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2.11.1932 Erstes Blatt
 
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ttr. 258 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Mittwoch, 2. Novembe: $952

Aus dem Reiche der Krau.

Mein Kind ist krank.

See ifche Gefahrenmomente der Kinderkrankheiten.

Die kleine Lilo ist krank. Lilo ist Las Zweitge- borene von drei Geschwistern und hat aus diesem Grunde nie die Vorzüge des Erstgeborenen oder des Nesthäkchens genossen. Aber ebenso fturf wie bei allen anderen Kindern ist bei ihr der Geltungs­drang ausgebildet, und so ist sie glücklich in dem Gedanken, Lank ihrer Krankheit endlich einmal der Mittelpunkt der Familie zu-sein. Die Mutter, überzärtlich, verwöhnt das Kind und läßt ihm langersehnte Leckerbissen und Zärtlichkeiten zu­kommen. Der Vater, der sonst nie Zeit hat, sitzt am Vettchen und liest vor. Die Geschwister, die stets nach der Erledigung ihrer Schularbeiten spur­los verschwinden, bemühen sich mit rühender Auf­merksamkeit um den kleinen Patienten. Lilo genießt mit einemmal alle Glücks- und Machtgefühle, die sie früher nie durch em noch so besonderes Vrao- sein erreichen konnte, sie genießt ihre Krankheit, ohne auch nur den leisesten Wunsch nach einer bal­digen Genesung zu haben. Sie hat gar keine Lust, aus diesem Wohlleben, in Liebe und Mitleid ge­bettet, zu scheiden, und bringt keinerlei Genesungs­willen auf, der als wichtigster Heilfaktor jeder Krankheit gilt.

Wer ist schuld an diesem mangelnden Willen? Das Kind? Nein. Die Eltern? Ja. Und mit ihnen sündigen viele Eltern gegen den gesunden Aus­gleich von Liebe und Strenge in der Kin­dererziehung. Sie haben es nicht verstanden, dem Kinde den Wlllen und Wunsch nach einem gesunden Körper zu geben. War es gesund, so wurde es einmal mit übertriebener Strenge, das nächste Mal mit überflleßender Zärtlichkeit behan­delt. Am verläßlichsten aber konnte das Kind mit der allgemeinen Liebe und Rücksicht rechnen, wenn es krank wurde und die nicht alltäglichen Vorteile der Krankheit genoß. So befiehlt ihm sein Gel­tungsdrang, gern und lange krank zu sein und die­sen Zustand nach allen Krästen auszukosten ...

Lilo stellt keinen Sonderfall dar. Sie ist eins von den Kindern die als Kleinkind bestaunt, ge­küßt und verhätschelt wurden, um dann plötzlich bei der Geburt des zweiten Kindes zurückgesetzt zu werden. Die Erfüllung der Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit versucht sich das Kind auf alle möglichen Arten zurückzuerobern. Ein Fehler der Eltern ist es, wenn sie diesem Bedürfnis nicht Rech­nung tragen. Übertriebene Zärtlichkeiten bereiten oft von vornherein den Böden für einen allzu starken Geltungsdrang. Die Vermeidung von har­ten, der elterlichen Laune entspringenden Straf­maßnahmen geben dem Kind die beruhigende Ver­sicherung, daß es zu allen Zeiten bei den Eltern sein Recht findet und sich nicht auf Ausnahmezu­stände wie sie eine Krankheit mit sich bringt, zu verlassen braucht.

