Ausgabe 
28.10.1931
 
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** Aufgehobene Straßensperre, mit­geteilt vom Oberhessischen Automobil-Club (21. v. D.) Gießen: Die Sperrung auf der Provinzialstraßen­strecke Hirzenhain Lißberg wird am l.No- vember aufgehoben.

** AnMahnung rück ständiger Ge­bühren. Die Stadtkasse mahnt in einer Be­kanntmachung im heutigen Anzeigenteil zur Zah­lung der vorläufigen Gemeinde-, Kreis- und Pro­vinzialumlagen, Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren, sowie Schulgeld der Stu­dienanstalt, Wohnungsm'ele aus städt schen Häu­sern und den Beitrag zur Handwerkskammer mit einer Frist bis einschließlich 5. November. Inter­essenten seien besonders darauf aulmerksam ge­macht.

** Goldene Hochzeit. Das Ehepaar Ludwig Stein und Maria geborene Hahn, Anneröder Weg Nr. 18, feiert am 31. Oktober das Fest der goldenen Hochzeit.

* Wintersemester der Volkshoch­schule. Die Volkshochschule gibt im heutigen Anzeigenteil einen Ueberblick über die im Winter­semester vorgesehenen Kurse. Es sei dabei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Kurse in der Universität stattfinden. Aus­nahmen machen die beiden KurseAtmenschulung, Körperbildung", zu dem sich der Llebungsraum in der Grabenstraße 11, Hinterhaus, befindet, undDie elektrischen Maßeinheiten", der im Real­gymnasium abgehalten wird. Die Gepflogenheit, in der ersten Woche gegen Auswetskarte zu 50 Pfennig den Besuch beliebiger Kurse zur Orientierung über Inhalt und Arbeitsweise zu gestatten, ist auch in diesem Semester beibehalten worden. Lm übrigen sind ausführliche Angaben im Kursverzeichnis enthalten, das, wie schon mitgeteilt wurde, kostenlos abgegeben wird. Nähere Auskunft wird auch jederzeit in der Ge­schäftsstelle, Wolfstraße 20, erteilt. Der Erösf- nungsabend am Samstag, 31. Oktober, 20 Uhr, im Großen Horsaal der Universität sieht einen Vortrag über Wilhelm Naabe von Oberstudien-

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Handwerkertagung in Gießen.

Oie Vertreter des oberhessischen Handwerks fordern einen anderen Vorsitzenden der Handwerkskammer.

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und Gießen benachteiligt worden. Der Redner rügte ferner, daß Nohl gelegentlich einer Be­ratung in Frankfurt über die hessische Land­tagswahl die erbetene Unterstützung des Landes­verbandes des Handwerks und Gewerbes zur Kandidatenbestimmung innerhalb der bürger­lichen Parteien nicht zugesagt habe unter der Begründung, er müsse Rücksicht darauf nehmen, daß im Landesverband auch Sozialdemokraten und Kommunisten seien. Dabei sei aber, so be­tonte der Redner unter starkem Beifall der Ver­sammlung, noch nie etwas von den Sozialdemo­kraten oder gar von den Kommunisten für das Handwerk getan worden. Er (Redner) könne in all den angeführten Fällen das Verhalten Nohls als Handwerkerführer nicht verstehen und nicht billigen.

Direktor Schüttler - Darmstadt verteidigte Nohls Stellungnahme in der Frage der Kandida­tenbestimmung mit dem Hinweis auf das Vorhan­densein aller politischen Ansichten im Verband; Nohls Lieferungen nach Lich erklärte er damit, daß Nohl Spezialfirma für die in Lich benötigte An­lage sei, während die übrigen Arbeiten von Licher Handwerksmeistern ausgeführt worden seien; zur Volksbank-Angelegenheit betonte er, daß man Nohl bisher nichts Ehrenrühriges habe nachweisen kön­nen, Nohl auch noch nicht vor den Staatsanwalt oorgeladen worden sei und sich deshalb Zurück­haltung empfehle. Becker ° Gießen und Heß- Friedberg unterstützten diese Darlegungen, ebenso ein weiterer auswärtiger Redner. Lenth - Alsfeld, Lenz- Gießen, Döll - Laubach, Blum- Gießen und eine Reihe weiterer auswärtiger Redner schlos­sen sich dem Standpunkt des Obermeisters Loeber- Gießen an, zumal dieser noch hervorhob, er habe persönlich gar nichts gegen Nohl, er sei auch kein Konkurrent von ihm, sondern vertrete nur rein sachlich Handwerkerintercssen; was er von Lich be­richtet habe, beruhe auf Mitteilungen aus berufe­nem Munde, ebenso stehe fest, daß das sehr lei­stungsfähige Gießener Jnstallateurgewerbe durch Nohls Konkurrenz bei Klinikbauten ausgeschaltet worden sei, obwohl es fachlich gleichwertig sei mit Nohls Firma.

