Ausgabe 
29.12.1931
 
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nerische Darbietungen umrahmten die Mitglieder- ehrung.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. W.. 30. Dez. Sine hie­sige Pensionsinhaberin wurde durch ein reisendes Betrügerpaar schwer hereingelegt. Ts handelt sich um einen gewissen Walter Blum und eine Wilhelmine Scheer, die der Pension»- inhaberin vormachten, ihr holländische Dul­

den verschaffen zu können. Diese gab dem sau- I deren Pärchen ihre Ersparnisse in Höhe von | 1700 Mark, um damit den Ankauf der Dulden vornehmen zu können. Mit diesem selten Bissen verschwanden die beiden Betrüger aus Rimmer- Wiedersehen. Beben dem pekuniären Schaden hat nun die unvorsichtige Frau auch noch ein Ver­fahren wegen "Verstoßes gegen das De­visen geseh zu gewärtigen.

Wirtschaft.

Sie kommenden ZinSvereinvarongen.

Berlin. 30. De;. (WTB.) Die Verhandlungen der Spitzenorganisationen der Banken und Spar­kassen beim Lankenkommissor über die Regelung der Zinssätze am Geldmarkt dauern noch an. Die endgültige Regelung dürfte erst im neuen Jahre getroffen werden und von Beginn 1932 ab Geltung hoben. Für Spareinlagen wird den Spigenoerbänden ein Zinssatz von 4 Prozent und für Kündigungsgelder von 5 Pro- z e nL vorgeschlagen. Diese Sätze werden wahrschein­lich auch endgültig festgelegt werden. In der Frage der S o l l z i n s e n und Provisionen ist es bis­her zu einer Entscheidung nicht gekommen! hierüber wird noch eingehend beraten. Es wird jedoch auch hier mit freiwilligen Vereinbarungen ge­rechnet. so daß aller Voraussicht nach ein zwangs­weises Eingreifen des Bankenkommissars nicht nötig sein wird.

Frankfurt fest.

F r a n k f u r t a. TL, 30. Dez. Der heutige telepho­nische Esfektensreiverkehr von Bureau zu Bureau verzeichnete etwas lebhafteres Geschäft als an den Vortagen. Nachdem bereits gestern nach- mittag überwiegend Nachfrage bestanden hatte und die Sturfe leicht anzogen, war die Tendenz heute ausgesprochen f e ft. Es sollen größere Äauf- orbers, besonders aus dem Rheinlande, vorgelegen haben, die bei der Enge des Marktes zu mehr- prozentigen Aursbesserungen führten. Die wesentlich besseren Aussichten für eine günstige Entwicklung der französisch-englischen Reparationsverhandlungen fanden ebenso wie die Befestigung der Neuyorker Börse Beachtung. Am Aktienmarkt betrugen die durchschnittlichen Aursbesserungen 1 bis 2 Prozent. Für Spezialwerte, wie IG.-Farben, Reichsbank und Siemens stellten sich Erhöhungen um 3 bis 4 Pro­zent ein. Auch am Montanmarkt hielt die schon giftern gebesserte Nachfrage an, so daß sich auch hier durchweg Äursavaneen bis zu 2 Prozent er­gaben.

Der fe st verzinsliche Markt tendierte gleichfalls fester. Interesse erhielt sich vor allem für Liquidationspfandbriefe und Reichsaltbesitzanleihe, die erneut 1 bis 1,5 Prozent gewannen. 8prozentigc Goldvfandbriefe lagen ebenfalls bis 1 Prozent fester. JG.-Farbcnbonds und Reichsbahn-Vorzugsaktien gingen mit etwa 2 Prozent höheren Sturfen um, wahrend Reichsschuldbuchsorderungen nur Bruchteile eines Prozentes gewannen. Stadtanleihen und Morn- munafobligationen begegneten nur geringem Inter­esse. Tagesgeld war zu 7 Prozent etwas gesuchter. Freundliche (Hrundstimmunq in Berlin.

