Ausgabe 
26.5.1931
 
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aussaat bestellt worden, das sind 56 v. H. des Gesamtplanes. Davon entfallen auf die Kollek­tivwirtschaften 37) Millionen, auf die Sowjetwirt- lchaften 5) Millionen und auf die Einzelbauern 13) Millionen Hektar.

Aus aller Welt.

Deutscher Lurfchenlog am Rhein.

Der stärkste waffenstudentische Verband, die Deutsche Burschenschaft, hielt an den Pfingsttagen in Dingen ihre diesjährige Ta­gung ab. Dingen, Rüdesheim und Ahmanns- hausen waren von etwa 2000 Teilnehmern und deren Angehörigen dicht belegt und erfüllt von akademischem Treiben. Die Sihunaen begannen mit dem Alten-Herren-Tag, der für das neue Geschäftsjahr Derlin zum Dorort wählte, lieberReue Wege in der deutschen Wehr­sroge" berichtete Dipl.-Ing. Schwab aus Geih- Ridda (Germania, Darmstadt), überOstfragen" Ministerialrat Dr.-Ing. Müller, Darmstadt, (Germania, Darmstadt). Olm Sonntag fand eine Kundgebung am Rioderwald-Denkmal statt, bei der Direktor ZschiNh sch (Guelfia,München) darlegte, bah Rückkehr zu den Quellen deutscher Gesinnung, wie sie Männer wie Jahn und Arndt zeigten, Dorbedingung für die inner« und äuhere Befreiung Deutschlands sei. Dieser Tag brachte dann eine öffentliche Sitzung, in der der ost- preuhische Pfarrer Lawin über das Thema Deutscher Osten", und der bekannt« Historiker Archivdirektor Dr. Wentzke (Düsseldorf) über Deutscher Westen" sprachen.

Ein TNolorboo! aus dem Vierwaldstättersee gesunken.

Auf dem Dierwaldstättersee wurde am Pfingst- sonntagnachmittag ein mit sechs Personen be­setztes Motorboot leck und begann zu sinken. Alle Insassen stürzten ins Wasser, wobei vier Personen ertranken. Die Passanten am Ufer hielten zunächst die Hilferufe der Sinkenden für einen Scherz. Erst später ruderten zwei/ Herren hinaus und es gelang ihnen, drei von den Ertrinkenden zu bergen, Die Wiederbelebungs­versuche waren aber nur bei zweien von Erfolg. Ein zweites Unglück ereignete sich m der Rahe von Brunnen. Hier stürzte wegen deS starken Personenandranges der S ch i f f s st e g an der Dampferlandungsstelle zusammen. 24 Perso­nen fielen dabei ins Wasser. Da das Wasser an der Stelle nur etwa zwei Meter tief ist und zahlreich Hilfe zur Stelle war, so gelang es, sämtliche Personen zu retten.

Opfer der Berge.

Während der Pfingsttage ereignete sich in den Bergen eine Reihe von folgenschweren Abstürzen. An der Westwand des P r e d i g t st u h l e s im Wil- den Kaiser stürzte am Pfingstsonntag der Münchner Karl Brandel ab. Am Pendling bei Kufstein verunglückte der Münchner Tourist Joseph Nayr tödlich. Seine Begleiterin erlitt schwere Lerletzun- gen. An der Fleischbank-O st wand verun­glückten zwei Innsbrucker Touristen durch Absturz. Einer von ihnen erlitt schwere Verletzungen und mußte aus der Wand von einer Expedition heraus­geholt werden.

Ein Lastkraftwagen überschlagt sich.

Am Abend des ersten Pfingstfeiertages ereignete sich auf der Straße zwischen Hollfeld und Bamberg bei Scheßlitz ein schwerer Autounfall. Ein Schnellastwagen, der mit 30 Personen befett war, kam plötzlich ins Schleudern, überschlug sich und begrub fast alle Insassen unter s i ch. Bier Schwerverletzte wurden ins Scheßlitzcr Krankenhaus geschafft, wo der zehn Jahre alte Ar­beitersohn Schütz aus Bamberg seinen Ver­letzungen erlegen ist. Die Schuld an dem Unglück soll den Fahrer treffen, der, als er die drohende Gefahr bemerkte, sich durch einen Sprung in Sicherheit gebracht haben soll. Infolge der schwe­ren Verletzungen ist auch der 66jährige Werkmeister a. D. Krauß aus Bamberg gestorben.