Dr. Bünnings teilte mit, daß Nohl den Vorsitz im Landesverband des Hand- werks und Gewerbes niedergelegt habe. Auf eine Anfrage aus der Versammlung, warum er nicht auch auf den V o r s i tz d e r H a n d- werkskammer verzichtete, erklärte Direktor Schüttler, Nohl habe dieses Amt ebenfalls niederlegen wollen, der Gesamtvorstand der Kammer und die Regieru ng hätten ihn aber gebeten, da ihm nichts Ehrenrühriges nach­gesagt werden könne, dieses.A m t z u behalten, da er auch heute noch ihr volles Vertrauen habe. Becker- Gießen unterstrich diese Feststellung.

Im weiteren Verlaufe der Aussprache wurde noch wiederholt unter Zustimmung der Versammlung zum Ausdruck gebracht, daß große Kreise des Hand­werks kein Vertrauen mehr zu Nohl hätten, und dieser als stark umstrittene Persönlichkeit den Vor« s i tz der Kammer niederlegen solle.

Als den Willen der großen Mehrheit der Ver­sammlung stellte Dr. Bünnings (Gießen) schließ- lich fest, daß die Vertreter Oberhessens im Vorstand der Handwerkskammer Nohl erklären sollten, er besitze das Vertrauen des oberhessischen Handwerks nicht mehr und möchte deshalb

sein A m t niederlegen.

Hinsichtlich desDerfahrensaufkünftigen Handwerkertagungen wurde dann der gestern schon mitgeteilte Beschluß gefaßt. Schließlich wurden noch verschiedene Wirtschafte und Steuer-

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direktor Dr. Baur und musikalische Darbietungen des Kammerorchesters der Volkshochschule vor. Interessenten seien auf die heutige Anzeige ver­wiesen.

** Großes Militär-Streichkonzert. Nachdem sich das Konzert, das vor einiger Zeit in der Dolkshalle stattfand, zu einem großen Er­folg für die Kapelle des Bataillons gestaltete, fand auch das Konzert in den Räumen der Liebigshöhe am Sonntagnachmittag reichen Zu­spruch. Das Militärstreichkonzert unter der Lei­tung des Obermusikmeisters Krauße erbrachte den Beweis dafür, daß das Orchester nicht nur gute Blechmusik zu machen versteht, sondern auch als Streichorchester Vorzügliches leistet. Die Musiker sanden unter diesen Umständen ein ebenso auf­merksames wie dankbares Publikum. Nach dem einleitenden schneidigen Marsch der 116er brachte das Programm eine stilvolle, allerdings weniger bekannte Ouvertüre von Schubert, eine originelle Schwäbische Rapsodie", in devverschiedene Volks­lieder erklangen und dann Szenen aus Jacques Offenbachs unsterblichenHoffmanns Erzählun­gen". Die lebendige Ouvertüre zur OperWilhelm Dell" (Rossini), die immer wieder gerne gehört wird, undMarsch und Chor aus der Zauber­flöte" (Mozart), beide Darbietungen in ganz vor­züglicher Wiedergabe, fanden stärksten Beifall. Sehr ansprechend wurde auch die Einleitung des 3. Aktes zur OperDie Meistersinger von Nürn­berg" zu Gehör gebracht. Walzermusik und ein Marsch beschlossen das unterhaltsame Programm. Die Kapelle mußte sich zu einigen Beigaben ent­schließen. Erwähnenswert ist, daß in einzelnen Musikstücken die solistischen Partien in über­raschend sicherer Weise von den einzelnen Mu­sikern wiedergegeb"n wurden und vom Publikum mit besonderer Aufmerksamkeit ausgenommen wur­den. Das Konzert Dürfte der Kapelle manchen neuen Freund gewonnen haben.

