Donnerstag, 2. Zum 1952
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
D. 127 Zweites Blatt
an
e n e r und Dr. R e i n.
Hauptdammcs
Wieringen un----....... .
In den Jahren vorher war die Provinz Tloto- holland bereits durch einen 2.2 Kilometer langen Damm über das Amsteldiep mit der Insel Wie-
Alte Glasmalerei in Darmstadt.
EineneucAbtcilungimHcsj.Landccmuseum
Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt hat soeben eine neue Abteilung eröffnet, die einen umfassenden Ucbcrblid über die Entwicklung der rheinischen Glasmalerei vom 12. bis 18. Jahrhundert gestattet und die an Umfang und Qualität von keinem Museum der Welt erreicht wird. Cs ist bemerkenswert, daß es hier trotz aller wirtschaftlichen Bot gelungen ist. durch geschickten Austausch, durch glückliche Aeuerwerbungen und schließlich durch Heranziehung einiger Leihgaben eine kunstpflcgcrische Tat zu ermöglichen, bei der sich Gegenwartswert und historische Bedeutung durchringen und er»
auch nur geringen Salzgehalt haben.
Inzwischen hat unter Boot wieder an dem Damm angelegt. Boch einmal blicken wir hinaus nach der Zuidersee, die keine See mehr ist, sondern ein Binnengewässer, wie sie es einstmals gewesen sein mag. Die See ist überwunden die Schisse von Amsterdam nach den Häsen der friesischen Westküste können sich nicht mehr frei ihren '"'SVn wählen, sie müssen sich bei Äornroerbcnanb
ftitutes Dr. Dingi zer Schulräte Gass.....■ _
Nach der Darbietung des Oratoriums von Mendelssohn durch den gemischten Chor der Christus- kirche unter Leitung von Kantor Ust begrüßte der evang. Superintendent von Rheinhessen, Oberkirchenrat Zentgraf- Mainz, der geistige Urheber und Organisator der Ausstellung, die Erschienenen und bot eine eingehende Uebersicht über das Wesen seines Werkes, das er dann der Stadt Mainz zu rocitcrem Gebrauch und zur Eingliederung ins Gu- tenbergmuseum übergab. Den Dank der Stadt übermittelte Oberbürgermeister Dr. Ehrhardt. Er sprach die Hoffnung aus, daß die beachtenswerte Misfionsdruckausftellung in absehbarer Zeit im Zu- sammenhang mit der Lösung der Raumfrage für das Gutenbergmuseum andere, noch geeignetere Räume finden könne, obschon das Völkerpadagogische Institut bei seinen Ausgaben auf dem Gebiet der Lehrerausbildung einen solchen Anschauungsstosf, wie ihn die Missionsdruckausstellung biete, schwer
Mssjonsbruüausslellung desGutenbelMuseurnSinMinz
ringen verbunden worden Der Hauptdamm erstreckt sich nun auf einer Länge von 29.6 Kilometer. ' Beben einem Radfahrerweg von 1.5 und einer Autostraße von 6 Meter Breite nimmt er auch eine zweigleisige Dahnonloge auf.
Dicht bei Den Oever liegt eine der drei für den Schiffahrtsverkehr bestimmten Schleuse n. Gleich dahinter liegen nicht weniger als 42 riesige
tBachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Amsterdam. Ende Mai 1932.
Rege« Treiben herrscht jeden Freitag in der Stadt Alkmaar. dem Hauptkäsemarkt Bord- Holland«. der an diesem Tage eine große Zahl von Produzenten und Händlern herbellockt. 2luf dem Marktplatz, vor der uralten Stadtwage. reihen sich die Tragen mit Hügeln gelber Käse
der Fahrt.
Bor sieben Jahren wurde dieses Fischerdorf aus seinem beschaulichen Dasein aufgeschreckt. Es galt die Trockenlegung des Wieringermeer- polders durch den Bau des 1929 fertiggestellten Deiches zwischen Den Oever und Wedemblik. und es gilt auch heute noch die Anlage des wischen der Insel er friesischen Küste.
in Zeichnung und Ausdruck vom Körpergefühl der Benaissance bestimmte, vollrunde Arbeit.
