Ausgabe 
3.9.1932 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

°®*£

2CHÖ=(HS LA- °SLs.

5 -- ' A er gSÄft § 0°, '*-.?«

2.--S « ai

®:.,s£

-ÄkO «z

W ij'l

!>?-

?"'?="3 ?eKS-°'

§|=8is?8

^=5=0'1^

S'^üa 11» gtjsHCS »w? 833=||m_ |u8afri , 61 = -. ,,K 2.T

-33 o

5_==öa==

nr. 207 SrübauSsabe

(82. Jahrgang

Samstag, 3. September (932

Lietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

ii686. Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univerfxlülr-Vuch' und Stehtöruderci R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer di, zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20° , mehr.

Chefredakteur. *

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyrrot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max FiUer, sämtlich in Gießen.

Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertag», veilagen: Die ODuftnerte Gießener Familiendlätter Heimat im Bild Die Scholle

Monats-Vezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Zernfprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten^ Anzeiger Siehe».

"53

u:

S-

£ <Ä a-a.2

»3

n S

- s

willen als auch die Möglichkeit echter Regierungsoerantwortung gewähr­leisten."

gruppe des Stahlhelms, Landesverband Groß« Berlin, durch die beiden Dundesführer. Seldte und Düsterberg bestiegen in Wannsee den Motorkreu,zerSkagerrak". Die Mannschaft begrüßte die obersten Bundesführer in Parade« ausstellung. Das Schiff führte dann auf dem Drosten Wannsee zahlreiche Manöver aus. An den mehrstündigen Hebungen beteiligte sich auch das StahlhelmrettungsmotorbootKäme« rad". Die Marinegruppe des Stahlhelm hat die Aufgabe, den Seewehrgedanken auch beim Stahlhelm nach auhen zum Ausdruck zu bringen.

Berlin, 3. September. Als der neugewählte Reichstagspräsident ©Gering in seiner 93er- tagungsrcde von demnationalen Präsidium des Reichstags" sprach, und als sich das Zentrum und die Bayerische Bolkspartei diese Einbeziehung morh los gefallen ließen, erkannte man mit einem Schlage, daß das Zentrum auch innerlich sich von der Linken losgelöst hat. Die Sozialdemokratie hat dem Zentrum diese Loslösung erleichtert, und es dürfte nach der gestrigen Sitzung der sozialdemokratischen Reichslagsfraktion einstweilen für das Zentrum auch keinZurück" mehr geben. Der oppositionelle Flügel der Fraktion setzte sich auf der ganzen Linie durch. Der wegen seiner Radikalität gefürchtete Sohn des Reichspräsidenten Ebert wurde in den Vorstand der Reichstagsfraktion ge­wählt. Da auch in den Parteivorstand ein Mitglied der jüngeren Generation, die ein Zusammengehen mit den Kommunisten fordert, aufgenommen wurde, dürste in Zukunft derstaatspolitifche Flügel" um Braun und Severing stark in den Hintergrund treten, und dafür dürste der auf eine proletarische Einheitsfront hindrängende Flügel der Abgeord­neten Micrendorf, Seger und Schuhmacher die Po­litik der Partei bestimmen.

Die Radikalisierung der Sozialdemokratie wird nicht ohne Einfluß auf d i e Entschei­dungen des Zentrums bleiben, lieber- raichend ist denn auch die erste förmliche Verlaut­barung des Zentrums und der Nationalsozialisten erfolgt, aus der hervorgeht, daß die Verhandlungen weiter gediehen find als bisher angenommen wurde. Wenn auch das Spiel von beiden Parteien ur­sprünglich taktisch gemeint gewesen sein mag, so scheint man sich jetzt auch grundsätzlich ge­einigt zu haben. Hitler hat im Sportpalast die Gelegenheit wahrgenommen, in aller Oesfentlichkeit dem Zentrum ein Koalitionsangebot zu machen. Anders sind die Worte nicht aufzufassen:Man fragt uns: Ihr wollt Euch jetzt mit andern Parteien verbinden? Jedem einzelnen Deutschen reichen wir immer wieder die Hand. Wenn anbere^mit mir gehen wollen, so sind sie mir willkommen!"

