Oie Lag- im Luni.
Hausfrauen Abend.
Die Gießener Gas-Vereinigung in Gemeinschaft mit -er Hausfrauen-Beratung und einer Anzahl Gießener Firmen veranstaltete gestern im Saale des Eafä Leib einen Hausfrauen-Abend, der erneut die starke Zugkraft solcher Veranstaltungen bewies. Der Saal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, die Besucher wurden in anregendster Weise unterhalten und nachhaltig für die Bestrebungen interessiert, die von den Veranstaltern verfolgt werden.
Zu Beginn wies der Vorsitzende der Gas-Vereini- gung, Dr. G o e r e s , auf den Zweck des Abends hin, wobei er die vielfachen wirtschaftlichen Vorteile bei der Gasverwendung, sowohl für den einzelnen Haushalt, wie auch für die gesamte Volkswirtschaft, hervorhob; er wies z. B. auf die Vorteile hin, die aus verstärktem Gaskonsum für die Industrie der Gasgeräte, für den Kohlenbergbau, für die Reichsbahn als Kohlentransporteur, für das Jnstallationsgewerbe ufro. erwachsen. Sodann hielt Dipl.-Ing. Hennicke von der Bezirksstelle Frankfurt. der Zentrale für Gasverwertung, einen lehrreichen Vortrag über „Sparsame und mühelose Haushaltsführung", in dem er die Verwendung des Gases bei den mannigfachen Erfordernissen der Haushaltsführung in der Küche und als Zimmerheizung ufro. übersichtlich schilderte. Anschließend sprach als Vertreter des Edeka-Verbandes Herr Albrecht über „Warenverteilung durch Einzelhandel". Der Redner legte die bedeutsamen volkswirtschaftlichen Funktionen des Warenabsatzes durch den Einzelhandel dar und schilderte in mannigfacher Beleuchtung die enge Verbundenheit zwischen der Konsumentenschaft und dem selbständigen Einzelhandels-Mittelstand, sowie die roirtschafllichen Vorteile, die aus dieser Verbundenheit für beide Teile zutage treten. Beide Vorträge wurden von der außerordentlich großen Zuhörerschaft mit lebhaftem Intereste entgegengenommen.
Während dieser Dorträge hatte die Lehrküche der Hausfrauen-Beratung an mehreren Gaskochapparaten allerlei leckere Kosftrroben hergestellt, zu denen die Edeka-Geschäfte, die Metzger-Innung, die Fischgeschäfte und die Molkerei Grieb die verschiedensten Lebensmittelmaterialien zur Derfti- gung gestellt hatten. Die Küche, die bekanntlich unter der Leitung von Frau Johanna Kalbfleisch steht, zeigte bei dieser Gelegenheit erneut, wie ausgezeichnet in ihrem Bereich die Kochkunst gepflegt wird und wie anregend für die Hausfrauen die Tätigkeit in dieser Lehrküche ist. Die in großzügiger Freigiebigkeit herum- gercichten Kostproben fanden, wie man beobachten konnte, allenthalben volle Qlnerfcnnung. Zur weiteren Bereicherung des interessanten Abends trug Spielleiter Hub vom Stadttheater als außerordentlich amüsanter und schlagfertiger Ansager, der seine große Zuhörergemeinde durch vielerlei lustige Einfälle und köstliche Schnurren in vortrefflicher Weise zu unterhalten verstand, wesentlich bei. 3n gleicher vorteilhafter Weise waren Tanzlehrer B ä u l k e und Frau bemüht, durch abwechslungsreiche tanzkünstlerische Darbietungen und durch Tanzgruppen aus der Ballettschule Bäulke die Stunden mit angenehmster Unterhaltung auszufüllen. Die mit staunenswerter Erfindungsgabe von der Seitung der Ballettschule ausgestalteten und mit viel Grazie ausgeführten Tänze erfreuten in hohem Maße und fanden, ebenso wie Hubs Auftreten, wohlverdienten starken Beifall. Die Kapelle Ein- b r o d t sorgte in trefflicher Weise für die musikalische Unterhaltung und machte sich dadurch um das Gellngen des Ganzen mit verdient.
