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sondern auch zahllose Existenzen des Mittel­standes schwer leiden. Seit der Inflation weise der Voranschlag zum ersten Male eine Senkung der Betriebsrechnung auf. Durch diese Senkung sei endlich eine Forderung seiner Fraktion erfüllt worden. Seine Fraktion fordere, daß auf dem Wege der Ausgabensenkung nicht Halt gemacht werde, denn noch lägen unsere Ausgaben von heute um 60 Prozent über den Aufgaben von 1926. Das Ziel müsse fein, durch den Abbau der Ausgaben zu einer Senkung der Steuern und dadurch zu einer Gesundung der Wirt­schaft zu kommen. Nur auf diesem Wege könne die Not unserer Zeit behoben werden, nur so werde die Vernichtung von Existenzen verhütet und der Arbeitslosigkeit entgegengewirkt. Die bis­herigen Spamrahnahmen mühten auf alle Gebiete ausgedehnt werden, auch wenn dadurch hier und da Harten nicht ganz zu vermeiden seien. Der Abbau in der Vermögensrechnung um rund 550 000 Mk., der sich bei den gegenwärtigen Ver­hältnissen nicht habe vermeiden lassen, werde leider Arbeitsmangel durch Verhinderung neuer Aufträge zur Folge haben. Der Redner wendet sich dann gegen die sozialdemokratischen Vorwürfe gegen die heutige Wirtschaftsordnung und betont, in den letzten 12 Jahren habe die Sozialdemo­kratie in Hessen und auch im Reich überwiegenden Einfluß gehabt, auch auf die Gestaltung der Wirt­schaftspolitik, so dah die heutige Wirtschaftsnot zum grohen Teile ihr zur Last zu legen sei. Zur Gaswerkfrage sei zu bemerken, daß die Entschei­dung über eine Neuregelung immer drängender herannahe; zum Abschluh mit der Hekoga über Ferngasversorgung sei die Stadt nicht gezwungen. Der Redner verlangt eine erneute eingehende Nachprüfung der bisherigen Berechnungen, damit die beste und billigste Gasversorgungsmöglichkeit festgestellt werde. Das Schulhaus in den Eich­gärten müsse nun unbedingt fertiggestellt werden. Eine zentrale Vereinigung aller städtischen Aem- ter sei in absehbarer Zeit noch nicht möglich. Mit der Minderung des Zuschusses an das Theater und dessen Begrenzung auf 50 000 Mk. sei er einverstanden, ein Herabgleiten von dem bis­herigen Niveau des Theaters sei auch jetzt nicht zu befürchten, ebensowenig eine Stillegung des Theaters. Der Redner fordert dann, im Wohl­fahrtsetat von dem Betrag von 28 600 Mk. für Dadeaufenthalt von Äin&ern 18 600 Mk. abzu­zweigen zur Verhütung der Exmittierung von Mietern, die infolge unverschuldeter Not ihre Miete nicht bezahlen können. Weiter verlangt er die Aufhebung des Wohnungsamtes, das heute überlebt sei. Bei den Strahenreinigungs- gebühren fordert er, dah die unbebauten sowie die landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Grundstücke außerhalb der bebauten Strahenflächx nicht in der gleichen Höhe zu den Kosten heran- gezogen werden wie die bebauten Grundstücke. Der Redner unterstreicht zum Schluß den ernsten Willen zur Sparsamkeit, der im Finanzausschuß geherrscht habe, und erklärt, daß dieser Wille weiter zur Tat werden müsse. Mit dieser Ver­sicherung stimme seine Fraktion dem Vor­anschlag zu.

Stadtratsmitgl. Lepper (Komm.) fordert Senkung der Gehälter aller städtischen Be­amten auf ein Höchstmaß von 4800 Mark, Einfüh­rung der 40-Stundenwoche mit vollem Lohnausgleich in den städtischen Betrieben, 300 000 Mark für Verbesserung der Wegeverhältnisse und 3 Millionen Mark für das Wohlfahrtsamt. Vorschläge zur Deckung dieser Ausgaben macht er nicht.

Gtabtratsmitgl. Loh (Natl. Soz.)

lehnt die Bürgersteuer als unsozial ab und des­wegen auch den ganzen Voranschlag.

Oie weitere Aussprache.

