Nr. 175 Zweit« Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Montag, 27. Juli 1951
4 erste Siege der GAS. in Mainz.
Bei grober Beteiligung hauptsächlich fübbeut- scher Bereine wurde am ÖamStag und ©omxtag in Rlam* die Mainzer Ruber-Regatta durchgeführt. DreGießenerRudergesellfchaft 1 8 7 7 landete dabei einige eindrucksvolle Siege. So vermochte 3oeb t am SamStag Im zweiten Siner einen ersten Preis zu erringen und siegte mit 7 40 Minuten vor fernem Konkurrenten Flei schha uer von „llnbine“ Offenbach mit 7.44 Minuten. Am Sonntag errang 3oebt abermals einen ersten Sieg, und zwar im 3ung* mann - Einer. 3n 7:41 Minuten ging er vor Pfeifser WSV DodeSberg (7:44,2) und Schäfer. Dresdner AB. (751,6) durch daS Ziel. Ein schöner und überlegener Sieg war den Gießenern im Hvchschu l - Vierer bZchiedcn. In der Zeit von 7 M,8 lieben sie den Vierer der Universität Bonn (7:11,6), sowie der Universität Frankfurt und den Vierer von Borussia Köln weit hinter sich. Die Mannschaft Flimm, Horstmann. Aeuroth. Goetz, St.: Boden stein. Sämtliche gehören der Universität (Sieben an.
Im Dritten Achter siegte die Mannschaft der GAG mit 6:52,2 vor Offenbacher AV. (6:27.8) und .llnbine" Offenbach (6:31) knapp, aber in schöner Manier. DaS ‘Rennen war daS intereffan- tefte deS TageS (Die Mannschaft: Reibig, Kuschte Flimm, Hartmann. Köhler, Decker, Aeuroth, Goetz, Steuer: Loh.
Hhön-Gegelflug-Wettbewefb.
hlrlh fliegt 180 Kilometer.
Am SamStag herrschte auf der Wassersuppe ein regeS Leben AIS in den AachmittagSstunden daS lang erwartete Gewitter eintrat, starteten 12 Segelflieger zu Frontflügen, die zum Teil sich bis in die späten Aochlstunden auSdehnben. Die dabei erhielten Weiten bewegen sich zwischen 10 und 40 Kilometer. Rur Hirth und Grönhoff vermochten ihrem Flug eine gröbere Ausdehnung au geben. Hirth landete bei Friedeburg an der ©aale, nordwestlich von Halle. Die Entfernung
beträgt rund 180 Kilometer, dagegen ist von der Landungsstelle Gronhoffs noch keine Meldung eingelaufen
Caracciola wieder erfolgreich.
Am Sonntag brachte der Allgemeine Deutfche Automobilklub feine 7 internationale Veranstaltung um den Bergrekord und um den Groben Preis von Deutschland für Motorräder auf der SchauinSland-Strecke bei Freiburg. Etwa 80 000 Zuschauer umsäumten die Rennstrecke, die insgesamt 172 Kurven aufweist. Earacciola gewann die Spvrtwaaenklafse bis 8300 ccm wiederum auf Mcr- cebe< SSK in 8:51,2 und schuf mit dieser Zeit nicht nur einen neuen Klasseirrekord, sondern fuhr auch die schnellste Zeit deS Tages. Sie wurde beinahe erreicht von dem NSU-Jabrer Bullus, der in der Klasse der Motorräder biS 1000 ccm auf NSU 9.02,8 herauSfuhr. In der Klasse bi8 500 ccm erzielte BulluS nur wenig darüber und zwar 9.'04,6 Stunden
A.Magne Sieger der ^Tour de Zrance^
Arn Sonntag ging mit der 24. Etappe von Malow noch Paris über 313 Kilometer die schwierigste rab- lporlliche Prüfung, die „Tour de France“ zu Ende. Als Sieger im öefamtriaffement ging der Franzose A. M ag n e vor dem Belgier Demuyfere und dem Italiener Pesenti hervor. Bester Deutscher war Meße an achter Stelle. Im Länderklassement siegte Belgien vor Frankreich, während Deutschland den 3. Platz vor der kombinierten Mannschaft Schweiz- Australien und Italien belegte.
