Ausgabe 
27.10.1931
 
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Cihfc Zum Schutz X8X

Jfannamn^ ,ge^ n(t)

r eSSSÜSS, Halia^wOw^

Gießen, Kassel, Eberstadt, den 27. Oktober 1931.

Familie Karl Felsing Familie Heinrich Felsing Familie August Felsing,

Gesundkost

Kräuterbaus Jung in d. Schulstrahe vollw.Lebenöm.

Ein Blick hinter die Kulissen.

Kaufmännischer Verein und Orts« gewerbeverein Gießen hatten für gestern

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. Oktober, nachmittags 2*/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

Maschinenschreiben und Stenographie

Sonder- Lehrgänge beginnen Anfang November. (Tages- u. Abendkurse.) Auskunft u. An­meldung durch <L Direkt, der

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WailtorstraBe 21 zwo Fernruf 3342

Plötzlich und unerwartet verschied am Sonntag, dem 25. d. M unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante

FrauAnnaFelsingWwe.jeb.Gorr kurz vor Vollendung ihres 90. Lebensjahres.

MahaniS

it fanb am Sonnlcf ung jum Selten De en 6er Sflfjtrm eilte mützitzn viWWv nMoldwtz tont M übtnto, iWitto n, hielt einen Al a5n her f)elir- -intslut'. Der m iortrafl führte die» potamien, in das Ir­is, in das Münder i dem sich die Sumffi uns!, niederließen r Hiße fiultur entoj lillelländischen inotß besruchlele - erem heutigen 0«- . Dortragende gW- e von den ührt wurden und, x Dinge zu Üs der Zeit «roch auch J*« t und Ur, jenen 8* le der BadOn'";

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n und die fiarK wachtuollen E « ^Uschen & lflenbes Dor.

durch eine De- ' 5 Milcher jed« J VtftS neu angebrit, nur die Deleßi? buchen der nur werden üb« k ch naher berichten. ">uk der Aorsitzkü ' Darmstadt und V der Darmslädli! I wurden wegen» rrmstädter ÜJoltsbö ^°hl dir vor furja ttfni aus dem TM re Dorwürsee enrührige und Irim 'er schwere Dtt >ete der Han) olitik ihm zur A lenden Mehrzahl -k gebracht, dab tc rk zu Nohl hii e und daß es (eia i handwerkskWnu: erhessischen Lertreiin kskammer Damslü 8 der Aujtrag eriri ir Dlieber(egui| ipiße der handiviid

In der zweiten Sitzung des Schwurgerichts wurde gegen den Kutscher Emil Hartmann von Gießen wegen Meineids verhandelt.

Der Angeklagte hatte 1929 geheiratet. Seine Frau bestellte bei einer auswärtigen Firma verschiedene Sachen, die nicht bezahlt wurden. Der Mann wurde zur Zahlung verurteilt und später zum Offen- barungsetd geladen. Er leistete ihn im März 1931 und gab in dem Vermögensverzeichnis verschiedene

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Lichtbildern und unter Mitwirkung der Konzert- r [nngerin Erna Bubenzer, Duisburg, über das