Stadtratsmitglied Fischer (Arbgem. d. M.) warnt vor allzu grohen Hoffnungen in der Gaswerkfrage, unterstreicht die Dringlichkeit der Besetzung aller Lehrerstellen an den hiesigen Volksschulen und be­tont hierbei u. a., daß von 69 Schulklassen der Volks­schule 31 Klassen mit mehr als 50 Kindern vorhan­den sind. Weiter empfiehlt er baldige Fertigstellung des Schulhauses in den Eichgärten, begrüßt mit Anerkennung für das Bauamt die vermehrte Schaf­fung von Spielplätzen in den Anlagen und bittet, nach dieser Richtung hin weiter zu arbeiten. Schließ­lich empfiehlt er, die Abfertigung der Erwerbslosen durch lebenserfahrene, taktvolle Beamte vornehmen 0u lassen, womit er aber keinen Vorwurf gegen irgend jemand auf Grund der bisherigen Tätigkeit machen will.

Stadtratsmitglied Horn (Arbeitsgem. d. M.) gibt zwei Entschließungen bekannt, die dem Finanzaus­schuß zur Erledigung übergeben werden. In der einen wird gefordert, daß die Straßenreinigungs­gebühren bei Grundstücken landwirtschaftlicher oder gärtnerischer Nutzung im äußeren Stadtgebiet, wo die Straßenreinigung noch nicht so umfassend aus­geübt wird, wie in anderen Straßen, generell auf % der üblichen Gebühren ermäßigt werden. In der zweiten Entschließung wird die Aufhebung der Wertzuwachssteuer gefordert, deren Ertrag nicht allzugroß ist, die sich bisher aber bei dem schlechten Grundstücksgeschäft als hemmend erwiesen hat. Wei­ter wird angeregt, dem Verkehrsverein für seine Arbeit einen weiteren Zuschuß aus den Mitteln der allgemeinen Verkehrswerbung zu gewähren.

Stadtratsmitglied Mann (Soz.) polemisiert ge­gen die Kommunisten und weist dabei unter starker Zustimmung des Hauses verurteilend auf die kom­munistische Industriespionage zugunsten Rußlands hin, durch die der deutsche Arbeiter nur geschädigt werde. Diesen Hinweis mit scharfer Verurteilung unterstreicht auch Stadtratsmitglied Horn (Arbgem. der Mitte) nachdrücklich, während Stadtratsmitglied L. Mayer (Arbgem. d. M.) sich für die Aufhebung der Wertzuwachsfteuer einsetzt, Stadtratsmitglied Nicolaus (WirtschVgg.) die bisherige Zuschuß­politik beim Wohnungsbau verteidigt, sowie Auf­hebung der Wohnungszwangswirtschaft fordert, und schließlich Stadtratsmitglied L o e b e r (Arbgem. d. M.) auf die wirtschaftliche Bedrängnis mancher Inhaber von größeren Wohnungen yinweist, aber auch feststellt, daß es in der letzten Zeit in der Wohnungsfrage doch etwas besser geworden ist, und im übrigen scharf Stellung nimmt gegen die Grund­sätze einer sozialistischen Wirtschaftsführung, die, wenn man sie bisher angewandt hätte, den Trüm­merhaufen nur noch größer hätte werden lassen. Zum Schluß fordert er steuerliche Gerechtigkeit für

den Mittelstand, insbesondere auch durch gebührende Besteuerung der Konsumvereine und sonstigen großen Genossenschaften.

Hierauf wird in der A b st i m m u n g

der Haushaltsvoranschlag en bloc angenommen.

Dagegen stimmen nur der Kommunist Kästner Lepper hatte vorher die Sitzung verlassen und der Nationalsozialist Lotz.

Anschließend wird der Voranschlag der Plock- schen Stiftung für 1931 mit 2248,79 Mark in Einnahme und Ausgabe angenommen, ferner zwei Arbeitsvergebungen genehmigt.

Hierauf läßt Oberbürgermeister Dr. Keller das nachstehende Schreiben der Gastwirte an ihn verlesen:

Frei Innung der Gastwirte

von Gießen u. Umg.

Gießen, 8. April 1931.

Herrn

Oberbürgermeister Dr. Keller

Gießen.

Herr Oberbürgermeister!

In der letzten Sitzung vom 17. März d. I. wurde die Biersteuererhöhung und die Weitererhebung der Gemeindegetränkesteuer beschlossen.

