Bezirkstag der Kriegerkameradschaft ,.$) a f f l a" statt. Neben den Vertretern der Vereine waren auch der 2. Präsident des Hassiaverbandes, Obcrregierungsrot Linden st ruth (Darmstadt) und Verbandsleiter B o n h a r d (Gießen) erschienen. Bezirksvorsteher Stotz (Laubach) begrüßte die Versammlung. Es wurde beschlossen, am 17. Mai in Laubach ein Bezirksschießen abzuhalten. Die von dem Schriftführer Tröllcr entworfene Schießordnung wurde angenommen. Der Schieh- ausschuß besteht aus den Herren Gg. T r ö l l e r und L. S ch u d t (Laubach), L. Me tiger (Wetterfeld), Beigeordneter Nohn (Gonterskirchen) und Bei- geordneter Zimmer (Villingen). Oberregienings- rat L i n d e n str u t h . der den Gruß des Hassia- präsidiums übermittelte, gab einen ausführlichen Bericht über die segensreiche Tätigkeit sowie über Zwecke und Ziele des Verbandes. Zum Schlüsse hielt Verbandsleiter B o n h a r b einen Vortrag über die Kriegsbeschädigtenfürsorge.
§ Ulrich ft ein, 28. Ian. Oluf Veranlassung des Kreisamts wurde hier ein gut besuchter Feuerwehrtag für den Bezirk Hlrich- ft ein abgehalten. Vach einem lehrreichen Vortrag des Oberingenieurs Kalweit vom Hcber- landwerk Friedberg wurden für jede Wehr zwei technische Sachverständige bestimmt, um eine Führerreserve im Falle des Ausscheidens eines Kommandanten zu schaffen. Die Erfahrungen bei einem Brand im Rachbarkreis Alsfeld, wo der Kommandant durch Starkstrom getötet wurde, gaben Veranlassung zu dieser Maßnahme. Als Sachverständige wurden meist Handwerker ausgewählt. Den Feuerwehrleuten Gustav Groh, Georg Scharmann und Emil Hohmann von hier wurden Auszeichnungen überreicht.
V Gedern, 27. 3an. Bei der hiesigen Brennholzversteigerung der fürstlichen Standesherrfchaft wurden durchschnittlich pro Raummeter geboten: Duchenscheitholz 1. Klasse 10 bis 12 Mark, Buchenscheitholz 2. Kl. 8 bis 9 Mark, Buchen knüppel 6 Mark, Reiserknüppel 2,50 Mark und Reiser 1,50 bis 2 Mark.
Kreis Alsfeld.
fr* Alsfeld, 28. Jan. 3m neuen 3ahre wurde die Reihe der von der hiesigen Dürer- gesellschaft veranstalteten Wintervorträge fortgesetzt durch einen von Universitäts- Professor Dr. Glaser, Gießen, gehaltenen Vortrag über „Deutsche Geistesleistungund Frankreich". Der Redner ging von dem Grundsatz aus, daß seit den Zeiten der Madame Stael Deutschland und Frankreich die beiden führenden Kulturmächte Europas geworden sind. Auf ihnen beruht der Fortschritt der Menschheit. Professor Glaser gab einen sehr interessanten kulturhistorischen Ueberblick über die Rivalität der französischen und der deutschen Kultur und über die hartnäckige Abwehr des eindringenden deutschen Geistes in Frankreich. Heute triumphiere nach manchen Rückschlägen die deutsche Wissenschaft wieder an der Sorbonne und an anderen französische» Hochschulen. Es muß das Bestreben der deutschen Wissenschaft sein, die Vormachtstellung unseres Geistes, die wir früher Frankreich abgerungen haben, zu behaupten. Die Zuhörer dankten für den geistvollen Vortrag durch lebhaften Beifall. — Der Alsfelder Radfahrverein 1890 feierte sein 40. Iu- b i l ä u m mit einem auserlesenen künstlerischen und sportlichen Programm. Bürgermeister Dr. Völsing überbrachte dem Verein die Glückwünsche der Stadt Alsfeld und wies darauf hin, daß zwischen dem Alsfelder Radsahrverein 1890 und der Stadtverwaltung von jeher die besten Beziehungen bestanden hä.ten. Außer dem 1. Vorsitzenden, Gewerbelehrer Ludwig Rohrbach, der die Festrede hielt, übermittelten dem Verein noch die Gauvertretung, sowie zahlreiche befreundete auswärtige und hiesige Vereine ihre Glückwünsche unter Heberreichung von Bannernägeln. Die künstlerischen und sportlichen Darbietungen standen auf voller Höhe, besonders das Kunstfahren. Stürmischen Beifall fand insbesondere auch eine
Sie kleine Moleile.
