Ausgabe 
28.10.1931
 
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Srandis Rückkehr nach Hom.

Ein Lag der Bejichttgungen für die italienischen Gaste

Berlin, 27. Oft. (EBB.) Der italienische Außenminister Gr and i stattete in Begleitung de- italienischen Botschafters Orsini Baront und de- italienischen Botschaftsrates Eicconardi dem Pergamon - Museum einen Besuch ab. Auf der Aeitrevpe des alten Museums empfing der Generaldirektor der Staatlichen Museen. Geheim- rat Wähold, die Gäste und führte sie durch da- Museum zum Pergamon-Altar, wo er die näheren Erläuterungen gab. 3m Anschluß daran besuchten die Gäste das Kaiser-Friedrich- Museum. Aach einem einstündigen Aufenthalt in den Museen begaben sich die italienischen Gäste durch den Tiergarten nach dem Schloß Thar- l o t t e n b u r g, wo sie nach einem Spaziergang durch den Park dos Königin-Luise-Ma u- s o l e u m aufsuchten, in dem die Königin Luise, König Friedrich Wilhelm III., Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta liegen. Aach einem halb­stündigen Aufenthalt Im Park begaben sich die Gäste wieder nach dem Hotel Esplanade zurück. Rachmittags folgte die Besichtigung des Flug­hafens und abends der Besuch der Aufführung Der Kongreß tanzt" im Ufa-Palast am Zoo. Gegen 22 Uhr erfolgte die Abreise des Italic- nischen Außenministers mit seiner Gattin und den Herren seiner Begleitung. Zum Abschied hatten sich der italienische Botschafter mit den Mitgliedern der Botschaft sowie die Spitzen der italienischen Bereine, ferner deutscherseits Reichs­kanzler Dr. Drüning, die Staatssekretäre Dr. Pünder, v. Bülow und Dr. Weismann. Oberbür­germeister Dr. Sahm und andere auf dem Bahn­steig eingesunden. Reichskanzler Dr. Brüning über­reichte der Gattin des Außenministers beim Ab­schied einen Strauß roter Relken. Mitglieder der italienischen Kolonie hatten vor dem Eingang des Bahnhofs Ausstellung genommen, die sowohl Außenminister Grandi als auch Reichskanzler Dr. Brüning bei seiner Ankunft am Bahnhof auf da- lebhafteste begrüßten.

Sine kommunistische Terrorgruppe in Bremen aufgespürt.

Bremen. 28. Oft. (WTD.) Die Polizei hat hier eine fommunistische Spreng - und Ter­rorgruppe aufgespürt, die sichrote Po­lizei" nannte und deren Ziel war, Anschläge auf Polizeibeamte, leitende Beaune bre­mischer Behörden und auf unsichere Parteigenos­sen auszuführen. Bei der Festnahme der in der Gegend von Hastedt wohnenden Täter ergriff einer der Terroristen in Hemdsärmeln und bar­fuß die Flucht und schoß aus seine Dcr - s o l g er aus einem Revolver und verwundete einen Polizisten und zwei Zivilpersonen. Der Flüchtige konnte erst festgenommen werden, nach­dem er durch einen Bauchschuß kampfunfähig gemacht worden war. Bei einem der übrigen festaenommenen Terroristen wurden Waffen ge- ffunben. Die Polizei war der Terrorgruppe da­durch auf die Spur gekommen, daß am 24. Ok­tober in Hemelingen in die Wohnung eines Oberlandjägers zwei mit Karbid gefüllte Flaschen geschleudert wurden, die explodierten, aber feinen Schaden anrichteten.

In R a d b o d bei Dortmund wurde ein Sprengstofflager beschlagnahmt. Bei den letzten Streikunruhen im Hammer Bezirk zu An­sang dieses Monats waren bereits mehrere Kom­munisten, unter ihnen ein gewisser Maras aus Radbod, festgenommen worden, weil sie Spreng­stoff und fertige Bomben mit sich führten. Die Aachforschungen führten nach Radbod in die Wohnung Maras, wo in w e r k st at t a r t i- gen Räumen Sprengkörper herge­lt e l l t worden waren und nunmehr noch ein großer Posten Sprengstoffe und Zündschnüre be­schlagnahmt wurde, sowie viel Material, wie Eisenröhren, Zündleitungen usw., das sich zur Anfertigung von Bomben eignet. Der Spreng­stoff stammt aus dem großen Sprengstoffraub, der unlängst in den Steinbrüchen von Geseke ausgeführt wurde. Es handelt sich um D o n a r i t, ein äußerst gefährliches Sprengmittel, dessen Ver­wendung unabsehbare Folgen gehabt hätte.