DhemaWie kommt eine Opernauffüh- rein g zustande? E i n Blick hinter die Kulissen". Der Vortragende, als städtischer Mu­sikdirektor in Duisburg in enger Verbindung mit her dortigen Bühne stehend und mit der komplizier­ten Materie theoretisch und praktisch genau oer- li'cut, gab zunächst einen kurzgefaßten Ueberdlick über die Geschichte der Oper von ihren ersten, früh- ialienischen Anfängen, von Scarlatti, Schütz, Lully, urceU über Gluck, Händel, Mozart, Beethoven, lieber und Wagner bis zu Richard Strauß. Er sihilderte die Stilwandlungen und die Verschieden­heiten des kompositorischen Produktionsprozesse^ unb beschrieb dann, seine Darlegungen mit einem reichhaltigen Anschauungsmaterial belegend, aus- sichrlich den Werdegang einer Oper von der Ein- re-chung der Partitur an der Bühne bi» zur Pre- nufere. Man verfolgte den verzweigten und urn- sicndlichen Weg einer großen Operninszenierung: ci i Blick hinter die Kulissen ließ die Fülle von '21 rbeit, Verantwortung und Organisation ahnen, bi - bis zur stehenden Aufführung erforderlich ist. Die Tätigkeit des Spielleiters, des Kapellmeisters, be» Korrepetitors, des Chorleiters, des Ballett­meisters und des Bühnenbildners wurde mit manchen interessanten Einzelheiten aus der Praxis beschrieben. Das Arbeitsfeld der Maler, Friseure, Tewandmeister und Beleuchter wurde erschlossen; her ungeheure technische Apparat von der Dreh­bühne, Schiebebühne, Wagenbühne samt Schnür- boben unb Versenkung bis zur Windmaschine und nun Wolkenkarussell entfaltete sich in Bild und Wort vor dem staunenden .Laien, der meist nur unvollkommene Vorstellungen hat von der Um rn enge der hinter den Kulissen geleisteten Arbeit. (Einige interessante Stilwandlungen der älteren vWernge^chichte illustrierten die Gesangseinlagen 3^ 6er Konzertsängerin Erna Bubenzer, die, vom

Ertragenden am Flügel begleitet, mit vortrefflich ftelchulter, sympathisch tragfähiger und fülliger Stimme den Abend mit altitalienischen und beut- (tzen Arien aus der Frühzeit der Oper einleitete unb mit einer Arie aus Mozarts neuerdings wie- 16er entdecktemJdorneneo" beschloß. Die Veranstau lu na fand den lebhaften Beifall eines angeregt 1'iLschenden Auditoriums.

Gießener Wochenmarktpreisc.

TS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: . Butter 120130, Matte 3035 Pf. das Pfund, Kochbutter das Pfd. von 1 Mk. an, Käse 10 Stuck 60140 Pf., Eier das Stück 12-13 Pf., Wirsing : i 8-10, Weißkraut 6-7, Rotkraut 8-10, Gelbe (Rü­ben 810, Rote Rüben 810, Spinat 1520, Rrmischkohl 810, Unter-Kohlrabi 56, Grün­kohl 15, Rosenkohl 20-25, Feldsalat 80100, ho­rteten 3540, Zwiebeln 810, Meerrettich 3060, Schwarzwurzeln 3035, Kürbis 56, Kartoffeln 3,5-4, Aepfel 8-10, Birnen 810, Dörrobst 30 bi j 35, Honig 4050, Rüsse 2530, Junge Hähne M 90100, Suppenhühner 80100, Gänse 8090 Pf, bexi Pfund, Tauben 5060, Blumenkohl 2060, H Salat 1015, Salatgurken 2025, Endivien 10

Z bti 15, Ober-Kohlrabi 810, Lauch 510, Rettich v 1015, Sellerie 1040 Pf. das Stück, Radieschen -1315 Ps. das Bund, Kartoffeln 2,50-2,80, 2lep-

kL 46, Weißkraut 33,50, Wirsing 5, Rotkraut t Mk. per Zentner.

Bornotizen.

- Tageskalender für Dienstag, öfcaöttßeater Gießen:Das große Welttheater", '& 20 bis 22 Llhr. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:

Äomben auf Monte Carlo".

Aus dem Stadttheaterbureau wird rnii geschrieben: Eine lustige Diskussion über -' 'ßceffe, Kommunalpolitik, Ehe, Liebe, zu der Munchr vierbeiniger FreundToni" am Mitt- . ü'Och, 28. Oktober (als 4. Vorstellung im Mittwoch- - Abonnement; gewöhnliche Preise; von 19.30 bis 21..45 Uhr), zum letzten Mal- Anlaß gibt, bannt

Buruno Frank in seiner humorvollen Komödie ..Durm im Wasserglas".

