Ausgabe 
25.6.1931
 
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llr. 146 (Elftes Blatt

181. Jahrgang

Donnerstag, 25. Juni 1931

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Jrernlpre<banid)IÜRe anterSammelnummer2251 Anschrift» Drahtnach» richten Anzeiger Giefiei.

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8ra-tturt am Main 11686

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stetnöruderei R. Lange in Sietzen. 5chriftlettung und Seschästrstelle: 5chulstratze 7.

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Lhefredakteur

Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filier, lämtlich in Gießen.

Frankreichs Antwort in Washington.

Ser Wortlaut noch nicht veröffentlicht. - Ist Washington verstimmt? Amerika halt am Grundzug des Hoover-Plans fest.

Paris, 24. 3uni. (WTB) lieber den heute vormittag unter Lor sitz des Präsidenten der Republik im Glysöe abgehaltenen Minister» t a t wird folgendes CornmuniquS ausgegeben:

Der minifferraf Hal endgültig den Text der französischen Antwort festgelegt, die auf die Vorschläge des Präsidenten Hoover erleill wird. Ministerpräsident L a - v a l wird diesen Texl heute nachmittag dem amerikanischen Botschafter in Paris überreichen." Ministerpräsident Laval hat gegen 18 Uhr den Botschafter der Bereinigten Staaten, E d g e, empfangen und ihm die französische Antwort­note auf Hriovers Vorschlag überreicht. Das französische Außenministerium hat inzwischen den Text dieser Antwort dem französischen Botschafter in Washington kabeln las­sen, der ihn noch im Laufe des heutigen Tages Präsident Hoover direkt zu stellen wird, pariser Presse-Kommentare.

Paris, 24. Juni. (WTB.) Zu der Note, die Ministerpräsident Laval heute nachmittag dem amerikanischen Botschafter Edge als Antwort auf den Borschlaa Hoovers überreichte, schreibt der Temps": Zweifellos behält diese Antwort die NechtederGläubigerstaaten Deutschlands, wie sie sich aus dem Youngplan ergeben, rest­los vor und weist auf die Notwendigkeit hin, die Formel des Präsidenten der Bereinigten Staaten mit den Interessen der Mächte, von denen man neue Opfer zugunsten Deutschlands verlangt, in Einklang zu bringen. Wenn die Vereinigten Staaten, so fährt das Blatt fort, ihre Vorschläge von der Aufrecht­erhaltung der interalliierten Schuldenabkommen ab­hängig machen, so muß

Frankreich um so mehr seine Annahme des amerikanischen Angebotes von der Aufrechter­haltung der vollständigen und endgültigen Rege­lung, wie sie der Poungpian darstellt, abhängig machen,

der ihm ebenso wie Belgien Garantien gewährt, nicht für zu Kriegszwecken eingegangenen Schulden, sondern für die gerechte Wiedergutmachung wirklich erlittener Schäden. Es wäre schwer verständlich, wenn diese Stellungnahme auf ernste Einwände bei den Amerikanern stoßen könnte.

Auch dasJournal des 2) 6 b ä t s" bestätigt durch seine Ausführungen, daß vermutlich der Inhalt der Note an die Washingtoner Regierung dem ent­spricht, was bereits heute vormittag unter Zugrunde­legung der Ausführungen der Haoasagentur be­richtet wurde. Nach diesem Blatt bemüht sich die Note, die Fassade zu retten, indem sie verlangt,

daß Deutschland der DIZ. die ungeschühten Annuitäten bezahlt, die nicht transferiert wer­den, und die eventuell für Kreditoperationen zu­gunsten Deutschlands verwendet werden können.

Der Text der Note wird einstweilen geheim gehalten, selbst die offiziöse Haoasagentur berichtet hierüber nichts, da es den diplomatischen Gepflogen­heiten entspricht, den Text eines derartigen Schrift­stücks erst der Öffentlichkeit zu übergeben, wenn der Adressat hiervon Kenntnis genommen hat.

Washington bleibt reserviert.

Unzufrieden mit Frankreich ?

W a s h i n g l o n , 24. Juni. (HJIB. Funkspruch.) Die Mitteilung, daß der französische Botschafter Claudel Staatssekretär Stimson die franzö­sische Antwortnote zum Vorschlag des Präsidenten Hoover überreicht habe, wurde später von höheren Stellen dahin richtiggestellt, daß Botschafter Claudel lediglich vom Referenten für Westeuropa kurz empfangen worden sei. 2Uan fügte hinzu, daß man eine Auskunft darüber, ob die Rote übergeben wurde, strikt ablehne.

Staalssekretär Stimson hatte im Weißen hause eine längere Konferenz mit Präsident Hoover, dem stellvertretenden Schahkanzler, Schahfekretär Mitts, und dem Führer der republikanischen 5e- nalsfraktion, Senator Watson. In der Presse wird hieraus gefolgert, daß man wahrscheinlich biefran- ;ösische Antwortnote als nicht formell empfangen betrachten wolle in der Erwartung, die französische Regierung zu einem größeren Entgegenkommen bewegen zu können.

