde.

Herriots Spanien-Reise eine Niete?

Verstimmung in Paris.

Paris, 2. Rov. (WTB.) Mit dem gestrigen Abendessen in der französischen Botschaft in Madrid hat der offizielle Teil der Spa­nien r e i s e des französischen Ministerpräsiden­ten seinen Abschluß gefunden. Heute vormittag besichtigte Ministerpräsident H e r r i o t die Um- gebung von Madrid. Seinem Auto wurde von spanischen Militärfliegern bis 20 Kilometer nach Madrid das Geleit gegeben. Am Mittag traf Herriot in Toledo ein, das er am Rachmittag besichtigte.

Ein Zwischenfall.

Madrid, 2. Rov. (TU.) Anläßlich des De- suches des französischen Ministerpräsidenten H e r- riot ereignete sich hier ein überaus pein­licher Zwischenfall. Der Direktor der größten spanischen ZeitungA B C" hatte die französischen Iournaliften, die Herriot auf seiner Reise begleiteten, zu einem Gabelfrühstück ein­geladen, zu denen auch führende Männer des spanischen Geisteslebens, der Kunst und des Theaters, ohne Unterschied der politischen Ein­stellung, erschienen waren. Die französischen Iournaliften hatten die Einladung ange­nommen, ließen aber den Gastgeber eine Stunde warten und teilten dann telephonisch mit, daß sie auf die Einladung verzichten müßten. Diese unmögliche Haltung der eingeladenen Franzosen wird in Zusammenhang gebracht mit der politischen Rechtseinstellung der Zeitung ABC". Sämtliche Zeitungen, die nicht hinter der spanischen Regierung stehen, sind daher auch nicht zu dem Presseempfang der fran­zösischen Botschaft erschienen. In ihrem Bestreben, dieradikale" geistige Verwandtschaft

zwischen Herriot und dem neuen spanischen Re­gime hervorzukehren, haben sich damit die jour- naliftifchcn Begleiter Herriots eine Tonlosigkeit geleistet, die in weiten Kreisen als eine Pro­vokation aufgefaßt wird.

pariser Erregung.

Paris, 3. Rov. (WTB. Funkspruch.) Die Erregung über die Zwischenfälle, die Her­riots Spanienreise begleitet haben, hat sich noch nicht gelegt.

La R e p u b l i q u e" fordert eine radikale Reubesetzung verschiedener diplo­matischer Po st en. Die Reise Herriots nach Madrid sei vom französischen Botschafter in Spanien ungenügend vorbereitet worden. Frank­reich brauche sichere Botschafter. Seit Iahren wisse man im Ausland, wie unzulänglich die französische Propaganda sei. Das müsse aufhören.V i c t o r i a r e" spricht von einer ka lten Dusche, die Herriot in Madrid erhalten habe, versucht aber als ein­ziges Blatt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Auch in Spanien, so schreibt das Blatt, sei man sich darüber klar, daß ohne eine deutsch-französische Annäherung eine wirtschaftliche und finanzielle Wiedergene­sung der Welt nicht möglich sei. Es gebe keine Beruhigung und keine Entspannung in Deutsch­land, solange gewisse Plumpheiten des Versailler Vertrages nicht revidiert seien. Von allen großen Siegernationen sträube sich heute nur noch Frankreich gegen eine Revision. Darin müsse man die Er­klärung für die Madrider Kundgebung gegen Frankreich suchen.

Aus aller Welt.

Zwischenlandung desGraf Zeppelin" in Sevilla.

Das LuftschiffGras Zeppelin" hat in Sev l.a ene Zwischenlandung vcr^com- mea Die Landung v.l zog -sich unter lebhaften Ovationen und unter Hochrufen auf Deursch- land und Spanien. Die Musik spielte die deutsche Rationalhymne. 10 000 Menschen waren zur Stelle. Der Adjutant des Kriegsministers A z a - n a, Oberstleutnant Herrera, und der Stadt­verordnetenvorsteher von Sevilla, C a s a s, gin­gen an Bord des Luftschiffes, um die Fahrt bis Friedrichshafen mitzumachen. Rach 20 Minuten Aufenthalt setzteGraf Zeppelin" unter neuen Ovationen seine Fahrt fort.

