Ausgabe 
26.6.1931
 
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Freitag.

Tageskalender für

Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: »Tänzerinnen für Südamerika gesuchtl"

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i von Berlin

Die Gießener Hvchschulgesell- schäft veranstaltet am morgigen Samstag. 17.15

Freihemi vom faul bei Reichs. ffleflfaltnbunbts ihr freundliche» ranMuny. Dir rrutzrn und Aum Stein, der Not er verstand, i wecken und or zu machen, n Gegenwart ein-

Protestkundgebung de r Studen­tenschaft. Die Gießener Studentenschaft ver­anstaltet am Sonntag, 28.3uni, eine Protest­kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge, die um 13,30 ir&T auf dem Oswaldsgarten abgehalten wird. Vorher findet ein Llmzug durch die Straßen statt.

Die Müllabfuhrgebühr wurde durch den Beschluß des Stadtrats auf jährlich 1,36 Pf. für je 100 Pf. Grundmiete festgesetzt. Ein dem­entsprechender Nachtrag aur Gebührenordnung ist im heutigen Qlix^igenteil veröffentlicht.

Evangelischer Dekanatstag in Gießen. Der Bericht in Nr. 146 ist dahin zsu berichtigen, daß Pfarrer Büchner, Treis an der Lumda, zum Stellvertreter des Dekans uub Dekanstellvertreters (Pfarrer Cartier, Wieseck) Im DekanatsauSschuß gewählt worden ifL

her Sintflut hat es noch nie wieder Zeit hindurch geregnetl

Bornotizen.

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LamSlan, den 27. Juni 1931, dom 8 Uhr ab

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Widerliche Störenfriede der Nacht ekles Ungeziefer, das Ihnen den erquicken­den Schlaf raubt und Ihre Gesundheit ge­fährdet Befreien Sie Ihr Heim von Flöhen und Bettwanzen zerstäuben Sie Flit.

Flit vernichtet Fliegen, Mücken, Schnaken.) Flöhe, Ameisen, Motten, Bettwanzen, Scha­ben und deren Eier. Flit-Zerstäubung ist für Insekten tödlich, für Menschen jedoch un­schädlich. Bequem anzuwenden, fleckt nicht. Verwechseln die Flit nicht mit anderen Insektenvertilgungsmitteln.

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Ludwigttr. v.

Feierabend an. Heute abend sand im Werftspeise- haus eine Feier statt, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Chefs der Marineleitung stand.

Schleppflug Kronfelds von Calais nach London.

London, 25. Juni. (WTB.) Nach einem Flug von 230 englischen Meilen, der von Brüssel über Dalencienne und Calais führte, wo eine Zwischen- landung zur Aufnahme von Brennstoff gemacht wurde, ist Robert Lronfeld heute nachmittag mit seinem Segelflugzeug, das sich im Schlepp eines Flugzeuges befand, in Hanworth ge­landet. Dies stellt einen neuen Erfolg im Schlepp- flug bar. Der Führer des Flugzeuges war Wei- catot, der Inhaber des Weltrclordes im Rücken- fliegen, der 47 Minuten beträgt. Kronfeld nahm später an einem Flug des neuen englischen Riefen- flugzeugesHannibal" teil, das heute feine Probe­flüge über London ausführte.

Brandkatastrophe im vöhmerwald.

Krumau, 25. Juni. (WTB.) 3n der Döhmer- wald-Gemeinde Perne! brach heute nacht ein Brand auS, der binnen kurzer Zeit nahezu den dangen Ort vernichtete. 24 Gebäude wur­den eingeäschert. Der Bürgermeister des OrteS. seine . Frau und sein Sohn kamen durch Rauchvergiftung ums Leben.

Uhr, Im großen Hdrsaal der Llniversttät eine Fest­sitzung. Professor Dr. Th. Mäher wird einen Bortrag über das Thema .Die mittelalterlich» Kaderpolitik und der deutsche Osten" halten. DaS Collegium musicum ter Universität wird mit eini­gen musikalischen Darbietungen aufwarleir. Dvrher findet die Zahresver ammlung zur Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten statt. Näheres in er gestrigen Anzeige.