Der gestrige Hausfrauen-Abend brachte neben der Belehrung auf dem Gebiete der Hauswirtschaft mit Gas in anerkennenswerter Weise noch ein gediegenes Unterhaltungsprogramm, das in der gegenwärtigen Zeit des schwersten Wirt- schaftskampfes geeignet war, den Besuchern mit Necht auch einmal einige frohgestimmte Stunden zu bereiten, die für kurze Zeit die Misere des Alltags in den Hintergrund treten ließen. 3n der gleichen Weise soll heute im Caf6 Leib ein zweiter Hausfrauen-Abend sich anschließen. Beide Veranstaltungen, zu denen neben den Damen auch die Männer willkommen sind, stellen den Auftakt einer größeren Werbeveranstaltung der Gas- Vereinigung dar.
Oie Gefahren des Blumenpflückens.
Der Kinder höchste Freude ist das Blumenpflücken auf den Wiesen. Doch ist es mit Gefahren verknüpft, da viele Wiesenblumen Gifte enthalten, die bei zarteren Kindern Hautausschläge und Fieber, Erbrechen und sonstige Störungen verursachen. Deshalb lasse man kleinere Kinder nicht ohne Aufsicht beim Dlumenpslücken und belehre die größeren über den Gistgehalt mancher Blumen- arten. Da ist z.D. vor allen Hahnenfußarten zu warnen: sie haben einen ätzenden Saft, der Haut- ausschläge und Geschwüre verursacht. Tausendschönchen, Gvldkopfchen, Sumpfdotterblume zählen zu dieser Art. Der ebenfalls gelbblühende Giftlattich wirkt durch seinen milchigen Saft betäubend, erregt Schwindel, Erbrechen und Schlafsucht. Die reizende Waldanemone erregt durch ihren Saft auf zarter Haut brennende Blasen. Als Gegengift kommt Zitronensaft oder Essig äußerlich, oder Wein oder schwarzer Kaffee innerlich angewendet in Frage. Sehr giftig sind die helmartigen blauen Blüten und Blätter des Eisen- huteS. Sie erzeugen Fieber, Kollk und Delirien, ja selbst Krämpfe. Wein, Essigwasser, schwarzer Kaffee lindern die Erscheinungen. Beim gefleckten Schirling sind die Fruchtkapseln die Giftträger. Hiergegen wendet man Milch, Zitronensaft und Rizinusöl an, hole aber sofort den Arzt, wenn der Verdacht vorliegt, daß die Pflanzen in den Mund gesteckt worden sind: dadurch sind schon Todesfälle verursacht worden. Dasselbe gilt vom schwarzen Bilsenkraut, den Blüten des Gvldregens und vor allem dem roten Fingerhut, der mit seinen prachtvollen traubenförmigen Blüten die Kinder entzückt. Sein Stengel birgt ein starkes Gift, das eine nachhaltige Nervenschwäche zeitigt. Zum Schluß sei noch besonders vor dem so harmlos erscheinenden, aber stark giftigen Maiglöckchen und der im Herbst blühenden Herbstzeitlose gewarnt, die man von Kindern niemals pflücken lassen sollte.
„Oie andere Seite."
Man schreibt uns: Unter der Ueberfchrift „D a s möblierte Zimmer" erschien in Nr. 119 des
Waren die vorhergehenden Monate in den meisten Revieren ausschließlich der Wildhege und -pflege gewidmet — es sei denn, daß dem Weidmann beschieden war, auf Auer- und Birkhahn zu weid- werken —, so kommt nun auch der Jäger zu seinem Recht. Denn fast in allen deutschen Ländern steht der Juni im Zeichen der Jagd auf den roten Bock.
