Ausgabe 
27.7.1931
 
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Kühe desgleichen in Milch: Anerken­nung: L. Alles II., Sich.

Rinder (erkennbar tragend): 1. Preis: W. Fach, Rieder-Bessingen: 2. Preis: K. Schöne, Lich; 3. Preis: K. Rinn, Watzenborn.

Rinder über!3ahr: 1. Pr.: K. Keblow- ski und G. Pein 1. in Rieder-Dessingen: 3. Preise: Hch. Textor, Lich und K. Keblowski, R.-Bessingen. A.: K. Schöne und L. Alles II. in Lich.

Familien: 1. Preis: K. Keblowski, Rieder- Dessingen: 2. Preis: K. Schöne, Lich.

3m Anschluß hieran wurde die von dem Land­wirtschaftskammerausschuh für die Provinz Ober­hessen geleitete Dullen-, Eber - undSchaf- bock - Versteigerung vorgenommen, nach­dem zuvor eine Richtung der Dullen erfolgt war, die folgendes Ergebnis hatte:

1. Preise: E. Dausch, Langsdorf und A. Maser, Selters: 2. Preise: L. Cloos, Oppenrod, K. Zim­mer, Lich und W. Mathes, Bettenhausen: 3. Preise: H. Eller III., Ober-Hörgern, K. Mülleri., Kirch-Göns, Wilh. Dausch, Reichelsheim, Adam Koch VIII., Ronnenroth, H. Müller II., Dirklar, K. Kaiser, Trais-Münzenberg und K. Walter, Trais-Münzenberg.

Tie Dullen waren von guter, wenn auch nicht gerade hervorragender Qualität. Die schlechte wirtschaftliche Lage vieler Gemeinden zwang zu größter Zurückhaltung. Es konnten daher nur 7 Dullen abgeseht werden. 3m Gegensatz hierzu war nach Schafböcken außerordentliche Rach­frage, sie übertraf wesentlich das Angebot, wo­durch es möglich war, sämtliche auf getriebenen Tiere unter verhältnismäßig günstigen Preisen durchschnittlich 140 Mark pro Tier zu Verkäufern Dei Ebern herrschte kaum Rachfrage. Der Um­satz blieb gering.

Dec krämermarkl

war überaus reich befahren, die Umsätze waren zufriedenstellend. Um 13 Uhr veranstaltete die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Adlerplatz ein Platzkonzert, das beifällige Aufnahme fand. Um 14 Uhr wurden die prä­miierten Tiere unter Dorantritt der Kapelle in einem Zuge durch die Stadt geführt. Auf dem Festplah am Rathaus löste sich der Zug auf. 3m Anschluß daran fand die Auszahlung der bewil­ligten Prämiierungsgelder statt. Die Tombola- dkrlofung, die diesmal eine Anzahl wertvoller Gewinne bereithielt, fand allgemeinen Anklang. Volksfest, Konzert und Tanz beendeten am späten Abend den Markttqg.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linden, 25. Juli. Auf der Straße nach Dutenhofen, hinter dem Allendorfer Wäld­chen, werden gegenwärtig umfangreiche Straßen - A u s b e s s e r un g s a r be i ten vorgenommen. Die Außenseiten der dort befind­lichen Kurven werden beträchtlich ge­hoben und mit Dasaltkleinschlag unter Zusatz von Teer eingeebnet.

EU Lollar, 26. Juli. Am heutigen Sonntag feierte Frau Katharine Schmidt geb. Moos, in bester geistiger und körperlicher Gesundheit ihren 8 3. Geburtstag.

* Ober-Hörgern, 26. Juli. Bei der hiesigen Bürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Heinrich Müller VIII. wieder­gewählt.