Vornan von Paul ©ain.
31. Fortsetzung Nachdruck verboten
„Hm", machte Wördehoff und lächelte.
Dann schüttelte er Hollmann die fleischige Hand. „Sie hören noch von mir. Auf Wiedersehen." „Auf Wiedersehen, Wördehosf." — Er war wieder allein.
Draußen trommelte noch immer der Regen gegen die Fenster. Grau verhängt war der Himmel.
Wördehoff wanderte weiter auf und ab.
3n Sinnen versunken.
3a — nun war ihm leichter zumute. Die angstvolle Spannung der letzten Wochen war gewichen, da endlich neue Entschlußkraft ihn erfüllte. Es war höchste Zeit gewesen. Gewiß — Hollmann war ein besserer Diplomat als er. Alles kam ja darauf an, Rorma gegenüber einen „günstigen Augenblick" zur Unterbreitung der Vorschläge zu fassen. Er selbst — nein, er konnte solchen Augenblick niemals aufspüren, dazu war die innere Entfremdung zwischen ihm und Rorma schon zu groß.
Aber Hollmann — dieser Frauenkenner! Er hatte da einen besseren Blick. Er war — neutral Hnd die Psyche einer Schauspielerin nun gar — er hatte sie in seiner langen Bühnenlaufbahn gründlich studiert. Er wußte, wo und wann man da eine so heikle Sache am rechten Ende anpacken mußte. Daran bestand gar kein Zweifel.
Wördehoffs Schritt wurde leichter. Seine Miene hellte sich auf.
Er reckte die Arme.
Ah — frei sein von dieser Fessel! Hnd wieder schaflen können aus dem tiefsten Herzen heraus! Es schwebte ihm schon ein Vorwurf vor — nur mit einem Roman, einem reichen, vollen Buch zu packen! Ein Waldroman muhte es sein, und Ricolette mußte durch diesen Roman schreiten wie ein süßes Wunder. Sie würde beim Schreiben ihm wohl über die Schultern sehen, und ihr Atem sollte in die Blätter mit hineinfließen.
Er trat ans Fenster.
Regen? Was kümmerte ihn der Regen? 3hm war so leicht ums Herz.
Er wollte hinaus — mitten durch den Regen. Da spürte man nicht soviel vom Dunst und der schweren, stickigen Luft der Stadt. Er mußte sich ja ein Zimmer suchen. 3e schneller, desto besser. Ein ruhiges Zimmer, wo er schon an sein neues Werk Herangehen konnte!
Er holte den Mantel aus dem Schrank, schlug den Kragen hoch.
..Alfo — auf Mo Suche'" sagte er laut vor jich und verlletz das Himma» ____
von Mitgliedern des Stadttheaiers Gießen auf- geführte luftige Szene aus Hollywood. Der Alsfelder Radfahrverein 1890 darf auf eine 40jährige erfolgreiche Tätigkeit und eine glanzvoll verlaufene 3ubiläumsveranstaltung zurückblicken.
»er. Homberg, 27. 3an. Das vom Musik- korps des Ausbildungsbataillons 15. 3nf. - Rgts. Marburg unter der Leitung von Musikmeister Große am Sonntagnachmittag in der Stadthalle ausgeführte M i- litärkonzert war trotz einer anderen größeren Beranstaltung gut besucht. Die Kapelle bot schneidige Märsche, Ouvertüren, Walzer, Fantasien und erwarb sich dank der guten Wiedergabe starken Beifall, so daß sie sich zu verschiedenen Beigaben verstehen mußte.
