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Rr. 253 Erstes Blatt

M- Zahrgang

Donnerstag, 29. Moder 1951

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags.

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Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot^ für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Absolute Majorität für die Konservativen.

Macdonalds Sieg.

Don unserem ^.-Berichterstatter.

Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I

London, 28. Oktober 1931.

3n dem kurzen, aber mit beispielloser Heftig­keit geführten Wahlkampf hat die nationale Regierung gesiegt. Die Parteien der Rational-Regierung, vor allem die Konser­vativen, haben einen beispiellosen Sieg er­fochten. Dieses Ergebnis hat man zwar voraus­gesehen. Wettete doch die Börse schon seit Wochen darauf, daß die nationale Regierung über 400 Stimmen im neuen Parlamengt erhalten würde,

Ramsay Macdonald, der Premier der nationalen Regierung.

aber daß die Arbeiterpartei und mit ihnen Lloyd Gorge so viel verlieren würden das Hat doch niemand erwartet. Die Feststellung Mac­donalds, daß das Ergebnis der Wahlen geradezu bestürzend sei, ist somit nur zu verständlich. Trotz des eigentümlichen Wahlsystems in England, aus Grund dessen vor allem eine regierungs­fähige Mehrheit geschaffen werden soll und Dicht ein Parlament, das möglichst genau der Stimmung der Bevölkerung entspricht, ist das Ergebnis der Wahlen für die Engländer über­raschend, da es eindeutig unter der Parolegegen die Internationalisten und gegen die Gewerk­schaftler" erfochten wurde. Können doch selbst die Labour-Leute nicht bestreiten, daß die nationale Regierung tatsächlich nicht nur die Mehrheit der Mandate, sondern auch die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich zu bringen ver­standen hat, so daß auch bei einem anderen Wahl­system eine klare Mehrheit für die nationale Regierung im Parlament vorhanden sein würde: 2leber zwei Drittel der Wähler haben sich für i)ie nationale Regierung ausgesprochen.

Das heißt, daß in England ein Stimmungs- »mschwung vor sich gegangen ist, der nicht hoch genug bewertet werden kann. An die Stelle der früheren liberalistischen oder sozialistischen Ein­stellung eines großen Teiles der Bevölkerung ift eine neue Gesinnung getreten, die ausge­sprochen bürgerlich-national, ja konser­vativ ist. Der sozialistische Gedanke, dem man England bereits verfallen glaubte, hat an An­hängerschaft verloren, und stärker als die Inter- »ationale hat sich der nationale Gedanke, das Bewußtsein von der geschichtlichen Gröhe und Be­deutung des englischen Bolkes erwiesen. Weder Der Gewerkschaftsgedanke, noch die konsequente Vertretung marxistischer Ideen und Forderungen haben den Ansturm der nationalen Idee zu koiderstehen vermocht. Die Mehrheit des englischen Bolkes lehnt alle sozialistischen Experimente ab vnd tritt für den so viel gelästerten aber auch foie man nicht vergessen darf in England behei- nateten Kapitalismus ein. Moskau ist nichts für die britischen Inseln.

Das zeigt sich vor allem in der 21 ieber­lag e b e r bisherigen L a b o u r - F ü h r e r. Alle bie großen 21 amen ber Gewerkschaften, mit lenen die Internationale zu prunken pflegte, sind geschlagen worden, und zwar in den Hoch­burgen ihrer Anhängerschaft, die bisher jeden­falls als uneinnehmbar galten. Henderson, Thom Shaw, 2llexander, Ben Tillet und Ben Turner, alle sind sie samt und sonders nicht wieder- gewählt worden, obwohl die Gewerkschaften den letzten Mann ihrer Mita' eder aufgeboten hatten, um die Position der Fahrer im Parlament zu sichern. Die Arbeiterpartei hat damit d e n K e r n ihrer alten Führerschaft verloren und im Parlament werden andere, Tlnbekannte an ihrer Stelle die Leitung der geschlagenen Partei zu übernehmen haben. Auf fünf Jahre ift bie alte Garde ber Arbeiterpartei aus ber eigentlichen politischen Führung ausgeschaltet unb auf die Tätigkeit in ber Gewerkschaft beschränkt Horben ohne, daß sich absehen liehe, wer benu nun an ihrer Stelle Labour weiterführen soll. Gerade in England, im klassischen Lande der po­litischen Tradition, ist eine solche Riederlage ver­nichtender als es sonst Wahlniederlagen in euro­päischen Ländern zu sein pflegen. Die Arbeiter­partei wird sich reorganisieren müssen, ja wird dieleicht sogar gezwungen sein, sich umzustellen. Mit den alten Methoden geht es nicht weiter

der englische Wähler fast aller Schichten lehnt sie einfach ab.