Die bereits früher gemachte Aeußerung Stirn- f o ns, man werde von dem Grundprinzip des Vorschlages Hoover nicht abwei­ch en, erfolgte, nachdem der Staatssekretär durch den Botschafter der USA. in Paris, Edge, über den Inhalt der französischen Antwort u n t e r r i ch - l e t worden war.

In Regierungskreisen vertritt man den Stand­punkt, daß angesichts der so kritischen Lage Deutsch­lands eine Teillösung, geschweige denn ein Zurückgreifen auf die Bestimmungen des P o u n g -

planes Deutschland nicht zu der so dringend benötigten Hilfe bringen.

Beratungen

im Kammer-Ausschuß.

Puris, 24. Juni. (TU.) Der Auswär­tige Ausschuß der Kammer trat heute in den späten Aachmittagsstunden unter dem Dorsih des Präsidenten Paul-Dvncour zu­sammen, um zu dem amerikanischen Vorschlag Stellung zu nehmen. Die Abgeordneten Lou- cheur, Cougnvt u. a. setzten auseinander, unter welchen Bedingungen Frankreich sich der cmrerikanischen Initiative anschliehen könne. Die Redner gaben außerdem ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß die amerikanische Regierung den Vorschlag veröffentlichte, ohne die vorherige Stellungnahme Frankreichs einzuholen.

Der ehemalige Arbeitsminister Loucheur hob besonders hervor, daß, wenn Frankreich in der einen oder anderen Form seinem Haupt­gläubiger gegenüber neue Opfer bringe, es auch auf der anderen Seide gewisse Bedin­gungen stellen müsse, die sich insbesondere auf einen Plan der

wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs

beziehen müßten. Die Mitglieder des Aus­schusses haben die weitere Aussprache vertagt, da der Text der französischen Antwortnote noch nicht bekannt ist.

Frankreichs Beklemmungen.

London, 25. Juni. (WTB. Funkspruch.) Rach demDaily Telegraph" hat sich die Auf­regung über den Vorschlag des Präsidenten Hoover, die nicht nur in den französischen parlamentarischen Kreisen, sondern allgemein in Frankreich herrsche, noch keineswegs gelegt.

Rach Ansicht des Berichterstatter« ist diese Er­regung erstens auf die Furcht, die ungefchühten Zahlungen Deutschlands zu verlieren, dann auf die Plötzlichkeit, mit der Frankreich dieser Vor­schlag Hoovers bekanntgegeben sei, zurück- zuführen.

Obwohl man in offiziellen Kreisen hoffe, daß die französische Rote Washington annehmbar erscheine, äußerten verschiedene zuständige Be­obachter Zweifel über die Stärke der von Wa­shington an Frankreich gerichteten Warnung.

Kritik erfahre der französische Botschafter in Washington, Claudel, weil er es bei der Be­kanntgabe der amerikanischen Vorschläge angeb­lich unterlassen habe, den französischen Standpunkt geltend zu machen.

Der Pariser Korrespondent desDaily Expreß" hält es für wahrscheinlich, daß wenn es

über den hooverschen Vorschlag zu einer Kabinettskrise in Frankreich kommen sollte, Außenminister B r i a n i> der nächsten Regie­rung nicht mehr angehöre, sondern durch den sozialistischen Abgeordneten Paul 'Sou- cd u r erseht werden würde.

Amerika hält am Hoover-plan fest.

Eine wichtige Erklärung Stimsons.

Washington, 24. Juni. (WTB. Reuter.) Im Weißen Hause wurde mitgeteilt, daß die Antwor­ten auf den VorschlagHoovers zahlreich ein- gehcn. Der Widerspruch gegen den Vorschlag sei sehr gering.

Staatssekretär Stimson

gab heute folgende bedeutsame Erklärung ab:

Der Moratoriumsvorschlag des Präsidenten wurde in großen und einfachen Grundlinien abgefaßt. Der Zweck war voll­kommen klar, nämlich einen einjährigen Aufschub der Zahlungen zu sichern, von diesen Grundlinien wird nicht abgegangen werden. Wir machen erheb­liche Fortschritte, aber bei einer Angelegenheit, die so viele verschiedenartige Schuldner und Völker angeht, gibt es natürlich viele De­tails, die man nach gründlicher Prüfung und Besprechung mit diesen Völkern ergänzen muß. Diese Besprechungen müssen notwendigerweise auf dem normalen Wege durch die d i p 1 o m a - tifchen Stellen und nicht durch die Presse erfolgen.

Zuversicht im Staatsdepartement.

