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Stein - Gedächtnisfeier auf Burg Nassau

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Berlin, 29. Juni

(WTB.) Der Amtliche

Verka

preußensVerirag mit den evangelischen Kirchen in Kraft.

Die Wahlen in Spanien.

Sieg der republikanisch-sozialistischen Koalition.

Paris, 29.Juni. (WTD.) Der Sieg der republikanisch-sozialistischen Koali­tion bei den Wahlen zu den spanischen

Der deutsche Ministerbesuch in 2Rom.

Berlin. 29. Juni. (MTB.) Auf Grund der deutschen Anregung weiterer freundschaftlicher Aus­sprachen entsprechend der in Lhequers stattgehabten Zusammenkunft hat wie in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon gemeldet. D. Red. der italienische Ministerpräsident den deut­schen Reichskanzler und den Reichsauhen- minister durch Vermittelung des italienischen Botschasters in Berlin zu einem Besuch in Rom in naher Zukunft einladen lassen. Der Herr Reichskanzler und der Herr Reichsauhen- minlster haben die Einladung des italienischen Mini- sterpräsidenten mit Dank angenommen. Der

Alles spricht v tfois

Preußische Pressedienst meldet: 3m preußischen Staatsministerium sind am 29. Juni die Rati­fikationsurkunden zu dem Vertrage Preußens mit den evangelischen Landeskirchen zwischen dem Präses D. Friedrich Winckler und dem preußischen Mi­nisterpräsidenten Dr. Braun ausgetauscht wor­den. An dem Austauschakt nahmen die preußi­schen Staatsminister Dr. Hirtsiefer, Dr. Steiger, Dr. Höpker-Aschoff, Dr. S.chreiber, Dr. Schmidt und Grimme, sowie die gesetzlichen Vertreter der Evangelischen Landeskirche teil.

Macdonald über die Abrüstung

Oer britische Premierminister erinnert an die Verpflichtungen der Alliierten von Versailles.

Iller nur einige Je üger für Schleuderpreise Aermellose

auseinanderzugehen, allmählich Folge. Es ent­wickelte sich jedoch im Hinteren Tlniversitätsgarten eine Schlägerei zwischen Rativnal- soziallsten und Kommunisten, die zu einer neuen Erregung unter den Studenten führte. Der Rektor ließ darauf, um weiteren Tätlichkei­ten vorzubeugen, die Universität räu- menund schließen.

Auch heute geschloffen.

Berlin, 29. Juni. (WTB.) Der Rektor der Friedrich-Wilhelm-Universität teilt mit, daß das Uni­versitätsgebäude, das Aulagebäude und das Ge­bäude Dorotheenstraße 6 (also die in der inneren Stadt gelegenen, dem allgemeinen Vorlesungsbetrieb dienenden Räume) am Dienstag, dem 30. Juni, g e - schlossen bleiben. Im Laufe des Tages findet eine außerordentliche Sitzung des akademi­schen Senats statt, der zu den Vorfällen in der Universität am 27. und 29. Juni Stellung nehmen wird.

Alle Stehkonvente verboten.

Auf Grund der Notverordnung des Reichspräsi­denten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März sind für die nächsten Tage bis ein- schließlich Samstag, 4. Juli, alle Stehkön­ne u t e an der Friedrich-Wilhelm-Unioersität ver­boten, da nach den Umständen, insbesondere nach den Ausschreitungen vom 27. und 29. Juni zu be­sorgen ist, daß durch diese Versammlungen die öffent­liche Sicherheit und Ordnung gefährdet werden könnte.

London, 29. 3uni. (WTB.) Premierminister Macdonald eröffnete heute die Aussprache im Tlnterhaus mit einer ausführlichen Erklärung über den Stand der europäischen Abrü­stung. Abrüstung, sagte er, sei die die Gegen­wart beherrschende Frage. Die für Fe­bruar 1932 anberaumte Abrüstungskonfe­renz werde als Grundlage für ihre Verhand­lungen den Bericht der Vorbereitenden Ab­rüstungskommission benutzen und versuchen, über die von dieser geleistete Arbeit hinauszugehen. Die allgemeine Abmachung, zu welcher die Abrüstungskonferenz, wie man hoffe, gelan­gen tderde, würde nicht ein« bloße Feststellung von Grundsätzen, nicht einx Erklärung von Ab­sichten oder Methoden sein, sondern etwas voll­kommen Entgültiges, das Richtlinien und Mine enthalten würde, di«

die Frage der Abrüstung in das Gebiet feststell­barer Tatsachen tragen würden, so daßwir nach Abschluß der Konferenz nicht fromme Gelöbnisje, sondern Ziffern haben, und jede Ration nachprüfen kann, ob die von anderen Rationen übernommenen Verpflichtungen auch wirklich erfüllt werden".

