Ausgabe 
25.9.1931
 
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OiezweitehessischeNotveror-nung.

Bestimmungen zur Sicherung der Gemeindehaushalie. Weitgehende Eingriffe in das Selbstverwaltungsrecht.

Darmstadt, 25. Sept. (Wolff.) Innenminister L e u f ch n e r gab der Presse den Inhalt der neuen Notverordnung zur Sicherung der Haushalte der Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstigen Kör­perschaften des öffentlichen Rechts vom 25. Septem­ber 1931 bekannt. Danach übernimmt die neue Not­verordnung die für das Land Hessen bereits ange­ordneten Sparmaßnahmen auch für die Ge­meinden und Gemeindeverbände (Pro­vinzen, Kreise, Zweckverbände). Die Gemeindcbe- amten und Bürgermeister erfahren dieselben Gehaltskürzungen wie die Staatsbeamten. Desgleichen enthält die Notverordnung auch die ein­jährige A u f r ü ck u n A s s p e r r e für die Ge­meindebeamten. Die Bürgermeister sind ermächtigt, an die Gemeinden in derselben Weise wie das Land die Bezüge an die Beamten und Angestellten p o st - numerando auszuzahlen. Die Notverordnung übernimmt ferner die Bestimmungen über die An­rechnungen sämtlicher Nebenbezüge für Gemeindebeamte und Ruhcgehaltsempfänger. Die Kürzungsbestimmungen erstrecken sich auch auf die Ange st eilten mit Ausnahme der Be- triebsongestellten, deren Bezüge in einem Tarifver­trag mit den Angestelltenoertretern der Betriebe geregelt werden. Die Aufsichtsbehörden (auch Kreisämter) erhalten die Berechtigung und Verpflichtung, alle Maßnahmen zum Aus­gleich der Haushalte der Gemeinden und Gcmeinde- verbände zu treffen. Wenn diese weitgehenden Ein­griffe in die Selbstverwaltung erfolgen, so geschieht dies, wie Minister Leuschner ausdrücklich betonte, auf Grund der Forderungen durch die Rcichsnot- verordnung vom 5. Juli 1931.

3 n den Städten m i t mehr als 8000 Einwohnern erhalten jedoch auch die Bürgermeister die Ermächtigung zur Vor­nahme aller Sparmaßnahmen, die sich auch auf die Einführung der Biet- und Bürger- sleuer sowie der G e t r ä n k e st e u e r er­strecken. Rach dem neuen Rechtszusland kann der Bürgermeister diese Maßnahme ohne Be­schluß des Gemeinderat^ oder des S t a d t r a t s treffen, personalverlräge können zur Durchführung der Sparmaßnahmen mit halbmonatiger Frist von den kreisämlern und Bürgermeistern gekündigt werden, soweit es sich nicht um Tarifverträge handelt. Diese Vorschrift gilt auch für bie gemischtwirtschaslichen Unterneh­mungen von überwiegend kommunalem Ein­fluß.

Der zweite Abschnitt der Notverordnung enthält die Angleichungsoorschriften. Nach der

Reichsnotoerordnung dürfen die Bezüge der Be­amten und Ange st eilten von Gemein­den, Gemeindeverbänden und sonstigen Körper­schaften nicht günstiger geregelt sein als diejenigen der Staatsbeamten. Die Notver­ordnung bringt für Hessen zur Durchführung dieser Borschrift notwendige Bestimmungen mit der Maß­gabe, daß sie auch auf Bürgermeister und Beigeordnete Anwendung finden. Der Minister des Innern wird ermächtigt, Richtlinien über bie Höhe der D i e n st b e z ü g e aufzustellen. Diese in Vorbereitung befindlichen Richtlinien sollen sich zunächst auf die Dienstbezüge der Bürgermeister und Beigeordneten erstrecken. Im wesentlichen wird sich auch Hessen dem Vorgehen der anderen Länder anschließen. Die Angleichung, die bi s z u m 1. N o - vember durchgeführt werden muß, erfolgt durch die Aufsichtsbehörden. In größeren Städten ist zunächst auch der Bürgermeister zuständig^ der über das Ergebnis der Prüfung binnen einem Monat dem Kreisamt zu berichten hat. Der Minister sprach dabei die Erwartung aus, daß ein Eingreifen der Auf­sichtsbehörden dann wohl nicht mehr notwendig sein dürfte. Sofern Gehaltsfestsetzungen von den Auf­sichtsbehörden vorgenommen werden, kann dagegen das Landesschiedsgericht bei dem Per- waltungsgerichtshof das im Gemeinde­beamtengesetz geschaffen wurde, angerufen werden. Die Entscheidung des Landesschiedsgerichts ist end­gültig. Im Falle von Besoldungsstreitig- feiten, die beim Inkrafttreten der Notverord­nung bei dem Schiedsgericht ober Verwaltungsgericht anhängig find, geht die Entscheidung auf die Kreis­ämter über, die bei der allgemeinen Nachprüfung auch die streitigen Gehälter festsetzen.

