Ausgabe 
1.2.1932
 
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denjenigen Möchten verweigern, die heute keine Sicherheit hätten. Die internationalen Verträge dürften zwar nur mit Zustimmung beider verlragsteile geändert werden, aber die heute bestehenden internatio­nalen Verträge enthielten unhallbareVe- dingungen. hierzu gehöre in erster Linie die Krlegsschuldklaufel. Diejenigen Mächte, die diese Klausel geschaffen hätten, mutz- ten letzt selbst frelwilligdieseklaufel wieder auslöschen. Als 1919 die Kriegs- fchuldklaufel geschaffen wurde, schien es einzig und allein denkbar, daß sie nur während einer kurzen Jtift gelten könnte. Jetzt könnte diese Klausel nicht mehr weiter ausrechterhalten wer­den. Der Erzbischof gebrauchte In diesem Zu- sammenhang das Bild, datz man, wenn eine Explosion erfolgt sei. nicht nur fragen dürfe, wer das Streichholz habe fallen lassen, sondern fragen müsse, wer den Boden mit Pulver bestreut habe. Denn die bevorstehende Abrüstungskonferenz im Geist des Evangeliums sich versammeln solle, so müsse der Kriegsschuldartikel verschwin­den.

Volksfront für Hindenburg.

Ein Schreiben Dr. Sahms an die deutsche Presse.

Berlin, 30.Jan. (ÖIB.) Der Oberbürger, meister von Berlin Dr. S a h m hat in Fortführung seiner Aktion fürdiewiederwahlde, Reichspräsidenten v. Hindenburg an die gesamte deutsche presse ein Schreiben gerichtet, in dem er seine Pläne darlegt, von der am Montag, dem 1. Februar, erfolgenden Gründung des Ausschusses Kenntnis gibt und die Anter- stühungderpressefürdleAnterfchrif- te n Werbung erbittet, die nach den gesetzlichen Bestimmungen für die Vorlage eines solchen Wahl- Vorschlags erforderlich ist. da 20 000 Mähler dar- getan werden müssen, wenn der Vorschlag nicht von einer Partei usw. ousgeht. Das Schreiben gipfelt in einer Erklärung, in der es heißt. daß dieses Unternehmen keinerlei Einzelinteressen verfolge, sondern nur den Zweck habe, in der wich­tigen Frage der Reichspräsidentenwahl einmal alles Trennende zurückzu stellen und die große Volksfront für Hindenburg zu ermöglichen.Deutschlands Zukunft". so schließt das Schreiben Dr. Sahms,darf nicht..den mehr oder minder hemmenden Bindungen einzelner Per- sönlichkeiten geopfert werden. Gerade jetzt müssen wir Deutschen beweisen, daß wir einig sein können, wenn die Stunde es for- dert und daß wir eine Sache um der Sache willen zu betreiben vermögen. Ich richte deshalb wie an Sie an jede einzelne deutsche Zeitung die Bitte, hier einmal alle Gegensätzlichkeiten beiseite zu lassen und zu helfen, daß eine geschlossene V o l k » f r o n t für den Reichspräsidenten v. hinden- bürg zustandekommt."

Vor Veginn der Abrüstungskonferenz

Henderson in (Senf. Oie Eröffnungsrede am Dienstag nachmittag durch Rundfunk verbreitet.

Oingeldey spricht in Frankfurt.

Frankfurt a. M.. 30. San. Die Eine Nationale Kund- ab. bei der der Führer der DVP.. nei<68- n8*Ibet), das Referat "k0* au6: Unter den Sin. T^8en deS Trommelfeuers der französischen ft deutschen Volke in den näch­

sten Monaten schwere Prüfungen bevor. Diejeni-

Fort mit der Kriegsschuldlüge!

Der Erzbischof von gort fordert im Genfer Bittgottesdienst für die Abrüstunas- tonferenz gleiche Sicherheit für alle und Beseitigung des Versailler KriegSschuldparagraphen.

nesen strömen in die internationale Niederlas­sung. Man befürchtet, daß Lebensrnittel- knappheit eintritt. Fleischvorräte sind nur für drei Tage vorhanden, die Preise sind teilweise um 100 v. H. gestiegen.