Regierungsbildung in Thüringen gescheitert.

Weimar, 28.Okt. C£U.) Der thüringische Stahlhelm hatte vor wenigen Tagen die nationalen Parteien des Thüringer Landtage- in einem Schreiben aufgefordert, durch Grün­dung einer sämtliche Parteien der Rechten umfassende Regierung den Entscheidungskampf zwischen Rationalismus einer­seits, Marxismus und Bolschewismus anderer­seits in Thüringen aufzunehmen. Aunmehr teilt der Stahlhelm mit, daß nach eingehenden Be­ratungen und Derhandlungen mit den nationalen Parteien seine Bermittlungsaktion gescheitert sei. Einzelne Parteien hätten in ihrer Antwort Gegensätze zum Ausdruck gebracht, die unüber­windbar erschienen. Die Entschließungen de- Landesverbandes Thüringen der Wirt­schaftspartei und ihre Stellungnahme zur Rationalen Opposition seien überdies nicht ge­eignet, zur Zeit den Boden für eine Erweiterung der Regierung im Rahmen der Rationalen Oppo­sition vorzubereiten.

Aus aller Welt.

Ooppeljubiläum

der ^Frankfurter Zeitung."

DieFranksurter Zeitung", die in diesem Jahre ihren 7 5. Jahrgang vollendet hat, feiert zu­gleich am 29. Oktober d 3 den 100. Geburtstag ihres Gründers Leopold S o n n c m a n n. Dieser hatte in Zranksurt ein Bankgeschäft mit Be­ziehungen nach Wien. Berlin. Paris und Brüssel. 1855 baute er auf der bisherigen Zirkular- berichterstattung eines anderen Bankiers ein täg­lich erscheinendes Organ auf. den ..Frankfurter Geschäftsbericht". 3n wenigen Wochen erwuchs daraus die ..Franksurter HandelSzeitung". die sich zunächst auf Handels- und Finanzberichte be­schränkte. Lonnernann wollte die Oesfentlichkeit aus die zu einer Katastrophe drängende Entwick­lung des Aktienmarktes Hinweisen. 1859 erst wurde die ..Franksurter HandelSzeitung" in ein politisches Organ umgewandelt. Eine entschei­dende Rolle spielte, daß Sonnemann. der als lljähriger das Revolution-: ihr m'-tgemacht. t>ch leidcnscpasUZ^^u:-. RepublifanismuS bekannte.

DieLteberfüllungderakademischenBerufe

Der Reichsoerbanb der Deutschen Industrie, die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. B., der Verein Deutscher Chemiker iznd der Bund angestellter Akademiker technisch-naturwissenschait- licher Berufe e. D. weisen in einem Aufruf auf die Gefahren hin, die ein weiteres uneinge­schränktes Anschwellen der Masse der Studierenden an den deutschen Universitäten und Hochschulen in den nächsten Jahren bringen muß. Die Zahl der stellungslosen Aka­demiker aller Fakultäten für das Jahr 1934 werde heute schon auf 130Ö00 geschätzt. 3n dem Ausruf heißt es u. a.: Ganz besonders groß ist die Zahl derer, die sich dem technischen und naturwissenschaftlichen Studium wid­men. Die Erfahrung in der Praxis lehrt nun, daß ein sehr großer Prozentsatz der sich um Stellungen in der Industrie und im Gewerbe bemühenden tech­nischen Akademiker von Hochschulen und Unioersi- täten den Beruf nicht aus angeborener Begabung für die Technik und die wissenschaft- Iiche Forschung erwählt hat, sondern weil sie glau­ben, auf Grund des bestehenden Exa­mens leichter eine Einkommensmög­lich k e 11 z u finden. Diese Akademiker sind viel­fach bereit, trotz des langjährigen Studiums und der Höhe der Ausbildungskosten sich mit nichtakade­mischen Stellungen zufrieden zu geben, auch wenn sie zunächst keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Diese Tatsache beweist, daß heute sehr viele Absol­venten der höheren Schulen das Studium nur aus Verlegenheit und ohne ernft- hafte Ueberlegung ergreifen. Gegenüber der einseitigen Ueberschätzung der