LI Rodheim a. d. Horloff, 25. 3uli. Die hiesige landwirtschaftliche Genossen­schaft hielt ihre diesjährige Generalver­sammlung ab. Die Rechnungsablage zeigte folgenden Stand: Aktiva 7472,72 Mk., Passiva 7433,88 Mk. Der Reingewinn beträgt 38,84 Mk. und wurde teilweise für die Kosten der General­versammlung verwandt und teilweise auf das nächste 3ahr überschrieben. Der Warenbezug be­lief sich auf 9600 Mk. Dem Rechner Ludwig Zolc wurde Entlastung erteilt und die Aner­kennung der Versammlung ausgesprochen. Die

(£t>o am Strand

Roman von Hermann Weick.

19. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Widerstrebende Gedanken und Empfindungen erfüllten 3örg Leupold.

Eifersüchtiger Zorn gegen Helbing, dem Hanna ihre Liebe zugewandt und der die Liebe dieser wertvollen Frau verschmäht hatte, wallte in ihm auf: er wurde aber hinweggeschwemmt von der beglückenden Gewißheit, daß Hanna nicht mehr an den anderen gebunden war.

Run wollen wir gehen", sprach Hanna Moest und erhob sich.

Schweigend schritten sie nebeneinander her. Leu­pold hätte Hanna gern ein Wort des Trostes, der Aufmunterung gesagt; würde aber nicht jedes Wort banal, phrasenhaft klingen?

Was ihn im Tiefsten bewegte, durfte er Hanna ja nicht sagen!

Da wandte sie ihm ihr Antlitz zu, dos von freundlichem Lächeln erhellt war.

3st es nicht seltsam, daß ich 3hnen nun schon zum zweiten Male eine Deichte ablege, Herr Leu­pold? Vielleicht ist es zu vermessen von mir, mit meinen Sorgen und Röten immer wieder zu 3hnen zu kommen..."

Er hemmte den Schritt.

So dürfen Sie nicht sprechen, Frau Hanna", entgegnete er ernst.Würden Sie so rückhaltlos zu mir reden, wenn Sie nicht fühlten, daß ich Sie verstehe? Daß ich nur den einen Wunsch fenne. Sie froh zu wissen?"

Ein seines Rot blühte auf Hannas Wangen auf. Wie ein Staunen über sich selbst klang es durch ihre Worte:

Sie haben recht... ich könnte ja sonst gar nicht so offen mit 3hnen sprechen...

XX.

Herein!" rief Eva Willer, ohne von ihrer Lek­türe aufzusehen: sie dachte, es sei das Zimmer­mädchen, das geklopft hatte. Als aber die Türe aufging, zeigte sich d'Alvez.

Sie sind es?" sagte Eva in hörbarem Unwil­len. Es war das erstemal, daß der Vicomte ihr Zimmer betrat. Was fiel ihm ein, ungebeten hier- herzukommen?

d'Alvez schien die Abweisung in ihren Zügen nicht zu bemerken. Lächelnd kam er näher.

Störe ich Sie?"

Er wartete Evas Antwort nicht ab, sondern fuhr mit einem Hinweis auf das Duch, in dem Eva gelesen hatte, fort:

aus Vorstand und Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder, Dürgermeister Hofmann und Landwirt Philipp Dvrkhardt, wurden wie­dergewählt.

Kreis Büdingen.

* Hirzenhain, 27. Juli. Bei der gestrigen Bürgermei st erwähl in unserem Orte mach­ten von 449 Wahlberechtigten 427 von ihrem Stimm­recht Gebrauch. Es entfielen auf den Dreher Heinrich D i l m e t e r 207, den Schlosser Karl Birx 200 und den Kaufmann und Untererheber Otto Henche 19 Stimmen, eine Stimme war ungültig. Es jrinbet Stichwahl zwischen Vilmeter und Birx statt. Ueber den Zeitpunkt der Stichwahl ist noch nichts bekannt.

Preußen.

Notlandung eines englischen Flugzeugs.

