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Oie Wiedereinbürgerungsversuche

Hungrigen und Durstigen ver­acht Kellner und Servierfrauen,

teilt? Verdienen nb

an sich eine

:ufgabe darstellt und alle viel Aufwand an Zeit.

Dienstag: lauft sich ein Gemcindesaal,

der Gastwirt, der seine Räume hergrbt und Speise und Trank an die

bid 8 Mk. per Zentner.

LZornotizen.

Tageskalender für Stadttheater Diesten,Julietta Kind", 20.15 bis 22 Uhr.

des südwestlichen Dogelsberges Wiedereinbür- aerungsoersuche mit wild gefangenen Uhus vorzunehmen im Begrifft stehl Der Plan zur Wiederansiedelung. der ouhcrordentlich schwierige Ausgabe barst beteiligten Streue bereit» olel

mit Uhus im Vogelsberg

Don ttarl Bnbolf Aischer

Aus 6er prvvinzialbaupistodt

Gießen, den 2. Februar 1932.

Fastnacht ohne (Sewissensbiffe.

Lebhaft gingen in diesem Jahre die Meinungen über die Frage hin und her- sollen die Masken- feste gestrichen werden? Soll aller KarnevalS- trubel verboten sein? Die großen Umzüge frei­lich, die so viele Schaulustige nach den Städten am Rhein lodlen, fallen aus. Qi gibt nur einige wenige Karnevalsbälle in geschlossenen Räumen: man wollte der Freud« doch auch in diesem trüben Jahre ihr Recht lassen. Und ist da- nicht nur vernünftig? Kommt nicht Geld in Umlauf? Ver­dient nicht der Kaufmann, der für die schöne Bajadere Samt und Seide liefert? Verdient nicht

Der Verein für Sterbeunter­st ü h u n g. hielt am Sonntag seine 42. Haupt­versammlung im Restaurant Andres ab. Rach dem vom Rechner Diehl erstatteten Geschäfts- und Kassenbericht ging auch da- Jahr 1931 infolge der Arbeitslosigkeit nicht spurlos an der Kasse vorüber. Trotzdem hat sich der Mitgliederstand aus 1848 erhöht. Demgegenüber hat sich im Vergleich -um Jahresdurchschnitt von 28 bis 33 Sterbesällen un Berichtsjahre die Sierbefällezahl auf 42 erhöht. Unter den Verstorbenen befanden sich 12 Mit­begründer, an deren Hinterbliebene 4440 Mark Sterbegeld ausbezahlt wurden, gegenüber den von ihnen geleisteten Beiträgen von 2676,90 Mk. sie hatten danach pro Mitglied 157 Mk. weniger be. zahlt, als auSgczahlt wurde, ein Beweis für die segensreiche Wirksamkeit der Kasse. Bei einer Einnahme von 26 759,01 Mk. leinschl. deS vor» jährigen Kossenbestandes von 9548,46 Mk.) und einer Ausgabe von 18 426,35 Mk. konnte die Kasse (mit Ausschluß der Rückstände) mit einem Vortrag von 8332,46 Mk. ins neue Rechnungsjahr über­treten. Trotzdem das Jahr 1924 infolge der Geld­entwertung nur noch einen Kassenbestand von 75 Pfennig auswieS, konnten seit dieser Zeit 92 122 Mark Sterbegeld ausgezahlt werden. Durch ein­stimmigen Beschluß wurde daS Sterbegeld wieder auf 370 Mark festgesetzt: dieser Betrag macht eS den Hinterbliebenen bei dem geringen Um. logenbeitrag von 25 Pf. für jeden Sterbefall nicht nur möglich, dem Verstorbenen eine würdige Be­stattung zu bereiten, sondern, sofern nicht längere Krankheit Kosten verursachte, für die erste Zeit einen Rotpfennig zu erübrigen. Vorstand und AusfichtSrat wurden einstimmig wicdergewählt. Der Vorsitzende Ehr. Reih konnte nach einigen geschäftlichen Mitteilungen die gut besuchte Der. sammlung schließen.