Schwurgericht Gießen.

* Gießen, 26.Okt. Das Schwurgericht begann heute seine Tagung unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Strack. Als erste Sache stand zur Verhandlung die Anklage gegen den Taglöhner Heinrich Kraut von Robhemi v. d. H. wegen ge­werbsmäßiger Abtreibung. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Eckert, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Aaron. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig. Er ist seiner glaubhaften, mindestens unwiderlegbaren Angabe zufolge durch Arbeitslosigkeit und Die dadurch entstandene Rot zu seiner Verfehlung gekommen. Das Gericht nahm mildernde Umstände an und verurteilte den Ange­klagten zu einer Gefängnis st rase von 1 Jahr. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt; das Urteil wurde öffentlich verkündet. Der Angeklagte unb die Staatsanwalt­schaft verzichteten auf Rechtsmittel.

Reihen des Vereins bildete sich eine Theater- gemeinde, die verschiedene Aufführungen des Gießener Stadttheaters im Laufe des Winters besuchen will.

r. Lang°Göns,26. Okt. Mit dem 1. Rovem- ber scheiden wegen vorgerückten Alters und aus Gesundheitsrücksichten die zwei Handarbeits­lehrerinnen, Frau Katharine Boller und Fräulein Katharine Jung, aus dem hiesigen Schuldienst aus. Jahrzehntelang haben sie mit unermüdlichem Eifer, mit großer PUichttreue, ost bei start überfüllten Klassen, die Mädchen in die Kunst des Rühens, Strickens usw. eingeführt. Den Llnterricht in den Handarbeiten übernimmt vom 1. Rovember ab Fräulein Kalbfleisch, Gießen.

Kreis Alsfeld.

ei. Merlau. 26. Okt. Gestern feierte hier in geistiger und körperlicher Frische Frau Katharine Rühl ihren 90. Geburtstag. Der hochbetagten Frau wurden zahlreiche Glückwünsche zuteil.

ei. Mücke, 26. Okt. Zur Zeit werden am hie­sigen Bahnhof beträchtliche Mengen Wildpret ver­laden. Da Mitte d. M. die Jagd eröffnet worden ist, haben zahlreiche Treibjagden stattgefunden und gute Deute gebracht. Die meisten Sendungen kommen aus dem vorderen Dogeisberg. Der Preis, der für Wildpret bezahlt wird, ist in Anbetracht des starken Angebots niedrig.

Landfriedensbruchprozeß in Rcdheim.

Großes Schöffengericht Marburg.

Rodheim a. d. Bieber, 27.Okt. (Eigener Bericht des Gieß. Anz.) Heute morgen um 10 Uhr begann im Gasthaus Manck zu R o d h e i m unter dem Vorsitz von Amts- und Landgerichtsrat Ruhl (Marburg) die Verhandlung wegen Landfrie­densbruchs von 11 Angeklagten, die am 11. August in Rodheim in eine Schlägerei verwickelt waren. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Heinzmann.

Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Am Abend des 11. August, am Verfassungstag, stan­den am Gasthaus Manck zu Rodheim a. d. Bieber eine Anzahl Reichsbannerleute, die dort Aufstellung genommen hatten, um vom Gasthaus aus in ge- schlossener Formation nach dem Schulhaus zu mar« schieren, in dem eine Verfassungsfeier stattfinden sollte. Am gleichen Abend fand in Bieber eine Versammlung der Nationalsozialisten statt, an der etwa 50 Nationalsozialisten von Gießen teilnehmen wollten. Auf dem Marsch der Gießener National­sozialisten nach Bieber kam es bereits auf der Straße GießenRodheim zwischen einigen Reichs­bannerleuten unb den Nationalsozialisten zu kleinen Reibereien, die jedoch noch nicht zu Tätlichkeiten ausarteten. Als der oug der Nationalsozialisten in Rodheim eintraf und die Straße am Gasthaus Manck passieren wollte, entwickelte sich eine ernstere Auseinandersetzung. Ein Teil der Nationalsozialisten konnte die Straße ungehindert passieren, obwohl das Reichsbanner auf der einen Straßenseite in geschlossenen Gliedern angetreten stand. Erst als der Schluß des nationalsozialistischen Zuges dis Reicbsbannerfront passierte, durchbrachen einig» Reichsbannerleute die Reihen und stürzten sich, wie aus der Anklageschrift hervorgeht, mit verschiedenen Gegenständen bewaffnet auf die Nationalsozialisten. Im weiteren Verlaufe entwickelte sich eine schwere Schlägerei, bei der verschiedene Nationalsozialisten verletzt wurden. In der Folge wurden die National­sozialisten von Reichsbannerleuten verfolgt und teils ourch Steinwürfe belästigt.

