Ausgabe 
31.12.1931
 
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Aus der Provinzialhauptstadi.

Gießen, den 29. Dezember 1931.

Zwischen den Zähren."

Die. Festtage sind vorüber. Geblieben ist ein leichter Duft von brennenden Kerzen. 3n der ®de steht noch der Weihnachtsbaum. Die Kinder spie­len mit den geschenkten Sachen. Aber es will scheinen, daß auch in Len Augen der_Erwachsenen noch ein stilles Leucyren liegt, eine Erinnerung an schöne Stunden.

Cs waren ja eigentlich etwas viel Feiertage auf einmal. Allgemach zeigt sich nun der Werktag, und mit ihm kommen auch die Sorgen. Lind doch bedeuten diese Tagezwischen den Jahren", die heiligen zwölf Nächte, mehr als Werktage. Es klingt da einmal iroch der Jubel der Kinder unterm Weihnachtsbaum'nach, zum andern schauen wir wehmütig und zugleich hoffnungsvoll froh auf das scheidende Jahr. Auch alte Gebräuche und Sitten unserer Vorfahren steigen in unserer Erinnerung herauf und geben dieser Zeit etwas Geheimnisvolles.

Die Tagezwischen den Jahren" fordern uns auf zur inneren Sammlung, zur inneren Festi­gung. Wenn uns während des Jahres keine Zeit blieo, uns auf uns selbst zu besinnen, so mahnt nun das absteigende Jahr. Lind feien es nur einige Stunden, die wir recht und tief durch­leben, dann werden wir gar bald den Segen fühlen. Linser Herz darf nicht erstarren wie die Natur draußen, und solch stille, nachdenkliche Tage können für uns Kampftage werden, aber auch zur Selbstbefreiung führen. Es gilt, unsere Ge­danken, unser Sinnen und Trachten rein und stark zu erhalten, trotz aller Anfechtungen, trotz aller Nöte und Stürme des Lebens.

Gar mancher von uns hat Weihnachten in Sorge oder auch in Einsamkeit gefeiert, vielleicht ohne Vaum, ohne Geschenke. Aber bis ins fernste Dörfchen trug ja der Rundfunk die Weihnachts­lieder, Chormusik und Feiertagsglocken, um auch dem einsamsten Menschen etwas Licht und Freude zu bringen. Lind als er dann zum Stock griff, um einen Gang durch den Winterwald zu machen, da konnte er aufatmen. Wohl ging der Schnee, der uns Weihnachten erst zu einem Fest macht, langsam weg, leichter Regen rieselte nieder, und dichter Nebel hüllte die Landschaft weich und linde ein. Am Morgen aber bot sich dem Wan­derer ein Bild von märchenschöner Zauberpracht. Lieberall hatte sich der Nebel zu kleinen Eis- friftallen verdichtet, und Raum und Strauch, Gras und Erdschollen waren überkleidet mit dem schönsten Schmuck. Jedes Hälmchen, jedes dürre Vlatt hatte sein Silbergewand an. Das glitzerte und funkelte. Die vertrockneten Blütenkelche waren zu Brillanten geworden, die ganze Welt mit Silber überstreut. Solch ein Zauberkünstler ist der Rauhreif!

Soll dieser Anblick der reinen Natur dem ein­samen Wanderer nicht wie eine Verheißung in das Herz klingen? So wird es auch einmal mit all der Not des Lebens werden. Auch sie wird überdeckt werden mit Kristallen und Silber. Die Nebel werden sich zerstreuen, und die Sonne wird durchdringen...