Englands Vorbereitungen für die Konferenz, de­ren ungeheure Bedeutung von allen Mitgliedern des Hauses und allen Parteien anerkannt werde, habe die Form der Schaffung eines Unteraus­schusses des Reichsverteidi^ungskabinetts ange­nommen, in dem alle drei Parteien vertreten sind. Ob England sich für die Sache interessier« oder nicht, das Haus dürfe nie di« besonde­ren Verpflichtungen vergessen, unter die England seinen Ra men gesetzt habe.

Macdonald zitierte dann im einzelnen die Verpflichtungen des Artikels 8 der Völkerbunds­satzungen, des Teiles V* des Versailler Vertrages, die Antwort der alliierten Mächte auf die Bemer­kungen der deutschen Delegation zu den Friedens­bedingungen und schließlich das Schluhprotokoll der Locarno-Konferenz. Der Premierminister be­tonte dabei:

Selbst wenn wir versuchten, uns diesen.Ver­pflichtungen zu entziehen, könnten wir es nicht.

Sie sind endgültig feslgelegl."

Es sei traurig, fuhr er fort, daran zu denken, daß . gestern der Jahrestag der Unterzeichnung des |

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Aus aller Welt.

Nordlandfahrt des »Graf Zeppelin-.

Friedrichshafen, 30. 3uni. (WTD. Funkspruch.) Der Aufstieg desGraf Zep­pelin" zu seiner mehrtägigen Rordland- fahrt erfolgte um 5.34 Uhr bei prächtigem Son­nenschein. Das Luftschiff unter Führung von Dr. Eckener nrhm sofort nördlichen Kurs. Unter den 12 Passagieren befinden sich Dr. Soltau von der deutschen Seewart« Hamburg, Kapitän Schmidt von der l_)8^.°Ravh, ferner die hollän­dischen Schiffskapitäne Ter Marsch und Sorgdrager, sowie Dr. Eckeners Tochter, Lotte Eckener und die Gattin des Kapitäns von Schiller. Die Route führt voraussichtlich über HollandEngland. Das Luftschiff wird nach einer Aeußerung Kapitän Lehmanns am Mittwochmittag Island bzw. Reykjavik erreichen, wo ein P o st a u s t a u s ch ohne Zwischenlandung erfolgen wird. Bei dem Rückflug wirdGraf Zeppelin" seinen Weg vermutlich über Rorwegen und die Rordseeküste nehmen, um in Friedrichs­hafen im Laufe des Freitag wieder einzutreffen. Oie dänischenO zeanflieger in Berlin

Berlin, 29. 3uni. (WTB.) Die Ozeanflieger Hillig und Hvjriis sind um 13.10 Uhr auf dem Flugplatz bei Kopenhagen nach Berlin aufgestiegen und sind nachmitltags 15-30Uhr im Tempelhofer Flughafen, der reichen Flaggen­schmuck angelegt hatte, mit ihrem einmotorigen FlugzeugBellanca" gelandet. Die beidM Flieger werden voraussichtlich morgen nach Steinbrücken bei Gera weiterflie.gen, wo Hillig, der Deutschamerikaner ist, seinen dort lebenden Bruder besuchen will. Aach wenigen. Tagen beab­sichtigen beide Flieger, mit einem Dampfer nach Amerika zurückzulehren.

Unwetterkatastrophe bei Zett am See.

Wien, 30. 3uni. (TU. Funkspruch.) Wie aus Salzburg berichtet wird, wurde das Gebiet von Zell a m S e e am Montagnachmittag von einem schweren Unwetter heimgesucht. Dabei ging vom Imbachhorn eine Schuttlawine nieder, durch die zahlreiche Häuser des Dorfes Kaprun südlich von Zell am See zerstört wurden. Ueber das Unglück werden noch folgende Einzelheiten berichtet: Gegen 19 Uhr ging in den Hohen Tauern ein schweres Gewitter mit wolkenbruch- artigemRegen nieder. Die Wassermassen lie­ßen den Embach, einen Wildbach im Kapruner Tal, oberhalb Kaprun, über die Ufer treten und lösten eine Schuttlawine, deren Schlamm­massen vermischt mit Geröll und Baumstämmen auf den Ort niedergingen. Die Schuttlawine zer-

Berlin, 29.Juni. (WTB.) Die Berliner Uni­oer fltät wurde heute gegen 12 Uhr wegen Unruhen von Anhängern radikalpoli­tischer Parteien, die innerhalb der Universi- tat angezettelt wurden, auf Anregung des Rektors für den Rest des Tages geschloffen und von einem Polizeikommando geräumt.