Abgesehen von den allgemeinen Gehaltskürzun­gen sollen durch die Angleichung die Dienstbe­züge der Gemeindebeamtcn usw. nicht um mehr als 10 Prozent gesenkt werden. Ergibt sich lrohbem ein größerer Prozentsatz, so soll zur Beseitigung von Härten der über zehn Prozent hmausgehenbe Betrag auf einen zweijährigen Zeitraum (bis längstens 1. November 1933) verteilt werben. Die Vor­schriften über bie Angleichung ber in ben Ge- meinben gezahlten Dienstbezüge an bas Laub gelten auch für Provinzen, kreise, Zweckoer- bänbe, bie öffentlichen Sparkaisen, bie öffentlich- rechtlichen Vertretungen (hanbelskammer, hanb- werkskammer usw.) sowie die sonstigen Körper­schaften bes öffentlichen Rechts. Die Kirchen finb ausgeschlossen, werden sich aber aus ber eigenen Not ben Angleichungen anschliehen.

auf die über 1500. 800, 400, 200 und 100 Meter gehende Deutsche Staffel gespannt sein.

Handball im Labn Oünsberg-Gau

Sb. Garbenteich l Sv. Staufenberg l 9:3 (4:1).

Trotzdem Garbenteich mit nur zehn Mann an­trat, konnte es durch besseres Zusammenspiel einen sicheren Sieg erzielen.

Sb. Wieseck l Sb. Dorlar I 4:3 (1:3).

Die erste Hälfte sah die Gäste als die bessere Mannschaft zu drei Erfolgen kommen, denen Wie- seck nur ein Tor entgegenzusetzen vermochte. Rach X der Pause vermochte der Gastgeber nicht nur den Dorsprung aufzuholen, sondern sogar noch den Sieg für sich zu buchen.

Sb. Albach l Sb. Hausen I 8:4 (4:2).

Beide Mannschaften stellten sich dem Spielleiter in komplexer Aufhellung. Zu Anfang desS-ieles war der Gast überlegen und vermochte nach kur­zer Zeit in Führung zu gehen. Allmählich fand sich Albach besser und riß seinerseits die Führung an sich. Mit 4:2 werden die Seiten gewechselt. Aach dem Wechsel hielt die Tleber^egenheit Albachs wei­ter an und errang einen hohen Sieg.

Sb. Burkhardsfelden I Sb. Steinbach 1 9:1 (5:1).

3n der fünften Minute errang Burkhardsfelden sein erstes Tor, der Ausgleich fiel unmittelbar darauf. 3m weiteren Verlaufe erzielte dann der Gastgeber bis zum Wechsel noch vier Tore. Das Endresultat entspricht nicht ganz den gezeigten Leistungen, da Steinbach bestimmt keine acht Tore schlechter war.

Arbeiter Turn- uni) Sportbvnd

Die Vorrunde der Kreisklassenserie geht ihrem Ende entgegen. Der vorletzte Sonntag sieht Gießen in seinem letzten Spiele Erbstadt auf dem Trieb gegenüberstehen. Die Gäste verfügen über eine durchschlagskräftige Elf und die Gießener werden alles hergeben müssen, wenn der Sieg in Gießen bleiben soll.

