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Aus -er provinzial-auptüa-t.
Sieben, den 2. März 1932.
Oie Erhaltung derZugend- und Gesundheitsfürsorge.
LelbsthUse de» Deutschen Roten tereuze».
Sine Arbeitsbesprechung drS Deutschen Roten Kreuzes erörterte die Fraae, tote wert eS bei den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen und dem Abbau der össentlichen Wittel dem Rötest Kreuz noch möglich sein wird, seinen Ausgaben der Iugendwohlfahrtspflege und Gesundheitsfürsorge gerecht zu werden 3n der Besprechung wurden aus Grund praktischer Erfahrungen der Rotkreuzvereine Vorschläge und Anregungen gegeben, wie vom Roten Kreuz selbst durch neue Methoden. Umstellung, erhöhte Wirtschaftlichkeit, Vereinheitlichung. Aufllärung usw. Wege gc- sunden werden können, seine Arbeiten und ferne Anstalten und Einrichtungen auf rech tzuerhalten.
Lehr bestimmt wurde zunächst daraus hin- gewiescn, dah in den Etats der Gemeinden und der Versicherung-träger die Abstriche für die Wohlfahrtspflege nicht schematisch, sondern mit Sinn und Verstand gemacht werden müssen. In den kleinen Gemeinden und auf dem Lande ist di« umfassende Arbeit derGemeindcpslege- ft a 11 o n c n unentbehrlich. Die Geringfügigkeit der hier aufzuwendenden Mittel steht in keinem Verhältnis zu dem Ruhen dieser Stellen. SS wird sich dadurch die Heranziehung von Kräften auS der ansässigen Devölkerung zu Helferdiensten, durch di« Vermeidung von unnötigem Zeit- und Kraftaufwand usw. ttnc bessere Verteilung und gröbere Ausnutzung der Arbeitskräfte erreichen lassen. Die Heranziehung ehrenamtlicher Kräfte wird, ohne das) dadurch die beruflichen Kräfte ersetzt werden können, überhaupt mehr gepflegt werden müssen. Die private Rothilfe wird einsetzen müssen, um im gesundheitlichen und erziehlichen Interesse der Kinder, besonder- von Erwerbslosen, die Kindergärten und Horte ausrecht^uerhalten. Wenn eS möglich ist, an der kostspieligen AnstaltSpslege der Kranken zu sparen. totro die HauSpslege gesördert werden müssen. Besonders für die Tuberkulosefürsorge ist der Ausbau der nachgehenden Fürsorge und der Pflege in der Wohnung wichtig. Ratürlich setzt die Fürsorge für Tuberkulöse im Hause eine gründliche hygienische Aufklärungsund Anleitungsarbeit der Angehörigen voraus. Wichtige Hilfskräfte in der DefunkcheitSfürsorge können die Hebammen werden, indem sie in erweitertem Maste an der Säugling-- und Müt- tcrsürsorge beteiligt werden.
Die Arbeitsbesprechung ergab, dast die Rot- kreuzvercine künftig die Tätigkeit ihrer Ginrichtungen der IugendwohlfahrtSpflege und Desund- heitSsürsorge auf größere Wirtschaftlichkeit und Rationalisierung auch durch örtliche Vereinbarungen, damit keine Ucberfchneidungen stattfinden, einstellen werden. GS wird alle« daran gesetzt werden, dast durch diese Selbsthilfe zusammen mit einer sinn- und zweckmästigcn Mnterstühung durch Gemeinden und Versicherung-träger die Aufrechterhaltung der Einrichtungen deS Roten Kreuze- zum Besten der durch die Arbeitslosigkeit und W'rt'chaftSnot stark gefährdeten Volksgesundheit gesichert wird.
Kein Milchpreisaufbau in (Stehen.