Frankreich behält den Davis-Pokal.
Der Davis-Pokal, die wertvollste Trophäe im internationalen Tennissport, wurde von Frankreich zum fünftenmal hintereinander erfolgreich verleb Oigt. Nachdem der Engländer Austin den Franzosen Borotra in vier Sätzen geschlagen und den Gleichstand herbeigeführt hatte, konnte der Franzose Cochei den Engländer Perry besiegen und somit den nötigen Gewinnpunkt für sein Land buchen. Frankreich gewann mit 3:2 Punkten.
Arbeiier-Olympiaoe in Wien.
Unter ständig grobem Anhang des Publikums, bei dem auch das reichsdeutsche Element sehr stark vertreten ist, wurden am Freitagabend und Samstag die sportlichen und turnerischen Wettbewerbe der Wiener Arbeiter-Olympiade fortgesetzt. Auf den Spielwiesen, der Radrennbahn, auf der Landstraße, den Schwimmbahnen und in den Sporthallen herrschte ein sehr lebhafter Betrieb. Es wurde fair gekämpft, die Organisation war ausgezeichnet und auch die Leistungen können sich sehen lassen. Er- freulicherweise traten au| fast allen Gebieten die deutschen Arbeitersportler sehr stark in den Vorder- gründ.
Ergebnisse:
Schwimmen:
3 X 100 Meter Lagen st affel für Männer: 1. Oesterreich.
3X100 Meter Lagenstaffel für Frauen: 1. Deutschland 4:395 Minuten, 2. Oesterreich 5:07,1 Minuten.
10 0 Meter Freistil für Frauen: 1. Frohn-Deutschland, 1:23,4 Minuten.
200 Meter B r u st schwimmen f. Frauen: 1. Stoll-Deutschland, 3:27,6 Minuten.
10 0 Meter Rückenschwimmen für Frauen: 1. Frohn Deutschland,! :33 Minuten: 2. Aschinann-Schweiz, 1:38,6 Minuten: 3. Kolar-Oesterreich, 1:40,6 Minuten.
Kun st springen für Frauen : 1. Wokun- Ocsterreich, 2. Fallmann-Oesterreich: 3. Limberg- Deutschland.
10 0 Meter Brustschwimmen, Männer: 1. Paarianen-Finnland, 1:20,4 Min.: 2. Petersen- Norwegen, 1:22,7: 3. Schneider-Deutschland, 1:23,7 Minuten
Gespräch mit Herrn Ismus.
Eigentlich heißt er Schubert, aber er wird allgemein „Herr Ismus" genannt, wogegen er leibst nichts einzuwenden hat.
In einer der leidlich wvhlsituierten Straßen deS Berliner Zentrums hat er sein Bureau. An der Tür hängt e:n EmaUleschild:
S. Schubert,
Spezialhaus für ISmen aller Art.
Eine nette Sekretärin führt mich in das Bureau ihres Chefs. Herr Ismus erhebt sich hinter feinem Schreibtisch, und obwohl ich ihn zum erstenmal persönlich sehe, erscheint er mir vertraut wie ein alter Bekannter. Er ist salopp solid gekleidet, trägt mit Würde ein sanftes Bäuchlein und verklärt den Eulenernst einer Hornbrille mit dem jovialen Lächeln der Weltkenntnis.
„Sind Sie persönlicher Interessent der Zwischenhändler ?" fragte Herr Ismus. „Es ist nur wegen des Rabatts."
„Ich bin Aepor.er". sagte ich schlicht.
„So, so . . . Sie wollen sich die Sache einmal ansehen und darüber schreiben. Das ist recht."
Gr wies auf die riesigen Regale, die das Zimmer füllten.
„Hier haben Sie mein Lager", sagte er stolz, „ich darf wohl bemerken, daß es auf dem Kontinent nicht seinesgleichen hat. Ich beliefere die ganze Welt, aber neun Zehntel wandern auf den deutschen Mark, der mehr Ismen braucht und verbraucht als die übrige Welt. Das hängt mit dem Rativnalcharakter zusammen, wissen Sie."
