Verkauf von hessischen Waldungen an Opel?
WSR. Darmstadt. 27. Dez. Der vergangene Landtag hat bekanntlich die hessische Regierung ermächtiat, zur Abd«kung der hohen schwebenden Schuld Hessen- Staatsgrund- ft ü d e in gewissem Umfange wieder abzu- stoßen. Es soll nunmehr ein Projekt zum Abschluß gekommen sein. Der Partner. Dr. Wilhelm v. Opel, hat dem Land« Hessen vor einiger Zeit «in Darlehen von 4 Mill. Mark gegeben, und es war ihm al- Sicherheit ein entsprechender Wald- und Feldkom- pler bei Mörfelden, also in der Rahe der Ovelwcrke, anhand gestellt worden. Hm das Darlehen zu tilgen, soll in der vergangenen Woche da- Gelände an Herrn v. Opel zu Eigentum übergegangen sein. — Dom Finanzministerium war eine Destätigung dieser Meldung nicht zu erhalten, vielmehr wird betont, daß die „verschiedenen Verhandlungen noch nirgend- zu einem endgültigen Abschluß geführt" haben.
Entlassungen und Regreßansprüche bei der Darmstädter Dolköbank.
• Darmstadt. 24. Dez. 3m Städtischen Saalbau sand hier eine außerordentliche nichtöffentliche Generalversammlung der Darmstädter Dolk-bank statt, in der die fristlose Entlassung der bisherigen Dor- standSmitglieder besch'ossen wurde. Weiter wurde der Aufsichtsrat ermächtigt. Regrehan- spräche gegen den bisherigen A u f s r ch t s r a t und D o rst a nd zu stellen und evtl, denÄlagc« weg zu beschreiten. Tine dritte Entschließung wandte sich gegen die Höhe der Gebühren für die für daS Vergleichsverfahren bestellte amtliche Person, die al« übermäßig hoch bezeichnet wurden.
Oberheffen.
Feuer in Lich.
L Lich, 26. Dezember. Heute gegen 6 Hhr durchhallte Feueralarm die Straßen unseres Städtchens. 3n der Hofreite des Larrdwirtes Johann Peter Dietz I. standen zwei Scheunen in Hellen Flammen. Der Landwirt schaffte sofort das gefährdete Dieh aus den brennenden Gebäudeteilen. Mittlerweile traf die Freiwillige Feuerwehr ein und griff das Feuer tatkräftig an. Sehr au statten kam ihr bei den Löscharbeiten ein nah« an der Hofreite vorbeifließender Dach, der neben der städtischen Wasserleitung das erforderliche Wasser lieferte. Das Feuer griff wohl auf einen Rebenbau über, konnte aber dort abgeöämmt und das Wohnhaus und Dachbaraebäude vor Feuerschaden bewahrt werden. Die Scheunen, gefüllt mit Futter, ©treu« Vorräten und landwirtschaftlichen Maschinen, wurden ein Raub der Flammen Die telephonisch herbeigerufene Kreismotorspritze brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Gegen 14 Hhr konnte die Wehr ihre Arbeit nlS beendet ansehen. Heber die Entstehungsursache war bisher nichts näheres zu erfahren, doch wird Drandstiftung vermutet. Die polizeilichen Ermittelungen wurden sofort aufgenommen.
iReiferfreffen in Hattenrod.
• Hattenrod, 23. Dez. Die oberhessi- schen Reiter hielten ihre letzte reitsportliche Deranstaltung dieses Jahres in unserem Dorfe ab Gegen mittag traf unter Führung des Frei- Herm Roeder von Diersburg und des Grafen Solms - Laubach eine stattliche Anzahl von Reitern in unserem Dorfe ein. Wenig später erschien der Reit» und Fahrverein Lich mit der Abteilung Hattenrod. 3nsgesamt fanden sich etwa 60 Reiter aus Londorf, Geilshausen, Allendorf a. d. Lda., WeiterShain, Rieder-Ohmen, Grünberg. Laubach. Großen-Duseck, Lich und Hattenrod zusammen.
