Ausgabe 
26.3.1931
 
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<,xs v>ayr die 2R e i | e, die Spiy die Schar. Dieses Jahr wurde sie schon am 10. Januar ge­hört. So zeitig, wie cs bisher noch selten fest- gestellt wurde, ließ sich dieses Jahr auch die Schwarzamsel hören. Am 27. Januar war es, im Pfarrgarten zu Großen-Linden, nachmit­tags in der Dämmerung, nur für einige Minuten, desgleichen am nächsten Tag und eine Woche später noch einmal. Dann kamen kalte Tage, und wochenlang war sie wieder still. Im vollen Singen ist sie erst mit dem Warmwetterumschlag. Am 21. März war sie dann auch in der Morgendäm­merung zum erstenmal zu hören. Sehr früh, es ist noch fast dunkel, beginnt sie. Der Buchfink hebt in der Regel in denselben Tagen im Vor­frühling mit der Schwarzamsel mit seinem immer gleichlautenden Zwitschern an; dieses Jahr wurde cs 27. Februar. Am 28. Februar wurde die erste Lerche gehört, an einem sehr rauhen, windigen Tag mit Regenschauern. Die Goldammer rief am 4. März zum erstenmal ihr zartesich hab' dich lieb". Richt vergessen sei der muntere Zaun­könig. Er ist ja Wintersänger. Zwei Jahre nacheinander war er bei mildem 'Detter an Weih­nachten zu hören, dieses Jahr erst Ende Februar.

0 Kesselbach, 24. März. Die Spar- und Dorschußkasse Kesselbach hielt am Samstag ihre Generalversammlung ab. Direktor Schmidt ge­dachte zunächst der im letzten Jahre Verstorbenen. Sodann wurde der Geschäftsbericht des Vorstandes vorgetragen. Die Bilanzsumme hat sich von rund 629 000 auf 706 000 Mark erhöht. Die offenen Re­serven stiegen von 11 000 auf 13 000 und die Ge­schäftsanteile von 24 000 auf 26 000 Mark. Die ge­samte Haftsumme erhöhte sich auf 282 000 Mark; die Mitaliederzahl beträgt 279. Die Spareinlagen er­höhten sich ebenfalls und sind auf 352 726,50 Mark angewachsen, die sich auf 475 Bücher verteilen. An aufgewertcten Sparbüchern sind noch 183 440 Mark vorhanden. Für alte und bedürftige Sparer wurden 12 000 Mark zurückbezahlt. Im Kontokorrent sind 281 000 Mark ausgeliehen, auf Schuldscheine 56 600 Mark, gegen Hypotheken 160 000 Mark. An Kasse-, Postscheck- und Bankguthaben waren 30 000 Mark vorhanden, Diskontwechsel 24 000 Mark. Das Wert­papierkonto erscheint mit 23 000 Mark in der Bilanz. Der Reingewinn ist mit 4011 Mark ausgewiesen, cs gelangen 10 v. H. Dividende zur Verteilung; 2500 Mark werden an die Reserven überwiesen. Die aus­scheidenden Aufsichtsratsmitglieder Ludwig Schöne­weiß II., Peter Becker und Wilhelm Werner wurden wiedergewählt; für die durch Tod aus­geschiedenen wurden Wilhelm Dietz II. und Leonh. W i n h a u e r neugewählt.