„Ist das alles alphabetisch geordnet?"
„Zuerst nach Unterabteilungen. Innerhalb dieser herrscht alphabetische Reihenfolge. Beginnen wir mit der Abteilung eins: Alt- oder Grundismen. Hier finden Sie die Originalbegriffe wie Rationalismus. Sozialismus. Malthusianismus. Liberalismus. Konservativismus usw. Diese Abteilung wird sehr gepflegt, von Zeit zu Zeit werden die Begrisfe herausgehvlt und abgestaubt. Der Eingang von Aeuheiten war in letzter Zeit sehr schwach. Trotzdem ist das die wichtigste Abteilung, sie liefert das Material für die Kreuzungen."
10 0 Meter Rückenschwimmen, Männer: 1. Scherbarth-Deutschland, 1:18,1 Min.: 2. Rammler - Deutschland, 1:21,3 Min.: 3. Frohn- Deutschland, 1:22,2 Minuten.
„Quer durch Wien": 1. Wimmer-Oesterreich, 47:49,6 Min.: 3. Werner-Deutschland.
Turnen:
Siebenkampf, Männer: 1. Rodel-Deutschland, 259,5 Punkte. Die beste Leistung auf dem Hochreck zeigte Dick-Deutschland.
Sechskampf, Frauen: 1. Schäfer-Deutschland, 223 Punkte.
Neunkampf, Turnerinnen: 1. Neubauer-Oesterreich, 166,22 P.; 2. Dick, Helene-Deutsch- lanb, 165,48 P., 3. Barth-Deutschland, 164,32 P.
Zehnkampf, Männer: 1. Rahmfeld' Deutschland, 173,86 P.; 2. Limburg-Deutschland, 171,52 P-: 3. K. Lehtinen-Deutschland, 167,26 P.
Tennis (Dorrunden):
Herren-Einzel: Nüsterer Oesterreich gegen Hamenfon-Lettland, 6:1, 6:1: Süst-Ocsterreich gegen Lindow-Deutschland, 6:2, 3:6, 6:4; Mobach-Holland gegen Elvin-England, 6:2,6:!; Jensen-Dänemark gegen Leduc-Frankreich, 6:0, 6:2; Noyes-England gegen de Fletter-Holland, 7:5, 6:2.
Damen-Einzel : Mayer - Deutschland gegen Robeschnik-Lettland, 6:2, 6:0; Brinkmann-Deutschland gegen Telmers-Lettland, 6:0, 6:1.
Herren. Doppel: Nüsterer-Diamant ■ Oesterreich gegen Günther-Dar.zfch« Deutschland, 8:6, 5:7, 6:1; Iensen-Soendson - Dänemark gegen Mobach-de Fletter - Holland, 6:1, 12:14, 6:3.
Gemischtes Doppel: Schramm Schwaric- Deutschland gegen Röschnik-Hamenson-Lettland, 6:2, 73; Noyes-Elvin - England gegen Rasmussen-Jen-
„Was für Kreuzungen?"
„Kreuzungen sind heute das Hauptgeschäft. Ich sagte schon, daß die Originalitäten sehr schwach rieseln. Paneurvpa war meines Wissens die letzte gangbare Okkasion. Dagegen können wir in bezug auf Kreuzungen kaum die Aachfrage befriedigen. Kreuzungen sind Kombmativ-Ismen wie Rational-Sozialismus. Reu-Hegelianismus. Alt-Sozialismus. Reform-Liberalismus, autoritäre Demvkratie. aufgeklärter Faschismus, revolutionärer Konservativismus, kalter Bolschewismus. verstandesmäßiges Aepublikanertum. Volks- Monarchie. In diele Abteilung gehören auch die sogenannten Weltanschauungen mit Rücktrittbremse oder „Orientierungen" wie östliche Orientierung. englische Orientierung, mitteleuropäische Orientierung. Ferner die „Gerungen" wie Russi- sizierung. Amerikanisierung. Polvnisierung. Sehr beliebt find heute auch die „Raumspiele"; Sie haben doch sicher schon vom ostischen Raum, indischen Raum, lateinischen Raum, pazifischen Raum gehört. Gew ß. Räume sind Schäume, aber, wie der Dichter sagt: Latz doch das Kind die Roulette, eS frißt ihr ja nich — will bloß mit trudeln! In dieser Abteilung wird, wie gesagt, sehr ernsthaft gearbeitet, weil immer wieder Aeuheiten verlangt werden. Wir bosseln jetzt an militärischem Pazifismus, verfassungsstrenger Diktatur. religiösem Marxismus, stählern schimmernder Abrüstung, ausbeutungsfreiem Mehrwert. legalem Umsturz und rationeller Mystik."