Am Kriegerehrenmal wurde zunächst der im Weltkrieg gefallenen Kameraden gedacht. 3n der anschließenden Derfamrylung hieß Heinrich M e n - g e l jr, Hattenrod, die Reiter und Reiterinnen im Rainen der Einwohnerschaft und der ländlichen Reit- und Fahrabteilung Hattenrod willkommen. 3n einer kurzen Ansprache gab er einen Rückblick auf die Entwicklung des Reitsportes in den ländlichen Gemeinden. Allenthalben sei ein starker Aufschwung festzustellen. Mit besten Wünschen für daS Sportjahr 1932 beschloß er seine Ausführungen. Daran von Löw auS Lich dankte dem Dorredner für feine rührige Tätigkeit und der Einwohnerschaft von Hattenrod für die gastfreundliche Aufnahme. Rach einer kurzen Pause sprach Freiherr Roeder von DierSburg. Er begrüßte die jugendlichen Reiter und die als Gäste anwesenden Mitglieder deS Kriegerverein« und deS Artillerievereins. Gr gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Soldaten deS alten Heeres der 3ugend nach Kräften deistehen möchten bei ihren T<mÜbungen um die Reiterei. Auch er dankte der Einwohnerschaft von Hattenrod für die herzliche Gastfreundschaft. Erfreulich fei, daß es gelang, eine Reiterabteilung auch in Hattenrod zu gründen und einige Mitglieder auS den Orten Albach, DurkhardSfelden. Lindenstruth für den Reitsport zu interessieren. Desonderen Dank sagte er außerdem dem Führer der 3ungre!terabteilung Hattenrod, Heinrich Menge! jr., für seine Arbeit im Dienste der Reiterei. Mit einem freudig aufgenommenen Hurra auf den deutschen Reitsport und daS deutsche Daterland beschloß der Redner seine zündende Ansprache. Zum Schluß sprach noch der Borsihende der Ortsgruppe Hattenrod des Hess. Artillerievereins, Karl A l - bach, der in kurzen Worten die FreiheitSgedan- ken deS 5reiberm vom Stein lebendig werden lieft und dafür starken Beifall fand. DaS Deutschlandlied beschloß das Reitertresfen. Gegen 15 Hhr wurde zum Aufbruch gerüstet, da verschiedene Pferde und Reiter noch Strecken biS zu 18 Kilometer zurückzulegen hatten, um in ihre HeimatS- ortc zu gelangen.
Landkreis Gießen.
T AuS der nördlichen Wetterau, 27. Dez. Die Diehpreise haben gegenwärtig einen Tiefstand erreicht, der selbst noch unter den DorkriegSpreisen liegt. Für das Pfund Lebendgewicht werden von Händlern und
Wirtschaft.
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Auf dem Frankfurter Diehmarkt wurden in der vorigen Woche wesentliche Preisbesserungen nicht mehr erzielt. Am Grohviehmarkt ergaben sich trotz verringerter Zufuhren (1630 gegen 1827 Stück) leichte Preisrückgänge, da die Rachfrage sehr ruhig war und Heberstand verblieb. Dullen und Kühe blieben gehalten, Ochsen und Färsen büßten 1 bis 2 Mark ein. Das Geschäft in Kälbern war sehr lebhaft. Trotz bestärken Auftrieb- trat eine nochmalige Preiserhöhung um 1 Mark ein. Später flaute der Handel sehr ab und die Preise erlitten eine Einbuße von 4 bis 5 Mark. Der Auftrieb von 2067 Stück wurde nur schleppend geräumt Arn Schafmarkt ist auch nach einer erheblich geringeren Zufuhr (165 gegen 538 Stück) keine Besserung ein- getreten. Rach ruhigem Handel wurde ausverkauft. Gute Weidemasttiere blieben unverändert, während mittler« Schaf« etwa 3 Mark verloren. Am Schweinemarkt war der Handel zwar ruhig, doch fetzte sich eine nochmalige Erhöhung von 1 Mark durch. Am Rebenmarkt wurden nur zwei Klassen notiert, die gegen den Montagsmarkt eine Einbuße von etwa 6 Mark erlitten. Die Beschickung betrug 6409 gegen 6414 Stück.