Heimat-VereinigungSchiffen­der g". Die Familienzusammenkunft der Heimat- VereinigungSchiffenberg" am Sonntag auf dem

Unter dem Vorsitz von Gewerbeschulrat Dr. Bünnings (Gießen) fand wie gestern schon kurz berichtet am Montag in Gießen eine Vers amm lung des oberhessischen Handwerks und Gewerbe s statt. Aus allen Teilen der Provinz waren die Vorsitzenden und Delegierten der Innungen und Ortsgewerbe­vereine in sehr großer Zahl erschienen. Zweck der Verhandlung war eine Aussprache über die Bensheimer Tagung des Lan­desverbandes des hessischen Hand­werks und Gewerbes, die vor einigen Wochen stattfand und im Verlaufe erregter Aus­einandersetzungen gesprengt wurde, ferner eine Erörterung der Ursachen für die in Bensheim 8Utagegetretene Mißstimmung und Beschlußfas­sung über Mittel und Wege zur künftigen Ver­hütung derartiger Vorkommnisse. Die dreistündige Aussprache brachte die Meinungsäußerung so vieler Redner, daß im Rahmen dieses Berichtes nur die Grundzüge der' Erörterung aufgezeigt werden können.

Der Vorsitzende Dr. Bünnings, Gießen; Zeschky, Schotten; Handwerkskammerdirektor Schüttler, Darmstadt; Däckerobermeister Loeber, Gießen; Bauunternehmer Becker, Gießen; Otter 6 ein, Lauterbach; Heß, Fried­berg. und eine Reihe weiterer Redner vertraten den Standpunkt, daß man nur durch streng sachliche Behandlung der Handwerkerfragen zum Besten des Handwerks wirken könne. Von diesem Standpunkt aus hielten sich die meisten Redner für verpflichtet, mit Freimut gewisse Ereignisse der jüngsten Zeit kritisch zu beleuchten, damit durch rückhaltlose Meinungsäußerung an Stelle des bisherigen Mißfallens der kraftvolle Wille zur Schaffung besserer Verhältnisse im hessischen Handwerk treten könne.

Handwerlslammerdireltor Schüttler, Darm­stadt, führte der Versammlung an Hand einer chronologischen Aufzählung vor Augen, wie viel­seitig und zahlreich die Einrichtungen in Hessen sind, die vom Landesverband des hessischen Hand­werks und Gewerbes in Gemeinschaft mit der Handwerkskammer beide verbunden durch Per­sonalunion im Dorsihendenamt im Lause der Zeit geschaffen wurden. Er forderte, daß die Handwerkertagungen nicht zum Tummelplatz von Radauelementen gemacht werden, die das Hand­werk in der Öffentlichkeit nur herabsehen. Ferner ersuchte er um vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Kammer und dem Landesverband, da nur auf dieser Grundlage gedeihlich für das Hand­werk gearbeitet werden könne.

Däckerobermeister Loeber - Gießen sprach sein volles Vertrauen zu Direktor Schüttler aus, der in seiner jahrelangen Tätigkeit viel dankens­werte Arbeit für das Handwerk geleistet habe. So sehr er zu Direktor Schüttler Vertrauen habe, so stark sei es aber gegenüber dem Hand- werkskammervorsihenden Nohl im Zusammen­hang mit den Vorgängen bei der Darmstädter Volksbank und wegen unangebrachter Konkurrenz Nohls gegenüber Handwerkskollegen in auswär­tigen Orten erschüttert. Obermeister Loeber be­anstandete u. a. unter lebhafter Zustimmung der Versammlung, daß die Darmstädter Volksbank, deren Aufsichtsratsvorsihender Nohl bis vor kurzem war, während dessen Amtszeit für das Warenhaus Wronker einen Kredit von 100 000 Mark eröffnet habe. Weiter warf er Nohl vor, bei der Vergebung von Arbeiten außerhalb Darmstadts sich nicht die kollegiale Rücksicht­nahme auferlegt zu haben, die für den Vor­sitzenden der Handwerkskammer selbstverständlich sein müsse; dadurch seien z. B. Berufskollegen von Nohl im Installateurgewerbe von Lich

Aus Der provinzialbauptstadt

Gießen, den 28. Oktober 1931.

