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2.7.1932 Erstes Blatt
 
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Wette:

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Wie die auf Konferen Stunde zu letzten Woche ist bestens einmal wieder fanden irgendwelche Punkte äußerster hat es es zu oder der muh nun, wenn

noch einen neuen Auftrieb, kritischer Zuspitzung roch immer nicht kam nach der einen Woche

Entscheidung, so doch ulierten Abschluß bringen,

andern Worten heißen, daß wir mit fast töd­licher Sicherheit die Verpflichtung übernehmen, Frankreichs Schulden an Amerika zu zuhlen. Wenn auch dieser neue französische Vorschlag nicht mehr die'Forderung nach einem Lleber- ' $ e*ner Differenz zwischen den deutschen Zahlungen und den Schulden an Amerika, ent­halt, so taucht dieser äleberschuß doch wieder in der Gestalt des deutschen Beitrags für die allgemeine Kasse, den fonds commun, auf. Für der deutschen Zahlungen gibt es also

in der lebhaften Phantasie der Franzosen die verschiedensten Variationen, aber in einem bleiben sie ,stur: in der Forderung, Deutschland so 11 w ei t e r zahlen. Das ist der springende Punkt, über den man in Lausanne anscheinend nicht hinauskommt.

Don unserem O-Korrespondenten.

Lausanne, 2. Juli.

moralischen Grundlage der Kriegsschuldlüge gelöste und in wirtschaftliche Zusammenhänge gestellte Zah­lung Deutschlands an die auch von den anderen Mächten gespeiste gemeinsame europäische Wieder­aufbaukasse.

3n den Bureaus der Konferenz ist man, während die Delegationsführer sich noch über einen sog. zweiten Plan unterhalten, schon mit der Ausarbeitung der Vertagungsformel beschäftigt. Herriot fährt über den Sonntag nach Paris. Niemand ist so optimistisch, zu

Risiko.

dieses Frühsommers d i e von der

min-

Vor -er Entscheidung in Lausanne

Heute endgültige Formulierung des Gläubigervorschlags.

Deutschland bewilligten Vorteile st r e i ch e n würde, wenn Amerika später a b l e h n e seinen Gläubiger- anspruch an Europa ganz oder teilweise zu annul-' ueren. Die Blätter, die gestern nachdrücklich von einer gemeinsamen französisch-englischen Front gesprochen haben, glauben heute feststellen zu können, daß nach den gestrigen Verhandlungen nunmehr eine gemeinsame englisch-französische ita- l i en isch-belgisch-ja panische Front be­stehe.

Die deutsche Einstellung unverändert.

B e r ll n, 2. Juli. (OB. Funkspruch.) Zu den Lausanner Berichten über den neuen Vorschlag zur Regelung der Reparalionsfrage wird von hiesi­ger zuständiger Stelle erkläri, daß deut- scherseits irgend eine Mitteilung dazu nicht gemacht werden kann, ehe nicht der Vorschlag of- siziell bekannt gegeben wird. An der grundsätzlichen Einstellung Deutschlands, keiner-

Dazu sollten Melaus Macdonalds Vorschlag ein­letzte Ausschüße dienen. Der eine hatte d

gehendes Interesse daran, daß die deutschen Tribute nun schnell und endgültig aus der Welt geschafft werden, damit wenigstens die deutsche Wirtschaft in den Stand gesetzt wird, ihre pri­vaten Kredite zurückzuzahlen. Eine Frage übri- gens, die Frankreich kalt läßt, nachdem es

eZ>itre ^on in den Jahren 1930 unp 1931 bis auf einen geringen Bruch­teil aus Deutschland zurückgezogen hat. Gerade eben beginnen in London Ver- r-aZrrLUI}$cn e*ne erneute Verlängerung des Stillhalteabkommens für die privaten Ausland­kredite der deutschen Wirtschaft. Es braucht keiner großen Kombinationsgabe, um zu ahnen, daß Deutschland mit einer bloßen Senkung der Zins­rate für diese Kredite vielleicht nicht genützt wäre, daß es vielmehr die Zinszahlungen ganz ernstellen mühte, wenn es eben in Lausanne nicht gelingen sollte, mit den Tributen reinen Tisch zu machen und durch restlose Beseitigung der politi­schen Zahlungen und der in ihnen ruhenden Lln- sicherheitsfaktoren der deutschen Wirtschaft neuen Auftrieb zu geben. Ob die Engländer für die Er­kenntnis dieser zwangsläufigen Zusammenhänge hellhörig genug sind, muh sich in den allernäch­sten Tagen in Lausanne erweisen. Mit Vorschlä­gen, wie Frankreich sie gemacht hat, die Deutsch­lands berechtigte politische Forderungen mit einer Handbewegung beiseiteschieben, die Verantwor­tung für die endgültige Bereinigung der Tribut­frage auf Amerika abwälzen, also im Grunde weiter alles in der Schwebe lassen mit solchen Vorschlägen jedenfalls wird man in Lausanne nicht zu dem Sicherheit und Vertrauen schaffenden Ergebnis kommen, das die Völker Europas von der Einsicht und dem Mut ihrer Staatsmänner erwarten.