Bei der Riederschrift unserer gestrigen Rotiz über die Festsetzung deS Milchpreises durch den Beauftragten des ReichSkommissars für Preisüberwachung ist unS im Drange der eiligen Arbeit unmittelbar vor RedaktionSschlust ein Versehen unterlaufen, daS wir bedauern. Die Festsetzung deS MilchpreiseS trägt nämlich, im Gegensatz zu unserer gestrigen Mitteilung, den bisherigen Verhältnissen in G eßen Rechnung, da in der Anordnung des PreiSkommissarS folgender, von uns gestern übersehener Satz enthalten ist: „Soweit die Milch bisher zu einem billigeren r c i S an den Konsumenten abgegeben worden ist, verbleibt e- bei oem bisherigen Preis. Die Händlerspanne beschränkt sich tn diesem Falle auf denjenigen Betrag, der sich auS dem Verhältnis deS Preises von 26 Pfennig zu dem billigeren Preise ergibt". Hiernach besteht also in Giesten weiterhi n der Preis von 24 Pfennig pro Liter Vollmilch frei Hau- zu Recht. Mit dieser Feststellung, die wir gestern nach Drucklegung deS Blattes bei nochmaliger Durchsicht der Verfügung deS PreiSkommissarS machten, entfallen natürlich alle kritischen Schluh- folgerungen und Forderungen in unserer gestrigen Rotiz.
2S Jahre Hausbesiherverein Gießen.
Der HauSbesihervereinGiesten hielt dieser Tage im Cafe Leib seine 2 5. Iu bi- läumShauptversammlung ab. Der Vorsitzende H. LaunSpach begrüßte die Mitglieder, u. a. den Derbandssyndikus W. SchSfer (Offen- bach). und erstattete sodann den Jahresbericht. DaS Jahr 1931 stand, so führte er u. a. auS. im Zeichen der allgemeinen Wirtschaftskrise: der Hausbesitzer, der stärkste Träger deS Eigentumsbegriffes, sei in ständiger Sorge um die Erhaltung seines Eigentum- gewesen, die steuerliche Belastung habe keine Aenderung zum Besseren erfahren, vielmehr sei die Grundsteuer auf da- Dreifache erhöht worden. Die Auswirkung der 4. Rotverordnung vom 8. Dezember habe in der Hauptsache darin bestanden, durch Miet- senkung, Sondersteuersenkung und Zinserhöhung um 1 v. H. den Hausbesitz erneut zu belasten. Der Vortragende gab in seinen weiteren Ausführungen Aufschluß über die Aenderungen in der Zwangswirtschaft, referierte über die Kanalgebühren, über die Erhöhung der Müllabfuhrgebühren und über die Einheitsbewertung. Sr erstattete sodann Bericht über DerbandSange- legenbeiten. Aus der Tätigkeit des Vereins fonntc er u. a. mit teilen, dast der Verkehr in der Geschäftsstelle sich wesentlich gesteigert habe, da die für die Mehrzahl der Mitglieder unverständlichen Gesetzesparagraphen und deren fortgesetzte Aenderungen viel Aufklärungsarbeit nötig machten. Diese starke Inanspruchnahme der Geschäftsstelle sei gleichzeitig Beweis für die Rotwendigkeit der Organisation. Der Rechnungsbericht wurde von Dauinspektor Matheis erstattet. Die Kasscnverhältnisse des Verein- sind als sehr günstig zu bezeichnen. Die Rechnungsprüfer, Dr. van Bentheim und Kaufmann Ehr. Wallenfels, beantragten Entlastung deS Rechners und des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde.
_3m Anschluß daran hielt der Derbandsgeschäfts« sührer Schäfer-Offenbach einen Vortrag über das Thema „Der Hausbesitz und die 4. Not
verordnung''. Der Redner sprach zunächst über die Wirkung der Notverordnungen auf den Hau»- besitz, schilderte di« Lage de» Hausdesitze» und um- riß dabei die Aufgabe diese» Stande», dessen Eigentum in der Vorkriegszeit einen Wert von 70 bi» 100 Milliarden Mark barf teilte und eine ständige Quelle der Beschäftigung Abertausender gewesen sei. Der Hausbesitz sei stet» bas Korrektiv für die nach rechts und link» ausschlagenden Pendelbewegungen unserer Volksseele geroekn, ein Korrektiv, das heute fehle. Man sei lange Zeit der Meinung gewesen, der Mittelstand de» Hausbesige» sei zum lobe oer- urteilt. Die Zusammenbrüche in ber Industrie (Fauna. Nardwolle, Karstadt, Schultheiß) hatten gezeigt, daß e» nötig sei, ben Mittelstand als werterhaltenden Stand zu schützen. Die 4. Notverordnung habe die Mißstände, die durch die nach dem Kriege ein- setzende kalte Sozialisierung de» Hausbesitzes heraus- beschworen worden waren, nur unzulänglich besei- tigt. Deshalb gelte es heute mehr denn je, die Organisation der Hausbesitzer fester zu fügen. Die Not der Hausbesitzer wurde sehr leicht noch größer sein, wenn die Organisation nicht schon immer um die Belange des Standes gekämpst halle. Der Haus- besitz lei Mittelstand schlechthin, dem Mittelstand habe Deutschland seinen Aufstieg vor dem Kriege zu danken gehabt, ohne ihn werde auch im heutigen Deutschland ein Wiederaufstieg nicht möglich sein. Der Kampf, der jetzt nur der eigenen Sache zu gelten scheine, sei schließlich eine Sache de» Vater- lande».