Schweres Linsturzunglück.

In Greifswald ereignete sich ein schweres Unglück am ersten Pfingstfeiertage. Die sozialdemo­kratische SportvereinigungFichte" hielt in Greifs­wald im Gewerkschaftshaus ein Gautreffen ab. Als sich am Vormittag die Mitglieder in dem Garten des Gewerkschaftshauses zum Abmarsch nach dem Sportplatz versammeln wollten, stürzte von dem Nachbarhaus eine Mauer ein und die Trümmer fielen in den Garten des Gewerk­schaftshauses. Die Folgen waren furchtbar. Vier Tote und acht Schwerverletzte wurden von der Polizei und der Feuerwehr aus dem Trümmerhaufen geborgen. Außerdem ist noch eine Reihe von Personen leicht verletzt worden. Die Toten und Schwerverletzten stammen aus Berlin-dl und Neukölln. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch eine Frau aus Fürstenberg in der Mark, deren Mann die Fahrt nach Greifswald mit dem Motorrad hatte unternehmen wollen, aber be­reits unterwegs bei einem Eisenbahnübergang töd­lich verunglückt war.

Tragödie in der wüste.

Zugleich mit der Nachricht, daß der Leiter der Dermessungsabteilung in der ägyptischen Wüste El ah ton für die Verdienstmedaille vorgeschla- gen ist, werden Einzelheiten einer schrecklichen Tra­gödie bekannt. Ende Februar fand Clayton in der Wüste eine Gruppe völlig verhunger­ter Beduinen. Sie erzählten ihm, daß sie bei der Besetzung der Oase von Kufra durch die Ita­liener geflüchtet und nun schon vier Wochen in der wasserlosen Wüste umherge- i r r t seien. Roch weitere Gruppen von Bedui­nen seien unterwegs. Rachdem di« Beduinen nach Wadi Halfa gebracht worden waren, machte sich Elayton sofort mit drei Automobilen auf die Suche. Er fand noch dreiGruppenvvnFlücht- l i n g e n, die er in Sicherheit brachte. Wie viele Beduinen in der Wüste zugrunde gegangen sind, steht noch nicht fest. Die Gruppe von Ge­retteten hatte ursprünglich aus 42 Personen be­standen und war auf 19 zusammengeschrumpft: die anderen waren unterwegsliegengeblie­ben und verschmachtet.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 26.Mai 1931.

Oer Körper- und Gesundheitszustand der berufsuchenden Jugend.

Von Dr. Rottenbacher, Arbeitsamt Gießen.

An Ostern 1931 kam der 1917 geborene Kriegsjahrgang zur Dvlksschulentlassung. Die Kriegs- und Inflattonsjahre waren Rotzei­ten auch für die Kinder und sind an ihrer kör­perlichen und gesundheitlichen Entwicklung nicht spurlos vorübergegangen. Don älteren Arbeit­gebern und Lehrern wird das immer wieder fest­gestellt, und ebenso wissen Aerzte vom nicht besser gewordenen Körper- und Gesundheitszustand un­serer berussuchenden Jugend zu berichten. Manche Schulabgänger sind noch so schwächlich, daß eine Lehrstellenvermittlung gar nicht zu verantworten wäre und aufgeschoben werden muß. Die Dauer­arbeitslosigkeit allüberall, die viele von ihr be­troffene Familien unter das soziale Existenzmini­mum hält, bringt für nicht wenige Schüler neue Rotjahre auf die des Krieges und der Inflation. Es ist schon gar nicht selten, daß Eltern, ganz offen eingestehend, ihre Iungens bestimmen, Däcker oder Metzger zu werden, damit sich diese einmal ordentlich .herausfüttern" können, trotz­dem in Lebensmittelberufen allgemein kein Lehr­lingsmangel herrscht.

Mm ein anschauliches Dild über G e s u nd - heitSzustand, Größe und Gewicht der an Ostern entlassenen Dolksschüler zu bekommen, haben wir die aus den für die Berufsberatung bestimmten Schülerkarten mit- geteilten schulärztlichen Gutachten daraufhin sta­tistisch ausgewertet. Leider fehlt uns ein Der- gleichsmaßstab aus der Vorkriegszeit, aber immer­hin kann vielleicht als solcher die folgende Tleber- sicht für etwa spätere ähnliche dienen.