3m Staatsdepartement ist die Stim­mung im Hinblick auf die endgültige Annahme des Hoover-Dorschlages durch alle Mächte nach wie vor zuversichtlich. Es wird auf Stimsons heutige Feststellung hingewiesen, daß bedeutende Fortschritte bereits erzielt seien. Auch erblickt man in seiner Erklärung, von den Grundlinien des Hcover-Dorschlages nicht abweichen zu wollen, ein Zeichen der Zuversicht, daß die öffentliche Meinung der Welt sich hinter ihn stel­len werde. Cs wird erklärt.

man fei sich darüber klar, daß einige Zeit ver­gehen werde, ehe die französische Regierung ihren gegenwärtigen Standpunkt abändern werde. Man erwartet aber bestimmt, daß man in den nächsten Tagen zu einer Einigung ge­langen werde, und zwar zu einer (Einigung auf

der Grundlage des Hoover-Vorschlages, von dessen Richtlinien die Regierung der Ver­einigten Staaten, wie sie heute ausdrücklich er­klärt habe, nicht abgehen werde. Auf Grund der jetzigen Lage nimmt man an, daß Stimsons Reise nach Europa um einige Zeit verschoben werden würde.

Erst als Ganzes annehmen.

W a s h i n g t o n, 24. 3uni. (WTB.) 3n amt­lichen Kreisen befürchtet man, daß alle Vor­behalte, die zum Hooverschen Plan einer Be­festigung der Wirtschaftslage durch ein allgemei­nes Moratorium gemacht werden, der raschen Durchführung nur hinderlich wären. Man hofft daher, daß alle Vorbehalte zunächst z u r ü ck g e st e l l t werden, bis der Plan a l s Ganzes angenommen ist und e r st dann einer Prüfung unterzogen werde.

Stimson ist optimistisch.

Washington, 25. 3uni. (Reuter. Rundfunk.) Staatssekretär Stimson war nach den gestrigen Besprechungen im Weißen Hause über die Gegen­vorschläge Frankreichs äußerst optimistisch. Was die Antwort Italiens zum Vorschlag Hoo­vers betrifft, so erfolgte diese ohne irgend­welche Vorbehalte politischerRatur. Wie der amerikanische Botschafter in Rom mel­det, wünscht Mussolini lediglich die Einzel­heiten der Durchführung des Planes genauer zu prüfen

Deulsch-stanzMe Miflerkonsemiz in Sicht

Brünings Anregung wird in Paris günstig ausgenommen.

Paris, 24. Juni. (WTB.) Wie der Pariser Kor­respondent des WTB. erfährt, ist im verlaufe des heutigen Minislerrates über die Anregung einer offiziellen Zusammenkunft des Reichs­kanzlers Dr. Brüning und des Reichsauhen- minifters Dr. Curlius mit dem französifchen Mi­nisterpräsidenten Laval und dem französifchen Außenminister B r i a n d gesprochen worden. Der Vorschlag habe eine günffige Aufnahme ge­funden und werde demnächst praktische Ge- st a l t annehmen, die noch präzisiert werde.

Diese Mitteilung wird durch folgende offiziöse Meldung der Haoas-Agentur bestätigt: In den politischen Kreisen hat mau die gestern in der Rundfunkrede des Reichskanzlers Dr. Brü­ning enthaltene Anregung einer offiziellen Begegnung zwischen den Regierungschefs und den Außenministern beider Länder besprochen. Diese Eventualität ist wahrscheinlich auch im verlause des heute vormittag abgehaltenen Ministerrates ins Auge gefaßt worden. Die Anregung des Reichskanz­lers wird, wenn sie präzisiert werden sollte, keine

ungünstige Aufnahme auf französi­scher Seite finden.

Das Echo in der pariser presse.

P a r i s, 25. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Rund­funkrede des Reichskanzlers Dr. Brüning findet in der heutigen Morgenpreffe allgemeine Beachtung.

M a i i n" stellt fest, daß sie hervorragend fei und daß Außenminister Briand sich hierüber gestern länger mit Botschafter von Hoesch aus­gesprochen habe.

Die französische Regierung begrüße sehr herzlich den Gedanken eines Besuches der Reichs­minister, sobald die Lage in Berlin es gestatte.

Petit Parisien" äußert, Reichskanzler Dr. Brüning habe mit einer Kühnheit, die man aner­kennen müsse, die sogar alles das, was Gustav Stresemann in diesem Sinne versucht habe, übertroffen, die Anregung gegeben daß Frank­reich und Deutschland innerlidj die Vergangen­heit überwunden und sich entschlossen auf den Weg

einer herzlichen, loyalen Zusammen­arbeit begeben mögen.