D i c Markusgemeinde hält am näch­sten Sonntag, 28. Juni, ihre Gemeindefeier auf der Hardt. Gin reiches Programm mit Spiel imb Musik ist vorgesehen. Es wirken mit die Kinder der Kinderkirche, die Augendvereinigung und der Verein für christliche Musik. (Siehe heutige An- rcige.)

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^wörtlich.

stimmen? Ach, lassen wir es ruhig regnen seit eine solange

Deshalb mache man eS sich zur Regel, auch auf Reisen nicht anders zu leben, als zu Hause. Man halte di« Stunden der Mahlzeit möglichst so inne, wie daheim. Man esse nicht mehr, als man zu den häuslichen Mahlzeiten zu essen gewohnt ist. Man unterhalte Kinder nicht durch Essen und Trinken, sondern gebe ihnen lieber ein Bilder­buch oder Papier und Bleistift zum Malen u. bg(. m. Man genieße Trirmvasser nur dort, wo es wirklich als solches gekemAeichnet und von ein­wandfreier Herkunft ist. Man achte, besonders bei Kindern, darauf, daß sie nicht alles anfassen und ihre Hände mit Schmutz und Krankheits­keimen beladen. Man vergesse vor ollem nicht, so­weit die Möglichkeit dazu besteht, sich auf Reisen recht oft die Hönde zu waschen. Wer die einfach­sten Grundregeln der Gesundheitspflege bei An­tritt der Sommerreise nicht zu Hause vergißt, son­dern sich ihrer auf Schritt und Tritt, auch auf Reisen, erinnert, der wird vor üblen Zufällen bewahrt bleiben und eine durch Krankheit un­getrübte Erholung erwarten dürfen.

Wohin wandern wir Mädchen?

Aus dem Anfang der Zugendbewegung die ja vor allem in der Neuentdeckung des Wan­derns gipfelte wissen wir, daß die Frag« der Teilnahme der Mädchen an den Wanderungen immer sehr umstritten war. Es war so neu, daß sie, die man jahrhundertelang Immer so sorg­fältig behübet hatte, nun auch ein Maß von Selbständigkeit beanspruchten, daS allen alls für die Buben anging, für Mädchen aber doch nicht gut diskutabel war. Eine Tageswanderung, na i'chön, das mag angehen: aber wo wollt ihr denn übernachten, wenn ihr mehrer« Tage fortbleiben wollt? Das war so bie erste und die -große und di« auch recht gut verständliche Frage der Eltern. Denn wo konnte man denn überhaupt übernach­ten? Zn Wirtshäusern, in Scheunen, in hcu- gesüllten oder leeren Schuppen, im Zelt, wenn es di« Witterung erlaubte, bei gutmütigen Dau­ern, damit fertig. Das klingt zwar alles sehr romantisch, wurde auch alles ausprobiert und ausgenutzt, aber daß unter diesen ölmständen an eine allgemeine Wanderbewegung unter den Mädchen nicht zu denken war, das lag auf der Hand. Wie o^t geschah es, daß wandernde Mäd­chen von Delrunkenen in den Wirtshäusern an­gepöbelt wurden, daß junge und erwachsene Flegel ihnen mit llnflätigfeitcn dienten, wenn sie um Nachtlager anragten. Daß davon vieles auf Konto der Neuheit der Wanderbewogung und speziell des Mädchenwanderns -ging, ist selbstverständlich: aber glaubt chr vielleicht, daß heu!e. trotzdem man doch allgemach an wandernd« Mädchentrupps gewöhnt ist, diese Dinge nicht genau so leicht geschehen könnten, wenn nicht ...