Bei der ärztlichen llntersuchung hatten die Schüler gewöhnlich ein Durchschnittsalter von 137t bis 137, Iahren. Die Statisttk bezieht sich auf 542 ausführliche schulärztliche Gutachten mit Gröhenangaben, 523 enthielten auch Gewichtsan­gaben. Die untersuchten Schüler gehören dem Stadt- und Landkreis Gießen, den Kreisen Fried­berg und Alsseld an.

Der kleinste von den 542 Entlaßschülern war 1.20 Meter, der größte 1,75 Meter groß. Am häufigsten kamen die Größen von 1.50 bis 1,54 Meter vor: 23,6 Prozent der untersuchten Schüler hatten diese Maße. Das Schaubild der Stveu- kurve zeigt folgende fünf auffallende Größen- gruppen: 2.8 Prozent der Knaben waren 1,20 bis 1,34 Meter groß, 26 Prozent 1,35 bis 1,44 Meter, 46,7 Prozent 1,45 bis 1,54 Meter, 21 Prozent 1,55 bis 1,64 Meter und 3,5 Prozent 1,65 bis 1,75 Meter.

Der leichteste von 523 Schülern wog 26, der schwerste 61 Kilogramm. Die häufigst vor­kommenden Gewichtsmahe, 36 bis 37 Kilogramm, hatten 16.5 Prozent der Untersuchten. Das etwas andere Dild der Streukurve läßt folgende vier Gewichtsgruppen hervortreten: Das Gewicht von 26 bis 35 Kilogramm hatten 20 Prozent, von 36 bis 41 Kilogramm 44 Prozent, von 42 bis 51 Kilogramm 31 Prozent und von 52 bis 61 Kilogramm 5 Prozent der Knaben.

Was den Gesundheitszustand Betrifft, so wurden von den 542 Entlaßschülern 359 für voll berussfähig, 139 für nur bedingt beruss- fähig und 9 für noch nicht berufsfähig erklärt. Auf 35 Schülerkarten fehlten die Angaben über die Derufsfähigkeit. Weiter wurde angegeben, daß Derufe zu meiden sind mit: a) schwerer körperlicher Anstrengung (74), b) anhaltendem Stehen (21), c) Staubentwicklung (12), d) sitzender Arbeitsweise (9), e) starkem Temperaturwechsel (6) und f) Absturzgefahr (2). Die Zahlen in Klam­mern bedeuten, wie oft Derufe mit solchen An­forderungen zu meiden waren.

Außerdem wurden an den Untersuchten fol­gende gesundheitliche Mängel festgestellt: Plattfüße (35), schlechtes Sehvermögen (21), all­gemeine Schwäche (18), Herzleiden (10), Bruch- anlage (8), schlechte Rerven (5), Wirbelsäulen­verkrümmung (4). Unterentwicklung (4), Rachitis (4), flacher Brustkorb (3), Rundrücken (3), Ohren- leiden (2), Kropf (2), Sprachfehler (2), Lid­entzündung, sehr unentwickelt, schlechte Zähne, Hochwuchs, neurasthenisch, schmalbrüstig, Skoliose, B u'armut, Bleichsucht, Verkrümmung des Armes, Vieren, Kniegelenktuberkulose, Wucherung, eng­brüstig, Stottern kam je einmal vor.

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Stadt- theater:Ständchen bei Nacht", 20 bis 22 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Schatten der Unter­welt". Astoria-Lichtspiele:Polizei".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, erste Vorstellung der Sommerspielzeit 1931 mit der Erstaufführung des neuesten LustspielsStändchen bei Nacht" von Leo Lenz. Diese Vorstellung ist zugleich die letzte Pre­miere des hiesigen Ensembles. Spielleitung: Karl Volck. Mitwirkende: Damen: Iabn, Schubert-Jüng- linq Walther-Lederer, Wielander: Herren: Bruck, Fassott, Nieren, Volck, Wesener, Zingel. Ermäßigte Sommerpreise. Mittwoch, 27. Mai, letzte Vorstel­lung des Mittwoch-Abonnements mit einer Wieder­holung der beiden WerkeDie schöne Galathse" von Supps undBrüderlein fein!" von Leo Fall unter der Spielleitung Hubs und der musikalischen Leitung Eujss mit der Besetzung der Erstaufführung. Auch zu dieser Vorstellung werden Zehnerkarten und Schau- spielgutscheine gegen Aufzahlung in Anrechnung gebracht Am Donnerstag, dem 28. Mai, 16 Uhr, geschlossene Vorstellung für die Erwerbslosen. Zur Ausführung gelangt der SchwankDas öffentliche Aergernis von Franz Arnold. Sonntag, 31. Mai, 18.30 Uhr, nächste Wiederholung des Lustspiels Ständchen bei Nacht". In dieser Vorstellung ver- abschieden sich Ilse Jahn, Edu Wesener, Friedrich Zingel.