Im Anschluß an den Vortrag ehrte der Vorsitzende de» Verein» zwei verdiente Mitglieder, die seil der Gründung ununterbrochen im Vorstand tätig waren. Es sind dies Stadtratsmitglied A. Ringel und Fabrikant E. Silbereisen. Er überreichte beiden Herren je eine Ehrenurkunde. Der Vorsitzende verlas sodann noch eine Anzahl Glückwünsche, die dem Verein zu seinem Jubiläum dargebracht wurden.
Nach Erledigung des geschäftlichen Teile» blieb man anläßlich de» Jubiläums noch einige Stunden gesellig beisammen. Herr Hub vom Stadttheater unterhielt die Versammlungsteilnehmer mit verschiedenen humorvollen Vorträgen.
Ginfoniekonzeri
zum Besten der Wintemothilfe.
Mm da- Gießener Winterhils-Werk zu fördern, aibt unsere Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauste am morgigen Donnerstagabend in der Aula der Mniversität ein Sinfonie-Konzert, dessen Ertrag der Gießener Winternothilfe zugute kommen soll. Ober» Musikmeister Krauste hat ein Programm auf» ?dient, da- auch dem verwöhntesten musika- ischen Geschmack einen erlesenen Genuß bereiten wird: u. a. wird Bruckner- Ouvertüre O-Moll zu Gehör gebracht, die sehr selten gespielt wird und bisher in Gießen überhaupt noch nicht gegeben wurde: ferner kommt auch Beethoven in gebührender Weise zur Geltung. In Frau Gretel H a u st e r ist eine Klaviersolistin gewonnen worden, die nach vorliegenden Presseurteilen in zahlreichen Konzerten hervorragend mitgewirkt und die vollste Anerkennung der Kritik und des Publikums gefunden hat. Mm jedermann den Besuch dieses Konzerte- zu ermöglichen, find die Eintrittspreise auf 1,50 Mk., 1 Mk. und 50 Pf. festgesetzt worden. Da- Musikkorp- unserer Garnison und der Wintemothilse-Au-schuh erwarten im Hinblick auf daS hervorragende Programm und angesichts der niedrigen Preisfestsetzung ein vollbesetztes Hau-, damit den künstlerischen Leistungen der Kapelle die gebührende Würdigung xutcil wird und die Winternothilfe einen ansehnlichen Meberschuh verbuchen kann. Die Veranstaltung sei auch von un- zum Besuche angelegentlich empfohlen.
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: Stabt- theater, „Die tolle Lola", 19.30 bis 22 Uhr. — Obcrhesi. Kunstoerein, Turmhaus am Branbplatz, 15 bis 17 Uhr. Frühiahrs-Kunst.Ausstellung. — Ehristengemeinschast, 20.15 Uhr, Universität, Hör- faal 44, öffentlicher Vortray über „Sexuelle Not unb ihre Heilung". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der weiße Rausch".