Kirchstraße 9. Vortrag über ..Gottes Daltcn in deut chen Gefängnissen . 20 Uhr Lichtspiel­haus. Bahnhofstraße:Der Zinker".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20.15 Uhr, als 17. Vorstel­lung im Dicnstagabonncment zu gewöhnlichen Prei­sen Wiederholung des kürzlich uraufgeführten fpa- nifchen LustspielsJulietta kaust sich ein Kind" von Maura und Sierra. Spielleitung hat Peter Fasiott. Ende 22 Uhr. Morgen, Mittwoch, 19.45 Uhr, Erstaufführuny der Neueinstudierung des Schwanks Die drei Zwillinge". Don dem bekannten und be­liebten Komiker Toni Impekoven verfaßt, garan­tiert dieses unbeschwert humorige Stück einen Abend voll Fröhlichkeit und Lachen. Ende 22 Uhr.

Der Doethebund weist im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß das Gastspiel der .Comedian Harmonists" auS reisetech­nischen Gründen auf April verlegt werden muß.

Mühe und M.tteln gekostet hat, ist nach den (Ergeb- nisten eines kürzlich in Württemberg vorgenom­menen, mit Erfolg gekrönten Versuche» von der Zoologischen Abteilung de» Forst- institutes der Hessischen Landesuni- oersitöt Gießen ausgearbeitet worden. Be­kanntlich hatte man zuvor auf der Schwäbischen Alb unter der verdienstvollen Initiative des Gop> pinger Medizinalrates Dr. Pfeiffer in den Jah­ren 1926 und 1927 14 wild gefangene Tiere aus- gesetzt mit dem Erfolg, daß heute der Uhu in Württemberg als miebereingebür- Sert gelten kann. Daß das nicht leicht war^ geht berzeugend aus dem Jahresbericht 1928 der Staat­lichen Stellen für Naturschutz beim Württembergi- schen Landesamt für Denkmalsoflege hervor, in dem Dr. Pfeiffer eingehend ü6er Methoden und Erfahrung berichtet. Seine ergebnisreichen Ausfüh­rungenlieber die Erhaltung des Uhus in Wirt- temberg, Bericht über die Wiedereinbürgerungsver- suche auf der Schwäbischen Alb" haben al» grund­legend für alle Versuche zu gelten. Sie hat sich auch das Forstzoologische Institut Gießen in weitestem Maße zu eigen gemacht.

Nun gilt es in erster Linie das Intereste der ge­samten Oesfcntllchkeit für diesen Dienst an der Heimatnaiur wachzurusen. Dor allem aber war rechtzeitig dafür Sorge zu tragen, daß dem sei her ungeschützten Tier in Hessen staatlicher Schutz gnwährt und von feiten der Regierung die Aus­setzungsgenehmigung erwirkt wurde. Zu diesem Zwecke ist unter dem 17. Juli 1931 folgender Antrag im Hessischen Finanzministerium, Abtlg. Domänen und Forsten, eingebracht worden:

Die Zoologische Abteilung des Forstinstitutes der Universität Gießen stellt den Antrag, dem Uhu in Hessen staatlichen Schutz zu gerne' ren und bit­tet um die Genehmigung, zwecks Versuchs der Wiedereinbürgerung im Vogelsberg ein Paar in den dazu zur Verfügung gestellten Waldungen des Grafen zu Solms-Laubach ausletzen zu dür­fen. gez.: Prof. Dr. Dingler."

nicht Thaufscure und Dekorateure? Friseure, Pe­rückenmacher. Musikanten? Geld kommt in Um­lauf, Prinz Karneval schwingt seinen Zauberstab, nicht nur die Tanzbeine werden in Bewegung geletzt, sondern auch da- runde, rollende Geld. Die Karnevalslustbarkeiteu abschnüren, hieße einem Kranken einen lindernden Trank vor dem Munde wegreißen. Heilen kann der Trank sreilich nicht, dazu ist zu wenig davon vorhanden, aber er wird den Kranken doch vielleicht beleben und etwas wie Hoffnung In feine Seele zaubern. Und da« ist oft schon da- Allerwichtigste.

