Mittwoch, 26. August 1951
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 198 Zweiter Blatt
Aus dem Reiche der Krau.
Arbeitseinteilung.
Don Margarete Hodt.
Diht ihr. ihr Hausfrauen, und ihr, die chr welche werden wollt, ihr Frauen im Beruf und ihr Die chr euch noch in eurer Ausbildung befindet was das Allerwichtigste ist? Die Arbeit etnitiien können! Dom Organisationstalent wird oft gesprochen. Ich glaube aber, das; bei vielen Tätigkeiten daS stolze Wort .Talent" gar nicht am Platze ist. 3n den meisten Fällen genügen schon Hingabe. Ordnungssinn, Erfahrung und ein wenig Nachdenken. Talent ist eine Gabe, die nicht jedermann besitzt, und manche Frau möchte sich damit entschuldigen, daß sie da» berühmte Organisationstalent nicht hat. Daher mag man lieber die Arbeitseinteilung als Sache deS guten Willen» ansehen. Wan kommt weiter damit.
Die Arbeit richtig einzuteilen, ist in einem Hausstande viel schwerer, al» ein unerfahrener Mensch sich denkt Da» beste ist schon, so klein wie Möglich anzusangen. E» verbietet sich heutzutage oei der Wohnungsknappheit und in, Anbetracht de» Geldmangels von selbst, überflüssige Dinge, wie man in früheren Zeiten oft tat, weil sie nach der Meinung der Welt zur vollständigen Einrichtung gehörten, zu kaufen. Gott sei Dank! 3m Grunde genommen gebraucht der Mensch wenig. WaS wollt ihr mit dem Ballast, der nur Arbeit macht? 3n manchen Hausständen findet man eine Menge Kleinigkeiten: Möbel, die lediglich zur Zierde dienen, Porzellanfiguren und Nipep». Beschwert euch nicht damit! Eure Wohnung wirkt grohzügiger und vornehmer ohne den Krimskrams. Gebt ihr euer eigenes Gepräge, eure Seele! Macht sie lebendig, macht sie zu einer wirklich behaglichen, warmen Wohnstätte! DaS ist mehr wert als der Besitz von kostbaren, aber toten Dingen.
Ehe die Arbeit beginnt, ist eS am besten, wenn die HauSsrau erst einmal überlegt, waS alles beschafft werden must, was daS Wichtigste dabei ist und wieviel Zeit ihr zur Verfügung steht, und zwar must sie sich deutlich die verschiedenen Situationen und ÖDcntualitäten, die der Tag bringen kann, vorstellen, ihn sozusagen im voraus. in der Theorie erleben. GS ist ratsam, wenn sie sich an jedem Abend ein kleine) Programm für den folgenden Tag aufstellt, an daS sie sich nicht sklavisch zu binden braucht, daS ihr jedoch hilft, nichts zu vergessen. 3n einigen Hausständen gibt eS einen regelrechten Stundenplan für die Woche, und die Frauen, die sich an solche Arbeitseinteilung gewöhnt haben, sind»frisch und vergnügt und haben sogar Zeit, fich mit allem möglichen zu beschäftigen, daS außerhalb ihrer HauSfrauensphäre liegt. Die Hauptsache ist, das; jede» Ding seinen bestimmten Platz bat; denn nicht- hält mehr auf, als unnötiges Suchen. Keine Arbeit darf liegen bleiben, die frisch getan werden kann. Derschvbene Arbeit bringt unter äDnständen da» ganze Hauswesen in Einordnung. Wichtig ist auch, daß, ehe die Arbeit beginnt, möglichst alles, was dazu gebraucht wird, bereit liegt. 3ährlich einmal wenigstens sollten alte, unbrauchbar gewordene Dinge beseitigt werden.
