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Nr. 76 Erstes Blatt

Sreitag, April 1952

182. Zahrgang

GkMner Anzeiger

Druck und Verlag: vröhl'fche UniversitülL-vuch' 5temdruckerei B. Lange in Sietzen. 5chnstleittmg und Scschästrftelle: Schulftratze 7.

General-Anzeiger für Oberhessen <°

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen.

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Aufmarsch zum zweiten Wahlgang.

Oie amtliche Kandidatenliste für den zweiten Wahlgang.

Berlin, 31. Mär;. (IDXB.) Die Frist zur Linreichungder Wahlvorschläge für den zweiten Wahlgang der Reichspräsidcntenwahl "ist heute um 24 Uhr abgeloufcn. Es sind einge- reicht worden beim Beichswahllciler drei Wahl­vorschläge, nämlich: t

o o n Hindenburg

Hitler

Thälmann.

Die drei Wahlvorschläge sind vom Reichswahlleiter z u g e l a f s e n worden.

Wird Hindenburg nochmals vereidigt werden? Zusammentritt des Reichstags nach dem 24. April.

B e rliir, 31- März. (ERB.) Da an der Wiederwahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg kein Zweifel besteht, so wird in dem Reichsinnenministerium als dem Vcr- fassungsministerium zur Zeit die Frage geprüft, ob nach der endgültigen Wahl eine nochmalige Vereidigung des Reichspräsidenten v. Hin­denburg erfolgen muß.

3n maßgebenden Kreisen wird die Auffassung vertreten, daß eine erneute Eidesleistung un­nötig ist und daß die Eidesleistung des Reichs­präsidenten v. Hindenburg vom 12- Mai 1925 vollkommen genügt. Diese Auffassung stützt sich auf den Artikel 42 der Reichsvcrfassung, wo­nach der Cid bei der Tlebernahme des Amtes des Reichspräsidenten zu erfol­gen hat. Sollte die andere Auffassung Platz greifen, die dahin geht, daß nach dem Ende der Amtsdauer am 5. Mai eine erneute Amts­übernahme vorzunehmen ist, so wäre für diesen Fall mit einer Einberufung des Reichstages zu rechnen, da nach dem Ar­tikel 42 die Eidesleistung vor dem Reichstag zu erfolgen hat.

Unabhängig aber von der Frage der Eides­leistung kann angenommen werden, daß der Reichstag bei der Amtsübernahme des Reichs­präsidenten v. Hindenburg versammelt sein wird. Ein Termin für den Zusammentritt ist zwar noch nicht bestimmt, doch ist die Reichs­regierung bemüht, den Haushaltsplan für 1 932 sobald wie möglich sertigzustellen und dem Reichsrat und dem Reichstag vorzu­legen. Praktisch dürfte der Zusammentritt des Reichstages wohl erst nach den Wahlen der Länderparlamente am 24. April er­folgen.

Wahlbündnisse

der gemäßigten Rechten.

Berlin, 31. März. (BDZ.) Die Wirt­schaftspartei hat fetzt für die bave- rischen Landtagswahlen ein Wahl- bündnismitderDBP. abgeschlossen. Beide Parteien werden für die bayerischen Landtags­wahlen gemeinsam Listen aufstellcn. Man nimmt an. daß sie zur Erweiterung dieses Wahlbünd­nisses die Verhandlungen mit derStaatspar- t c i und dem Christlich-SozialenBolks- dienst fortsühren. Das bayerische Wahlrecht, das komplizierter als das preußische ist, macht die Verwertung der Reststimmen von der Er­langung eines Grundmandats abhängig, das wie­derum nur gewährt wird, wenn der aus der je- »eiligen Wahlbeteiligung errechnete Faktor er­reicht wurde.