Kaum gibt es für den deutschen Weidmann etwas Schöneres als die Pürsch auf den R e h b o ck , wenn Wiesen, Felder und Wälder in frischem Grün prangen. Wer auch in der toten Zeit sein Revier zu begehen pflegte, wird bereits eine gewisse Auswahl für den Abschuß getroffen haben. Ist es auch menschlich verständlich, wenn der Weidmann danach trachtet, einen braven Bock, der als unsicherer Kantonist über die Grenze wechselt, möglichst bald selbst zu strecken, so sollte doch überall, wo dieses Moment wegfällt, der gute Bock bis zur Brunft von der Kugel verschont bleiben. Das meist geübte Verfahren ist zum Nachteil der Qualität des Rehstandss das Umgekehrte. Das Trachten nach guter Trophäe läßt Kümmerer und überalterte Böcke und sonstige Artverderber nur zu oft sich jahrelang durchmogeln, indes die züchterisch wertvollsten Stücke vorzeitig zur Strecke kommen. Solcher Wahlabschuß ist sehr schwer und voller Fehlerquellen, sollte aber von einem wirklichen Kenner feines Wildstandes unter allen Umständen immer wieder angestrebt werden.
Die Ricken haben gesetzt, und bald wird das immer wieder schöne Bild der spielenden Kitze das Weidmannsauge erfreuen. Häufig wäre bei den Pirschgängen die Möglichkeit zum Zeichnen von Jungwild mit den Wildmarken des ADJV. gegeben. Es wäre wünschenswert, wenn im Interesse der Kenntnisse der Biologie unseres Wildes weit mehr davon Gebrauch gemacht würde (Marken sind bei „Hubertus Gießen" zu haben).
Auch im Rot - und Damwildrevier haben sich die Kälber eingestellt und können auf der Aesung beobachtet werden.
Es muß Aufgabe des Jagers sein, jede Gefahr von feinem Jung wild fernzu- halten. Drum achte man besonders auf Holz- und Blumensucher, schenke aber vor allem jagenden Hunden feine Aufmerksamkeit. Sie sind die größte
Oie Flieger und die Tiere.
Wollte man eine vollständige Liste der seltsamen Vorfälle aufstellen, die sich in der verhältnismäßig so kurzen Geschichte des Fliegens in der Luft zugetragen haben, dann könnte man Bände füllen. Einige Proben bietet ein amerikanischer Schriftsteller P. 3. Wartyn in der „New Bork Times". Zunächst beschäftigt er sich mit der äleberraschung, die das Erscheinen des Flugzeugs unter den früheren Alleinbeherrschern der Himmelsräume, den Vögeln, hervorgerufen haben mag. Das Flugzeug wird von den meisten gefiederten Luftbewohnern mit Argwohn betrachtet. Daß es für die Vögel von Butzen sein kann, wie die Beförderung gestrandeter Schwalben aus Oesterreich kürzlich gezeigt hat, ist ihnen Noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Die Großen unter ihnen betrachten den Flleger als einen unerwünschten Nebenbuhler. Verschiedene verbürgte Berichte melden gefährliche Angriffe von riesigen Kondors auf Flugzeuge in den Anden. Auch Adler haben schon manche Attacke auf die Flieger unternommen, und zwar wählen sie da zumeist den Ansturm von vorn. Ein deutscher Adler, der sich kürzlich zu einem Flankenangriff entschloß, mußte diesen schweren Fehler mit dem Leben büßen, denn er wurde einige Zeit später mit gebrochenem Hals aufgefunden. Die moderne Arche Noah der Luft befördert alles mögliche Getier, neben Schweinen und Hummern auch Löwen und Tiger, ja sogar Kamele. Die Vierfüßler machen diese ungewohnten Nejsen mit großem Gleichmut. Manche Tiere scheinen aber an der Luftreise ausgesprochenes Vergnügen zu finden: so legte z. B. eine Henne, die durch die Luft