Macdonalds falsche Taktik

Ein neuer Zahlungsplan statt Tributstreichung.

sagen. Vck-------- ----- ___________

Sonnenschi>n und Regenschauer am Genfer See. Die deutsch.französischen Gespräche, mit denenidie vergangene Woche abschloh und die neue ticn sich bald festgelaufen.

Anscheinen'' unverrückbar standen sich die An­sichten gegmüber. Da ergriff der Konferenzvor­sitzende M cdonald erneut die Initiative. Wieder

. Wahlen halber, als um die in Aussicht gestellte Maßnahmen auf dem Gebiet der Arbeitsbeschafft rg, der Wirtschaftspolitik, der Ostsiedeluitz, der 'Jerwaltungsreform endlich in Schwung tu bringäi. Der neue Kurs will sich ja gerade toon der Aera Brüning dadurch vor­teilhaft unterscheide^, daß er sich nicht auf Geld­beschaffung durch

Es rst bezeichnend, daß offenbar auch die Engländer dieser Taktik Herriots zum Op'er gefallen sind und sich in die Einheitsfront der europäischen Schuldner eingliedern lassen wollen die die Verantwortung für das Zustandekommen einerEndlösung" der Tributfrage den Ver­einigten Staaten zuschieben möchten. Denn die französischen Pläne, die wir eben skizziert haben, Wllen ms Wasser oder stellen jedenfalls keine Endlosung dar, sobald Amerika nicht die Konse­quenzen zieht, die man in diesen Plänen von Washington erwartet. Ob Macdonald klug tut, hier mitzumachen und sich vor den französischen Karren spannen zu lassen, steht auf einem an­deren Blatt. Einmal steht es zu seinem Gläu­biger Amerika dank des Balfour-Abkommens <^nd Macdonalds Besuch in Washington in einem ganz anderen Verhältnis als Frankreich und kann auch aus weltpolitischen Gründen weit eher als dieses auf ein großzügiges Entgegenkommen Amerikas rechnen, wenn es allein darüber

lei Tributzahlungen weiter zu leisten, Hal sich nichts geändert. Gerüchte von einer be­absichtigten kabinettssihung in Frei­burg werden in hiesigen unterrichteten Kreisen als unzutreffend bezeichnet.

England von der Sicherungsklausel nicht entzückt.

London, 2. Juli. (WTD. Funkspruch.) Die Berichte der englischen Korrespondenten aus Lau­sanne sind überwiegend auf einen mäßigen Op­timismus abgestellt. Times spricht von dem ho f f- nung svollenTon, der in Lausanne herrsche. Die Sicherungsklausel scheine bereits etwas an Bedeutung verloren zu haben. »Financial News" bezeichnet die Sicherheitsklausel als taktisch unklug und meldet, alle Mitglieder des Bureaus mit Ausnahme der Franzosen seien fürderenAuslassung.Daily Telegraph" unterstreicht die Notwendigkeit, die Sicherungs­klausel so abzufassen, daß Amerika unter keinen Llmständen daran Anstoß nehmen könne.

