Ausgabe 
25.4.1931
 
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versuch Polens, auf dem Dege über den Rals- befchluh vom 22. Juni 1921 eine Einschränkung der Danziger Souveränität zu erlangen, mit allem Nachdruck und mit allen Mitteln z u - rückgewiesen werden müsse.

Wie die Telegraphen-Ilnion erfährt, geht das Bestreben Polens sogar soweit, eine Mitwir­kung bei den polizeilichen und ge­richtlichen Voruntersuchungen und bei den Gerichtsverfahren zu erwirken, was einer tatsächlichen Internationalisierung der Polizei und zahlreicher Danziger Verwaltungs­stellen gleichläine. Der Danziger Völkerbunds­kommissar Graf Gravina hat nach seiner 'Rückkehr aus Warschau in den letzten beiden Tagen eine Denkschrift über diese polnische Aktion versaht, die ain Samstag nach Genf ab­gesandt wird und deren Inhalt bis zum Ein­treffen in Genf streng gcheimgehalten wird. Cs ist aber schon jetzt mit Bestimmtheit damit zu rechnen, dah der Völkerbundsrat das polnische Ansinnen zurückweisen wird, schon deshalb, weil die Begründung auf so schwachen Füßen steht. Zu einem Ratsbcschluh in einem für Dan­zig ungünstigen Sinne kann es schon deshalb nicht kommen, weil zu einem solchen Ratsbeschluh volle Einstimmigkeit gehört, und der Ver­treter des Deutschen Reiches sich sicherlich einem derartigen polnischen Anschlag auf die Selb­ständigkeit und das Deutschtum der Freien Stadt Danzig widersehen wird.

Polen alsEchuhmacht".

Ein seltsamer Bölkerbundsbeschlutz. Ablenkung von Oberschleuen.

Berlin, 25.April. (IH.) Ein Moskauer Blatt wühle vor einigen Tagen von einer Absicht der warschauer Regierung zu berichten, polnische Truppen zur Wahrung der angeblich bedrohten polnisch en Interessen nach Danzig zu entsenden. Dieses von sowjetrussischer Seite verbreitete Gerücht, das anfänglich starken Zweifeln begegnete, hat sich hartnäckig er­halten und ist bis zu einem gewissen Grad durch die inzwischen bekannkgewordene Absicht der polen bestätigt wordeg. den Beschluh des Völker- bundsrates vom 2 2. Juni 19 21 in Anwen­dung zu bringen. Dieser Beschluh, den polen jetzt in Genf für seine Zwecke verwenden will, hat jedoch ganz andere Voraussetzungen als die polnische Regierung es vorsieht. Polen hat Danzig gegenüber weder ein selbständiges Schuhrecht, noch viel weniger eine Schuhpflicht. Lin eventueller mili­tärischer Schuh Danzigs stehe dem Völkerbund zu. Der Völkerbund hat in seinem Beschluh ovm 22. Juni 1921 polen nur als besonders ge­eignet erklärt, unter gewissen Unständen diesen Schuh übertragen zu erhalten. Auf jeden Jall mühte der Völkerbundsrat eine einstimmige Entscheidung hierüber herbeiführen. Rach Lage der Dinge ist es aber vollkommen ausge­schlossen, dah Deutschland (von anderen Mäch­ten abgesehen) polen dazu verhilft, in Danzig auch militärisch festen Fuß zu fassen.

Eine Bestätigung der Gerüchte über geplante Truppenentsendungen war am Freitagabend noch an keiner Stelle zu erhalten. Immerhin wird es in Berlin nicht für ausgeschlossen gehalten, dah die polen mit Rücksicht auf den o b e r schle­sischen Streitfall, der auf der Maitagung des Völkerbundsrates wieder zur Sprache kommen wird, den gegenwärttgcn Augenblick für geeignet halten, mit einem derartigen Manöver die Aufmerk­samkeit der Weltöffentlichkeit von der Tatsache ab- l zulenken, dah die polen vom Völkerbundsrat auf- , erlegten Verpflichtungen in Oberschlesien noch nicht in vollem Maße erfüllt worden sind.