Nunmehr haben sich die 11 A n g e k l a g t e n , die dem Reichsbanner angehören, wegen Landfrie­densbruchs und zum Teil auch wegen vor­sätzlicher Körperverletzung und Sach­beschädigung zu verantworten. Zu dem Prozeß, der aus Ersparnisrücksichten auf den Schauplatz der Tat verlegt war, wurden durch das Gericht 4 6 Zeugen geloben, der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Aaron (Gießen), hat weitere 18 Zeugen benannt.

Heute morgen wurde zunächst in die Vernehmung der Angeklagten eingetreten.

Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet hot unter weiterer Verstär­kung seinen Weg ostwärts genommen. Deutschland erhält durch seine Südseite kontinentale Luft, die noch, begünstigt durch nächtliches Aufklaren, Frost verursacht. Unter der weiteren Zufuhr kontinentaler Kaltluft hält in der kommenden Nacht der Frost an. Mit dem Herannahen neuer Störungen wird iedoch der Hochdruckeinfluß abgebaut, und ozeanische Warm- lüft bringt spater Rückgang des Frostes, Bewölkung und auch vereinzelte Niederschläge.

Doryersage für Mittwoch: Weiterhin Rachtsrost, anfangs heiter, späterhin aufkom­mende Dewölkung, trocken.

Vorhersage für Donnerstag: Rück-' gang des Frostes und tagsüber mild, Rebel- bUdung und mehr bewölkt mit Ricderschlags- neigung.

Lufttemperaturen. Am 26. Oktober mit­tags 4,6 Grad Celsius, abends0,2 Grad. Am 27. Oktober morgens1,8 Grad. Maximum 4,9 Grad, Minimum 2,6 Grad. Sonnenschein- dauer 8 Stunden.

Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 26. Oktober abends 4,2 Grad. Am 27. Oktober morgens 2.0 Grad.

Dolksvorstellungen im Gieße- i«r Stadttheater. Aus dem Stadttheater- ömreau wird uns geschrieben: Die Intendanz röägt der Zeit Rechnung und bringt für Sams- in, 31. Oktober, eine der Ungunst der heutigen v-erhältnisse entsprechende, von allen Theater- iraunöen sicherlich lebhaft begrüßte Reuerung. Mnatlich soll einmal zu denkbar kleinsten Preu- km eine Volksvorstellung veranstaltet wer- fre^i. Ein Theaterabend bringt Entspannung und A'^fheiterung. Aber wer beides heute am nötig- llLir hat, ist vielfach nicht in der Lage, sich diese 'ealische Aufheiterung zu gönnen. Die Einrichtung

Volksvorstellung soll allen und jedem den ^tzeaterbesuch ermöglichen. Vier Kapitel aus dem 9ef>en einesilnanftänöigen Mädchens", Rollen m LustspielDer Garten Eden" von Oester- ce-icher und Dernauer im bunten Scheinwerfer- üqt abwechslungs- und stimmungsreicher Szenen, humorvoll und nicht ohne moralische Lehre für ogenanntegute Gesellschaft" ziehen an dem De- u-cher vorbei. Spielleitung hat Peter F a s s o 11. rvieldauer von 20.15 Uhr bis 23 Uhr.