WSR. Marburg, 26. 3uIL Freitag gegen 18 Uhr landete bei dem nordöstlich unserer Stadt gelegenen Dorfe Göttingen ein mit zwei Her­ren besetztes englisches Flugzeug, das am Morgen in London aufgestiegen war und nach Frankfurt wvllte, wegen Denzinmangels aber notlanden muhte. Die 3nsassen des Flug­zeuges, zwei 3nder, waren der deutschen Sprache nicht mächtig und konnten sich mit den herbei­geeilten Landleuten nicht verständigen. Ein zufäl­lig des Weges kommender Marburger Student, der die englische Sprache beherrschte, diente als Dolmetscher und konnte Betriebsstoff aus Sterz­hausen herbeischaffen. Als die Flieger kurz nach 20 Uhr nach Frankfurt weiterfliegen wollten, ge­riet das Flugzeug beim Abrollen in einen Ent­

wässerungsgraben und stellte sich auf die Spitze, wobei Propeller und Fahrgeste ll zu Bruch gingen. Da eine Reparatur an Ort und Stelle nicht möglich war, wurde das beschädigte Flugzeug abmontiert und nach Frankfurt be­fördert.

Kreis Wetzlar.

# Krofdorf, 24. 3uli. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf - Gleiberg ist u. a. zu berichten: Der von Kreisbaumeister Flender (Wetzlar) ausgestellte Bebauungsplan für den in Krof­dorf von der Rodheimer Straße nach der Turn­halle führenden Weg lag nochmals zur Bespre­chung vor. Die Vertretung genehmige nunmehr den Plan. Heber die 3nstandsetzung der Re­ben gebäude auf dem Pfarrgehöft in Krofdorf konnte eine Einigung zwischen Kirchen- und Zivilgemeinde noch nicht erreicht werden. Die Reuanschaffung von Schaltuhren für die elektrische Straßenbeleuchtung wurde zurück­gestellt. Die Anstreicher- und Schreinerarbeiten in der alten Schule in Krofdorf (Haupt­straße) wurden dem Weißbinder K. Schmidt (Krofdorf) und dem Schreiner Albert Wagner (Gleiberg), übertragen.

<> Hoch elheim, 25. 3uli. Dom 1. August ab wird eine staatlich gevrüfte und anerkannte V o l l s ch w e st e r der Rheinischen Evangeli­schen .Frauenhilfe aus dem Mutterhaus in Bar­men oen Krankenpflegedienst in unserer Gemeinde versehen. Die Anstellung der Krankenschwester erfolgte durch die Kirchengemeinde. Die Zivil- gemende zahlt zu den Kosten der Krankenpflege­station einen Zuschuß von jährlich 300 Mk.

Wirtschaft.

Lteberweisungsverband und Schecks.

WTD. Der Arbeitsausschuß des Heber- weisungsverbandes hat am Samstag be­schlossen, künftig auch den Gegenwert von Schecks, die auf alte Konten gezogen sind, zur Verrechnung zuzulassen. Soweit die Scheckbezogenen Verbandsmitglieder sind, gelten hinsichtlich der- Höhe der Scheckbeträge die Vor­schriften des äleberweisungsverbandes für Schecks. Auf sonstige Kreditinstitute sind im allgemeinen die Vorschriften für Heberweisungen der Rot­verordnung über die Wiederaufnahme des Zah­lungsverkehrs nach den Bankfeiertagen vom 23. 3uli 1931 maßgebend. 3m übrigen wird bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß die zahlreichen Klagen der Dankkundschaft über die verspätete Gutschrift zur Einziehung übergebener Schecks ihren Grund darin haben, daß die Schecks zahlungshalber an von dem Sitz der bezogenen Dank weit entfernte Plätze versandt word.m sind. Solche Schecks laufen vielfach durch mehrere 3nkassostellen, wodurch naturgemäß der Einzug erheblich verzögert wird. Es ist daher erwünscht und zweckmäßig, daß Schecks möglichst nur im lokalen Verkehr Verwendung finden.

Beschlüsse einer Brüsseler Stickstoffkonferenz.