Die Verhandlungen sind bisher Mischen Göring und Esser vom Zentrum geführt worden. Be^ich- nenderweise nahm an ihnen stets ein Beobach - ter d e r Bayrischen Volkspartei teil. Wie derSozialdemokratische Pressedienst" erfährt, ha­ben sich die Verhandlungen aus der Basis bewegt, daß man Hindenburg nicht Hiller, sondern eine

Das mit Stahlhelmflaggen geschmückte HotelKaiserhof", in dem die Bundesführung des Stahlhelms ihr Hauptquartier aufschlug.

unseren sind wir

OaSReichskabineit verabschiedet heute die Wirtschastsnotverordnung.

Berlin. 2. Sept. (OB.) Das Reichskabi- netl wird morgen vormittag zu der schon vor einigen Tagen in Aussicht genommenen Sitzung zu­sammentreten. die den Zweck hat, die große Ver­ordnung über die wirtschaftlichen Maßnahmen zu verabschieden. Die Ver­öffentlichung wird allerdings nicht schon morgen, sondern den bereits bekannten Dispositionen ent­sprechend, am Dienstag erfolgen. Da die Rück­kehr des Reichspräsidenten nach 0er- l i n erst für die zweite hälfte der nächsten Woche in Aussicht genommen ist, wird vor der Veröffent­lichung selbstverständlich ein Vertreter der Reichs­regierung nach Reu deck fahren, um die Ver­ordnung dem Reichspräsidenten vorzulegen, der über sie in großen Zügen ja bereits durch den Vortrag des Reichskanzlers unterrichtet worden ist.

Staatsminister von Ewald 1*.

Lpd. Darmstadt 3. Sept. Der frühere hes« fische Staatsminister Karl von Ewald, der am 18.3uni 1932 seinen 80. Geburtstag feiern konnte, ist nach längerem Kranksein am Freitag verschieden. Exzellenz von Ewald war der letzte Staats« und Justizminister und Bevollmächtigte der Großherzoglich-Hessischen Regierung. Er war ein außergewöhnlich befähigter und hervorragen« der Jurist. Am 18. Juni 1852 wurde er in Reh« buch bei Erbach als Sohn des Oekonomierats Ewald geboren, besuchte das Gymnasium in Bin« gen, studierte an den Universitäten Leipzig, Göt« tingen und Gießen, wo er die Staatsexamen ab« legte. Dom 26. Juni 1896 ab wirkte er als Reichs« gerichtsrat in Leipzig. Oktober 1905 wurde Ewald hessischer Justizminister und am 4. Fe« bruar 1906 zum hessischen S t a a t s m i n i st c r unter Belassung in der Stelle als Justizminister ernannt. Großherzog Emst Ludwig von Hessen verlieh ihm im Dezember 1912 den erblichen Adel. Die Einäscherung findet am Montag- vormittag auf dem Waldfriedhof in Darmstadt statt.