Berlin, 31. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der letzte Freiverkehr des alten Jahres hatte weiter freund­liche G r u n b ft i m m u n g. Eine gestern gegen 18 Uhr plötzlich eingetretene -Iproz. Abschwächung her Reichsbankanteile, bie allerbings vorher um runb 10 Prozent gestiegen waren, wirkte sich auf bie Allge- meintenbenz nicht aus. Anscheinenb nahmen bie Deckungen ihren Fortgang. Der Materialmangel, ber durch das Nachlassen des Auslandangebotes schon seit Tagen herrschte, blieb bestehen. Am Aktien- markt setzten sich bie 21 n l a g e f ä u f e fort. Be­kanntlich werben jetzt größere Gelbbeträge frei, ein­mal aus ben zum Jahresultimo fälligen ZZupon Dis­kontzahlungen, zum anbern aber auch aus ben am 2. Januar zahlbaren Auswertungsobligationen bert icnigen Inbustriegesellschaften, bie nicht um Stun- bung eingekommen sind. Allein der letztere Betrag wird auf etwa 80 Millionen Mark geschätzt. Einen guten Eindruck machte ferner die nunmehrige end­gültige Festsetzung des Termins für die Repara- tionskonserenz am 18. Januar in Lausanne. Die Kurse setzten dann auch bei nicht sehr großem Geschäft allgemein bis zu 2 v. Sy fester ein, konnten allerdings bisher diese Gewinne nicht immer voll behaupten. Auch Reichsbankanteile eröffneten schon wieder 2 p. Sy über gestern abend. Lebhafteres In teresse zeigte sich für Montanwerte, besonders für die Aktien des Stahlvereins, für Mannesmann, Gelsen- kirchen unb horpener und für Schiffahrtsvopiere, m denen die Exekutionen nun endgültig aufgehört au haben scheinen. Am Elektromarkt konnten AEG. ihren gestrigen Höchststand behaupten. Auch für Schuckert und Gefsürel erhielt sich einiges Interesse. Schultheisaktien gaben von einem anfänglichen 3-v. H -Gewinn bie Hälfte roieber her Sonst fielen von Spezialwerten noch Deutsche Erböl. Rutgers werke und Dessauer Gas durch Festigkeit auf. Auch am '21 n I a g e m a r r t blieb bie Tertbenz f r c u n b 11 cf). 8prozentige Golbpsanbbriese besserten sich bis zu 1 Prozent, 7prozentige gingen etwa 1 Prozent unter ben 8prozentigen um. Die Altbesitzanleihe setzte ihre '2luswartsbewegung um 1 Prozent fort, auch Reichsschulbbücher lagen etwa 1 Prozent fester. Reichsbahnvorzugsaktien gewannen etwa 0,75 Pro jent, bie Farbenbonbs folgten ber Aktienbewegnng,

liegen aber doch schon wieder etwa 6 Prozent unter den Aktien.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. Bl.

Banknoten.

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65.07

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Sofia . . .

3.057

3.063

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Holland . .

169,03

169.37

168.93

169.27

£41o . . .

78,42

78.58

77.67

77.83

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79.17

79.33

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Stodbolm .

79.82

79.93

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London . .

14.36

14,40

14.21

14.25

iBucnM atiH

1.068

1,072

1.068

1.072

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4.209

4.217

4.209

4,217

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58,59

58.71

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53,61

Italien . . .

21,42

21.46

21.40

21.44

Pari« . . .

16.51

16.55

16.51

16.55

Schweiz . .

82,07

82.23

82.05

82.21

Spanien . .

35.76

35.84

35.76

35.84

Danzig . .

82.12

82.28

82.12

82.28

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1.498

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0.249

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7,393

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lliiiabon . .

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Berlin, 30. »eiember

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4,20

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Selflifdie Noten.........

58,43

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Tänildie Noten.........

78,99

79,31

Cnflltidie Noten.........