Doppelraubmord In Köln.

In einem Hause am Rudolfsplatz in Köln wur­den die 61jährige ledige Ulla Korte und der 48 Jahre alte Geldzusteller Oberpostschaffner Clemens Koerner ermordet aufgefunden. Beide waren durch Kopfschüsse getötet. Rach den polizeilichen Feststellungen ist die Tat von einem bisher unbekannten Mann verübt worden, der sich als Student der Medizin ausgegeben hat. Der Mörder hatte sich vor einigen Tagen bei Fräulein Korte als Untermieter einlogiert und einen Geldbetrag an seine eigene Adresse ge­schickt. Als ihm dieser Betrag in seine Wohnung gebracht wurde, hat er den Geldzusteller durch einen Kopfschuß getötet und ihm die Geldtasche mit Inhalt geraubt. Fräulein Korte, die im Rebenzimmer beschäftigt war, wurde gleichfalls durchweinen Kopfschuß getötet. Bisher fehlt von dem Täter jede Spur. Der Geldbriefträger trug 2800 Mark bares Geld und einen Wertbrief über 100 Franks bei sich. Die gräßliche Tat kam dadurch ans Tageslicht, daß ein Reffe von Fräu­lein Korte dieser einen Besuch abstatten wollte und auf wiederholtes Klingeln keinen Einlaß in die Wchnung fand. Als man die Wohnungs­tür gewaltsam erbrochen hatte, bot sich den Ein­tretenden ein furchtbares Bild. In einem Zim­

mer fand man die Tanke in einer Blutlache lie­gend, neben ihr hingestreckt den Briefträger, dessen Geldtasche leer war. Für die Ergreifung des Täters hat der Kölner Regierungspräsiden eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Den­selben Betrag und 10 Prozent des wieder her- beizeschafften Geldes hat die Oberpostdirekton Köln ausgelobt.

Der Skandal bei der Dresdener Ortskrankenkasse.

Wie die TU. erfährt, belaufen sich die Un­terschlagungen bei der Dresdener Ortskrankenkasse nach den letzten Fest­stellungen auf nahezu 2 0 0 0 0 0 Mark. Die Unterschlagungen gehen bis in das Jahr 1926 zurück. Für die Zeit von 1922 bis 1926 sind Er­mittlungen nicht mehr möglich, da Belege aus dieser Zeit nicht vorhanden sind.

Ein deutscher Dampfer rettet die 16 Gotländer.

Der deutsche DampferBothilda Ruh" hat in einer der letzten Rächte die vermißten 16 jungen Gotländer, die man schon tot glaubte, g e r e t - t e t. Die schwedischen, Funkstationen hatten alle Dampfer aus das vermißte Boot aufmerksam ge­macht, worauf dieBothilda Ruh" ihren Kurs sofort änderte. Die Stockholmer Presse zollt der Rettungstat des deutschen Schiffes große Aner­kennung und stellt fest, wie schwierig es gewesen sein müsse, im Dunkel der Rächt das Doot aufzu­finden. 'Die Freude über die Rettung der Tot­geglaubten ist in dem kleinen Heimatdorf auf der Insel Gotland unbeschreiblich. Zum Empfang der Schiffbrüchigen hat sich der halbe Ort nach dem Hafen begeben. Die jetzt Geretteten waren mit ihrem Doot aufs Meer hinausgefahren, um den Manövern eines russischen Geschwaders zuzu­sehen.

Schweres Autounglück. Zwei Tote, zwei Schwerverletzte.