Goll man bei offenem Fenster schlafen?

Die Frage, ob man bei offenem Fenstet schlafen soll, läßt sich allgemeingültig nicht beantworten. Wer nicht ganz gesund ist, wird besondere Vorsicht walten lassen müssen. Für den Gesunden indessen ist das Schlafen bei offenem Fenster erwünscht, aber «s sind dabei eine Anzahl von Vorsichtsmaßregeln zu beachten. Zunächst ist für das Schlafen bei offe­nem Fenster die Außentemperatur maßgebend. ; Liegt sie unter null Grad, so wird man mit dem i Offenhalten der Fenster während der Nacht vor­sichtig sein müssen. Unser Körper braucht während der Nachtzeit zur Vorbereitung auf den kommenden Tag unbedingt reine frische Luft, und es ist wissen­schaftlich erwiesen, daß wir beim Schlafen mehr Sauerstoff einatmen und mehr Kohlensäure aus- j scheiden, als in wachem Zustande. Findet keine ge­nügende Lufterneuerung während der Nachtzeit statt, |o wird die Luft sauerstoffarm, d. h. schlecht. Es ge­sellen sich ihr die natürlichen Ausdünstungen des Körpers hinzu, und man ist bei fehlender Luft­erneuerung gezwungen, diese schlechte Luft immer wieder einzuatmen. Im Sommer empfiehlt es sich daher, stets bei offenem Fenster zu schlafen. Im Herbst und im Winter wird es zweckmäßig sein, vor dem Zubettgehen eine gründliche Lüftung des Schlaf- raumes vorzunehmen und mindestens einen Fenster­spalt bei nicht zu großer Kälte offenzuhalten. Das läßt sich gefahrlos durch Zwischenlegen eines Stückchens Holz oder Korks erreichen. Dabei darf das Bett nie direkt am Fenster stehen. Noch besser ist es, wenn möglich, im Nebenraum ein Fenster offenzuhalten. Auch ist es ratsam, durch Vorziehen einer Gardine eindringenden Staub abzuhalten.

Das offene Fenster bietet während der Nachtzeit einen Gefahrenschutz gegenüber ausströmendem Gas, |el es Leuchtgas, das man aus dem Schlafzimmer stets fecnhalten sollte, seien es Abgase eines schlecht schließenden Ofens.

Alles in allem läßt sich sagen, daß der Gesunde nach diesem Rezept möglichst bei offenem Fenster, «uch im Herbst und Winter schlafen soll. Wer krank ist oder zu Katarrhen, rheumatischen Beschwerden üsw. neigt, sei vorsichtig und frage im Zweifelsfalle feinen Arzt. WSN.

Konzert des Arbeiter-Gesangvereins

Eintracht.^

In der musikalischen Abendfeier, die der Arbeiter- 6esangoereinEintracht" Gießen am vergangenen Sonntag in der Stadtkirche veranstaltete, kamen mit einigen Ausnahmen auch Werke zu Gehör, die ihrem Gehalt nach weltlichen Charakter trugen. Die Veranstaltung muß als ein Versuch gewertet wer­den, weltliche Musik im Rahmen eines Kirchen- konzerts zur gleichen Wirkung zu bringen, wie im Konzertsaal. Schaltet man bei der Frage nach dem Lrsolg des Experiments irgendwelche andere Be­denken aus, so muß man bei objektiver Beurteilung zu der Aussassung gelangen, daß sich nur wenig rveltliche Musik zur Aufführung bei einer Deran- slaltung in der Kirche verwenden läßt. Die inneren Bindungen zwischen Klang und Raum sind doch zu stark, als daß sich ein weltliches Stück getragenen Charakters ohne weiteres in einem Kirchenkonzert verwenden ließe. Insbesondere denken wir hierbei ;i den Chor aus dem Freischütz und die beiden Schubert-Lieder. Der Klaviersatz Schuberts läßt sich jedenfalls nur unter gewissen Voraussetzungen auf die Orgel übertragen, zumal in ihm das textunter- nialende Element deutlich hervortritt.

