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Das Bergische Land? Dis hinter den Drachenseis herrschten einst die stolzen Herzöge von Berg und zwischen Honnef und Rheinbreitbach ist heute noch die tiefe Mulde, die einst südlicher Grenz- Wall des Bergischen Landes war, deutlich zu erkennen. Aber heute ist der Begriff Drachenfels, Siegerland nicht mehr mit dem Begriff „Der- gisches Land" verbunden. Wenn von „De Roem- ryke Berge" die Rede ist, denkt man heutzutage unwillkürlich an Elberfeld-Barmen, Remscheid, Solingen, an Schloß Burg an der Wupper, den im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Sih der Grafen von Burg, die heute, ein Denkmal Bergischer Heimatliebe, wieder im alten Glanze hinausragt ins weite Land. Die Talsperren, der Altenberger Dom, die Müngstener Drücke und vor allem die Schwebebahn durch das langgestreckte Wuppertal sowie der Langerberger Sender, tauchen als Wahrzeichen auf, wenn die Rede vom Dergischen Lande ist.
Es gibt viele Rheinländer, Rheinhessen, Eifeler, Kölner, Westerwälder, Moselaner usw. Aber der Typ derer aus dem Dergischen ist der des schöpferischen Rheinländers. Aus den alten malerischen Hammerwerken und Schleifkotten hat er längst Fabriken gebaut, die Heimarbeit der Dandwirker wurde längst zur bergischen Textilindustrie. Trotz aller Schornsteine aber gibt es so viele entzückende Winkel im Land, daß man von einer besonderen Poesie der Landschaft beeindruckt wird, die anders ist als die des Taunus oder die des Hunsrücks. Die sauberen bergischen Schieferhäuser mit ihren blitzblanken Gardinchen und 'frischgestrichenen Fensterläden nehmen sich öfter aus wie schöne kleine Dauten die aus des lieben Herrgotts großem Spielzeugkasten kommen. Desonders wenn sie oben auf grüner Matte liegen, auf denen das Vieh weidet und unten im Tal ein munter Bächlein plätschert!
.ilnb in diesem Lande gedeihen seit Jahrhunderten die deutschen Schwerter. Solingen war einst die bedeutendste Waffenschmiede des Reiches. In Lennep und Hückeswagen wurden einst weltbekannte Tuche gewebt. Die Stadt der Schlösser liegt auch im Dergischen. Es ist Delbert, denn dort
Sonntag, 3. 3uli.
6.15: Don Hamburg Hafcnkonzert. 8.15: Stunde des Chvrgesangs. 9.0u: Christuskirche in Cob- lenz: Morgenfeier. Festgottesdienst zur Feier des 84. Bundestages des Westdeutschen Jungmännerbundes. 10.00: Reue Musik vor l1/» Jahrzehnten. Vortrag von musikalischen .Beispielen von Dr. Hermann Scherchen. 11.00: Deutsches Eck, Cob- lenz: 9. Tagung des Reichsverbandes Deutscher Sanitäts-Kolonnen. 12.00: Mittagskonzert des
Rundfunkorchesters. 13.00: Konzert auf Schall- platten. 14.10: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der Jugend. 16.00: Pforzheim: Aachmittagskon- zert des Shmphonie-Theater-Orchesters Pforzheim. 17.00: Hindenburg-Stadion in Hannover: Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Hörbilder. 17.45: Turnerlieder auf Schallplatten. 18.00: Aus dem italienischen Reisetagebuch von Goethes Vater. Von Hans Jungbauer. 18.25: Dreißig bunte Minuten. 18.55: Vortrag. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 20.30: Gastspiel des Hessischen Landestheaters: Theater und Rundfunk. Die Rückkehr des verlore- nen Sohnes. 21.30: Baden-Baden: Konzert des Städtischen Orchesters. 22.50: Erster Segelflug- |
bcigesetzt und im ehemaligen Geleitshaus ein Diorama der Schlacht von Lutzen aufgebaut ist.
Rokokofpiele in Ansbach.
Die seit einigen Jahren im stilreinen Hof des berühmten Ansbacher Schlosses veranstalteten Rokokospiele finden in diesem Sommer am 31. Juli, 6. bis 8. August und 11. September statt. Sie sind als markgräfliches H 0 ffest im <5 d) l 0 h gedacht. Eine Musikkapelle in historischer Uniform aus der Zeit Friedrichs deS Großen (A nsb ach - Bayreuther Dragoner) wird mit alten Militär- und Fanfarenmärschen die Spiele einleiten. Dann zieht Markgraf Friedrich Karl mit seinem Hofstaat ein. Menuette, Reigen, Tänze, Schäferspiele, ein Flötenkonzert und pantomimische Darbietungen folgen in buntem Wechsel.
Montag, 4. Juli.