Wer Karneval feiern kann, wer die Mittel dazu hat, soll es tun. Ohne GewissenSbis'e. Es mag fein, daß ihm das Gefühl drückend ist, daß mir verhältnismäßig wenige an der Freude teil- nehmen können, während viele abseits stehen müssen und vielleicht voll Reid zusehen. Aber jenseits dessen wird durch ArbeitSmöglichkcit und Verdienst Freude in viele Heime gebracht. Einen Aschermittwoch hat immer nur der zu fürchten, der im Karneval wirklich aller Vernunft entsagt bat. Und um daS zu tun, sind wir wohl augenblick­lich alle zu lehr durch die harte Realität gebun­den. In früheren Jahren kam eS wohl vor, daß «ine Familie die letzten Habseligkeiten verletzte, um nur das Karnevalstreiben bis zum letzten auskosten zu können. Heute wird daS wohl nur noch selten geschehen, denn man hat die Rot zu sehr kennen- und damit fürchten gelernt, um sich ihr so auS Leichtsinn auSzuliefem. Die Hoff­nung, die Gegenstände wieder einlöfen zu können, ist heute ja auch unsicherer als einst.

Dennoch aber wird Prinz Karneval auch bei uns für einige Tage fein pudelnärrifcheS Reich aufschlagen, und wenigstens die jungen Menschen und die Kinder werden in die bunten Gewan­dungen fchlüvfen. Die Pritschen werden Natschen und die Schellen der Rarrenkapven bimmeln. Und wenn wir auch auf festliche Gerichte viel­leicht verzichten müssen, so kann man doch auch in aller Bescheid-nheit und Einfachheit lustig und fröhlich fein. Vielleicht kann dieser kurze Karneval 1932 unS alles mögliche lehren, und vielleicht tut er das feine, unS alle ein wenig hosfnungSfroher zu stimmen. Denn das ist dasjenige, waS unS zur Zeit not tut.

Verbotene

Schololaden-Verkaufelapparate.

DaS Bolizeiamt Gießen teilt mit: In letzter Zeit find vielfach Scßokoladeaus- fpielavvaraie unter dem Romen ,Pr:mvfa", .Komm-Stich-SLß",Qtoati.Süßer Kakadu" und anderen Bezeichnungen ö'fentlich ausgestellt worden. Bei ihnen kaust der Spieler die auf eine schon sichtbare farbige Kugel entfallende Ware und sticht eine weitere farbig? Kugel au« dem Apparat, die bei nochmaliger Einsahzah'ung zum Erwerb eine« ihrer Farbe entsprechenden, unter Umftün'.cn höherwertigen Gegenstandes be­rechtigt. Diele Apparate verstoßen nach Ansicht der Strasvcr olg, ngsbc^ö den. da mit ihnen Aus­spielungen von Waren ö sentlich veranstaltet wer­den. g qcn § 283 Rei s rasge'ehbuch. Vor ihrer Aufstellung wird hiermit nachdrücklichst gewarnt. Wer solche Apparate ausstellt oder schon aufge­stellte nicht umgehend wieder beseitigt, hat Straf» anxfrige zu gewärtigen.

Dieses Vorgehen erstreckt sich selbstverständlich auch auf die Schokoladeverkaufsappa­rate, bei denen die zu kaufende Ware nicht schon durch eine von Anfang an sichtbare farbige Kugel bestimmt ist, sondern erst durch das völlig vom Zusall abhängige HerauSstechen einer zu­nächst unsichtbaren farbigen Kugel bestimmt wird. ES kommen hier vor allen Singen in Frage die SchokoladeverkaufSaprarate Rwa, Pic o'o, Re- form, Ruck-Zuck, Süße Trommel, Druwa, Schnucki, Rapid und andere.