Die D B P , die ihre Landesliste für diepreu­st i s ch e Landtagswahl erst in einigen Ta­gen bekanntgeben wird, hat ein Wahlbündnis für die Preußenwahlen mit der Dolksrechts- Partei für Aufwertung abgeschlossen. Den bis­herigen Vertretern der Dolksrechtspartei iin Preu­ßischen Landtag, den Abgeordneten Pohl und Graf v. Posadowsky-Wehner, wurden aussichtsreiche Plätze aus der Landesliste der DVP. reserviert. Die Volksrechtspartei brachte bei den letzten Preußenwahlen rund 250 000 Stim­men auf, von denen damals 150 000 -^cf^''ymcn nicht verwertet werden konnten. Die Wahlbünd» nisverhandlungen zwischen Wirts ch a stspar - tei und Landvolk für b i c Preußen- wählen find noch nicht abgeschlossen. 3n par­lamentarischen Kreisen nimmt man an, daß ein tat­sächlich enges Zusammenarbeiten der bürgerlichen Parteien im Preußenparlament sich erst nach den Reuwahlen im neuen Land­tag ergeben wird.

Gegen die Parole des Reichsland­bundes für den zweiten Wahlgang

Lcharfc Opposition des Thüringer Landbunds.

Weimar, 31. März. (Lil.) Der Gesamt­vorstand des Thüringer Landbundes be­schäftigte sich am Donnerstag mit der Reichs- Präsidentenwahl und nahm einstimmig eine Ent­schließung an, in der er sich gegen eine Hi tlerdi ktatur auslpiicht und damit -C Stimmabgabe bei der Wahltem gesunden Sinn

seiner Bauern" überlasse. Die Entscheidung im Kampfe gegen das parlamentarisch-demokratische System liege nicht bei der Reichspräsidentenwahl am 10. April, sondern bei der Preußen­wahl am 24. April. Da der Thüringer Land­bund als Vereinigung bodenständiger deutscher Bauern aus seinen nationalen und wirtschafts­politischen Grundanschauungen heraus jeden Sozialismus als eine Art des Marxismus ab lehne, komme für ihn bei der Wahl ein sozialistischer Parteikandidat nicht in Frage. Der Thüringer Landbund bedau­ere deshalb die parteipolitische Stellung­nahme des Re i ch slandbundes für einen sozialistischen Kandidaten auf das Tiefste. Sozialismus in jeder Form sei der Totengräber jeden selbständigen Bauerntums auf eigener Scholle.

Oie Harzburger Front.

Ein neuer Artikel Hilgenbergs.

Berlin, 31. März. (TU.) In einem dritten programmatischen Artikel imDeutschen Schnell- dienst" befaßt sich der deutschnationale Parteiführer Dr. f) u g e n b e r g erneut mit dem Verhält- n i s zwischen der DNDP. und den Na­tiv n a l s oz i a l i st e n unter dem MottaWohin geht die Jugend?" Er zitiert dabei den Brief eines Sohnes an seine Eltern, der nach zweijährigem Schwanken zwischen beiden Lagern erklärt, daß zwar die Versammlungen der NSDAP, packender, mitreißender und faszinierender seien, daß aber in der Geschichte noch immer der Kopf und nicht die Masse den Sieg davongetragen habe, daß schließlich die NSDAP, von vornherein sich mit den

Weitere Verschleppung der Tributstage?

Weicht England einer Entscheidung aus? Ein Warnruf des Daily Herald.

London, 31. März. (TU.) Der sozialistische Daily herald" sagt, die englischen Minister, die noch vor zwei Monaten erklärten, daß die Dinge nicht so bleiben könnten, wie sie seien, hätten nunmehr entschieden, daß es unmöglich sei, in der Tri­but f r a g e etwas zu tun. Det Schohkanzler sei jetzt der Ansicht, daß die Lausanner Kon­ferenz nur das für Deutschland gültige Mora­torium um sechs Monate verlängern und sich dann vertagen solle, wobei er die Hoffnung fjabc, daß sich nach den amerikanischen Mahlen eher etwas erreichen lasse. Tardieu werde am Montag bei seinen Londoner Besprechungen mit größtem Vergnügen Horen, daß jeder Gedanke einer Revision des Zoungplans oder einer Streichung der Tribute fallen gelassen worden sei. Dies gebe ihm diegemeinsame Front ', auf die er so großen Mert lege. Einen solchen eng­lisch-französischen Vorschlag könne jedoch Deutsch­land unmöglich annehmen, da eine Ver­längerung der bisherigen Abmachungen die zukünf­tigen deutschen Verpflichtungen nur noch erhöhen würde. Deutschland hätte nicht nur die fälligen Zah­lungen nach Ablauf des Moratoriums «nieder auf­zunehmen, sondern müßte vom nächsten Jahre ab 180