Mergentheim: Frühkonzert. 12.00:
Mittagskonzert. 13.00: Mit-
15.20: „Das Bild der amerikani-
— Gespräch von Irmgard Kern. 17.00: Konzert. 18.25: „Der Himmel im Juli und August. — Anserer zwerghaften Sonne Riesen- Welt", Vortrag von Professor Edmund Sittig. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Das deutsche Volkslied I. 20.00: Ewige Romantik. Reue romantische Improvisationen. 21:00: iln-
Jnnen- und Oberstadt auf guter, nur zum Teil mit Wald umsäumter Landstraße durch Rieder- Dessingen, hierauf an dem etwas abseits gelegenen Dorf Ober-Bessingen vorbei nach Münster, wo wir die von Gießen nach dem Hohen Bogels- berg führenden gelben Striche treffen, denen wir bis zur Hohen Straße, einem alten Verbindungsweg von Grünberg nach Hungen, folgen. An diesem Schnittpunkt, dem sog. Kreuz, bietet sich ein schöner Blick auf Wetterfeld, Laubach und die Höhen des Vogelsbergs. Zu unserer Rechten liegt der Hessenbrücker Hammer, ein ehemaliges Braunkohlenbergwerk. Wir gehen nun in nördlicher Richtung die Hohe Straße entlang, sehen rechts unten im Tale Lauter liegen und erreichen nach 3Vrstündiger Wanderung unser Endziel, die hochgelegene, altertümliche Stadt Grünberg.
Herborn—Ackersdorf—ForsthauS Neuhaus—Burg—Herborn.
Wir fahren mit Sonntagskarte nach Herborn, gehen die Bahnhofstraße entlang bis zum Marktplatz mit altertümlichem Rathaus, interessanten Fachwerkhäusern und schönem Marktbrunnen. Hier wenden wir uns rechts bis zur Dillbrücke, wo wir zur Linken ein blaues H erblicken, das uns nahezu auf der ganzen Strecke den Weg zeigt. Vorerst durch freie Gegend, später durch Wald steigen wir in langsamen Windungen zur Höhe, um von einem Aussichtstempel einen hübschen Blick auf bas Dilltal und Burg Greifenstein zu genießen. Hinter der Hütte gelangen wir auf eine Heide mit prachtvoller Aussicht auf bie Westerwälder Derge und zierlich in die Landschaft eingebettete Dörfchen. Rach geraumer Zeit kommen wir wie- ber zum Wald, wo uns Lichtungen abermgls schöne Blicke gewähren und erreichen das schmucke Dörfchen Ackersdorf. Ohne Zeichen wandern wir von hier die Landstraße nach dem hochgelegenen Forsthaus Reuhaus, einem ehemaligen Jagdschloß mit guter Wirtschaft. Hier treffen wir wieder unser seitheriges Zeichen, das uns über einen Bergrücken, an Burg vorbei, mit schönen Blicken auf den Scheider Wald sowie auf Herborn und bas Dilltal zurück nach Herborn bringt. Wander- -eit 4 Stunden.
imb Pfeifenklang geht's zum Festplatz, wo der eigentliche Festakt „steigt", umrahmt vom gemeinsamen Gesang schöner, alter Johannisfest- lreder.
Rundfahrten durch die mitteldeutschen Gustav-Adolf-Tiätten.
Während des Sommers veranstaltet das „Internationale Derkehrsbüro des Leipziger Meßamts" ”on "eiPJifl aus regelmäßige Rundfahrten durch die Guftao-Adolf-Gedenkstätten in Mitteldeutschland. Besucht werden Lützen und die Gedächtniskapelle mit dem neuen schwedischen Blockhaus, Meuchen mit dem Tisch, auf dem die Leiche des Schweden- fönigs nach seinem Tode bei Lützen in der Meuche- ner Kirche seziert wurde, und Weißenfels, wo unter der Kanzel der Stadtkirche das Herz des Königs
produziert der Gewerbefleih vornehmlich Türschlösser. Die Stadt der Regenschirme (und das ist den wenigsten bekannt) finden Sie auch dort. Sie heißt Ohligs. Schade nur, daß das fleißige Dolk heute auch von der Arbeitslosigkeit geplagt wird. Doch der Berger ist zäh, erfinderisch und unternehmend. Wenn der Druck der Zeit von uns gewichen sein wird, rauchen im Dergischen zuerst wieder die Kamine.
Selbst heute ist der Derger nicht klein zu kriegen. Das Land so reich an Raturschönheiten und Sehenswürdigkeiten, hat eine freimütige, aufrechte, naturverbundene, freundliche Bevölkerung, die vor allem dem deutschen Liede unverbrüchliche Treue hält. Die bergischen Gesangvereine ha^n einen guten Ruf und sind auf Wettstreiten gefürchtete Gegner, weil dort die Sangesfreudigkeit seit undenklichen Zeiten gewahrt und gepflegt wird. Bekannt und berühmt ist der mehr als 100jährige Gesangverein der Wupperhofer, dem die alten Schleifer sein Gepräge gaben.
Das Bergische Land ist heute durch zahlreiche Kraftpostlinien dem Verkehr bestens erschlossen. Lohnend sind die Fahrten ins Land der Tropfsteinhöhlen bei Ründeroth, Gummersbach, Walbröl. Dor allem ist die Wiehler Tropfsteinhöhle eine sehr sehenswerte. Eine Fahrt von Leichlingen über Dergisch-Reukirchen zur Patscheider Talsperre und durchs reizvolle Murbachtal lohnt in jeder Hinsicht.
