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Oberheffen.
Kreistag des Kreises Alsfeld.
* Alsfeld, 27.April. Der Kreistag des Kreises Alsfeld hielt heute hier unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Stammler feine ordentliche Sitzung ab, in deren Mittelpunkt die Beratung des Haushalts für das Rechnungsjahr 1931 stand. .. m ,
Zu Beginn der Sitzung wurde die Rechnung von 19 29 genehmigt, die einen Barüberschub von 39 615,53 Mark aufweist. Sodann nahm der Kreistag den Berwaltungsbericht von 1929 -zur Kenntnis. r., . ...
Hierauf beschäftigte man sich m längerer Aus- spräche mit dem Haushaltsvoranschlag für bas Rechnungsjahr 193 1 der in Einnahme und Ausgabe mit je 332 212,58 Mark abschließt. An Kreisumlagen kommen 134OOO Mark zur Erhebung. Im Verlaufe der Etatsberatung stellte die Fraktion des Landbundes eine Reihe von Anträgen auf Streichungen an verschiedenen Kapiteln, besonders am Etat des Kreiswoylfahrtsamts. Sämt- siche Anträge wurden durch eine Mehrheit mit Hilfe der nationalsozialistischen Abgeordneten a b gelehnt. Schließlich wurde der Voranschlag einstimmig genehmigt.
Bei der Neufestsetzung der Tagegelder und der Reisekosten der Kreistags- und Kreisausschuß- Mitglieder wurde nach längerer Aussprache ein- stimmig beschlossen, die la ge gelber um 50 v. H. herabzusetzen und für solche Mitglieder, die Festbesoldete sind, vollständig zu streichen.
Oberhessische Viehversicherungsanstali.
Die Oberhessische Viehversicherungs- Anstalt, Sitz Gießen, hielt am Sonntag im Hotel „Hopfeld" in Gießen ihre Hauptversamm- lang unter dem Vorsitz von Direktor Dr. van Bentheim- Gießen ab. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen ist, daß sich die Versicherungs-Anstalt gut fortentwickelt hat. Der Mitgliederbestand ist von 2814 am 1. Januar 1930 auf 3260 am 1. Januar 1931 angeftiegen. Gleichzeitig ist im gleichen Zeitraum die Zahl der versicherten Pferde von 3859 Stück auf 4730 Stück und die der Rinder von 934 Stück auf 1385 Stück angewachsen. Das Versicherung-Kapital ist von 2 963 150 Mk. für Pferde und 448 535 Mk. für Rin- der mit insgesamt 3 411685 Mk. am 1. Januar 1930 auf 4 522 675 Mk. für Pferde und 659 520 Mk. für Rinder auf insgesamt 5 182195 Mk. am 1. Januar 1931 angewachsen. Die Prämieneinnahme betrug am 1. Januar 1930 = 163 429,25 Mk. und am 1. Januar 1931 = 181706,70 Mark. An Entschädigungen wurden ausbezahlt 1929 für 252 Schadensfälle 124 973,75 Mk. und 1930 für 288 Schadensfälle 145 228,75 Mk.: das ergibt einen Durchschnitts-Ent- schädigunaswert von 571 Mark für Pferde und 361 Mk. für Rinder.
Das abschließende Jahr erbrachte einen Gewinn vyn etwa 12 000 Mark. Der Vorsitzende sprach weiter über die Versicherungen im allgemeinen, und hob hervor, daß doppelte Versicherungen nicht zulässig lind.
Bücherrevisor Jäger-Gießen trug den Rechnungsbericht vor, der ein Bild von der gesunden
Finanzlage der Anstalt aab. Die Einnahmen und Ausgaben betrugen 45 017,32 Mk., der Gewinn 12 176,03 Mk., das Vermögen 29 131,75 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt.
Die satzungsgemäß ausscheidenden Ausschußmit- glieber Wilhelm Faber- Kirchgöns, Bürgermeister 6 o u r i e r°Melbach,*Paul Hoffman n-Hof Güll, Ludwig Hofmann V.-Lollar und Bürgermeister Hoppe- Nonnenroth wurden einstimmig wieder- gewählt. Als Mitglieder des Schiedsgerichtes wurden Richard Fischer- Kaichen, Gg. H. M. H a s e I.» Gr.-Umstadt, Ludwig Jhring - Lich und Karl Uhr- Gießen wiedergewählt, während für den ausscheidenden Vorsitzenden Rechtsanwalt R a m g^e- Nidda der Rechtsanwalt und Notar Schneider- Gießen zum Vorsitzenden gewählt wurde.