bis 200 Millionen Mark mehr alsRückzahlung auf die gestundeten ungeschützten Jah­reszahlungen abführen. Eine einfache Ver­längerung des Moratoriums würde diese Verpflich­tungen auf etwa 270 bis 300 Millionen Mark er­höhen. Das Blakt drückt dann die ernstesten Be­denken aus, ob Deutschland seine privaten Verpflichtungen erfüllen könne, wenn keine Einigung in der Iributfragc zustande komme. Die Lage in Deutschland verschlechtere sich von Tag zu Tag. Die Ausfuhr sinke so schnell, daß man im April oder Maj keinen Ausfuhrüberschuß mehr er­warten könne. Alle versuche, die Lage durch Ver­minderung der Einfuhr und durch Devisenoerord­nungen zu retten, seien vergeblich gewesen. 3m Hin­blick hierauf sei es kaum verständlich, wenn man von einer Verlängerung des Moratoriums und von einer neuen Erörterung der Lage nach seinem Ablauf spreche. Rach den heroischen Reden Macdonals wichen jetzt die englischen Minister der wichtigsten europäischen Frage aus. Der Schahkanzler Cham­berlain entweiche nach Ottawa, Sir John Si­mon ziehe es vor, über die Zölle der Donaustaaten zu sprechen.

MtenächsterWocheMemächlekonserenzinLondon

England lehnt eine Dorvereinbarung mit Tardieu ab.

London, 31. März. (MTB. Renier.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß die viermächle- konferenz Mille nach st er Mache in Lon­don staltsinden wird, von britischer Seite wird be­tonterer Mert auf die Feststellung gelegt, daß die Initiative zu dem Besuch Tardieus in London von Paris ausgegangen ist. Es wird für nicht unmöglich erachtet, daß diese Bestre­bungen zum Teil auf« (Krroägungen inner- politischen Charakters zurückzuführen sind. In britischen fireifen wird angesichts der Zweifel, die in Deutschland und Italien bezüglich der Zweck­mäßigkeit vorheriger französisch-britischer Erörte­rungen gehegt werden, betont, daß keinerlei Vereinbarung zwischen den Vertretern Groß- brifanniens und Frankreichs über dke Donaufragc getroffen werden könne, da sie hinfällig werden würde, sobald Deutschland oder Italien ihr nicht z u ft i m m e n. Man ist in Doroningftreef entschlossen, bei den Erörterungen mit den französischen Mini­stern sich auf das Donau Problem zu bc- schränken, allerdings hält man sich vor Augen, daß es schwierig sein würde, den Raum zu verlassen, wenn Tardieu oder sein Kollege anbere fragen aufs Tapet bringen füllten.

Bülow wird Deutschland in London vertreten.

Berlin, 31. März. (ENB.) In Berliner unter­richteten Kreisen nennt man als genaues Datum der Viermächtekonferenz Mittwoch, den 6. April. Es gilt nun al* sickzer, daß für Deutschland Staatssekretär o o n B ü l o w an der Besprechung teilnehmen wird, die ganz naturgemäß z u n ä ch st nur d e n E h o - ratter einer Vorkonferen z hat. Es kann sich dabei nur darum handeln, d i e G r un d z n g e der geplanten .Hilfe für die Lonau land er herauszuarbeitcn und sie dann in der folgenden Woche jo zu fördern, daß Mitte des Monats bei der Anwesenheit de» NeichskanzlersinGen f G e n a u e r e s b e^ sprachen werden kann. Im Anschluß daran wird dann mit den beteiligten Machten Fuh-

lung genommen werden.

Keine Aussicht auf Erneuerung derEntente cordiale".