2lber nicht nur die Labour-Leute werden um- lernen müssen, wenn sie je wieder zur Macht ge­langen wollen, sondern auch die Splitter, die es versuchten, mit neuen Ideen an bie Massen her- anzukommen. Denn auch die Kommunisten und Faschisten haben den Engländern nicht zugesagt, sondern sind von der Masse der Be­völkerung so radikal abgelehnt worden, wie es nur irgend denkbar ist. Kommunismus unb Faschismus sind eben so unenglisch, bah sie erst ganz unb gar umgebacht unb umgedeutet werden müssen, ehe sie einem Briten schmackhaft gemacht werden können. Unb es mutet angesichts dieser Feststellung nur wie eine Ironie der Geschichte an, dah noch zum letzten Male LlohdGeorge, dieses lleberbleibfel der einst allmächtigen libe­ralen Partei, für sich einen Parlamentssitz hat erfechten können, obwohl er ber einzige ist, ber sich nicht mehr umstellen kann.

Ist so der Wahlsieg ber nationalen Regierung auf bie Fehler zurückzuführen, bie ihre Gegner gemacht haben, so barf man doch nicht verkennen, daß der eigentliche Triumphator nicht Macdonald, sondern Baldwin ist. Zwar ging der Wahlkampf für bie nationale Regierung, Macdonald, unb damit für ein überparteiliches Prinzip, aber den Vorteil davon haben ausschließlich die Konser­vativen gehabt. Baldwins kluge Taktik, der sich stets davor gescheut hat, die Arbeiterklasse zu brüskieren und der stets gegen Klassenkampf aber auch gegen Klassenherrschaft aufgetreten ist, unb aus biefem Grunde immer wieder die Tolerierung der Labour-Regierung durch bie Konservativen erzwang, ist ber eigentliche Sieger im Wahlkampf. Denn gerade die Tatsache, daß Baldwin sich an die Seite Macdonalds gestellt hat und wie ein guter Kamerad durch dick und dünn zu ihm ge­halten hat, als das Land in Gefahr war unb es in der Regierung keine Lorbeeren zu ernten gab, hat ihm und feiner Partei die Anhängerschaft aller jener Unentschlossenen verschafft, bie bei den englischen Wahlen den Ausschlag zu geben pflegen. Der große staatsmännische Entschluß Macdonalds, mit seiner Person sich gegen die Arbeiterpartei einzusehen, war gewiß ungewöhnlich eindrucksvoll. Größer aber war zweifellos bei den breiten Mas­sen die Anerkennung 1 der Ritterlichkeit, mit der sich Baldwin in der entscheidenden Stunde für den von ihm bisher bekämpften Führer seiner Geg­ner einsehte, um über alle Parteiinteressen hinweg das Pfund, und damit den Wohlstand des bri­tischen Bolkes zu retten. Man vergißt allzu leicht, daß auch das seine Gefahren hatte und durchaus nicht so einfach war, wie man das vielfach angenommen hat. Aber ber Lohn, ber sich in dem überwältigenden Wahlsieg ber Konservativen aus­drückt, zeigt, dah es sich immer lohnt, die Sache über die Person und bie Ration über die Partei zu stellen.

Der wohlverdiente Sieg der Konservativen unb der mit ihr berbünbeten Parteien wirb also Eng- lanb für bie nächsten fünf I^hre eine national» bewußte unb starke Regierung geben. Welche Be­deutung es hat, daß dies gerade in dieser so un­sicheren Zeit geschieht, das braucht nicht besonders unterstrichen zu werden: jedenfalls ist England

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So sah London am Wahltag aus. Ueberall mußten wegen des dichten Nebels riesige Pechfackeln auf- gestellt werden.

gerüstet. Dieses Verdienst, baß bas englische Volk boch vor allem auch der Selbstlosigkeit Mac­donalds verdankt, rechtfertigt es denn auch wenn man in dem Wahlergebnis vor allem den Erfolg Macdonalds sieht. Dah England der Welt wie­der stark und einig gegenübertreten kann, ist vor allem sein Verdienst.

Für die künftige englische Politik steht schon heute fest, daß sie weitgehendst von den konservativen Ideen beeinflußt sein wird. Zuerst werden wir dies i n der Handelspolitik zu fühlen bekommen. Es kann kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß Eng­land in Kürze zu einem ausgeprägten System des