9 o u r n a 1" sagt, bevor Frankreich zu der Er- klärung des Reichskanzlers Stellung nehme, müsse es wissen, was die Deutschen wollten. Wollten sie von der finanziellen Hilfe sprechen, die Frankreich Deutschland leihen könnte, ober von den Garantien zur Beruhigung, die sie etwa Frankreich zu geben geneigt wären? Vor allem würde in dieser Hinsicht

die Aufnahme, die man in Deutschland dem französischen Gegenvorschlag bereiten werde, interessant sein.

R e p u b l i q u e" meint, man müße das An- gebot Brünings annehmen. Man müsse Deutschland freimütig sagen, daß es, wenn es den Weg der Hitlerlcute beschreite und moralisch und materiell rüste, die Annäherungspolitik vereitele, daß es aber, wenn es moralisch und materiell abrüste, Frankreich bereitfinden werde, zuerst zu einer gleichzeitigen Ab­rüstung zu schreiten und dann zu einer loyalen und herzlichen Zusammenarbeit zur wirtschaftlichen Wie­derherstellung Europas.

Der sozialistischeP o p u l a i r e" erklärt, jetzt habe der Ministerpräsident Laval das Wort. Es er­scheine unmöglich, daß er sich dem Appell Brünings verschließe.

Die Lage sei zu ernst, als daß man zulassen könne, daß die Dinge sich in die Länge ziehen.

Ein Teil der Rechtspresse äußert sich zurück- ballend. So sagt dasEcho de Pari s", ge­wisse Kreise träten dafür ein, daß Frankreich auf die amerikanische Vermittlung, um Deutschland Geschenke zu machen, deren moralischen Nutzen Frankreich nicht einmal erhalte, verzichten möge, um direkt mit den Reichsministern zu verhan­deln.

Hoesch bei Briand.

Paris. 24. Juni. (WTB.) Botschafter von Hoesch hatte heute am späten Rachmittag eine Unterredung mit Außenminister Briand.

Brunnenvergistung.

Paris. 24. Juni. (WTB.) Im heutigen Paris Midi" wird behauptet, daß der fran­zösische Außenminister Briand gestern dem deutschen Botschaft« v. Hoesch mitgeteilt habe, Deutschland dürfe nicht auf Frankreich zählen, wenn es nicht freimütig mit der Außen­politik breche, die es seit einemIahre betrieben habe. Rach den gleichen Informa­tionen soll Deutschland alle verlangten Ver­pflichtungen übernommen haben. Der Pariser Vertreter des WTB. ist in der Lage, zu erklären, daß es sich hier um einen phantastischen, voll­kommen frei erfundenen Bericht handelt, Berliner preffe-Kommentare.

Berlin, 24. Juni. (CRB.) Die Abendblätter kommentieren fast alle in längeren Ausführungen die Rundfunkrede des Reichskanzlers, insbeson­dere seine Ausführungen über die deutsch- f ranzökische Verständigung. Die Blät­ter, die den Regierungsparteien nahe- stehrn, begrüßen ausnahmslos den Vorschlag des Kanzlers, eine deutfch>französische Zusammen­kunft stattfinden zu lassen.

DieDeutsche Tageszeitung" sieht nt der Rede einen Appell an Frankreich, der in seiner Formulierung so weitgehend sei, daß er schon deshalb in Deutschland ein berechtigtes Unbehagen auslösen müsse. DerLokal- anzeiger" gibt dem Kanzler zwar recht, wenn er sagt,daß die Stabilisierung des europäischen Friedens erst an dem Tage gesichert erscheint, wo zwischen den beiden großen Rachbarvölkern das Vergangene seelisch überwunden ist und der Blick sich gemeinsam der Zukunft und ihrer Ge­staltung zuwendet." Aber wenn er glaube, daß dafür eine deutsch-französische Llnterhaltung etwas Ersprießliches leisten könne, so scheine der Kanz­ler das Llnvergleichbare zu vergleichen.

Internationaler Kredit für Deutschland?

Reuhork, 24. Juni. (WTB.) Associated Preß meldet aus Washington, daß amerikanische Finanzkreise wegen der erneuten Konferenzen zwi­schen Beamten des Schatzamtes und des Federal Reserve Board

ein internationales Kredit-Arrangement zur Erleichterung der Wirtschaftslage Deutschlands erwarten. Obwohl die Beamten es ablehnten, Einzelheiten über die oben erwähnten Be­sprechungen zu geben, wurde der Zweck der Kon­ferenzen jedoch klar angedeutet; u. a. ist erklärt worden, daß eine formelle Ankündigung eines sol­chen internationalen Kredit-Arrangements nicht vor Ende des Monats zu erwarten sei. Der stellvertretende Schahamtssekretär Mills hatte heute wiederum mit Ho over und dem Gou­verneur des Federal Reserve Board eine Be­sprechung. Der Schahsekretär betonte bereits, daß irgendein Kredit-Arrangement von dem von Hoover vorgeschlagenen Moratorium völlig unabhängig sei.