E» ist natürlich lobenswert, wenn die Hausfrau ihren Hausstand allein besorgt, denn je enger der KreiS ist, desto harmonischer kann es darin zugehen. Fühlt die Hausfrau aber, daß die Arbeit ihre Kräfte übersteigt, so vertritt sie einen ganz falschen Standpunkt, wenn sie sich gegen die Annahme einer Hilfe sträubt. Eine Frau, die über ihrer Hausarbeit Mann und Kinder vernachlässigt, wird bald erfahren, daß sie von den Ihren nicht mehr so gelieot und geachtet wird, wie sie eS zu beanspruchen hat. Die Ihren haben im ganzen wenig Verständnis für das älebermast ihrer Leistungen. Sic wollen sie in erster Linie als Freundin, Beraterin und Helserin haben, nicht als Scheucrsrau. Um ihnen immer wieder ihre Liebe schenken zu können, muh sie sich gesund und frisch zu erhalten wissen. Sine gehetzte, müde Frau und Mutter, bic-naturgemäß verdrießlich und gereizt ist. läßt sich schwer ertragen. Nun verstehen manche Hausfrauen es nicht, mit der Hilfe, sei eS ein Dienstmädchen, eine Stütze oder
Oer (Säugling unb feine Pflege
Von Margret Halm.
Das erste Gebot oernunftgemäßer Säuglingspflege heißt neben größter Sauberkeit: peinlichste Pünktlichkeit. Auf die Minute will das kleine Neugeborene besorgt fein, und es geschieht ihm in der Tat ein großes Unrecht, wenn man eS nur eine Viertelstunde länger als nötig auf Nahrung warten läßt Ebenso unrecht ist eS. wenn das Kerlchen schon einmal eine halbe Stunde früher aufwacht oder gar noch mehr, ihm Flasche oder Brust schon vor der Zeit zu- reichen. Das überlädt feinen fleinen Magen und man hat ihm damit keinen Gefallen erwiesen. 3ft eS durch irgendein Geräusch zu srüh erwacht und sonst in Ordnung, so mag es ruhig auch einmal ein wenig schreien, eS ist das dir einzige Bewegung, die die kleinen Muskeln und Lungen machen können und machen müssen, um sich zu (völligen.
Voraussetzung deS Schreienlas'ens aber ist. daß der Säugling sauber liegt! Hier teilen sich die Ansichten der Kinderpflegerinnen zwar und manche möchten lehren, den Säugling nicht allein vier Stunden auf seine Nahrung warten zu lassen, sondern ebenso lange überhaupt nicht anzurühren. Das ist aber unbedingt ein Mißverständnis. und es kann keine Rede davon sein, daß man den Säugling in einer nassen oder gar beschmutzten Windel liegen läßt. Selbst wenn man MI An ang am Sage noch so oft wechseln muß. Nach lurzer Zeit schon kann man ihn gewöhnen. Schreit also unser Kind, so ist es unsere erste P licht, die Windelhöschen zu öffnen, um in der N.gel hier die älrsache deS tlcincn Mißbehagens zu finden und zu beheben. Ist es in Ordnung, so mag es ruhig um die Nahrung nach ein wenig weiter schreien. Große Pünd.ichldt in der Besorgung des Säuglings von An-ang an legt in das kleine Menschenkind den Grundstein zr innerer Ordnung, zur Ein'ügung in gegebene Maßnahmen zum Gehor'am Slnb man soll nicht glauben, daß es in den ersten Wach:n ba :iit nicht viel auf sich haben könne — gerade der
eine Haustochter, umzugehen. Wenn sich die Arbeitskräfte im Hause wvhlfühlen sollen, ist vor allem wieder Ordnung nötig, denn ebenso wichtig wie da» tägliche Brot ist eS. daß die,Hilke genau weiß, was zu ihren Pflichten gehört. Ist die Arbeit nicht cingetcilt. so darf die HauSsrau sich nicht wundem, wenn die Hilfe trotz ihre» guten Gehalts c» vorzieht, sich ein andere» Arbeitsfeld zu suchen.