— Au« dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Mhr, als 21 Vorstellung im Mittwoch-Abonnement zu gewöhnlichen Operettenpreisen „Die tolle Lola", Schwankoperette von Kadelburg und Rebner mit der Musik von Hugo Hirsch. Der große Erfolg des Stadtthealers, ein Abend voller musikalischer Lustigkeit, etwas, da- man immer wieder brauchen kann. Spielleitung hat Heinrich Hub, der zugleich die männliche Hauptrolle spielt und singt. Am Pult Walter Moehl, von dem die Be- arbeitung der Musik stammt, Solotänze und Einstudierungen der Tanzgruppe Ewald Bäulke. In der Pause spielt die Kapelle Walter Moehl die Schlager der Operette, die durch Lautsprecher in- Foyer übertragen werden. Ende 22 Mhr. — Freitag, 4. März, 19.30 Mhr. ZuckmaherS „Hauptmann von Köpenick". Mit dieser großen, un- ge.ürzten Inszenierung unter der Spielleitung des Intendanten stellt sich Gießen neben die große Reihe deutscher Bühnen, auf denen der „Hauptmann von Köpenick" ferne vielen Aufführungen erlebte. Die Titelrolle spielt Peter Fassott. Ende nach 23 Mhr. Die Vorstellung gilt al- 21. Vorstellung im Freitag-Abonnement.
— Der Mieter-Verein Giehen hält am Freitag, 4. März, im .Postkeller" eine öffentliche Mieterversammlung ab. in der über daS Thema .Die Rotlage und Gefahren durch die 4. Rotverordnung für die Altbau-, Reubau- und Gewerberaum-Mieter, sowie Bezieher von Miet- beihilsen" gesprochen werden soll. RähereS ist auS der heutigen Anzeige ersichtlich.
— Eine öffentliche Versammlung der RSDAP. findet morgen, Donnerstag, abend im 6af£ Leib statt. Redner ist der Reichs- tagdabgeorbnete Pfarrer a. D. M ü n ch m e h e r. (Siehe heutige Anzeige.)
•
•• Von der Landesunioersität. Don der Presiestelle ber Lande»unioersität wirb mit- geteilt: Der orb. Profesior an unserer Lanbesuni- uerfität Dr. jur. Leo Rosenberg hat einen Ruf an die Universität Leipzig auf den Lehrstuhl des Geheimrats Prof. Dr. Richard Schmidt (Bürgerliches unb Zioilprozeß-Recht) erhalten.
,e Vom Postamt Gießen. Das hiesige Telegraphenamt ist als selbständiges Amt aufgehoben und als Telegraphen-Betriebsstelle dem Postamt angegliedert worden. Eine Aenderung in den Einrichtungen des Telegraphen- und Fern- fprechbetriebs tritt damit nicht ein.
Das Kollektivabkommen für die Metallindustrie gekündigt. Der Ar- beitgeberverband für Lahngau und Oberhessen hat das Kollektivabkommen für die Metall-In
dustri«, enthaltend die allgemeinen ArdeitSde- i bingungen, zum 30. April gekündigt. Da- Ab- I kommen war bereit- auf den 31. Dezember v. I. | gekündigt worben, ber Kündigungstermin wurde jedoch durch den Erlaß der Rotverordnung hin- au-geschoben.
•* Einweihung der Lehrküche der Hau-frauenberatung. Am Sonntagvvr- mittag wurde in Anwesenheit von Vertretern der städtischen Werke, des Einzelhandels, sowie einer Anzahl Mitglieder der Frauenvereinigungen die im früheren Hotel Einhorn neu eingerichtete Lehr- küche der ®ief>encr Hau-frauenberatung ihrer Bestimmung übergeben. Die Vorsitzende, Frau Dr. Koeppe, begrüßte die Gäste und dankte Zunächst all denen, die dazu beigetragen haben. Die Einrichtung der Küche au ermöglichen: sie dankte insbesondere den städtischen Werken, GaSwerk und Elektrizitätswerk, für die Unterstützung und außerdem den Mitgliedern für ihre Mitarbeit. In ihren weiteren Ausführungen umriß sie die Art der Arbeit, die in der Küche geleistet werden soll. ES sollen Kochkurse stattfinden für erfahrene Hausfrauen, einwöchige Kurse für junge Damen, die in möglichst kurzer Frist sich einige Kenntnisse im Kochen aneignen wollem Kurs« auch für Hausangestellte, die ihre allgemeinen Kenntnisse erweitern möchten. Spezielle Koch-, Brat- undBack-