Drüssel, 26. 3uli. (WTD.) Hier fand eine wichtige vertrauliche Konferenz von Vertretern der Stickstoffindustrien Deutschlands, Hollands, 3taliens, Frankreichs und Belgiens statt, um die Lage zu prüfen, die durch die kürz­lich beschlossene Richterneuerung des Stickstoff- kartells entstanden ist. Chile, das ebenfalls zu der Konferenz eingeladen war, hatte keinen Ver­treter entsandt. Die Konferenz gelangte zu einer Verständigung über die Grundlagen einer Reihe von S on d e r a b k o rn rn e n , die den 3nteressenten zur Prüfung vorgelegt werden sollen. Die Deschlüsse betreffen nicht die Schaffung eines allgemeinen Kartells, sondern Verständigungen von Land zu Land. Dezeichnend ist, daß man eine Verständigung für möglich hielt und daß die Verhandlungen mit

Chile eröffnet werden sollen, sobald die in Frage kommenden Abkommen von der Mehrheit der europäischen Erzeuger angenommen sein werden.

* Stillegung des Hochofenwerks Oberscheld. Der einzige Hochofenbetrieb im nassauischen Industriegebiet, das Hochofenwerk des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins G. m. b. H. in Oberscheld bei Dillenburg, muß wegen Absatzmangels und großer Vorräte den Ofen vorübergehend dämpfen. Da die Bergverwaltung des Hessen- Nassauischen Hüttenvereins mit dem Hochofenwerk Oberscheld eng verbunden ist und die Bergverwal- tung bisher lediglich noch Absatz nach dem Hochofen Oberscheld hatte, wird auch sie durch diese Maß­nahme betroffen und muß den Betrieb ihrer Erz­gruben im Dillkreis ebenfalls vorübergehend still- legen. Hierdurch werden etwa 350 Bergleute ar­beitslos.

* Kündigungen in der Bergbau- gruppe Hamborn der Vereinigten Stahlwerke. Zu den Kündigungen von 350 Bergleuten auf der ZecheLohberg" find wei­tere 650 Kündigungen auf den Schachtanlagen Westende" undFriedrich Thyssen III/IV" hinzu­gekommen, so daß die Bergbaugruppe Hamborn der Vereinigten Stahlwerke insgesamt rund 1000 Berg­leute zum 15. August entlassen wird. Diese Maß­nahme wird mit den steigenden Absatzschwierigkeiten im Bergbau begründet.

* Schwierigkeiten beim Bankhaus Rüderer & Lang, München. Die 1863 ge- gründete Münchner Bankfirma RüdererL-Lang, die in München eine Hauptstelle und zwei Depo­sitenkassen unterhält, hat am Donnerstag ihre Schalter geschlossen, da es nach Mitteilung der Bankleitung infolge der heutigen Verhältnisse un­möglich sei, die für die Abhebung notwendigen Bar­mittel flüssig zu machen. Die bei dem Bankhaus ein­gezahlten Gelder sind, wie die Firma erklärt, nach bestem Wissen in Grundwerten, soliden Effekten und Pfandbriefen angelegt worden. Zu einer Beunruhi­gung bestehe kein Anlaß.

* Werkspionage bei C. Hehl in Worms. Wegen Werkspionage zum Rachteil

3hre Lektüre muh sehr interessant sein, daß Sie sogar unseren Spaziergang, den wir für vier Ahr verabredet hatten, darüber vergaßen. Es ist jetzt nahezu fünf Ufjr!

Eva sah auf ihre Uhr.

Tatsächlich..das war mir ganz entgangen!" Was lesen Sie schönes?" fragte der Vicomte darauf und warf einen Blick in das Buch.Afri­kanisches?"

Es ist ein Buch über Ostafrika", antwortete Eva widerstrebend.

Auf dem Tischchen neben dem Divan hatte d'Al­vez zwei weitere Bücher entdeckt. Gr las die Titel.

Abermals Ostafrika?" sprach er erstaunt.Sie scheinen ja ungewöhnliches 3nteresse für den schwarzen Erdteil zu haben, Eva! Tragen Sie sich vielleicht gar mit der Absicht, nach Ostafrika zu reisen?"

Starke Verlegenheit bemächtigte sich Evas.