Dieser Tage überfuhr auf der Chaussee SchambergBeuchen ein nach Beuchen fahrender

Personenkraftwagen den Häuer Konrad P r o k s aus Schömberg und den Schmied Salatta aus Antonienhütte. Proks war sofort tot. Salatta er» l a g wenige Stunden später seinen schweren Ver­letzungen. Die beiden Insassen des Kraftwagens, der infolge des harten Bremsens gegen einen Baum fuhr, erlitten schwereBeinbrüche. Die Schuld­frage ist noch nicht geklärt.

Der Zwischenfall an der Grenze bei Sorowski.

Von den Dehörden in Oppeln wird zu dem be­reits bekannten Zwischenfall an der Grenze bei Sorowski im Kreise Guttentag, wo am 30. Oktober der preußische Staatsangehörige P o p a n d a von einem polnischen Grenzbeamten durch einen Karabinerschuh getötet wurde, ein amtlicher Bericht herausgegeben, der sich mit den

Bekundungen des Augmueugen deckt. In einem Lokaltermin am 31. Oktober wurde zwischen dem Landrat von Guttentag und dem Starosten in Lu» blinitz eine Einigung dahin erzielt, daß ein eigent­licher Grenzzwischenfall nicht vorliege, da P. die Grenze illegal überschritten habe und auf polni­schem Gebiet niedergeschossen worden sei. Die An­gelegenheit werde ihre weitere Erledigung im di­plomatischen Wege finden.

Bluttat in einem Freiburger Gefängnis. Zwei lote, ein Schwerverletzter.

Dieser Tage erschlug in einer Gemeinschafts­gefängniszelle in Freiburg i. Br. ein tobsüch­tiger Gefangener zwei seiner Mitgefangenen und verletzte einen dritten schwer.

Aus der provinzialhauptsta-t.

Gießen, den 3. Rovember 1932.

Muh ein Unfallverletzter eine Operation dulden?

WSN. Bor dem Oberversicherungsamt D a r m st a d t wurde eine interessante Sache ver­handelt. Der 25 Jahre alte Kläger bezieht eine 30prozentige Dauerrente für den Verlust des linken Zeige- und Ringfingers durch Betriebsunfall. Nach, ärztucher Feststellung platzen die Narben am linken zweiten Mittelhandknochen bei schlechter Witterung auf. Es war daher ärztlicherseits wiederholt operativer Eingriff vorgeschlagen worden, und zwar die Entfernung eines schmalen Stückes des linken Mittelhandknochens. Der Klä-

Helft der Winterhilfe!

Die 71 o t in vielen Gießener Familien ist g r o h. Hilfe ist dringend am Platze. Geld - und Klei- derfpenden durch die winternothilfe können viel Elend lindern.

Zeder helfe nach besten Kräften!

Znbesondere bei Geburtstagen, Verlobungen oder Hochzeiten denke man in der eigenen Freude auch daran, seinen notleidenden Mitmenschen das Leben leichter zu machen. Selbst kleine Gaben werden dankbar angenommen. Mer mit Geld helfen will, kann seine Spende an nachstehenden Stellen abgeben:

Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers, Gießen, pfeiffersche Buchhandlung, Gießen.

Germania-Drogerie, Karl Seibel, Gießen, Frank­furter Straße.

Hans Roll, Ludwigsplah-Drogerie, Gießen.

Wilhelm Benner, Schuhmarenhandlung, Gießen, Marktstraße.

Verkehrs- und Verfchönerungsverein e. v.» Gießen. Oberheffische Volkszeitung, Gießen.

Handels- und Gewerbebank, Gießen.

Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, Gießen.

Dresdner Bank, Gießen.

Commerz- und Privat-Bank, Gießen.

Bezirkssparkasse Gießen.

Bankgeschäft her; & Lo., Gießen.

Volksbank e. G. m. b. h.» Gießen.