Gietzener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Spinat 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 25, Rotkraut 25 bis 40, gelbe Rüben 15 bis 20. rote Rüben 15 bis 20, Römischkohl 20 bis 25, Spargel 35 bis 60,

Tomaten 80 bis 120, Zwiebeln (neue) 15 bis 20, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Rhabarber 10 bis 15, Erdbeeren 200 bis 250, Aepsel (ausl.) 50 bis 60. Dörrobst 30 bis 35, Kirschen (ausl.) 80 bis 100. Aprikosen 90 biS 100, Kartoffeln 5 bis 6 (per Zentner 4 bis 5 Mk.), Honig 40 biS 50, Suppenhühner 90 bis 100, jg. Hahne 90 bis 100. Rüssc 60 bis 70 Pf. per Psd.; Tauben 50 bis 70. Eier 8 bis 9, Salat 15 bis 20, Salatgurken 40 bis 70, Blumenkohl 40 bis 70, Lauch 5 biS 15, Retttch 20 bis 25, Sellerie 10 bis 50. Oberkohlrabi 20 bis 25 Pfennig per Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig per Bund.

* Herrliche Pfingstfeiertage waren uns diesmal beschicken. Schon von Samstag mittag ab herrschte schönstes Sommerwctter, das gar nicht nochEingang zum Sommer" aussah, sondern aus­gesprochener Hochsommer mit nahezu Hundstagshitze war. Kein Wunder, daß sich bei diesem herrlichen Wetter ein gewaltiger Ausflugsverkehr entwickelte, der den Inhabern der Ausflugsgastwirtschasten sicherlich sehr willkommen gewesen sein wird. Aus der Reichsbahn herrschte Hochbetrieb, bei dem nicht nur sämtliche fahrplanmäßigen Züge bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ausgenutzt waren, sondern auch noch eine Anzahl Vor- und Nachzüge gefahren werden mußten. Erfreulicherweise wickelte sich dieser gewaltige Verkehr reibungslos und ohne Unfall ab. Auch der starke Auto-, Radfahrer, und Fußgänger­verkehr hat nach den bis jetzt bei uns vorliegenden Mitteilungen zum Glück keine Unfälle von Belang gebracht, ebenso hatte die Polizei im großen und ganzen notwendige und erwünschte Feiertagsruhe. Trotz des starken Ausflugsverkehrs hatten aber auch die Gottesdienste in unseren Kirchen erfreulich guten Besuch aufzuweisen. Alles in allem kann man sagen, daß es schöne und harmonische Pfingstfeiertage waren, auf die man mit Befriedigung zurückblicken kann.

** Benefizvorstellung im Stadt- theater. Als Benefizvorstellung der Mitglieder des Gießener Stadttheaters gelangt am nächsten Samstag unter der Spielleitung von Heinrich Hub der SchwankLumpenparadies" zur einmaligen Auf­führung. Jeder Theaterfreund hat Gelegenheit, sich selbst etwas zugute zu tun, aber auch durch seinen Besuch ein Scherslein zur Ferienkasse der jetzt drei Monate beschäftigungslosen Schauspieler beizu­steuern und zugleich seine Dankbarkeit für die Lei- [tungen und Arbeiten des Ensembles zu beweisen. Um allen Kreisen des Theaterpublikums Gelegenheit zum Besuch dieser Sondervorstellung zu bieten ist der Dorstellungsbeginn erst auf 20.30 Uhr angesetzt.

** Lehrschein-Urkunde der DLRG. Von der Geschäftsstelle der Deutschen Lebensrettungs­gesellschaft Berlin wurde dem Polizeihauptwacht­meister P. Balth. Nordmann beim Polizeiamt Gießen und Sportlehrer R. Fischer, Verein für Bewegungsspiele, nach erfolgreich abgelegter Prä- fung die Lehrscheinurkunde mit goldener Nadel über­reicht.