Zu der Vorgeschichte der Unruhen erfahren wir folgendes:

Am vergangenen Samstag veranstalteten die kommuni st ischen Studenten in der Halle einen Stehkonvent, was die Nationalsozialisten veranlaßte, für heute vormittag als Gegendemon­stration ebenfalls einen Konvent anzuberaumen. Die Polizei erhielt von der geplanten Aktion rechtszeitig Kenntnis und zog verstärkte Streifen in der Um­gebung der Universität zusammen, um sofort ein­greifen zu können. Gegen 11 Uhr bemerkten Krimi- nolpolizisten einen Trupp Kommunisten, die geschlos-, len in die Universität einzogen, worauf der Rektor dem Reviervorsteher die Erlaubnis gab, mit einem Kommando das Universitätsgebäude zu betreten. Das Erscheinen der Polizei löste bei den Studenten große Mißbilligung aus, und im Laufe der Erregung, die durch Absingen national- sozialistischer und kommunistischer Lieder noch ge­steigert wurde, wurden mehrere schwarze Bret­ter heruntergerissen. Als^die Auseinander­setzungen zu Tätlichkeiten auszuarten drohten, schloß der Rektor die Universität und die Polizei räumte nach Eintreffen von Verstärkung das Ge­bäude Kurz nach 12 Uhr erschienen der Komman­deur Heymannsberg und Polizeivizepräsident Dr. Weiß in der Universität, um sich mit dem Rektor über die weiteren Maßnahmen zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung schlüssig zu werden. Vor der Universität und am Opernplatz bilden sich dauernd erregte Studentengruppen, die Polizei sorgt jedoch rechtzeitig für Aufrechterhaltung der Ordnung.

Stellungnahme des Rektors.

Zu den jüngsten Vorfällen in der Tlniversität äußert sich der Rektor u. a. wie folgt: Am vergangenen Samstag wurde ein Stehkonvent der Roten Gruppe (Kommunisten) abgehalten, wobei ein Redner scharfe Worte gegen die Regierung und gegen die Hochschulleitung gebrauchte. Als der Oberpedell den Redner feststellen wollte, bil­deten die Kommunisten einen Ring um den Red­ner. Aus einen Pfiff erschien eine Anzahl jün­gerer Leute, die auf den Pedell rosschlu- 9 en und ihn sowie einige Studenten, die dem Pedell zu Hilfe eilten, schwer mißhandel­ten und blutig schlugen.

Der Rektor gestattete den Rativnalsozialisten für heute eine Protest kundgebung, die in Anwesenheit des Rektors um 11 ilfjr Im Vor­garten der Universität stattfand. Die Teilnehmer leisteten der Aufforderung des Rektors, in R u h e

Friedensvertrages gewesen sei, der, wie auch immer sein« Wirkungen zu gewissen Zeiten ge­wesen sein mögen, in ein Bekenntnis des Glau­bens an den Frieden gekleidet sei und in keinem Punkt mehr ein Versprechen energischer Handlung und treuen Verhaltens darstelle, als in der Er­klärung, die während der Unterzeichnung des Friedensvertrages zu Gun st en der Abrü- stung Europas abgegeben worden sei, und zwar nicht, weil ein« Ration die Waffen miß­braucht habe, sondern weil jede Ration offen ein­gestand, daß

in forlgesehler Rüstung weder Frieden noch Sicherheit liege.

Großbritannien habe, was die Abrüstung anbe­lange, ein Beispiel gegeben und schnell, geduldig und ausdauernd durchgeführt, was es als feine Verpflich­tung betrachte, die es gemeinsam mit anderen ein­gegangen sei. Wir sind, so fuhr er fort, ziemlich nahe an der Grenze angelangt. Unsere Nation allein kann die Abrüstung nicht herbeiführen, und es ist die Pflicht aller Nationen, zusammenzu­kommen, um dem Kriege von Grund auf ein Ende zu machen. Der Londoner Vertrag übt einen be- friedigenden Einfluß aus, ebenso der kürzliche Be­such von Brüning und Curtius, sowie mein und Hendersons Gegenbesuch.

vor allem ist die Erklärung von Paris, daß deutsche und französische Minister Zusammen­kommen werden, das, was diejenigen ersehnen, die um den Frieden bemüht sind. Diese Erklä­rung erfreut das herz.