i Auf meinem Schreibtisch liegt schon der neue Kalender. Das Titelblatt zeigt ein Segelschiff in schwerer Seenot. Ist das nicht ein Sinnbild für das neue Jahr? Hoch gehen die Wogen. Der Sturm saust durch die Segel. Aber unbeirrt steht der Steuermann auf seinem Platz und schaut aus nach seinem Ziel, voll Hoffnung auf eine gute, zukünftige Fahrt. Sv wollen auch wir in das neue Jahr schreiten. 3.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Königin Luise".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute und morgen bleibt das Theater geschlossen. Donnerstag, 31. De­zember, bietet sich die beste Gelegenheit, einen frohen Silvesterabend durch Theaterbesuch ein­zuleiten. Diesem Gedanken hat die Intendanz Rechnung getragen. Wie bisher an jedem Sil­vesterabend, wird auch in diesem Jahre die Vorstellung ein ganz besonderes Gepräge haben: jedem den Abschied vom alten Jahre leicht zu machen und das neue Jahr in bester Laune und Stimmung zu erwarten. Karl Nestroys Zauber­posseLumpacivagabundus" wird in völlig neuer Inszenierung und Ausstattung erstmalig in dieser Spielzeit zur Aufführung gelangen. Es wird betont, daßLumpacivagabundus" nicht identisch ist mit der vorjährigen SilvesteraufführungRo­bert und Bertram". Aber auch in diesem Jahre hat die Spielleitung (Karl Heys er) dafür Sorge getragen, daß das Werk mit vielerlei Ab­wechslung in Musik, Gesang, Tanz und akrobati­schen Darbietungen einen amüsanten Auftakt zum neuen Jahre bildet. Die Erstaufführung ist die 12. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Be­ginn: 19.30 Llhr, Ende: 22 Llhr. Freitag, 1. Januar, 19.30 Llhr, als Werbevorstellung zum letztenmal Aufführung des Lustspiels:Margue­rite: 3 von Fritz Schwiefert. Samstag, 2. Ja­nuar, 15 Llhr, geschlossene Vorstellung für Er­werbslose mit Bruno Franks Komödie:Sturm im Wasserglas".

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 29. Dez. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter von 110 Pf. pro Pfund an, Butter 100 bis 120, Matte 25 bis 30, Käse (zehn Stück) 50 bis 120, Wirsing 7 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Llnter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 15 bis 20, Feldsalat 80 bis 100, To- maten 50 bis 60, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln 4, Aepfel 8 bis 10, Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 O.s 50, Nüsse 35 bis 40, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Enten 80 bis 100, Gänse 70 bis 80; Tauben, das Stück 50 bis 60 Pfennig, Eier 14 bis 15, Blumenkohl 20 bis 60, Endivien 8 bis 10, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln, der Zentner 3 bis 3,50, Weißkraut 3 bis 3,50, Wirsing 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 5 Mark.

»

** Von der Landesuniversität. (Er­nannt wurden die Privatdozenten Dr. 5)cf). Kliewe und Dr. Eberhard K o ch zu Gießen zu außerplan- mäßiaen außerordentlichen Professoren in der medi­zinischen Fakultät der Landesuniversität Gießen.

** Polizeipersonalie. (Ernannt wurde der Leiter der Kriminalabteilung beim Polizeiamt Gie­ßen, Kriminalkommissar Schönefeld, zum Kri­minal-Oberinspektor.

** Der Bureaudienst bei der Stadt­verwaltung am 2. Januar. Wie uns von

der Stadtverwaltung mitgeteM wird, ist für den 2. Januar bei sämtlichen städtischen Dienststellen, in gleicher Weise wie bei den Reichs- und Landesbehörden, Sonntagsdienst angeordnet wor­den. Die Stadtkasse wird am 2. Januar von 10 bis 12 Llhr für den Zahlungsverkehr geöffnet fein.

**. Die Post am Neujahrstage. Arn Neuiahrstage wird bei der Post der Schalter­dienst und die Briefkastenleerung wie an Sonn­tagen gehandhabt. Zwei Briefzustellungen (8 und 14 Llhr) sind vorgesehen. Außerdem wird eine Orts-Geldzustellung durchgeführt. Die Paket­zustellung fällt aus. Für die Landorte ist lediglich eine Briefzustellung vorgesehen.

"DieGiehenerRindviehmärkte im Jahre 1931. Der Auftrieb auf den im Jahre 1931 abgehaltenen 23 Rindviehmärkten in Gießen betrug 22 723 Stück Großvieh und Jungvieh über drei Monate alt, 1447 Stück Jungvieh bis zu sechs Monate alt (sog. Fresser), sowie 4989 Kälber. Der Gesamtaustrieb vezifferte sich also auf 29 159 Tiere. Im Vorjahr belief sich der Auftrieb auf 30 512 Stück Großvieh und Jungtiere über drei Monate alt und 4814 Kälber, im ganzen also auf 35 326 Stück Rindvieh bei 24 Märkten.