Sie äußerten in dieser Sitzung:

Wenn eine Mehrheit des Stadtrats die Ge­tränkesteuer ablehne, so sei dies ihr Privatver- gnügen, denn dann würden andere Instanzen diese Steuer einführen. Die Getränkesteuer und die Bier­steuer seien beide nicht die schlimmsten, sondern ge­

wissermaßen freiwillige, do sich ihnen ja jedermann entziehen könne .. ufm."

Dies auf gut Deutsch übersetzt lautet:

Meidet doch die Gaststätten, dann treffen euch die Steuern nicht."

Unsere heutige Jahreshauptversammlung nimmt mit Entrüstung von dieser Aeußerung Kenntnis und verwahrt sich hiergegen auf das allerentfchiedenfte. Sie fordern gewissermaßen zum Boykott der Gast­stätten auf, möchten aber andererseits recht viel Steuern für den Gemeindesäckel einnehmen. Man steht Kopf ob solcher Logik.

Die trübe Geschäftslage, in der sich die Mehrzahl der Gießener Gaststätten befinden, ist Ihnen anschei­nend nicht bekannt. Wir halten jedoch die Gießener Einwohnerschaft für so einsichtsvoll, daß sie den von Ihnen gegebenen Rat nicht beherzigt und durch flei­ßigen Besuch unserer Lokale uns, wie auch dem Stadtsäckel Rechnung tragen wird.

Ihr Privatvergnügen dürste es nunmehr sein, uns gelegentlich auch einmal zu besuchen.

In diesem Sinne begrüßen wir Sie schon im voraus auf das herzlichste.

Mit aller Hochachtung!

Freie Innung der Gastwirte von Gießen u. Umg.

I. A.: gez. König, 1. Vorsitzender.

Oberbürgermeister Dr. Keller bemerkt dazu, feit 24 Jahren erhalte er täglich Zuschriften aus allen Kreisen der Bevölkerung. Er müsse feststellen, daß ein in derartigem Tone gehaltenes Schreiben bis jetzt noch nicht an ihn gerichtet worden fei. Deshalb habe er das Schreiben hier im Wortlaut bekannt- gegeben.

Das erste Geld des Vatikans.

Die erste Serie der vatikanischen Münzen wurde in Rom zu Ostern in Umlauf gebracht. Die Münzen sind in Größe und Gewicht dem italienischen Geld angepaßt, mit dem sie in ganz Italien gleiches Recht genießen.

Vessenmg aus dem oderhessischen Ardeiismack.

Oer Bericht des Arbeitsamts Gießen für Monat März.

Die Lage des oberbesfifchen Arbeits­marktes hat zum erstenmal Jeit Beginn der winterlichen Arbeitslosigkeit eine Besserung er­fahren. Diese ist hauptsächlich auf den Eintritt des gelinden Wetters zurückzuführen, wodurch die Außen- berufe in der Sage sind, ihre Arbeiten wieder auf­zunehmen. Dem 'Arbeitsmarkt standen am Ende der Berichtszeit 15 3 7 3 Arbeitsuchende, ge­genüber 17 170 des Vormonats und 9776 des Vor­jahres, zur Verfügung. Im Laufe des Monats April senkte sich die Zahl der Arbeitsuchen- den auf 13 7 3 3. Aus den Mitteln der Reichs­anstalt wurden 9081 männliche und 1110 weibliche, insgesamt 10191 Arbeitsuchende, gegenüber 11519 des Vormonats und 7643 des Vorjahres, unterstützt. Krisenunterstützung erhielten 2356 Personen, gegen­über 2181 des Vormonats und 302 des Vorjahres. Auch die Zahl der Unterstützungsempfänger ist im Laufe des Monats April zurückgegangen. Am 15 April zählten wir 8259 Arbeitslosenunterstützungs­empfänger und 2072 Krisenunterstützungsempfänger. Im Monat März war ein Zugang von 2861 Ar­beitsuchenden und ein Abgang von 3286 Personen zu verzeichnen. Vermittelt wurden 778 Arbeit­suchende. Von ihren früheren Arbeitgebern wurden 594 Arbeitskräfte zurückgerufen.

Aus den einzelnen Berufsgruppen ist wie folgt zu berichten:

Land- und Forstwirtschaft.

In der Landwirtschaft hat die günstige Witterung belebend gewirkt. Die Betriebe haben Arbeitskräfte zurückgerufen. Hauptsächlich wurden jugendliche Kräfte und Dienstmädchen verlangt. Die Forst­ämter haben ebenfalls Einstellungen von Kultur­arbeitern und -arbeiterinnen vorgenommen. Ver­einzelt konnten Waldarbeiter zum Holzschälen unter­gebracht werden. Dem Arbeitsmarkt standen am Ende der Berichtszeit 482 Arbeitskräfte, gegenüber 688 des Vormonats und 329 des Vorjahres, zur Verfügung.