(Hicf;:ner Wochenmarktpicisc.

* Dießen, 2. Febr. ES kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Kochbutter 90, Butter 100 biS 110, Matte 25-30 Pf. daS Pfund. Käse 10 Stück 50-120 Pf. Eier 9-10 Pf. das Stück, Wirsing 812. Weißkraut 78. Rotkraut 1012, Gelbe Rüben 10 12, Rote Rüben 1012, Spinat 1520. Unter-Kohlrabi 56, Grünkohl 1215, Rosenkohl 20, Feldsalat 80100, Tomaten 60 bis 70, Zwiebeln 1215, Meerrettich 3060, Schwarz- wurzeln 2535, Kartoffeln 4, Aepsel 810, Vir- nen 810, Dörrobst 3035, Honig 4050. Rüste 3540, Junge Hähne 8090, Suppenhühner 80 bis 90 Pf. das Pfund, Tauben 5060, Blumen­kohl 3070, Salat 2025, Endivien 1015, Ober- Kohlrabi 810, Lauch 510, Rettich 1015, Sellerie 1040 Pf. das Stück, Kartoffeln 3,00 bi« 3.50, Weißkraut 45, Wirsing 78, Rotkraut 7

Da» waldreiche Gebiet unsere» vogel»berges. der seinen Namen einer mannigfaltigen Bogelroelt zu verdanken hat und der al» eines der zwar vieler- ort» noch recht unbekannten, aber schönsten cheut- sch«n Mittelgebirge gilt, hat noch vor kurzen Jahr­zehnten wenigstens am südlichen Aushang feines kegelförmigen Zentralmafsio» einen guten Be­stand an wild lebenden Uhu» gehabt. Seitdem aber m der jüngeren Generation ein dauernd sich über­steigender Eigennutz breit gemacht bat und die menschliche Habgier bei den kulturellen Umwand- iungsprozessen in der Natur rücksichtslos mit allem aufräumte, was ihrer Selbstsuchtschädlich" war, da hatte auch für den Kulturflüchter Uhu, diese herrliche Grotzeule de» alten deutschen Walde», die letzte Stunde geschlagen. Seit 1903 ist in Hessen kein tnilblebenber Uhu mehr oorgefommen, und gehorstet hat dort keiner mehr seit den achtziger Jahren de» vorigen Jahrhundert». Auch sonst In Deutschland ist dem Uhu ein gleiche» Schicksal beschieden gewesen, und nad> einem Bericht be» Preußischen Landes­amtes für Naturschutz (Dr. Glasewald) leben heute nur noch etliche 50 Paare in unserem Vaterlande", die meisten davon in Ostpreußen, im Sumpsgebiet des Memeldelta», wo auch die deutschen Elche eine letzte Heimstatt gesunden haben. «

Da wird man e» denn in naturliebenden Kreisen der hessischen Oessentlichkeit sicherlich mit Freude und Anerkennung zu würdigen wissen, daß der Majoratsherr der Stander: Ixrrschast Solms- Laubach, Se. Erlaucht Graf Georg-Fried­rich, in seinen ausgedehnten Waldungen am Fuße

* Don der Landesunlversität. In den Ruhestand versetzt wurde der außerordentliche Pro­fessor für Chemie an der Canbesunirerfität unb per- si-nliche Drbinarlus Dr. Wilhelm Meigen, mit Wirkung vom 1. April an.

Zahlungen an Ausländer über 200 Mark monatlich sind genehmi. gungSpflichtig. Die sich häufenden Verur­teilungen wegen Verstoße- gegen die Devisenvor­schriften wird von zuständiger Stelle noch einmal darauf hingewiesen, daß alle Zahlungen an Aus­länder. auch Barzahlungen im Inland, soweit sie über die Freigrenze von 200 Mk. in einem Mo­nat hinausgeh^n, genehmigungspflichtig sind.