** Vergeßt die Vögel nicht! Streut Son- nenblumenkerne, Hanfsamen, Mohnsamen, Gras- famen, Gurken- und Kürbiskerne, Dreschabfälle, Vogelbeeren, getrocknete Holunder- und Heidel- beeren, Trauben von wildem Wein, Hagebutten, zerschnittene Aepfel und Birnen, rohen Talg, un- gesalzenen Speck, gekochtes ungesalzenes Fleisch. Schädlich sind: gesalzener Speck, Brotkrumen und Kartoffeln, die den Vögeln oft Krankheit und Tod bringen, ebenso Wasser, das im Gefieder der Vögel bei strenger Kälte zu Eis wird und sie hilf­los macht.

* Zur Deachtuyg beim Schriftver­kehr mit Behörden. Wer ein Schreiben irgendwelcher Art, eine Eingabe oder einen An­trag an eine Behörde (Gericht, Verwaltungs­behörde, Kreisamt, Bürgermeisterei-, Finanzamt, Derforgungsamt usw.) zu richten hat, unterlaffe es im eigensten Interesse, den Antrag an einen namentlich angegebenen Beamten zu richten. Ge­schieht es dennoch, so ist bestimmt zum mindesten mit einem Zeitverlust zu rechnen. Alle Schreiben werden regelmäßig bereits vorhandenen, oder noch zu bilbenben Akten einverleibt. Am schnell­sten geschieht das, wenn das Schriftstück unmittel­bar nur an die Behörde als solche gelangt, an die es zu richten ist.

** Ehrung treuer Tierpfleger und Lierfchützer. Am dritten Weihnachtsfeiertag versammelten sich im Kaufmännischen Vereins- Hause auf besondere Einladung des Gießener Tierschuhvereins eine Arrzahl Fuhrleute und Po­lizeibeamte, um für treue Tierpflege und wach­samen Tierschutz eine Anerkennung entgegenzu­nehmen. Nachdem der Vorsitzende des Vereins auf den Zweck und die Bedeutung des Tier­schutzes und treuer Tierpflege hingewiesen hatte, erhielten die Fuhrleute Ad. Beil, Gg. Reichardt und H. Wagner, sowie der Oberseldschuhmeister Th. Simon und die Polizeihauptwachtmeister He­derich, Balser, Kohn, Paulus, Dock, Haubner, Kunze, Klapp, Kühl, Holland und Nies ein Geld­geschenk. Ebenso wurde der städtische Arbeiter Lud. Diehl für Fütterung der Vögel in den An­lagen ausgezeichnet. Mit dem Gelöbnis, dem Tier im neuen Jahre die alte Treue zu halten, schloß die schlichte Feier.

** Bund für christliche Erziehungin Haus und Schule. Man berichtet uns: Eine schöne Weihnachtsfeier bot dieses Jahr der Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule seinen Mitgliedern in der Johanneskirche. Es wirkten mit: Frl.Ida Stammler und ihr Schülerchor (Gesang), Fr. Mendelssohn- Bartholdy (Rezitation), Pfarrer Bremmer (Klein-Linden, Ansprache), Organist Habicht (Harmonium), Musiklehrer Hahn (Flügel), sowie Mitglieder der hiesigen Militärkapelle, die Weih­nachtslieder wurden von allen Besuchern gemein­sam gesungen. Auf die Darbietungen im ein­zelnen näher einzugehen, würde zu weit führen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß alles, was zu Gehör gebracht wurde, auf hoher Stufe stand und den Mitgliedern wahre Weihestunden in starkem Maße zum Erlebnis wurden.