.Heilige Ordnung, segen-reiche Himmcl-toch- ter!" Das ist ein wahre» Wort, das nicht nur für die HauSsrau gilt, sondern auch für die Frau im Berus. In großen Betrieben, die manchmal von Frauen geleitet und verwaltet werden, ist tatsächlich ost mehr als guter Wille nötig; da ist wirklich Organisationstalent erforderlich. Ist in einem größeren Betriebe die Arbeit nicht eingeteilt, dann hängt gleichsam alles in der Luft, und in solchem Drunter und Drüber geben unzählige Werte, materieller und ideeller Art,
verloren. E» gibt hochbegabte Frauen, die aber durchaus kein Organisationstalent besitzen. Meisten» sind sie begeistert für alle» mögliche und ordnen fortwährend Neuerungen an. ohne zu überlegen, ob sie auch durchführbar sind. Solche Frauen verlangen von ihren Hilfskräften zumeist außergewöhnliche Leistungen und wundem sich, daß trotz allem der Erfola au-bleibt. Daß sie bei aller Begabung Phantastinnen sind, sehen sie nicht ein.
Darum lernt die Arbeit richtig einteilen! Organisieren heißt lebendig machen. Ihr mögt noch so fleißig, noch so tüchtig sein — eure Fähigkeiten sind tote Werje, wenn euch der Blick für die Nutzbarmachung eurer Kräfte fehlt. Habt ihr ober erst den Segen von der richtigen Arbeitseinteilung erfaßt, so wird eure Arbeit auch von Erfolg gefrönt sein, und ihr werdet für euch und eure Mitmenschen immer neue Wege zum Glück finden.
Gelee- und Marmeladekochen.
Don Slly Petersen.
Don Frau Elly Petersen, der bekannten hauswirtschaftlichen Schriftstellerin, erschien kürzlich „Das gelbe Ein- m a chb u ch". (Preis 2,50 Mark.) Neben den Grundregeln der Einmachkunst bringt Frau Petersen 300 bewährte Einkoch, rezepte. Dem munter und frisch im Plau derton geschriebenen Buch entnehmen wir mit Erlaubnis des Verlags Knorr & Hirth, München, folgenden Abschnitt:
Gelee besteht aus möglichst konzentriertem Fruchtsaft und aus Zucker. Dieser Saft wird meist zur Geleebereitung mit gleich viel Zucker gekocht. Ist die Geliersähigkeit der Frucht aber eine große, so verringert sich die Zuckermenge.
Wie lange eine Frucht zu kochen hat, kann man nie ganz bestimmt festsetzen, da die Früchte ja auch je nach der Reife mehr oder weniger Gehalt an Pektinen, an Geliermäglichkeit, an Versteifungsstoff haben. Nicht ganz reife, rote und schwarze Johannisbeeren enthalten die meisten Pektine, deshalb setzt man oft z. B. Erdbeeren, die wenig Pektine enthalten, Johannisbeersaft zu. Pflaumen, unreife Aepfel, reise Stachelbeeren und Quitten gelieren leicht. Es ist sehr wichtig, Gelee nur kurz zu kochen. Denn durch den Kochprozeß verliert das Obst an Frische, d. h. an frischem Geschmack, an Aroma. Es kann sogar passieren, daß Au lange gekochtes Apsel- flclee die Gelierkraft gänzlich verliert, dadurch daß der Zucker tväunt. So ist die Farbe verlorenge- gangen und trotzdem haben wir kein Gelee erhallen. Der Zuckerzusag muß zum Saft im richtigen Der- hältnis stehen, damit nach einer gewissen Zeit- spanne des Kochens, des Eindickens, Gelee und Marmelade „geliert".
Gelee ist meistens fertig, wenn es klar ausge-. schäumt ist — wenn d(e Masse breit vom Löffel tropft. Eine Kelierprobe auf einem kalten Teller belehrt uns schnell. Wir stellen ihn an die Lust, der Saft auf dem Teller beginnt zu erstarren, das Gelee ist fertig. Es wird kochend in vorgewärmte kleine Gläschen gegeben und muß offen erkalten.