befördert wurde, zum Dank ein Ei. Häufig jagt das bloße Erscheinen eines Flugzeuges den kleinen Vögeln einen großen Schrecken ein; sie halten augenscheinlich diese Ungetüme für riesige Adler. So genügte es bei einem Kampf gegen schädliche Krähenschwärme in Amerika, daß ein Flugzeug ziemlich niedrig über dem Gebiet kreiste, um die Vögel auf den Bäumen festzuhalten, so daß die Farmer sie in großen Mengen erlegen konnten. Zur Löwenjagd hat man Flugzeuge in Afrika benutzt, bis dieses unritterliche Verfahren verboten wurde. Große Pferdeherden im amerikanischen Westen werden durch Flugzeuge nicht selten in Panik verseht. Ein Pferd aber zeigte eine seltsame Vorliebe für eine Maschine, die es auf einem Felde fand. Cs näherte sich dem Apparat, leckte an den Holzteilen und schien an ihnen
„Gießener Anzeiger" vom 24. Mai eine Abhandlung, in der den Vermietern in bezug auf Ausstattung und Einrichtung der Zimmer gute Rat-, schlage erteilt werden. Es wird darin u. a. auch erwähnt, wie die möblierten Zimmer nicht beschaffen sein dürfen. Bom Standpunkt des „möblierten Herrn", oder der „möblierten Dame" aus könnte man solchen Wünschen an sich beipflichten. „D i e andere Seite" hat aber gegen solche Wünsche doch verschiedene Einwendungen zu erheben. Es scheint noch nicht genügend bekannt zu sein, daß die Mehrzahl der Vermieter aus Not vermietet, nicht immer eine hochmoderne Einrichtung besitzt, und in vielen Fällen, hauptsächlich bei einzelnen Damen, die Vermietung die einzige Einnahme darstellt. Die Mehrzahl der Mieter setzt sich in Gießen aus Studierenden zusammen, die mehr oder weniger auch unter der Notzeit zu leiden haben und die Preise für möblierte Zimmer äußerst drücken. Die Zahl der Studierenden ist kleiner, die Zahl der möblierten Zimmer großer geworden. Auch hier regelt Angebot und Nachfrage die Preise. Es bedarf doch keines Beweises, daß man die zu vermietenden Zimmer mit den besten Möbeln ausftattet und dem Mieter den Aufenthalt darin so angenehm wie möglich zu machen sucht, trotz der in vielen Fällen völ-
Geihel, die unsere Reviere bedroht, und verdienen entsprechende Behandlung.
Leider haben viele Ricken die Angewohnheit, sich mit ihren Kitzen in großen Wiesenflächen einzustellen, wo dann alljährlich Jungtiere in einer Zahl, von der viele Reoierinhaber keine Ahnung haben, der Mähpmschine oder Sense zum Opfer fallen. Wer die Zeit hat oder Personal dazu, wird gut tun, die unmittelbar vor der Mahd stehenden Stücke abzusuchen und das Wild zum Auswechseln zu bringen suchen. Auch eine Belohnung an Landwirte und deren Dienstpersonal bei nachweislich vorsichtigem Mähen wird sich unbedingt lohnen.
Der gleichen Gefahr unterliegen leider auch die Gelege unseres Federwildes in Wiesen und Kleeschlägen. Wenn in einer Gemarkung in der weiteren Umgebung Gießens im Vorjahr an 50 Hühner- und Fasanengelege als ausgemäht gemeldet werden mußten, so spricht diese Zahl für die Größe der Werte, um die es geht. Auch hier empfehlen wir ganz generell die Zusicherung von Belohnungen für alle diejenigen, die sich um die Erhaltung von Gelegen mit Erfolg bemüht haben (Plakate dazu für Gasthäuser, Bürgermeistereien ufro. durch „Hubertus"). Vermeiden roird sich diese Verlustart nicht lassen, aber die Erfahrung zeigt, daß sie doch durch verständige Zusammenarbeit zwischen Grundbesitzer und Jagdpächter wesentlich vermindert werden kann.