3m einzelnen notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 29 bis 32. a2) 25 biS 28. bl) 20 bis 24. Bullen a) 25 bis 29, b) 20 bis 24. Kühe a) 23 bis 26, b) 20 bi« 22,
c) 14 biS 19. Färsen a) 29 bis 32. b) 25 biS 28.
c) 20 bis 24. Kälber b) 38 biS 42. c) 33 biS 37.
cl) 28 bis 32. Schafe a) 23 bis 26. b) 17 bis 22.
Schweine a) 42 bis 46, b) 45 bi- 47, c) 44 bis 47. d) 42 bis 47, e) 38 bis 44, g) 35 bi« 40. Am Rebenmarkt notierten Klasse c und d je 39 bis 42.
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
An der Frankfurter Getreidebörse herrschte während der vorigen Woche außerordentlich ruhiges Geschäft. Die HnternehmungSlust war allgemein sehr klein, trotzdem von den Auslandbörsen nicht unwesentliche Befestigungen gemeldet waren. Da der Mehlabsatz stark zu wünschen übrig ließ, hielt sich der Handel zurück. Die wenigen Abschlüsse, die getätigt wurden, beschrankten sich nur auf Käufe zur Deckung des notwendigsten Bedarfs. Die Stimmung war gedrückt und die Preise meist etwas schwächer.
Weizen konnte seinen Preisstand gegenüber der Dorwoche um 4 Mk. bessern, wobei das knappe Angebot und die festere Tendenz in Berlin und im Ausland« anregte. Die Rotiz stellte sich auf 225 Mk.
Roggen lag sehr vernachlässigt und 1 Wk. schwächer. 3n Kreisen des Importhandels herrschte starke Derstimmung über große Käufe von russischem Getreide durch das Reich, insbesondere von Roggen, unter Ausschaltung des Handels. Man notierte Roggen 72-ÄiIogramm- Hektoliter-Gewicht mit 217,50 Mk. je Tonne.
Braugerste blieb unter dem Einfluß der Stützung gut behauptet, Geschäft fand jedoch infolge der Zurückhaltung der Brauereien so gut wie nicht statt. F u 11 e r g e r ft e lag ruhig. Die Dotierung für Braugerste wurde auf 175 Mk. festgesetzt, was auch im freien Markt für Futtergerste verlangt wird.
Hafer war weniger stark angeboten, während auch die Konsumnachfrage keine Belebung auf- wies. Der Preis blieb zunächst ziemlich unverändert, gab aber später um 2,50 Mk. auf 150 bis 157,50 Mk. per Tonne nach.
Das M e h l g e s ch ä f t stagnierte in der abgelaufenen Berichtswoche fast vollkommen. Don einem Feiertagsgeschäft konnte in diesem 3ahr überhaupt nicht gesprochen werden. Die Preise für Weizenmehl blieben gegen die Dorwoche unverändert, Roggenmehl gao 0,25 Mk. nach und stellte sich auf 30,50 bis 31,25 Mk. per Doppelztr.
3n Futtermitteln war auch in dieser Woche trotz der eingetretenen Kälte kein Geschäft, so daß die Preise weiter abbröckelten. Auch Kraftsutterartikel waren rückläufig. Weizenkleie 8 Mk-, Roggenkleie 6.75 Mk-, Treber 12,50 bis 12,75 Mk. per Doppelzentner.
Für Kartoffeln blieb die Rotiz mit 2,65 Mark per Zentner Industriekartoffeln (hiesiger Gegend) bei ruhiger Tendenz behauptet-
Berlin sehr ruhig.