Oie Politik -er Sowjetunion

Moskau. 31. San. (WTB.) 3n seiner Er- öffnungSrede der 17. Kommunistischen Partei­konferenz sprach der Vorsitzende des Volks­kommissariats M o l o t o f f über die Außenpolitik Rußlands, die eine Friedenspolitik sei. Wir tun, erklärte er, alles, um neue imperialistische Ueber- fälle auf die Republik und den Sozialismus zu verhindern. Die Ereignisse im Fernen Osten fordern von uns die ernsteste Wachsamkeit und Bereitschaft bet äleberraschungen krie­gerischer Kreise der ausländischen Bourgeoisie. Russische Weißgardisten in der Mandschurei und in Paris schmieden offen Pläne zurLoslösungdesFernenOstenS von der Sowjetunion und zur Schaffung eine«Pufferstaates" mit ausländischer Unterstützung unter Beteiligung der aus der Intervention in Öen Jahren 1918 und 1919 be­kannten internationalen Abenteurer von der Art i des Generals Gaida und seiner Anhänger. An solchen Gefahren für die Sowjetunion kön­nen wir nicht vorübergehen und passive Zu­schauer bleiben.

Havas dementiert ein französisch-japanisches Einverständnis.

Paris, 31. San. (WTB.) Die Agentur Havas veröffentlicht ein offiziöses Dementi. Die osfiziel- I len französischen Kreise dementieren die im Aus- I land verbreiteten Rachrichten, es bestehe ein französisches Abkommen, auf Grund dessen Frankreich im FernenOsteneine Iapan günstige Haltung einnehme! gegen die Zusicherung, daß die japa­nische Delegation in Genf die fran­zösische Abrüstungsthese auf der be- I ginnenden Konferenz unterstützen I werde. Man erkläre außerdem, dah die Nachricht. I die französischen Behörden in Schanghai hätten I den japanischen Streitkräften die Erlaubnis I erteilt, in die französische Konzessionszone I einzudringen, jeder Begründung entbehre. In dieser Zone werde die Ordnung nach wie vor I von der französischen Polizei sichergestellt.

(TU.) Der Erzbischofvon Templer, der zweithöchste anglikanische Kirchenfürst deS englischen König­reiches. hielt am Sonntag anläßlich der bevor­stehenden Eröffnung der Abrüstungskonferenz ernen Gottesdienst ab. in dem er eine schriftlich festgelegte Rede rein politischen Charakters hielt. Der Gottesdienst, dem der Präsident der Ab­rüstungskonferenz, Henderson, der Führer der englischen Abordnung, Kabinettsminister Tho- mas, Lord Robert Cecil und zahlreiche Mit­glieder der verschiedenen Abordnungen beiwohn- hier größtes Aufsehen erregt. Der Erzbischof von Port verlas wörtlich den entschei- denden Teil der berühmten auf der Versailler Konferenz abgefahten Mantelnote der al- lirerten Mächte, in der die allgemeine Ab- rustung als eine Ehrenv erpf l ich tung

mhi1 V! Vn Mochte bezeichnet und er- flärt toirö. daß die Entwaf f nungDeutsch- 2? brüh n« ^c9inn der allgemeinen SiSW 2VinAyJclXcn habe. Der Erzbischof Ä tt! Abrüstung eine internationale, stelle anä^lc bindende Verpflichtung dar-

Da, Verlangen nach S i cherhei l wäre zwar gerechtfertigt, aber diejenigen Mächte, die bereits über die notwendigen Sicherheitsgaran- tien verfügten, dürften die Sicherheit nicht

Oie Ergebnisse

-er Preissenkungsaktion.

Eine Erklärung des ReichskommifsarS Goerdeler.