Wohin denken Sie!" entgegnete sie hastig.3ch interessiere mich eben jetzt gerade für Ostafrika, da lieh ich mir aus Berlin einige Bücher kom­men ..."

Sie kam sich ertappt vor.

Wut auf d'Alvez erfahte sie. Was hatte er sich um ihre Lektüre zu kümmern? Es war überhaupt eine Frechheit von ihm, unaufgefordert in ihr Zimmer zu kommen! Die Art und Weise, wie er sich in ihrem Zimmer umsah, als wolle er jedem Winkel aufstöbern, paßte ihr ganz und gar nicht.

Brüsk erhob sie sich.

Wir wollen gehen!"

Der unfreundliche Ton ihrer Sttmme war nicht zu überhören.

Warum so ungnädig?" fragte d'Alvez.Sind Sie mir böse, weil ich Sie in 3hrem Zimmer auf- gesucht habe? 3ch konnte doch nicht bis zum Abend in der Halle auf Sie warten: wer weih, wann Sie, in 3hr Buch vertieft, hinuntergekom­men wären!"

Sie hätten, wenn 3hnen das Warten lästig wurde, längst einen Hotelangestellten herauf- schicken können, Herr Vicomte!" erwiderte Eva falt.

3st es so schlimm, daß ich selbst kam, Eva? Fürchteten Sie gar, daß ich Sie vor den Leuten kompromittiere?"

Sie wandte sich zum Gehen.

Lassen Sie den Spott, Herr Vicomte! 3ch wünsche nun einmal keinen Herrenbesuch in mei­nen Zimmern!"

Plötzlich fühlte sich Eva von hinten umklammert. d'Alvez Gesicht war dem ihren ganz nahe.

Sie treiben mich noch in den Wahnsinn, Eva!" stieß er in fiebriger Erregtheit hervor.3mmer behandeln Sie mich so kalt, so abweisend! Wie oft muh ich 3hnen noch sagen, wie sehr ich Sie liebe..

Mit einem Ruck hatte Eva sich freigemacht. Alles in ihr zitterte vor Empörung.

Was fällt 3hnen ein, mich derart zu über­fallen?"

Er fuhr sich mit rascher, nervöser Geste über die Augen, als müsse er sich gewaltsam zur Wirklich­keit zurückrufen.

Verzeihen Sie, Eva, ich habe mich vergessen!! 3d) weiß ja bald nicht mehr, was ich tue! Die Liebe zu 3hnen läßt mich nicht mehr zur Ruhe kommen!"

Eva gab feine Antwort.

Wie lange soll ich noch schmachten, Eva? Wie lange wollen Sie dieses quälende Spiel noch mit mir treiben?

3ch spiele nicht mit 3hnen, Herr Vicomte! 3ch habe 3hnen schon mehrmals gesagt, daß ich Sie nicht liebel Sie müssen sich danach richten!"

Er tastete nach Evas Hand.

3ch will aber nicht glauben, daß eine Liebe wie die meine unerwidert bleiben sollte! 3ch kann die Hoffnung nicht aufgeben, Sie eines Tages doch noch zu gewinnen! Sonst wäre es besser, ich ginge!"

Ein flehender Ton kam in seine Stimme:

Soll ich gehen, Eva?"

3n Eva jagten sich die Gedanken.

Durfte sie d'Alvez von sich weisen? Gerade jetzt, wo ihre Rache an Helbing sich auszuwirken begann?

Sie hatte wohl bemerkt, daß chr häufiges Bei­sammensein mit d'Mvez ihn nicht gleichgültig ließ. Aus seinen kalten, manchmal fast gehässigen Blicken, die er ihr im Dorübergehen zuwarf, er­kannte sie, daß sie ihn diesesmal getroffen hatte. Helbings bisherige Sicherheit und Heberlegenheit schienen geschwunden zu fein; etwas Verstörtes, das er nur schlecht verbergen konnte, war in sei­nem Antlitz.

Lind nun sollte sie feige den Kampf auf geben?