** Deutschnationale Dolkspartei. Man berichtet uns: Bei der Jahre rhauptvrrsamm- lung im Hotel Schütz hielt zunächst der frühere Landtagsabg. Dr. Wolf (Mainz) einen Dor. trag über das Thema: .Im Kampf um Deutsch, lands Zukunft". Rach einem Rückblick auf die hessische Landtagswahl wie« der Vortragende dar. auf hin, daß die politische Linke alles daran setze, um zu verhindern, daß ei* Rech'.Sregie. rung in Deutschland ans Ruder komme. Die Linke sollte erkennen, daß sie abgewirtschaftet habe. Ein Vaterland von sozialer Gerechtigkeit sei aufzubauen und daS Dismarckreich in neuem Sinne auszugestalten. Es gehe eine nationale Welle durch das deutsche Volk. Die Entwicklung tonne nicht im Sturmschritt geschehen und nicht mit Ueberlchwenglichkeit, sondern mit Vernunft. Die Verlotterung der deutschen Jugend greife immer mehr um sich. Darum sei die Einführung ötfr Arbeitsdienstpflicht am Platze. 2m Osten und Rorden Deutschlands hätten wir die Möglichkeit. Leute auf dem Lande anzusiedeln. Man sollte die Ansiedlung nicht an die Peripherie der Groß­stadt legen. Was Deutschland an den Rand deS Verderbens bringe, seien u. a. auch die hohen WohlfahrtSlasten. Man habe keinen Versuch ge- macht, sich mit der Erwerbslosensrage ernstlich zu beschäftigen. Mehr als drei Millionen Frauen ständen im Erwerbsleben. Viele der jungen Mäd­chen müßten aus den Betrieben herausgenommen werden, um für die arbeitslosen Männer Platz zu schaffen. An den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine kurze Aussprache an. 3n der solgenden'Hauptversammlung der Ortsgruppe wurde nach Annahme der vorgeschlagenen ©at- zungsänderungen der Vorstand neu gewählt. Herr Prof. Dr. Heuser wurde unter Anerkennung seiner der Partei bewiesenen langjährigen An- hänglichkeit und Treue zum Ehrenmitglied ernannt und ihm vom Vorsitzenden eine Ehren- urkunde überreicht.

HolzversteigerungS - Termine.

Mittwoch, 3. Februar.

Bürgermeisterei Brandoberndorf: Zusammen­kunft im »Deutschen Haus". 10 Uhr

Hessisches Forstamt Rabenau: Versteigerung aus dem Forstort Hohe Wald bei Reiskirchen. Treffpunkt an Ort und Stelle. 10 Uhr. Ver­steigerung auS dem Forstort Ober-Seilbach an Ort und Stelle. 11.30 Uhr.

Bürgermeisterei Dießen: Zusammenkunft an der Licher Straße, 8. Schneise. 930 Uhr.

Bürgermeister« Alb ach: Versteigerung aus dem Albacher Gemeindewald. Zusammenkunft am Waldeingang Eisenhand. 9.30 Uhr.

Oberbeffen.

Landkreis Gicht«.

* Klein-Linden. 1. Febr. Der Gellügel- zuchtverein Klein-Linden hielt dieser Tage sein» Generalversammlung ab. Aus dem Geschäfts­bericht des 1. Vorsitzenden August Lenz war zu ersehen, daß der Verein sich im verstossenen Jahre gut entwickelt hat Die Rechnung, die einen ilcber- schuß ergab, fand Genehmigung. Die Mitglieder­beiträge wurden auf 0.40 Mark für daS Viertel­jahr herabgesetzt. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt und fetzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1.Vorsitzender Aug. Lenz, 2. Dors. W. Lenz. Schriftführer Th Leib und Rechner A Schmidt