14,32

14,38

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Halianviiche Noten........

16,47

16,53

168.66

169,34

Jialienitdie Noten.......

21.35

21,43

Narwegifche Noten........

78,24

78,56

SeuHth-Ceflcrretd), 1OO Sdililirtfl

Numaniiche Noten ......

2.48

2,50

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79.64

79,96

Schweizer Noten.........

81.89

82,21

Gpanifdie Noten.........

35.63

35,77

Ungarifche Noten ......

Reichsbankdiskont 7 v. h., Lombordzinsfuß 8 v. h. Das Pfund wieder etwas schwächer. Berlin, 30. Dez. (WTB.) An den inter­nationalen Devisenmärkten hat sich das englische Pfund, nachdem es mit 3,42 ( unverändert zu gestern eröffnet hatte, im Laufe dem Vormittags aus 3,4060 gegen den Dollar abgefchwächt! es war an den verschiedenen Plätzen angeboten, doch hielten sich die Umsätze in engem Rahmen. Gegen den Gulden stellte sich das Pfund auf 8,48, gegen den französischen Frank auf 86,80, gegen Zurich aus 17,43 und gegen die Reichsmark auf 14,32. Der D o*ll ar war kaum verändert. Die Reichsmark tendierte fester! fo zog sie in Amsterdam auf 59,20, in Zürich auf 122 und in Paris auf 606 an. Die Rorddevisen waren gut behauptet, eben­falls die Südamerikaner, der französische Frank war wieder etwas fester.

Am Rachmittag ergaben sich im allgemeinen keine größere Schwankungen, nur das englische Pfund ging weiter etwas zurück und gab gegen den Dollar auf 3,3925 bis 3,3950 nach, gegen den Gulden stellte es sich auf 8,47, gegen Paris auf 86,65, gegen Zürich auf 17,40 und gegen die Reichsmark auf 14,24. Der Dollar war eher etwas fester, auch der französische Frank zog leicht an. Die Reichsmark tendierte s e ft, in Amsterdam notierte sie 59,32, in Zürich 121,95 und in Reuyork 23,78. Die Rorddevisen lagen etwas schwacher, der holländische Gulden befestigte sich leicht, Japan schwächte sich weiter ab.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. RL, 30. Dez. Im Frankfur­ter Eiergroßhandel entwickelte sich zwischen den Jahren nur unbedeutendes Geschäft, obwohl die Anlieferung von frischen Eiern durch das unbe­ständige. meist kalte Wetter ziemlich gering war. Die Preise zogen für alle Sorten leicht an. zumal die Konkurrenz der Kühlhausware fast völlig weg- fällt Es notierten in Pf per Stück ab loco Frank­furt a. QU.; Bulgaren 9.50 bis 9.75. Jugoslawen 9,00 bis 9,50, Holländer 8.50 bis 12,00, Dänen 8.50 bis 12,50, Flandern 10,50 bis 11,00, Bayern 9.00 bis 10.00, Dt. Frischeier 8,00 bis 12,00, In- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 7,00 bis 7,50. Kühlhauseier: Holländer 9,00, Bulga­ren 8,00, Rumänen 7,50.

Amtsgericht Gießen.

Drei kleinere Verhandlungen entbehrten nicht eine» politischen Einschlags. In dem einen Fall handelte es sich wiederum um eine unzulässige Geldsammlung der KPD. die in einem Rachbar- ort einen Aufzug veranstaltet hatte, an dem auch der Angeklagte teilnahm. Während desselben sprang dieser und auch noch andere Teilnehmer aus dem Zuge in die angrenzenden Häuser und sammelten dort für ihre Partei Sie rechneten wohl, infolge deS Aufzugs auf eine erhöhte

Debefreudigkeit. Der Angeklagte schloß sich dann wieder dem Zug an. Sr erhielt eine Geldstrafe von 10 Mark.