Berlin, 31. Ian. (WTB.) In einer Erklärung des Reichskommissars für Preisüberwachung heißt cs u. a.: Der Preisindex ist gegenüber der letzten Zahl vor meiner Amtsübernahme um 6,3 Prozent gefallen. Damit ist bei den durch den Index erfaßten Bedarfsartikeln diejenige Senkung erzielt, die ich bei meiner Amts- übernähme bis Ende Januar zu erreichen für möglich erklärt batte. Im Interesse der Be- ^"ung der Wirtschaft ist es aber notwendig, öas Verhältnis zwischen Kaufkraft und Preisen in kürzester Frist noch st ä r k e r zu verbessern, um Stockungen im Produk­tionsprozeß auszuschalten. An den Orten, für die *°) festgestellt habe, daß die zentralen Vereinbarun­gen über Lebensmittelpreise nicht durchgeführt sind, wird mit besonderen Anordnungen eingegriffen. Zu einer Beunruhigung wegen des Brot- Preises liegt keine Veranlassung vor. Die Brotgetreideversorgung für das ganze Jahr ist a b solu t slche r a est el lt und die Preise werden durch die Kaufkraft bestimmt; Schwankungen im Getreide- und Mehlpreis werden aufgefangen. Im übrigen wird das bewährte Verfahren der Preis- u b e r w a chu n g durch Abmachungen mit den ver- schiedenen Wirtschaftsgruppen in noch stärkerem Tempo zu einem gewissen Abschluß ge- bracht werden. Bei den meisten Straßen- ven sind nunmehr Senkungen von 8 ^0 Prozent durchgeführt. Eine be- achtliche Zahl vonGas-undElektrizitäts« haben ihre Preise gesenkt. Auch diese I wichtige Frage, bei der der Zusammenhang zwischen I allgemeiner Wirtschaftslage und öffentlichen Lasten besonders klar in die Erscheinung beschleunigt völlig geklärt werden. Wie der Reichskommissar weiter mitteilt, sind nach einer lleberficht in 72 Gemeinden die Preise für ©egenftänbe des täglichen Bedarfs e r h e b l i ch g « f e n k t worden. Wenn man bei den Preisen vom 24. November 100 zu Grunde legt er­geben sich für den 30. Januar folgende Zahlen- Br°t auf 96,1, Rindfleisch 90,8, Schweinefleisch 91,3 Speck Vollmilch 94,7, Molkereibutter 88,2, Landbutter 85,2. Margarine 89.1, Eier 83,7, Jjaar^ wneiben 92,2, Rasieren 93,8, Tageszeitungen 92,9, Wohnung (zwei Zimmer und Küche) 92,3, Briketts 89,1, Gaskoks 91,8.

Der Reichskommissar hat an den Reichs- Verband des Deutschen Schuhmacher- pandwerks ein Schreiben gerichtet, in dem er mt! .der Tatsache beschäftigt, dah in einigen A^nd le Preisverzeichnisse der einzel- nen Schuhmacher übereinstimmend lauten und an-

1 « gemeinsamen Quelle stammen.

Darin sicht der Reichskommissar eine Umgehung Aerbotes der Preisbindungen. Er fordert den Reichsverband auf, die einzelnen Innungen ^^ssdgkelt derartiger einheitlicher Preisverzeichnisse hinzuweisen und ersucht ibn dlS zum 3. Februar für Abhilfe zu sorgen.

*

Der Reichskommissar hat angeordnet, daß vom 1. Februar ab die Festpreise und ge­bundenen Preise für Apotheker- ?^inhandel aufgehoben unD 0^ den freien Wettbewerb ersetzt werden Außerdem dürfen in Zukunft im Apotheker- getoeröe keine Aufrundungen auf volle 5 od°r T erfolgen. Der Apothekeraufschlag ist to°orben5 ^r°8nt 64 Prozent herabgesetzt

Daher hat es ein besonderes Interesse an der Abrüstung der anderen Staaten und besteht auch darauf. Cs ist weiterhin der Ansicht, daß die Methode der Beschränkung der Rü­stungsausgaben wie sie i m Konven­tionsentwurf niedergelegt fei, ungenü­gend sei. Die .direkte" Methode der Ab­rüstung werde daher von Deutschland vorgezogen, lieber angebliche Geheimrüstungen in Deutschland erklärte Nadolny: Diese Behauptun­gen sind vollkommen unbegründet und scheinen in diesem Augenblick in Umlauf gesetzt worden zu sein, um die Konferenz zu sa­botieren und eine für Deutschland ungünstige Atmosphäre zu schaffen. Er drückte feine Befrie­digung darüber au«, daß ein Engländer den Vor­sitz auf der Konferenz führen wird, und ver­sicherte, daß Deutschland nichts ungetan lassen werde, um die Konferenz zu einem Erfolg zu gestalten.