Bei den Eltern aber, die den Wert des golde­nen Mittelweges erkannt haben, die mit immer wacher Aufmerksamkeit unö selbstverständlicher Liede den Lebensweg ihres Kindes überwachen, wird das Kind selbst nie auf den Gedanken kom­men, sich mit nervösen Anfällen oder dem langen Hinausschieben einer Genesung künstlich die Bereit­schaft der Umgebung zu erzwingen. Es weiß dann, daß eine Krankheit nur die Folge eines fehlerhaft behandelten Körpers ist und eher eine Strafe als eine Gunst bedeutet. Da einem solchen Kinde bei einer Erkrankung die gleiche Aufmerksamkeit wie immer zukommt, wird ihm die Krankheit nur lästig sein, der natürliche Widerstand und Widerwillen gegen die Verbannung ins Bett werden den Willen zur schnellen Genesung so Vorwärtstreiben, daß sich der Körper so rasch wie möglich aller Krankheils­symptome entledigt. I 6.

Hausarbeit

als tägliche Turnstunde.

Wie ist das möglich, wird man mich fragen. Was hat Hausarbeit mit Turnen und Sport zu tun? Sehr viel, meine Damen, mit etwas Heber- legung ist es möglich, aus jeder häuslichen 2lr- beitsverrichtung eine gymnastische Hebung zu machen die dem Körper wohltut und ihn vor

Oie Kultur der Küche.

23 on Mar ha von Zobeltih.

Don der Küchenkultur der ältesten Völker wissen wir nur, was etwaige Abbildungen an Opfer- speisen verewigen, was die Bibel erwähnt oder die indischen Sagen erzählen. Auch griechische Kost kennen wir nur aus der schonen Literatur. Erst mit den Römern setzt eine Fachliteratur ein, die imAlpicius" ihren Höhepunkt erreicht. Ruch dem Zerfall Roms stürzen auch die Batterien ge­pflegter Kochtöpfe zusammen. Keine feine Sauce wird mehr im Wasserbade gerührt. keme Mu­räne gemästet. Selbst der große Braten verschwin­det von der Tafel, bis auf gewiße Prunkstucke vom Wild, am Spieß im Ganzen. Das Ragout herrschte vor, und 'm Bereiten solcher Fleisch­und Fischmuse wir.. Frankreich vorbildlich. Die frühen englischen Rezepte man merkt es schon an der korrumpierten französischen Bezeichnung der Gerichte sind französischer Herkunft, meist durch ausgemietete oder abgefangene französische Köche ins Inselreich geraten.

Inzwischen steigt in Italien die Renaissance herauf und fügt zu Glanz und Schimmer Wohl- ge.uch und Wohlgeschmack. Die Zeit der phan­tastischen Pasteten bricht an, der reichverzierten Torten, der komplizierten Tunken. In Deutsch­land hat sich die Feinschmeckerei in die behäbi­gen Mönchsklöster gerettet. G u t essen hieß dort soviel wie fett essen. Gemüse waren weniger beliebt. Man lebte von Eierspeisen, Fisch und Fleisch: Gerichte, die nach der Einführung der Spezereien mit Mandeln, Safran, Zirnmet und Pfeffer wahllos überwürzt waren. Die Handels­städte entwickelten sich und bildeten ihren eigenen Stil in der feinen Küche aus. Ihreköniglichen Kaufleute" brachten gelegentlich ihrer Reisen nach Italien und Frankreich Anregungen von dort mit, dennoch behielten die früh erschienenen Koch­bücher ihr originelles Gepräge. Im Dreißigjäh­rigen Kriege verwilderte auch der Geschmack in Deutschland, wie die ewigen Städtefehden Italiens

dem Einrosten schützt. Es entsteht dadurch auch kein Zeitverlust, im Gegenteil, durch die ge­sundheitlich richtige Art der Kräfteanwendung nimmt man der Arbeit das Ermüden und hat Lust und Kraft für neue Tatern

Man beginnt morgen; beim Frnsteröffnen mit ein paar tiefen Atemzügen. Dabei muß man dar­an denken, die alte verbrauchte Luft, mit der die Lunge angefüllt ist, recht kräftig auszustoßen, das ersetzt uns die Atemgymnastik. Mrttenmachen, Staubw'.schen von erhöhten Gegenständen, Wäsche­aufhängen, Fensterpuhen, Gard ine nauf steck en usw. sind ausgcz ichnete Streckübungen und erhalten die Geschmeidigkeit der Taille und Glie­der. Bohnern, Fegen und Wischen ersehen Rumpf­beugen und Kriechübungen und dienen der Hüft- partie und den Beinen. Staubwischen von Stuhl- und Tischbeinen nimmt man in Hockstellung vor, sie ist gesund für den Unterleib und die Verdau- ungsorgane. Beim Staubwischen achte man dar­auf, daß man ihn nicht in die Olafe bekommt, mit etwas Geschicklichkeit ist das sehr wohl mög­lich.