4-' Grünberg, 24. März. Der hiesige Pferde-Versicherungsverein hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Adolf Repp Witwe unter dem Vorsitz seines Direktors Karl Schä­fer l. seine 54. ordentliche Mitgliederversamm­lung ab. Rach dem Geschäftsbericht beträgt die Mitgliederzahl 563, gegen 570 zu Anfang des Vereinsjahres, da 44 Austritten nur 37 Reuein­tritte gegenüberstehen. Die meisten Abgänge er­litt der Verein im Ebsdorser Grund, da sich dort für den Kreis Marburg eine eigene Kosse ge­bildet hat. Versichert waren im ersten Halbjahr 830 Pferde mit einer Summe von 506 200 Mark, im zweiten Halbjahr 836 Pferde mit 513 350 Mk. Entschädigungen wurden für 60 Pferde gezahlt mit einem Betrag von 18 549,50 Mark (in 1929 : 40 Pferde mit 15 710 Mark). Der von der vorjährigen Mitgliederversammlung ermäßigte Prämienfoh mit 1,5 v. H. wurde nur im ersten Halbjahr er­hoben, im zweiten Halbjahr wurde wieder der alte Sah mit 2 v. H. kassiert. Bei einer Gesamt­einnahme von 20 310,70 Mark und einer Gesamt­ausgabe von 21 953,45 Mark ergab sich ein Fehl­betrag von 1642,75 Mark, der aus dem 11767,75 Mark betragenden Reservefonds gedeckt wurde, wodurch dieser auf 10 125 Mark zurückging. Rück­ständige Beiträge wies die Rechnung noch 1378,50 Kreuzweg der Liebe.

Roman von Paul Grabein

Urheberrechtsschuh: RomandienstDigo", Berlin W 30.

10. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Alfred Drenck sah ihrer Miene an, was in ihr vvrging, und eifrig suchte er weiter in sie zu dringen.

Siehst du, Ursel, du fühlst es ja selber, du bist es dir geradezu schuldig: du mußt hier aushalten auf deinem exponierten Posten, du mußt kämpfen und durchkommen! Aber und siehst du, das ist heute bei mir beschlossene Sache geworden du sollst nicht allein stehen in diesem Kampfe: Ich will an Deine Seite treten!"

Wie meinst du das?"

Ursula senkte die Lider. Eine geheime Angst schlich ihr in die Seele. Sie konnte ja eigentlich nicht mehr zweifeln: sein Benehmen vorhin und jetzt dieser Entschluß es geschah ja alles nur um ihretwillen. Er sie dachte die Schlußfolge­rung nicht zu Ende. Mein Gott, es konnte es durfte ja nie sein!

Gewiß, sie war ja wieder frei, sie hätte ihre Hand geben können, wem sie wollte; aber sie konnte nicht, sie wollte nicht jeht, wo noch all das furchtbar Schmerzliche so frisch in ihr war. Und nun gar ihm, der bei den schrecklichen ihr unvergeßlichen Vorgängen so eng beteiligt war, ihm den die Leute ja gerade insgeheim für den Urheber der ganzen Affäre hielten. Wenn sie seine Hand annähme, so hätten ja die Klatschmäuler recht bekommen. Dann wäre es ja für sie klar be­wiesen, daß zwischen Fred und ihr heimlich etwas gespielt hatte, was Jörg zur Aufhebung ihrer Verlobung gezwungen hatte.

Ursula sprang auf; ihre Hände entzogen sich heftig dem Griffe Freds.

Rein, nein, Fred! Riemals! Was du denkst, ist ganz unmöglich!"

Und eilends, um jedem Einwand von seiner Seite vorzubeugen, stürzte sie aus dem Zimmer, wo Fred oetroffcn zurückblieb. Seine eben noch so frohe Miene verdüsterte sich. Wie hatte da vorhin alles so glatt und hoffnungshell vor ihm gelegen warum nun das?

8. Kapitel.

Ra, mein lieber Herr Drenck, nun lassen Sie mir aber doch nicht gleich den Kopf ganz hängen. Dazu liegt doch wahrhaftig kein Grund vor. Wenn's freilich auch mit dem Flieger-Beruf vor­bei ist, es läßt sich doch auch so noch leben. Ra, und Sie werden sich sonst ja schon wieder raus- mustern, wenn Sie, namentlich die nächste Zeit, recht vorsichtig leben. Ihre Konstitution ist ja gottlob vortrefflich, und"