Der zweite Fall betraf die unzulässige Verbrei­tung eines Plakats politischen Inhalts, daS dem Kreisamt nicht vorgelegt und von dem schlecht unterrichteten Angeklagten in einem benachbarten Ort der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wor­den war. Seine nicht ungeschickte Verteidigung gipfelte barm, daß er die Zweckmäßigkeit der ein­schlägigen Ecsetzesstelle (§ 11 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 28. März 1931) bemängelte, da daS Plakat nur die Ankündigung einer kommunistischen Versammlung enthielt, die schon auf andere Weife bekannt geworden war. Der Angeklagte wurde aber durch daS Urteil be­lehrt. daß es dem Richter keineswegs zufteht. rechtsgültige Verordnungen oder Teile derselben einer Rachprüfung hinsichtlich ihrer Zweckmäßig­keit zu unterziehen, und allerdings nur zur Minimalstrafe verurteilt.

Im dritten Falle sollten drei nationalsozia­listische Studenten verbotswidrig die Partei- kleidung öffentlich getragen haben. Sie bestand in gleichen schwarzen Mützen mit Totenkopf­abzeichen und hatten die Form der Mützen der nationalsozialistischen Schutzstaffel. Es sehlte jedoch das sog. Hoheitszeichen, der Adler mit dem Hakenkreuz, ein für die Partei geschütztes Ab­zeichen. Das Gericht sprach die Angeklagten srei, da eine einheitliche Parteikleidung, die geeignet sei, ihren Träger als Mitglied der national­sozialistischen Partei auch äußerlich zu kenn­zeichnen, nicht Vorgelegen habe, zudem auch an­dere vaterländische Verbände Totenkopfabzeichen trügen, so daß dadurch nicht ohne weiteres auf die Zugehörigkeit zur nationalsozialistifchen Par­tei geschlossen werden könne.

In einem weiteren Falle galt es, die Reichs- anstalt für Arbeitsvermittelung und Arbeits­losenunterstützung vor Verlusten infolge betrüge­rischer Manipulationen Erwerbsloser zu schützen, die glauben, sich dadurch mühelos in den Genuß von Unterstützungen, die ihnen nicht zustehen, setzen zu können. Ein Gärtner und sein Arbeit­nehmer hatten gemeinschaftlich Arbeitslosen­unterstützung für letzteren auf Grund einer falsch ausgestellten Arbeitsbescheinigung des ersteren beantragt. Das Arbeitsamt wies den Antrag ab. da nach den an ihm gemachten Feststellungen die betrügerische Absicht auf der Hand lag. In dem gerichtlichen Rachspiel wurde der weniger be­lastete Arbeitnehmer zu einer Geldstrafe von 30 Mark, der Arbeitgeber dagegen, der die Ar­beitsbescheinigung falsch ausgestellt hatte, zu einer solchen von ICO Mark verurteilt.

Die Kreuzung LiebigstraheLudwigstraße. ebenso die in ihrer Rähe befindlichen Straßen­

kreuzungen. können mit Recht als Gefahrenstellen für den Kraftfahrzeugverkehr bezeichnet werden. Dine ganze Reihe von Autounsällen mit gericht­lichen Verhandlungen und Augenscheinnahme im Gefolge ha: dort fchon ftattgefunben. Einer der Gründe Dafür kann vielleicht darin gefunden werden, daß gleich hinter dem Eifenbahnviadukt eine erhebliche, vielleicht von Kraftfahrern zu wenig beachtete Steigung der Ludwigstraße ein- fetzt. 3m Fragefall handelt es sich um einen an besagter Stelle erfolgten Zufammenstoß eines von der Frankfurter Straße her durch die Lie- bigstraße fahrenden L eferwagens mit einem aus

Gebenkl öer Metnöen Bügel!

der Ludwigstraße kommenden Kleinkraftwagen. Rach der Anklage soll die Schuld ben Führer des Lieserwagens treffen, der seine Geschwindig­keit nicht den lokalen Verhältnissen angepaßt habe. Auf Grund des vorhandenen Beweismaterials vermochte aber daS Gericht den Angeklagten einer Fahrlässigkeit nicht für überführt zu er­achten und sprach ihn wegen mangelnden Be­weises frei.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung )

Line Anregung an die Gießener Maschinendauschule.