Frankreich kommt auf -as Genfer Protokoll zurück. Paris, 1. Febr. (WTB. Funkspruch.) Bei einer Veranstaltung der Radikalen Partei in Castelfarrafin dielt der Abgeordnete Herriot eine Rede, in der er erklärte, die Grundlage Der Friedenspolitik bleibe die Achtung der Verträge. Diese seien jedoch nicht für die Ewigkeit geschaffen. Der Versailler Vertrag lasse Revisionen zu, aber man könnte zu 'hncn nur unter drei Bedingungen schreiten:

1. könnten Revisionen nicht einseitig ge­fordert werden,

2. machten sie ein über den Parteien stehendes Schiedsorgan notwendig.

3. sei eine vorherige Verständigung öer ganzen Welt über die Aufrecht­erhaltung deS Weltfriedens er­forderlich.

Hinsichtlich der Abrüstung beteuerte Herriot, Dafj er ein Anhäng er des Genfer Pr0- tokolls bleibe, das auf drei Pfeilern ruhe: Schiedsgerichtsbarkeit. Sicherheit, Abrüstung. Für sen. Augenblick finde man auch da- einzig mögliche dofitive Programm in diesem Protokoll. Auch der Pariser Korrespondent derTimes" sagt alle evtl, französischen Vorschläge zur Rüstungsver- mmöerung durften von der Bedingung abhängig gemacht werden, daß ein Sh st em gegenf^ - tigen Beistände« zwischen den Rationen vereinbart werde. Die Anwesenheit Paul- ? °IX u ®*nf deutete darauf hin, daß das Genfer Pro 10 k 0 l l von 1924, an dessen Abfassung er beteiligt war, wieder zumL e- ben erweckt werden solle.

Lächerliche Verdächtigungen.

Die akademischen Fliegertruppen machen denMalin" nervös.

Berlin, 31. Ian. (TU. Amtlich.) DerMa- t in" beschäftigt sich plötzlich mit den seit mehr als zehn Iahren an zahlreichen deutschen Hoch­schulen bestehenden akademischen Flieg er - französische Zeitung will den Eindruck erwecken, als ob sie ein Geheimnis enthülle. Tatsächlich sind die geringen Beträge mit denen das Reich das wissenschaftliche Stu­dium auf dem Gebiete der Luftfahrt fördert (ins­gesamt 144 000 Mark im Iahre) im Reichshaus­halt, und zwar im Haushalt des ReichsverkehrS- mmifterium«, offen ausgewiesen. Die aka­demischen Fliegergruppen sind die Schöpfer des heute in der ganzen Welt mit Interesse aufge­nommenen Segelfluges gewesen. Später haben einige von ihmm sich mit Mitteln, die durch öffentliche Sammlungen aufgebracht worden sind Kleinflugzeuge beschafft. Es gibt bei allen deutschen akademischen Fliegergruppen kein Flugzeug über 100 ?8. Die im Besitz der akademischen Fliegergruppen befindlichen Segel­flugzeuge und Kleinflugzeuge sollen die Studie­renden in den Stand sehen, das, was sie im Hör­saal gelernt haben, praktisch nachzumes- fen und zu erproben.

Soweit der äußerst harmlose Sachverhalt der .Matin" Über die militärische Qualifikation der professeurs de aviation und über die Mitwirkung des Reichs­wehrministers Groener berichten zu können glaubt lst frei erfunden.

W. bre heute das starke Wort wollten, sollten [i!b ch,cm Kanzler mog-

Ute,n ?cin auszusprechen, wenn

stünden^ Franzosen am deutschen Rhein des Artikels 48 habe die Un- Möglichkeit bewiesen, das deutsche Volk mit den ttc!n i)lr Demokratie der Weimarer Verfassung aus der Krise wieder herauszuführen. Es bleibe das einziye Ziel (Zuruf: Die Diktatur!): die Bil- dung einer unabhängigen Reg j e runa und eines Parlaments der Sach ver st än?