Lassen Sie nur, Herr Doktor." Mit einem

Mark aus, oas ausgewertete 'Vermögen oclrägt 2256,53 Mark. Dem Rechner Wilhelm Heinz - mann wurde Entlastung erteilt. Die ausfcheiden- den Vorstandsmitglieder Karl Hofmann II., stellvertretender Direktor, sowie die Herren Hein­rich S ch u d t II. (Wetterfeld), Theodor O l e m o h (Londorf) und Ernst Kray I. (Rieder-Ohmen) wurden durch Zuruf wiedergewählt. Ebenso wur­den als Schiedsrichter für 1931 die Herren Georg Serth II. (Ettingshausen), Theodor Schlag (Hausen), Heinrich Haas I. (Burkhardsfelden)

schwachen Lächeln wehrte Alfred Drenck ab.Ich I weiß, Sie meinen es gut; aber im Moment Sie I verstehen!"

Gewiß, gewiß, Sie müssen sich erst an den Ge­danken gewöhnen. So was muß man allein mit sich ausmachen. Ra, Sie sind ja ein Mann von Energie nicht wahr? Sie werden sich schon durchbeißen."

Drenck machte eine müde, gleichgültige Hand­bewegung:

Ra, ich verlass' mich auf Sie. Und morgen komm' ich wieder, da reden wir weiter über Ihre Zukunft, nicht wahr? Da werden Sie die ganze Sache schon weit ruhiger anschn."

Der Arzt schüttelte ihm teilnehmend die Rechte, die Drenck ihm schlaff überließ; dann ging er aus dem Zimmer.

Regungslos blieb Drenck in seinem Lehnstuhl am Fenster sitzen, den Kopf müde zur Seite geneigt, mit geschlossenen Augen. So durchdachte er noch einmal die letzte Viertelstunde diese kurze Spanne Zeit, die ihm eben sein Vernichtungsurteil gebracht hatte.

Wie so wenige Minuten im Herzen drinnen alles starr und kalt machen konnten! Vorhin, wo der Doktor ins Zimmer getreten war, da grünte noch alles in freudigem Hoffnungsdrang der Zu­kunft entgegen. Lachend hatte er den Arzt emp­fangen, mit einem übermütigen Scherz; die kleine Verstimmung letzthin über Ursulas Ausweichen war ja längst wieder verflogen.

Er mußte der Ursula eben ein bißchen Zeit lassen, sich in die neue Lage hineinzufinden; aber ihm war nicht bange, er würde sie sich schon er­ringen. Herrgott! Cs steckte ja doch schließlich im innersten Kern bei ihr die lebensfrohe, sprudelnde Ursel drinnen, die ihm so innerlich verwandt war, die sich schon wieder zu ihm finden würde, wenn nur erst das andere ganz überwunden und ver­gessen war. Und wenn sic sich jetzt auch noch sträubte, der Leute wegen, das gab sich schon noch er war nicht bange!

Dieser frohen Hoffnung voll hatte er den Arzt empfangen, der ja eigentlich nur noch pro forma zu ihm kam und heute seinen letzten Besuch machen wollte. Lachenden Mundes hatte er ihm zugeruscn: In drei Wochen, Herr Doktor, quetsche ich nicht mehr den Lehnstuhl, da sitz' ich wieder am Steuer!"

Aber der Doktor war auf diesen Ton nicht ein» gegangen. Langsam hatte er abgelegt, sich um­ständlich einen Stuhl herangerückt und dann mit ernster Miene angcfangen. Er würde diese ein­leitenden Worte nie vergessen, die ihn trotz oll ihrer vorsichtigen Gewundenheit doch alsbald nie- dcrgeschmettert hatten:Mein lieber Herr Drenck. Sie sind nun so weit wiederhergestcllt, daß wir man ein ernsthaftes Wort miteinander reden kön­nen. Das heißt na, nun erschrecken Sie nur nicht gleich! Es ist ja nichts Schlimmes, nur Ihre Zukunft wird sich doch nicht ganz so gestalten kön­nen, wie Sie glauben."

und Friedrich Berg (Rceder-Ohmen) wiederge­wählt. Der Motorsportklub Grün- berg-Laubach, Ortsgru pe des ADAC., ver­anstaltete am Sonntag seine diesjährige Anfahrt. Diese führte über Ulrichstein nach Lapterbach und wies eine Beieiligung von 20 Fahrzeugen 13 Autos und 7 Motorräder auf. Gegen Abend kehrte der Verein zurück und veranstaltete eine gelungene Ausfahrt auf dem Marktplatz, die eine Menge Schaulustiger anlockte.