Berlin. 28. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der erste Jreioerkehr nach der dreitägigen Feiertagsunterbrechung lag erwartungsgemäß sehr ruhig. Bei der Spekulation bestand noch wenig Neigung zu Neu- engagements, zumal wesentliche Anregungen aus der Wirtschaft fehlten und auch die politische Situation in den letzten lagen kaum eine Veränderung erfahren hat. Seitens der Kundschaft trafen bei den Banken nur zögernd neue Orders ein wobei sicherlich nicht ohne Einfluß blieb, daß von Neuyork durch die geschlossene Samstagbörse ein Hinweis auf die Tendenzgestaltung nicht vorhanden war. Diskusfions. themen blieben daher lediglich die bevorstehende Reparationskonferenz und die Pressestimmen über den B a s l e r B e r i ch t. Die Auslassungen Dr. Brünings und Dr. D i e t r i ch s hierzu laute.
ten ebenso wie die Kommentare des Auslandes etwas zuversichtlicher. Die Desinter- essiercheit Amerikas an der Rcparationskonferenz wurde ebenfalls in eher günstigem Sinne ausgelegt, da man durch sie einen Zwang auf die Haltung Frankreichs erwarten zu können glaubt.
So hörte man denn, ohne daß sich jedoch größere Geschäfte entwickelten, teilweise etwas bessere Kurse. Am Bankenmarkt war die Haftung ziemlich unverändert, nur Reichsbankanteile machten mit einem Gewinn von etwa 2 v. H. eine Ausnahme, wobei Gerüchte zirkulierten, daß Anfang Januar eine Abschlagdividende in Höhe von etwa 4 o. H. zur Auszahlung kommen werde. Berhäftnismäßig schwache Veranlagung hatten Schifsahrtspapiere, wahrend man für Kaliaktien unveränderte Kurse hören konnte. Farbenaktien wurden etwa 1 o. H. höher genannt, auch Elektrowerte gewannen bis zu 1 o. H., und Schultheis zogen um 1 o. H. an. Von Nebenwerten waren Elektrische Lieferung, Dessauer Gas und Eharlottenburger Wasser bis zu 1 o. H. gebessert, während in Deutsche Erdöl und Rütgers- Werke einige Umsätze auf letzter Basis stattfanden. Von dem Reichsbankausweis für die dritte Dezem- berwoche konnte die Tendenz weder nach der einen, noch nach der andern Seite wesentlich beeinflußt werden. Die R o t e n b e d u n g blieb gegen die Vorwoche mit 25,6 v.H. vollkommen unverändert. Am Anlagemarkt erhielt sich für Goldpsandbriefe In- tereffe, die bis zu 1 v. H. gewannen, auch Altbesitz anieihe zog erneut 0,5 v. H. an, während für Neubesitz ein unveränderter Kurs genannt wurde. Auch Reichsbahnvorzugsaktien erfuhren keine nennenswerte Veränderung.
Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. Hl.
13.14 13.16 13.14
Frankfurter Getreidebörse.
23.Dt$tmbfr
28. Dezember
«mtllche <*tl6
Jiellming ZWd
Bmiliche Aottrnma <Mb Seiet
Äelitnfliot» .
Wien. . .
5.874 49,95
5.886 50,05
5.894 49,95
5.906 50,05
Prag . . .
12,47
12.49
12.47
12,49
vudapeü . .
64.93
65.07
64.93
65,07
Sosia . . .
3.057
3.063
3.052
3.063
Holland . . C«lo ....
169.33
169.67
169.23
169,57
78,42
78.58
78.52
78.68
ßoixnb<m«i.
79,42
79.58
79.62
79,78
(Etorfbolm .
79.92
80.08
79.97
80,13
London. . .
14.38
14.42
14.37
14,41
Bueno« Üfrei
1.073
1.077
1.073
1,077
Keuooit . .
4.209
4.217
4.209
4,217
Brüllet. . .
58.60
58,72
58,69
58,81
Htollen . . .
21.41
21,45
21.40
21.44
l'aril . . .
16.54
16,58
16,53
16.57
Schweiz . .
82.12
82,28
82.12
82.28
Spanten . .
35.76
35.84
35.76
35.84
Danzig. . .
82.22
82.38
82.22
82.38
Japan . . . Stw de Ian..
1,598
1.602
1,648
1,652
0.249
0,251
0,255
0,257
Jugoslawin«.
Cüfaboe .