Paris, 1. April. lWTD. Funkfpnrch.) Sn vielen französischen Blättern wirdtec Fvage auf- geworfen, ob die Aussprache zwischen dem eng tischen und dem sranzöstschon Minister ««hl «ne Wiederbelebung der Entente cor-

di a I e mit sich bringen könnte. Hiervor warnt der die englischen Verhältnisse scharf beurteilende Londoner Korrespondent desPetit Pari­si en". Man dürfe sich nicht einbilden, so schreibt er, daß von der Wiederbelebung der Entente cordiale die Rede sein könne. Die englische Re­gierung wünsche mit Frankreich und nötigenfalls unter Beteiligung anderer Mächte nach den best­möglichsten Lösungen für die gegenwär­tigen Schwierigkeiten zu suchen. Viel­leicht würden die Ereignisse England zeigen, daß sein wohlverstandenes Snteresse ihm gebiete, daß England sich Frankreich anschließe. Für diese englisch-französische Zusammenarbeit arbeite die Zeit.

Prag und Paneuropa.

Masaryk fordert deutsch.französische Zusammenarbeit.

London, 31. Marz. sWTB.) DerSpectator" veröffentlicht ein Interview mit dem tschechischen Präsidenten Masaryk, in dem dieser erklärte: Offen gesagt, fürchten w i r die deutsche Konkurrenz", fügte aber hinzuIn keiner Weise ist unser Plan für wirtschaftliche Zusam­menarbeit Zentraleuropas gegen Deutschland ge­richtet. Wir glauben in der Tat. daß fein Erfolg in hohem Maße Deutschland zum Vorteil gerei­chen würde." Masaryk betonte, daß die allge­meine Politik der tschechischen Regierung die For­derung wirtschaftlicher Zusammenarbeit erstrebe, wobei man bedenken müsse, daß Deutschland ihr Hauptabnehmer sei. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft müsse die Tschechoslowa­kei immer mit Deutschland und den osteuropäi­schen Staaten, einschließlich des Balkans und Ruß­lands verbunden sein. Masaryk setzte sich weiter­hin für eine Annäherung Frankreichs und Deutsch­lands und einB u n d e s s y st e in" in Eu­ropa ein. Europa könne nicht, erklärte er, wie vor dem Kriege aus zwei einander entgegengeseh- ten Gruppen von Rationen bestehen.Ich glaube, daß d i e einzige dauerhafte Basis für den europäischen Frieden eine fran­zösisch-deutsche Zusammenarbeit mit ter Unterstützung Großbritanniens und Italiens ist." Einer der Gründe für die europäische Un­ruhe, so erklärte Masaryk weiter, sei, daß 4 0 Millionen Franzosen 80 Millionen Pangermanisten fürchteten. Wenn eine französisch-teutsch-britische Zusammenarbeit in Eu­ropa zustande käme, so würden alle Traume, die man gegenwärtig hege, wie z. D. P a n e u r o p a, eines Tages in Erfüllung gehen

Deutsch nationalen wohl oder übel zusam » men schließen müsse.

Es ist die Aufgabe ter bevorstehenden Landtags, wählen, so fährt Xjiigcnberg fort, dem geeinten nationalen Deutschland die Macht in den Ländern, besonders in Preußen zu erobern. '21 her es ist trotz mancher immer häufiger Warnung dazu gekommen, daß zugunsten der Gegner die gemeinsame Sache der nationalen Wiedergeburt unter den lieber schwänglichkeiten und Fehlern der Nationalsozialisten leidet. Wir gehen jetzt in einen schicksalsschweren Wahlkampf, in die Preußenwahl. Das darf man nicht mit einer Unehrlichkeit auf ten Lippen tun. Es doch zu tun, wäre sogar eine Dummheit in einem Augenblick, in dem der Partner, mit dem man einig fein möchte, überall in der Welt herumpfeift, daß er fick) den Teufel um fei­nen Bundesgenossen kümmere und daß dieser nur dazu da (ei, ihm vorübergehend Vor­spann zu leisten. Letzteres ist eine irrige Rechnung. Ich bin froh, daß die nationale Bewegung Hitlers so stark in Deutschland geworden ist, daß Rote und Schwarze Angst davor bekommen haben. Aber nun kommt der zweite Teil der Aufgabe: Es geht nicht an, daß nunmehr alle diejenigen A n g ft vor der nationalen Bewegung bekom­men, die zwar ihren Sieg wollen, nicht aber Sozialismus und eine unüberlegte Politik. Dafür aber bedarf es einer Zusammenfassung aller darauf wartenden Kräfte.

Das Landvolk zum Sammlungs­vorschlag Hugenvergs.