Ausbildung auf der höheren Schule muß zur Stärkung des Anreize» für diese Berufe Aufklärung darüber geschaffen werden, daß ein aus­schlaggebende» volkswirtschaftliches Interesse [ür die Erhaltung und Fortentwicklung der gegenwärtigen Ausbildung in den handwerklichen und gewerblichen Berufen oorliegt. Schuld an der jetzigen Entwicklung ist nicht zuletzt das Be- rcchtigungswefen. In dieser starken Ucber- l'chäyung der geistigen Ausbildung muß baldigst eine Wandlung eintreten. Sonst kommen wir nicht zu einer Gesundung der Behältnisse auf dem akademi­schen Arbeitsmarkt. Der Aufstieg und das Studium der zu akademischer Aus- bildung wirklich Befähigten muh zum Nutzen der Wissenschaft und der Volkswirtschaft für d i e Zukunft sichergestellt werden. Dies kann nur dann geschehen, wenn für Berufe und Tätigkeiten, die weder ein Abiturientenexamen noch ein akademisches Studium erfordern, a u ch i n der Praxis kein Nachweis für eine der­artige Vorbildung verlangt wird, diese Berufe viel­mehr tatsächlich allen denen zugänglich gemacht werden, die keine abgeschlossene höhere Schulbildung besitzen. Die Verbände treten daher mit Nachdruck dafür ein, daß für diese Tätigkeiten nicht die Berechtigung zum höheren Studium ge- fordert wird. Sie finden sich dabei weitgehend in Uebereinftimmung mit den Bestrebungen des Reichs- Ministeriums des Innern, das seinerseits durch die Vereinbarung mit den Landesregierungen über die mittlere Reife einen neuen gleichlaufenden Weg gewiesen hat.

Laval verläßt Amerika.

Das Ergebnis von Washington:Wir wissen, wo wir stehen." Frankreich sucht die Verständigung mit Deutschland.

Reuyork. 27. Okt. (TU.) Der französische Ministerpräsident Laval ist kurz nach Mitter­nacht (nach 6.00 Uhr früh MEZ.) mit der 3sle de France" aus Reuyork nach Frank­reich abgereist. Auf einem Abschlußbankett. das die französische Handelskammer in Reuyork zu seinen Ehren veranstaltete, erklärte der Mi­nisterpräsident zu seinen Unterhaltungen mit Hoo­ver :B o n nun an wissen wir, w o wir stehen, was wir wollen, was wir erwarten kön­nen und was von uns erwartet werden kann." Das Ergebnis der Unterhaltungen werde zweifel­los eine engere Zusammenarbeit zwischen den Bereinigten Staaten und Frankreich sein, um unsere Kultur gegen die Gefahren, denen sie ausgesetzt ist, zu schützen." Laval vermied es, auf Einzelheiten der Washingtoner Besprechun­gen einzugchen. Er unterstrich lediglich, daß die Bemühungen nicht umsonst gewesen seien. 3ndem wir nach den hauptsächlichsten Mitteln für die Wiederherstellung der Wirt­schaftsstabilität und des Vertrau­en s suchten, haben wir unsere Pflicht inter­nationaler Solidarität erfüllt. 3ndem ich hier die Politik internationaler Zusam­menarbeit fortsetzte, für die mein und Bri- ands Besuch in Berlin eine wichtige Etappe darstellte, bin ich mit bewußt, der Friedenssache gedient zu haben, ohne die wesentlichen 3nter- essen Frankreichs zu opfern."

An Bord der ,.3sle de France" gab Laval kurz vor feiner Abreise einem amerikanischen Pressevertreter folgende Erklärung:3ch werde dem Parlament über alles Rechenschaft ablegen; ich werde sodann meine Ministerkollegen um ihre Ansicht über einen Plan für eine vollstän­dige französisch-deutsche Annähe­rung befragen. Das Allernotwendigste ist, das Vertrauen wiederherzustellen, das seiner­seits nur auf der Basis einer wirtschaftlichen Verständigung beruhen kann. 3ch habe dem Präsi­denten Hoover und dem Senator Borah erklärt und ich glaube, sie davon überzeugt au haben, daß Frankreich, wenn es sich selbst über­lassen bleibt, die erwartete Annäherung zu- standebringen (de terminer) kann." Laval soll den Präsidenten Hoover und Borah ein« geladen haben, nach Frankreich zu kommen, aber diese wüßten noch nicht, ob sie diese Ein­ladung annehmen könnten, obgleich sie sie gün­stig aufgenommen hätten.