„Das ist ja allerhand. Und die dritte Ab- teüung."
..Der sogenannte Umformer. Hier wird vornehmlich vertieft, gesteigert und gebündelt. Wenn die sogenannten „Einstellungen' überholt sind, werden sie. gewissermaßen wie ein Motor, üper- hol» Meistens werden sie vertieft, dann funktionieren sie wieder eine Weile. Oder sie werden gebündelt, so entstehen aus Perspektiven Ein- Teilungen, Marimen. Funktionen usw. Gesamt- Perspektiven. Gesamtci Stellungen, Gesamtfunk- honen. Das sieht sofort nach mehr aus. Gesteigert werden Sachen wie Aktivität. Miß- trauen. Empfindungswelten, Aufmerksamkeit. Preise und Mieten. Anderes wird wieder übermalt und läuft dann als neue Sachlichkeit, Innigkeit Primitivität. Hierher gehört auch das Umarbeiten auf Superlative wie „gigantifchst". „elementarst". „bergeversetzendst" und „unbe
im Stadion waren mit 45 000 Zuschauern gläiuenb besucht In der Vorschlußrunde im Fußball schlug Deutschland Polen mit 4 1, während Oesterreich über Belgien mit 6:2 siegte, Deutschland und Oesterreich bestreiten also im Fußball, aber auch im Handball da» Endspiel Bei der Handball-Dorfchlust- runde siegte Oesterreich über die Schweiz mst 15:3, während Deutschland über Ungarn mit 22:3 erfolgreich blieb.
Kur-ze Sportnotizen.
Beim Sportfest in Eharlottenburz stellte Befchetznik im Nd-Meter-Hürdenlaus mit 14.8 Sek c.nen neuen Deutschen Rekord auf. Den 1000-Rletcr-ßauf gewann der französische Welrrekordmann Jules Ladoumägue :n 2 25.3 Mtn. vor Dr Pelher in 2:27 Min.. Sobb-USA. und S. Martin-Paris.
Der Italien-Rundslug wurde von dem Italiener Eolomo in der Gefamtwertung gewonnen. Von den Deutschen belegte Lusser den 4. Platz
Deutscher Polizei-Handballmei- st er wurde der Polizei-SV Berlin durch einen 10:4-(5:l »Sieg über die Polizei Schwerin.
Bayrischer DT- Wasserballmeister wurde deS TV. 73 Nürnberg durch einen Sieg über den TV. Augsburg.
2 6 5 Teilnehmer haben sich für daS Strom- schwimmen „Quer durch Frankfurt" am 9. August gemeldet.
sen - Dänemark, 6:2, 7m; Raindl-Hönig - Oesterreich gegen Schramm-Schwanc-Deutschland, 2:6, 7:5, 6:4.
celchtathletik:
400 Meter Hürden: 1. Lethonen-Finnland, 57,7 Sek.; 2. Schüller Deutschland, 61,2 Sekunden (deutscher Arbeiter-Rekord).
Diskuswerfen: 1. Robesnicks Lettland 35,52 Meter.
Beitfprung: 1. Scheibe-Deutschland 6^58 Mir
Hochsprung für Frauen 1. Barth- Deutschland 1,48 Meter (intern. Arbeiter-Rekord); 2. Krüger - Deutschland 1,45 Meter; 3. Dietrich- Deutschland 1,43 Meter.