Und dann war es gekommen, nach ein paar weiteren beschwichtigenden Redensarten, das furchtbare Wort, das allem ein Ede gemacht hotte:Ihre Lunge hat einen kleinen Knacks weg. Sie können zwar, wenn Sie immer recht vernünftig leben, alt dabei werden, eine ernste Gefahr be­steht also keineswegs, aber an Fliegen ist nicht mehr zu denken. Darüber dürfen Sie sich keiner Täuschung mehr hingeben."

Dies Wort hatte ihn so zu-Boden geschmettert, in völliger innerer Zerbrochenheit, daß er kaum noch gehört hatte, was alles der Doktor hinterher noch redete von einem längeren Aufenthalt im Hochgebirge, in einem Sanatorium, wo er sich sicherlich so weit wieder ganz Herstellen würde, daß er nachher einen anderen, weniger anstrengen­den Beruf mit gesunder Lebensweise, vielleicht als Landwirt, werde ergreifen können.

Was sollte ihm das olles auch noch? Mit dem Flieger war cs aus für immer! Das war fein Beruf gewesen, sein wirklicher, sein einziger, zu dem es ihn seit Kindesbeinen gedrängt, den er mit glühendem Herzen umfaßt hatte. Run er den ver­lieren sollte, was wollte er da überhaupt noch auf der Welt? Run war es das richtigste, er machte diesem elenden, verpfuschten Dasein überhaupt ein Ende!

Mit starren, großen Augen blickte Drenck hinaus ins Leere. Er sah nicht, wie draußen, im grauen, naßkalten Tag der feine Regen hernieder rieselte, er beobachtete nicht, wie ihm die Decke von den Knien geglitten war und ein Frösteln die Glieder heraufschlich er dachte und enrpfand nur immer eines: Es war aus, alles aus.

Auch wie nun die Tür hinter ihm aufging, hörte er es nicht. Ursula war eingetreten und blieb nun am Eingang stehen, einen Moment mit tiefstem Müttid angstvoll nach dem Einsamen spähend Der Arzt hatte da draußen auch eben ihr und dem Vater dieselbe Eröffnung gemocht, und cs war kaum minder furchtbar in ihre Seele gefahren.

Fred bernfsunfähig zeitlebens ein siecher, schonungsbedürftiger Mann. Und das um ihret­willen, durch ihre Schuld! Cs war ja nicht aus­zudenken!

In furchtbarer Betäubung erstarrt, hatte sie draußen eine Weile gestanden; dann war sie hin- ausgegangen, hierher wie mechanisch. Ein in­stinktives Gefühl trieb sie zu ihm, dem sie das angetan, daß er wenigstens in dieser schwersten Stunde seines Lebens nicht allein war. Cs war ihr: sie gehörte nun zu ihm, unlöslich; ihre Schuld zwang sie zu ihm hin. Ihr Leben gehörte nun nicht mehr ihr, sondern nur ihm, der es sich mit dem Opfer feiner Gesundheit und seines Berufes er­kauft hatte.

Wie sie jetzt aber bei ihm war und den Rieder- gebrochenen so hoffnungslos vor sich hinstarren lab, packte sie eine furchtbare Angst. Ihr Schuld­gefühl drohte sie zu ersticken. Wenn er sie nun onsehen würde mit einem stummen Blick des Vor­wurfs: Da, sieh her, was Du aus mir gemacht hast! Hier, dein Werk!