Der offenherzige Borah.

Polen auf den Futz getreten.

Washington, 27. Okt. (TU.) Die politische Sensation in Washington ist ein scharfer Zusam­menstoß zwischen dem hiesigen polnischen Gesand­ten Filip owicz und dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Senates Borah. Borah hatte mit dem poln'scben Gesandten bei dem Abschiedsempfang f ü r L a v a l am Sonn­tagabend in den Räumen der französischen Bot­schaft eine Aussprache über seine Aeußerungen über den Weichselkorridor. Diese Unter­haltung trug einen rein privaten und vertraulichen Charakter. Der polnische Gesandte hielt cs jedoch für nötig, entgegen den Abmachungen eine offi­zielle Verlautbarung über die Unterhal­tung herauszugeben, in der gesagt wird, daß Borahs Kenntnisse der mitteleuro­päischen Zustände durchaus mangel- hast seien. Senator Borah war über diesen un­erwarteten Ausfall de- polnischen Diplomaten höchst überrascht, da der Gesandte die Vertrau­

lichkeit gebrochen hatte. Er sah sich infolgedessen veranlaßt, den Angriff des polnischen Gesandten in einer öffentlichen Erklärung zu beantworten. Borah sagt in seiner Verlaut­barung, er habe erwartet, daß die Unterhaltung privater Ratur bleiben würde. Er sei daher sehr überrascht gewesen, als 3ournalisten ihn von der amtlichen Verlautbarung der polnischen Gesandt­schaft unterrichteten. Er, Borah, habe keinerlei Absicht gehabt, über die Unterhaltung mit Herrn Filipowicz etwas zu sagen. Er bedauere, daß das Gedächtnis des Gesandten hinsichtlich dieser Unterhaltung fehlerhaft zu fein scheine. Zeugen bet Besprechung Borahs mit Filipowicz erzählen, der polnische Gesandte habe in bet Un­terhaltung behauptet, baß bas Gebiet bes Danziger Korribors zu 80 v. H. von Polen bewohnt sei. Borah habe bem pol­nischen Gesanbten barauf ertoibert, baß ber Korri- bor in absehbarer Zeit zu 100 v. H. von Polen bewohnt sein würbe, wenn bie polnische Regierung ihre gegenwärtige En t b e u t sch u n g s p o l i t i k weiter »er­folge. Der Zwischenfall zwischen Borah unb Filipowicz erregt in politischen Kreisen das größte Aufsehen, ba bisher noch kein diplomatischer Ver­treter des Auslanbes bem Vorsitzenden des Se­natsausschusses für auswärtige Angelegenheiten mangelhafte Kenntnisse" ber politischen Verhält­nisse vorgeworfen hat.

Die Weiterentwicklung der Reparationsfrage.

Tie Auffassunq des Auswärtigen Amtes.

Berlin, 27.Oft. (OB.) (Ein Berliner Abend- blatt will wissen, daß ein deutscher Schritt in der Reparationsfrage bevorstehe, und zwar werde er­wogen, die (Einberufung de» beratenden Sonderausschusses der BIZ. zu beantra­gen. Das ist bekanntlich der Im Qoungplan selbst vorgeschriebene Weg. Die wir oonunterridjte- t e r Seite erfahren, kann von einem solchen Schritt vorläufig gar nicht die Rede sein. Natürlich beschäftigt man sich bei den zuständigen Stellen der wilhelm- ftraße sehr lebhaft mit dem Ausgang der Washing­toner Besprechungen, aber vorläufig Ist noch gar nicht abzusehen, wie die Reparation»srage vorwärts getrieben wird. Das Washingtoner (Eommuniqu^ regt eine Initiative der europäischen Machte an, also keineswegs ein (Einzelvorgehen Deutschlands. Zunächst muß man doch auch einmal abwarten, bis Laval wieder in Paris eingetrosfcn ist. und dann wird in diplomatischen Ver­handlungen, vor allem zwischen Berlin und Paris, da» weitere Vorgehen geklärt werden müssen, wahrscheinlicher als die Ankündigung eines deutschen Schrittes klingt vielleicht schon die ameri­kanische Meldung, daß Laval die Initiative zur (Einberufung einer Konferenz er­greifen werde, mehr aber noch neigt man in Berlin der Auffassung zu, daß es schließlich entsprechend der Formulierung des Washingtoner Lommuniquss zu einer gemeinsamen Aktion kommen wird. Rach Auffassung unterrichteter Stellen ist es aber am rich­tigsten, zunächst einmal die Rückkehr Lavals und die sich daran anschließenden diplomatischen Besprechun- gen abzuwanen. wa» vorher über diese Dinge ge­sagt wird, ist nur al» Kombination zu werten.