Der Chor des Vereins steht auf sehr guter Aus- bildunasstuse. Er bewies in BeethovensEhre (Lottes" undHymne an die Nacht", sowie in dem Chor ausFreischütz" und dem Kuhlauschenlieber allen Wipfeln ist Ruh" sehr gutes technisches und flimmliches Können. In der weltlichen Kantate Mozarts stand er auf besonderer Höhe, und diese Leistung verdient in erster Linie anerkannt zu wer­den. Die Aussprache und die Einsätze sind deutlich unb bestimmt. Die Probenarbeit unter dem be- lwährten Leiter Herrn H. Meyer (Wieseck) hat sich gelohnt. Herr Meyer hat die Chöre mit viel Gründlichkeit unb gutem Verständnis einstudiert unb kann mit bem Erfolg bes Abenbs durchaus zu­frieden fein.

Zwischen den Chören sang Frau Berty Jentzen- Schreiber die beiden Schubert-LiederAn die Musik" undDu bist die Ruh". Mit einem Mezzo- i s'opran von bedeutendem Umfang und Klangvolumen h vermittelte sie die beiden Lieder und besonders die Solopartie der Mozart-Kantate sehr eindrucksvoll.

Herr Stadtorganist H. Simon, der die Chöre auf der Orgel sicher und prägnant (treffende Re- Mrierung) begleitete, war vor allem der von ihm | zjum Eingang gespielten L-Dur-Fantasie für Orgel von I. Seb. Bach ein stilvoller Interpret.

Am Klavier begleitete Frau Elfriede Fischer eins der besten Schubert-Lieder unb bie Mozart- Kantate anstelle des Orchesters. Sie paßte sich aus­gezeichnet an unb faßte die Begleitung ber Kantate durchaus orchestral auf (von ber Orgel aufs beste unterstützt), woburch sie dem Chor eine gute Stütze gab. F. B.

Bornotizeu.

Tageskalender für Mittwoch. Stabt- tijeater Gießen:Sturm im Wasserglas", 19.30 bis wegen 22 Uhr. Oberhessischer Kunstverein: Aus­stellungAlte unb neue Graphik", 15 bis 17 Uhr, Turmhaus am Brandplatz. Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Der keu.sche Josef".

Eine öffentliche Kundgebung ber Leutschen Volkspartei findet am nächsten Sonntag, 20 Uhr, im Cafö Leib statt. Der Partei­führer Dingeldey wird in dieser Versammlung | predjen. Siehe heutige Anzeige.

*

'* Gehaltskürzungen bei der Hef- ßischen Landeskirche. Die Hessische Lan­deskirche hat die Gehaltskürzungen der hessischen Regierung für ihre Bean^en auch auf die Deam- ttn und Geistlichen der Hessischen Landeskirche ausgedehnt und außerdem die Postnumerando- Zahlung eingeführt.

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Gurgle ohne Glo» und

Weiser gurgle trocken

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dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle aut

Aus dem Amtsverkündigunasblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 73 vom 23. Oktober enthält: Straßensperren. Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen. Gewerbelcgitimationskarten. Die Erhebung einer Biersteuer in der Gemeinde Reinhardshain. Schülerbüchcreien. Dienstnachrichten.

Landgerichtsrat Strack stattfand, wurde ein Meineidsfall verhandelt. Angeklagt waren Frdr. Rühl und Heinrich Schneider aus Franken­bach. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Iustizrat Weidemann. Als Verteidiger fungierten die Rechtsanwälte Rosenthal und Rohn.

Die Anklage war die Folge eines Alimenta­tionsprozesses, in dem die eidlichen Aussagen der beiden Angeklagten im Gegensatz standen zu den Bekundungen der anderen Prozeßpartei. Das Amtsgericht F. wies die Alimentationsklage ab und übergab die Akten wegen Meineidsverdachts der Staatsanwaltschaft Gießen.