furfe sind außerdem vorgesehen. Im Dorder- fgründe sott jeweils die praksische Betätigung leben, wenn auch die notwendigen theoretischen Ergänzungen nicht vernachlässigt werden sollen. Mebcr den Betrieb der Lehrküche hinaus sotten in Zukunft in den Aur Verfügung stehenden Räumen im .Einhorn'' auch Kurse im Schneidern. Handarbeiten, Servieren, Bügeln usw. abgehalten werden, allerdinas nur mit dem Ziel, die Hausfrauen und Schülerinnen soweit auSzubilden, dah sie die einfacheren Arbeiten selbständig aus- Ausühren imstande sind. Die Hausfrauenberatung habe, so betonte die Rednerin besonders, weder mit ihrer Gründung einer Lehrküche, noch mit ihren hauswirtschaftlichen Lehrgängen vor. bereits bestehenden Instichten und Schulen Konkurrenz zu machen, sondern lediglich ergänzend da einzusehen, wo die Bedürfnisse den Einsatz erfordern. Die DonnerStag-ArbeitSabende, die sich großer Beliebtheit erfreuen, sollen in Zukunft auch im „Einhorn" abgehalten werden. Für die irächste Zu- funft habe man erwogen, ein Sprechzimmer einzurichten. Im Wesentlichen trage man sich mit dem Gedanken, in Gießen eine Institution zu schassen, die ihrem Sinne nach als „hauSwirt- schaftliche Volkshochschule" bezeichnet werden könnte: das Ziel sei die praktische Ausbildung der HauSsrau in möglichst universeller Weise, das Bestreben, sparsame Wirtschaft auch im Haushalt zu fördern und damit unserer deutschen Volkswirtschaft einen Dienst zu tun, dessen Bedeutung nicht unterschätzt werden dürfe. Zum Schluß gedachte Frau Dr. Koeppe des kürzlich verstorbenen GaswerkSdirektorS S t e d i n g , der sich als eifriger Förderer der Bestrebungen der Hausfrauenberatung erwiesen habe und der es insbesondere gewesen sei, der in der Leitung der Haus- frauenberatung den Wunsch, eine Leyrküche ein- zurichten, bestärkt habe. Sodann wurde die mit modernsten Mitteln eingerichtete Küche einer eingehenden Besichtigung unterzogen.
** .Deutsche und österreichische Raturschutzparke." Meder dieses Thema sprach — wie man uns berichtet — im Rahmen eines Vortragsabends des „Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen", Studienrat Hölze! an Hand Aahlreicher Lichtbilder. Der Vortragende ging davon auS, dah der Raturschutz eine Folgerung der Entwickelung Deutschlands vom Agrarstaat zum Industriestaat sei. Denn das vielseitige Bestreben der Ausnutzung der Ratur durch die Wirtschaft habe zu einer völligen Veränderung des Landschaftscharakters großer deutscher Gebiete geführt ober drohe, dazu zu führen. Mnverstand, Gewinnsucht und Gleichgültigkeit tragen die Gefahr in sich, dah die Ratur der Heimat immer weiter ihrer Schönheiten beraubt, verunstaltet und verschandelt wird. Roch fühlten sich aber viele Menschen mit der Ratur so sehr verbunden, daß sie ihnen zur unentbehrlichen Quelle der Freude, der Erholung und Entspannung geworden ist, die ihnen neue Kraft gibt für bte Arbeit und Sorgen des Alltags. Rur der Mensch, der sich mit der Ratur der Heimat noch verwurzelt fühlt, kann den 'Begriff „Vaterland" wahr empfinden. AlSGegen- bewcgung gegen da- Streben der rücksichtslosen materiellen Ausnutzung der Ratur ist die Tätigkeit des .Vereins Raturschuhpark" zu betrachten, die wenigsten- einige Gebiete deutschen Dopens dem deutschen Volke unverfälscht in der Land- schastSform, Flora und Fauna erhalten will. Durch diese Gebiete, den Heidepark am Wilseder Berg in der Lüneburger Heide und den Tauern- Park zwischen Salzach und Großglockner, führte die Wanderung, die der Hörer im Geiste beim Anblick ausgezeichneter Lichtbilder zurücklegten. Abschließend begrüßte eS der Vortragende, dah an dem Vortragsabend neben den Jägern Vertreter der am Äaturschutz interessierten Wissenschaft, ebenso wie der Wandervereine, vor allem deS DHE., teilgenommen hätten. Denn das Thema .Raturschutz" sei für Hessen durch das Hessische Raturschutzgesetz vom 14. Oktober 1931 besonders aktuell geworden: er begrüße eS daher, dah er den Abend als einen Auftakt zu gemeinsamer Arbeit zur Erhaltung heimatlicher Raturschön- heiten betrachten dürfe, die nun erwachse, wenn der Inhalt deS Gesetzes in die Praxis umgesetzt werden solle.