Schwere Arbeiten erleichtert man sich durch gleichmäßiges tiefes Atmen. Leider vergißt man es meistens, da man mit der An­strengung beschäftigt ist und vielleicht annimmt, es hielte unnötig auf. Versuchen Sie bitte ein­mal den Hnterschied. Langes Stehen bei der Haus­

arbeit ist unbedingt zu vermeiden, es schadet dem weiblichen Organismus und begünstigt schlechte Körperhaltung und Krampfadern. Gemüseputzen, Abwaschen und Bügeln sollte man sitzend aus­führen. Es ist nur eine Gewohnheit, diese Dinge stehend zu erledigen. Die Arbeit wird dadurch nicht besser. Roch größeren Schaden richtet Stehen in gebeugter Haltung an, wie man es leider im­mer noch beim Wäschewaschen sieht, da Lunge und Magen gepreßt werden es muß unbedingt abgeschafft werden.

Eine wunderbare Hebung ist das Treppen­steig e ir. Es kräftigt Lunge und Herz natür­lich darf man nicht im Eiltempo herauflaufen und Hüften, Deine, Oberschenkel und die allge­meine Beweglichkeit haben Ruhen davon. Die un­tersten zwei Stufen darf man springen, hat man sich daran gewöhnt, sogar noch ein paar mehr.

Das Einkäufen muh in gutem Tempo erfolgen. Langsames Gehen macht müde. Das Tragen von Taschen und Körben ist gesund für Schultern, Brust und Arme. Man muß darauf achten, daß die Be­lastung gleichmäßig auf beide Seiten verteilt ist und daß man nicht mit den Armen, sondern mit den Schultern trägt.

Man sieht, es fehlt nicht an Abwechselung, und keine Frau hat jetzt noch Grund zu sagen, ach, zu diesen Dingen habe ich keine Zeit und kein Geld. Brigitte.

Erziehung für Llebersee.

Von der Arbeit der Kolonialen Krauenschule in Rendsburg.

(Line Reportage von Heinrich Rack.

Ie überfüllter Europas Länder werden, je drohender die Ziffer der Arbeitslosen über gan­zen Generationen schwebt, um so heftiger erwacht in den jungen Menschen dieses maschinenüber­säten Kontinents der Wunsch, in noch unbesiedel- tes Gebiet abzuwandern, in Hrwälder und Step­pen, in Wüsteen und Weidenland, um hier ihre unverbrauchte Kraft an der noch unverbrauchten Ratur zu erproben. Die maßlose Angst, ihre gan$e junge Energie auf den Stempelstellen zu verlieren, dazu ein gewisser Heberdruß einer Zivilisation, der sie nicht viel Glück zu verdanken haben, auch sicher eine gute Portion Abenteuer­lust lassen immer wieder tapfere junge Männer und Mädchen versuchen, sich in Hebersee eine neue, unbeschwertere Existenz zu gründen.

Diele von ihnen, die mit ihrem letzten Geld und aller Hnternehmungslust ausgezogen sind, sind gescheitert, mußten scheitern, weil sie den gewaltigen Anstrengungen, die der fremde Erd­teil an sie stellte, nicht gewachsen waren. Selbst wenn es ihnen gelungen war, zum Beispiel in denehemals deutschen Kolonien Stel­lungen oder Land zum Arbeiten zu finden, wur­den sie doch oft genug von den Schwierigkeiten überwältigt, die sich jedem in den Weg stellen, der nicht alles, aber auch alles, was der Alltag fordert, selbst zu schaffen und zu besor­gen gewöhnt ist. Wer nicht Landwirt oder Hand­werker, Lehrer und oft genug Arzt in einem ist, der ist in solchen primitiven Gegenden ver­raten und verkauft.