Stahlhelmversicherungen längst in die praktische Arbeit gegangen. Aus neuen Ideen heraus haben wir geschaffen und aus den Erfahrungen unseres Frontsoldatentums. Es muß klar gesagt werden, daß die deutschen Dinge nicht mit einzelnen Reformen, fonbern nur mit einer ganz großzügigen Wand­lung an Haupt und Gliedern zu mei­stem sind. Dahin zielten unsere Pläne auf Ver­fassungsänderung, auf organische Wirtschaft. Mit dem System von Weimar oder mit den Möglich­keiten von Versailles oder mit einer Kombination von beiden ist nichts zu erreichen. Im Gegenteil. Wir müssen diese beiden Systeme au flackern, sprengen, wenn wir zur inneren und äußeren Freiheit kommen wollen. Die deutsche Zukunft steht nicht bei den Parteien. Die deutsche Zukunft steht nicht bei der Mechanik irgendeiner Wirtschaftstheorie. Die deutsche Zukunft steht nicht allein bei den starken Bataillonen, sondern die deutsche Zukunft steht da, wo jener deutsche Geist sein Panier erhebt, für das ich keine stärkere Ausdrucksform bisher in Deutschland kenne, als den Geist der alten Frontsoldaten, als den Geist des Stahlhelms. Es geht darum, daß eine be - wußte nationale Führerschicht vor­handen ist, die Bismarcks Werk fortseht und erfüllt. Dieses erreicht, daß das von Bismarck geschaffene, staatlich geeinte Deutsche Reich auch von seelisch geeinten Deutschen, von einer wahren deutschen Ration bewohnt wird. Wir wollen die Eigenschaften der Frontsoldaten: Fähigkeit, Tapferkeit und Durch- haltenkönnen nicht in einem Kriege an- wenden denn wir kennen die Schrecken des Krieges und erwähnen ihn darum nicht son­dern wir wollen diese Eigenschaften ansetzen in freier friedlicher Arbeit zum Aufbau der Ration.

Es gibt noch immer Leute, die uns nationale Menschen, insbesondere uns Stahlhelmkameraden, für reaktionär halten. Diese Leute sollen heute schon wissen und hören und sie sollen es aus unseren Taten später erfahren, daß der Geist der Freiheit, wie wir ihn verstehen, zu­gleich auch die Freiheit des Geistes ist. Wir haben uns nicht begnügt mit der Theorie eines organischen Aufbaues. Wir sind der Ar­beitsdienstpflicht voraus mit unseren 300 Arbeitslägern und Arbeitsstellen. Mit unserer unserer

Geldie eröffnet Öen 13. Reichssronisoldatentag.

Starkes Bekenntnis des Stahlhelm zu den Grundsätzen einer autoriiäien Regierungsführung

Reichsaußenminister, der Reichsfinanzminister, der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, der Reichsminister der Justiz, der Bevollmächtigte des Reichskommissars für Preußen, Dr. Bracht, sowie eine Reihe anderer Persönlichkeiten ihr Er­scheinen zugesagt. Auch der Berliner Polizeiprä­sident Melchert war anwesend, ferner eine Reihe von Persönlichkeiten der ausländischen Diplomatie sowie Vertreter der Industrie, der Kunst, der Wissenschaft und viele Persönlichkeiten des alten Heeres.

Marine und Stahlhelm.

Berlin, 2. Sept. (SU.) 3m Programm des 13. Reichs-Frontsoldatentages stand am Freitag- vormittag die Besichtigung der Marine-

3fi hie schwarz-braune Koalition aus dem Wege?

Son einer taktischen zur grundsätzlichen Einigung.

Von unserer Berliner Redaktion.

Berlin, 2.Sept. (TU.) Die erste große öffent­liche Veranstaltung zum 13. Reichsfrontsoldatentag bildete die Kundgebung im Sportpalast am Freitagabend, in der der erste Bundesführer Seldte in einstündiger Rede über die Freiheits­bewegung des deutschen Frontsoldatentums sprach. Obgleich der größte Teil der auswärtigen Stahl­helmer erst am Samstag in Berlin eintrifft, war der Sportpalast, der mit riesigen schwarzweißroten Fahnen geschmückt war, fast voll bejetzt. Groß war die Zahl der Ehrengäste. Unter ihnen befanden sich der Kronprinz, sowie die Prinzen Eitel Fried­rich und Oskar von Preußen. Sie nnirben bei ihrem Erscheinen freudig begrüßt. Zahlreiche hohe Offiziere der alten Armee sowie eine große Zahl von Ehren- gäften aus dem In- und Auslande wohnten diesem Auftakt des Stahlhelmtages bei. Der Einzug der Bundesführer Seldte und Düfterberg erfolgte unter Fanfarenklängen und stürmischen Hände­klatschen. Der Hohenfriedbergermarsch leitete den Einzug der Fahnen ein. Es folgte ein vater­ländisches Vorspiel überDer Gott, der Ersen wach­sen lieft" mit dem gemeinschaftlichen Gesang des Etahlhelm-Liedes.