Heuchelheim I hat Wieseck I zum Gegner. Die Ein­heimischen dürften, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes für sich haben, den Gästen eine sichere Niederlage vermitteln.

In der Herbstrunde der Bezirksklassen hat Wie­seck II die erste Mannschaft von Daubringen zu Gast und sollte sicherer Sieger bleiben. Gießens II muß nach Burkhardsfelden und wird dort auf einen gleichwertigen Gegner treffen. Großen-Busecks I. muß nach Marburg. Auch hier werden zwei gleich­wertige Gegner um bie Punkte ringen. Naunheim II bat Kinzenbach I zum Gegner unb sollte Sieger bleiben.

Rodheims erste Mannschaft weilt in Oberndorf und wird sehr aus sich herausgehen müssen, wenn die Punkte gerettet werden sollen.

Außerdem spielen: Sichertshausen I Londorf, Nüddingshausen I Allertshausen, Odenhausen I Grünberg, Saasen I Hausen I, Nieder-Ohmen Beuern I in Nieder-Ohmen, Annerod I Gie­ßen III, Grünberg II Watzenborn II, Allendorf (Lahn) I Gleiberg, Launsbach I Frankenbach, Klein-Linden I Waldgirmes I, Wißmar I Vetzberg I, Heuchelheim II Hungen II, Har­bach I Großen-Linden II und Großen-Buseck II Lang-Göns I.

In der Jugendklasse spielen: Naunheim Krodorf, Gießen Wieseck II, Großen-Linden Wißmar, Heuchelheim Rodheim, Wieseck I Hausen, Nieder-Ohmen Hachborn, Fronhausen Lollar.

Handball.

In der Serie der Hanl baller wird am kommenden Sonntag Gießen I Herborn I auf dem Trieb zum t'Vnncr haben. Hier sollten die Einheimischen als Sieger zu erwarten sein. Wieleck I ist in Krof­dorf zu Gast und wird dort auf einen hartnäckigen Gegner treffen.

Wirtschaft.

Oer neue Reichsbank-Ausweis.

Berlin, 25. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. September hat sich in der dritten Septem­berwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 93,8 Millionen auf 3247,6 Millionen Reichsmark e r h ö h t. Im einzelnen haben die Bestände an Han­delswechseln und Schecks um 125,9 Millionen auf 2994,7 Millionen Reichsmark zugenommen, die Lombardbestände um 22,6 Millionen auf 141,2 und die Neichsschatzwechsel um 9,6 Millionen auf 8,6 Millionen Reichsmark abgenommen.

An Reichsbanknoten und Renten­bankscheinen zusammen sind 79,4 Millionen Reichsmark in die Kassen ber Reichsbank zurückge­flossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichs- banfnoten um 75,7 Millionen auf 4173,9 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankfcheinen um 3,7 auf 408,7 Millionen Reichsmark verringert. Unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 0,1 Millionen Reichsmark getilgt worden sind, haben sich die Be­stände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 18,8 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 540,3 Millionen Reichsmark eine Zunahme um 146,9 Millionen Reichsmark.

Die Bestände an Gold und d e ck u n as- fähigen Devisen haben sich um 56,0 Mil- lionen auf 1672,2 Millionen Reichsmark ver­ringert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 2,3 Millionen auf 1374,4 Millionen Reichsmark zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 58,3 Millionen auf 297,8 Millionen Reichsmark abgenommen.

Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 40,1 Prozent gegen 40,7 Prozent in der Vorwoche.

Unbegründete Znflationsgerüchte.

Berlin, 24. Sept. (WTB.) Nach Zeilungsmel- bungen stand bie heutige Berliner probuk- t e n b ö r f e im ZeichLN einer auherorbentlichen Ner­vosität, bie hervorgerufen würbe burch Gerüchte über bie Möglichkeit ober Unmöglichkeit einer 3 n- f(ation. Diese Gerüchte, bie zweifellos nur lan­ciert würben, um ben Markt stark zu beunruhigen, entbehren jeglicher B ' grünbung. Frü­here Erklärungen ber Reichsregierung unb ber Reichsbank lassen klar unb beutlidj erkennen, bah bie mit bem Schuhe ber beutschen Währung beauf­tragten Stellen unter keinen Umftänben eine erneute 3 n f l a t i o n zulassen werben.