In der heutigen Hauptverhandlung blieben die beiden Angeklagten bei ihren früheren Be­hauptungen. Es fand eine längere Beweis­aufnahme statt; auch die Gerichtspersonen, vor denen sich der Alimentationsprozeß abspielte, wurden als Zeugen vernommen. Der Staats­anwalt führte aus, er persönlich sei zwar von der Schuld der Angeklagten überzeugt, er müsse aber zugeben, daß bei den bestehenden Wider­sprüchen und den unsicheren Aussagen der Be­lastungszeugen ein ausreichend schlüssiger Be­weis nicht geführt fei, er stelle deshalb die Ent­scheidung ins Ermessen des Gerichts. Die Vertei­diger traten in längeren Ausführungen für Frei­sprechung der Angeklagten ein. Das Urteil des Schwurgerichts lautete auf Freisprechung mangels ausreichenden Beweises.

Schwurgericht Gießen.

Gießen, 27. Oft. In der letzten Sitzung Schwurgerichts, die unter dem Vorsitz von

Schiffenberg war so zahlreich besucht, daß der Heimat"-Saal bis zum letzten Platz besetzt war. Gemeinschaftliche Gesänge, heitere Spiele, humo­ristische Vorträge bewährter Mitglieder, Preis- tanz (alte deutsche Tänze) ließen die Stunden nur allzu rasch entschwinden. Besondere Ver­dienste um das schöne Gelingen der Veranstaltung erwarben sich das Instrumental-Quartett Bender und die Iungmannschaft des GesangvereinsGer­mania" Watzenborn-Steinberg. Eine Glanz­leistung auf der Violine war der Vortrag des Kanarienvogel" durch Herrn Bender, Schüler des Mainzer Konservatoriums. Alles in allem: Eine echte und rechte Heimatveranstaltung, die allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.

Katholische Kundgebung in Frankfurt.

WDR. Frankfurt a. M., 26. Oft. Der Dolfsverein für das katholis che Deutschland und die übrigen katholischen Vereinigungen Frankfurts veranstalteten am Sonntagnachmittag im Saalbau eine überaus stark besuchte Katholiken-Versammlung. Der Generaldirektor des katholischen Volksvereins, Prälat van der Velden (M.-Gladbach) sprach über das ThemaWir Katholiken und das Gebot der Stunde". Stadtpfarrer Dr. Herr begrüßte zuvor in einer kurzen Ansprache die große Ver­

sammlung. In geistreichen, teils religiösen, teils weltlichen Ausführungen zeichnete der Redner ein Bild der Nöte der Zeit, die die christliche Weltordnung aus ihren Angeln zu heben drohen. Er beklagte die von Rußland ausgehende Gott­losenbewegung, die den Irrtum begehe, einen Trennungsstrich zu setzen zwischen Leben und Religion. Aber auch außerhalb dieser Bewegung sei beklagenswert, daß heute aus dem Antlitz der Kultur so wenig Christentum entgegenschaue. Außerdem befaßte er sich mit der Ehe-Enzyklika des Papstes. Auch bezüglich der Wirtschaft müsse man umlernen, wenn man einen gesunden Wirt­schaftsbau haben wolle; insbesondere seien ein wirklicher Gemeinschaftsgeist und eine Verstän­digungspolitik notwendig. Er forderte, der poli­tischen Verwilderung entgegenzutreten und die Erziehung der Jugend nicht im Geiste einer Partei, sondern im Geiste des Dolkswohls zu be-

Wenn Ihre

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in der Freitags- oder in der Samstags­nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

treiben.

Nach einem Bekenntnis zu Brüning, der, wie alle Katholiken, im Bewußtsein der Verantwor­tung für das Volk nur dem Staate dienen wolle, schloß Prälat van der Velden feine Ausführun­gen mit einem Aufruf an alle Katholiken, durch Mitarbeit im Dolksverein die Reihen zur Einheit zu schließen.

Aber .

bestimmt mehr davon!