Oer deutsche Minderheiten­minister in Rumänien. Eine bedeutungsvolle Wendung.

Bukarest, 24. April. Der Abgeordnete Ru­dolf Brandsch, der, wie gemeldet, zum Tln - terstaatssekretär für Minderheiten ernannt worden ist, hat heute vor dem Staats­rat in Gegenwart des Königs und des Minister­präsidenten Iorgä den Eid geleistet. Rach der Vereidigung hielt der König eine An­sprache. und zwar in deutscher Sprache, in der er seiner Genugtuung darüber Ausdruck verlieh, als Mitarbeiter in der Regierung einen Vertreter der Minderheiten zu sehen.

Die Ernennung des Abg. Brandsch hat bei allen Minderhritsparteien größte Befrie­digung ausgelöst. Es geschieht zum ersten Male, daß in Rumänien ein Angehöriger der völkischen Minoritäten in die Regierung berufen worden ist.

Tlnterstaatssekretär Brandsch hat der amtlichen Rachrichten stelle u. a. erklärt: Das Llnterstaats- sekretariat ist selbstverständlich nicht nur für die deutschen, sondern für alle Minderhei­ten Rumäniens geschaffen. Ich habe die feste Hoffnung, dah dadurch Ersprießliches für die Regelung und Besserung des Verhältnisses der Minderheiten Rumäniens zum Mehrhcits- volk geleistet werden wird. Die Person des Mi­nisterpräsidenten Sorga ist die beste Gewähr dafür, dah wirklich Positives geleistet wird. Die Berufung eines Deutschen zum Leiter des Llnterstaatssekretariats ist als weiterer Be­weis für die besondere Situation des deutschen Voltes in Rumänien und sein Verhältnis zum Mehrheitsvolk zu begrüßen.

Die Corteswahlen in Spanien.

Herabsetzung des Wahlalters auf 23 Jahre.

M a drid, 24. April. (TU.) Die Regierung beschloß sofort die Berichtigung der Wahllisten und, wo es notwendig sein sollte, Reuaufstellungen vorzunehmen. Das M i n d e st - wahlalter von bisher«25 Jahren wurde auf 23 Jahre herabgesetzt. Anträge, noch unter dieses Alters, mit dem nach spanischem Gesetz die Grohjährigkeit beginnt, her­unterzugehen, wurden abgelehnt. Wenn nichts dazwilchen kommt, werden die allgemeinen Wah­len zur Verfassunggebenden Versammlung am 21. Juni aogehalten werden. Dieses Parla­ment soll dann den ganzen Sommer über ohne Unterbrechung tagen und die dringendsten Auf­gaben erledigen, worauf die Regierung zu rück treten wird. Das Parlament wird als eine seiner ersten Handlungen die Wahl

Die Landesimiversiläl Gießen vor dem Landing.

Oie Stadt Gießen in der Förderung ihrer Universität an zweiter Stelle im Jteid)

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 24. April. (WHP.) Auf der Tagesordnung der Freitagsihung steht der Rest des Kultusetats und der Etat des Landtags.

Abg. von der Schmitt (Komm.) erklärt zu Kapitel 67 Landesuniversität, dah die Hochschulen nach wie vor eine Bildungsstätte für die privilegierten Volksschichten darstellten. Zu einem Skandal wachse sich die steigende Er­nennung von Ehrendoktoren ans: man spreche mit Recht nicht vonDr. honoris causa", sondern Dr. honoraris causa. Die letzten politischen Kundgebungen an den Hochschulen bewiesen deren reaktionäre Einstellung zur Republik und Masse.

Aba. Dr. Leuchtgens (Ldbd.) stellt für den Landbund die Grundauffassung fest, dah die Aufrechterhaltung der beiden H o ch- schulen nicht angetastet werden dürfe und auch kein Abbau einzelner Institute verantwortet werden könne, um Ansehen und Besuch nicht zu schädigen. Allerdings sei ein Staatszuschuh von 5 Millionen zu hoch. Die Kosten könnten vermindert werden durch Verringerung der Assistenten, Reuverteilung der Kollegiengelder zwischen Professoren und Staats­kasse, Beteiligung an Operationshonoraren der Klinikärzte.