Zeder sei Helfer!

ger hatte diesen Eingriff doch stets abgelehnt. Die Berufsgenossenschaft erließ daher einen Bescheid, worin sie Heilanstaltspflege zur Vornahme der Operation gewährte. Gleichzeitig wies sie aus den § 606 der Reichsversicherungsordnung hin, wonach bei Ablehnung der Operation dem Kläger die Rente ganz oder teilweise entzogen werden könne. Gegen diesen Bescheid hatte der Kläger Berufung verfolgt. Die Spruchkammer des Oberversicherungsamts Darmstadt hat diese Beru­fung verworfen und entschieden, daß der Kläger die Operation zu dulden habe. In den Gründen wird angeführt, daß ein Verletzter die Operation ablehnen kann, soweit sie in den Be­stand ober die Unversehrtheit des Körpers eingreife oder wenn Lebensgefahr angenommen werden könne. Zu den Operationen in diesem Sinne ge­hörten jedoch nicht alle chirurgischen Eingriffe, ins­besondere solche nicht, die ohne Narkche unter ört­licher Betäubung vorgenommen werden können. Weiterhin setze die Verpflichtung zur Duldung einer Operation nach dem grundsätzlichen Standpunkt drei Bedingungen voraus. Zunächst müsse auf Grund eines Gutachtens eines ärztlichen Sachver­ständigen feststehen, daß diese gefahrlos sei, soweit nach dem jeweiligen Stande der Wissenschaft dop. Gefahrlosigkeit gesprochen werden könne, ferner dürfender operative Eingriff nicht mit nennenswer­ten schmerzen verbunden sein und es müsse sich schließlich mit Sicherheit eine beträchtliche Besserung der Leistungsfähigkeit des Verletzten erwarten las­sen. Alle diese Voraussetzungen sind von der Spruch­kammer des Oberversicherungsamts auf Grund ärztlichen Gutachten als vorliegend aner­kannt worden und sie gelangte daher zu der obengenannten Entscheidung.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 3. Rov. Cs kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,30; Landbutter 1,20; Kochbutter 1,00; Matte 25 bis 30; Wirsing (grün) 6 bis 8; Weißkraut 4 bis 6: Rotkraut 7 bis 8; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8; Spinat 15; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 25 bis 30; Ziebeln 8 bis 10; Meerret­tich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kür- brs 5 bis 6; Kartoffeln 3; Pfirsiche 35 bis 50; Repfel 15 bis 30; Birnen 10 bis 20; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 brs 80; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 65 bis 75; Enten 80 bis 90; Rüsse 35; Tauben Stück 50 bis 60; Käse 5 bis 10; Eier (ausl.) 11 bis 14; inländische 14; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 5 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 8 bis 10; Sellerie 10 bis 35; Ra­dieschen Bund 10; Kartoffeln Zentner 2,30 bis 2,50; Weißkraut 2.20 bis 2,50; Rotkraut 5,00; Wirsing 4,00 bis 4,50; Aepfel 12,00 bis 25,00.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Oberhesf. Kunstverein, Turmhaus am Drandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, Aula der Universität, Vor­trag überDie Funktion der deutschen Seehäfen im Lichte der Geschichte". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Das schöne Abenteuer". Astoria- Lichtspiele, Seltersweg:Die Geheimnisse des Zirkus Iordan" undDie Herrgottschnitzer von Oberammergau".

Die Volkshochschule beginnt heute mit den KursenDas Nervensystem und seine Erkran­kungen"Englisch III für Kaufleute" undFran- zösijch I für Anfänger". Die Vorbesprechung zum Chorsingen" findet ebenfalls heute statt, und zwar im Hörsaal 40 der Universität. Näheres siehe heu­tige Anzeige.

Die Comedian Harmonists fingen nicht nur auf Schallplatten, im Rundfunk und Ton­film, sondern bringen ihr Programm am Samstag, 12. November, 20 Uhr, im Stadttheater Gießen per­sönlich zu Gehör. Die Comedian Harmonists haben in ihrem auf Monate genau festgelegten Reiseweg einen Abstecher nach Gießen angesetzt zu einem ein­maligen Gastspiel. Das Gastspiel der halben Dutzend Comedian Harmonists dürfte ein Ereignis für Gießen werden. Der Vorverkauf hat begonnen.