--- intensiven Nachtberatungen die an die Konferenzteilnehmer die höchsten Anforderungen stellen, haben uns nicht einen Schritt vor­wärts gebracht. Es ist nicht gelungen, die Beratungen auf eine Formel zu konzentrieren, die aus der Sackgasse herausführen könnte, in die sich die Konferenz hineinmanövriert hat. In den Bureaus werden Vorschläge ausgearbeitet die als erledigt gelten können, sobald die Ent­würfe fertiggestellt sind. Denn jeder neue Vorschlag stellt keine Lösung des Problems dar, sondern isteinneuerZahlungsplan, ein neuer Youngplan in verkleinerter Auflage. Deutschland sagt Nein, Deutschland muh Nf>e i n s agen und in den fremden Delegations­kreisen ist man innerlich überzeugt davon, dah Deutschland Nein sagen muß, es also sinnlos geworden ist, durch neue Zahlungsvorschläge die Konferenz retten zu wollen. In englischen'Dele­gationskreisen beginnt man zu erkennen, dah Macdonald mit seinem Einlenken in die französische Linie einen schweren Fehler gemacht hat, denn anstatt zu helfen, dah die Konferenz den grohen Schwammstrich über die Schiefertafel des Krieges macht, hat er die Lausanner Konferenz, die zur Lösung des Reparationsproblems einberufen war, auf das Niveau einer zweiten Voun g konfe­ren z h e r a b g e d r ü ck t, die ihren Zweck darin sieht, durch Anwendung des schärfsten konzentri­schen Druckes auf die deutsche Delegation zu be­wegen, eine Unterschrift zu leisten, die nicht ein­gehalten werden kann.

tauchte in Hnem Vermittlungsvorschlag der von den Deuts len schon wiederholt abgelehnte Ge­danke aus, die grundsätzliche Streichung der Tri­bute den otanzosen durch die Bewilligung einer Abschlagszahlung schmackhaft zu machen. Die deutsche Dellgatton hat diese Zumutung wiederum zurückgewiesm und die Antwort des Reichskanz­lers in Föhn eines Kommuniques aller Welt bekanntgege^n, alt es den Anschein bekam, als ob die Franken die deutsche Ablehnung bereits zu einer HMtosistruktion für die Schuldfrage im Falle des Scheiterns der Konferenz, verwenden wollten. Ql ui desen taktischen Gründen für die deutsche Deriäsertlichung erklärt sich die durchaus mangelhafte Vochereitung der öffentlichen Mei­nung in Deutshlcird, die von dem deutschen Schritt in Lausanne rsch: minder überrascht war, als die fremden Derttrnlllungspartner. Deutschland for­derte doch nidt mehr und nicht minder als die DeseitiguigderDiskriminationdes VersaillerV ertrage s, ohne die das Ver­trauen der Wstt nicht wiederhergestellt werden könne. Die deysche Delegation versteht darunter die Deseitigun vor allem derjenigen Artikel des Versailler Diktats, die uns durch die Ent- waffnungs- uni Tributbestimmungen, aufbauend auf der im Arckcl 231 stipulierten ßüge von der Alleinschuld DeNschlands am Weltkrieg zu einer Station mindere Rechts gestempelt haben. Es war nicht anders zu erwarten, als dah die Fran­zosen auf diesenfeutschen Vorstoß nicht reagieren würden. Sie unh anscheinend auch die Engländer haben sich einfaq totgestellt. Man wollte davon in Lausanne nichs hören und besann sich über­raschend schnell |uf die bisher gerade von den Franzosen wenig beachtete These, daß Abrüstung und Tribute nichs miteinander zu tun hätten, der deutsche Qlntvg also vor das Genfer Forum gehöre. All diese) diplomatischen Taschenspieler­kunststücke zum Totz bleibt die in Lausanne be­gonnene deutsche Generaloffensive gegen Ver­sailles Von ihr /ibt es jetzt kein Zurück mehr, wenn sich auch di« anderen bemühen, die deutsche Revisionsforderum links liegen zu lassen und ohne sie zu eröxern, zu einem Ergebnis zu kommen.

lussichten hierfür günsttg sind und ob es für deniLrfolg der Konferenz ein gutes Zeichen

gesetzte zi u s | aj u |: e dienen. Der eine hatte die Aufgabe das Matehl zur Vorbereitung der Welt- Achten. Ser °nd-r-, wich.

Sühn f°9enani'eBüro" sollt- sich mit der Mfen Kons-renzausgab- be-

be3n ÄT in bem Deutschland

non S r o? A5f'naTmini|t<'r @rai Schwerin Kamps der lernL TnL*Ck 're ,p,clie M nun ber Blan 'erörterturte ^nächst der

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europäischen 'W ede^on^^ Zur Förderung des sch, Dereaation hnt ÄQU5 3U Srunöen. Die deut- emen ffinh h ! $ bereiterklärt, für diese Kasse Äörausseüunn & 3U Ieiften unter der friminafinnpn^hoc bie oben erwähnten Dis- ^n und dip Vertrages verschwän-

fn(ien der ^iphprh^f^n ungesammelten Kapi- @(ei(t)apmirht?,e^fler^e^Un9 bes wirtschaftlichen Menen re^hn3^te'L^f,i't|cBlanb und der Welt Angebot bei Lesern deutschen

berPe T DOn Frankreich gefor-

Aounqolans Mitten zur Ablösung des joungpians, sondern um eine von der falschen

Kube spricht in Frankfurt.