**Weihnachtsfeierin derHerberge zur Heimat. Man berietet uns: Am Heiligen Abend fand unter Mitwirkung von Pfarrer Lenz, der die Ansprache hielt, und des evan­gelischen Kirchenchores unter Leitung von Lehrer L i n d e n st r u t h in der Herberge zur Heimat eine Weihnachtsfeier für etwa 70 bis 80 fremde Wan­derer statt, die Dank der Opferwilligkeit der Gie­ßener Bürgerschaft reichlich beschenkt und verpflegt werden konnten. Der große Saal war fast bis auf den letzten Platz beseht. Besonders dankbar wurde empfunden, daß sich der Kirchenchor für die Feier zur Verfügung stellte und durch seine Darbietungen wesentlich zur Verschönerung des Abends beitrug. Bei dem gemeinsamen Gesang alter Weihnachtslieder, bei einem Glase Bier und einer Zigarre wurde der Abend verbracht. Am andern Morgen sand dann die übliche Kleider­parade statt, bei der ein großer Teil der Wan­derer mit neuer Kleidung, mit Wäsche und Schuhen versehen werden konnte.

Oberbeffen.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 28. Dez. Der hiesige MännergesangvereinArion" h:elt am ersten Weihnachtsseiertag im GasthausZur deutschen Eiche" seine Weihnachtsfeier ab. Chor­lieder und Vorträge eines gemischten Chores (Leiter: Chrenchormeister Konrad Nicolai, Großen-Buseck) ernteten reichen Beifall. Ein grö­ßeres Theaterstück fand eine sehr gute Wieder­gabe. Am zweiten Feiertag veranstaltete im gleichen Lokal der Männergesangverein Eintracht" seine Weihnachtsfeier. Gut ein- ftubierte Männerchöre (Leitung: Chormeister Köhler, Großen-Linden) fanden bei den zahl­reichen Besuchern starken Beifall. Ein heiteres Lustspiel lieh für einige Stunden die Sorgen des Alltags vergessen.

p. Saasen, 28. Dez. Der Gesangver­einEintracht" hielt am zweiten Weih­nachtsfeiertag im Saale des Gastwirts Wilhelm Sch epp II. sein Wintervergnügen ab. Chor- vovträge, ein flott gespieltes Theaterstück und Tanz unterhielten die zahlreichen Gäste. Die ver­schiedenen Darbietungen wurden sehr beifällig ausgenommen.

r. Lang-Göns, 28. Dez. Der Gesang­vereinFrohsinn" hielt am ersten Weih­nachtstag eine schlichte Familienfeier ab, die außerordentlich gut besucht war. Der Vorsitzende Karl Faber hielt die Degrühungsansprache. Unter feiner Leitung trug der Verein mehrere

Weihnachts- und andere Chöre vor, die sehr gefielen und von großem Können zeugten. (Ver­einsdirigent ist Oberreallehrer Blaß, Großen- ßin&cn.) Es folgten lebende Bilder, ein Theater­stück und klassische Musikstücke, die vom hiesigen Orchesterverein gespielt und mehrmals durch Zu­gaben ergänzt wurden.

5s Lich, 28. Dez. Der Turnverein 1860 L i ch hielt am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Turnhalle fein diesjähriges Winterfest ab. Turnerische Vorführungen der Mitglieder legten Zeugnis davon ab, dah auch im vergangenen Lahre ernste Arbeit geleistet wurde. Die Kapelle der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung ihres Kapellmeisters F r e y t a g wartete mit guten musikalischen Darbietungen auf. Ein flott aufgeführtes Theaterstück fand viel Beifall. Tanz beschloß den wohlgelungenen Abend.

II Bellersheim, 28. Dez. Am zweiten Weih­nachtsfeiertag begingen Wilhelm Reuter und seine Ehefrau Marie, geb. Müller, im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest der goldenen So ch ze i t. Der Jubilar ist 77 Jahre alt die ubilarin 73 Jahre. Beide sind geistig und kör­perlich noch sehr rüstig. Zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen wurden dem Jubelpaar zuteil.

Kreis Friedberg.

Pb. Butzbach, 28. Dez. Im großen Saal des Hessischen Hofes" fand eine Veranstaltung der Weidig-Oberrealschule zugunsten der Butzbacher Winterhilfe statt, die einen

erheblichen Reinertrag ergab. Im MitkelpmM der Dortragsfolge stand dasDühnenbilderbuch aus dem Schulleben vergangener und künftiger Zeiten", das den Oberstudiendirektor W. Phi­lipps, Friedberg, zum Verfasser hat. Cs wurde formvollendet aufgeführt und fand lebhaften Bei­fall. Llmrahmt wurde die Aufführung durch nicht minder gute Darbietungen des Schüler-Orchester- und des Schüler-Chors.