Dreijährige Fohlen (Ardcitsschlöge): 1.D. Wagner II., Kirchgöns (Fuchswallach); 2. K. Geb- Hard, Ziegenberg (Fuchsstute); 3. O. Rinn, Utphe (Fuchsstute); 4. D. Bender, Hofgut Griedel (brauner Wallach).

Zweijährige Fohlen: (Arbeitsschläge): 1. PH. Schultheiß l., Echzell (Fuchsstute); 2. W. Ehr. Houb, Nieder-Weisel (Fuchsstute); 3. D. Hecker, Schmalbach (Fuchswalloch); 4. Bürgermeister Mül­ler, Bellersheim (brauner Wallach)

Zucht st Uten mit Saugfohlen (Arbeits­schläge): 1. H. Dreut II., Griedel (Fuchsstute mit zwei Nachkommen); 2. A. Hofmann, Langsdorf (Fuchsstute mit zwei Nachkommen); 3. H. Wall­bott XII., Garbenteich (Fuchsstute mit zwei Saug­fohlen); 4. O. Rinn, Utphe (Fuchsstute mit zwei Nachkommen).

Zuchtstuten (tragend): 1. I. Wild, Rocken­berg (braune Stute); 1. R. Becker, Trais-Horloff (Fuchsstute); 2. W. Reuhl, Ober-Hörgern (Kohlfuchs­stute); 3. I. Krausgrill VIII., Nieder-Weisel (Fuchs­stute); 4. A. Hofmann, Langsdorf (Fuchsstute);

5. F. Schmidt, Birklar (Rappstute).

Reitpferde (unter dem Reiter ge­zeigt): 1. H. Müller XL, Ober-Hörgern (braune Stute); 1. Frau Dr. Pauli, Gießen (Rappwallach); 2. K. Pfannmüller, Dorf-Gill (braune Stute); 3. K. Pfannmüller, Dors-Gill (braune Fuchsstute).

Wagenschläge (paarweise^ I. Kauf­mann, Nieder-Weisel (braune Stuten); 2. Gebr. Isenberg, Gießen (Fuchsstuten).

Arbeitsschläge (leichte, paarweise): 1. A. Frensdorf, Gießen (braune Stuten); 2. I. Kaufmann, Nieder-Weisel(Fuchsstuten); 3. A. Frens­dorf, Gießen (braune Stuten); 4. Gebr. Isenberg, Gießen (Fuchsftuten).

Leichte Arbeitsschläge (einzeln): 1. M. Bing, Lich (braune Stute); 2. A. Frensdorf, Gießen (Fuchsstute); 3. 21. Frensdorf, Gießen (br. Stute), 4. I. Kaufmann, Nieder-Weisel (Fuchsstute).

Leichte Arbeitsschläge (einzeln): 1.H. Hoffmann, Bergermühle (braune Stute); 2. P. Hoff­mann, Hof-Güll (Rappstute); 3. K. Pfannmüller, Dorf-Gill (braune Stute); 3. P. Hoffmann, Hof- Güll (Rappstute); 4. K. Becker V., Muschenheim (braune Stute); 4. H. Müller XL, Ober-Hörgern (braune Stute); 4. K. Bopf, Lang-Göns (braune Stute).

Leichte Arbeitsschläge (paarweise): 1. G. Weber, Ober-Hörgern (braune Stuten); P. Hoffmann, Hof-Güll (Rappstuten); 3. O. W. Velten, Lang-Göns (braune und Rappftute); Anerkennun­gen erhielten K. Pfannmüller, Dorf-Gill und W. Bingel, ©rüningen.

Dreijährige Fohlen (W a g e n s ch g e)r 1. O. W. Vellen, Lang-Göns (Rappstute); 1. Ad. Sauerbier, Butzbach (Rappstute); 3. E. Walther, Langsdorf (braune Stute). Die Silberplakette des Warmblutzüchterverbandes erhielt G. Weber, Ober- Hörgern, die Bronzeplakette D. Bender, Hofgut Griedel.