Diesen Hindernissen, die sich besonders der Frau entgegenstellen und sie zur Kapitulation zwingen, zu begegnen, hat sich die Koloniale Frauenschule in Rendsburg zur Aufgabe gesetzt. Sie ist sich dessen bewußt, daß der ko­loniale Gedanke im deutschen Volke nicht erloschen ist und daß Hunderte von Frauen, die in der Heimat keine Existenz mehr finden können, ent­schlossen genug sind, eine neue Existenz in den deutschen Siedlungsgebieten zu suchen, also im ehemaligen Deutsch-Südwest-Afrika, Deutsch-Ost­afrika, Südafrika, in Argentinien, Britisch-Ost- afrika, Ango> und Brasilien.

In einem e.njährigen Kursus werden in der Rendsburger Schule, die 1927 als Gegenstück zu der seit 1896 in Witzleben bestehenden Kolonial­schule für junge Männer gegründet wurde, die jungen Mädchen auf alle Arbeiten, die ein Farm­betrieb mit sich bringt, vorbereitet. Sie werden

zerstörend auf seine Gaumenkultur wirkten. Heber« dies war der Austausch von Maren von Land zu Land sehr erschwert. In dieser Zeit bildete sich Frankreich zum Chef aller Gaumenletzen aus und hat diese Vorherrschaft bis heute unbestrit­ten behalten.

Das Merkwürdigste aber ist, daß, nachdem zu Beginn des 19. Jahrhunderts die höchste Höhe aller Künsteleien erreicht worden war, gerade Frankreich zur natürlichen und einfachen Speisen­bereitung umzulenken verstand, ohne dabei seine leitende Rolle einzubüßen. Hnser Zeitalter des Verkehrs hat Europa auch mit fremden Koch­künsten bekannt gemacht. Rußland hat sich bei starkem französischem Einschlag seine Individuali­tät zu erhalten gewußt. Die Türkei und Indien haben sogar die englische Küche zu beeinflussen begonnen. Rordamerika r>at seine eigenen Pro­dukte dem englisch-französischen Küchenzettel un­tergeschoben. Das lateinische Südamerika aber schließt sich ganz an die spanische Heimat an. Richts ist verschiedener als spanische und italie­nische Kochkunst. Rasse, Produkte, Klima sind sich ähnlich, doch der Geschmack ist gruni verschieden. Mag der maurische Einschlag vielleicht mit­sprechen das fast Gewaltsame, das den allzu süßen, allzu scharfen, allzu fetten spanischen Ge­richten anhaftet, macht sie dem mitteleuropäischen Gaumen unsmypathisch, wie etwa die fremdarti­gen Genüsse des fernen Ostens. Gemeinsam sind allen Völkern gewisse deutliche Richtlinien: die Suppe zu Beginn, das große Fleischstück in der Mitte, das leichtere, z. D. Geflügel, danach, Süß­speisen am Schluß. Hnd immer und überall hat es neben den ausgesprochenen Rährgerichten gleichsam neutrale Magenfüllgerichte gegeben, sei es nun Hir'? rci, Reis, Buchweizen oder unsere alleinfeligm. .üe Kartoffel. Immer und über­all hat der Mensch, bald feiner, bald gröber, durch abweichend gewürzte und pikante Tunken neue Reize in die Alltagskost zu bringen gesucht. Immer und überall haben Feste, auch die ab­straktesten, metaphysischsten, ihren kulinarischen Ausdruck gefunden.

zu wahren jungen Tausendkünstlern ausgebildet, häusliche, sehr weibliche Künste werden ebenso gepflegt wie allerhand männliches Können. Ko­chen, Schlachten, Backen, Milchwirtschaft, Mol­kerei und Käserei, Obstverwertung, Obstwein­bereitung, Waschen, Schneidern, Handarbeit, Kör­per- und Krankenpflege, Säuglings- und Wöch- nerinnenbebanbhing wird ebenso ausführlich ge­lehrt wie Holz- und Metallarbeit, Schuhmacherei und ähnliches Handwerk.