Als ersten politischen Redakteur hatte Sonne­mann Georg Friedrich Kolb berufen, der noch dem PaulSkirchen Parlament angehört hatte. Während des amerikanischen Sczessionskricge- war die Zeitung nahezu da- einzige größere deutsche Blatt, welches für die Erhaltung der amerikanischen Union eintrat Auch finanziell wurden die Vereinigten Staaten von Frankfurt unterstützt. Beim Einmarsch der Preußen in Frankfurt a. M- 3uli 1866, wurde das Zcitungs- gebäude beseht und die Zeitung unterdrückt. Um ihr Zorterscheinen zu ermöglichen, siedelten Redaktion und Verlag nach Stuttgart über. Rach langen Verhandlungen mit den preußischen Behörden wurde es ermöglicht, Rovembcr 1866 die Zeitung wieder nach Zranksurt zurückzuver­legen. wo sie nunmehr alsFranksurter Zeitung" erschien.

25 Jahre Berliner Handelshochschule.

Die Berliner Handel-Hochschule beging mit einem Festakt ihr 25jähr gc- Bestehen. Gleich­

zeitig fand bie Rektorat-Übergabe an Professor Bonn statt. Rach beffen An­sprache überWirtschaftsgestaltung unb Hoch- fchulzicle", in der er die schwierige Lage der akademischen 3ugend infolge der Dirlschastskrise behandelte, dankte Handelsminister Schreiber der 3ndustrie- und Handelskammer, der eigent­lichen Trägerin der Handelshochschule. Obre Opferwilligkeit habe dem Staat erhebliche Au-- gaben erspart. Obrem Präsidenten Franz von Mcndelsschn wurde die Goldene Staatsmedaille für Verdienste um Wirtschaft und Forschung ver­lieben. Zu Ehrendoktoren wurden ernannt. Pros. Dr. 6 o m b a r t, Pros. Hellaucr . Frankfurt a. M.. Prof. Dr. H e y m a n n - Berlin. Geheim­rat K a ft l vom RcichSverband der Deutschen Ondustric, der bekannte Kunftmäzen Oames S i - mon. Staatssekretär a. 'S). OSkar Meyer, Staatsministcr a. D. Leip art. Präsident des ReichSwirtschaftSrate-, Sven Hedin und der amerikanische Botschafter in Berlin, C ad et L

Eine Lhervskerdurg bei Hannover entdeckt.

Der erste Direktor des Hannoverschen Provinzial» museums, Dr. Jacob - F r i e fe n, Hal auf dem Gehrdener Berg bei Hannover durch Grabungen eine Cheruskerburg aus der Zeit um Christi fest- gestellt. Der Halbkreis, um die einstige Kuppe de» Gehrdener Berges hat eine Länge von ungefähr 150 Meter unb eine Breite von etwa 100 Meter. Dieser Wall mit sehr tiefem Graben war schon seit langem bekannt, war aber bi» jetzt noch niemals wissenschaftlich untersucht worden. Bei einer Probe- grabung wurden Gesäßscherben gesunden, die so charakteristisch sind, daß sich die Anlage nur an­der Zeit von 15 vor dis 15 nach Christi Geburt datieren läßt. Cs ist anzunehmen, daß aus dieser Burg ein Teil der Cherusker in die Varusschlacht gezogen ist, doch wäre es Der- sthll, die Varusschlacht und den Gehrdener Berg in direkten Zusammenhang zu bringen.

(Eine umfangreiche Schwarzbrennerei ausgedeckt.