ck. W e 11 f a a f c n . 27. Jan. Am Samstagabend hielt der frühere Marine-Obermaat K. Kratz von Freienseen in der Gastwirtschaft der Ww. Karl Kratz einen Lichtbilderoortrag über die Seeschlachten des Weltkrieges. Der Redner, der während des Krieges der U-Bootflotte angehörte, wußte interessant zu erzählen und schilderte besonders die Schlacht nm Skagerrak sehr eindrucksvoll.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
Z K r o f b o r f, 28. Jan. Im Kalenderjahr 1930 sinb im Bezirk des Amtes Atzbach-Launs- b a ch 219 Geburten, 95 Heiraten unb 82 Sterbefälle ftanbesamtlich beurkundet worben. Im Jahre 1929 waren es 234 Geburten, 117 Heiraten, 129 Todesfälle. Der Geburtenüberschuß betrug 1930 137, er belief sich 1929 auf 105. Die Gesamteinwohnerzahl des Amtes bei der letzten Personenstandsaufnahme am 10. Oktober 1930 betrug 12 080, gegenüber 11996 im Vorjahre. — Am Dienstag fand die e r st e H o l z° Versteigerung der Gemeinde Krofdorf statt. Es wurden folgende Preise erzielt: Je Raummeter Eichenscheit 8 Mark. Knüppel 5 bis 6 Mark, Reiser 1 Mark; Buchenscheit 11 bis 13 Mark, Knüppel 8 bis 10 Mark, Reiser 1,50 Mark; Fichtenstangen je Stück 1 Mark, 2. Klasse 80 Pf., 3. Klasse 50 Pf., 4. Klasse 40 Pf.: Reiser, lang eingesetzt, je Raummeter 80 Pf. bis 1 Mark.
(D Krofdorf, 28. Ion. Herr Hans Rinn aus Heuchelheim erlegte im Gemeindewald aus einem Rudel von sieben Geweihten einen kapitalen Zwölfender-Hirsch.
x.p. Salzb öden, 28.Jan. Gegenwärtig weilt in Salzböden eine Schwester aus dem Mutterhaus Barmen, um einen sechswöchigen Nähkursus abzuhalten. Der Kursus wird von elf Teilnehmerinnen besucht. Falls sich in Odenhausen genügend Teilnehmerinnen finden, mindestens 10, soll der Kursus auch dort stattfinden.
-Z-Lützellinden, 28. Jan. Bei den Versteigerungen des Holzes aus dem Markwald wurden folgende Durchschnittsgebote abgegeben: Fichtenknüppel 12 bis 14 Mk., Fichtenstöcöe 6 bis 7 Mk.. Kiesernkn ppel 14 bis 17 Mk., Kiesernscheit (1. Kl.) 20 bis 25 Mk.. Eichenknüppel 14 bis 18 Mk., Eichenscheit 18 bis 20 Mk., Buchenknüppel 20 bis 24 Mk., Buchenscheit 22 bis 26 Mk., Weichholz- knüppel 14 bis 16 Mk., je zwei Raummeter; Fichtennutzknüppel (3 Meter lang) 18 bis 19 Mk. je drei Raummeter; Fichtenwellen 8 bis 10 Mk., Kiefernwellen 5 bis 7 Mk., Eichenwellen 12 bis 14 Mk., Buchenwellen 16 bis 20 Mk., Weich- Holzwellen 10 bis 14 Mk. je 50 Stück. Fichtenstangen kosteten in der 1. Klasse 2 bis 3 Mk., 2. Klasse 1,60 bis 1,80 Wk., 3. Klasse 1,30 bis 1,40 Mk. je Stück.
<> Dornholzhausen, 28.Jan. Die Gruppe Wetzlar-Nassau/Oberhessen desDeutschenFran. zerbundes veranstaltete hier eine Wiedersehensfeier für ehemalige Angehörige des Kaiser-Franz- Grenabierregiments, an ber auch ber letzte Kom- manbeur bes Regiments, Oberstleutnant Otto teilnahm. In der Turnhalle fand ein Militärkon ° z e r t der Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung bes Obermusikmeisters Löder statt.
20.