Bergbau.

Die Lage des oberhessischen Bergbaues hat in der Berichtszeit eine weitere Verschlechterung erfahren. Sollten die angekündigten Maßnahmen eines Gru­benbetriebes zur Durchführung kommen, so würde eine große Belastung in dieser Berufsgruppe ein­treten. Am Schlüsse der Berichtszeit standen dem Arbeitsmarkt 243 Bergleute, gegenüber 219 des Vormonats und 266 des Vorjahres, zur Verfügung.

Industrie der Steine und Erden.

Der Beschäftigungsgrad in der Industrie der Steine und Erden hat eine Besserung erfahren. Einige Basaltwerke haben ihren Betrieb nach Ein­gang neuer Aufträge wieder eröffnet. Die Zahl der

Arbeitsuchenden betrug am Ende der Berichtszeit 1646, gegenüber 1904 des Vormonats und 1150 des Vorjahres.

Metallindustrie.

Die Marktlage ist uneinheitlich. Der größte Teil der Betriebe klagt über Absatzmangel und hat dem­zufolge Kurzarbeit eingeführt. Nur wenige Betriebe haben in der Berichtszeit von uns Arbeitskräfte angefordert. Wir zählten 2546 Metallarbeiter, ge­genüber 2519 des Vormonats und 942 des Vor­jahres.

Holzgewerbe.

Die Sägewerksbetriebe Oberhesfens haben in der Derichtszeit einige Holzarbeiter zurückgerufen, jedoch stehen immer noch 948 Holzarbeiter dem Arbeits­markt zur Verfügung, gegenüber 1119 des Vor­monats und 527 des Vorjahres.

Nahrungs- und Genußmittelgewerbe.

Das Sinken der Arbeitsuchendenzahl in dieser Berufsgruppe ist hauptsächlich auf die Besserung der Lage in der Tabakindustrie zurückzuführen. Ver­schiedene Tabakfabriken haben in der Berichtszeit Tabakarbeiter- und -arbeiterinnen zurückgerufen. Verfügbar waren 1136, gegenüber 1364 des Vor­monats und 130 des Vorjahres.

Bekleidungsgewerbe.

Die Marktlage hat in der Berichtszeit eine Besse­rung erfahren, die hauptsächlich auf den Beginn der Frühjahrssaison zurückzuführen ist, jedoch bleibt die Belebung gegenüber dem Vorjahre zurück. Geld­knappheit spielt hier eine gewisse Rolle. Dem Ar­beitsmarkt standen 339 Facharbeiter, gegenüber 449 des Vormonats und 233 des Vorjahres, zur Ver­fügung.

Baugewerbe.

Im Baugewerbe zeigten sich infolge des Witte­rungsumschlages bessere Beschäftigungsmöglichkeiten. Verschiedentlich wurden Arbeitskräfte zu Neubau­arbeiten angefordert. Weiter konnten wir Bau­arbeiter zu Ausbesserungsarbeiten, die allerdings kurzfristiger Natur sind, vermitteln. Wir zählten am Schlüsse der Berichtszeit 3255 Bauarbeiter, gegen­über 3804 des Vormonats und 2464 des Vorjahres.

Gast, und Schankwirtschaftsgewerbe.

Die Lage des Gastwirtsgewerbes, hauptsächlich in den Saisonbetrieben, hat keine Veränderung erfah­ren. Die Saisonbetriebe halten noch immer mit Ein­stellung von Arbeitskräften zurück, da sie erst die Entwickelung des Kurbetriebes abwarten. Verfügbar waren 136 Personen, gegenüber 144 des Vormonats und 84 des Vorjahres.

verkehrsgewerbe.

Die Marktlage ist auch im Berichtsmonat unver­ändert geblieben; mit einer Besserung wird vorerst nicht zu rechnen sein, da die Reichsbahn Neuem« stellungen von Zeitkräften nicht vorgesehen hat. Es standen 469 Arbeitsuchende zur Verfügung, gegen­über 469 des Vormonats und 328 des Vorjahres.