Der Landesführer Major von Stephani hielt als Leiter des Reichsfrontsoldatentages die Be- grüftungsansprache. Er dankte allen Gästen für das grofte Interesse an den Bestrebungen des Stahl­helm und gedachte auch des besonderen Umstandes, daß Reichsregierung und Preuftenregierung sich - zum ersten Male offiziell an dem Bundestag des Stahlhelm beteiligen. Sein Gruft galt in erster Linie den beiden Bundesführern, denen er den Dank des Bundes dafür darbrachte, daft sie durch uner­müdliche Opfer den Stahlhelm dahin geführt hätten, wo er heute stehe. Ein dreimaliges Front-Heil auf die Bundesführer wurde von der Versammlung be­geistert aufgenommen.

Oer erste Bundesführer Kranz Seldte führte dann etwa folgendes aus: Wiederum haben wir Kameraden uns zu einem Reichs- srontsoldatentag versammelt. Die Reichsfront­soldatentage. die Reichsgründungsfeiern am 18. Januar eines jeden Jahres, den wir als den wahren nationalen Feiertag der deutschen Ration empfinden, sind die zwei Licht- und Höhepunkte im Arbeitsjahre des Stahlhelms. Besonders hatte jeder Frontsoldatentag schon durch die Auswahl des Ortes seinen tiefen Sinn. München in Süddeutschland als großes Einigungsmotiv, Hamburg, wo wir aus dem Fenster Deutsch­lands zur großen Welt, Koblenz, wo wir für den befreiten Westen. Breslau, wo wir für den deutschen Osten und für die Ostnotwendig­keiten Deutschlands sprachen. In Berlin ver- kündeten wir am 8. Mai 1927 bereits die erste Stahlhelmbotschaft, deren Inhalt so frisch und aktuell geblieben ist. als ob fic nicht für den 8. Frontsoldatentag des Jahres 1927, sondern für den 13. Reichsfrontsoldatentag des Jahres 1932 niedergeschrieben worden wäre. Die Forderungen der Stahlhelmbotschaft wurden da­mals von gegnerischer Seite für unerhört erklärt.

heute fordert der Reichskanzler des Deutschen Reiches dasselbe, wenn er sagt:wir wollen den Grund legen für einen Neubau des deutschen Staates", und er spricht in unser aller Sinn die Idee der Volksgemeinschaft aus, wenn er es ab­lehnt, daß, wie fooft in der Vorzeit,der hader des deutschen Blutes, der uns in den entscheiden- den Stunden der Geschichte schon sooft um den Ausstieg und um die Sammlung der Ration betrogen hat, auch heute stärker sein soll als unser Wille zu gemeinsamer nationaler Samm­lung. Jetzt ist es so weit, daß von der Führung des Deutschen Reiches das erkannt und aus­gesprochen und zum Regierungsprin­zip gemacht werden soll ... dasselbe was die Frontgeneration aus dem Schützengraben mitbrachte,

was sie durch den Stahlhelm formulierte, was längst Tat und Wirklichkeit hätte werden können in Deutschland, wenn man diese opferbereite und opfer­willige Männerschicht der, Frontgeneration heran­gelassen hätte. Ich erinnere daran, daß wir in der ersten Stahlhelmbotschaft vom Mai 1927 damals in Berlin die s ch w a r z w e i ß r o t e Fahne zu­rückforderten. Daß wir die Herstellung des deutschen Wehrrechts und den wirksamen Widerruf des erpreßten Kriegsschuld- bekenntnisses verlangten, ebenso wie die A n ° nullicrung der Reparationen. Und dann sagten wir in'dieser Botschaft:

Der Stahlhelm bekennt sich zu der lleberzeu gung, daß die Geschichte des deutschen Volkes nur durch eine starke zur Tragung der Verantwortung willige und fähige Führung bestimmt werden dürfe. Deshalb fordert er die Stärkung der Machtbefugnisse des Reichspräsi- d ent en, der Sicherung der Wohlfahrt von Land und' Volk gegen die Willkür par- lamentarischer Rotoer st ändigun- gen und Zufälligkeiten, die Schaffung eines Wahlrechts, dessen Ergebnisse sowohl die Uebereinstimmung mit dem wahren Volks-

Stahlhelmselbst Hilfe, mit Wohlfahrtsipe isung, mit

Gästeempfang beim Stahlhelm.