Staatspräsident Dr. Adelung begrüßt das Bekenntnis des Vorredners zur Erhaltung der Hochschulen. Die Sparanträge des Landbundes wür­den allerdings die S u b st a n a der Hochschulen an­greifen. Es sei doch für jeden Einsichtigen klar, daß jede Hochschule Konzessionen machen müsse, um ärzt­liche Kapazitäten zum Wirken und Lehren an sich zu fesseln.

Abg. Frl. Birnbaum (DB.) weist die Vor­würfe energisch zurück, daß die Stadt Gießen für seine Universität nichts tue. Gießen stehe mit einem durchschnittlichen Jahreszuschuß von 135 900 Reichsmark hinter Heidelberg an zweiterStelle unter allen deutschen Universitäts­städten. Anerkennung gebühre dem Staotspräsi- denken für sein energisches Eintreten zur Erhaltung der Hochschulen.

Abg. Kaul (Soz.) bezeichnet die Einsparung an der Universität als bis zur Grenze des Erträglichen gehend. Wer nicht schon von der mittleren Schule her eine universelle Bildung mitbringt, könne diese auf der Hochschule von heute nicht mehr erlangen. Wir fyrdern die Unterrichtung der Stu­denten auch durch Professuren, die die soziali­stische Weltanschauung vertreten. Das Ver­halten der Gießener Studentenschaft gegenüber Re­publik und Regierung war in den letzten Monaten geradezu skandalös. Wir hatten erwartet, daß der Kultusminister damals den Asta aufgelöst

hätte. Wir fordern, daß in Zukunft der Minister hier mit den schärfsten Maßnahmen vorgeht.

Abg. Reiber (Dem.) hält die Ausführungen des Staatspräsidenten bezüglich der Gießener Vorgänge für nicht ausreichend und bedauert, daß fei- nerzeit der Asta nicht aufgelöst wurde. Der Erhal­tung der Universität stimmen wir zu, solange Be­strebungen bestehen, im Falle der Auslösung von Gießen den Laden wo anders aufzumachen.

Abg. H e i n st a d t (Z.) ist der Meinung, daß die Stadt Gießen zu dem Betrieb der Kliniken einen erhöht en Zuschuß leisten könne, weil es den Betrieb eines Krankenhauses erspare.

Abg. Dr. Müller (Ldbd.): Wir halten im Interesse der Vorurteilslosigkeit der Wissenschaft und der Lehre es für schädlich, die Wel t- anschauungsprofessuren zu vermehren. Daß die heutige akademische Jugend den Staat und seinen Inhalt ablehnt, sollte die Verfechter des heutigen Staates nicht zum Schimpfen und zum Polizeiknüppel, sondern zum Rachdenken führen. (Sehr richtig, Widerspruch links.)

Staatspräsident Dr. Adelung er­widert dem Vorredner, daß doch der Landbund «inen Professor des Freihandels durch einen Schutzzöllner erseht haben wollte. Ich habe be­reits betont, daß ein Ausschuß zur Reusas- sung des Studentenrechts eingesetzt wer­den soll. Ich bedauere die Vorgänge in Gießen auf das lebhafteste, bitte aber um Verständnis, wenn ich, wie stets in Hessen, von Verooten den vorsichtigsten Gebrauch machen und die Selbstverwaltung der Studen­tenschaft, soweit das möglich ist, erhalten will. Die Freiheit der Wissenschaft halte ich aufrecht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Keller (DV.):Die letzten Tage haben das bewiesen!") "Wollen Sie das etwa bezweifeln?

Abg. Dr. Werner (Rats.) verteidigt die Freiheit der Wissenschaft. (Zwischenruf:Lind Professor Günther in Thüringen?") Das war ein Spezialfall und Professor Schultze-Naumburg ist von allen Seiten als echter deutscher Künstler anerkannt. Die Romantik des Sozialismus wird abgelöst werden von der Realität des völkisch­sozialen Staates.

Abg. Mann (Soz.) nimmt ebenfalls die Stadt Gießen in Schuh.