'* Stadttheater . Abonnement. Die kmlösung des zweiten Abschnitts des Stadtiheater- lüonnements muß von Donnerstag bis Samstag

Sachen nicht an. Seine Frau, mit der er in Schei­dung lebt, zeigte ihn bann an.

Der Angeklagte gab zu, verschiedene Sachen nicht angegeben zu haben. Er sei ber Meinung gewesen, baß er dies deshalb nicht zu tun brauche, weil es sich um Sachen handele, die er vor der Ehe er­worben habe; er habe geglaubt, das diese für Schulden aus der Ehe nicht hasteten. Aehnliche An­gaben hatte er bei seiner Vernehmung auf dem Polizeiamt gemacht. Bei dem Untersuchungsrichter hatte er im Gegensatz hierzu ausgesagt, er habe diese Sachen desyalb nicht angegeben, weil er nicht eingesehen habe, daß er die vor der Ehe mit sauer verdienten Geld erworbene Sachen für Schulden seiner Frau aus der Ehe hergeben sollte.

Die Beweisaufnahme ergab nichts Wesentliches. Die Frau des Angeklagten verweigerte das Zeugnis.

Staatsanwalt Fischer vertrat die Auffassung, daß ein Meineid dem Angeklagten nicht nachzu­weisen sei. Er beantragte 3 Monate Gefängnis wegen fahrlässigen Falscheids. Der Angeklagte sei vor der Leistung des Offenbarungseides von dem Richter ausdrücklich darauf hingewiesen worden, daß er alles anzugeben habe, was ihm gehöre, und daß er nichts verschweigen dürfe, sonst sei er straf­bar. Der Angeklagte hätte sich also bei dem Richter, der mit ihm das Vermögensverzeichnis ausführlich durchgesprochen chabe, erkundigen müssen, ob er die fraglichen Sachen anzugeben habe. Darin, daß er dies nicht getan hätte, bestünde sein Verschulden.

Rechtsanwalt Rothenberger führte aus, der Angeklagte sei des festen Glaubens gewesen, daß er die Sachen nicht anzugeben brauche. Darin, daß er sich bei dem Richter nicht erkundigt habe, sei aus näher bargeleaten Gründen eine Fährlässigkeit nicht zu erblicken. Er beantragte Freisprechung, vorsorg, lich milde Bestrafung seines Klienten.

Landaerichtsrat Strack verkündete nach der Be­ratung Urteil dahin, daß der Angeklagte freizu- sprechen sei. Er führte aus: Meineid komme nicht in Frage, denn der Angeklagte habe geglaubt, daß er die Sachen nicht anzugeben brauche. Aber auch fahrlässiger Falscheid könne dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Mit Rücksicht auf die Beson­derheiten dieses Einzelfalls könne das Gericht nicht fcststellen, daß der Angeklagte hier deshalb fahrlässig gehandelt habe, weil er sich bei dem Richter nicht erkundigt habe.

Kreudiges Ereignis

in der Großherzoglichen Familie.

WEN. Darmstadt, 26.Okt. Gestern abend ist die Erbgroßherzogin Cäcilie von Hessen von einem gesunden Knaben entbunden worden. Die junge Mutter ist eine Tochter des Prinzen Andreas von Griechenland, die sich mit dem Erbgroßherzog Georg Donatus von Hessen am 2. Fe­bruar d. 9. in Darmstadt vermählte.

Oberbeffen.

Oer Ortenberger Kalte Markt.

* Ortenberg, 27. Okt. Der weithin bekannte Ortenberger Kalte Markt findet vom Sonntag, 1., bis Donnerstag, 5- November, statt. Den Schluß des Marktes oildet die alljährliche Marktlotterie. Man verspricht sich trotz schlechter Zeitverhältnisse einen normalen Auftrieb von Pferde, Fohlen, Rindvieh und Schweinen. Händler aus der Umgegend halten sc' i Umschau wegen Unterkünften. Auch in den Gasthäusern bebt sich der Verkehr, überall wird geschlachtet und Vor­bereitungen getroffen. Man rechnet wieder auf Aufkäufer aus Süddeutschland, insbesondere kaufen Landwirte aus Württemberg von altersher hier ihre Pferde.