Warum antworten Sie mir nicht, Eva?" fragte d'Alvez, der sie lauernd beobachtet hatte.

Eva hob den Kopf. Als sie d'Alvez Augen be­gegnete, erschauerte sie. Der Ausdruck einer bru­taler Gewalt, der zu seinen hingebungsvoll lächelnden Mienen in krassem Gegensatz stand, tOar in den Blicken des Vicomte aufgeflammt und so­fort wieder erloschen.

Was will der Mann von mir? durchfuhr es Eva in unklarer Angst.

Sogleich aber hatte sie diese rätselhafte An­wandlung überwunden. 3ch sehe Gespenster! dachte sie. Wie sollte d'Alvez mir gefährlich wer­den können? 3ch muh meinen Weg weitergehen > Roch kurze Zeit! Dis Helbing vollends gedemü- tigt ist!

Sie war nun wieder ruhig.

der Firma Cornelius Hehl, A.-G., in WormS. wurden am 23. d. M. ein Kaufmann, ein 3un genieur, ein Laborant und eine in diese An­gelegenheit verwickelte Ehefrau vorläufig fest­genommen. Durchsuchungen und Vernehmungen förderten umfangreiches Belastungsmaterial zu­tage. Es geht daraus hervor, daß mit Unter« stühung von Werksangehörigen zahlreichen aus­ländischen Firmen der Lederbranche ein Geheim­verfahren angeboten wurde. w

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M., 25. 3uli. Tendenz: sehr ruhig. Dei unveränderter Geschäftslage blieb der Eierabsah sehr sttll. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Dulgcrren 8 bis 8V4, 3ugoslawen 8V< bis 81/2, Rumänen, 73/< bis 8, Russen 71/2 bis 73/4, Holländer 8 bis 10, Dänen 71/» bis IOV2. Flandern 9 bis 93/4, Bayern 8 bis 83/4, Deutsche Frischeier 8V2 bis lOVi, in- und ausländische Mittel- und Schmutz- eier 61/2 bis 63/4.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 27. 3uli. Auftrieb: 1314 Rinder, darunter 284 Ochsen, 119 Dullen, 482 Kühe, 395 Färsen, ferner 602 Kälber, 62 Schafe, 4704 Schweine. Es -wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 42 bis 46 Mk., (ältere) 38 bis 41, sonstige vollfleischige (jüngere) 32 bis 37; Bullen: jüngere, vollfleischige, höch­sten Schlachtwerts 35 bis 38, sonstige vollsleischige oder ausgemästete 30 bis 34; Kühe: jüngere, Vollfleisch., höchsten Schlachtwerts 34 bis 36, sonst, vollfleischige ober ausgemästete 30 bis 33, flei­schige 22 bis 29; Färsen (Kalbinnen, 3ungrin- der): vollsleischige, aus gern ästete, höchsten Schlacht­werts 42 bis 46, vollfleischige 38 bis 41, fleischige 32 bis 37. K ä l b e r: beste Mast- und Saug­kälber 48 bis 52, mittlere Mast- und Saugkälber 43 bis 47. geringe Kälber 33 bis 42. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 49, vollsleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 47 bis 50, von etwa 200 bis 240 Pfund 48 bis 50, von etwa 160 bis 200 Pfund 47 bis 50, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund, 45 bis 48 Mk. Marktverkauf: Rinder schleppend, lieber« stand. Kälber und Schafe ruhig, geräumt Schweine reger, ausverkauft.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M.. 27. 3uli. Wegen Gering­fügigkeit getätigter Geschäfte in altem und neuem Brotgetreide fielen die Rotierungen aus. Es wur­den notiert: Wintergerste, neuer Ernte 180; Hafer, inl., 190 bis 195; Weizenmehl, südd., Spezial 0 40,75 bis 41,50; Weizenmehl, niederrhein., Spez. 0 40,75 bis 41,25; Roggenmehl, 60proz. Ausm., 29,50 bis 32; Erbsen, je nach Qualität für Speise­zwecke 32 bis 36; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 25 bis 68; Heu, südd., gesund, trocken, 3,50 bis 4; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepr., 3; Weizen- und Roggenstroh, geb., 2,75; Treber, getrocknet 10,50 bis 11,25 Mart Tendenz: ruhig.