" Ermäßigung für Studenten. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: In dieser Spielzeit des Stadttheaters gelten für die Ermäßigung auf Studentenkarten folgende Bestim­mungen: An den Spieltagen in der Woche (Diens­tag, Mittwoch, Freitag) erhalten die Studierender gegen Vorzeigung der Studentenkarte eine Ermä­ßigung von 50 Prozent auf alle Plätze, sofern an bieten Tagen keine Operetten- bzw. Opernpreise angeseht sind. Sonntags und an den Spieltagen, an denen Operetten- bzw. Opernpreise gelten, zah­len Studierende für ihren Platz den nächstniedri- geren Preis.

"Sterbefälle. In der Zeit vom 16. bis 31. Oktober verstorben In unserer Stadt: 17. Chri­stine Schmidt geb. Erb, Wwe., 73 Iahre, Wolf- straße 24; 17. Elisabeth Pfeiffer geb. Schnabel, Wwe., 74 Iahre, Teufelslustgärtchen 5; 21. Gustav Delitz, Malermeister, 64 Iahre, Liebigstraße 83; 22. Luise Weimer geb. Kraft, 64 Iahre, Weh- larerweg 37; 26. Wilhelmine Raumann g.b. Thor- wart, 79 Iahre, Keplerstratze 7; 26. Wilhelm Haustein, Kaufmann, 77 Iahre, Moltkestraße 24; 28. Minna Franz, geb. Arnold, Wwe., 78 Iahre, Asterweg 54; 29. Mathilde Gläßner geb. Lütges, Wwe., 89 Iahre, Liebigstraße 37; 30. Heinrich Dörsch, Schäftemacher, 63 Iahre, Reuenweg 52; 30. Luise Iung geb. Roll, Wwe., 79 Iahre, Sel- tevsweg 29; 30. Katharine Spa ar geb. Iünger, Wwe., 70 Iahre, Lichxrstraße 37.

Wettervoraussage

Obwohl der Äftdruck weiter angestiegen ist und sich das kontinentale Hoch gekräftigt hat, kommt eine konstante Schönwetterlage vorerst nicht auf. Die Warmluft an der Südseite der im Norden lagern­den Störungen schiebt sich weiter auf das Festland vor und verursacht eine geschlossene Wolkendecke, lieber Irland ist das Herannahen einer neuen Warmluftstaffel zu erkennen, die darauf hindeutet, daß die Störungstätigkeit noch nicht abgeschlossen ist und somit das milde und öfters zu Regen nei­gende Welter fortbesteht.

Aussichten für Freitag: Neblig-wolkig mit Aufklaren, noch ziemlich mild, stellenweise leichte Niederschläge.

Aussichten für Samstag: Fortdauer des milden und zu Regen neigenden Wetters.

Lufttemperaturen am 2. November: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 7,8 Grad; am 3. November: morgens 9,8 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum 1,5 Grad. Niederschläge 1,5 mm.

Briefkasten der Redaktion

(Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung.)

Ioh. G.. Gießen. Für eine Amerika-Erbschaft muß Erbschaftssteuer bezahlt werden. Steuerfreiheit be­steht nur, wenn die Erbschaft nicht mehr als 500 Reichsmark beträgt.

Liesse/, wie konntest Du nur

diese Stellung^ annehmen, wo der Arzt Dir doch! verboten hat, vCegen Deines Hämorrhoidalleidens eine sitzende Tätigkeit auszuüben

Ja, aber seitdem er mir empfahl, eine ZeitJ lang Posterisan. Salbe und Zäpfchen, zu ver­wenden, geht mir glänzend. Die elenden Schmerzen und d>.?r unerträgliche Juckreiz sind verschwunden. JeJzt halte ich das lange Sitzen gut aus, die Arbeiit macht mir wieder Freude.

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