Man hatte in den Salons erneut zu tuscheln. Aber das Tuscheln konnte nun schon ruhig etwas lauter geschehen als vordem, denn die Tatsache, daß der Dichter Wördehoff von Rorma Relson getrennt lebte, war ja offenkundig und man durfte demnach seine Meinung schon öffentlich aussprechen.
Rorma allerdings ging mit einem mokanten Lächeln über diese Tatsache hin. Sie fand Huberts Handlungsweise „kindlich" und war nicht sonderlich aufgebracht darüber. Run gut, wenn er glaubte, nicht länger unter einem Dach mit ihr wohnen zu können und sich mit einem möblierten Zimmer zufrieden gab — es war seine Sache! 3hr war das am Ende gleichgültig! Es würde ihm vielleicht bald über werden —
Wördehoff hatte ein großes, Helles, behaglich eingerichtetes Zimmer dicht am Grünewald gemietet. Das Haus gehörte der Witwe eines ehemaligen Stabsoffiziers, die hier in Ruhe von ihrer Pension und dem Vermieten der größeren Räume — vornehmlich an Künstler — zufrieden dahinlebte.
Wördehoff konnte vom Fenster aus gleich in den nahen Wald sehen — sein Schreibtisch stand so, daß er beim Aufsehen von den Papierbogen die Landschaft vor dem Blick hatte.
3etzt war der letzte grüne kärgliche Schimmer draußen von den Stürmen des Rovembers weggefegt. Kahl war die Erde, die munteren Rufe der Kinder, die sich sonst immer noch an den sonnenkühlen Herbstnachmittagen am Waldrand getummelt hatten, toaren verstummt.
Einmal, in der ersten Rovemberhälfte, hatte sogar schon eine dünne Schneedecke draußen gelegen — Trübschnee war in der Rächt gefallen. Wördehoff hatte lange hinausgeblickt und dabei geträumt von den stillen Wäldern, in denen er Sommers über so oft gewesen war, auch sie mochten nun schon den Winter, der bald da sein mußte, ahnen. Standen leer und verlassen rings um das Bergschloh, in dem nun der alte 3acobus wachte und auf die Rückkehr der andern wartete.
Wenn Wördehoff so über seinem angefangenen Manuskript träumte, dann befiel ihn wohl zuweilen eine tolle Sehnsucht, und er war oft daran, Feder und Papier beiseitezuschieben und Hals über Kopf abzureisen — nach (Senf, wo Ricolette und der Professor wellten.
Aber dann fiel ihm doch immer wieder rechtzeitig ein, daß baS den Vereinbarungen mit Ricolette zuwiderliefe und daß er hier auszu» hallen hätte, bis alles klar wäre. Aber froh wäre er gewesen, einmal eine Zelle aus der Ferne zu erhalten. Doch auch dieses sollte ja nicht fein, sofern nicht besondere Veranlassung jemanden dazu trieb.
Dun — eS war als« cintttcU» gut, dcch er noch
SJi.-’fpOTt
Deutsche Burschenschaftler fliegen!
Ein großer Erfolg des Flugfporlgedankens.
Die Bemühungen des Deutschen Luftfahrtverbandes, Berlin, um die Ausbreitung des Flugsportgedankens haben einen neuen großen Erfolg zu verzeichnen. Nachdem schon seit langem an vielen Technischen Hochschulen und Universitäten akademische Fliegergruppen wertvolle Pionierarbeit für den Motor- und Segelflug geleistet haben, hat nun auch der Spitzenverband aller deutschen Burschenschaftler eine „Akademische Fliegerabteilung deutscher Burschenschaftler" e. V. gegeründet; die Leitung liegt in den Händen von Dipl. - In g. Schwab, Geiß- Nidda (Oberhessen). Diese Fliegerabteilung ist hcr- vorgegangen aus der im Herbst 1930 gegründeten „Segelfliegergruppe der deutschen Burschenschaften". In Zukunft wird nicht mehr nur der Segel- und Gleitflug, sondern auch der Motorflugsport ausgeübt werden. Die neugegründete Fliegerabteilung hat sich der großen zentralen deutschen Flugsportorganisation, dem Deutschen Luftfahrtverband e. V. Berlin angeschlosscn.