Zweijährige Fohlen (Wagenschläge): 1. Preis und Silberplakette K. Burk, Trais-Münzen- berg (braune Stute); 2. Preis und Bronzeplakette E. Straßheim, Griedel (braune Stute); 2. H. Hoff­mann, Bergermühle (braune Stute); 4. O. W. Vel­ten, Lang-Göns (braune Stute).

Zucht st uten mit Saugfohlen (Wagen­schläge): 1. Preis und Silberplakette E. Straßheim, Griedel (braune $itute mit drei Nachkommen); 2. Preis und Bronzeplakette K. Pfannmüller, Dorf-Gill (braune Stute mit Saugfohlen); 3. G. H. Bender, Dorf-Gill (dunkelbraune Stute mit drei Nachkom­men); 3. W. Bingel, Grüningcn (Rappstute mit zwei Nachkommen).

Zuchtstuten (tragend): 1. E. Straßheim, Griedel (braune Stute); 2. Preis und Bronzeplakette K. Bopf II., Lang-Göns (braune Stute); 2. Preis und Bronzeplakette H. Fenchel, Griedel (Rappstute); 3. Preis und Bronzeplakette H. Hoffmann, Berger- mühle (braune Stute). Anerkennungen erhielten H. Düringer, Gambach und Ad. Sauerbier, Butzbach.

Großer Gott! Sie ertrug es ja nicht, älnd plötz­lich lag sie ihm zu Füßen, vergrub den Kopf in seinen Knien und schrie wild auf:Vergib mir! Vergib mir!"

Erschrocken fuhr Drenck auf. Die fast Besin­nungslose da vor ihm, ihr erschütternder Aufschrei cs entriß ihn feiner Starrheit und führte ihni wieder ins Leben zurück. Da sah cr's, fühlte cr's: da war noch eine, zertreten und verzweifelt wie er; ja. sogar noch elender, denn sie heischte noch Hilfe von ihm, dem Armseligen, der nichts mehr zu be­sitzen meinte. Das war ihm plötzlich wie eine Offen­barung: Er hatte noch etwas zu vergeben, so konnte er doch nicht so ganz unnütz auf dieser Welt sein, ilnD wenn er nur noch lebte, um dieser Aermsten da die Ruhe wiederzugebcn cs war doch ein Ziel, ein Zweck seines Daseins.

Ein gütiges Empfinden begann ihn plötzlich von innen her zu erwärmen. Ihm war, als käme in dieser Stunde tiefsten älnglücks eine heilige, hohe Weihe über ihn, die ihn erhob und stärkte. Seine Hände legten sich ihr leise aufs Haupt, wie mit einem stummen Gelübde, daß sie nicht umsonst als Hilfeflehende zu ihm gekommen sein sollte, daß er sie schirmen und stützen wolle.

älrsula verstand ihn, und im übermäßigen Drange ihres Herzens ergriff sie plötzlich seine Hände und preßte ihre schluchzenden Lippen dar­auf, ihre heißen Tränen brannten auf seiner Haut. Fred zuckte zusammen unter dieser Berührung. Wie eine heiße Welle schoß es ihm von den Hän­den zum Herzen hin. Ein Wunder geschah ihm von den Küssen dieser heißen, jungen Lippen. Ein machtvoller Drang zum Leben kam über ihn. Er blickte auf ilrfula herab, auf ihre schlanke Gestalt, die selbstvergessen da vor ihm lag, an ihn gepreßt, daß ihre im leisen Schluchzen zitternde Brust seine Knie preßte; er beugte sich über sie, immer tiefer, daß der feine Duft ihres dunklen, schönen Haares ihn umwehte, und da fühlte er cs plötzlich: Richt bloß um ihretwillen möchte er leben. Rein, cs gab doch auch noch etwas, das er für sich selbst ersehnte und wünschte, das ihm dies verpfuschte Dasein doch noch erträglich, ja sogar noch lebenswert machen könnte.