* Schiedsspruch für den Eisenstein- b e r g b a u. In der ßohnftrcitigteit im Eisenstein­bergbau des Lahn-Dill-Gebietes und in Oberhessen wurde unter dem Vorsitz des staatlichen Schlichters Dr. Kollath ein Schiedsspruch mit den Stimmen der Arbeitnehmer gegen die der Arbeitgeber gefällt, der eine 5,25-v. H.-Lohnherabsetzung vorsieht.

* Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei. Wie WTB.-Han- delsdienst zum Aordwolle-Konkurs erfährt, ist die für die Gründung des neuen Unternehmens er­forderliche 3nbentur der umfangreichen Waren­läger mengen- und wertmäßig fertiggestellt. Es werden nunmehr auf Grund der Unterlagen die abschließenden Verhandlungen wegen des Pro­jekts stattfinden, nach welchem durch Zusammen­schluß von 4 oder 5 zum Aordwolle-Konzern ge­hörigen Spinnereibetrieben die in Aussicht ge­nommene neue Gesellschaft gegründet werden soll.

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 302.

Bon H. Keidanski, Berlin.

8

6

5

3

2

7

4

b

Z

h

8

7

6

5

4

3

Weiß.

Schwarz.

d e

Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt.

Weiß 9 Steine: Kb8; Dal; Lc8, 14; Sh7;

Bb3, c2, c5, H2.

Schwarz 6 Steine: Ke4; Lf7; Sg7; Be5, g5, h4.

Eine sehr feine Aufgabe!

23. Sd2-e4 23. Dd7-c6

24. Kg2-gl 24. Sc5xe4

25. d3xe4

Aach 25. DXe4, DXe4 26. TXe4 (26. Dxe4, Tec8 usw.) 26.....Tb3 usw. wäre ba8 weiße

Endspiel noch hoffnungsloser.

25... . 25. Tb8-b3

26. Tbl-dl 26. Te8-c8

27. Lb2cl und Schwarz gewann wie folgt: 27.....Dc6xc4.

28. De2-h5

29. Lei -d2

30. Tdl-cl

31. TclxcS

32. Tel -cl

33. Teldl

34. f2 f4

35. Dh5-f3

36. Df3xf4

37. Tdl-fl

38. Tfl-cl

39. Ld2xcl

40. Lcl-b2

41. Df4 - cl

28. Dc4-e6 29. Tb3xa3

30. Ta3-a2

31. De6xc8 32 Ta2-c2 33 a5a4 34 g7-g6 35. e5xf4 36. a4-a3

37. De8 - e(L_

38 Tc2xcl + 39. a3-a2

40. De6-b3

41. d4-d3

Aufgegeben. Der Führer der schwarzen Steine hat die Partie klar und zielbewußt zu Ende geführt.

*

Lösung des Problems Ar. 299. Don Frhr. b. Holzhausen.

1. Lc3-b4l, Kd4. 2, c4, Kxc4. 3. De4 matt 2.....Ke3. 3. Lc5 matt. 1.....Ke3. 2. Lc5+, Ke4.

3. c4 matt. 1. ...» Kd5. 2. c3, Ke6 oder Kc6 oder Kc4. 3. Lb3 oder De4 matt 1. ..., Kf5. 2. c3+, Ke6. 3. Lb3 matt

Partie Nr. 225

Aötis Eröffnung.

Die nachstehende Partie wurde im Trebitsch- Surnier zu Wien 1931 gespielt.

Weih: I. Lvkbenc.

Schwarz: E. König.

1. c2-c4

1. e7-e6

2. Sgl-f3

- 2. Sg8-f6

3. g2-g3

3. d7-d5

4. b2-b3

4. Lf8-e7

5. Lei -b2

5. 0-0

6. Lfl-g2

Zu dieser doppelseitigen Fianchettierung pflegte der perftorbene Kieler Meister Metger immer zu sagen:Er zündet die beiden Laternen an! 6. . .. 6. c7-c5

7. 0-0

Verfrüht, Weih sollte hier auf d5 lauschen und die Einschnürung auf d4 nicht zulassen.