Denn jedes dieser jungen Mädchen muß ja damit rechnen, daß es im Rotfall wie Ro­binson Crusoe auf einer einsamen Insel ohne die Hilfe der Zivilisation auskom­men muß, daß es auf sich selbst gestellt ist und daß von seiner persönlichen Kraft, von seinem Wissen und Können es allein abhängt, ob dieses neue Leben im fremden Erdteil ein gutes, gesun­des, glückliches und erfolgreiches Dasein werden wird. Aber was für ein stolzes Gefühl auch für so eine junge Frau, die in allen Sätteln gerecht ist, wenn sie dann einen kahlen wüsten Fleck Erde in einen Rutz- und Blumengarten verwandeln, wenn sie ihr Haus von oben bis unten int Rotfall selbst versehen und die schwar­zen oder braunen Helfer in allem belehren kann! Daß sie neben diesen praktischen Fähig­keiten auch die sportlichen lernt, ist selbstver­ständlich, denn was ist eine Frau im Busch, die nicht reiten und schwimmen, rudern und schießen kann?

2'J>er nicht nur die praktischen und körperlichen Fähigkeiten werden in der Rendsburger Schule dem überseeischen Leben angepaßt, auch die gei­stigen Vorbedingungen werden geschaf­fen, damit die dort lernende Frau später einmal ihrenMann" stellt. So werden z. B. auch Sprachen gelehrt, Englisch und Spanisch als Pflichtsprachen, die afrikanischen Eingeborenen­sprachen Otjih:rero und Kisuaheli sind wahlfrei.

Der Leiter der Schule, der frühere Direktor der Oberrealschule in Windhuk, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, auch den Charakter seiner Schü­lerinnen auf die harte Arbeit in den Kolonien zu formen. In engstem kameradschaftlichen Zu­sammenleben lernen sie Selbständigkeit und Ver­antwortungsgefühl und jene Lust am Zu- Packen, die sie später so nötig gebrauchen werden.

Die meisten der Schülerinnen besitzen Hni- versitätsreife, doch wird dies keineswegs zur Vorbedingung gemacht, denn die Leiter der

Allerlei erprobte Rezepte.

Brotsuppe. Zu einer Suppe je nachdem man sie dicklich oder flüssig liebt, nimmt man zwei bis drei Obertassen voll geriebenen Weißbrots. Alles in kochendes Wasser gegeben, läßt man etwa 20 bis 25 Minuten langsam kochen, nimmt vom Feuer, zerquirlt in etwas Wasser ein Ei und einen Eßlöffel Maggi-Würze, rührt dies nebst einem Stich guter Butter und dem nötigen Salz an die Suppe und erhält so eine, auch jedem Kranken wohlbekömm- liche, leicht verdauliche, nahrhafte Suppe von großem Wohlgeschmack.

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B r a t e ns o ß e n s u p p e. Alle in der Brat­pfanne zurückgebliebenen Reste, wie Brotkruste, gelbe RWen und Zwiebeln usw., werden mit der übrigen Bratensoße und so viel Wasser gut aufge­kocht, wie man zur Suppe nötig hat, dann durch ein Haarsieb getrieben und mit ein bis zwei Eiern abgezogen.

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Gedünstete Makkaroni. Makkaroni wer­den 20 Minuten in siedendem Salzwasser ab gekocht, gut abgeschüttet und mit kaltem Wasser durchge- Ichwenkt: in einer Kasserolle erhitzt man gutes Fett, etwas Jus und Fleischbrühe, gibt die Makkaroni hinein, würzt mit Salz und Pfeffer und läßt sie noch 10 bis 15 Minuten dünsten. Nach Belieben vermischt man sie zuletzt mit einer kräftigen To­matensoße oder serviert diese extra dazu.