Rückfahrkarten lösen!

Die Reichsbahn teilt mit: Deim Desuch des vom 1. bis 4. Rovember stattfindenden Orten­bergerKalten Marktes" liegt es im eigenen Interesse der die Eisenbahn benutzenden Reisen­den, schon vor der Hinfahrt bei der Fahrkarten­ausgabe ihrer Abfahrtstation gleich auch die Fahrkarten für die Rückfahrt zu lösen. Bei dem Massenandrang in Ortenberg würde dadurch eine glattere Abwickelung ermöglicht.

Landkreis Gießen.

/ Lich, 26. Okt. 3m vollbesetzten Saal des Holländischen Hofes fand gestern abend die erste Veranstaltung des Volksbil­dungsvereins in diesem Winter statt. Kam­merdirektor i. R. D. Müller, Darmstadt, der kürzlich erst die Reste der alten Marcellinuska- pelle bei Durlhards freigelegt hat und der zur Zeit mit Ausgrabungen in hiesiger Gegend beschäftigt ist, hielt einen interessanten Vortrag über das ThemaAlte Siedlungen in und um Lick und die dazu gehörigen Straßen". AIS alte Siedlungen führte der Redner Mengeshausen (zum erstenmal urkundlich 1245 erwähnt), Rieder-Albach (1239), Aodeschütl (1210), Saasen (1239), Schorfheim (1223), Kollnhusen (1128), Westwig (1306) an. Als alte Straßen wurden festgestellt die alte Gies- ferstraße, Wetzlarer Straße, Garbenteicherweg, Langsdorfer Weg, Steinweg, Ronnenröther Straße, Grünbergerstraße. Die Ausführungen des Vortragenden wurden durch die neuesten Dilder der durch Ausgrabungen festgestellten alten Stra­ßen erläutert. Schöne Funde, z. T. aus der Hall­stadtzeit (etwa 1000 v. Chr.) wurden gezeigt. In überzeugender Weise wies der Redner nach, daß die ganze ilmgegenö als alter Kulturboden anzu­sprechen sei. Reicher Beifall wurde dem Redner zuteil Eine Aussprache schloß sich an, Eine Tel­lersan mlung für weitere Ausgrabungsarbeiten ergab einen ansehnlichen Betrag. Als nächste Veranstaltung ist ein Konzert geplant. Aus den

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wird nach vorherigem Abtaxieren täglich von 2 bis 4 Uhr nachmittags verkauft.

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dieser Woche erfolgen. Näheres in der heutigen Be­kanntmachung.

**AuswechslungeinerStraßenbahn. weiche. Auf dem Marktplatz wird gegenwärtig eine Weiche der elektrischen Straßenbahn gegen eine neue ausgewechselt. Die Straßenbahnwagen der Grünen Linie in der Richtung MarktplatzWiesecker Weg fahren während dieser Arbeiten nicht mehr bis zum Marktplatz, sondern haben ihren Endpunkt in der Marktstraße neben der Engelapotheke. Straßen­passanten und Passagiere der Roten Linie, welche die nach dem Wiesecker Weg führenden Wagen be­nutzen wollen, seien auf die provisorische Haltestelle aufmerksam gemacht.