Später wird Hoovers Initiative ihre Wir­kungen ausüben und beweisen, daß die Welt nicht so übel ist, wie einige oberflächliche Zyniker behaupten. Macdonald erklärte weiter, England und Frank- reich würden solange durch Bande des Mitgefühls verounden fein, solange man in England nachfühlen könne, was französische Männer und Frauen fühlen, wenn man über Krieg spricht und über Abrüstung verhandelt. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Ergebnis der Abrüstungskonferenz darin be­stehen werde, daß die britischen Rüstungen noch weiter herabgesetzt werden, und daß die Konferenz den einzigen Grundstein legen werde, auf dem der Frieden beruhen könne: Vollkom­mene Uebereinftimmung und freundschaft­lichste Beziehungen zwischen allen Nationen der Welt.

Schließung der Berliner Universität

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Wenn der Gedanke an eine Reichsreform burd> geführt werden würde, ich könnte mir keine bessere Feier, keine schönere Ehrung jenes Mannes denken, von dem wir heute alle sprechen, als diese.

Dann folgte die Gedächtnisrede des Staats­ministers a. D. und Präsidenten des Preußischen Oberoerwaltungsgerichts,

Or. Orews.

Er behandelte die Persönlichkeit Steins und die Be- deutung feines Reformwerks. In beredten Worten entwarf er zunächst ein Charakterbild Steins. Wahr- heitsliebe, Lauterkeit, Gerechtigkeit waren die.Grund- Pfeiler für fein Handeln und den unerschütterlichen Glauben an den Sieg des Wahren und Guten. Er war ein Idealist im wahrsten Sinne des Wortes. In großen Zügen ließ der Redner dann das Leben Steins und die Entstehung seiner Reformen vor den Zuhörern erstehen. Er würdigte dabei besonders die Bedeutung der Selbstverwaltung. Der Redner fuhr dann fort: Uns hat Stein das Erbe hinterlassen, die deutschen Stämme zu einer einheitlichen Nation zu- sammenzuschließen. Und wenn wir uns heute an seinem Geburtshaus 3u{ammengefun^caJ)aben, dem Gedächtnis des großen Staatsmannes und Verwal­tungsbeamten, der Preußen aus dem Chaos gerettet und die Grundlage zu unserem heutigen Staats­wesen gelegt hat, zu huldigen, so ererben wir uns, um es zu besitzen, das Erbe eines großen, starken und unzersplitterten heiligen Deutschen Reiches.

Der Vertreter des Reichsinnenministers

Ministerialdirektor Menzel

wies darauf hin, daß die Reichsregierung die diesjährigen Verfassungsfeiern unter dem Namen des Freiherrn vom Stein begehe. Sie wolle damit zurückgehen auf Fundamente, die tiefer liegen als die Dinge des Tageskampfes und des Jahreskampfes. Der Besinnung auf Steins unerschütterlichen Glau­ben solle die Feier dienen. Anknüpfend an ein Bild von Klinger, legte er dessen TitelDennoch" auch dieser Feier zugrunde. Und mit diesem Wort for­derte er die Anwesenden zum Hoch auf das deutsche Vaterland auf. Gemeinsam sang man danivdie dritte Strophe des Deutschlandliedes.

Arn Rachmrttag fand in Frücht an der Gruft d«s Freiherrn vorn Stein eine Gedächtnis­feier ftatt. Dort hieA der evangelische

Landesbischof D. Koriheuer

Me Gedächtnisansprache. Er führte u. a. aus: Hier an dieser von ihm selbst erbauten und zu seiner letzten Ruhestatt bestimmten Gruft steht Stein vor uns als Prophet des deutschen Volkes. Mit starker Hand und eisernem Pflug hat er das Erdreich aufgerissen und Samen­körner eingestreut, die aufgingen und Frucht brachten bis zum heutigen Tag.

Anschließend legten die Dehördenvertreter Kränze an der Gruft nieder.