7. . . . 7. d4-d4

8. e2-e3 8. Sb8-c6

Der vorgeschobene Bauer erweist sich auf die Dauer trotz aller Sprengungsversuche, als ge­nügend öeefbar.

9. e3xd4

9. c5xd4

10. Tfl-el

10. Tf8-e8

11. a2-a3

11 a7-a5

12. d2-d3

12. Le7-f8

13. Sf3-e5

13. Sc6xe5

14. TelxeS

14. Ta8-b8!

Ein sehr feiner Turm-Zug, der die Oeffnung der b-Cinie mit Vorteil anstrebt.

15. Sbl-d2

15. Sf6-d7

16. Te5-el

16. e6-e5

17. Sd2-f3

17. b7-b5

18. Ddl-e2

18. b5xc4

19. b3xc4

19. Lc8-b7

20. Tal-bt

20. Sd7-c5

21. Sf3-d2

21. Lb7xg2

22. Kglxg2

22. Dd8-d7

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch.

Die hilfsbereiten Elemente.

Ein Forschungsreisender traf im Urwald einen alten Farmer, der zufrieden auf einem Baumstumpf saß unb X3i>mmi taute.

Na, wie geht's?" fragte freundlich der Reisende.

Gut", sagte ber Farmer,ich wollte einige Bäume fällen, ba kam ein Sturm unb ersparte mir die Arbeit."

Da haben Sie ja Glück gehabt."

Jawohl. Später, währenb des Gewitters, zün­dete ber Blitz das trockene Reisig an, das ich ver­brennen wollte."

Das ist ja merkwürdig. Und jetzt?"

Jetzt warte ich auf ein Erdbeben, das mir die Kartoffeln aus der Erde holt." (Lust. Bl.)

verpaßte Gelegenheit.

Wieder einmal waren ein paar Photoreporter in bie Jannings-Villa am Wolfgangfee eingebrungen, um sich das Motiv des angelnden Filmschauspielers nur ja nicht entgehen zu lassen.

DerLiebling der Götter" saß auf dem Balkon, bie Angelrute in ber Hanb, unb beobachtete ge­spannt einen großmächtigen Fisch, der den ausge- roorfenen Regenwurm minutenlang umkreiste, um schließlich dennoch unverrichteter Dinge auszukneifen.

Dummes Vieh!" schimpfte der enttäuschte Emil, geschieht dir schon recht: hättst dich fangen lassen, wärst jetzt photographiert worden!"

Zirkus.

Die Löwenbändigerin läßt sich von einem rie­sigen Löwen ein Stück Zucker aus dem Mund nehmen.

Das kann ich auch", rief ein junger Mann aus ber ersten Reihe.

Das bezweifle ich aber stark", erwidert die Tier­bändigerin.

Doch!" ruft der Jüngling.Genau so gut wie der Löwe!" (Lust. Bl.)

Oie Auswirkungen der Pfund-Baisse.

London, 24. Sept. (WTB.) Die Auf- w ä r t s b e w e g u n g der Kurse, die mit der gestrigen Wiedereröffnung der Londoner Börse begann, setzte sich heute weiter fort. Bei leb­haftem Geschäftsverkehr zeigte sich wiederum starkeAachfragefürÄndustrieaktien, da die Wertminderung des englischen Pfundes zu einerFlucht in die Sachwerte" geführt hat. Die gleiche Tendenz zeigte sich übrigens nicht nur auf den Aktienmärkten, sondern auch auf den Warenbörsen, wo man durchweg erheb­liche Preisbefestigungen feststellen konnte. Interessant ist die Tatsache, daß man nicht nur die Währungen, welche bisher in einem festen Verhältnis zum englischen Pfund gestanden haben, von diesen Bindungen g e l ö st hat, wie in Danzig und Brasilien, sondern daß man bei einer ganzen Reihe von Warenmärkten die Aotierungen von der Pfundwährung auf den Dollar um­gestellt hat, zu dessen Stabilität man jetzt größe­res Vertrauen hat. Die englischen Warenmärkte haben sich der Entwertung des Pfundes bereits angepaßt, indem die Preise Steigerungen um 10 b i s 15 Prozent erfuhren. Das englische Pfund ging heute weiter im Kurse zu­rück, wodurch ein Disagio von insgesamt 20 Pro­zent erreicht wurde. Die Unklarheit über die Haltung, welche die nordischen Staaten gegen­über dem Goldstandard einnehmen werden, hatten auch bei den nordischen Devisen eine rückläufige Bewegung zur Folge. Die italienische Lira, die in den letzten Tagen durch den Pfundsturz stärker in Mitleidenschaft gezogen worden war, konnte sich dagegen heute wieder erholen. Als eine ebenfalls sehr inter­essante Folgeerscheinung der Pfund Sterling- Baisse ist hervorzuheben, daß in der Türkei der Beschluß gefaßt wurde, die Devisen­notierungen nicht mehr in Sterling, sondern auf dem französischen Franc vorzunehmen.