Rechnet man zu diesen Stücken noch die vielen ungenannten Arbeiten von teilweise hoher Qualität und dann natürlich die bekannten Zyklen ander Stiftskirche in Wimpfen und aus Partenheim in Rheinhessen, so ergibt sich ein nachhaltiger Eindruck, der neben dem kunsthistorischen Wert namentlich durch die lebendige Wirkung dieser Glasmalereien heraufgerufen wird. Dr. R. P.
Ein neues Fingerabdruck-Verfahren.
Di« gegenwärtige Methode des Fingerabdrucks ist noch ein recht schwieriges Bersähren Der bekannte französische Kriminalist Dr. Edmond L o - c a r d beschreibt in feinem Buch über die Entdeckung von Derbrechen mehr ate ein Dutzend Wege zur Gewinnung dieses wichtigen Erkennungszeichens. Im allgemeinen benutzt man_ Papier, das mit einer besonderen Gelatinelösung bedeckt ist und sorgsam über die Finger- und Handabdrücke des Derbrecher« gelegt wird. Don diesem Abdruck wird dann eine Photographie hergestellt und nach der Entwicklung den Sachverständigen zum Studium übergeben. An die Stelle dieser umständlichen Methode wird nun von einem Beamten des Polizei-Laboratoriums der Stadt Lyon. Dr. Leung, ein sehr viel einfacheres und exakteres gefetzt, das bereit« bei den Polizeiämtern von Frankreich zur Anwendung kommt. Bach seiner Behauptung geht bei dem alten Dersahren viel von den feinen Einzelheiten des Fingerabdruckes verloren, well der Abdruck zuerst auf Papier übertragen und dann die liebertragung photographiert und bann ein Abzug von dem Begativ gemacht wird. In jedem Stadium leidet die völlige Baturtreue. Bei der Methode von Dr. Leung wird nicht die geringste Einzelheit verloren. Seine Erfindung besteht in einer Wüchung, die hauptsächlich aus Kollodium, Azeton und Aether besieht. Die Lösung, die überall in einer Flasche mitgeführt werden kann, wird folgendermaßen verwendet: Der Detektiv überzieht zunächst den Gegenstand, an dem sich der Fingerabdruck bildet, mit einet schwarzen Substanz: über diese wird dann etwas von der Mischung gestreut, die sich in wenigen Sekunden in einen dünnen durchsichtigen Film verwandelt. Dieser Film kann leicht abgenommen werden, und auf ihn findet sich die Wiedergabe des Fingerabdrucks mit allen, auch den feinsten Cinzelhc'len. Der Fingerabdruck kann auf beiden Seiten studiert werden, da der Film ja durchsichtig ist. Die neue Methode ist rafch. genau, zuverlässig und praktisch. Sie kann daher unter Umständen eine Revolution bei den Polizeiämtern der Welt hervorruten.
Detonguadern. die zu beiden Seiten des künftigen Schienenweges Spalier bilden. Diese Kolosse gehören zu den Entwäsferungsschleusen. von denen es im ganzen 25 gibt. Diese 25 Schleusen. von denen jede 12 Meter breit ist. gestatten den Durchzug von etwa 3000 Kubikmeter Wasser der Sekunde. Sie mußten naturgemäß noch
V Beendigung des Dammbaues scrtiggestellt ..den. um die letzten Dammöffnungen soviel wie möglich von immer stärket werdendem Wasser- durchzug zu entlasten. Alles Interesse richtet sich auf die jetzt vollzogene Dichtung de r D a m m- I ü d c. die in einer Entfernung von mra drei Kilometer von Den Oever beginnt. Ein QJoot der Genera ld i re kl i on der Zuiderseewerke führt uns dorthin. Auf der Zuidersee ebenso wie jenseit- des Dammes sind unzählige Schlepper. Bagger- maschinen. Sandsauger, treibende Kräne usw. am Werk. Schon vor der 2üde macht sich sofort eine stärkere Strömung bemerkbar. Mit Brausen und Zischen stürzt sich das Wasser durch die Oeffnung. als wolle es nichts unversucht lassen, das Werk von Menschenhand noch im letzten Augenblick zunichte zu machen. Dergeblich! Das Clement ist machtlos und immer enger wird das Tor. An dieser Stelle, De Dlieter genannt, gab es ursprünglich eine Rinne von über 10 Meter Tiefe, die aber bereit« früher bis auf 3.50 Meter hinaufgeführt wurde. 3n riesigen Kähnen wird der De- schiebemergel von Schleppern herangeführt, den die Bagger aus der Zuidersee selbst herausholen. Tief wühlen sich in diese Kähne mächtige Greiser hinein, die sich an bestimmter Stelle öffnen, um ihren Inhalt wieder der See anzuvertrauen, dis im Zuge des Dammes die zähe Masse über den Wasserspiegel hinausragt und sich die flache graubraune Hügelkette auf beiden Seiten schließt. Unter dem Rattern der Kräne, dem Klirren der Ketten nähern sich die beiden Enden des Dammes von Stunde zu Stunde immer mehr, wird die Zuidersee immer enger abgeschnürt.