y. Saubringen, 1. Februar. Der Der- ein Kindersreund und Kranken­pflege hielt dieser Tage seine gutbesuchte dies­jährige Deneralversainmlung ab. Der Verein ist im vergangenen Jahre auf 250 Mitglieder an- gewachsen. Der erste Vorsitzende, Dekan D u ß » mann, erstattete den Jahresber.chi deS Vor­standes. Der verstorbenen Mitglieder wurde in üblicher Weife ehrend gedacht. Den verschiedenen Spendern, welche die Kleinkinderschulc und Kran­kenpflege förderten, wurde der Dank deS Ver­eins auSgefprochen, insbesondere der Gemeind« Saubringen, den Mitgliedern und vielen Un­genannten. die die Schwes ernftation mit Ratura­lien unterstützt haben. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an den Bericht an. Die Frage einer eventuellen Herabsetzung des Vereinsbeitrages wurde einstimmig dahin entschieden, daß zunächst keine Herabsetzung erfolgen solle, da eS sich umdaS Wohltätigkeitswerk" der Ge­meinde bandelt und hier erst in letzter Linie ein Abbau erfolgen dürfe. Dies wurde vom Bürgermeister Preis und Beigeordneten Jah­res kräftig unterstrichen. Die Rechnung war vorgeprüft und für richtig befunden worden. Sie schloß ab mit einer Einnahme von 3485.30 Mk. und einer Ausgabe von 3266,04 Mk.. somit mit einem Kassenbestand von 219.26 Mk. Die Kranken­schwester, die im letzten Jahre die Rachbar­gemeinde Mainzlar mit versorgte, wird vom Mai d. I. an der Gemeinde Daubringen allein zur Verfügung stehen. Sie leistete in 1931 für unsere Gemeinde: 4790 Pflegebesuche undäRacht- wachen. Ihr sowohl wie der Kinderschwester wurde unter dem Beifall der Versammlung Dank ausgesprochen.

Allendorf (Lahn). 1. Febr Der hiesig« Turnverein hielt ein stimmung-voll verlau­fene- Winterfest ab. daS nach einer Begrüßungs­ansprache deS DereinSvorsitzenden Faber bi« Aufsührung zweier Theaterstücke und eine Reih« turnerischer Darbietungen brachte. Im Verlauf« deS Abends überreichte der Dezirk^vertreter Erle (Gießen) dem Tümer Wilhelm Luh III. für seine großen Verdienste um die DT. den Gau- Ehrcnbries. Für 25jährige treue Mitgliedschaft wurden ferner die Turner Karl Faber und Karl Volk ausgezeichnet.

e Watzenborn-Steinberg, 1. Febr. Der GesangvereinSängerkran-"heltd eser Tage seine Generalversammlung ab. Der 1. Dor- sitzende I. Harnisch begrüßte die Mitglieder. Der Rechner K. Lang erstattete den Kastenbericht, der einen günstigen Si nd auswies. Rechner und Vor­stand wurden entlastet unb im Anschluß daran wie» dergewählt. Der Vorsitzende wie» u. a darauf hin, daß unter der Leitung de» Dirigenten dc» Vereins, Lehrer I l g e, am 28. Februar in Butzbach ein Konzert unter gleichzeitiger Mitwirkung des Ge» sangoereinsCäcilia".Lich und der Gießener Reich», wehrkanelle stattfindet.

4 Lich, 1. Febr. Der hiesige Turnverein veranstaltet einen Werbeabend für Frauen­turnen. Der Vorsitzende H. Schmidt hielt ein­leitend einen kurzen Vortrag über Zweck und Ziele des Frauenturnens. Im Anschluß daran zeigten di« einzelnen Abteilungen unter der Leitung von Turn- wart K. Volz Frei-, Lauf, und Geräteübungen, Reigen, Spiele, Bewegungsschulen, Keulenübungen usw. Die Darbietungen wurden beifällig aufgenom­men und dürften ihren Zweck nicht verfehlt haben.