Da ergriff er ihren Kopf, richtete ihn zu sich auf und bat leise, mit zitternden Lippen:

Ursel, wir gehören nun zusammen. Bleib bei mir, immer hilf mit das Leben ertragen!"

Das Mädchen erschrak nicht, es überraschte sie nicht. Es war ihr in diesem Augenblick, als ob das ganz selbstverständlich hatte so kommen müssen. Sie war ja selber ganz beherrscht von dem Gefühl, daß sie zu ihm gehöre, daß sie ihm ihr Geben weihen müsse als seine Pflegerin, seine Trösterin, in unekii üblicher selbstlos r H ngabe. Kein anderes Empfinden hatte in dieser Stunde sonst noch in ihrer Seele Raum. Für sich selbst erhoffte und er­wünschte sie ja nichts mehr. Rur gutmachen können, was sie gefehlt, durch ein ganzes Leben voller Aufopferungen, es was alles, was sie vom Schick­sal verlangte. So gab sie Fred Drenck ihr Ja.

(Fortsetzung folgt.)

Iubiläums-pfer-emarkt in Gießen.

Der Gießener Pferdemarkt, der gestern morgen auf dem Platz an der Rod- hcimer Straße abgehalten wurde, war wie wir bereits gestern in einem Teil der Auslage berichteten ein

großer Erfolg.

Aus Rah und Fern kam die Landbevölkerung nach Gießen, und bereits um 8 älhr herrschte auf dem Platze lebhafter Betrieb. Auch die Stadtbevölkerung nahm starken Anteil und ver­folgte mit großem Interesse die Vorführungen, die zum Zwecke der Prämiierung stattfanden. Der Pferdemarkt war durch das Wetter be­sonders begünstigt. Die Vorbereitungen waren mit aller Sorgfalt getroffen, so daß sich alles reibungslos abwickc.te. Die Kapelle Weller trug mit ihren schneidigen Darbietungen zur Unter­haltung bei. Das vorgeführte Pferdematerial war fast durchweg von sehr guter Qualität. Ins­besondere fiel auf, daß die oberhessischcn Landwirte mit ihren Arbeitspfer­den eigener Zucht sehr stark ver­treten waren und mit 38 Tieren, das ist be­deutend mehr als auf früheren Pferdemärkten, zur Prämiierung in der Klasse der schweren Arbeitspferde gemeldet hatten.

Der Auftrieb

betrug insgesamt 272 Pferde und 28 Foh­len. Der Handel stand im Zeichen der Geld­knappheit und vollzog sich sehr schleppend. Die Preise der Tiere hatten gegenüber früher keine Aenderung, insbesondere keine Herabsetzung er­fahren. Für schwere Tiere bester Klasse wur­den 1200 Mark und darüber bezahlt. Mittlere Pferde wurden mit 700 bis 800 Mark gehandelt, leichte Tiere kosteten 400 bis 500 Mark. Pferde geringerer Qualität wurden mit 300 bis 400 Mark verlauft. Von den aufgetriebenen Tieren wurden viele unverkauft wieder abtransportiert.

Glänzendes Pferdematerial. Der Merbeumzug.

Die Preisrichter hatten bei der Fülle des vor- geführtcn Materials fein leichtes Amt. Der ganze Vormittag war mit der Prämiierung in Anspruch genommen. Zur Verteilung gelang­ten eine große Anzahl von Geldpreisen in der Gesamtsumme von 1975 Mark. Außerdem ge­langten als Ehrenpreise eine Reihe von Pla­ketten in Silber und Bronze in prächtiger künst­lerischer Ausführung durch den Warmblutzüchter­verband in Hessen zur Verteilung. Die Gespanne wurden ebenfalls mit Ehrenpreisen bedacht.

Die Prämiierungskommission be­stand aus den Herren: Oekonomierat K. Mül­ler, Reuhof bei Gießen, Landstallmeister a. D., Oberstleutnant S ch ö r k e, Darmstadt, Oekonomic- rat Breidenbach, Dorheim, Rittmeister a. D. Leipold, Manzenberg, Oekonomierat K o r e 11, Angenrod, Gutspächtcr Weih, Hof Graß bei Hungen, Landwirt O. Schneider I.» ältphe, Oberveterinärrat Dr. M o n n a r d, Gießen.