Die „Fliegerabteilung der deutschen Burschenschaftler" ist im Besitz von drei Segelflugzeugen; drei weitere Segelflugzeuge sind bestellt. Ferner sind beim Klemm-Leichtflugzeugbau drei Motorflugzeuge in Auftrag gegeben worden. Für einen Segelflugkursus in der Rhön sind bereits 50 Schüler angemel- bet; die Segelfliegergruppe dürfte im Sommer schon eine Stärke von 200 bis 300 Mitgliedern aufweisen. Die Ausbildung im Motorflug beginnt am 15. März bei der dem Deutschen Luftfahrtverbande angeschlossenen Deutschen Luftfahrt G. m.b.H., Zweigstelle Böblingen, mit einem Lehrgänge von 10 Schülern; im Laufe des Sommers werden diesem ersten Kursus noch drei weitere Motorfluglehrgänge mit ebenfalls je 10 Schülern folgen.
Rekordfahr en in Oberhof.
Die mit Ausnahme der Amerikaner zur Zweierbob-Weltmeisterschaft in Oberhof vollzählig versammelten Mannschaften lieferten sich am Dienstag bei ausgezeichneten Bahnverhältnissen ein Prüfungsrennen, bei dem der bisherige Bahnrekord nicht weniger als viermal unterboten wurde. Die erste Verbesserung glückte Frankreich mit 1:58,8 Minuten für die 1908 Meter lange Bahn, dann folgte Oesterreich mit 1:58, Bob „Deutschland 11" (Kilian) mit 1:57,9, aber Bob „Deutschland I" (Fischer) stellte dann die neue Rekordmarke auf 1:57 Minuten. Im Gesamtergebnis für die zwei Fahrten siegte jedoch der von v. Newlinski gesteuerte Bob „Oesterreich" mit 3:57,9.
Kurze Gporinotizen. .
Das erfolgreichste Trabrennpferd 19 30 war der Dreijährige Semper 3dem mit 66 446 Mk. Durch feine Siege im Derby und im Großen Preis der Republik hat er einen Abstand von über 40 000 Mk. zwischen sich und das Feld gelegt.
♦
D. G. A. Lowe, der englische Mfllelstreckler und Olympiasieger, wurde zum Generalsekretär des englischen Leichtathletikoerbandes ernannt.
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D i e deutschen Ski-Meisterschaften vom 6. bis 9. Februar in Lauscha-Ernstthal haben ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gehabt. Insgesamt wurden 383 Einzelteilnehmer und 15 Staffeln gemeldet.
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Günther K1 einhans, ein deutscher Sportlehrer, der seine Ausbildung an der DHfL. erhalten hat, wurde an die Universität Nanking verpflichtet.
ZnterneWeiikämpse-erGtu-enten
3n der Turnhalle des Reichsbahn-Turn» und Sportvereins, die erst vor einiger Zeit der Benützung übergeben wurde, fand gestern das erste- mal eine öffentliche Veranstaltung statt. Die Leibesübung treibenden Studenten der Hniversität hatten sich zahlreich eingefunden, um in einem internen Wettkampf die Kräfte zu messen. Eine stattliche Anzahl von Zuschauern hatten sich eingefunden und verfolgten die verschiedenen Hebungen mit großem Interesse. Zuerst wurde ein G e - rätewettkampf durchgeführt, an dem sich acht Studenten beteiligten und sehr ach bare Leistungen zeigten. Im Anschluß daran führten die zukünftigen Turnlehrer auf der Matte eine Reihe von Hebungen der Körperschule vor, die an die Kraft und zugleich an die Geschicklichkeit des einzelnen hohe Anforderungen stellten. Die Mannschaft, die die Hniversität bei den Wintermeisterschaftskämpfen des 6. Südwestdeutschen Hochschul- kreises am Samstag in Frankfurt vertreten wird, übte an den Geräten die verlangten zwei Pflichtübungen und eine Kürübung. Während sich dann eine Abteilung Studenten mit Stein stoßen beschäftigte, zeigten andere auf der Matte Iiu- 3 i t f u und überraschten durch ihre Fertigkeit. 3m Steinstoßen vermochte Linck (Rheinfranken) 7,91 Meter zu werfen und setzte sich damit an die Spitze. Schließlich traten noch die Fechter auf den Plan, die Boxer ebenfalls und die Leichtathleten beschäftigten sich mit Hvchsprung. Tischspringen beschloß diese Revue der Leibesübungen, die Zeugnis davon ablegte, daß bei den Studenten mit großem Ernste Leibesübung gepflegt wird und daß in eifrigem Training unter der Leitung von Hniversitätssportlehrer Dr.