Sängergau Gießen Stadt und Land. Am Sonntag, 31. Mai, werden sechzehn Männergesangvereine aus Gießen und unserer nächsten Umgebung, die sich zu dem vorgenann­ten Gau zusammensehen, zu ihrem 2. Gaulieder­tag in Gießen zusammenkommen. Alle Vereine werden am Vormittag in der Reuen Aula der Universität zu einem Wertungssingen vor einen unparteiischen Wertungsrichter tret«n und dort ihr Können und ihre Leistungen einer öffentlichen Kritik unterstellen. Im Anschluß an das Wer­tungssingen findet eine öffentlich« Kundgebung in der Südanlage statt, am Rachmittag werden sich die Sänger zu einem gemütlichen Zusam­mensein im Katholischen Dcreinshaus zusammen- sinden. Interessenten seien auf die Anzeige vom vorigen Samstag hingewiesen.

** Gartenhauseinbrüche en xr 0 s wur­den in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag in den Gärten beiderseits der Lahn verübt. Eine große Anzahl Gartenhäuser wurde von den Ein- orechern mit Gewalt geöffnet und dabei an den Türen und Schlössern erheblicher Sachschaden ver­ursacht. Aus den Gartenhäusern wurde eine ganze Anzahl Gegenstände gestohlen, wobei die Langfinger Interesse für alles zeigten, was nicht niet- und nagel­fest war. Durch umfangreiche Nachforschung der Polizei, unter Zuhilfenahme von zwei Polizeihunden, konnte in der letzten Nacht einer der Täter in der Person des Arbeiters Ludwig Bock aus Berg- heim an der Eder, der sich arbeitslos hier Herumtrieb, feftgenommen werden. Sein Komplice hat gestern vormittag Gießen verlassen, um ein aus einem Gar­tenhaus gestohlenes Grammophon in Frankfurt a. M. zu verkaufen. Geschädigte Personen, die bis jetzt noch keine Anzeige erstattet haben, werden ersucht, sich umgehend bei der Kriminalpolizei zu melden.

"DerDienenzüchtervereinGießen und Umgegend hielt seine ordentliche Mo­natsversammlung ab. Die Tagung führte dies­mal zum Bienenstand des Vorsitzenden G. B 0 - denbendev, der an seinen Völkern alle zur Zett vorkommenden Frühjahrsarbeiten vorführte. Im besonderen zeigte er die Erweiterung des Brutnestes, die Notwendigkeit der DauernruLrung, und zeigte dabei den Wert einer guten Stock- mutter. Anschließend versammelten sich die Tell- nehmer im großen Hörsaal der Hniversitäts- Rervenklinik. Hier erstattete der Dereinsobmann Bericht über die Ostertagung des Oberhessischen und Kurhessischen Imkerbundes und zog dabei besonders den Beschluß über di« zu gründend« Seuchenschuykasse, die Verteilung des Dienrn- zuckers aus der im ersten Geschäftsjahre befind­lichen Honigvcrwertungsgenossenschaft Südwest­deutscher Imker in den Kreis seiner Bettachtun- gen. Den Höhepuuntt der Tagung bildete ein Vortrag von Privatdozent Dr. A n k e l vom Zoologischen Institut der Landesuniverfität über Vererbungen bei der Honigbiene". Obwohl er dabei ein Gebiet von höchwissenschastlichem Ein­schlag behandelte, verstand es der Redner meister­haft, in seinem Einführungsvortrage die Zuhörer in allgemeinverständlicher Weise mit den Pro­blemen des Themas bekanntzumachen. Die Aus­führungen wurden durch eine große Anzahl gut wiedergegebener Lichtbilder aufs beste unter­stützt. Zwei weitere Vorttäge werden an Hand der aufgestellten Leitsätze die prakttsche Aus­wertung für die Wahlzucht der Stockköniginnen bringen. Reicher Beifall belohnt« die tief- schürfenden Ausführungen des Vortragenden. Den Beschluß der Tagung bildete ein Dorttag deS