Marmelade besteht aus zerkochten, recht reifen Früchten und Zucker. Aus Früchten, die oft vor dem Kochen durch -die Fleischmaschine zerkleinert werden. Soll die Marmelade kernlos werden, so macht man sich die kleine Mühe und treibt die Früchte, nachdem sie auf dem Herd geplatzt sind, durch das Haarsieb. Je mehr Zucker zugesetzt wird, desto kürzere Zeit braucht die Marmelade gekocht zu werden. Das ist wichtig für den Fruchtgeschmack, der durch langes Kochen verlorengehen würde. — Marmelade brennt leicht an! Also: Rühren, rühren, rühren!
Bei einigen Arten von Marmelade — auch bei der „Confiture" — bleiben die Früchte ganz und kommen in den geläuterten oder gesponnenen Zucker.
Marmelade schmeckt besser und sie ist billiger, wenn sie nicht ganz dick eingekocht ist. Sie würde sich dann aber nicht halten. Deshalb ist es angebracht, nicht ganz dick gekochte Marmelade zu steri-
lifieren. Wer eine feuchte Speisekammer hat oder keinen richtigen Raum für die Aufbewahrung, der scheue die kleine Mehrausgabe nicht und wähle auch für Gelee und Marmelade Weckgläser und sterilisiere! In jedem Haushalt, der über einen Vorrat von Weckgläsern verfügt, werden sich einige finden, bei denen die geschliffene Randoberslächc ein wenig verletzt wird. Diese Gläser, die für kostbare Früchte und auch für Gemüse nicht mehr sicher schließen, sind für Marmeladen und Gelees noch gut verwend- bar. Ich benütze sie so, daß ich zwei Gummi darauf- lege (sie brauchen für diesen Zweck nicht neu zu sein, auch hier genügen bereits abgenützte) und bann die Feber Darauf lasse. Probiere also gar nicht, ob das Glas geschlossen ist oder nicht. Ich habe mit diesem Verfahren trotz einer sehr feuchten Speisekammer noch keine Mißerfolge gehabt.
Der Zuckergehalt schützt Gelee und Marmelade vor Verderben. Die Zuckermenge erhöht die Gelierfähigkeit. Nun ist man auch darauf gekommen, die Fruchtpektine oder Geleestoffe aus verschiedenen Fruchtsorten zu gewinnen, — hauptsächlich aus Aepfeln. Und sie als „Opekta" in den Handel zu bringen. Der Zusatz von „Opekta" ermöglicht es uns, in etwa 10 Minuten mit wenig Zucker Marmelade und Gelee herzuftellen. Wer also Erdbeer- marmdabe, die erst nach längerem Kochen geliert, schnell Herstellen will, der setze „Dpefta" zu.
Im allgemeinen werden die Gelee- und Marmeladengläschen und -töpfe nur mit angefeuchtetem Pergamentpapier zugebunden, das dann nach Festwerden des Papiers sauber beschnitten wird. Noch empfehlenswerter ist das Salizylpergamentpapier, weil Salizyl vor Verderben schützt. Beliebt ist das „Rumpapier". Das ist weißes Schreibpapier, rund in der Größe der Glasoberfläche zugeschnitten, das durch Alkohol, Kornbranntwein, Rum oder Wein- brand gezogen wird. Und auf die festgewordene erstarrte Oberfläche des Glasinhaltes gelegt wird. Besonders Vorsichtige streuen noch Salizylpulver auf dies Blättchen und entfernen es bei Gebrauch, ohne daß das Salizyl das Fruchtmus berührt. Auch das Heraufgeben von einigen Tropfen genannter Alkoholika hat sich bewährt. Es ist ja beim Einmachen so, jedes Haus hat seine Sitten, seine Tradition. Das Pergamentpapier zum Zubinden wird oft nicht mit Wasser, sondern auch mit Alkohol an- gefeuchtet. — Und wieder eine Hausfrau schwört darauf, daß doppeltes Seidenpapier durch Milch oder Eiweiß gezogen und nur mit einem Gummi- band über dem Rande des Glases befestigt, nach dem Trocknen fast luftdicht abschließt und das Gummiband bann wieber abgenommen werben kann. Normen finb ba gar nicht aufzustellen. Neu ist das Einmach-Cellophan, bas unburchbringlich für Bakterien ist unb ben Inhalt bes Glases schim- mdfrei hält. Es ist glasklar. Man kann die Oberfläche deshalb dauernd kontrollieren, ohne das Glas öffnen zu müssen. Mit Cellophan geschlossene Gläser sehen sehr hübsch aus.
erste Monat ist dabei der wichtigste, was da versäumt wird, holt man nie mehr nach.