4X100 Meter, Frauen: 1. Oesterreich, 52 Sekunden (intern. Arbeiter-Rekord); 2. Deutschland, 52,3 Sekunden (Deutscher Arb Rekord); 3. Ungarn, 55,9 Sekunden
4X100 Meter, Männer: 1. Oesterreich, 42,6 Sekunden (intern. Arbeiter-Rekord); 2. Deutschland, 43,7 Sekunden; 3. England, 44,3 Sekunden.
400 Meter: 1. Wall Finnland, 51,1 Sek.; 2. Geiger-Deutschland, 51,3 Sekunden.
200 Meter: 1. Pupid-England, 22,3 Sek: 2. Hansen-Norwegen, 22,4 Sek.; 3. Hallosan-Oesterreich, 22,6 Sekunden.
Stabhochsprung: 1. Christophersen, 3,70 Meter.
Diskus (Frauen): 1. Kehrt Deutschland, 28,91 Meter (intern. Arbeiter-Rekord).
Vorentscheidungen in den Spielen.
Arn Samstagnachmittag erreichte die Arbeiter- Olympiade in Wien ihren Höhepunkt. Dem Festspiel auf der „Hohen Warthe" wohnten nicht weniger als 6<i 000 Zuschauer bei, viele Tausende sanden keinen Einlaß. Auch die Vorentscheidungen in den Spielen
Prämiierungsmarkt m Och.
D Lich 23. Juli. Der gestern hier abgehaltene Sommermarkt brachte unserer Stadt lebhaften Verkehr. Mit dem Markt war Zuchtvieh-, Handelsvieh-, Schweine- und Krämermarkt, Prämiierung von Hessischem Fleckvieh und Vogelsberger Vieh. Bullen-. Eber- und Schafbock-Versteigerung verbunden. Wie bereits kurz berichtet, waren 425 Ferkel zum Markt aufgetriebcn, zur Prämiierung standen etwa 100 Stück Rindvieh beider Dassen; die Zuchtvieh-Versteigerung wies einen Austrieb von 24 hessischen Flcckviehbullen, 29 Schafböcken und 15 Ebern auf.
Auf dem Schweinemarkt setzte der Handel schleppend ein. In Anbetracht der hohen Auf- triebszifser waren die Preise gedrückt; es verblieb Ueberstand. Zur gleichen Zeit fand die Prämiierung des Rindviehes statt. Als Preisrichter für hessisches Fleckvieh waren die Herren Dr. Schneider, Fauerbach und A l t v a t e r für Vogelsberger Vieh die Herren Trautmann und Velten tätig. Sie sanden reichliche Arbeit vor, da
nur gute», zum Teil ausgezeichnetes Material aufgetrieben
war. In der hiesigen Gegend ist die Fleckviehrasse vorherrschend. An hessischem Fleckvieh waren 80 Tiere und an Vogelsberger Vieh 20 Tiere zu bewerten. Die zur Prämiierung bereitgestellten Mittel im Betrage von 760 Mark kamen restlos zur Verteilung. Weiterhin wurden Prämiierungsbänder an die preisgekrönten Tiere ausgegeben. Tas Ergebnis der Prämiierung war folgendes (A. bedeutet Rnerfemumg):
hessisches Fleckvieh.
Reifere Bullen: Stadt Lich 1., 2. und 3. Preis.
Jüngere Bullen: L. SchmidtII.. Langsdorf, 1. Preis; W. Reuhl I., Gambach. 2. PreiS; W. Parr V., Ruppertsburg, H. Scheid III., Harbach. 3. Preis; G. Walter, Trais-Münzenberg und K. Bogt I., Lich. Rnerfennung.
Kühe mit drei und mehr Kälbern (erkennbar tragend): 1. Preise: K. L. Albachll. und K. H. Albohn, Lich; 2. Preise: H. Müller II., Birklar und K. Zimmer, Lich; 3. Preise: H. K. Schäfer, Lich, O. Kohler I.. Langsdorf, 0. Bück, Langsdorf und Ehr. L. Fischer, Lich; Anerkennung
schreiblichst". Ein kleiner Artikel — aber da bringt es die Masse."