Kreis Schotten.

Laubach, 28. Dez. In der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertage wurden die Ein­wohner unserer Stadt durch Feueralarm aus dem Schlafe geweckt. Der hinter dem Land­heim S t e i m e r stehende Holzschuppen, in dem sich auch Stroh befand, stand in Hellen Flammen und brannte vollständig nie­der. Weiterer Schaden ist nicht entstanden. Man vermutet Brandstiftung.

Kreis Alsfeld.

LJ Ober-Ohmen, 28. Dez. Am ersten Weih- nachtsfeiertag wiederholte die Llnterklasse unserer Schule ihre Weihnachtsfeier für die Erwach­senen; die Feier, die ursprünglich nur für die Schüler bestimmt war, brachte einen vollen Er­folg. Die Kleinen sprachen Weihnachtsgedichte, die starken Anklang fanden. Ein kleines Theater­stück wurde aufgeführt und beifällig aufgenvm-

men. Lehrer Jung hielt eine Ansprache.

VfB.-Gießen.

VfB. Liga FV. Wallau Liga 3:1 (1:1).

Mit der Verpflichtung des Tabellenführers der Bezirksklasse 1 hatte man keinen schlechten Griff ge­tan, Wallau zeigte ein schönes und faires Spiel und recht ansprechende Leistungen. Wie auch VfB. in bester Fahrt war, kam ein interessanter Kampf zu­stande. Kurz nach Beginn konnte VfB. durch Wlo- dareck in Führung gehen, die Gäste glichen nach ver­teiltem Spiele durch Elfmeter aus. In der zweiten Halbzeit hatte VfB. mehr vom Spiel, insbesondere die rechte Seite kam immer wieder durch. Auf zwei vorbildliche Flanken fielen für VfB. wieder durch Wlodareck zwei weitere schöne Tore. Die Gegner waren sich im Spielaufbau wie auch technisch gleich, jedoch war diesmal der Gießener Sturm gut auf­gelegt. Schiri Rabe (1900) leitete sicher.

VfB. Liga Alsfeld 06 Liga 1:1 (1:0).

VfB. konnte gegen Alsfeld auf dem Waldsport. platz noch nicht gewinnen. Auch dieses Mal reichte es trotz Spielüberlegenheit nur zu einem Unentschie­den. Alsfeld stellte eine körperlich kräftige und wen­dige Elf, die ebenfalls wie VfB., einigen Ersatz in ihren Reihen hatte. Das Treffen war ein Spiel der verpaßten Gelegenheiten, denn VfB. hätte mehrere zwingende Torgelegenheiten verwandeln müssen. VfB. ging durch Bärenfanger in der ersten Halbzeit in Führung. Alsfeld wollte unbedingt aufholen, aber das Gießener Schlußdreieck war auf der Hut. Erst gegen Ende der zweiten Halbzeit, nachdem VfB. große Chancen in allernächster Nähe des gegneri­schen Tores verpaßt hatte, konnte Alsfeld durch llcberrumpelung der Verteidigung ausgleichen. Es wurde dann von beiden Seiten stark auf Sieg ge­spielt, aber es ereignete sich nichts mehr. VfB. war Die bessere Mannschaft, für Haupt spiele Bären­fänger, für Köhler Knaus.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 (Liga) Spv. Metzlar (Liga) 2:5 (1:4).