(Tortes tritt immer deutlicher in Erscheinung. Sämtliche Minister der provisorischen Regierung sind gewählt worden. Außenminister L e r r o u x wurde in nicht weniger als sieben Wahlbezirken ge­wählt. Als bedeutungsvoll und eventuell folgen­schwer wird der Sieg der Anhänger M a c i a s in Katalonien (Separatisten), der Jaimisten (Carliften) in Navarra und der autonomistischen Nationalisten in San Sebastian angesehen.

Die Sozialisten werden wahrscheinlich 130 Sitze erhalten haben. Ihnen folgen die Radikalen, die mehr Sitze bekommen haben, als man anfangs an­genommen hatte, nämlich wahrscheinlich über 100. Dann folgen die republikanische Rechte und die Ra­dikalsozialisten. Die liberal-republikanische Rechte dagegen hat weniger Sitze erzielt, als sie zu erlan­gen glaubte. Von den Politikern des alten Regimes sind als gewählt zu nennen Santiago Alba und Graf Romanones, letzterer dank der Stimmen des flachen Landes.

Zeitpunkt des Besuches bleibt spaterer Vereinbarung vorbehalten.

Nicht vor der pariser Zusammenkunft.

Rom, 29. Juni. (WTB.) In diplomatischen Kreisen wird, toteAgenzia Stesani" meldet, der Gedanke einer Reise von Dr. D r ü n i n g und Dr. Curtius nach Rom günstig auf genommen, aber man hält es für toünschenstoeri, daß dieser Besuch nicht vor dem angekündigten Zusammen treffen der beiden deutschen Staatsmänner mit dem französischen Mi­nisterpräsidenten Laval und Außenminister Briand stattfinde. In den gleichen Kreisen wird der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß dieses Zusammentreffen tatsächlich einen segensreichen Einfluß auf die französisch-deutschen Beziehungen und infolgedessen mittelbar auch auf di« allge­meine Lage Europas ausüben werde.

WSR. R a s s a u, 29. Juni. Das untere Lahn­tal mit seinen Erinnerungsstätten an den großen preußischen Staatsmann Freiherrn vom und zum Stein in Rassau und Frücht wurde heut«, am 100. Todestag« Steins, zum Schauplatz der offiziellen Gedächtnisfeter der Reichs- und Staatsregierung.

Oberpräsident Haas

begrüßt« zunächst die vielen Gäste und betonte dann: Hier an seiner Geburtsstätte gedenke heut« der Freistaat Preußen und der Bezirksverband Rassau mit großer Dankbarkeit des Mannes, der für den Staat Preußen und darüber hinaus für ein großes, einiges Deutschland und die Frei­heiten und Rechte seiner Volksgenossen so vieles geleistet und gelitten habe.

Innenminister Severing

wies auf die Gedächtnisfeiern in Berlin und Frank­furt a. M. hin Die preußische Staatsregierung habe es aber für ihre Pflicht gehalten, auch an dieser Feier in der Kleinstadt teilzunehmen. Wir hätten die schweren Zeiten des Krieges und der Nachkriegs­zeit nicht überwinden können, wenn wir nicht das Sleiniche Bewußtsein gehabt hätten, daß jeder mit dem Wohlstand seines Landes steht und fällt. Das danken wir Stein und seinem Werk und sehen in ihm auch einen Garanten für die nächste Zukunft. Ich habe die Ueberzeugung, so fuhr der Minister fort, daß auch dieser Prüfung die Grundlagen des preußischen und des deutschen Staatswesens stand­halten werden. Anknüpfend an das Schillerwort Festen Mut in schweren Leiden, Hilfe wo die Un­schuld weilet ..." forderte der Redner zum Schluß auf, dieses Wort lebendig zu machen, dann zollten wir damit Stein den besten Dank.

Als Vertreter der Selbstverwaltüngsverbände nahm darauf

Or. Mulert,

der Präsident des Deutschen und Preußischen Städte­tages, das Wort. Er umriß in großen Zügen das gewaltige Werk Steins, wobei er die Selbstverwal­tung der Gemeinden und ihre Mitarbeit am Staat als eines der größten Ziele bezeichnete, das Stein veranlaßte, 1808 seine Städteordnung zu schaffen. Daß die Gemeinden in der heutigen Notzeit bisher immer in der Lage gewesen seien, ihre stets wach­senden Aufgaben zu erfüllen, habe nicht zuletzt seinen Grund darin, daß Stein die Gemeinden in ihrer heutigen Derwaltungsform geschaffen habe. Wenn Stein auf der einen Seite die Heranziehung der Bevölkerung zu praktischer Mitarbeit am Staate auf seine Fahne schrieb, so betonte er auf der andern Seite stark und bewußt den Grundsatz der Führerpersönlichkeit. Das Werk Steins hatte aber noch ein Ziel: Neben der Heranziehung des einzelnen Menschen zum Staat hatte sich Stein auch das Ziel gesetzt, die Gemeinden heranzuführen an die positive Mitarbeit am und mit dem Staate.