Eine Schwarzbrennerei, wie sie bisher wohl im Rheinland kaum bestanden hat, ist von der Zollverwaltung in LeuteSdorf (KrciS Reu- wied) auSgehoben worden. Die Ausmaße der Produktion sind bi- jetzt überhaupt noch nicht zu übersehen. Man rechnet aber damit, daß i m Laufe der letzten fünf Sabre einige taufend Fuder schwarzgebrannt wor­den sind. Da ein Eisenbahnwagen etwa sechS Fuder saßt, so ist anzunchmen, daß aus dieser Schwarzbrennerei ganze Eisenbabnzüge unversteuerten Branntweines hervor­gegangen sind. Die Höhe der hinterzogenen Steuerlummen wird sich aus einige IW 000 Mark belaufen. Die Aufdeckung dieser Schwarzbrenneret wird wahrscheinlich einen aufsehenerregenden Steuerhintcrzichungsprozcß zur Folge haben.

Hitzewelle In Rumänien.

Die ganz ungewöhnliche Temperatur von 31 Grad Wärme ist in Bukarest gemessen wor­den. DaS Land ist von einer Hitzewelle überflutet, die selbst für einen verspäteten Altweibersommer außerordentlich selten ist.

Beraubung eine» Hausverwalter».

Aus einen Berliner Hausverwalter wurde ein Raubüberfall verübt. Der Verwalter der Dam- bergschen Erben, die einen Rcubaublock i n Wei­he n s c c , nahe der Rennbahn, besitzen, batte im Laufe des Vormittags 3000 Mark Miete eingezogen und sortierte das Geld in sei­nem Bureau. Plötzlich wurde die Tür ausgerissen und zwei jüngere Burschen stürmten herein. Sic bedrohten den Verwalter mit Pi­stolen und raubten von dem auSgezähltcn Gelde 3000 Mark. Mit derBeute flüchteten sie auf die Straße, wo ihre Fabrravcr standen. Sie sind trotz Verfolgung entkommen.

Musfottni al» Dramatiker.

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar hat das Recht der alleinigen deutschen Uraufführung für das DramaE a m p o di Maggio" von Benito Mussolini erworben. Das Werk trägt im Deutschen den Titel .Hundert Tage" und behandelt die für Napoleon I. entschei­dende Episode von der Flucht au» Elba bi» zum Tage von Waterloo. Es erregte im Vorjahre Auf­sehen, als man hörte, daß der Staatsmann Musso­lini auch als Dramatiker tätig sei. Idee und brama- turaischer Plan stammen ausschließlich von Ihm, während er die dramatische Formung gemeinsam mit dem italienischen Schriftsteller (9. Forzano durchführte. Das Werk, das drei Akte mit acht Bil­dern umfaßt, ist bisher nur in Rom unb Budapest herausgekommen. Die deutsche Uraufführung wirb im Januar kommenben Jahres stattfinden unb Zwi­schen der Londoner unb ber Pariser Uraufführung liegen. Die Inszenierung wirb vom Generalinten- bauten Dr. Ulbrid) besorgt werben.

Oie Wetterlage.

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Oktober

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Wettervoraussage.

Das Tlorbmecrlief, welches nordöstlich weiterzieht, hat einen Ausläufer über die britischen Inseln unb die Norbsee vorgestreckt. Unter seinem Einfluß wer­den wir in den Bereich ozeanischer Luft gelangen, unb der Wolkenschirm durste bie nächtliche Ausstrah­lung unterblnben Infolgebessen schwächt sich der Frost ab, jedoch ist die Nacht noch nicht frostsrei. Im Laufe des morgigen Tages wird das Ausgleiten der ozeanischen Luft an bem über Deutschland lagernden HaUeherb zu Niederschlagen fuhren, bie teilweise in Form von Schnee niebergehen. Eine neue Störung über bem Atlantik beutet darauf hin, daß mildere» unb mehr unbeftänbige» Wetter in ben nächsten Tagen zu erwarten ist.

A u »s i chten für Donnerstag: Wechselnb wolkig, Rückgang des Froste», einzelne Niederschläge, in höheren Lagen al» Sdjnee.

Lufttemperaturen am 27. Oktober: mittags 3,3 Grab Celsius, abenbs 0,5 Grab: am 28. Oktober: morgens0,9 Grab. Maximum 3,5 Grad, Mini­mum IL Grad. Erdtemperaturen in 10 an liefe am 27. Oktober: abends 2,5 Grab: am 28. Okto­ber. morgens 2,2 Grab Celsius. Sonnenschein­bauer neun Stunden.