Lohnarbeit wechselnder Art

Der Beschäftigungsgrad hat eine leichte Besserung erfahren. Arbeitsuchende dieser Berufsgruppe konn­ten bei Feldbereinigungsarbeiten untergebracht wer­den. Weiter war es möglich, Bauhistsarbeiter zu Bauarbeiten zu vermitteln. Wir zählten 2637 Per­sonen, gegenüber 2877 des Vormonats und 2569 des Vorjahres.

Angestelltenberufe.

Aus dem Stellenmarkt für Angestellte war im Berichtsmonat keine wesentliche Veränderung zu verzeichnen. Verfügbar waren 816 Stellensuchende.

Oie Abteilung Berufsberatung

wurde im Monat März von 158 Ratsuchenden (106 männlichen, 52 weiblichen) 425mal in Anspruch ge­nommen, und zwar 166mal von Knaben und lOlmaf von Mädchen wiederholt. 24 männliche und 8 weib- liche kamen aus höheren Lehranstalten die übrigen aus Volksschulen. Unter den Ratsuchenden befanden sich 21 ältere (16 männliche, 5 weibliche), die ge­wöhnlich schon 2 Jahre schulentlassen sind und vor erneuter Berufswahl stehen, außerdem 6 Jugend­fürsorgezöglinge. 14 Knaben und 4 Mädchen wur­den einer Berufseignungsprüfung unter­zogen, 9 Knaben einer speziellen ärztlichen Unter­suchung. 5 Knaben und 2 Mädchen sind auf ihre voraussichtliche Berufseignung auf ausdrücklich-n Wunsch von Arbeitgebern besonders begutachtet worden.

Die 106 männlichen Ratsuchenden äußerten 48, die 52 weiblichen 15 verschiedene Berufs­wünsche. Am häufigsten vertreten waren bei den Knaben wiederum die unbestimmten und die kauf­männischen Berufswünsche, bei den Mädclzen in erster Linie die kaufmännischen, dann die unbe­stimmten und der Berus der Schneiderin.

Die große Zahl der Wiederbesucher ist vor allem auf die infolge der Wirtschaftskrise beschränkte Unterbringungsmöglichkeit in passende Lehrstellen und die dadurch erschwerte Berufsentscheidung zu­rückzuführen. Sehr viele sind Schüler höherer Lehr­anstalten, die trotz wiederholten Sitzenbleibens sich schwer für einen praktischen Beruf entscheiden ton­nen und am liebsten noch länger ohne Aussicht auf Erfolg die Schulbank drücken möchten. Andere wie­der, Abiturienten, können aus finanziellen Gründen nicht studieren und wissen nicht, wo unternommen.

Zur Neuanmeldung kamen 49 offene Lehr­stellen (40 für Knaben, 9 für Mädchen); 46 Schul­abgänger (33 männliche, 13 weibliche) konnten in Lehrstellen untergebracht werden.

In den Außenbezirkssprechstunden (Friedberg, Alsfeld, Lauterbach, Schotten und Bü­dingen) wurden 47 Ratsuchende (33 männliche. 14 weibliche) lOlmal beraten, 10 Knaben und 1 Mäd­chen in Lehrstellen vermittelt.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Kircblitbe Tlorbricbten

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 26. April. Jubilate.

Stadlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christen­lehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfarrassistent Seemann; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrasfistent Seemann. Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christen­lehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinder­kirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbefprechung im Johannesfaal; Pfr. Lenz. Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Becker; zu­gleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luther- gemeinde; Pfr. Becker. Elifabeth-Kleinkinder- schule. 9.45: Pfr. Die. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. Saal der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. Klein-Linden. 10: Hauptgottes­dienst; 11: Kindergottesdienst. Wieseck. 9 30: Beichte; 10; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; 13.30: Feier der Aufnahme der Kleinsten in dis Schule (Cborschule). Allen-Buseck. 10: 19: Beicht- gottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Lollar; 13.30: Lollar. Hausen- Garbenleich. 10: Hausen; hl. Abendmahl; 13: Gar­benteich. Watzenborn-Steinberg 1315: Haupt» gottesdienst Lich. 9.30 Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kin­dergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 25 April.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 26. April. 3. Sonntag nach Ostern.

Gießen. 6 30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen: 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. Grünberg 9.45: Messe mit Predigt. hungert 9 30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. Lich 7.30: Hochamt mit Prediat; 20: Christenlehre und Andacht Lollar. 8 45: Meße mit Predigt. Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.

Montaa den 27. April.

Laubach. 7.30 Uhr: Messe.

Mittwoch den 29. April.

Hungen. 7.15 Uhr: Messe.

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