„WaS ist in diesem Schrank?"
„Das ist für den engeren Literaturbetrieb. Kleine Anweisungen für Reu tönen. Da ist die ..schöpferische Gedankenlosigkeit", eine Art gelallter Schreibstil. Ferner ein Rezept zum Aussparen von Interpunktionen und 'zum Grvh- schreiben von Täti^keitsworten. Geht sehr gut. Auch tue Aufschrei-Lyrik ist wieder durch die Sprechchöre in Schwung gekommen. Wir bringen jetzt eine besondere Abart davon heraus: das kollektive Gestammel mit musikalischer Untermalung.“
.Haden Die irgendwelche Zukunftspläne?"
.Eigentlich dürfte ich darüber nicht sprechen, aber da die Vorarbeiten so gut wie abgeschlossen sind ... und diese Sache so eine Art Krönung meines Lebenswerkes darstellt, will ich es Ihnen verraten ..."
„Ich bin ganz Ohr!"
„Es handelt s:ch um den Positiven Anti-Ismis- mus. Eine grundlegende Uebertoinbung der ismi- schen Ehaotik durch ein geschlossenes System. Eine Planwirtschaft der Phrase — gewisser- maßen."
„Und wie ist der Schlachtruf des neuen Ismus?"
„Heischusy? Eine Abkürzung von „Heil Schuberts System!"
„Ich danke Ihnen. Herr Schubert. Heischusy!"
„Heischusy! Heischufyl"
Zeitschriften.
— „Hessenland". Monatsschrift für Landes» und Volkskunde, Kunst und Literatur Hessens. in Verbindung mit Fachberatern herausgegeben von Dr. E. Hitzeroth, Verlag R. ®. El- wert in Mar bürg.Lahn. — Im Juli-Heft beginnt I. Führer ein unglaublich bewegtes Stück Menschenleben zu beschreiben: Das Schicksal eines Riederhessen, der in seinem Abenteuerdasein bis an die Wolga verschlagen wird. Schoos entwirft ein Eharaterbild von Julius Rodenberg. Em Festartikel begrüßt die 702 Jahre alte Stadt Wolfhagen, und aus Atrlah des Elifabechjahres, in dem wir stehen, wird der Elisabechbrurmen bei Marburg in Wort und Bild geschildert- In das Gebiet der Heimatkunde fällt der Beitrag
gen: H. Kneipp >!., Langsdorf. H. Reitschmidt IV., Eberstadt, K. Ehr Wolf, Lich. H. Reitschmidt IV., Eberstadt, K. W Rathes. Lich. H. Weisel, Birklar, Ehr. L. Fischer, Lich und H Köhler III., LangSdors.
Kühe desgleichen in Milch. H. Ih- ring, Lich. 1. Preis; G. Krausch. Birklar, 2. Pr; Ehr. L. Fischer, Lich und A. Hofmann, Langsdorf, 3. PreiS; K. Vogt L, Ph Keck, Gg. Bayer in Lich und H. Brück, Rieder-Bessingen. Anerkennungen.
Kühe mit 1 d i s 2 Kälbern (erkennbar tragend). K. L. Albachll., Lich. 1. Preis; K Ehr. Wolf, Lich und O. Bück, Langsdorf. 2. Preis; L. Weber LangSdors, K. Hch. Albohn. Lich und G. Krauscy, Birklar. 3. Pr.; P. Dietz I., H Märle, Hch St L. Schäser, Ehr. L. Fischer, sämtliche auS 2id>, Anerkennungen.
Kühe desgleichen in Milch: K Ehr. Wolf. Lich, 1. Preis; H Steuernagel III., Rieder- Bessingen, 2. PreiS; K. W. Rathes. Lich. 3. Pr ; H. Ihring, Lich, H. Kohler I V.. LangSdors. Hch Müller II.. Birllar. K. H. Albohn, Lich, A.