V n s s 0 nnenen Männer. Die Tra­gik des deutschen Volkes fei, daß trotz aller gegen- wartigen Schwierigkeiten die Reichs, und Verwaltunasreform noch nicht in Angriff genommen fei Sie Rot der Länder und Gemeinden könne ohne Bereinigung dieser Frage gar nirfu überwunden werden. Die P 0 i 11 r b e s n a t i o aalen ffiib er [tani)e: rönne inSeui|»länb nur geführt werden, wenn sie gestützt werde von all denen, die nach ihrer Gesinnung und Uebeneuauna den nationalen Widerstand zu tragen enttolB ^'en Deshalb sei die Hauptaufgabe^d i e b °/e n l?crAQtionaIcn Bewegung in

! »ch ° " zuh 0 len in die Ab"

m r* front. Brüning stehe vor der biftorHAen Zbbeu'una de- Cnllchsusies, freiwillig ben & b'e'n" W'd"rstan^Brün7ng "habe ^°AusK mal) Ich indenburgs würde eine starke ffini Hi8®erfe,fbaennieb'beU''n * gcrQbe "«*=

Aus aller Welt.

Der Leopard wird erschosien.

Der Leopard, der in der Berliner Wohnung des Kunstmalers Othegraven ein zweijä^ nge« Mädchen zerfleischt und dessen Mut­ter schwer verletzt hatte, wird auf Anordnung be8 Polizeipräsidenten unter Zuziehung eines Tier­arztes erschossen werden. Othegraven ist von der Polizei festgenommen und dem Unter- suchungsrichter vorgeführt worden, da gegen ihn ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet werden soll. Jünf verletzte bel einem schweren Fahrstuhlunfall.

Bei der Reparatur eines Fahrstuhles in Berlin ereignete sich ein sonderbarer und folgenschwerer Unfall. Vier Arbeiter, die im Erdgeschoß auf dem Fahrstuhl standen, löst en das Halteseil und wollten es solange festhalten, bis das Ersatzseil angebracht war. Durch das schwere Gegengewicht wurden sie aber mit plötzlichem Ruck bis etwa in d i e Höhe der dritten Etage gezogen, während gleichzeitig das Gegengewict-i jäh herab- sauste. Dann stürzten die vier Arbeiter aus der dritten Etage ab. Das Gegen­gewicht hatte beim Herabstürzen einen fünften Mann getroffen. Drei der Verunglückten fin5lchwer, zwei leicht verletzt worden.

Ein neues Tuberkulose- Serum.

Der Marques of Crewe machte auf einer Ver« ammlung von hervorragenden englischen Aerzten die Mitteilung, daß Henri Spahlinger seine Formel für die Herstellung feines Antituberkulofe- Serums nunmehr den führenden medizinischen und vissenschaftlichen Körperschaften zur Verfügung ge- teut habe. Spahlingers Entdeckung fei den Sach- verständigen bereits vor einigen Jahren mitgeteilt worden; er hätte sein Verfahren bisher aber geheim gehalten, um zu verhüten, daß billige und übereilt hergeftellte Präparate der Oeffentlichkeit als fein Heilmittel vorgelegt werden. Das Tragische sei jedoch, daß im Laufe der Arbeiten das gesamte Vermögen Spahlingers ver­braucht und ungefähr 100 000 Pfund Sterling ausgegeben worden feien, so daß der Erfinder ge­zwungen worden sei, Anleihen für die Fort- fubrung feiner Arbeiten aufzunchmen, für deren toKjerfcett er feine Formel zur Verfügung stellen mußte. Bemerkenswert sei auch, daß das Serum Spahlingers das einzige Tuberkulofe-Serum fei, das keine lebenden Mikroben enthalte und daher vollkommen gefahrlos fei.

Ein deutsches Ehepaar auf der Hochzeitsreise in Spanien abgestürzt.

Bei dem Dorfe G a n d e s a stürzte ein kleines Sportflugzeug infolge dichten Nebels ab. Der Führer war ein Deutscher namens Albert Klug, der sich auf der Hochzeitsreise befand. Er und seine Frau kamen bei dem üJnglückums Leben.

Albertus-MagnuS-Feier im Kölner Dom.