Berliner Börse.

B er l i n, 25. Sept. (WTB. .Funkspruch.) Die Ueberraschuna des heutigen Frühverkeyrs war die Schalterfchlietzung ber altangesehenen Bankfirma Schönberger & C o. Es können daraufhin die festen Kurse des gestrigen Nachmittagsverkehrs ni ch t aufrechterhalten werben, boch war Zu­verlässiges über bie Tenbenz noch nicht zu erfahren. Das Pfund fetzte feine Abwärtsbewegung fort. Man nannte am Devisenmarkt Pfund gegen Kabel 3,60.

Wiedereröffnung der schweizerischen Börsen.

Zürich, 24. Sept. An der Züricher D v r s e ist von heute ab der Handel in sämtlichen Aktien und Obligationen per Kasse wieder freigegeben. Ebenso ist der Terminhandel bis Ende September gestattet. Eine gleiche Re­gelung ist für die Baseler Börse ab heute getroffen worden.

WeiiereOiskonierhöhunginSchweden.

S t o ck h o l m, 24. Sept. (WTB.) Die schwedische Reichsbank hat mit Wirkung vom 25. September den Diskontsatz, der erst am 21. d. M. um 1 Prozent heraufgesetzt worden war, um ein wei­teres Prozent auf 6 Prozent erhöht.

Bantnoten.

Berlin, 24. «September | Geld grlet

Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische 9" Holländische 9 Italienische M Norwegische 9 Dentsch-Leste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No

Devi

Noten.......

en.........

n.........

n . . .......

oten........

4,20 4,22

58,50 58,74

99,70 100,10

16,64 16,70

16,56 16,62

169,71 170,39

21,56 21,64

99,70 100,10

58,98 59,22

2,48 2,50

111,73 112,17

81 ,99 82,31

36,78 36,92

72,75 73,15

srankfurl a. 2H.

oten........

oten........

reich, » 100 Schilling oten........

oten........

ten .......

enmarff Berlin

24. «September

25. «September

Amtliche Jlollerung

Amtliche Notierung

(»CIO

Bries

Geld

Sriei

Helsingsor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo... . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyorl . . Brüssel. . . Italien. . . Part» . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig . . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Liliabos . .

10,59 59,12

12,475

73,29 3,054

170,08 99,10 99,00

111.99

16,68 0,973 4,209 58,63

21,48 16,58

82,17 37,21

81,92 2,073 0,229

7,453

16,48

10,61 59,24

12,495

73,43 3,060

170,42 100,10 100,10 112,21

16,72 0,977 4,217

58,75 21,52

16,62 82,33

37,29 82,08 2,077 0,231

7,467

16,52

10,59 59,12

12,475

73,28

3,054

170,03

99,90

94,90

111,99

15,23 0,983 4,209

58,63

21,68

16,63 82,17

37,06

81,92

2,073 0,204

7,13

16,63

10,61

59,24 12,495

73,42 3,060

170,37 100,10

95,10 112,21

15,27 0,987 4,217 58,75 21,72 16,67 82,33 37,14 82,08 2,077 0,206

7,27 16,68