• Als weiterer Punkt der Tagesordnung fand die Festlegung des Kündigungstermines auf den 15. No- vember ebenfalls einstimmige Annahme.
Landwirt Knorz-Pohl-Göns sprach dem Direk- tor und der Verwaltung der Anstalt Dank und Anerkennung aus. In der anschließenden Aussprache wurden einige technische Fragen behandelt.
Landkreis Gießen.
X SB i e f e cf 28. April. Unsere ä 11 c ft e Mitbürgerin, Frau Marie Hof, wird am 29. April 8 7 Jahre alt. Die hochbetagte Frau ist geistig noch sehr regsam.
* Reiskirchen, 28.April. Der frühere Viehhändler Samuel Rosenberg, der älteste Einwohner unseres Ortes, kann morgen in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 7.G e b u r t s= t a g begehen.
z Saasen, 28. April. Johannes Münch IV., einer der ältesten Bewehrter von Saasen, feiert am 29. d. M. in größter körperlicher und geistiger Frische seinen 8 6. Geburtstag. Der älteste Mann unserer Gegend ist Johannes Schmidts, zu Beltershain: er feiert am 19. Mai seinen 9 7. Geburtstag. Der Atveitälteste Bewohner des Kirchspieles Wirberg ist der am 12. Oktober 1840 zu Beltershain geborene Johannes Hartman n zu Hakbach. Er ist nod) von großer geistiger Frische, wenn auch sein Körper unter Altersschwäche zu leiden hat. Der Sohn des alten Herrn Schmidt zu Beltershain steht bereits im 7 3.Lebensjahre.
o Lich, 28. April. Seinen 80. Geburtstag feiert heute der Schuhmachermeister Ph. Oh- Wald, Ehrenmitglied des hiesigen Turnvereins, an dessen Leitung er früher viele Jahre erfolgreich beteiligt war.
Kreis Friedberg.
Bad-Aauheim, 27. April. Die Ortsgruppe Gießen des DeutschenDauschul- b u n d e s und Mitglieder des Technischen Vereins weilten am Samstagnachmittag in unserer Stadt. Unter sachkundiger Führung wurden die technischen Betriebe des Bades und das Kerckhoff-Jnstitut besichtigt. Anschließend vereinigten sich die Gießener Gäste im Kreise hiesiger und Friedberger Berufskollegen noch zu einem gemütlichen Beisammensein, in dessen Verlauf der oberhessische Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) durch Proben seiner Mundartdichtungen allseits erfreute.
Preußen.
360000 Mark Fehlbetrag im Wetzlarer Kreis-Boranschlag für 1931.
f We hlar, 27. April. Die Haushaltskommission des Wetzlarer Kreistages hat mit den Vorberatungen zum Kreishaus- Haltsvoranschlag für 1931 begonnen. Die erste Sitzung diente der Information der Kommissionsmitglieder, in der nächsten Sitzung soll über die Maßnahmen zur Deckung des Fehlbetrages im Kreishaushalt eingehend beraten werden. Infolge der hohen Wohlfahrtslasten ist im Kreishaushalt für 1931 ein Fehlbetrag von 3600Ö0 M k. zu decken. Da infolge der Notverordnung der Reichsregierung eine Erhöhung der Kreisumlage nicht möglich ist, wird die Deckung des Fehlbetrages außerordentlich schwierig sein. Inwieweit durch Abstriche an den verschiedensten Kapiteln eine Minderung des Defizits zu erzielen ist, wird erst in den kommenden Beratungen ersichtlich werden.
Kreis Wetzlar.
I Großrechtenbach, 27.April. In der jüngsten Amtsversammlung wurde im Anschluß an einen Vortrag von Ingenieur Knie! (Arbeitsgemeinschaft zur Ueberwachung elektrischer Anlagen auf dem Lande in der Rheinprovinz) beschlossen, den Gemeindevertretungen nahezulegen, die Revisionen elektrischer Anlagen durchzuführen. Zu der Befol- dungsordnung für die Amtsbeamten wurde eine Ergänzung beschlossen. Die A m t s r e ch n u n g für das Rechnungsjahr 1929 wurde geprüft und in Einnahmen mit 76 984,27 Mark, Ausgaben 77 071,02 Mark, Vorschuß 86,75 Mark, Reste 66,75 Mark und in der Sonderrechnung mit 593,68 Mark festgestellt. Die Etatsüberschreitungen wurden genehmigt. Der Amtshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1931 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 102 700 Mk. festgesetzt. Die Entschädigung der Amtsverordneten für die Teilnahme an den Amtsoersammlungen wurde auf einen aus der Mitte der Versammlung heraus gestellten Antrag von 5 auf 4 Mark je Sitzungstag herabgesetzt.