Den Junghühnern usw. droht die Hauptgefahr von Krähen und Katzen. Hier hilft nur rücksichtslose Selbsthilfe, wenn alle Arbeit und alle Geldausgaben für Wildpflege nicht umsonst gewesen sein sollen. Im Entenrevier sind die Jungentchen ausgefallen und bieten dem still beobachtenden Weidmann manch liebliches Bild. Für die Junghasen war das Jahr günstig. Ueberall sieht man jetzt Hasen vom ersten Satz, die schon so groß sind, daß sie in diesem Jahr selbst noch zur Erhaltung der Art der Mümmelmänner beitragen werden.
Ist die Werbung von Laubheu fürspätere Winterfütterung beabsichtigt, so wird es ge- "gen Monatsende dazu Zeit. Das Trocknen muß im Schatten erfolgen. Besonders empfohlen wird dazu das Laub der Himbeere. Hubertus.
Gefallen zu finden. 3n wenigen Minuten hatte dieser vierfüßige Feinschmecker den einen Flügel beschädigt, indem er das Holz kaute und dann wieder ausspuckte.
Exotisches für die Zunge.
Was dem einen „sien LIhl" ist. ist bekanntlich dem andern „sien Nachtigall", und Speisen, bei deren Anblick wir uns vor Ekel schütteln, werden von Kindern anderer Zonen mit Begeisterung verzehrt. „Es gibt eine Geographie der Leckerbissen", schreibt Prof. v. Lengerken in der Leipziger „3 llu strikten Zeitung", „eine sehr unterhaltsame aber auch sehr umfangreiche Wissenschaft, denn der noch ungeschriebene Katalog sämtlicher von Menschen verzehrten Tierarten wird ein dickleibiger Wälzer sein müssen." Es gibt kaum irgendwelche nicht direkt schädlichen Lebewesen, die nicht irgendwo verspeist werden. Da sind die vielgestaltigen Krustentiere, deren zahllose Arten in aller Welt beliebt sind, riesige Langusten wie kleine Taschenkrebse. Was die Insekten anlangt, so hat sich nicht nur Johannes in der Wüste von Heuschrecken genährt, sondern sie dienen auch sonst als Nahrung. 3d, manche Insekten wurden sogar von Feinschmeckern hochgeschätzt, wie die Larven der großen im Holz lebenden Bock-Käfer, die den römischen Gourmands als Delikatesse vorgesetzt wurden. Der durch ungezählte Tausende von Eiern gewaltig aufgetriebene Leib der Termitenkönigin gilt bei manchen Negerstämmen als Festessen. Die Eingeborenen Mexikos holen die sog. „Honigtöpfe" aus den Bauten gewisser Ameisen: das sind die mit Honig vollgestopften Leiber der Arbeitertiere, die eigentlich ihren Nestgenossen in mageren Zeiten Nahrung spenden sollen und nun samt ihrem süßen Inhalt in menschliche Magen wandern. Selbst die Stachelhäuter, zu denen Seeigel und Seesterne gehören, müssen die Tafel bereichern, so in China der Trepang und die sog. Seegurken. Zum „frutti di mare“, dem Lieblingsgericht der Italiener gehören neben den Tintenfischen die Kopf-Füher, die auch auf japanischen Märkten gern gekauft werden. Zahlreich sind die eßbaren Würmer, Lurche und Schlangen, und ebenso bereiten der Zunge mancherorts getrocknete Natten oder Känguruh-Schwänze einen besonderen Genuß. Die eßbaren Vogelnester bilden bekanntlich die Krone jedes chinesischen Festessens.