Rach der Prämiierung formierte sich der Werbeumzug durch die Stadt, der von vielen Zuschauern mit Spannung erwartet wurde. Die

Kapelle Weller eröffnete den Zug, Mitglieder des hiesigen Reit -und Fahrvereins folg­ten zu Pferde, und dann kamen die Gespanne in schmucker, sauberer Aufmachung. Hiesige Ge­schäftsleute hatten ihre Wagen, bespannt mit schönen Pferden, zur Verfügung gestellt, einige Landwirte beteiligten sich mit ihren Fuhrwerken, schließlich hatte auch die Reichswehr drei Wagen mitfahren lassen, so daß sich ein stattlicher Zug ergab. In den Straßen, durch die sich der Zug bewegte, herrschte reges Leben, und auf dem Drandplatz, dem Zielpunkt der Werbefahrt, hatten sich viele Gießener eingefunden. Stadtratsmit­glied S ch w i e d e r, als Mitglied der Pferde- marktkommission und Vorsitzender des Verkehrs­und Derfchönerungsvereins hielt eine kurze An­sprache. Er wies u. a. auf die Entwicklung Der Pferdezucht in Oberhessen hin und betonte, daß man heute bereits so weit in der Pferdezucht vorangekommen sei,

daß man es getrost mit den Belgiern, den Oldenburgern und Hannoveranern aufnehmen könne.

Der jetzige Gießener Pferdemarkt habe gezeigt, daß man mit berechtigten Hoffnungen in die Zukunft sehen könne, und zugleich habe er be­wiesen, daß der Markt sich in weitem ilmfreife der Stadt aller Beliebtheit erfreue. Er dankte sodann all Denen, Die durch ihre älnterstützung dazu bei getragen haben, daß die Pferdezucht in Oberhesfen einen so großen Aufschwung neh­men konnte, dankte weiter jenen, die durch ihre Mitarbeit zum Gelingen der Veranstaltung bei­getragen haben, insbesondere aber der Prämiie­rungskommission, an deren Spitze Oekonomierat Müller (Reuhof) seit vielen Jahren wirkt. Mit einem dreifachen Hoch auf die oberhessische Pferdezucht und ihre weitere Entwicklung, sowie auf den Gießener Pferdemarkt, fand die 3ubi- läumsveranstaltung ihr Ende.

Oie Ergebnisse -er Prämiierung:

Arbeitsschläge (paarwe i s e): 2.21. Frens­dorf, Gießen (Fuchsstuten); 3. I. Kaufmann, Nie­der-Weisel (Fuchsstute und Wallach).

Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 2. A. Frensdorf, Gießen (Fuchsstute); 2. S. Michel, Gießen (Fuchsstute); 3. I. Kaufmann. Nieder-Weisel (Fuchswallach); 4. 21. Frensdorf, Gießen (Fuchs­stute).

Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 1. W. Marlosf, Reichelsheim (Fuchsstute); 2. R. Becker, Trais-Horloff (Fuchsstute); 3. H. Dreut II., Griedel (Fuchsftute). Anerkennungen erhielten L. Klein, Wohnbach; 21. Hofmann, Langsdorf; L. Walb, Steinbach; I. Krausgrill, Nieder-Weisel; F. Schmidt, Birklar; A. I. Bill, Nieder-Weisel; Bürgermeister Müller, Bellersheim; E. Bausch, Langsdorf und G. Kißler, Nieder-Weisel.

Schwere Arbeitsschläge (paarweise): 1. R. Becker, Trais-Horloff (Fuchsstuten); 1. W. Marlosf, Reichelsheim (Fuchsftuten); 2. H. Dreut II., Griedel (Fuchsftuten); 3. I. Wild, Rockenberg (braune Stute).