•• .Aktuelle Schicksalsfragen." Zu diesem Thema sprach — wie man und berichtet — Dr. Hermann Heisler auf Einladung der Bewegung für religiöse Erneuerung am Mittwoch
Wenn Ihre
Empfehlungsanzeige
in der Freitags- oder in der Samstags- nummer des GleOener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satxausstattung
werben soll
dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags In der Geschäftsstelle aut.
unb Donnerstag in der Mniversität. 2m ersten Vortrag behandelt« er die Schicksalslag« der Gegenwart. wie sie vom geistigen Gesichtspunkt auS vetrachtet werden muß. In ben zwischen West und Ost kommenden Auseinandersetzungen hat der Westen nur seine Technik einzusetzen, da sich dieser westliche Mensch an die Materie verloren hat und die schöpferischen und richtunggebenden Ideen nicht mehr kennt. Der Osten droht durch die Mit- tcl, die er selber vom Westen gelernt hat. über den Westen zu siegen: denn im Osten lebt außerdem Geist, wenn auch in einer vergangenen Bewußt* seinsform. Der Redner besprach u. a. die 'Airsichten unb Ersahrungen des Weltreisenden Eol- lin Roh, der selber zu dem Schluß kommt, daß der Abendländer, um nicht unterzugehen, den Geist braucht. Das bestätigen sührende Leute der heutigen Wirtschast, die keinen AuSweg sehen, wenn nicht neue geistige GesichtSpunsie gesunden werden, um die Fragen von Wirtschaft unb Gesellschaft zu lösen. DaS deutsche Volk geht einer Zeit der Armut entgegen. Diese kann aber zu einer Zeit werden, in der sich das deutsche Voll! aus fein wahres Wesen und aus seine geistige» Aufgabe befinnt. von der es sich so sehr entfernt hatte, alS eS sich an den Materialismus verlor. Dadurch könnte daS Deutschtum den Völkern deS Abendlandes vorangehen, indem eS zeigt, dah in den Weltgeschicken immer noch der Geist über den Stoff siegt. Für die Ausgabe des Deutschtums wird daher ein erneuertes Ehristentum von der allergrößten Bedeutung sein, da- gerade in der Pflege des sakramentalen LebenS den Menschen der Gegenwart die Beziehung zum Geiste vermittelt, der über die irdischen Verhältnisse siegt und sie in menschenwürdige Verhältnisse umwandelt. Im zweiten Vortrag besprach der Redner .Rätsel des meirschiichen LebenS" und behandelte vor allem die Frage deS Selbstmordes.
Oderheffen.
Landkreis Gießen.
± Garbenteich, 1. März. Am vorigen SamStag hielt der Evangelische Frauenverein Garbenteich int Saale der Wirtschaft „Zum weißen Roß" seinen Familienabend. 2m bunten Wechsel kamen Gesänge. Deklamationen. Musik- unb Theaterstücke zum Vortrag, unterbrochen von einer gemütlichen Kaffeepause. Mm die Einübung hatte sich die Vorsitzende. Frau Dr. Rupp. Garbenteich, besonder- bemüht. Pfarrer Steiner, Hausen, der da- Eingang-- unb Schlußwort sprach, konnte ihr im Hamen de- DereinS einen Blumenkorb als Dank überreichen. Der Abend legte erneut Zeugnis davon ab, wie sehr ber Frauenverein die ganze Gemeinde umfaßt.
Kreis Büdingen.