Abg. Dr. Keller (D. Vp.) bedauert, dah der Gießener Asta sich Llebergrisfe erlaubt habe, die von recht wenig Sachkenntnis zeugten. Angesichts der eben gehörten Forde­rungen der Linken muh man sich doch fragen, ob man mit Kanonen nach Spatzen schießen soll. Man sollte darüber hinweg­gehen, w.ie es der Staatspräsident vorhat und es auch der Innenminister bezüglich der Waffen­übung der Studenten beabsichtigt.

Der Kamps gegen

Die Guiachterkommission lag!.

Fortsetzung der akademischen Erörterungen

Berlin, 24. April. (TU. Amtlich.) Die Gutachterkommission zur Arbeitslosen­frage hält gegenwärtig wieder allwöchentlich an je drei Tagen ihre Sitzungen ab. Sie beschäftigte sich am gestrigen Freitag mit einem zweiten Referat zu den Fragen der unter st ühenden Arbeitslosenhilfe, die'sür die nächste Zeit den Hauptgegenstand der Beratungen bilden wird. Inzwischen wird die letzte Redaktion des Gutachtens zur Frage der Arbeitsbeschaf­fung vorgenommen werden. Mit Rücksicht auf die kommenden Beratungen über die Frage der unterstützenden Arbeitslosenhilfe hat die Kommis­sion ein weiteres Mitglied hinzug^wählt, nämlich Geheimrat Dr. Aurin (Freiburg L Br.). Ge­heimrat Aurin hat die Wahl angenommen. Er ist ebenso wie Professor Dr. Berg, der bereits der Kommission angehört, auf Grund seiner Le- bensarbeit genauer Sachkenner der nunmehr zur Beratung stehenden Fragen. Mit dem Abschluß des Gutachtens *ur Frage der Arbeitsbe­schaffung ist Professor Dr. Heimann, der diese Gutachten nvch mitzeichnet, aus der Gut­achterkommission ausgeschieden.

Nie Meinung

der Arbeitgeberverbände,

siegen neue staatliche Zwangseingriffe.

Berlin, 24. April. (TU.) Der Hauptaus­schuß der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber­verbände beschäsllgte sich in seiner Sitzung am 24. April zunächst mit den Vorschlägen des Brauns-Ausschusses zur Arbeitslosenfrage. Rach Ansicht des Hauptausschusses läßt das Gutachten jede tiefgehende Untersuchung der eigentlichen Gründe der Arbeits­losigkeit und demzufolge auch die Beant­wortung der entscheidenden Frage, inwie­weit bei ihrer Durchführung eine Verschlimme­rung dieser Gründe und damit eine Vergröße­rung der Arbeitslosigkeit eintreten muffe, ver­missen." Diese Behandlung lebenswichtiger in­nerdeutscher Probleme habe in allen Kreisen des Unternehmertums enttäuscht und Desorg-

des Staatspräsidenten vornehmen. Mit möglichster Beschleunigung werden überall dort die Gemeindewahlen noch einmal durchgeführt werden, wo Proteste gegen das letzte Wahl­ergebnis eingelegt wurden. Diese Ersatzwahlen werden natürlich auf Grund der alten Wahl­listen, die für die letzte Gemeindewahl maßgebend waren, abgehalten. Im Ausland verbreitete Ge­rüchte über die bevorstehende Gründung einer monarchistischen Partei sistd falsch. In der Struk­tur der Parteien hat sich seit den Gemeindewahlen vom 12. April nichts geändert.

Oer Reichsverkehrsminister gegen die Spitzengehälter der Reichsbahn.

Berlin. 25. April. (ERB.) Wie derBörsen­kurier" aus dem Reichsverkehrsministerium erfahren haben will, sind dort Maßnahmen gegen d i e überhöhten Bezüge de/ leitenden Reichsbahnbeamten geplant, da auch nach der Senkung die Bezüge der leitenden Reichsbahn­beamten vielfach noch mehr als doppelt so

die Arbeitslosigkeit.

nisse ausgelöst. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände habe in einer Eingabe an die Reichsregierung nachgewiesen, daß die v o r * geschlagenen gesetzlichen Zw angs- eingriffe in die Gestaltung der Ar­beitszeit zur Verteuerung der Pro­duktionskosten, Verlängerung der Sperr­fristen, Erschwerung des Exportes, Gefährdung des Rallona'isierungserfolges, Verminderung der Anpassungsfähigkeit an die Schwankungen des Auftragseinganges und der Wirtschaftslage, also zu einer Verminderung der Wirt­schaftlichkeit und Konkurrenzfähig­keit der Betriebe führen und dadurch eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit zur Folge haben mühten.