störte das Kaufhaus Dehmel und verschlammte di« Erdgeschosse in fast allen Häusern des Ortes. Die übar die Kapruner Aach: führende Brücke toi.rie weggerissen, so daß zwischen den Ortsteilen keine Verbindung besteht. Soweit bisher festge­stellt werden konnte, sind glücklicherweise Opfer an Menschenleben nicht zu beklagen. Auch der Ort Fusch ist von einer Schuttlawine heim­gesucht worden, jedoch sind nach den vorliegen­den Berichten die Zerstörungen dort nicht so groß wie in dem Ort Kaprun. Kaprun wurde bereits vor 60 Jahren von einem ähnlich schweren Un­glück heimgesucht.

post und Catty in Alaska gelandet.

Reuhork, 30. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die beiden amerikanischen Flieger P o st und Catth landeten, wieAssociated Preß" meldet, um 8.45 Uhr abends Ostnormalzeit in Slomon, 36 Meilen von Rome (Alaska).

Fairbanks (Alaska), 30. Juni. (WTD. Funkspruch.) Die beiden Flieger P o st und Catty sind hier um 11.25 Uhr nachts Ostnormalzeit, von Solomon kommend, 'eingetroffen.

Zwei Menschen durch sträflichen Leichtsinn eines Fliegers getötet.

Paris, 30. Juni. (LU.) Ein furchtbares Unglück, das auf den unerhörten Leichtsinn eines fraanzösischen Militärfliegers zurückzzufüh- ren ist, ereignete sich an der Chaussee in der Rähe von Chatcauroux. Ein Sergeant war mit einem Jagdflugzeug ausge stiegen, als er auf der Chaussee ein Auto bemerkte, in dem der Besitzer und seins Frau sowie ein befreundetes Ehepaar Platz ge­nommen hatten. Aus reinem Uebermut ging der Flieger ganz tief nieder, um das Auto zu über­fliegen. Hierbei raste er mit den Rädern seines Apparates gegen die Köpfe der In­sassen des Autos. Der Besitzer sowie seine Frau, die hinter dem Steuer Platz genommen hatten, waren auf der Stelle tot. Eine der beiden anderen Insassen erlitt schwere Ver­letzungen. Dem Flieger gelang es, sofort wie­der Höhe zu gewinnen und auf dem Militärflug­platz zu landen. Er wurde sofort nach Bekannt- werden seines unerhörten Leichtsinns ver­haftet.

Wettervoraussage.

Der Vorstoß kühler Lust hat zwar in den gestri­gen Abendstunden gewitterdrohende Bewölkung gebracht, jedoch ist es in unserem Gebiet zu keiner­lei Gewitterstörungen oder Niederschlägen gekom­men. Durch die Nordostluft wurde gleichzeitig der hohe Druck über dem Atlantik weiter ostwärts ge­bracht, so daß der Kern des neuen Hochs über Eng­land und dem Kanal liegt. Unter seinen Einfluß gelangt die nächsten Tage unsere Wetterlage. Dabei verursacht die ausfließende Nordost- und Ostluft nachts stärkere Abkühlung, jedoch nimmt tagsüber, begünstigt durch die Sonnenstrahlung, die Erwär- mung wieder zu.

Aussichten für Mittwoch: Meist heiter, nachts kühl, tagsüber wärmer, trocken. .

Lufttemperaturen am 29. Juni: mittags 26,4 Grad Celsius: abends 16,8 Grad: am 30. Juni: morgens 14. Grad. Maximum 21 Grad, Mini­mum 10,3 Grad.

Reisewellerdienst.

Swinemünde: 13 Grad, Südwestwind, heiter, Witterungsverlauf seit gestern teils heiter, teils wolkig.

Garmisch-Partenkirchen: 17 Grad, Süd- westwind, Witterungsoerlauf: heute morgen wolkig, seit gestern teils heiter, teils wolkig.

K o n st a n z: 19 Grad, Windstille, heiter.

Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein.

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