Berlin, 31. März. (CAD.) Geheimrat Hugen- berg hat seinen bekannten Vorschlag, die bürger­lich-nationale Rechte bei den Preußenwahlen auf ter Landesliste der Deutschnationalen zu ver­einigen, in einem bereits gemeldeten zweiten Ar­tikel kommentiert und erläutert. An diesem zwei­ten Artikel ist, so bemerken dieLandvolk- n a ch r i ch t e n, abgesehen von den Sammlungs­bestrebungen, besonders bemerkenswert die ange­kündigte Abrechnung mit dem Ratio­nalsozialismus und die Schärfe, mit der sich Geheimrat Hugenberg sachlich von seinen ehemaligen Harzburger Freunden abseht. Hugen- berg geht so weit, daß er selbst von einem neuen Harzburg der gemeinsamen politischen Arbeit" spricht und damit offen zugibt, daß d i e alte Harzburger Front endgültig begraben ist. Dr. Hugenberg dürfte inzwischen eingesehen haben, daß der ur­sprüngliche Weg. den er beschritten hat, zu keinem Ziel führen konnte. Er stellt deshalb jetzt die Abrechnung mit dem Rationalsozialismus voran und kündigt bei der Gelegenheit Ent­hüllungen über die Vorgänge innerhalb der Harz - burger Front an, die zweifellos zur Klärung der politischen Verhältnisse auf der Rechten beitragen dürsten.

Weiter sagen dieLandvoltnachrichten": Auch wenn man jetzt den guten Willen zur Sammlung der bürgerlich-nationalen Rechten auf deutsch- nationaler Seite voraussehen kann, so geht es doch nicht an, daraus wiederum ein Privileg der deutschnationalen Parteifüh­rung zu machen und diejenigen, die man sam­meln will, in dieRolle von Hospitanten zu verweisen. An den diktatorischen Ansprüchen der deutschnationalen Parteiführung ist die alte Rechte gescheitert Die Ausräumung ter fachlichen und persönlichen Gegensätze zwilchen den einzelnen auseinandermanövrierten Gruv pen wäre in jedem Falle zu begrüßen. Eine Mög­lichkeit, daß der Vorschlag Dr. Hugenbergs noch während der Preußenwahl irgendwelche konkrete Formen annehmen konnte, sehen die Landvolknachrichten" jedoch noch in keiner Weise.

Oie Kürzung der Bezüge der hessischen Lehrerinnen.

Darmstadt, 31. März. IWSN.) Amtlich wird mitgctcilt: Durch Notverordnung vom 3". März 1932 hat das hessische Gesamtministerium bestimmt, daß die Grundgehalte der weiblichen Lehrpersonen ab 1.April 19 3 2 um 1 < Prozent gesenkt werden. Als Wohnungs g eldz u schuß wird den Lehrerinnen mit gekurz tem Grundgehalt nicht das halbe Wohnungsgeld, sondern das volle Wohnungsgeld der nächst niedrigen Tarifklasse gewährt.

Diese Regelung ist eine der Maßnahmen, die der Ausgleichung des nächstjährigen Staatsvoronschlags dienen sollen. Die Regierung hat sich angesichts der Finanznot des Landes auch um deswillen zu diejer Maßnahme entschlossen, weil in fast allen übrigen deutschen Ländern die Lehrerin nen gegenüber den Lehrern entsprechend gekürzt» Bezüge erhalten. Die Bezüge der hessischen Lehre rinnen sind damit den Bezügen angegli- dien, wie sie die große Mehrheit der deutichen Lehrerinnen ;. T. schon seit Jahren bezieht. Für die Bered) nung des Ruhegehaltes und der Hinterbliebenenversorgung bleibt die Senkung des Grundgehaltes um 10 Prozent unberüd sichtigt. Das Ruhegehalt ujw. wird also aus dem vollen Grundgehalt wie bei ben Lehrern berechnet. Auch bei der Grundvergu tung der Anwärterinnen bleibt die Senkung unberiicklichtigt. Gleichzeitig wird durch die Derord nung bestimmt, daß öic Pflicht st un de nzahl der weiblichen Lehrpersonen um 10 Prozent z» senken ist. Auch damit folgt Hessen einer Reg< lung, wie sie in f a st allen übrigen deut­schen Ländern besteht.