Das wichtigste Spiel trug die Ligamannschaft am dritten Feiertag in Wetzlar um den Pokal aus. Die Blauweißen unterlagen 5:2 (Halbzeit 4:1). Das Spiel fand auf dem grundlosen Spielfeld des Wetz­larer StadionsSpielburg" statt. Die Gießener traten ohne Schmidt, Henrich und Göbel an. Wetz­lar erwies sich wieder als hart, wuchtig und schnell, überwand durch hohes Spiel die schlechten Boden­verhältnisse. Nach zehn Minuten stand das Treffen 2:1 für Wetzlar, dem der Gastgeber bis zum Seiten­wechsel zwei weitere Erfolge anreihte. Nach der Pause war jede Partei noch einmal erfolgreich. 1900 ließ in jeder Halbzeit einen Foulelfmeter aus und war überdies im zweiten Teil nur auf 10 Spieler angewiesen, da Heilmann infolge Verletzung aus­scheiden mußte. Schiedsrichter Spurt Butzbach pfiff was er sah. Er hatte zeitweise einen sehr schwe­ren Stand, besonders da ihn der Spielverlauf zwang, fast ständig gegen den Platzverein Wetzlar zu entscheiden. Das Spiel selbst wurde in der ersten Hälfte reichlich planlos geführt und Wetzlar über- fuhr die etwas zaghafte Gießener Deckung mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln. Erst in der zweiten Hälfte wurde das Spiel besser, nachdem in die Spieler mehr Ruhe gekommen war und 1900 vorteilhaft umgestellt hatte. Das Spiel zeigte Tät­lichkeiten, die normalerweise mit Platzverweisen be­straft werden müßten. Die Gießener ließen viele sich bietenden Chancen aus. Die Treffer für Gießen erzielten Zeller und Kurt Schmidt. Die Gießener verloren das Spiel, weil cs der Mannschaft in Gesamtheit an Kampfgeist gegen den Hurrastil dec Wetzlarer fehlte und weil bei dieser Bodenbeschaffen­heit das flache kurze Paßspiel im Schlamm stecken­bleiben mußte und daher nicht angebracht war.

KETeutonia^Wahenborn-Siemberg

Steinberg! Butzbach II 4:1 (2:1).

Mit gemischten Gefühlen, aber doch mit dem Willen zu siegen, trat die Teutonen-Elf am Sonn­tag auf dem im besten Zustande befindlichen Platz des Polizcisportvereins gegen die 2. Mann­schaft des VsR. Butzbach zum fälligen Derbands- rückspiel an. Schon in der 12. Minute konnte Steinberg durch einen Elfmeterball den ersten Erfolg buchen, dem aber nach fünf Minuten die Butzbacher (ebenfalls durch einen Elfmeterball) den Ausgleich entgegensetzten. 2n der Folge wur­den die Steinberger stets überlegen und drängten den Gegner in dessen Hälfte zurück. Butzbach konnte lediglich in einigen Durchbrüchen sein Heil versuchen. Die Lleberlegenheit der Gäste kam am besten in dem Eckenverhältnis von 15:1 zum Ausdruck. Nur durch die vielbeinige Ver­teidigung war es möglich, das Spiel beim Stande von 1:4 für Steinberg zu halten.

Handball im Lahn - Oünsberg Gau.

Wieseck l Dutenhofen I 2:4 (1:2).

Die 1. Mannschaft des Tv. Wieseck hatte am Sonntag die 1. Elf von Dutenhofen zu Gast. Die Gäste gingen nach einer schlechten Abwehr des Wiesecker Hüters zuerst in Führung und konnten auch auf 2:0 erhöhen. Die Plahbesiher ver­mochten bis zur Pause nur ein Tor aufzuholen.

Nach dem Wechsel sah man gleichverteiltes Spiel. Allmählich gingen aber die Gäste wieder mehr zum Angriff über, schossen auch zwei weitere Tore, denen die Gastgeber nur noch ein Tor ent­gegensetzen konnten.

Eisverein Gießen beim Eisschießen siegreich.

Anläßlich der Einweihung der Brunhildis- eisbahn auf dem Feldberg im Taunus fand auch ein Wettkampf im Eisschießen statt. Der Gießener Eis- verein war vertreten durch seine erste Mannschaft in der Aufstellung Klarl, Schonebohm. Müller-Leutert und Mohr. Trotz sehr schlechter Bahn fertigten die Hiesigen ihre beiden Gegner, den südwestdeutschen Meister, Eisverein Cronderg und Tennisklub 1914 Frankfurt überlegen ab und wurden mit der Note 1,89 sicherer Sieger.

Die südwestdeutschen Eissportmeisterschasten.