D Lich, l.Febr. In der Generalversammlung der Schützengesellschast wurde durch den Vorsitzenden H. Textor der verstorbenen Miiglie- der gedacht und sodann der Jahresbericht erstattet, aus dem hervorging, daß der Verein im verflosse­nen Jahre bei verschiedenen auswärtigen Drianstal- tungen gut abgeschnitten hat. Die finanzielle Lage des Vereins ist befriedigend.

Kreis Schotten.

Laubach, 1. Febr. Dieser Tage fand im Colmfet Hof" die diesjährige Hauptverfamm- lung des Gesangvereins .Harmonie" statt. Der Vorsitzende Heinrich S i l ß gedacht« vor Abgabe des Geschäftsberichts mit ehrenden Worten des am Jahresende verstorbenen Ehren­dirigenten, Oberreallehrer i. R. Ludwig Ger­hard. Die Rechnungsablage ergab einen liebet» schuß von mehr als 350 Mk. Der derzeitig« Mit­gliederbestand beträgt 148. Arnold EnderS. der seit 30 Jahren daS Rechneramt mit großer Gewissenhaftigkeit geführt hat, leite sein Amt nieder. Die Versammlung ernannte ihn in Anbetracht seiner treuen Dienste einstimmig zum Ehrenmitglied. An seine Stelle wurde Lud­wig Schudt zum Rechner gewählt. Es erfolgt« sodann eine Herabsetzung deS Mitgliederbeitrages von 2 Mk. auf 1,50 Mk. für 1932. Sodann wurden an fünf Mitglieder auf Grund ihrer 25jährigen Vereinszugehöriakeit Ehrenabzeichen durch Den Vorsitzenden verliehen: es find Hch. Ehr. Jochem L Karl Jockel, Hch. Rühl VI., Georg und Heinrich Wagner. Zu dem diesjährigen Deutschen Sänger- fest in Frankfurt a. M. wird der DereinSdirigent, Reallehrer H aa S, entsandt. Der diesjährige Kreisf euerwehrtaa für den Kreis Schotten soll am 12.Juni (Ausschußsonntag) in Laubach abgehalten werden. Mit dieser Ta­gung wird die Feier deS zehnjährigen Stiftungs- festeS der Laubacher Freiwilligen Fnrerwehr ver­bunden.

Ober-Schmitten, 1. Febr. Die hiesig« Krankenpflege st ation. die 1916 inS Le­ben gerufen wurde und aus den Zinsen der Antonie-Mousang-Stiftung. den Zu­schüssen der Gemeinden Ober-Schmitten unb Eichelsdorf, sowie der Frauenvereine beider Dör­fer unterhalten wird, konnte auch im abgelaufenen Jahre überaus segensreich wirken. Von der Dia- konieschwester Maria Kircher, die die Station leitet, wurden etwa 3900 Krankenbesuche gemacht und 12 Rachtwachen gehaltem

Brieffaffen her Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schristleitung.)

fj. Sch. DI. Sie müssen den Betrag von 1,25 RM. bezahlen, wenn nicht für Kälber ein niedrigerer Bo» trag besonder» festgesetzt ist.

Darauf ging am 25. Juli 1931 folgende Antwort ein:Mit den Ausführungen Ihres schreibens vom 17. Juli 1931 sind wir einverstanden. Einen gesetz­lichen Schutz können wir aber erst eintreten lasten, wenn das dem Landtag vorliegende Naturschutzgesetz in Kraft getreten ist, was hoffentlich noch im Herbst der Fall fein wird Die Jagdgesetze zu ändern, ist der whlrcichen Folgerungen und Weiterungen wegen, die sich an einen «pezialfall knüpfen würden, nicht empfehlenswert. Das Naturschutzgesetz aber wird einen über die Jagdgesetze hmausgcyenden Schutz gewährleisten. Gez.: I.D.: Dr U r ft o b t."