In Köln sand die feierliche äleberführuna der Gebeine des im September 1931 heilig ge­sprochenen Dominikanerphilosophen Albertus Magnus von Sankt Andreas in den Kölner Dom statt. Kardinal Schulte begrüßte in Anwesen- Wt der Bischöfe Dornwasser-Trier und

2 x9 1 und des Metropolitan-

kapitels den Albertusschrein im Dom. Im Beisein der Professorenschaft der Universität, die im Orrmt erschienen war. begann das Pontifikalamt. Rach der Messe wurde der Schrein in der Don»- Vierung zur Verehrung ausgesteNt. Der Dom war bereits am Vormittag stark überfüllt. Zum

Gens, 31. Ian. (WTB.) Die Abrüstungs- I konferenz wird, wie entgegen allen Vertagungs- I gerächten heute bestimmt erklärt wird, a m I Dienstag, 2. Februar, um 16.30 llbt I zusammentreten. Die Sitzung ist auf den I Rachmittag verlegt worden, um auch der ameri- I konischen Oessentlichkeit das An hören der I durch Radio übertragenen Rede des I Präsidenten Henderson zu ermöglichen.

Die Konferenz wird sich in ihrer ersten Sitzung wahrscheinlich darauf beschränken, je einen Aus­schuß zur Prüfung der Vollmachten und zur I Aufstellung der Geschäftsordnung einzusehen. Der I Beginn der allgemeinen Aussprache I ist frühestens Ende der Woche zu erwarten. I Von da an rechnet man auch mit dem Ein­treffen einiger der maßgebenden europäischen Staatsmänner, insbesondere des deutschen I Reichskanzlers und des englischen Pre- I mierministers.

Der zum Präsidenten der Abrüstungskonferenz gewählte frühere englische Außenminister Hen­derson, der in Begleitung des früheren eng» I lischen Völkerbunds de legierten Roel Baker und anderer persönlicher Mitarbeiter hier eingetrof­fen ist, stattete im Völkerbundssekreta­riat einen Besuch ab, um die letzten Vor­bereitungen für den Beginn der Konferenz zu vereinbaren und außerdem dem mit allen tech­nischen Reuerungen ausgestatteten, eigens für die Abrüstungskonferenz errichte­te n D a u neben dem Dölkerbundshaus zu be­sichtigen. Der der britischen Abrüstungsdelegation angehörende Staatssekretär für die Dominien, Thomas, stattete Henderson einen Be­such a b. In englischen Kreisen wird die Tat­sache dieses Besuches und die Herzlichkeit der geführten Unterhaltung als wichtiges Anzeichen dafür gewertet, daß die tiefgehende Ver­stimmung, die zwischen Henderson und den der Rationalregierung beigetretenen Führern der Arbetterpartei seit der letzten Krise bestanden hat, überwunden ist und von einer gesell­schaftlichen Aechtung Hendersons, die man bisher bemerkt haben wollte, nunmehr keine Rede mehr sein kann.

Oeutschlan-s Programm für Genf.

Eine Unterredung mit Botschafter Nadolny

London, 31. Ian. (ERB.) Der deutsche Dele­gierte zur Abrüstungskonferenz, Botschafter R a - d 0 lnh, erklärte dem ,Observer", die Haltung Deutschlands auf der Abrüstungskonferenz werde positiv sein. Deutschland ist der Auffassung, daß die Welt nicht Geschütze brauche sondern Brot. Deutschland habe abgenistet

Kleine politische Nachrichten.

Der Dölkerbundsrat hat den Engländer Geoffry George Knox, britischen Botschaftsrat in Madrid, zum Präsidenten und den Jugoslawen y 0 r c t I ch dum Kultusminister der Regierungs- kornrnisfion des Saargebietes gewählt. Knox war nach dem Kriege mehrere Jahre bei der Botschaft in !^'6 Er spricht gut Deutsch. Der Jugoslawe Zoricitsch ist Präsident des Obersten Verwaltungs- gerichts in Belgrad. Er war früher Regierungs­präsident in Agram. Er beherrscht die deutsche Sprache vollkommen. -

Die Polizeidirektion München hat denVöl­kischen B e 0 b a cht e r" bis einschließlich 7. Fe­bruar verboten. Das Verbot gründet sich auf Swe' Artikel unter der UeberschriftWir fordern Reichsexekutioe gegen die Rotmordzentrale in Preu- Seoering als Protektor der Eisernen ?berdem wird noch ein außenpolitischer Aufsatz Rosenbergs als Verbotsgrund herangezogen. DerVölkische Beobachter" wird gegen das Verbot Beschwerde einlegen.