Dillkreis.
* S) erb orn, 26.April. Die Landeskirchenregierung hat als Nachfolger des verstorbenen Professors Lic. Sachsse den Pfarrer Lic. Wilhelm Neuser in Siegen zum erstenPfarrerinHerborn und zweiten Professor am Evangelisch-Theologischen Lan- desseminar ernannt. Professor Neuser wird sein neues Amt am 1. Juli antreten.
Hauptversammlung des Hessischen Evangelischen Pfarrvereins.
)( Frankfurt a. M., 25. April. Hier sand im „Kronenhof" die auS ganz Hessen gut besuchte Hauptversammlung des Hessischen Evangelischen Pfarrvereins statt.
Die Versammlung wurde nach Schriftverlesung und Gebet durch Pfarrer Decker (Gießen) vom Vorsitzenden Dekan i. R. D. J audt iFriedberg) eröffnet. Der Jahresbericht bot ein Bild eifrigster Arbeit im Dienste der Kirche und des Pfarrerstandes. Aach Vortrag des Rechnungsberichtes durch Dekan i. R. Röschen und des Tätigkeits
berichtes des Schriftleiters des „Hessischen Kirchenblattes" wurde Pfarrer Knodt (Offenbach) an Stelle deS bisherigen Schriftleiters Pfarrer D. . Fritsch (Ruppertsburg) zum Schriftleiter gewählt. Als äußeres -Zeichen der Anerkennung für die hervorragenden Verdienste, die sich Pfarrer D. Fritsch als Schriftleiter in 38l > jähriger Tätigkeit um den Verein erworben hat, überreichte ihm der Vorsitzende ein Bild und ernannte ihn auf einstimmigen Beschluß der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied mit beratender Stimme im Vorstand.
Aach der Mittagspause wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Der Vorsitzende konnte außer Oberkirchenrat D. Wagner, der schon am Vormittag der Versammlung beiwohnte, noch Prälat O.Dr.Dr. Diehl, Präsident Dr. Dahlem ,Oberkirchenrat Dr. D ü ch l e r, Frh. v. Hehl, Landeskirchenrat v. Wa i h und Kirchenrat T r o m - mersh ausen (Frankfurt) begrüßen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand der Vortrag des Prälaten D. Dr. Dr. Diehl über das Thema: „Einigungsbestrebungen der Mar- bu rger Konferenz und deren gegenwärtiger Stand". In interessanten Ausführungen gab der Vortragende Auskunft über die Bestrebungen, die Landeskirchen von Frankfurt, Hessen-Darmstadt, Hessen-Aassau, Hessen- Kassel und Waldeck zu einer großhessischen Kirche zusammenzuschließen. Er erörterte die verschiedenen Pläne, die zur Erreichung dieses Zieles führen sollen, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Vereinigung bald Wirklichkeit werden möchte. Die Ausführungen lösten eine lebhafte Aussprache aus.
Am Schlüsse der Tagung wurden rroch verschiedene Entschließungen angenommen, deren eine sich mit derVerlegungdesDarmstädter Pädagogischen Instituts nach Mainz befaßt und folgenden Wortlaut hat: „Der Entschließung der evangelischen Landeskirchenregie- tung und der Proteste der evangelischen und anderen Körperschaften des Landes gegen die Aufhebung des Pädagogischen Institutes zu Darmstadt und dessen Zusammenlegung mit dem Institut in Mainz schließt sich der Hessische Evangelische Pfarr- verein vollauf an. Ohne sich gegen den Fortbestand des Mainzer Jrrstitutes als eine Zweigstelle der Hochschule zu Darmstadt zu wenden, spricht der Pfarrverein die Erwartung aus, daß das Darmstädter Institut unverändert in Darmstadt belassen wird. Er fordert überdies, daß die unter dem derzeitigen Zustand besonders benachteiligte, für Schule, Kirche und Gesamtkultur so wichtige Provinz Oberhessen baldigst in Gießen ein Pädagogisches Institut in Verbindung mit der ilnfocrfität erhält."
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