Zur Uebernahme der Verantwortung in Preußen bereit.

Frankfurt a. M., l.Iuli. (Lpd.) In der ersten Wahlkundgebung des Gaues Hessen-Nassau Süd der NSDQlP. sprach vor mehreren tausend Zuhörern im Hippodrom der Führer der natio- nalsozialistischen preußischen Landtagsfraktion, Abg.Kube. Der Redner erklärte: Die Deutsch­nationalen sollten sich darüber klar sein, daß ihnen nach der Reichstagswahl nichts anderes u*?rt9 uteibe, als sich den Nattonalsozialisten an­zuschließen: der Führer des kommenden Deutsch­lands heiße Hitler und nicht Alfred Hu- g e n b e r g. Sie seien bereit, die Regierung in Preußen zu Übernehmen, aber ohnejedeDin- dung. QZerlangt werden müsse der Posten des Ministerpräsidenten, des Innenministers, des Kultusministers, des Landwirtschafts­ministers und des Justiz Ministers, weil sie der Meinung feien, daß gerade auf diesen Gebieten

Herriot wieder in Lausanne.

Besprechungen bei Macdonald.

Lausanne, 2. Juli. (MTB. Funkspruch.) herriot ist heute früh nach Lausanne zu­rückgekehrt, um an der heutigen Vormittags- sihung des Büros teilzunehmen, die den gestern ausgearbeilelen Vorschlägen die definitive Lösung geben soll, herriot Halle bereits vor Beginn der ursprünglich auf 10 Uhr anberaumten Zusammen­kunft eine Besprechung mit Macdonald. Mit Rück­sicht darauf ist die Sihung auf 11 Uhr verlegt worden. Reichsauhenminister Freiherr von Neurath wird um 12 Uhr Macdonald einen Besuch abslatten.

Frankreichs letztes Wort.

Herriot hat neue Vorschläge aus Paris miteebracht.

Lausanne, 2.Juli. (CNB. Funkspruch.) Die Besprechung Herriot-Macdonald hat sich bis über den bereits um eine Stunde verzögerten Beginn für die Sitzung dcr fünf an der Ausarbeitung des endgültigen Vorschlages beteiligten Mächte hinaus ausgedehnt. In unterrichteten ausländischen Kreisen verlautet, daß Herriot aus Paris gewisse Veränderungen und Ergänzungen zu dem gestern aufge ft eilten Entwurf mitgebracht habe, die er als das letzte Wort der französischen Delegation be­zeichnet und die von englischer Seite beanstandet werden. Die Sitzung ist vermutlich aus diesem Grunde und weil also eine Vereinba­rung unter den Gläubigermächten noch nicht erfolgt ist, auf heule nachmittag oer- ch o b e n worden. Der französische Gedankengang oll dahin gehen, eine verhältnismäßig ehr ho h e Ziffer als Maximqleinzah- lung Deutschlands in den fonds com­mun oorzusehen, die aber gleitend bis auf d i e Hälfte reduziert würde, falls ein A b - kommen mit Amerika in der Schuldenfrage erreicht würde. Authentisch läßt sich zunächst nichts feststellen, da der deutschen Seite bisher nur inoffiziell der gestern ausgearbeitete Rahmen für das Abkommen, ohne die Ziffern und die von Herriot proponierten Abänderungen, zur Kennt­nis gelangt ist.

Was sagt die französische presse?

P a r is, 2. Juli. (ERB. Funkspruch.) Die Mor- | genblätter stellen fest, daß ber Abkommensentwurf, ber ber beutschen Delegation unterbreitet werben soll, noch nichtvoll st änbigabgeschlossen ist unb seine enbgültige Form erst erhalten wirb, wenn Ministerpräsibent Herriot unb ber britische Schatzkanzler Chamberlain heute in Lausanne eingetroffen fein werben, lieber bie Summe, bie man 3U forbern gebenkt, scheinen noch Unklarheiten zu bestehen.Petit Parisien" hebt hervor, baß ber Abkommensentwurf beftimmte Garantien vorsehe, bamit ber Wert ber von Deutschlanb an me internationale Zahlungsbank auszuhänbigenben Bonbs nicht beispielsweise burch eine extensive An- eihepvlitik gefährbet werbe. Als möglicher Zins­satz für diese Bonds werben vonEcho be Paris" 5 v.H. genannt. NachMatin" wirb bie Sicher­heitsklausel enthalten, baß bie in Lausanne getroffene Vereinbarung r e d i b i e r t werben könnte unb bie Gläubiger Deutschlanbs ganz ober teilweise bie