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Sauerkrautrollen. (Für vier Personen, zwei Stunden.) Zutaten: 250 g Weizenmehl, 1 Ei, 50 g Butter, 1 Teelöffel Salz, Wasser, 100 g Schei­ben von durchwachsenem Räucherspeck, 500 g Sauer­kraut, 100 g Schweinefett, 1 Zwiebel, i Teelöffel Kümmel, 2 Maggi's Fleischbrühwürfel. Zuberei­tung: Von dem Mehl, Ei, Butter, Salz und wenig Wasser wird ein glatter Nudelteig hergestellt, den man eine Stunde ruhen läßt. Dann wird er dünn ausgerollt, mit den Räucherspeckscheiben belegt und mit dem Sauerkraut, das man vorher in Schweine-

Schul« wissen ganz genau, was für schwere Opfer ein langer Schuigang den Eltern und Kindern oft auferlegt, und daß es viele gibt, di« auch ohne diesen offiziellen Bildungsgrad berufen sind, sich tapfer draußen auf vorgeschobenem Posten herumzuschlagen. Wer gesundheitlich und charakterlich den Voraussetzungen für diesen Le­bensweg entspricht, wird auch ohne Obersekunda­reife in die Rendsburger Schule aufgenommen.

Hnd die Aussichten? Die Möglichkeiten für eine gute Existenz in Hebersee, zu der die Schule die jungen Frauen ja vorbereitet? Sie lassen sich nicht mit wenigen Worten charakterisieren. Die wirtschaftlichen Verhältnisse schwanken auch hier außerordentlich, doch sind sie im allgemeinen besser als in der Heimat.

Von den zweihundert bis jetzt aus der Anstalt hervorgegangenen Schülerinnen haben etwa vierzig Prozent in Heberfee eine Heimat gefunden. Hnd da sie unter vielen Bewerberinnen als die besten, tüchtigsten und geeignetsten aus­gewählt wurden, so ist anzunehmen, daß sie sich mit Fleiß und Tapferkeit drüben eine neue und auskömmliche Existenz gegründet haben.

Oie praktische Hausfrau.

Behandlung wertvoller Spitzen. Wertvolle Spitzen werden wie neu, wenn man sie, schön ausgezogen, um eine recht dicke Flasche wickelt und dann in warmem Seifenwasser tüchtig hin und her schwenkt und dadurch wäscht.

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Entfernen von Lebertranflecken aus Kinder wäsche. Lebertranflecke werden aus Kinderwäsche am besten mit guter Kernseife ent­fernt. Man seist die fleckigen Stellen gut ein, läßt etwas lösen und wäscht dann wie gewöhnlich. Um den lästigen Geruch zu beseitigen, genügt leichtes Kochen der Wäsche.

Wie reinigt man b l i n d g e w o rd e n e Fensterscheiben? Solche Scheiben lassen sich auf folgende Weise leicht reinigen: Man tränke einen wollenen Lappen in Leinöl und reibe damit die Fensterscheiben gut ab. Danach entfernt man die hängengebliebenen Oelteilchen sorgfältig mittels eines wollenen Lappens und spült dann die so ge­reinigten Fenster mit kaltem Wasser nach.

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Emaillegeschirr aufzufrischen. Die Emaillegeschirre werden zum Leidwesen der Haus­frau überaus rasch abgenutzt. Schon nach mäßigem Gebrauch erscheint an der Außenseite das Metall. Jene Stellen, die nicht dem offenen Feuer oder dem kochenden Wasser ausgesetzt sind, können sehr leicht mit einem Emaillelack ausgebessert werden. Man trägt ihn mit einem Pinsel auf die schadhaften Stellen auf.