Möckelmann auch tatsächlich vorzügliches geleistet wurde.
Die Ergebnisse der drei Disziplinen, btt in Wettkampsform durchgeführt wurden, waren folgende:
Gerätewettkampf: 1. stuck, agr. Ernst Köhne 113 P., 2. stuck, phil. Otto Schmück« (Rheinfr.) 104 P., 3. stuck, phil. Fritz Rheins furth (Rheinfr.) 101 P., 4. stuck, phil. Herrmann Linck (Rheinfr.) 91 P., 5. stuck. phiL Hermann Loh (Rheinfr.) 89 P., 6. stuck, phil. Wilhelm Reinh a rd 88 P., 7. stuck, jur. Rein (Arminia) 87 P., 8. stuck, med. Krausgrilb (Arminia) 80 P.
Steinst oh en: 1. Linck (Rheinfr.) 7.91 Meter, 2. Wolf (Hassia) 7,12 Meter, 3. Fon- tius (Rheinfr.) 6,78 Meter.
Hochsprung: 1. Wolf (Hassia) 1,60 Meter, 2. Fontius (Rheinfr.) 1,60 Meter. 3. Reinhard (Rheinfr.) 1,60 Meter (berührt).
•
Die Turnhalle des Reichsbahn-Turn- und Sportvereiirs, die aus einer ehemaligen Werl- stätte heraus entstand, erwies sich für diese Wettkämpfe sehr geeignet Bor allem fiel in dieser Turnhalle die sehr sachgemäß angelegte Sprunggrube auf. Auskleideräume, Waschräume uito. sind ebenfalls in ausreichendem Maße vorhanden. Eine größere Bühne ist in Vorbereitung. Die Turnhalle enthält außerdem eine Kegelbahn, die sehr geschickt untergebnacht ist. Der Reichsbahn-Turn- und Sportverein hat mit der Einrichtung dieser Turnhalle einen großen Schritt nach vorwärts getan. Wir werden zu gegebener Zeit diese Halle ausfübr'icher würdigen.
keine Zeile von Ricolette bekommen hatte. Das bewies, daß es Kinna besser gehen muhte.
Sv glaubte Wördehoff.
Hnö er konnte nicht wissen, daß dem nicht so .war, dah die Zeilen der Angst, die Ricolette geschrieben hatte, vor einigen Tagen — von Rorma in Empfang genommen und mit einem starren Ausdruck im Gesicht vernichtet worden waren.
3a — Ricolette hatte geschrieben.
Rorma fand den Brief, als sie spät nachts nach Hause kam, auf dem kleinen Schreibtisch in ihrem Boudoir. Er war an Hubert Wördehoff gerichtet.
Eine Weile wog sie ihn unschlüssig m der Hand.
Er war nicht für sie bestimmt! Sie teuftte wohl, dah es richtig wäre, ihn ihrem Gatten zu schicken. Aber — warum war er fortgegangen? 3n diesen Augenblicken stieg in Rorma wieder der blinde Zorn gegen Hubert auf und kurz entschlossen öffnete sie den Brief.
Es waren nur wenige Zeilen, die Ricylette schrieb. Aber sie waren mit Angst erfüllt. Es war eine Sehnsucht nach Trost darin.
Kinnas Zustand hatte sich nicht gebessert, so schrieb sie. Professor Legrel schwiege sich beharrlich aus. Aber sie ahne, dah es bergab gehe. Wenn es noch schlimmer werde, würde sie wieder schreiben. „Hubert — steh' mir bei mit deinen Gedanken!" So lautete die letzte Zeile.
Rorma Relson zerknüllte den Brief.