211» bann im Herbst gegen Ende ber Landtags Periode das neue Hessische Naturschutz­gesetz zur Durchberatung kam unb vcrabschiebet worden war, wurde ber vorgenannte Antrag den Regierungsstellen in (Erinnerung gebracht So wird in Kürze ein Ministerialerlah über ben staa11ichen Schutz be» Uhu in Hessen zu erwarten sein. Die Zwischenzeit wirb nun mit Den unmittelbaren Vorbereitungen zur Verwirk­lichung des Planes ausgesüllt. Auch hier sind noch große Schwierigkeiten zu überwinden, insbesondere macht die Beschämung von gesunden, Widerstands- fähigen und milbgefanaenen Tieren unglaubliche Mühe Nach Dr. Pfeiffer kommen nämlich nur deutsche Uhus in Frage,die imstande sind, in der Gefangenschaft z B. ein Kaninchen ohne weite­re» zu schlagen". Das können aber nur Tiere, die es von ihren Eltern bereits gelernt haben, lebende Beute zu kröpfen, so daß die leichteste Beschafsungs- Möglichkeit, nämlich Ne st junge einzuführen und großzuzuchten, nicht in Frage kommt und da» Ex­periment nur bei Einsetzung wildgefangener Alt­tiere Erfolg verspricht.

Aber auch sonst haben die Vorbereitungen zur Ausführung de» Versuches allerhand Schwierig- feiten bereitet. Namentlich hat die Auswahl der Stelle viel Korpszerbrechen verursacht. Als geeig­neter Drutort kann nämlich nur ein Revier in Frage kommen, in dem der Uhu früher jahrzehnte- lang gehorstet hat, d. h. Lage, Umwelt, Klima, Nahrungsquellen müffen ihm zusagen unb genügen (im Dogeisberg sind bas ausgebehnte Waldungen in möglichst urwüchsigem Zustand, bzw. In gering ausgenützter forstkultivatorischer Verfassung mit Felcgruppen und erratischen Blöcken und einge- sprengte Waldwiesen mit viel Niederwild). Die Voliere leibst soll sich an einer Stelle befinden, die weit abseits vom Fremdenverkehr liegt unb der humanen Neugier schwer auffindbar bleiben wird.

An diesem Ort wird nun das Versuchspaar wäh­rend des Winters mindestens 6 bis 8 Wochen lang Im großen Flugkäfig gehalten. Nach der Paarung kann bann das Weibchen aus der Voliere heraus- gekästen werden. Beginnt das Weibchen mit dem Nestbau, dann kann auch dem Männchen die Frei­heit gegeben werden. Eine Zeitlang noch müssen die nunmehr im Stadium ber Halbwildheit lebenden Tiere gefüttert werden. Als lebendes Futter werden Katzen, Tauben, Hühner, Hasen und Igel gegeben. Als tote Beute kommen Häher, Krähen, Fuchs-, Dachs-, Marder- unb Iltiskadaver in Frage. Es wird sich empfehlen, dem württembergifchen Bei­spiel zu folgen und zur Entlastung des eigenen Nahrungsraumes zwecks Futterbeschaffung die be­nachbarten Forstämter und Iägeroereinigungen zu einem gewissen freiwilligen Hilfsdienst zu verpflich­ten.

lieber ben Weitergang bes Versuches wirb bie Oessentlichkeit auf dem Laufenden gehalten werden. Die hier gebrachte Doroeröfsenttichung hat lediglich den Zweck, das Interefse der naturliebenden Kreise für diese neuen und idealen Ziele unseres Natur- bereicherungsoersuches zu wecken und alle Natur- unb Heimatfreunde, Jäger und Förster zu ihrer Mithilfe bei Schutz und Erhaltung des Uhus in Hessen aufzurufen.