Der gesündeste Au enthalt für einen Säugling ist am offenen Fenster, und solange keine Gefahr de» Heraussallens besteht, stellen wir sein Korb- chen oder den Wagen recht viel in die frische Luft. Da kann er getrost alleine stehen bleiben. Unb, vorausgesetzt, daß das Fenster nicht gerade aus einen allzu düsteren Hof geht, ersetzt dies anfänglich das Spazierenfahrcn voUauf.
Sich setzen, stellen und die ersten Schrittchen unternehmen soll das Kind von sich aus und niemand sollte das Kleinkind zwingen, derartige Kunststückchen vorzeitig zu lernen. Kommt seine Zeit, so sängt es schon von ganz alleine an. ilcbcrßaupt ist jegliches Lehren sagen wir vor Beginn des dritten Lebensjahres, sehr unangebracht. Bis dahin sollte der kleine Geist sich allein entwickeln und wir haben lediglich die Pflicht, diese Entwicklung zu überwachen und leise, säst unmerklich zu lenken. Wunderkinder werden selten brauchbare Menschen. Ein großer viel- begangener Fehler aber ist es. das Kind in seiner ungeschickten Kindersprache zu imitieren oder gar zu lachen, wenn es ein Wort in seiner Weise ausspricht. So süß diese kindlichen Laute auch klingen mögen, müssen wir doch immer wieder geduldig die korrekte Sprache dem Kleinen vorsprechen, um cs sich nicht in verkehrtes Zeug hineinleben zu lassen, das ihm wieder abzugewöhnen später große Mühe und nicht selten bittere Tränen kostet.
Wir wickeln heute keine Kinder mehr, wir schaukeln sie nicht, wir geben ihnen feinen Schnuk- Icr in den Mund und laufen also nicht gleich in Angst und Schrecken, wenn der Säugling einmal schreit. Mit der Erziehung aber beginnen wir — am ersten Lebenstag.
Ein Wort von der Ernährung: Es ist absolut nicht notig, daß ein Kind auch r.n dritten und t? erten Lebensjahr von adern, was seine Eltern essen, unbedingt bekommen muß — auch nicht ton süßen Speisen. Kuchen und Näschereien. Das tvind beb.' in »einer g to)ßn‘.:n Nahrung, ein- । .ach.-c iras. ger ost der man wohl einen Kinder- | Pudding ober trockenen Kuchen zusetzen darf.
Obstkuchen aber. Schlagsahne, raffinierte süße Speisen und gefüllte Pralinen sind dem Kleinkind unzuträglich und darum gänzlich überflüssig. Auch ein ilebermaß an Schokolade kann oftmals mehr Pein als Freude bereiten.
Erprobte Rezepte.
Tomatenomelette. Man schlägt sechs Eier in eine Schüssel, so daß sie möglichst ganz erhalten bkeiben und überstreut sie mit einer Messerspitze Salz. Dann schneidet man 125 Gramm reife Tomaten in feine Scheiben und gibt den ausgelaufenen Saft zu den Eiern. Nun laßt man in einer runden irdenen oder emaillierten Pfanne ein eidickes Stück Butter heiß werden. Sobald die Butter sich zu bräunen beginnt, gießt man Eier und Tomatensaft dazu und drückt bann gleich die Tomatenscheiben hinein. Man bestreut die Masse mit etwas gehackter Petersilie und schlägt sie zusammen, sobald die Eier fest sind. Die Speise muß heiß serviert werden.