7.393
7.407
7,393
7.407
13,14
13,16
13,14
13,16
Frankfurt a. TL, 28. Dez. An der Frankfurter Getreidebörse herrschte auch nach den Feiertagen Geschäfts stille. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich, Weizen lag sogar fester. Das Angebot war normal, trat aber infolac der Zurückhaltung von selten der Händler und Mühlen doch merklich in Erscheinung. Die Umsätze beschränkten sich nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfes. Das Mehlgeschäft sowie der Abruf waren außerordentlich schleppend. Futtermittel hatten bei teils unoeränber ten, teils leicht nadjgebcnben Preisen einige Umsätze zu verzeichnen. Es notierten: Weizen 227,50 bis 228,50 Mark, Roggen 217,50, Sommergerste für Brauzwecke 175, Hafer (inlänbischer) 150 bis 157,50, Weizenmehl (sübbeutsches, Spezial 0, Austauschware) 35 bis 36, Sondermahlung 33,25 dis 34,25, Weizen- mehl (niederrheinisches, mit Austauschware) 35 bis 35,75), Sondermahlung 33,25 bis 34, Roggenmehl 30,25 bis 31, Weizenkleie 8 .bis 7,90, Roggenkleie 8,75, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 30 bis 38, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 27 bis 56, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 5 bis 5,25, Weizen, und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3,75 bis 4, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 3,75 bis 4, Treber (getrocknet) 12,25 bis 12,50, In- dustriekartosseln hiesiger Gegend per 50 kg Fracht- Parität Frankfurt a. M., bei Waggonbezug 2,70 Mk. Tendenz: ruhig.
frankfurter Schlachtvichmarkt.
Frankfurt a. M., 28. Dez. Auftrieb: 1031 Rin- der (218 Ochsen, 112 Bullen, 371 Kühe, 305 Färsen), 557 Kälber, 142 Schafe 3714 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemä- stete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 30 bis 34 Mk., (ältere) 26 dis 29, sonstige vollfleischige 22 bis 25; Bullen: jüngere, oollfleischigc, höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige oollsleischige ober ausgemäftete 20 bis 25: Kühe: jüngere, vollsleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 27, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 20 bis 23 fleischige 14 bis 19; Färsen (Kalbinnen, Iungrinber). oollfleischige, ausgemäftete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 34, vollfleischige 26 bis 29, fleischige 22 bis 25. Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 42 bis 47, mittlere Mast- unb Saugkälber 37 bis 41, geringe Kälber 30 bis 36; Schafe: Mastlämmer unb jüngere Masthämmel (Weibemast) 23 bis 27, mittlere Mastlamrner, ältere Masthämmel unb gut genährte Schafe 18 bis 22. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 48, vollsleischige von etwa 240 bis 300 Pfund 46 bis 48, von etwa 200 bis 240 Pfund 45 bis 48, von etwa 160 bis 200 Pfund 44 bis 48, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 40 bis 45 Mark. — Marktoerlauf: Rinder ruhia, ausverkauft, Schweine ruhig, später abflauend, geräumt, Kälber und Schafe rege, ausverkauft.
Metzgern bezahlt: Schweine 40 bis 42 Pf, Kälber 30 bis 35 Pf. Rinder 28 bi« 31 Pf. Ferkel werden je nach Alter mit 8 bis 15 Mk gehandelt. DaS Angebot an Schlachtvieh übersteigt bei weitem die Rachfrage Die Fleischpreise betragen pro Pfund bei Rindfleisch 72 Pf., Kuh- fleisch 50 Pf. Schweinefleisch 70 bis 90 Pf.; HauS- macher-Blut- und -Leberwurst 72 bis 80 Pf., Fleifchwurft 90 Pf.; Gänse, im gaiuen gewogen, 80 Pf. pro Pfund. Wegen der niedrigen Dich- preife werden außergewöhnlich viele HauSschlachtungen vorgenommen, infolgedessen klagen die Metzger stark über schlechten Absatz. Auffallend niedrig sind auch die Preise für Rohhäute; für Kuh- und RindShäute bezahlen Händler und Gerber 20 bl« höchstens 35 Pfennig pro Pfund.
jftreiä Sdiottcn.