Dann geht der Blid nach dem völlig fertig- gestellten Teil des Dammes, der sich auf etwa 25 Kilometer Länge bis zur friesischen Küste erstreckt. 34 Meter breit ist die Dammkrone, 90 Dieter sind es am Wasiersviegel und die Dammsohle in etwa 4.5 Meter Tiefe mißt 130 Meter freite. Man sieht auf dem Damm zahlreiche Autos mit Besuchern heran- und wieder zurückfähren. Mit der Aufnahme einer ununterbrochenen Verbindung zwischen Bordholland und Friesland dürfte es aber auch nach der Dichtung des Dammes noch einige Monate dauern. Muß doch hinter dem Damm aus Geschiebemergel n och ein Sand- dämm errichtet werden, der wiederum durch mächtige, aus Weidengeflecht hergestellte und mit Steinen beschwerte Platten vor den Auswaschen geschützt wird. Dann gilt es noch den Wellen- schlagschuh anzubringen, ehe man den Bau des Auto- und Radfahrerweges auf dieser kurzen Strecke in Angriff nehmen kann. Cs dürfte daher Spätherbst werden, bis der Verkehr über den Zuiderseedamm auf genommen werden kann, mit der Eisenbahnlinie dürfte es noch länger dauern.
Auf der Rüdfahrt nach Den Oever gehen unsere Gedanken zu den Bewohnern der vielen Fischerdörfer am Rande der Zuidersee, für die der Dammbau teilweise oder vollständige Vernichtung ihrer Existenz bedeutet, so daß sie gezwungen sind, nach neuem Erwerb Umschau zu hatten. Die Gegner der Trodenlegung der Zuidersee haben immer wieder versucht, unter Hinweis auf die „toten Orte" und die Botlage ihrer Bewohner eine Einstellung oder wenigstens Verzögerung des Dammbaues zu erzielen. Diesen Ansichten gegenüber hat aber bei der. Regierung, ganz abgesehen von dem in die Millionen von Gulden gehenden Kostenaufwand für den Damm- bau, der Vorteil einer kurzen Verbindung mit der entlegenen Provinz Friesland und die S ch a f- f ung eines großen Süßwasser re ser-
Dom Wesen des Theaters.
Don Luise Dumont Generalintendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses.
Die folgende kritische Betrachtung dürfte zu den letzten literarischen Arbeiten der leider zu früh verstorbenen Künstlerin gehören.
Das Theater ist religiösen Ursprungs: alles Dühnenspiel stammt ab vom kultischen Dienst. Das 3eittbeater ist eine ganz neue Erscheinung. Die weltliche Entwicklung der Schaubühne, bie ja eine nicht zu unterschätzende Bereicherung an dramatischen Werken, wie an kaum vorstellbaren kolo- ristisch-sinnlichen Werten brachte, hat das Theater durch böse Tiefen geführt: feine zivllisatovllche Entfaltung geschah fast gänzlich auf Kosten seiner ursprünglichen Bedeutung.
Heute sieht es fast so aus, als solle das Theater on dieser seiner Sünde gegen den Geist ft erben. Die Wunder der Technik sind die Mächte, die ihm das Ende zu bereiten scheinen Das Unter- Haltungstheater im bisherigen Sinne ist jedenfalls zu Ende. Es konnte bestehen, solange es den reinen Unterhalrungsstoff allein in der Hand hatte Viel zu spät kam die Einsicht, daß tfdm. Tonfilm und Radio das Theater auf diesem Gebiete der reinen Unterhaltung restlos besiegen würden Und nun ist es in dieser Folge so gekommen, daß dem Theater nur seine ursprüngliche Bestimmung — im geistigen Sinne genommen bleibt und zwar im unmittelbarenmen|d>- lichen Wirkungsbezirk, der niemals mechanisch abgelöst werden kann.