Schutzzolls übergehen wird, das die Lage der englischen Industrie erleichtern und die Arbeitslosig­keit mildern soll. Für uns bedeutet diese Maßnahme eine schwere Gefahr, geht doch ein guter Teil unserer Ausfuhr nach England. Aber nicht nur Deutschland würde von britischen Schutzzöllen be­troffen werden, sondern auch zahlreiche andere Län­der, und es steht zu befürchten, daß die Weltwirt­schaftskrise durch die Errichtung der Zollmauern noch verschärft wird. England muß sich also darüber klar sein, daß es zu einer sehr zweischnei­digen Waffe greift. Ob und inwieweit der Ausfall der Wahlen auf die Außenpolitik Londons abfärben wird, läßt sich heute noch schwer übersehen. Wir wissen aus der Vergangenheit, daß in den konser­vativen Kreisen eine beträchtliche Sympathie für Frankreich besteht, die sich nur zu oft zu unserem Nachteil betätigt hat. Man wird sich wohl aber auch bei den Konservativen der feindseligen Haltung Frankreichs in den letzten Monaten er­innern und zu der Erkenntnis gelangt fein, daß mit den Pariser Methoden der Welt der so dringend er­

forderliche wirkliche Frieden nicht gebracht werden kann. England vermag heute, wenn es seine Macht­stellung in der Welt wieder erlangen will, keine ein­seitig französisch orientierte Politik mehr zu treiben. Es erscheint uns daher nicht richtig, schon jetzt von der Möglichkeit eines Wiederauflebens der einstigen Entente zu sprechen.

Für die deutsche Regierung sind die eng­lischen Wahlen eine ernste Mahnung. Der Reichs­kanzler hat die Ausarbeitung des Wirtschaftspro­gramms bisher mit der Begründung hinausgezögert, daß zunächst klare Verhältnisse in Eng­land geschaffen sein müßten. Nun ist es so weit, und wir können uns keinen Illusionen mehr darüber hingeben, welcher Kurs künftig in London gesteuert werden wird. Damit erwächst dem Reichs­kabinett die ernste Aufgabe, mit größter Beschleuni­gung alle die Maßnahmen zu treffen, die erforderlich sind, einem weiteren gefährlichen Schrumpfungs­prozeß der deutschen Wirtschaft nach Kräften vorzu- bcugen, solange es dazu überhaupt noch Zeit ist.

Der Eindruck in Berlin.

Verstärkte Schutzzollpolitik wird den deutschen Ausfuhrhandel erschweren.

Berlin, 28.Ott. (ENB.) In Berlin bespricht man lebhaft den Ausgang der englischen Wahlen, die der nationalen Regierung, vor allem aber den Konservativen einen geradezu fantastischen Erfolg gebracht haben. Ihre Mehrheit ist so groß, wie sie noch in keinem Parlament war. Trotzdem rechnet man damit, daß Macdonald dem Kabinett auch weiter angehören wird, wenn auch nicht als Pre­mierminister. In der englischen Oefsentlichkeit wird das Wort Schutzzoll bereits sehr laut ausge­sprochen. Wird eine gesteigerte Schutzzollpolitik ver­wirklicht, so kann das natürlich auch nicht ohne Rückwirkung auf die deutschen Absatz­möglichkeiten in England bleiben. Der Ausgana ber englischen Wahlen wird also bei den bevorstehenden Verhandlungen des Wirtschaft^ b e i r a t e s eine erhebliche Rolle spielen.

Ein Teil der Abendblätter nimmt in Kommen­taren zu dem Ausgang der Wahlen Stellung. Der 21 b c n b" (soz) führt bie Nieberlage ber Arbeiter­partei oorwiegenb auf bie Flucht ber Liberalen zu den Konservativen burch bie Vorstellung ber besitz- bürgerlichen Einheitsfront zurück. DasTempo" (Ullstein) glaubt, baß bie Aufgaben des K a - binetts Brüning, ein wirtschaftspolitisches Programm aufzustellen, durch den konservativen Sieg nicht gerade erleichtert würden, weil auch bei der Aussicht auf spätere Ermäßigung der Reparationen zunächst die Schwierigkeiten für den deutschen Handel sich erheblich vermehren würden. DieDos fische Zeitung" (Ullstein) ist der Auffassung, daß für die nichtenglische Welt das gestrige Ergebnis hauptsächlich wirtschafts­politische Bedeutung habe. Die Zollmauer um England sei so gut wie errichtet. In den gro­ßen Grundlinien der englischen Weltpolitik werde sich nichts ändern, denn in den Fragen des Ab­

baues ber Kriegsschulben, ber Reparationen unb ber Rüstungen seien auch bie Konservativen im großen unb ganzen einig mit der übrigen Bevölkerung. Auch berB ö r s e n - E o u r i e r" (bem.) unter­streicht bie wirtschaftspolitischen Auswirkungen bes konservativen Wahlsieges unb schreibt: Der Sieg der Konservativen eröffne in dieser Beziehung außerordentliche trübe Aspekte. Es sei damit zu rechnen, daß nach Ueoerwinduna gewisser techni­scher Schwierigkeiten ein neuer Zolltarif mit Hoch­schutzzöllen eingeführt werde, womöglich noch vor Weihnachten.