Zu dem Eingesandt unter dieser Ueberfdjrift in der Dienstag.Nummer des Gießener Anzeigers ist zu bemerken:

Schon im Winter 1930 31 hat sich die Gcwerbe- unb Maschinenbauschule als erste technische Anstalt Hessens in ben Dienst der Arbeitslosen gestellt. Wir haben damals 130 Arbeitslosen fast aller handwerk­lichen und technischen Berufe Unterricht gegeben. Dieser Unterricht wurde von dem Leiter und den Lehrern der Anstalt außerhab ihrer Dienftftunben kostenlos erteilt. Für ältere Techniker und Ingenieure waren sog. Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, von denen heute die Abteilung für Segel Flugzeugbau (bas zweite Flugzeug ist zur Zeit im Bau) am meisten Interesse finbet. Wir bitten ben Einsender, sich vertrauensvoll an uns zu wenden, so baß wir ihm nähere Auskunft geben können.

Dr. Bönnings

Direktor ber Gewerbe, unb Maschinenbauschule Gießen.

Geschichten aus aller Welt.

(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Pips, dcrBrillanfcnhund.

s. Warschau.

Hunde, die einem mal etwas wegschleppen, sind keine Seltenheit. Seltener schon sind Hunde, die systematisch flauen man ersäuft sie oder ver­giftet sie sanft. Aber Hunde, die systematisch und mit der Kenntnis von Sachkennern Wertgegen­stände klauen und sich einen versteckten Schatz von Schmuckstücken anlegen, die sind selten.

Ein solcher Hund namens Pips fand sich in Lodz. Richt im vorigen Jahrhundert, nicht vor dem Weltkrieg, sondern jetzt. In Lodz hatte bis­lang eine Familie I. mit ihrem Pips lange Zeit eigentümliche Scherereien, obwohl niemand an Pips dachte, wenn mal ein S chmuckstück ver­schwand, denn Pips war ein Leisetreter und höchst gewandt Aber immer, wenn er dabei gewesen war, fehlte irgendein Schmuckstück. Doch keiner der Bekannten und Freunde der Familie 3. wagte auch nur im entferntesten, weder die genannte Familie noch ihren Hund zu verdächtigen. Jene waren zu ehrlich, dieser war eben nur ein dummer Hund.

Jüngst aber besuchte die Familie wieder mal gute Bekannte und nahm, wie so oft. auch ihren Hund mit. Aber außer den Besuchern und den Besuchten befand sich niemand im Zimmer. Plötz­lich entdeckte die Gastgeberin, daß ihr vom Tisch ein Ring mit Brillanten im Werte von mehreren hundert Zloty verschwunden war. Alle- Suchen half nichts und die Gastgeberin, sah sich zu bem nicht freundlichen, aber verständlichen Vorschlag gezwungen, die Polizei zu rufen. Ihr Dorschlag wurde natürlich angenommen. Die Polizei kam, suchte, untersuchte, aber sie fand den kostbaren Ring nicht.

Zu Hause angekommen, bemerkten die Eheleute I., noch schwer erschüttert von dem Zwischenfall, ein sonderbares Gehabe ihres Pips. Der war nämlich unter das Bett gekrochen und'kratzte nun eifrig mit den Pfoten auf dem Fußboden in der Ecke. Man holte ihn hervor, schob daS Bett weg und sand unter dem Fußboden einen wahren Schah von Kostbarkeiten. Natürlich fand sich in seinem Versteck auch der vorhin abhandengefommene Ring. Und nun erinnerte sich das Ehepaar, daß PipS ja schon immer unteren Bell herumgekrahl habe, niemals aber Halle man nachgesehen. Rur dies- mal Halle Pips so toll und auffällig gekratzt und gescharrt, daß er Verdacht erregte. Und siehe da.

der Ring, das bisher teuerste gestohlene Stück, lag unter den früher gestohlenen Schmucksachen, wie von Menschenhand dorthin gelegt, um es nur gut zu verstecken.