Aus aller Wett.

Schweres

Linsturzunglück während des Gottesdienstes.

Dei einem Gottesdienst in der Kirche von 3d an bo (Portugiesisch-Angola) stürzte ein Teil des Chors ein und begrub einen großen Teil der Gemeinde unter sich. Aus den Trümmern wurden bisher 20 Tote geborgen. 3m ganzen wurden 200 Personen als verletzt gemeldet, von denen sich 80 im Krankenhaus befinden.

Riesige Ueberschwemmung in Nanking.

Regengüsse von einer seit 3ahrzehntennicht beobachteten Heftigkeit haben in Ranking großen Schaden angerichtet. 4000 Häuser sind eingestürzt, mindestens 10 000 Personen haben kein Obdach. Teile der Stadt stehen metertief unter Wasser. Auch andere Städte im QJangtfetat sind in ähnlicher Weise betroffen worden.

Sie brauchen nicht zu gehen, Herr Vicomte", sagte sie,wenn Sie mir versprechen, daß Szenen wie die heutige sich nicht wiederholen!"

Sie verlangen Unmögliches von mir, Eva! 3ch kann doch nicht immer meine Gefühle in mich ver­schließen; eines Tages brächen sie doch wieder hervor."

Lassen Sie mir Zeit!" unterbrach ihn Eva: sie muhte d'Alvez Hinhalten, um diese letzte Frist, die sie brauchte, zu gewinnen.Drängen Sie mich nicht, ich muh mir erst über vieles klar wer­den ..

Er machte noch einige Einwände, schien aber doch von ihrer Antwort, die ihm eine Hoffnung! lieh, befriedigt zu fein.

3ch will 3hren Wunsch respektieren, Eva, so schwer es mir auch werden wird."

Sie gingen in den Kurgarten. Das Rachmit- tagskonzert hatte viele Desucher angelockt. Eva entdeckte mehrere Dekannte vom Hotel.

Plötzlich zuckte sie zusammen. 3n ihrer Rähe sah allein an einem Tische Stefan Helbing.

Hatte er sie schon gesehen?

Während Eva sich mit d'Alvez unterhielt, blickte sie immer wieder unaffällig zu Helbing hinüber. Er machte, wie sie mit Genugtuung fcftftellte, kei­nen sehr frohen Eindruck; sein Gesicht war ernst, vergrübest, als sinne er über unerfreuliche Dinge nach.

Run wandte er den Kopf.

Dlihschnell hatte Eva die Dlicke gesenkt. 3n einer trotzigen Aufwallung sah sie aber dann doch zu Helbing hinüber. Sollte sie sich fürchten, fei­nen Dlicken zu begegnen?

Helbing tat aber, als bemerke er Eva nicht. Dagegen schien er sich für d'Alvez lebhaft zu in­teressieren; mit auffälliger Gespanntheit betrach­tete er den Franzosen.

Er ist auf d'Alvez eifersüchtig! dachte Eva. Wie töricht wäre es von mir gewesen, wenn ich mit dem Dicomte nicht hierhergegangen wäre; ich wäre um diesen Triumph gekommen!

Rach einer Weile erhob sich Helbing. Eva nahm an, dah er, um eine Begegnung mit ihr zu ver­meiden, sich nach der anderen Gartenseite hin ent­fernen werde. Zu ihrem Erstaunen wählte er aber die Richtung, in der sie sich befand.

Ganz langsam näherte er sich ihrem Tisch. Er grüßte: flüchtig, wie obenhin, traf sie dabei sein Auge.

Dann sah er wieder d'Alvez an. Es war ein langer, forschender Blick, als müsse er sich die Züge dieses Mannes genau einprägen ... oder in diesen Zügen die Antwort auf eine Frage finden, die ihn beschäfttgte.

(Fortsetzung folgt.)