DieBörfenzeitung" (konservativ) ver­weist auf die nationale Geschlossenheit des englischen Volkes und die unzweideutige Ver­urteilung aller gefährlichen sozialistischen Ex­perimente. DerL o k a l a n z e i g e r" (Hugen- berg) äußert sich ähnlich. Der Partei, die Eng­land in die jetzige Krise hineingesteuert habe, unter deren Herrschaft es seine Weltgeltung und seine finanzielle Machtstellung eingebüht habe, sei von ihren bisherigen Anhängern die Quittung für ihr Versagen ausgestellt worden. Die Deutsche Zeitung" (deutschnational) zieht die Folgerung, dah mit dem Marxismus auch die sogenannteDerständigungspolitif vernich­tend geschlagen worden sei, die Deutschland soviel gekostet habe. Eigentlich gab es sie ja niemals, so erklärt das Blatt. DerAngriff (nat.- fpd ) schreibt: Die Völker erwachen; sie besinnen sich auf das, was ihnen nottut. Sie wünschen keine Hetze und Zersplitterung mehr in partei­politisch orientierte liberale und marxistische Gruppen, Bünde und Parteien. Sie wollen allein, daß ihre Angelegenheiten national und nicht international geregelt werden.

Letzter Stand:

555 für die Regierung, 50 in Opposition.

London, 28. Off. (2DIB.) Der Stand der Par­teien war um 21.45 Uhr (MEZ.) wie folgt:

Konservative 472

Rationale Arbeiterpartei 13

Liberale (darunter 25 Simon-Liberale) 70

j Arbeiter-Opposition 50

Kommunisten 0

Rene Partei g

Unabhängige 3

Insgesamt gewählt 608 hiervon sind für die Regierung 555

gegen die Regierung 50

Unabhängige 3

Die Zahl der für die Regierung ab­gegebenen Stimmen beträgt 14240937, dar­unter: konservative 11 867 697, Rationale Arbeiter­partei 338 517, Rationale Liberale 1 949 485. Gegen die Regierung haben 7 316 889 Wäh­ler gestimmt, darunter 6 611 167 für die oppositionelle Arbeiterpartei, von 30 158 967 wahlberechtigten haben 20 852 104 von ihrem Recht Gebrauch ge­macht.

Premierminister Macdonald ist in seinem Wahlkreis Seaham mit 28 978 gegen 23 027 Stim­men des Kandidaten der oppositionellen Arbeiter­partei gewählt worden. Die Mehrheit Macdonalds beträgt demnach 5951 Stimmen. Churchill, ber in seinem Wahlkreis einen liberalen und einen Arbeitergegner hatte, ist wiedergewählt worden. Der bekannte linksradikale Arbeiterführer Mac Lean ist mit einer Mehrheit, die sich von 4600 auf 600 vermindert hat, wiedergewählt worden. Der Vorsitzende der Unabhängigen Arbeiterpartei Fenner Vrockway ist geschlagen worden. Lloyd

George wurde in seinem Wahlkreis Carnavon gewählt. Seine Mehrheit über den konservativen Kandidaten betrug 5387 Stimmen. Der vormalige Staatssekretär für Indien in der Arbeiterregierung, Wedgwood Benn, ist im Kampfe mit den konservativen und unabhängigen Kandidaten unter­legen. Der Sohn Lloyd Georges, Major Lloyd George (liberal), hat seinen Sih mit einer von 3460 auf 694 Stimmen verminderten Mehrheit ge­halten. Das Mitglied der oppositionellen Ar­beiterpartei. der bekannte Arbeiterführer I 0 ha­st 0 n ist gegen den konservativen Kandidaten unter­legen. Johnston war Lordsiegelbewahrer im Labour- ftabinett. Der liberale Führer Sir John Simon ist gegen den Kandidaten der oppositionellen Ar­beiterpartei gewählt worden.

Die Parteiführer über den Wahlausgang.

London, 28.Ott. (WTB.) Der Rekordsieq der Konservativen steht in der Geschichte ber englischen Sohlen insofern einzig ba, als bie Konservativen keinen Wahlkreis verloren haben, was sich vorher wahrscheinlich noch bei keiner Partei ereignet hat. Im neuen Parlament werben bie Ab­geordneten der Opposition kaum zwei von den vier Banken ber Opposition besetzen, so baß ein großer TeU ber regierungsfreunblichen Abgeorbneten im Sitzungssaal bes Unterhauses auf der Seite berOpposition wirb Platz nehmen müssen. Die Zahl ber Abgeorbneten ber Arbeiterpartei wird sogar aerinaer sein als diejenige der kleinen Gruppe von Liberalen im alten Parlament, bie sich auf 60 belief Die oi er letzten Ergebnisse ber enghjepen Wahlen, nämlich bie Ergebnisse für bie westlichen Inseln, für Inverneß, für die Universi- tät London unb für die gemeinsamen englischen