3unge Hühner mit Gemüse. 6 Personen. Zwei bis drei junge Hühner werden sauber zurechtgemacht und leicht gesalzen. In eine Kasserolle gibt man einige zerschnittene Karotten, kleine oder halbierte Champignons und Dlumen- kohlroschen, gießt eine Obertasse Brühe ober Wasser dazu (falls Wasser, muß ein Stückchen Butter bei gefügt werden», legt die halbierten Hühner hinein und läßt sie auf gelindem Feuer weichdämpsen. Hieraus bindet man die Soße mit einem Löffel Weizenmehl, läßt gut durchkochen, schmeckt nach Salz und Pfeffer ab, würzt mit einem halben Teelöffel Maggis Würze und richtet alles zusammen an. (Nach Belieben können auch frischcnttemte junge Erbsen mitgebünftet werden.)
Fleischbrühkartoffeln. Man nehme dazu feine leicht zerfallenden, also keine sogenannten mehligen Kartoffeln. Man schält sie, schneidet sie in mitteldicke, gleichmäßige Scheiben und kocht sie in Salzwasser etwa halbweich. Nachdem dieses
Oie praktische Hausfrau.
Mittel gegen M ä if f e. Ein sicheres Mittel gegen Mäuse ist wilde Kamille, ebenso Pfefferminz- traut. Man legt Bündel von beiden unter die 'Betten, Schranke, Kommoden und in die Zimmerecken. Die Mause hassen den Geruch dieser Krauter, den sie nicht vertragen können, und verschwinden bald aus den, vorher heimgesuchten Räumen.
Bügeln von Manschetten. Beim Bügeln lege man ein Lineal an die Manschette und fahre mit dem Eisen entlang, so daß die Kante heraus- tritt. Dadurch verleiht man den Manschetten ein gutes Aussehen.
Honig als Beruhigung»mittel. Regel- ' mäßig vor dem Schlafengehen zwei Kaffeelöffel voll Honig genossen, ist nahrhaft, blutbildend, beruhigt nervöse Personen ungemein und bewirkt angenehmen Schlaf Wer den Honig nicht allein genießen will, esse ein Stückchen Weißbrot dazu und trinke ihn in Milch ober Kaffee verrührt. (Er hat bann die gleiche Wirkung.
Reinigung von kupfernen Zierge- räten. Man barf beim Putzen von kupfernen Ziergeräten nur solche Mittel anwenden, die keine Schrammen hinterlassen. Um die» zu verhüten, bereite man eine Salbe von dunkler Schmierseife und Salmiakgeist. Mit einem weichen Lappen reibe man damit den betreffenden Gegenstand ab und poliere mit einem wollenen Lappen das Gerät blank.
Wenn etwas angebrannt riecht. Riecht ein Speise ober ein Getränk angebrannt, so gieße man die Masse schnell, ohne vorher umzurühren, in ein anderes Gesäß unb koche sie darin fertig. Das Eingebrannte aus dem ersten Topf ist sofort daraus zu entfernen.
Verhütung des Brüchigwerdensvon Leder. Man bereitet von Zeit zu Zeit eine starke Eschenrindenabkochung unb weicht bas betreffende Schuhwerk, das nur aus Leder bestehen darf, darin ein. Wenn es trocken geworden ist, schmiert man es mit Vaselin ein, wodurch das Leder wieder biegsam und geschmeidig wird. Statt des Vaselin kann man auch Rizinusöl verwenden.
Behandlung von Brandwunden. Bei Brandwunden vermeide man, wässerige Lösungen auf die betroffene Stelle zu bringen, benutze Diel- mehr statt dessen reines Fett und öd. Am besten ist ein Gemisch aus gleichen Teilen Leinöl unb Kalk- wasser, bas vor jedem Gebrauch gut durchgeschüttelt und ziemlich dick auf die Brandwunde ausgepinselt werden muß. Darüber kann man zum Kühlen eine mit Bleiessig getränkte Leinwandkompresse legen. Am tunlichsten ist es, wenn eine Brandbinde zur Hand ist, diese gleich anzulegen.