lig unzulänglichen Preise. Wer heute für ein Zimmer monatlich 20 bis 25 Mark einschließlich Bedienung, Heizung, Licht und Wäsche erhält, kann ich glücklich schätzen, noch glücklicher kann er sich üylen, wenn er die Miete pünktlich erhält. Wie ieht es aber in vielen Fällen aus? Die Miete wird in kleinen Teilbeträgen entrichtet, die Teppiche werden trotz Aufttellung verschiedener Aschenschalen mit Zigarren- oder Zigarettenasche verbrannt, die neuen Tischdecken werden durch unvorsichtiges Hantieren mit Messern zerschnitten, ebenfo die Handtücher durch die Rasierklingen, die Waschgeschirre in animierter Stimmung umgeroorfen und zerschlagen, Tintenfässer umgeroorfen. Wenn bann die Vermieterin einen ganz zarten Einwand wagt, entrüstet sich der Mieter über die „unmodernen" Anschauungen der Vermieterin. Seitdem auch die „besseren" Kreise trotz ihres guten Einkommens alle frei zu machenden Zimmer vermieten, bleiben für die armen Vermieterinnen nur die armen Mieter übrig. Da viele Vermieterinnen nur deshalb der öffentlichen Fürsorge nicht zur Last fallen, weil sie durch Vermieten ihr kümmerliches Dasein zu fristen suchen, wäre es Aufgabe der Stadt, diejenigen Vermieter mtt einer Sondersteuer zu belasten, die bei auskömmlichen Gehältern Zimmer vermieten und dadurch die Not
der alleinstehenden Vermieterinnen erhöhen. DU Not unter den alleinstehenden Vermieterinnen ist groß, man hat sich bisher nur nicht gewagt, an bi* Oeffentlichkeit zu treten. Vermieter unb Mieter sind auseinander angewiesen. Ein angenehmes und ungetrübtes Wohnen wird nur dann möglich sein, wenn auch der Mieter für die Notlage der Vermieterin volles Verständnis besitzt. Jedenfalls kann man bei den heutigen stark verminderten Preisen nicht die Ansprüche stellen, die man in guten Zeiten vielleicht zu stellen berechtigt war. Frau L. A.
Gegen Natur- und Wildfrevel.
Dom Landesoerein Hessen des Allgem. Deutschen Jagdschutzoereins wirb uns geschrieben:
Trotz zahlreicher Veröffentlichungen in ber Tages- unb Fachpresse wird, teils aus Unkenntnis, teils aus Unaufmerksamkeit, vielfach aber leider auch mit Ab- icht, immer noch mancher Natur- unb Wild- re oel begangen. Das Ausnehmen von Gelegen jagbbarer unb nicht jagdbarer Vögel, vor allem von Fasanen unb Rebhühnern, bas Berühren oder gar Mitnehmen von Rehkitzen und Junghasen kommt immer noch vor unb verursacht schweren volkswirtschaftlichen Schaden. Vielfach wird dabei, wenn es sich um Rehkitze handelt, angenommen, daß diese, wenn die Ricke nicht zugegen ist, dem -Verhungern preisgegeben sind. Dies ist falsch! Gerade in den ersten Wochen nach der Setzzeit läßt die Ricke bas Kitz bei Annäherung von Menschen ruhig in ber Wiese sitzen, da ihr das kleine, noch unbeholfene Geschöpf nicht schnell genug folgen kann. Sobald aber feine Gefahr mehr besteht, nimmt die Ricke das Kitz sofort wieder an und bringt es in Sicherheit. Ebenso verfährt Rotwild. Deshalb bürfeif* aufgefundene Kitzen nicht gefangen werden. Wer es boch tut, verstößt gegen bie Jagd- gesetze unb setzt sich der Bestrafung aus.
Besonders beim Mähen werden zahlreiche Gelege zerstört und große Mengen Jungwild vernichtet. Es kann deshalb nicht ernstlich genug darauf verwiesen werden, dem Jungwilde die erforderliche Schonung angedeihen zu lassen. Das ist nicht nur Aufgabe der Revierinhaber, sondern überhaupt aller verständigen Menschen, die die Natur erhalten wissen wollen und deshalb ihre Aufmerksamkeit solchen Elementen zuwenben mögen, die absichtlich Schaden anrichten. Was nützt es, wenn der Landwirt ein Gelege schont und es beim Mähen umgeht, wenn es tagsbarauf von Frevlerhand zerstört unb beraubt wird! Was nützt es, wenn mit vollem Recht wildernde Hunde und Katzen serngehalten werden, aber Bubenhände das hilflose Jungwild aufnehmen, um es in der Gefangenschaft zugrunde gehen zu lassen! Die Verödung der Natur ist schon weit genug fortgeschritten, als daß nicht jeder, der Freude hat am freilebenden Tier, Anspruch darauf erheben kann, daß solchem Treiben Einhalt geboten wird.