Ja. wenn nicht das Jugendwandern und damit auch das Mädchenwandern heute auf ganz anderer Grundlage aufgebaut wäre. Denn gerade die Frage der Uebernachtung ist heute am leichtesten zu losen. Da gibt es kein Suchen und kein Umherfragen, keine Anpöbelung und kein Fortjagen. Da gibt cs nur eine ungefähre Einteilung feiner Wanderung in ent- sprechende Tagesabschnitte, und da gibt es den einen Hauptpunkt des Programms: feine Tagesration fo einteilen, daß man am Abend rechtzeitig in einer Jugendherberge landet. Denn die Jugendherberge bedeutet Ruhe. Behaglichkeit und Geborgenfein.

Wer könnte sich heute überhaupt ein Wandern

fuhr heute M GnmevaviAr hdemDetM- hrtÄ-rM^ »rs -IRK früh Va DMb över zuruck, ft Mheimshaveu. ite aus ihr <

Seifenschaum-ein Waschlttgstraum! Diel, viel weißer Seifenschaum, Luft. Sonne und blüten- frische, duftende Wüsche so träumt die richtige Hausfrau sich den Waschtag! Sie kann ihn sich gar nicht denken ohne Naumann's weiße Kernseife .

die vollkommen reine, schäum-und waschkräftige Seife, bi« ihr die Arbeit erleichtert und ihre Wasche schont.

Kontrolle der Kraftsayrzeuge- Kennzeichen. Bei DerkehrskontroUen an Kraftfahrzeugen sind neuerdings häufig Kenn­zeichen festgestellt, die den Vorschriften nicht ent­sprechen. Durch Nichtbeachtung der Vorschriften über Größe und Abstände der Buchstaben und Zeichen werden Fälschungen begünstigt und Dieb­stähle von Kraftfahrzeugen erleichtert. Um die neuerdings wiederholt festgestellte Fälschung von Kennzeichen durch eine kaum merkbare (Entfernung der letzten Zahl der Nummer zu erschweren, sind Kreis- und Polizeiämter angewiesen, bei Ab- und Nachstempelung von Kraftfahrzeugen künftig je einen Stempelabdruck auf die erftc und letzte Ziffer der Zahl zu setzen. 3m übrigen sinsd di« Aeberwachungsorgane angewiesen worden, auf di« Unversehrtheit und Dorfchriftsmäßigkeit der Kennzeichen besonderen Wert zu legen.

Jugendlicher ohne Jugendherbergen vorstellen? Der könnte sich im besonderen eine größere Wander- bewegung der Mädchen ohne Jugendherbergen'vor- stellen? Was kümmert uns heute die Gunst oder Ungunst eines Tages?

Wir wissen ja im voraus: Heute abend werden wir in der Jugendherberge in I ober V oder Z fein, und gleichgültig, wo es nun auch fein mag, dort werden wir freundlich aufgenommen werden, dort wird man uns nicht Übervorteilen, dort werden wir aller Wahr­scheinlichkeit nach lustige Gesellschaft treffen, dort wird für uns ein sauberes Bett bereit sein, dort werden wir uns unser Abendessen selbst kochen, ober wenn wir zu mübc sind, auch für ein Geringes kaufen können, mit einem Wort, dort werden wir so gut wie daheim sein, denn schließlich ist ja jede Jugendherberge für uns eine Heimat in der Fremde.

Und wenn wir so unsere Wanderung einteilen und durch entsprechende Anmeldung in Den fraglichen Jugendherbergen vorbereiten, dann wird es auch für Mädchen keinerlei Schwierigkeiten mehr geben, bann werben auch die strengsten und gewissenhaftesten Eltern gern zustimmen.

Siebenschläfer.

Der lag, der das Reisewetter bestlmmtt

Siebenschläfertag am 27. Juni! Wenn es an diesem Tage regnet, bann, so will es der Dolksmund, reg­net es sieben Wochen lang. Eine schöne Zeit, das muß man sagen. Denn in diese sieben Wochen fällt bekanntlich ein erheblicher Teil unserer Getreideernte, zu der gar kein Stegen paßt. In diese sieben Wochen fallen aber auch die von jung und alt meist recht sehnlich herbeigewünschten Sommerferien, und die sollen uns verregnet werden?