And in den bergischen Gasthäusern ist es zum Aushalten. Vor allem billig und gut, denn der Derger hat den Magen nie vernachlässigt. Ra- mentlich der Kaffee hat es ihm angetan: „ Alles is mer lieckevoll, hör ick nur de Kaffeemöll" sagt der „aule" Berger. Eine Portion Kaffee mit bergischem Dlatz und bergischer Landbutter ist ein Hochgenuß für Kenner.
Ein duftiger, kräftiger Menschenschlag, gediegen und fröhlich, strahlt die Arkraft des Landes aus und wer etwas von dieser nervenstärkenden, gesunden Art mit nach Hause nehmen will, der verbringe seine Ferien oder sein Wochenende im Dergischen Land.
terhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 22.35" Frankfurter Luftschau. Mikrophonbericht. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik.
Dienstag, 5. Juli.
7.00 bis 8.00: Bad Oeynhausen: Frühkonzert der Kurkapelle. 12.00: Schallplattenkonzert. 13.00: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 15.20 bis 15.50: Haussrauen-Rachmittag. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Langfristige Witterungsvorhersagen", Vortrag von Pxof. Dr. Franz Baur. 18.50: Vortrag. 19.30:
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Billige zwei, und dreitägige Rheinfahrten.
Für die Sommermonate hat die „Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt" billige zwei- und drei- tägige Rheinfahrten eingeführt, die von Düsseldorf, Köln und Bonn nach Aßmannshausen-Rüdesheim und von den Oberrheinstädten sowie Mainz und Wiesbaden nach dem Siebengebirge unternommen werden können. Die Fahrten kosten 18,50 bzw. 28 Mark; in diesen Preisen sind die Kosten der Fahrt, der Unterkunft und der Verpflegung enthalten. Von Frankfurt a. M. aus werden diese Fahrten schon seit Mitte Mai ausgeführt.
Burg Lahneck kann besichtigt werden.
Die bisher dem Publikum nicht zugängliche Burg Lahneck, gegenüber Stolzenfels bei Oberlahnstein, ist jetzt zur Besichtigung freigegeben worden. Die Burg gshörte früher zum Erzbistum Mainz. Sie wird 1224 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und liegt, überragt von einem fünfeckigen Bergfried, auf einem 164 Meter hohen steilen Bergkegel über der Lahn. Der Anblick der Burg regte Goethe 1774 ZU seinem Gedicht „Geistesgruß" an.
Johannisfest in Eschwcge-Werra.
Dom 9. bis 11. Juli findet in Eschwege an der Werra das Johannisfest statt. Jahrhundertealt ift seine Form, aber unvergänglich jung die Begeisterung, mit der es, vor allem von den Kindern, alljährlich immer wieder gefeiert wird. Olm ersten Festtag ziehen an die tausend Knaben in die nahen Grebendorfer Derge, holen sich Dirkenzweige und marschieren dann unter Vor» an tritt des aus Schülern gebildeten Trommler- und Pfeiferkorps durch die geschmückte Stadt. Alt und jung versammelt sich nachmittags auf dem Marktplatz. Lob- und Danklieder werden gesungen. Am Abend erscheinen die Johannis- festreiter und blasen Fanfaren. Den Sonntag leitet ein großes Wecken in der Frühe ein. Am Rachmittag holen die Knaben die Mädchen zu dem eindrucksvollen Johannisfestzug ab. In den Stadtfarben gekleidete Reiter bilden die Spitze. LHnen schlief-en sich klassenweise mit ihren Fahnen die Eschweger Schulkinder an. Anter Trommel-
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Lieder zur Laute. Gesungen von Edmund Darc- zßk, Jena. 20.00: Festsaal der Liederhalle: 4. Festkonzert der Wurtt. Hochschule für Musik. Die heilige Elisabeth. Don Joseph Haas. Ein DolkS- vratorium. 22.00: Don Kindern und Tieren. Eine literarisch-musikalische Stunde. 22.45 bis 24.00: Tanzmusik.
Mittwoch, 6. Juli.
7.00 bis 8.00: Dad Oeynhausen: Frühkonzert der Kurkapelle. 10.10 bis 10.40: „Das schickt sich nicht." Ein Gespräch über gute und schlechte Sitten. Von Rudolf Arnheim. 12.00: Konzert. 13.00: Konzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend. 17.00. Schlangenbad: Opcretten-Konzert. 18.25: »Deutscher Mensch und deutsches Volk', Vortrag von Dr. Werner Kulz. 18.50: »Die lohnendsten deutschen Flußfahrten. Anregungen für Freunde des Kanusports", Vortrag von Paul Walther. 19.25: Reues aus aller Welt. 19.30: Deutsch« Volksmusik, ausgeführt vom Philharmon. Orchester Stuttgart. 21.00: Symphonie-Konzert. 22.45 bis 23.10: Mannheim: Lustiger Gespensterspuk. Erzählt von Friedrich Moest.
Donnerstag, 7. Juli.
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Freitag, 8. Juli.
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