Das ist die Krise, in der wir heute stehen. Sie wirkte sich infolge der Wirtschaftsnot die nun auch diejenigen Menschen, die aus alter lieber Gewohnheit noch ins Theater gingen, bis auf eine Heine Schar verringert hat, im Laufe der Ze" katastrophal aus und wurde so endlich für alle ficht- ^und das ist gut so! Wir müssen uns die Lage ganz Har vor Augen führen, um zu wissen^ daß das Theater entweder verschwindet — was natürlich nicht etwa wie ein Schiffsuntergang auf einmal geschieht - oder dah es hmsoist unter einer neuen Verantwortung zu wirken hat und wahrscheinlich auch in neuen Organisations- t0®r?ft natürlich, .dah in den Zeiten einer großen Zersetzung in denen so viele uns wert gewordene Armen zerfallen, und alles Reue zumindest ein noch recht unklares Gesicht zeigt, auch die Buhne kein geschlossenes, einheitliches Bild aufwellen kann Die Richtung seiner Entwicklung weist jedoch von seinem Ursprung in gerader ßinic in eine neue Geistigkeit.«die unsere sich wandelnde
lich entbehren könne. •
Sodann übernahm der Direktor des Gutenberg- museuins Dr. Ruppe! die Ausstellung in seine Obhut und bezeichnete sie als eine wesentliche Bereicherung seines Museums und einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Druck» kunst überhaupt.
An die Feier schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung an, die in zwei Sälen 900 Drucke Dcutsch-eoang. Missionsgesellichaften in allen Sprachen der deutschen Missionsgebiete, außerdem etwa
Blick auf den jetzt fertiggestellten Hauptdamm zwischen der Insel Wieringen und der Provinz Friesland, der jetzt das Zuidermeer für immer in einen Binnensee verwandelt.
Wett bestimmt und in die Einbeziehung stärker belichteter Ausschnitte aus dem Gemeinschaftsleben des hnitigen Menschen. Hiermit ist das sog. Zeittheater gemeint, das oft weniger dichterische Eigenschaften, dafür aber um so viel mehr lebendige Gedanken der Wirklichkeit enthält.
Das Theater muh seinen Spielplan heute wieder bekenntnishafter gestalten: natürlich immer mit der Einschränkung: innerhalb seiner äußeren Möglichkeiten. Es kann dies tun, well all das andere Unterhaltungstheater, das bis vor kurzem noch eine größere Zuschauermenge an- lockte. was wirtschaftlich berücksichtigt werden mußte, nun doch wirkungslos geworden ist und fast gar keine Zugkraft mehr ausübt Unterha- tung und Zerstreuung werden in der Vcrvol.komm- nung des Tonfilmes gesucht und gefunden, dessen künstlerische Werte durchaus nicht gering eingeschätzt werden dürfen
So hat das technische Wunder von Tonfilm, Film und Radio mit einem Schlage dem ganzen Mißbrauch des Theaters zu reinen Unter&al- tungszwecken ein Ende gemacht, indem es ihm die Basis seiner Existenz entzog Es hat damit die Bühne des lebenden Spielers auf ihre wahre Aufgabe verwiesen, auf eine Aufgabe, die die unmittelbar wirkende Künstlerfeelc fordert und die daher technisch nie zu losen ist. Große Dichtung in Ton und Wort durch den lebenden Menschen, den Künstler, Dermittcft, kann ebensowenig durch technische Wunderwerke ersetzt werden, wie man etwa Licht und Wärme der Sonne je durch Lampen ersetzen kann.