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Ausbessern von zerrissenen Gar­dinen. Wenn man die defekte Stelle mit Papier unterheftet, das man beim Ausbessern gleich mit durchstopft, lassen sich Löcher in Gardinen und feinen Deckchen viel leichter stopfen. Das Papier läßt sich nachher mühelos entfernen: wenn Reste Zurückbleiben, kann man sie mit Wasser losweichen.

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Behandlung von G u in m i s a ch e n. Um Gummischuhe, Gummimäntel usw., Luftkissen und Eisbeutel vor dem Bauchigwerden zu bewahren, darf man sie nicht an sehr warmen und trockenen Orten aufheben: durch trockene, warme Luft wird Gummi leicht brüchig. Die Räume, in denen man Kleidungsstücke oder andere Gegenstände aus Gummi aufbewahrt, müssen gut temperiert sein.

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W i e reinigt man silberne Löffel? Jrn täglichen Gebrauch befindliche silberne Löffel müssen oft einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Es ist zweckmäßig, wenn man sie einige Minuten in kochend heißes Kartoffelwasser legt. Da­nach bekommen die Löffel einen schönen Glanz. Nach längerem Gebrauch empfiehlt es sich, sie in einer Lösung von gleichen Teilen Kochsalz, Wein­stein und Alaun zu legen, die man kochen läßt. Dann nimmt man die Löffel heraus und reibt sie mit einem weichen Tuche trocken.

fett mit der geriebenen Zwiebel und Kümmel eine Stunde gedämpft hat, bedeckt. Der Teig wird dann aufgerollt, in fingerlange Rollen geschnitten, die man nebeneinander in eine feuerfeste Form legt. Man begießt sie mit einem halben Liter Fleisch­brühe aus zwei Maggi's Fleifchbrühwürfeln und läßt das Gericht eine Stunde im Ofen backen.

Gerührte Eier, in der Pfanne auf­gezogen. Eine Eierpfanne aus Porzellan wird dick mit frischer Butter ausgestrichen, verrührte, ge­salzene Eier hineingegeben, einige Butterstückchen eben darauf geschnitten, auf schwaches Feuer ge­setzt und so lange gebacken, bis die Eier auflaufen und gleichmäßig angezogen Haben. Man serviert sie so heiß wie möglich in derselben Pfanne.

Gänseklein. (Für vier Personen, zwei Stun­den.) Zutaten: 1 Gänseklein (Hals, Flügel, Kopf, Herz, Magen sowie die abgebrühten und enthäute­ten Beine, um die die sehr sauber gereinigten Fett­därme gewickelt sind), 2 Zwiebeln, 2 Aepfel, Pfef­fer und Gewürzkörner, 1 Stückchen Lorbeerblatt, je 1 Stengel Majoran und Thymian, 1 Eßlöffel Salz, gut l Liter Fleischbrühe aus 2 Maggi's Fleischbrühwürfeln 1 Teelöffel Maismehl. Zube­reitung: Das sauoer vorbereitete Gänseklein wird mit den zerschnittenen Zwiebeln und Aepfeln, den Gewürzen, Salz und Kräutern in «inen Topf ge­geben, die kochende Fleischbrühe darüber gegossen und langsam weich gedünstet. Dann nimmt man die Flerschstücke heraus, rührt die Soße durch, verdickt sie mit dem Maismehl und gibt sie über das Klein, das mit Salz- ober Pellkartoffeln zu Tisch gebracht wird.

Z a l z k e k s. 50 Gramm Butter und zwei Eidot­ter werden schaumig gerührt, 200 Gramm feines Weizenmehl, eine halbe Tasse saure Sahne, ein bis zwei Eßlöffel voll Wasser und ein halbes Back­pulver binjugegeben. Der Teig ist ein Viertel Zenti­meter dick auszurollen, mit Salz und Kümmel be­treut, in schrägen Vierecken auf die Platte zu bringen und hellgelb zu backen.