Der ungewöhrlliche Ernst der Lage mache ferner einschneidende Refo rmmahnahmen der Sozialversicherung und der Ar­beitslosenversicherung unentbehrlich, wenn nicht binnen kurzem der völlige Zusammen­bruch einzelner Versicherungsträger unvermeid­lich werden solle. Die in den einzelnen Ver­sicherungszweigen, insbesondere in der Arbeits­losenversicherung, der Invalidenversicherung, der Llnfallversicherung und der Knappschaftsversiche­rung bereits bestehenden und bestimmt zu erwar­tenden weiteren Fehlbeträge könnten angesichts der Finanzlage von Reich, Ländern und Gemein­den und bei den schon jetzt nach Ansicht des Hauptausschusses weit überhöhten Beiträgen zur Sozialversicherung sowie bei der Kapital- und Selbstkostenkrise der Wirtschaft von der Ein- nahmeseit^ unter keinen Umständen mehr gedeckt werden. Daher zwinge diese Finanzlage dazu, daß endlich auch hier die Ausgaben den Einnahmen durch ent­sprechend ' beschleunigte Reformen angepaht würden. Zusammenfassend forderte der Haupt­ausschuß erneut als allein zur Belebung der Wirtschaft und Behebung der Arbeitslosigkeit geeignete Mittel: Befreiung der Wirt­schaft von wirtschaftswidrigen Zwangseingriffen, entschiedene weitere Senkung aller Selbstkosten, insbesondere auch der öffent­lichen und sozialen Abgaben und Be­lebung der Kreditfrage durch eine Poli­tik, die wieder im In- und Ausland« das Ver­trauen zu Wirtschaft und Staat und damit die Aussicht auf Rentabilität herstelle.

hochwiediederentsprechendenReichs- beamten sind. Die Ausgabe von rund 1,75 Mil­lionen Mark im Jahre, die aus der Ueberbefoldung entstehe, müsse nach Ansicht des Ministeriums an­gesichts der ungünstigen Finanzlage der Reichsbahn e i n g e f p a r t werden. Man erwäge im Reichsver- kehrsministerium nötigenfalls eine Aenderung des Reichsbahngesetzes.

Die Errichtung -es Reichsehrenmals bei Berka.

Berlin, 24. April. (TLl. Amtlich.) In Durchführung des Beschlusses der Reichsregie­rung über die Errichtung des Reichsehrenmals bei Berka fand am Freitag im Reichsministerium des Innern unter Vorsitz des Reichsministers Dr. Wirth eine Besprechung mit den be­teiligten Frontkämpferverbänden statt. Der Minister teilte mit, daß der Reichs­präsident, dem der Landkreis Weimar das für die Errichtung des Reichsehrenmals bestimmte Gelände und das Land Thüringen einen im Laufe der Jahre gesammelten Geldbetrag zur

Verfügung gestellt haben, die Errichtung einer Stiftung beabsichtigt, die mit der Schaffung und Erhaltung desReichs- ehrenmalsin Form desEhrenhaines bei Berka betraut wird. Den Vorsitz im Vor­stände der Sitzung wird Staatssekretär Zwei­ge r t vom Reichsministerium des Innern führen. Die Vertreter der Frontkämpferverbände nahmen mit Dank und Befriedigung von der Absicht des Reichspräsidenten Kenntnis und er­klärten ihre Zustimmung zu der vorgesehe­nen Regelung.

Auch der Reichsbund der höheren Beamten gegen weitere Kürzung -er Bezüge.