„Alles bringen wir mit auf die Wett, nur eines müssen wir lernen — die Ehrfurcht!" Diese heiligen Worte Goethes in ihrer vollen sittlichen Bedeutung zu verstehen, soll uns das Lebendige auf der Bühne lehren, um so durch die Kräfte des Herzens den Geist zu bilden, wie es das leuchtende Beispiel dieses Größten uns gezeigt hat
Weg wählen, sie müssen sich bei Äorntocrbcnai durch schleusen lassen. Mit einem letzten Gruß > die Zuidersee. deren abwchslung«reiche Geschichte sich in drei Barnen Flevv - Zuidersee — Ijsselmeer zusammenfassen läßt, verlassen toir daS betriebsame Den Oever, um über Wieringen, den Damm über das Amsteldiep und vorbei an den bewaldeten Dünen von Bergen an Zee. in deren Schuh letzte Tulpenfelder prangen, wieder Alk- maar, den Ausgangspunkt der Fahrt zu erreichen.
gänzen. Man erinnert sich dabei, daß in Darmstadt feit jeher die Glasmalerei berücksichtigt wurde, dank dem universalen Sammelprogramm, das dem Aufbau des Museums zugrundelag und einen treffenden Ausdruck der kulturhistorischen Weitsicht des frühen 19- Jahrhunderts bildete. In der neuen Sammlung ist nun die technische und stilgeschichtliche Wandlung der Glasmalerei Stück für Stück zu verfolgen Doch mehr als alle kunstgeschichtliche Wertung spricht hier die unmittelbare Ausdrucksgewalt, die Tiefe und Fülle mittelalterlichen Kunstschaffens. Ein Stück wie etwa die Kreuzigung aus dem Bodenseegebiet (um 1100) ist eine hohe Leistung romanischer Kunst. Aus tiefer Lebenseinsicht und religiöser Ergriffenheit wird hier das Martyrium Christi Gestatt, in einer Glasmalerei, bei der sich körperliche Raumgebärde und hinreißende Glut der Farbe machtvoll vereinigen. Bei dem St. Viktor aus der gleichen Zeit hat dagegen eine strenge Stilisierung das menschliche Körpermaß in die Fläche eines byzantinischen Schnihwerks gebannt. Mosaikartiges Sichausdreiten und frohes Musizieren der Farben begegnet bei einem um 1220 gearbeiteten Fenster mit den Heiligen Augustinus und Bikolaus. aus einer mittelrheinischen Werkstatt. die auch die beiden Wappenscheiben des Herrn von Eppstein und der Stadt Frankfurt am Main um die gleiche Zeit geliefert hat und etwas früher das schöne Rundfenster eines Engels mit Spruchband. Aus Bassau stammt eine Anna ielbdritt. die durch Harmonie und gedämpfte Pracht der Farbe bezaubert. Baturgemäß wirkt hier überall die Tafelmalerei petein. so auch bei dem schönen Fenster einer Anbetung des Christkindes (um 1400). das mit der Kunst jenes Meisters des Ortenbcrger Altares zusammenhängt. der durch die silberne Grazilität seiner Ausdrucksweise em allererstes Stück mittelrheini- scher Malerei überhaupt geschaffen hat. Der stilistische Wandel in der Glasmalerei jener Zeit zeigt sich nun ganz deutlich die Figuren treten in eine fast farblose Helligkeit ein. der sich immer mehr modellierende Schraffuren zugesellen. Unvergeßlich ist eine Heimsuchung Mariä (Rhein- he kn um 1460», deren Innigkeit in schweigender Gebärdensprache Ausdruck findet und in dem vollen Klang von Rot und Blau vor dem tiefen Gold der Landschaft. Dann die Friedberger Engel, die mit rauschendem Flügelschwung in die Rächt eines gestirnten Himmels einbezogen sind. Ein stiller, spätgosischer Helliger, auf ungewöhnliche Farbzusammenhänge abgestimmt, gehört in die Bähe des sog. Hausbuchmeisters. Und eine andere Scheibe berichtet von einem Großen jener Zeit: das Fenster, das Philipp III- von Hanau-Lichten- berg 1518 für die Degräbniskirche in Babenhaulen nach. Vorzeichnung von Hans Baldung Grien gestiftet hat. St-Georg mit der Madonna, eine
voir «. um nur einige der Vorteile der legung zu nennen, den Aufschlag gegeben. Bereits jetzt in der Salzgehalt der Zuiderfee von 23 aus 14 Milligramm je Liter zurückgegangen. (für bte Zukunft rechnet man damit, daß der Salzgehalt sich jede« Iahr um die Hälfte verringern wird, bis nach etwa acht Iahren ein stabiler Zustand eintritt. Zu einem reinen Süßwassersee dürste Me Zuidersee nie werden, da ihre duflüfk einen wenn
groß Auch drei Kirchen nähern sich der Fertigstellung. Der Polder zählt insgesamt augenblicklich 150 ständige Bewohner, für die eS auch ein eigenes Postamt gibt. Seit dem Herbst weiden in dem Polder etwa 150 Kühe und Schafe Daneben gibt es aber leider noch eine Menge geflügelter Bewohner. Heine Fliegen, die den Fremden auf Schritt und Tritt verfolgen.