Die südwestdeutschen Cishockehrneister- schäften werden am 16./17. Januar 1932 vom SC. Forsthausstraße auf seiner Anlage am Forst­haus durchgeführt, wobei Verlegungsplah die Brunhildisbahn auf dem Großen Feldberg im Taunus ist. Eine Woche später folgt dann am 23 /24. Januar der Wettbewerb um dieSchneIl- laufmeisterschaften des südwestdeutschen Verbandes, ebenfalls in Frankfurt an der Forst­hausstraße. Die Kunstlaufmeisterschaf- t e n folgen zwei Wochen darauf am 6-/7. Februar, für die die Brunhildisbahn vorgesehen ist. Zum Austrag gelangen Neulingslaufen für Herren und Damen, Juniorenlaufen für Damen und Herren, Meisterschaft für Damen und Herren, ferner Juniorenpaarlauf und ein Walzerwett­bewerb. Verteidiger des südwestdeutschen Meister­titels ist Eugen Groß, Triberg.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Lollar I Gießen I 5:6.

Zu einem Freundschaftsspiele standen sich beibt Mannschaften am ersten Feiertag in Lollar gegen­über. Lollar trat komplett und Gießen mit Ersatz an. Trotz des überaus glatten Bodens entwickelte sich ein flottes Spiel. Gießen war vorerst etwas im Vorteil und konnte bei Halbzeit mit 1:2 Toren führen. Nach Wechsel wurde Lollar merklich besser und stellte bald den Ausgleich her und erhöhte um zwei weitere Tore. Dann kam Gießen wieder mehr auf und konnte vier Tore erzielen. Erst kurz vor Schluß gelang es Lollar das Ergebnis zu verbessern.

wieseck II AUendorf (Lahn) I 2:3.

Im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der 2. Bezirksklasse standen sich Wieseck und Allendorf in Wieseck gegenüber. Allendorf lag zuerst im An­griff und Wieseck mußte reichlich Abwehrarbeit leisten. Dann leitete Wieseck mehrere schöne Angriffe ein, die jedoch alle scheiterten. Nach geraumer Seit kam Allendorf zum Führungstor. Trotz aller An- ftrengunaen der Platzbesitzer gelang nichts, dagegen erhöhte Allendorf auf das Halbzeitergebnis von 0:2. Nach der Pause lag Wieseck stets im Anariff und drängte den Gegner in die eigene Hälfte. Aber erst ein Elfmeterball brachte den ersten Erfolg. Ein zwei­ter Elfmeter brachte Wieseck den Ausgleich. Wieseck drückt weiterhin stark, konnte aber außer einigen Ecken nichts zählbares mehr erreichen. Kurz vor Schluß erzielte Allendorf nach einem Durchbruch das Siegestor und sicherte sich damit die Meister­schaft der 2. Klasse.

Naunheim fomb. Wehlar I 4:1.

In Naunheim lieferten sich beide Mannschaften am Sonntag ein Freundschaftsspiel, das sehr unter den schlechten Platzverhältnissen litt. Naunheim war im ganzen Spiel etwas überlegen und führte bei Halbzeit mit 3:0 Toren. Nach der Pause verteidigte sich Wetzlar besser. Ein Durchbruch brachte da» Ehrentor, während Naunheim durch einen verwan­delten (Elfmeter auf vier Tore erhöhte.

Vorher standen sich Naunheim Jugend und Wie­seck 1. Jugend im Freundschaftsspiel gegenüber. Nach schönem Spiele trennten sich die Gegner mit dem Unentschieden von 1:1.

Allendorf (Lahn) I Waldgirmes I 6:0.

In der ersten Halbzeit dieses Freundschaftsspieles am ersten Feiertag sah man einen ausgeglichenen Kamps. Bei Halbzeit lag Allendorf mit 1:0 in Füh­rung. Nach dem Seitenwechsel wurden die Platzbe­sitzer merklich überlegen und siegten verdient mit 6:0.

Kurze Sportnotizen.

Einen Skisprung von 81 Meter zeigt» in Sait Lake City der amerikanische Skispringer und Landesmeister Alf (Engen und stellte mit dieser phan­tastischen Leistung einen neuen Schanzenrekord auf.

MaxSchmeling wird jetzt endgültig in der letzten Februarwoche in Miami seinen Weltmeister­titel gegen den Amerikaner Mickey Walker verteil digen._________________________________________________

Unschön wirken rotes Gesicht und rote Hände. Ein probates Mittel: Creme Leodor. Versuchen Sie es mit einer Tube zu 6» Pf. Sie werden vom Erfolg überrascht {eüfc