Wer an derartige Wetter- und Kalenderregeln glaubt, kann in schwere Bedrängnis kommen. Er wird gut tun, alle bisher getroffenen Steife- und Erholungsvorbereitungen schleunigst wieder umzu- stoßen; bei Regenwetter ist ev zu Hause immer am besten. Aber wir erinnern uns aus vielen Vorjahren mit einem verregneten Siebenfchlöfertag, daß auch die Pessimisten aus Neigung und Beruf gar nicht daran denken, die rücksichtslosen Konsequenzen aus der Kalenderregel zu ziehen, die sie sich eigentlich vorgenommen haben. Immer wieder siegt die Hoff­nung, daß der Wettergott es doch besser mit den armen Menschen meinen werde, als er bisher be­kundet hätte. Und diese Ansicht ist zweifellos die richtigere.

Wir haben zu Anfang des Monats Juni den Mcdardustag gehabt. Auch von Ihm sagt die Bauern­regel:Regnet s am Medardustag, fo regnet'g vierzig Tage lang danach!" Nun, es hat an den meisten Stellen Deutschlands an diesem Tage nicht nur ge­regnet, sondern gegossen. Dennoch hatten wir in den bisher verflossenen rund zwanzig Tagen eine ganze Reihe sehr schöner, überaus trockener und heißer läge. Laßt uns aus dieser exakten Beobachtung lernen!

Der Siebenschläfertag soll unser Reisewetter be-

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Aus der provinzialbauptfladt

Gießen, den 26. Juni 1931.

' Hygiene auf Reisen.

Don Dr. Gurt Kayser, Serlm-Wilmersdorf.

In den nächsten Tagen bringt die Eisenbahn un­gezählte Tausende zur Erholung aufs Land, ins Gebirge oder an die See. Der Zweck der Reis« ist bei allen Erhaltung und Kräftigung der Ge­sundheit, aber alle guten Lehren der Gesundheits­pflege, deren Kenntnisse sich auch in Deutschland mehr und mehr auszubreiten beginnen, sind meist mit dem Augenblick vergessen, in dem sich der Zug in Bewegung setzt.

Kaum ist die Bahnhofshalle verlassen, da wird der Rucksack oder die Handtasche geöffnet, und das Essen beginnt, gleichviel zu welcher Tageszeit, gleichviel ob man Hunger hat oder nicht. Für viele Menschen ist eben jede Etsenbahnsahrt gleich­bedeutend mit reichlichem Essen und Trinken. Ganz besonders werden in größere und kleinere Kinder während der Eifenbahnsahrt oft ungeheure Men­gen Brot, Wurst, Obst, Süßigkeiten und sonstige schönen Sachen Hineingestopft, bis sich schließlich in dem einen oder anderen Falle der Magen das einfach nicht mehr gefallen läßt. Nur zu leicht ist man dann geneigt, nicht bri sich selbst oder seiner Hnoemunft die Ursache zu suchen, Jobbern be­hauptet vielfach,ba« Kind verträgt das Fahren schlecht".

WaS vvm Essen gilt, gilt häufig auch vom Trinken. Wahllos wird mitgebrachler kalter Kaf­fee, warm ober schlecht gewordene Milch u. a. m. getrunken. Beim Wasser fragt man auch nicht lange nach seiner Herkunft, kurz, die Sünden wider die Gesundheit sind auf Reisen ganz beson­ders groß. Da darf man sich nicht wundern, wenn gleich nach der Ankunft am Reiseziel Er­krankungen des Magens oder deS Darms sich mel­den und einem mindestens die ersten Ferientage schon verderben.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische ©emeinben.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synogoae (Sübanlage). Samstag, 2T. 3uni. Bor. abend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 9 und 9.40 Uhr.

Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein.

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