□ L a u b a ch, 27. Dez. In der Aula der hiesigen Realschule hielt Herr Ernst Wilhelm Koe- Niger vor zahlreichen Interessenten einen Lichtbildervortrag über da« Skiläufen. Anschließend wurde ein S k i k l u b gegründet, zu dessen DorftandSmitgliedern gewählt wurden: Ernst Wilh. Koenig er (1. Dorsitzender und l.Laus- wart); Studienrat Schweisgut (2-Dorsitzender); Hermann Bohn (2. Laufwart); Karl R a u- mann (Schriftführer); Arthur Kompp (Rechner). Man beschloß, dem Deutschen Skiverband beizutreten, womit neben anderen Dorteilen auch eine Versicherung für die Läufer verbunden ist. In nächster Zeit soll ein Skikur« für die Mitglieder abgehalten werden.
Kirche und Schule.
»Luther und Meister Eckhart.^
3m Ober hessischen Sefchichtsver« e i n sprach am zwecken Vortragsabend der Äir- chenhistoriker Pro?. D. Bornkamm über Luther und Meister Eckhart". Er führte u. a. folgeiches au« Die Frage nach dem Verhältnis Luthers zur deutschen Mystik, da- bl-her für gewöhnlich an der Beziehung zu Xaukr dar« gesteift worden ist, hat durch da« lebendige In« terelle der Gegenwart an Meister Eckhart eine besondere Wendung bekommen. Daraus erwächst die Ausgabe, die beiden größten religiösen Gestalten. die der deutsche Geist hervorgebracht hat. in freiem "Vergleich einander gegenüberzustellen. Aus den bisher bekannten Stücken der leider immer noch nicht in vollem Umfange veröffentlichten lateinischen Schriften und den deutschen Traktaten läßt sich der Versuch machen, ein ein- heitliche« Bild de« Mystiker« und de« Scholasti. ker« Eckhart zu zeichnen. Im Gegensatz zu der neuplatonischen Mystik uni) der Theologie bei Thomas von Aquino versteht Eckhart Gott als ein seinlose- Denken, daS allem Sein der Weft voraufgeht. Die Seele kann in der aus den Welt» und Leelengrund gerichteten Schau mit diesen» Erkennen Gottes aleichsörmig und mit Gott ein« werden. Im Erlebnis der mystischen Einung er« kennt sie alle Dinge in Gott, so wie bei Plato» die Ideen der Dinge in der Idee schlechthin erkannt werden. Eckharts Mystik ist Erkenntnis- mystik im Gegensatz zu aller Rausch- oder Ratur« Mystik. Die Wurzeln dieser Erkenntnis ruhen fo* wohl in Gott wie im Seelengrunde.
Bei aller Verwandtschaft der Fragestellung sieht Luther die umspannende Einheit Gotte« nicht in dem allem vorau-gehenden Erkennen,
sondern in seiner die Ratur durchwaltenden schassenden Macht. Sie ist freilich nicht im Denken erkennbar, sondern nur im Glauben erfahrbar Unk» das Ziel des inneren Wege« der Seele ist nicht die Gleichförmigkeit mit Gotte« alle- durchdringendem Erkennen, sondern die Gleichförmigkeit mit Gott im Glauben-urteil und im Willen, die nur die schaffend« Gnade dem Menschen schenken kann. Im tiefsten Grunde haben Eckhart und Luther ein verschiedenes Gottesbild Bei Luther sind die naturdurchwaltende Macht und di« Persönlichkeit Gotte« zu einer spannung-vollen Einheit verbunden, die nur im Glauben erkennbar ist. Bei Eckhart ist das Personenhafte an Gott von der Idee des in Gott und im Menschen' wirksamen schöpferischen Geiste« verschlungen, die der denkerischen Intuition zugänglich ist.