kugeln. Zwischen den Verkäufern und Käufern die weißgekleideten Käseträger und Käsewieger, die je nach der Zugehörigkeit zu einer ihrer Gilden grüne, gelbe, rote oder orangefarbene Hüte tragen. Bur langsam kommt unser Wagen vorwärts: noch ein kurzer Aufenthalt vor der hochgezogenen Kanalbrücke, dann rollen die Pneus aus guter Straße durch die flache nordholländische Landschaft dem der Zuidersee entrissenen Beuland zu.
Durch freundliche, saubere Dörfer geht btc Fahrt bis zu dem Damm, gegen den noch vor wenigen Iahren die Wogen der Zuidersee brandeten. Heute blickt man von hier über 20 000 Hektar Beuland. Boch gibt es nur wenige Häuser und Wirtschaftsbauten: aber 3000 Arbeiter sorgen dafür, daß die Urbarmachung und Besiedlung dieses Gebietes rasche Fortschritte macht 2koch im vorigen Herbst konnten erst 1000 Hektar landwirtschaftlich genutzt werden, schon jetzt, srnd es fast 3000 Hektar geworden. Ucbrigens Beuland? Richtiger müßte es heißen: wiedergewonnenes Land, denn bei den Trockenlegungsarbeiten sand man, daß hier vor einigen Jahrhunderten Dörfer gestanden haben, die die Sturmflut des Jahres 1287 verschlang. Ausgezeichnet auch hier die Straßen, von denen bereits 77 Kilometer den mit Millionen von Muschelschalen bedeckten einstigen Meeresboden durchziehen. „Hauptstadt" ist bisher S I o o t d o r p Vor einem halben Jahr nur zehn Häuser, heute schon vier- bis fünsrnal so
Letzter Gruß an die Zuidersee
Don unserem R.-Berichterstatter.
Dor dem Schiffahrtskanal, der sich am Rande des Polders hinzieht, liegen zwei verfallene Kähne, stumme Zeugen einer nahen Dergangen- heit Dann sind wir im Inseldorf De Haukes. Winklig und schmal die Gassen, ebenso in dem daran» folgenden Hyppolytushoes, bei dessen Seelsorger der Kronprinz in den Jahren 1918 bis 1924 gewohnt hat. Dicht an der Straße die Schmiede, in der der Kronprinz damals sein nach Hohenzollernsitte einst gelerntes Handwerk übte. Boch wenige Minuten, dann erreichen wir Den Oever, das eigentliche Ziel
EPH. Am Dienstagoorrnittag sand auf der Zitadelle in Mainz in den Räumen des Völker- pädagogischen Institutes der Stadt die offizielle Eröffnung der Mifsionsdruckausstellung des Mainzer Gutenbergmufeum» statt. Im Festsaal des Museums hatte sich dazu eine größere Zahl geladener Gäste zusammengesunden, u. a. der Oberbürgermeister von Mainz Dr. Ehrhardt. der Prooinzialdirektor von Rheinhessen Dr. Wehner, der Prälat der evangelischen Landeskirche D. Dr. Dr. Diehl, der Domdekan Prä- lat May, als Vertreter des Mainzer Bischofs, der Vizepräsident der evang. Landeskirche Dr. Dahlem, der Präsident des evang. Landeskirchentag» Archiodirektor Dr. Herrmann und Ministerialrat Hofmann vom Ministerium des Innern, der neue Vorsitzende des Mainzer Pädagogischen In- ~ ' I c r, München, und die Main-