Essig oder Zitronensaft?
Dom Institut für GarungSgewerbe, Berlin, wirb uns geschrieben:
Seit Iahrtausenben hat eS ble Menschheit ver» stauben, ben natürlichen Vorgang, be» Sauerwer» ben» alkoholischer Getränke (Wein, Vier u. bgl.) beim Stehen an ber Luft zur Bereitung von Essig auszunuhen, ja, ber Eslig war im ganzen Altertum unb im Mittelalter bi» in bie neuere Zeit hinein wohl ba» einzige Genußmittel zur Deckung bcS menschlichen Säurebebarfs. Er galt von jeher al» harmlos unb unschäblich unb würbe selbst zur Heilung aller möglichen Krankheiten als inneres unb äußeres Medikament äuge- toanbt Erst bie Gegenwart hat in ihrem Bestreben nach Vertiefung unserer ernährungS-phy- fiologischen Erkenntnisse einen Wanbel ber Auffassungen über ben gesunbheitlichen Wert be» Essigs gebracht. Man vertrat ben Standpunkt, baß Leute mit schwachem Magen unb empfindlichem Darm. Dleichsüchtige sowie Kinber sich be» EsfiggenusseS enthalten sollen, ba bie im Essig enthaltene Essigsäure bie Verbauungsorgane reize unb bie Blutkörperchen zerstöre. AIS Ersah dafür wurde ber infolge seines Vitamingehaltes für ben Körper besonders zuträgliche Zitronensaft zu Salaten unb anberen sauren Speisen empfohlen. Die Pvopaganba gegen ben Essig ver-
abgeschüttet würbe, übergießt man die Kartofsrl- scheiben, bi» sie reichlich bebeckt sinb mit guter, kräftiger Fleischbrühe, bie man noch mit einigen Fleischbrühwürfeln versieht, Unterdessen bereitet man aus guter Butter, seinem Mehl unb etwas gehackter Zwiebel eine hellgelbe Schwitze, bie man, sobald bie Kartoffelscheiben weich finb, mit der darauf befindlichen Brühe zu einer sämigen Tunke verkocht, mit einer Prise Pfeffer versieht unb je nach Geschmack nachsalzt. Die Kortosfelscheiben werden in ihr gut heiß gehalten, bürten aber nicht mehr kochen, ba sie sonst an Wohlgeschmack verlieren. Wer es Hebt, kann etwas feingewiegten Schnittlauch ober Petersilie barangeben.
Gulasch mit Ochsenmark zubereitet. Zwei Pfunb Hochrippe schneidet man in nußgroßr Würfel, läßt 100 Gramm Mark heiß werden, gibt das Fleisch nebst Salz unb Pfeffer, sowie Ooei zerschnittene Zwiebeln hinein unb läßt es fest zugebcckt 20 bis 30 Minuten dämpfen; dann stäubt man etwas Mehl darüber, läßt es an» ziehen, bedeckt das Fleisch mit einem Schöpflöffel Fleischbrühe, würzt mit Paprika unb läßt es in kurzer Soße noch eine halbe Stunde dämpfen.
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Arme Ritter. Man nimmt dazu am besten Brötchen vom vorherigen Tage, die man durchschneidet und zehn Minuten in Milch legt Dann nimmt man sie heraus, wälzt sie in Ei und bäckt sie auf der Pfanne. Dann werden sie auf beiden Seiten mit Zucker bestreut und mit Fruchtsoße serviert; man tarnt sie auch mit Marmelade bestreichen.
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Kalte RciSspeise. Ein halbes Pfund ReiS wirb in reichlich Wasser gar gekocht, doch so, daß bie Korner nicht zerkochen. Nach bem Durch» seihen be» Wassers fügt man ein Viertelpfund zerlassene, ungesalzene Butter, den »Säst von zwei Zitronen, zwei Weingläser Rum unb bie Schale einer aus Zucker abgeriebenen Zitrone sowie hinreichenben Zucker hinzu. Eingemachte Früchte dienen zum Garnieren des Reises.