Berlin. 2. Sept. (TU.) Die Stahlhelmlei­tung hatte am Freitagnachmittag zu einem Emp­fang im HotelKaiserhof eingeladen Der erste Dundesführer Seldte begrüßte die zahlreich er- schienenen Gäste und wies daraus hin. daß der Frontsoldatentag in diesem Jahre unter dem Motto stehe: .Das ganze Deutschland soll es sein' Unter den Gästen bemerkte man die Prin­zen Eitel Friedrich. Oskar und Waldemar sowie die Prinzessinnen Oskar und Waldemar von Preußen, Herzog Karl Eduard von Sachsen-Ko- burq-Gotha mit Gattin und Töchtern, den Erb­prinzen von Schweden, die Großherzogin von Mecklenburg-Strclitz, den Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, den Herzog von Anhalt und Gattin sowie verschiedene andere Fürstlichketten. Don der Regierung hatten der Reichskanzler, der Reichsinnenminister, der Reichswchrminister. der

neutrale Persönlichkeit als Reichs­kanzler Vorschlägen will. Auch das zu unter­breitende Regierungsprogramm soll sich ungefähr an den Plan der Papen-Regie- rung anschließen, ihn jedoch in sozialpoliti­scher Hinsicht erweitern. Don deutschnatio- naler Seite liegt bisher eine offizielle Stellung­nahme noch nicht vor. Einen gewissen Machtzu- wachs kann die Reichsregierung jedoch durch die u r 11 ä r u n fl des Stahlhelms verzeichnen, der sich vorbehaltlos hinter das Präsidial-Kabinett Papen-Schleicher gestellt hat.

Oie Koatitionsverhandlungen

Die Beteiligung derVayerischenBolkspartei

Berlin, 2. Sept. (TU.) Die Bayerische Volks- parteikorrejpondenz verweist auf die gemeinsame Mitteilung, die das Zentrum und die National­sozialisten über die Verhandlungen zum Zwecke eines Zusammenaehens ausgegeben haben und sagt, daß das Ziel dieser Verständigung eine Beruhigung und Befestigung der innerpolitischen Verhältnisse sei. Diese Zielsetzung habe es der Bayerischen Volks­partei auch ermöglicht, die Bestrebungen der deut­schen Zentrumspärtei zu unterstützen und s i ch felbst an solchen Verhandlungen zu beteiligen. Selbstverständlich liege für eine politische Zusammenarbeit zweier so verschiedener politischen Richtungen nicht nur die Verständigung auf allgemeine politische Ziele, sondern es müffe dazu eine ehrliche Einigung über d i e einzuschlagenden Wege und auch über d i e Art der a n z u w e n d e n d e n politi­schen Methoden kommen. Dabei könne es sich wohl nicht darum handeln, etwa Koalitionspro­gramme im alten Stil aufzustellen. Ein Rückfall in die alten Methoden werde von niemand mehr be­gehrt. Es gehe vielmehr um die Frage, i m Reichstag eine Front z u bilden, die einer Regierung und vor allem dem Reichspräsiden­ten ein verfassungsmäßiges Regieren ermöglichen. Es handele sich schließlich um nichts anderes, als nunmehr von feiten des Reichs­tags her das zu versuchen, was dem Reichspräsi­denten selbst und der Regierung Papen nicht ge­glückt sei, als sie einen Umbau der Reichs­regierung entsprechend den Ergebnissen der Wahlen zum 31. Juli versuchte. Es könne nicht der Sinn dieser Bemühun-

-85 e s "

Zs Sa fff

S 5<f>

y

S 9-

9 S

9-

-

55s

993 -- seZs v-n'i * scs «