An alle Natur- und Heimatfreunde ergeht daher die Bitte, bei Spaziergängen, Wanderungen und allen sonstigen Gelegenheiten ihr Augenmerk auf jeden derartigen Natur- und Wildfrevel zu richten und ertappte Täter rücksichtslos und sofort zur Anzeige zu bringen, insbesondere auch solche, die Hunde außerhalb der öffentlichen Wege frei umherlaufen lassen. Gern wird sich ein Revierinhaber, der solchermaßen Unterstützung findet, erkenntlich zeigen. Und in fast allen deutschen Ländern gibt es Landes- und Bezirksvereine des Allgemeinen Deutschen Jagdschutzvereins, die bereit sind, für solche Anzeigen, die zur Bestrafung der Tater führen, Belohnungen zu zahlen.
** De r Marineverein Gießen begeht am 4. und 5. Juni sein 40. Stiftungsfest. Unter namhaften Persönlichkeiten — so schreibt man uns — wird auch Kapitän S ch m e h 1, ein geborener Gießener, der schon 38 Jahre Ehrenmitglied des Marinevereins ist, anwesend sein. Am Samstag, 4. Juni, veranstaltet der Verein in seinem „Heim der Kameradschaft" einen Kommersabend, bei dem eine Ehrung verschiedener Mitglieder stattfinden wird. Am Sonntag, 5.3uni, ist in der Stadtkirche Festgottesdienst, anschließend findet auf dem Dootshausplatz, Wißmarer Weg 4, eine Denkmalsenthüllung statt. Das Denkmal ist den Toten des Vereins gewidmet und für die Stadt Gießen eine neue Sehenswürdigkeit. Es muh hierbei betont werden, daß der Marineverein Gießen der einzige Verein in Gießen ist, der es fertig gebracht hat, auf seinem eigenen Grundstück ein Denkmal aus eigenen Mitteln zu errichten. Nach der Enthüllung des Denkmals findet Frühschoppen mit Konzert und nachmittags Volksfest statt. (Siehe Anzeige.)
** Tagung des Heimat bundes f ü r Hessen. Der „Heimatbund für Hessen unb an* grenzende Gebiete" veranstaltet am 12. Jun! in Hungen eine Heimattagung. Als Redner ist ber Bundesvorsitzende, Lehrer Eibmann - Darmstadts vorgesehen, ber über „Heimatnot und .Heimatschule spricht. Der bekannte Pilzforscher Kallenbach- Darmstadt hält einen Lichtbildervortrag über die Frage „Was bedeutet der Naturpfad für Heimatschutz und Heimatpflege?"
** Freie <5 d) u l ft c 11 e n in Oberhessen. Erledigt sind je eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an den Volksschulen in Betzenrod, Kreis Schotten (Dienstwohnung vorhanden und frei), Blofeld, Kreis Büdingen (Dienstwohnung vor- Händen), Stockheim, Kreis Büdingen (Dienstwohnung nicht vorhanden), Ulfa, Kreis Schotten (Dienstwohnung vorhanden), und Wenings, Kreis Büdingen (Dienstwohnung vorhanden unb demnächst beziehbar).
** Das Bibelheim Flensungerhof bei Mücke feiert am kommenden Sonntag sein 9. Jahresfest. Aus diesem Anlaß findet vormittags eine Lob. und Dankversammlung, nachmittags eine Festversammlung statt. (Siehe heutige Anzeige.)
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Trinkt Fachinger. Staatlich Fachingen — das Gesundheitswasser von Weltruf — hilft mit, alle schädlichen Stoffe aus dem Blutkreislauf des Menschen zu entfernen, so daß sich diese im Körper nicht festsetzen unb dadurch zu Krankheitserregern werden können.220V
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