* Ridda, 1. März. Seit vorigen Donnerstag wird in dem hiesigen Sägewerk ber Firma HimmelSbach (Freiburg i.D.) wieder mit größerer Delegschaf t gearbeitet. Es wurden 50 bis 60 Arbeiter neu eingestellt, itachdem bisher nur einige Arbeiter in der Kistenfabrikation beschäftigt waren und da- übrige Werk fett dem 1. Januar ftillag.
©ctnmnausiufl
6. Klasse 38. Preußisch-Süddeutsche (264. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hebe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in ben beiden Abteilungen I und II
18. Ziehungstag 29. Februar 1932
8n der heutigen Bvnnittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
10 »«totnnf in 6000 ffll. 13695 166001 226867
292681 378035
12 »<®inne *u 3000 GIL 40186 64261 236633
289190 316107 336961
64 rinne p 2000 M. 16607 18189 76894 78250 79379 96636 108789 124065 128752 145871 146726
124463 193197
246471
287070 336855
360792
377166
129618
227752
267594
800089
344407
361360
384506
110570 131709 139010 147029 155558
174923 197691 220335 243199 262235 280508
300528 313660 330060 346zOl
371104 391613
143955
235711
273241
330599
350302
363611
892668
134458
229871
268218
307080
346641
362299
391063
119941
186967
240370
273333
331690
361566
364060
396783
115618 133265
142653 149933
161503 189711
203497 233133
244130 266327 284139
302543 315478 333269
357994
373880 396811
117239 136826 144493
150088 167418
190983 209544
239833 244728
267861 285524 306411
317678 840690
364056 373061
121508 137367 146509 154121
173068 197170
219068 242974 247477 275288 291659 311386 822663 345610 366855
378762
119441
136166 146643 160101
172257 194062 21“291
239994 246602
274906 289437
307616
320289 344623 366437
378261
122389 189203 241367 276098 334290 362671 871767
159586 161867 174934 182384 182731 192496
193627 215865 221419 234233 241627 244613
267459 304084 341124 369636
254 ffetmnne ,u 500 <7!L 2055 13220 34392 88492 40758 43066 45068 52647 65633 65960 68666 70695 74058 76136 78935 79449 83101 87170 86783 91068
93602 95229 97779 100382 102642 103366 106378
107413 ------ ------ ------ ------ ------
120 eetstnne iu 1000 QJl. 2607 4548 14356 14888 15258 21671 28747 61540 68942 69697 72106 73202 84269 92158 93276 99489 99677 ------ ------
113433 133003
140291 147119
160830 186001
203176 230898
243975 263042
284125 301610 314930 335786
350939 372735 395764
3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 •etotnii» »u 5000 UL 14 »etirinne »n 3000 M. 260535 348297 373010
42 «et rne iu 2000 <Dr. 103318 119038 142169 201197 247778 263902 361072 376439 380448
385776
61599 188718 189340
3.19401
8492 36368 49486 64412
167782 163637 175651
322105 323845 333469
891886 996734
28-'460
291814
359232
276495
321165
365756
109500 154540
168483
236454 276981
293245 319546
340807
273214
297423
366147
335017
372921
132096
160758
203639
260136
282616
297669
828696
370638
284699
346024
396145
143923
161239
215166
270480
286297
304332
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159676
198321
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281472
295713
326282
353979
357420 ------ ------ ------ ----- 398237
148 Wen rne »u 600 2026 2234 3460 5874
12804 15070 16182 17321 19645 20948 30018 37594 41642 41783 46685 62512 62682 63384 68353 69206 66922 71734 85764 90633 95427 97397 97462
84 >0 1000 QU. 5450 10413 23688 36743
48187 50159 63342 57016 67584 69019 70961 80607 91421 132946 147903 150932 157635 189741 200477 208416 217173 223176 250950 265217 269193 —--------- ------ ------ ------
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien in je 5COOOO, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 2000X), 2 zu je lOOCXX), 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 10 zu je 25000, 80 zu je 10000, 204 jju je 50>0, 406 zu je 8000. 1124 zu je 2000, 2268 zu je 1000, 8684 zu je 600. 10798 zu je 400 M.
Alle Bruchieidende werden auf das heutige Inserat des Spezial-Bandagisten K. Ruf fing aufmerksam gemacht. ‘**'D