Ob Hubert diese Zeilen las — oder nicht, er konnte auch nicht helfen! Bosheit war in ihr. Hnb mit einem kühlen Lächeln, das wie erstarrt ausfah, zerriß sie den Brief und verbrannte die einzelnen Stücke. Hnd sie nahm sich vor, auch jedes weitere Schreiben, das für Wördehoff ankam, den gleichen Weg durchs Feuer gehen zu lassen.
3a — davon hatte Wördehoff keine Ahnung. 3hu erfüllte keine Sorge um Ricolette und den Professor, er dachte nur, dah Hollmann nun wirklich bald sein Vorhaben, mit Rorma ernsthaft zu sprechen, wahrmachen könnte, und er suchte ihn deshalb auf und sprach darüber mit ihm.
Hollmann blieb gemütlich.
..Roch ein bihchen Geduld, Wördehoff. In zwei Wochen beginnt die grohe Winterausstellung im Kunstsalon —"
„Hm? Was hat die Ausstellung mit meiner Angelegenheit zu tun?"
„Das weih man noch nicht. Aber ich hoffe, dah sie auf Rormas Rerven recht beruhigend und — hm — Persönlich wirken wird —“ „Warum?"
..Sehr einfach: Weil ihr Bild dort hängen wird. An bevorzugter Stelle, wie ich Grund habe, an-unehmcn
„Ah, das Bild, das Barnowsky von ihr gemalt hat, wie?"
„Ratürlich — fällt's Ihnen endlich ein?*
«Hm — aber ich verstehe nicht recht —“
„Lassen Sie nur — ich Passe schon auf. Hebrigens, Sie kommen doch auch mit zur Eröffnung, wie? Ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ran- ges. Sie dürfen nicht fehlen, mein Lieber —“
Wördehoff lächelte. „Ich habe mir abgewöhrtt, „gesellschaftliche Ereignisse" teichttg zu nehmen.
„Gott — was Sie sich alles akmewöhnt haben?' Es ist ein Iammer! Aber ich werde Ihnen trotz- dem eine Karte für den ersten Tag zuschicken. Vielleicht überlegen Sie sich's doch noch."
„Möglich —“
Damit ging er, wieder etwas beruhigt in sich. Hollmann hatte offenbar gute Hoffnung. —
Zwei Wochen später fand die Eröffnung der großen Winterkunstausstellung statt vor geladenen Gästen. Alles, was sich zur „Gesellschaft" rechnete, war da. Polittker, Finanziers von Ruf und Hamen, Prominente aus allen Kreisen der Kunst — ein vornehmes Durcheinander eleganter Frauen und markanter männlicher Erscheinungen. Dazwischen die hohe Krittk mit ihren prägnanten Köpfen.
Am meisten umdrängt waren natürlich die Bilder der früheren Preisträger, die besonders unter die Lupe genommen wurden. Hnter ihnen war Barnowsky einer derjenigen, der nicht nur Künstler, sondern auch vollendeter Salonmensch war und infolgedessen vornehmlich bei der mondänen Frauenwelt auch besonderes Interest« fand.
Er hatte drei neue Bilder ausgestellt. Zwei Akte, deren vollendeter Linienschwung und anmutige Sinnlichkeit meisterhaft auf der Leinwand wiedergegeben waren. Hnd — Rormas Bild!
Es hing etwas über den beiden andern. Großformat!
Ein Bild, das — man merkte es — mit einer ungeheuren Einfühlungskrast gemalt war. Es war, als ob dieses Gesicht lebte, die mattweiße Haut des Halses und der runden Schultern lebendig blühte und die Brust leise atmete.
Das Gesicht aber war von einer hinreißenden Ratürlichkeit. Dieses feine, immer ein wenig frivole Lächeln um die roten Lippen, der Blick der Augen, in denen eine verhaltene Lust verführerisch lockte, ja — selbst das nervöse Vibrieren ber schmalen Rasenflügel — der Mater hatte es förmlich hingezaubert.
Wohl: Barnowsky konnte etwas, mochte er sonst auch ein Salon kavalier fein! Er hatte dies malen können, well er mit der vollen Sinnlichkeit seiner Rerven und der leidenschaftlichen Dc-i gehrlichkeit seiner ix cliebten Seele gemalt hatte. Die Gäste drängten sich vor diesem Bild.
(Fortsetzung folgt)
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