__o* n unb mit aller Energie bie ohe Linkteilung uf allen Gebieten des staat-

glauben, bah er am Montag anders zu den Dingen stehen wirb als heute. Frankreich wirb sich nicht zur Nachgiebigkeit bewegen lassen, so­lange nicht Macbonalb aus ber gegebenen Situa­tion bie Konsequenz zieht, von Frankreich ab ruckt unb für bie Lösung ber Tributfrage eintritt, bie seiner Lieberzeugung unb dem Willen ber Mehrheit bes englifchen Volkes entspricht. Leiber ist aber zur Gtunbe noch wenig Aus» sicht, baß Macbonalb ben Schwamm anfeuchtet, um die Kriegsrechnung auszulöschen, denn der Reparationsausschuß ist wieder zusammengetre­ten, um einen dritten Zahlungsplan auszuar- beiten, ber jetzt schon ebenso aussichtslos ist wie seine kurzlebigen Vorgänger. Wenn Herriot aus Pans zurückkommt, bürste nicht mehr über Zah­lungspläne, fonbem nurnochüberbie Ver­tag ung beraten werben.

lieben uniHwirtschaftlichen Lebens vornimmt, bie bie veränLrten Verhältnisse erfordern. Insofern hat also qid) Deutxhlanb ein bringenbes Inter­esse barai, baß Lausanne halb zum Abschluß gelangt u;b Reichskanzler von Papen sich mit ungeteiltes Aufmerksamkeit seinen innerpolitischen

einen irgenbtoie «V|u?iuU »uu^n,

denn bie Cnglänbe haben nicht länger Zeit für Lausanne, die Q> rbereitungen zur britischen Rcichszollkonferenz n Ottawa brennen ihnen schon auf den Nägeln, uch Herriot rufen bringliche parlämentarische Gkchäfte nach Paris zurück unb schließlich ist es aich für ben deutschen Reichs­kanzler an ber Zeit' daheim nach dem Rechten zu sehen, weniger ber

Ohne daß von den von Deutschland an dieses Angebot geknüpften Bedingungen die Rede ist, haben die Franzosen den Plan der deutschen Zah­lung an die Wiederaufbaukasse sich zu eigen ge­macht, wollen aber nun außerdem noch eine deutsche Restzahlung herausschlagen, mit der sie ihren amerikanischen Gläubiger zu be- riedigen gedenken. Damit ist also, was wir schon in der einleitenden Besprechung zu Beginn der Konferenz von Lausanne befürchtet hatten, der Ver­such einer Verbindung von deutschen Tributzahlun­gen und alliierten Kriegsschulden an Amerika in die aktuelle Gefahrenzone gerückt. Frankreich, das aus Washington einen Wink erhalten hat, ohne Senkung der Rüstungsausgaben auf keinen Schul­dennachlaß zu rechnen, möchte also von Deutschland eine Risikoprämie erpressen dergestalt, daß Deutschland zur Zahlung der Summe' verpflichtet bleibt, die Amerika von feinen europäischen Schuld­nern eintreibt. Es ist einleuchtend, daß auf einer solchen Basis, die den Unsicherheitskoeffizienten, den man als stärkstes Hindernis für eine Rückkehr des Vertrauens in die politische Stabilität in Lausanne grade zu beseitigen wünschte, in der Rechnung be­läßt, unmöglich ein Abkommen zustande kommen kann, das für die deutsche Delegation annehmbar wäre. Deutschland hat nicht die geringste Veran­lassung, sich als Prellbock zwischen Amerika und seine europäischen Schuldner schieben zu lassen, von denen zumindest einer, nämlich Frankreich, nicht gewillt ist, die Voraussetzung für ein Entgegen­kommen Amerikas in der Schuldenfrage, näm- lich eine spürbare Entlastung in der Rüstungs-wkiu1 uutuuer

aufwendung, zu erfüllen. Das würde also mit verhandelt. Zum andern hat England ein weit-

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtstch in Gießen.

an (L) 182. Jahrgang Samstag, 2. Juli 1932

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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