Rinder (erkennbar tragend): 1. Pr. H Marie, Lich; 2. Pr. St Walz V. und H. Müller II., Birklar; 3. Preise: A. Hofmann, Langsdorf und Ph. Keck, 5?ich; A.: P. Dietz I. und Ph Keck. Lich
Rinder über 1 Jahr: 2. Preise: Hch. Schiel I., Langsdorf und L. Weber, LangSdors; 3. Pr.: H. Kohler III., Langsdorf; A.: W. Gasche. MuscheTtheim, P. Dietz I., H. Ihring, Lich und H. Steuernagel III., Rieder-Befsingen.
Familien: 1. PreiS: H. K. L. Schäfer, Lich; 2. Preise: H Ihring, Lich und H. Müller 11 . Birklar; 3. Preise: G. Krausch, Birllar und K. H. Albohn, Lich; Anerkennung: O. Köhler I., Langsdorf.
Vogelsberger Vieh.
Aeltere Bullen: 1. Preis: Gemeinde SttinHShausen.
Kühe mtf drei und mehr Kälbern (erkennbar tragend): 2. Preise: H. Tcrtor, Lich, K. Keblowski, Rieber-Rcffingen und 2(pg. SchmauS. Lindenstruth; 3. Preis: H. Textor, Lich
Kühe desgleichen in Milch; 1. PreiS: K. Fr. Märle, Lich.
Kühe mit 1 biS 2 Kälbern (erkennbar tragend): 1. Preis: K Keblowski. Rieder-Bessin- gen; 2. Preise: K. Schone. Lich und H WeiS, Oppenrod; 3. PreiS: H Weis. Oppenrod.
von Wenz über die Entstehung und heutige Gestalt deS Schlüchterner Kessels.
6od)fd>ulnad)rid)fetL
Der durch die Berufung von Pros- R. Hartmann an der Universität Köln erledigte Lehrstuhl der Philosophie ist dem ordentlichen Professor Dr. Heinz Heimsoeth in Königsberg i Pr. angeboten wo rden. Dr. Heimsoeth ist 1886 zu Köln geboren, studierte in Heidelberg, Berlin. Paris. München und Marburg (besonders bei Lohen und Ratorb), erwarb 1911 tn Marburg den Doktorgrad und habilitierte sich dort- Seit 1923 wirkt Heimsoeth als Ordinarius in Königsberg. — Zur Wiederbesetzung des durch den Weggang von Prof. W. Vorkastner an der Universität Frankfurt erledigten LehrftuhlS für gerichtliche Medizin ist ein Ruf an den Leipziger Privatdvzenten Dr. Gottfried R a e st r u p ergangen. Raestrup war Assistent von Kockel, Leipzig, zugleich Gerichtsassistenzarzt am Landgericht. lernet Arzt an den (befangenen anftalten in Leipzig. — Der Lehrstuhl der Wusikwifsenschall an der Universität Köln ist dem Ordinarius Dr. Theodor Kroher, Leipzig, angeboten worden. Er studierte an der Münchener Akademie für Tonkunst, promovierte 1897, war dann Konzertreferent der „Münchener Allgemeinen Zeitung", habilitierte sich 1902 in der Münchener Philosophischen Fakultät. 1920 folgte K. einem Rufe nach Heidelberg als etatmäßiger außer» ordentlicher Professor, 1923 kam K. nach Leipzig als Rachfolger von Abert- — Der durch den Tod von Pros. H. Matthes an der Universität Königsberg erledigte Lehrstuhl der pharmazeutischen Chemie ist dem außerordentlichen Professor Dr. Hermann Emde in Basel angeboren worden. Dr. Emde bestand das Apo- thekerstaatseramen sowie das Raßrungämittel» chemikerstaatsexamen und habilitierte sich 1908 in Braunschweig für Ehemie. Dort bekleidete er auch eine Assistentenstelle am Institut für pharmazeutische und Rahrungsmittelchemie und wurde 1918 Chefchemiker und Prokurist der Ehemischen Fabrik (vorm. S. Schering) in Berlin. Später wirkte Dr. Emde als Mitarbeiter der F. Hofs- maim-La Roche & Eo. in Bafel, sowie als Teilhaber deren Tochtergesellschaft Alkalvrdfabrik Soekaboemi zu Soekaboemi (Java). 1828 habilitierte er sich in Basel.