Dorschenden über die im Krofdorser Forst er­richtete Königinbelegstation.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 20. Mai. Ein auswärtiger Land­wirt war bei mehreren Kassen als Rechner tätig. Es wird ihm zur Last gelegt, er habe im Laus« der letzten Iahr« über 6000 Mk., di« er verein­nahmt. veruntreut. Er will nicht wissen, wo­hin diese Summe gekommen sei, er hab« sie nicht unterschlagen. Die 'Beweisaufnahme, insbesondere das Gutachten eines Büchersgchverständigen, ließ aber keinen Zweifel an der Schuld des Angeklag­ten aufkommen. Urteil: 4 Monate Gefäng- n i s und Bewilligung einer Bewährungsfrist von 5 Iahren: außerdem soll er durch baldige Zah­lung einer Geldbuße von 200 Mk. seinen guten Willen bekunden.

Ein Kraftwagenführer war der fahrlässi­gen Tötung eines Kindes angeklagt. Er führ mit seinem Lastkraftwagen mit einer Geschwindig­keit von 18 bis 20 Kilometer in di« Kreuzung der Bahnhosstraße mit der Liebigstraße ein und überfuhr dabei ein Kind, so daß es alsbald ver­starb. Der Qlngcflagtc gibt zu, daß er daS Kind vorher gesehen, daß er weder die Fuß-, noch di« Handbremse gezogen habe, daß er aber versucht habe, durch Herumreihen des Steuers noch an dem Kind vorbeizukommen. Es wurden eine An­zahl Zeugen und zwei Sachverständige vernom­men. Das Gericht gewann die Ueberzeugung, daß der Angeklagte den Tod des Kindes durch Fahr­lässigkeit verschuldet habe. Er sei an der frag­lichen, besonders gefährlichen Kreuzung zu beson­derer Vorsicht verpflichtet gewesen: er sei zu schnell gefahren und hätte auf alle Fälle sofort di« Brem­sen ziehen müssen. Cs wurde auf 2 Monat« Gefängnis erkannt: außerdem wurde dem An­geklagten mit Rücksicht auf seine Unbesttastheit eine Bewährungsfrist von 3 Iahren gewährt.

Vom Kleinen Schöffengericht wurden sodann zwei geständige Angeklagte wegen Urkunden­fälschung zu drei bzw. einer Woche Gefängnis verurteilt. Bei beiden wurden mil­dernde Umftänbc angenommen und ihnen des­halb auch Bewährungsfristen von fünf bzw. drei Iahren bewilligt.

Kunst und Wissenschaft.

Linsleln Ehrcndoktar von Oxford.

Dem Begründer der Relativitätstheorie, Professor E i n st e i n ist, wie aus London gemeldet wird, in Gegenwart einer zahlreichen Versammlung das Ehrendoktordiplom der Universität Oxford verliehen worden. Wegen des großen Andranges fand die Feierlichkeit nicht in der Senatshalle, son­dern in der Aula statt. Einstein wurde von dem öffentlichen Redner", Dr. P 0 y n t 0 n mit einer Lobrede begrüßt und erhielt lebhaften Beifall, als er dem Vizekanzler Dr. Homes Dudden, dem Master of Pembroke, vorgestellt wurde. Einstein be­gab sicb nach der Feierlichkeit zum Rhodes-House, wo er Die zweite seiner Vorlesungen über die Rela- ttvität hielt.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Obwohl der hohe Druck, welcher Mitteleuropa mit in seinen Bereich nimmt, sich nordöstlich verlagert, so hält die Hochdruckwetterlage weiter stand. Außer aufkommenden Wärmegewittern bleibt das heitere Wetter fortbestehen.

Aussichten für Mittwoch: Außer einzel­nen Gewitterstörungen warmes und meist heiteres Wetter.

Aussichten für Donnerstag: Wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 25. Mai: mittags 26,5 Grad Celsius, abends 23 Grad: am 26. Mai: morgens 21,1 Grad. Maximum 27,3 Grad, Minimum 15,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Mai: abends 28 Grad: am 26. Mai: morgens 19,6 Grad. Sonnenscheindauer 13 >4 Stunden.

Regelmäßige und gründliche Reinigung der Kopfhaut ist die Grundlage für gesundes und schönes Haar, namentlich für solche Personen, die an Schuppen und Schinnen leiden und deren Haar an­fängt sich zu lichten. Ganz besonders dazu geeignet und wegen seiner belebenden Wirkung geschätzt ist das seit Jahrzehnten bekannte Pixavon und Pixavon- Shampoon. 2207

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