Berlin, 24. April. (TU.) Der Gesamtvor­stand des Reichsbundes der Höheren Beamten be­schloß in einer Sitzung am Freitag, folgendes Telegramm an die Reichsregierung zu richten:

Erneut auftauchende Gerüchte über beabsich­tigte we.tere Kürzungen der Brant.mbezüge ha'en in der Beamtenschaft schwerste-Besorg- nisse ausgelöst. Der Gesamtvorstand Reichs­bundes bittet die Reichsregierung, derartigen Ab­sichten mit aller Entschiedenheit entgegenzu­treten. Die bisher durchgeführten Gehaltskür­zungen haben bei steckengebliebener Preissenkung Zahlreiche Deamtenhaushaltungen in schwere Be­drängnis und Sorgen verseht. Der Reichsbund der Höheren Beamten betont erneut, daß der Vorrang politischer Zahlungen an das Ausland vor Innenverpflichtungen auf­hören muß. Steigende Rotlage und Radikali­sierung auch der mit der Durchführung der Staatsaufgaben betrauten Beamten zum Nachteile des Ganzen sind sonst unvermeidlich."

Aus aller Welt.

Alle Schuhe als Sparbüchse.

Die Frau eines Handwerksmeisters in Tempel­hof hatte einem Bettler ein Paar ab­gelegte Schuhe ihres Mannes ge­schenkt, ohne zu wissen, dah der Meister darin seineErsparnisse von 1 500 Markver- steckt hatte. Auch der Bettler ahnte nichts von dem wertvollen Inhalt der Schuhe, sondern ver­kaufte sie an die Mechanische Groh-Schuh­macherei A. K e r p e l, die alte Schuhe ankauft. Beim Sortieren der Schuhe wurde das Geld gefunden und vom Inhaber zum Polizeirevier gebracht, so dah es dem Eigentümer zu- rückgegeben werden konnte.

vorgeschichtlicher Fund bei Düsseldorf.

Einen wertvollen vorgeschichtlichen Fund machten Erdarbeiter bei Arbeiten auf dem Gerres­heim e r Wa ldfriedhof. Sie fanden einen über einen Meter langen Mammutzahn an einer Stelle, an der etwa vor Jahresfrist eben­falls ein Mammutzahn von anderthalb Meier Länge gefunden worden war. Wenn sich auch das Alter des Mammutzahnes nicht bestimmen läßt, so kann man doch annehmen, daß er 20 000 bis 50 000 Jahre alt ist.

Oie Wetterlage.

owolkenlos.® neiter ®naro oedecki »wolkig, ®DtdtckL «Regen, * Schnee cs Oraupem e Neoei K Gewitter.®windstille.-O» sehr leichter Ost y massiger Suosuowest ^stürmische* Nordwest Oie Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden Zah* len gehen die Temperatur an. P:e Linien verbinden Orte mit gleichend aut neeresniVeau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Der Einfluß der neuen atlantischen Störung schrei­tet auf dem Festlande weiter fort. So hat ihre Warmluft Barometerfall verursacht und kräftigen Temperaturanstieg bewirkt. Jiz, den heutigen Mor­genstunden lagen infolgedessen in unserem Bezirk die Werte schon über 10 Grad. Gleichzeitig haben mit der ozeanischen Warmluft auch die Niederschläge ihren Weg ostwärts genommen, so daß sie heute morgen über Holland und Belgien sowie Frankreich auftraten. Auch unser Gebiet wird in den Bereich ihrer Niederschläge gelangen. Da bereits die Warm­luftwelle über den Kanal abgegrenzt wird und von Westen her kühlere maritime Luft nachfolgt, so wer­den die Temperaturen nach dem Anstieg wieder langsam zunehmen und gleichzeitig etwas wechsel­haftes Wetter folgen.

Aussichten für Sonntag: Zeitweise Nie­derschläge, wechselnd wolkig und allmählich etwas kühler, südwestliche, dann westliche Winde.

Aussichten für Montag: Bewölkt mit Aufheiterung, mäßig warm, vereinzelte Schauer.

Lufttemperaturen am 24. April: mittags 16,4 Grad Celsius^ abends 9,3 Grad; am 25. April: morgens 10,9 Grad. Maximum 16,8 Grad. Minimum 2,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. April: abends 13,6 Grad: am 25. April: morgens 8,6 Grad. Sonnenscheindauer 10% Stunden.