,,3 m ß a n b e derMitternachtssonne." Die Kulturfilmvorführung am vergangenen Sonn­tag im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, führte in den hohen Norden. Der Film gab in seinem ersten Teile die eindrucksvolle Landschaft der Westküste Schwe­dens, das Eismeer, die Eisberge, Städte und Dör­fer, Bauern und Fischer usw. wieder, ein stets dank­bares Gebiet für den Filmoperateur, der hier dem schönen Bild auf Schritt und Tritt begegnet. Die übrigen Teile des Filmes führten in das nördlichste Gebiet des Landes, in die Gegend, in der die Lap­pen nomadisierend oder an wenigen festen Wohn­sitzen Hausen. Aus dem Kampf der Lappen um ihre Existenz, die sie gegen die rauhe Natur nur müh­sam durchsetzen können, brachte der Bildstreifen sehr interessante- Ausschnitte. Man lernte das Familien­leben, das Gemeinschaftsleben dieses Volkes kennen, das mit dem Geschick des ursprünglichen Naturvolkes allen Hindernissen trotzt; in gut erfaßten Bildern waren auch die treuesten und wichtigsten Kameraden jener Menschen, die Renntiere, festgehalten, die ihren Herren die Schuhe und die Kleider, die Nah­rung und die Arbeitskraft geben müssen und als Zugtiere vor dem Pulch das Kapital des Lappen darstellen. Der Film brachte manche luftige Szene, aber auch manches Ueberraschende (z. B. eine Herde Renntiere über einen vier Kilometer breiten Sund chwimmen zu sehen), so daß das Interesse der Zu- chauer stets wachgehalten war. Ein weiterer Film eigte besonders die Länder des Eismeeres, Grön- and und Spitzbergen, Island und das nördliche Schottland. Als Beifilm sah man neben der Wochen­schau einen originellen Scherenschnittfilm, der im Geiste Mozartscher Musik behandelt war und die Zuschauer in die Zeit des Rokoko versetzte.

** Schmuckausstellung. Der Metallbild­hauer Küchel (Gießen, Kaiserallee), der schon seit einiger Zeit jährlich einmal mit seinen Ar­beiten an die Oeffentlichkeit tritt, zeigte auch am vergangenen Samstag und Sonntag wieder feine neuesten kunstgewerblichen Erzeugnisse, die auch diesmal einen großen Interessentenkreis fanden. Die Arbeiten verdienten auch die Beachtung, die ihnen zuteil wurde, denn der Künstler, dessen Schaffen durchaus kunsthandwerklicher Ratur ist, verbindet in glücklicher Weise das Zweckmäßige mit dem Schönen. In diesem Sinne sind die Ar­beiten auch weniger als Luxus, denn als Ge- brauchsgegenstande zu betrachten und zu bewerten. Ringe und Ketten, Knöpfe und Gürtelschnallen, Manschettenknöpse und Agraffen, Radeln und deko­rative Droschen, in Silber geschnitten, gehämmert, getrieben, mit Emaille farbig behandelt, sind in reizvollen und originellen Formen hergestellt, und geschmackvoll zur Schau gelegt gewesen. Ver­schiedene größer angelegte Arbeiten, ein Kruzi­fix, eine Maske usw. nahmen besondere Aufmerk­samkeit für sich in Anspruch. Kameen, in Mufchel- stein geschnitten, gefielen sehr gut. Im Rahmen der Ausstellung zeigte der Künstler auch Ent­würfe und fein Handwerkszeug. Die Ausstellung war sehr gut besucht.

** Einbrüche in Büdingen. Die Landes­kriminalpolizeistelle Gießen meldet: In der Nacht zum Sonntag wurde in Büdingen bei einem Bäckermeister ein Einbruch verübt unb neben Scho­kolabe, Kognak, Zigarren, Zigaretten unb Tabak noch ein Betrag von 18 Mark aus ber Labenkasse gestohlen. In ber gleichen Nacht brangen Einbrecher ebenfalls in Bübingen in ein Stoffgeschäft ein unb entwenbeten aus bem Lager brei Ballen Stoff im Werte von etwa 500 Mark. Die polizeilichen Er­mittlungen finb im Gange.

aßenb zu ihrer ersten Vortragsoeranstaltung im Winterhalbjahr 1931/32 eingeloben. Professor Wal­ler Josephson sprach an Hcmb von instruktiven

werde

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