Don daher erweisen sich auch da» Bild, da« Eckhart und Cutber vom Menschen und der Welt haben, als verschieden. Rach Eckhart hat der Mensch in der Tiefe feiner Ratur einen Zug zum Guten, dem er folgen kann, wenn er erkennt, daß da« Hnvvllkommene an ihm im Grunde nicht« Wirkliche« ist. weil es an Gottes Sein nicht teil hat. Er braucht sich also nur entschlossen davon abzukehren. Luther sieht in der Tiefe de« Herzen« nicht die Ausgeglichenheit und Gelassenheit der Mystik, sondern die Zerrissenheit, die er al« eine absolute Wirklichkeit erkennt Er kann sie darum so wenig vom Menschen ablöfen wie seine natürlichen Empfindungen Siebe und Schmerz, die nach Eckhart abzutöten sind. Er läßt also das Ich de- Menschen gerade in seiner Besrmderheit und Einmaligkeit vor Gott bestehen, während bir Mystik Eckhart« da« Ich auflöfen und den Menschen entpersönlichen will. Ebenso scheidet Sckhar! alle- Hnvvllkommene. vor allem den Tod al« etwa« richt wahrhaft Wirkliches au« seinem Bild«- der Welt aus, während Luther darin Hochs: wirkliche, unheimliche Wirllichkeiten sieht. Sr versucht freilich auch dahinter den Willen Gottes allerdings de« völlig verborgenen, im Glauben a ahnen. Er denkt damit die Weltwirklichkeit tiefer und völliger von Gott, freilich dem verborgenen rätselhaften Willen Gottes, durchdrungen al« b <* Mvstik, die den gottfernen Teil der Wirklichkci: abblendet.
In den beiden großen Deutern der Religio«, die zugleich Abbilder der beiden großen religiösen Tvpen. der Mystik und des Ehristentun« evangelischen Gepräges sind, hat der deutsche Geist am tiefsten mit der Gvttesfrage gerungte.
Starker Beifall der großen Zuhörerschar dankte dem Dortragenden. An der Ich entspinnend« lebhaften Diskuffion beteiligten sich al« Vertret« der philosophischen Fakultät Pros. Dr Messer und Pros Dr Weidenbach 3m Schlußwor' dankte der stellvertretende Dortttzende Prof. Dr. Mayer dem Redner für feine klaren Ausführungen. die für den Historiker wertvoll fett« weil sie die Linie erkennen ließen, die mb Meister Eckhart zu Luther und weiter bl« zu« deutschen Idealismus und bi« in unser« Ta-e hinführte.
Lpiclplau der frankfurter Theater.
Opernhaus. Dienstag, 29 Dez 15 M 17.15 Hhr Peterchrns Mondfahrt. 19 30 H gegen 22.30 Hhr: Die Zauberslöte Mittwoch 30. De;. 15 bi« 17.15 Hhr . Peterchens MVorfahrt. 23 bis 23 Hhr Im weißen Röhl. Des* nerstag, 31. Dez. 19 bi« 22.30 Hhr: Die Fledermaus. Freitag. 1. Jan 15 bi» 18 Hhr: 3» weißen Röhl. 20 bis 23 Hhr: Im weißen RöE Samstag. 2. Jan. 15 bi« 17.15 Hhr: Petercher« Mondfahrt. 20 bi« gegen 22.45 Hhr: Der fü* gen de Holländer
Schauspielhaus Dienstag, 29. Dez. '* bis gegen 18 Hhr: Emil und di« DetektiE 20 bis 22.30 Hhr: Literatur. Hierauf Liebel» Mittwoch. 33. Dez., 16 bi« gegen 18 Hhr: 8»- und die Detektive. 23 bi« gegen 23 Hhr. Jim ui« Jill. Donnerstag, 31. Dez, 16 bi« gegen 18 Hbf: Emil und die Detektive. 23 bis gegen 23 H6r Jim und Jill. Freitag, 1. Ian. 16 bis geg® 18 Hhr: Smil und die Detektive. 20 bis 23 Hhr: Jim und Jill. Samstag, 2. Ian., 16 fr* gegen 18 Hhr: Emil und die Detektive. 20 Hl gegen 23 Hhr: Jim und Jill.
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