Pips war über die Entdeckung seiner Kleplo- manie bzw. seine- Gold- und BriNantenschahes tief traurig. Er mußte dran glauben. Au-.

Ltadtjnßiläum und Nicscnßankctl.

(k) Stockholm.

Die schwedische Gemeinde Destervik begeht dem­nächst ein seltene- Fest. Um Die Festfreude der biederen Desterviker nicht zu stören, muß aber gleich eingangs au-drücklich betont werden, daß es sich nicht um eine einfache Gemeinde han­delt unb daß man Vestervik noch nicht einmal als .Städtchen" bezeichnen darf. Sonbem in allen Ehren als Stabt. Wiewohl sie für west­europäische Begriffe nicht gerabe groß ist und in keinem Lexikon vermerkt steht.

König Erich XIII., Union-Herrscher von Däne­mark, Schweben unb Norwegen, war nämlich gnäbig unb .beförberte" die Gemeinde Destervik zur .freien Stadt". 3m 3ahre 1431.

Anschließend wurde zwar ber großzügige Kö­nig 1434 von Schweben. 1439 von Dänemark und 1442 sogar auch von Rorwegen vertrieben. Daran konnten 'selbst bie bankbaren Desterviker nichts änbem. Glücklicherweise waren aber Erich-Rach­folger hulbvoll genug, bie große Geste ihres Dor- Herrscher- nicht rückgängig zu machen. Und so feiert Destervik zu Anfang des nächsten Jah­res das fünfhundertjährige Bestehen als Stadt. Der Magistrat wird nun sämtliche Bürger, die ihr siebente- Leben-jahr (!) überschritten haben, zu einem Monstre-Bankett einlaben. Richt etwa zu einem Festessen mit zahllosen Gängen, sondern nur zu einem schlichten Kaffeekränzchen Und doch dürfte das einfache Bankett mit Kaffee unb Kuchen in steter Erinnerung aller Teilnehmer blei­ben. Denn alle Gäste dürfen ihre Tassen mit bem dazugehörigen Teller mit nach Hause neh­men zum Andenken. Das Porzellangeschirr, mit dem Wappen der Stadt Destervik und mit den zwei Jahreszahlen 1431 1931 wird ohne Zwei­fel das wohlbehütete Prunkstück aller guten Sta­ben bilden.

Sv stellt Destervik sich selbst und dem unglück­lichen. 1459 in Rügenwalde verstorbenen Erich XIII. ein dauerndes .Ehrenmal". Wen» auch nur au- zerbrechlichem Porzellan...

Danksagung

Herr Karl Falkenheiner

Familie Karl Becker.

Gießen (Kaiserallee 75). den 31. Dezember 1931.

«L W-mKmWn

Wirtschaft

a.

2tcinitr. 21, sofort

Am 30. Dezember wurde mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder. Schwiegersohn. Schwager und Onkel

Für die grobe Teilnahme, sowie für die ehrenden Nachrufe und Kranzspenden beim Heimgang un­seres lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichen Dank.

m verschiedener Ausführung * sowie unb Badewannen enwfieblt Edgar Vomnann, Eisenhandlung

Die Beerdigung findet am Montag, dem 4 Januar, nach­mittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt

ui verpachten oder zu verkaufen. Säb. *. Becker, Iteflentr. ß, Tel. 3304. 07669

Nteder-Gemünden. den 31. Dezember 1931.

9I56D

von seinem langjährigen, im Kriege zugezogenen Leiden erlöst

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Else Falkenheiner, geb. Beck. u. Kinder.

Alle Schweine. ÄÄX.ÄSSStt

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