Einzelbild herunterladen

Nr. 4? Zweites Blatt

Mittwoch, 25. S-bruar IQ51

Gietzener Anzeiger ((Seneral-Anzeiger für Gberheffen)

Aus Natur und Technik.

Technische Rundschau.

Äon Dr. Kronz K Hier.

Seit man begonnen hat, sick> eingehender mit den elektrischen We.len zu b^schäftig.n. ist immer wieder die Frage aufgetaucht, oo es nicht mög­lich sein würde, größere Kräfte mit ihrer Hilfe zu übertragen. Versuche setzten ein, die durch die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie und Te- lephvnie gleichzeitig gefördert und beh'.ndert wur­den. Eine Förderung erfuhren sie durch die Verbesserung der drahtlosen Einrichtungen. Eine Behinderung dadurch, daß man das Wellen- gebict aufteilte. Eine Anzahl von Wellen wurde für den Flugverkehr bereitgestellt. Eine andere für die überseeische Telegraphie. Wieder eine andere für den Rundfunk, eine weitere für sonstige Zwecke. Da zwischen den einzelnen Wel­len immer bestimmte Abstände-aufrechterhalten werden müssen, damit keine gegenseitigen Sto- rungen eintreten, leiden wir heute bereits unter einem Wellenmangel. Er macht sich auf allen Gebieten der drahtlosen Übertragung geltend. Für Reues aber findet sich kein Platz mehr. Schon aus diesem Grund erschien die draht­lose Kraftübertragung eine wenig aus­sichtsreiche Sache.

Bei Versuchen in kleinem Maßstab, die in Laboratorien durchgesührt wurden, war es zwar gelungen, geringere Energiemen en auf nicht allzu große Entfernungen zu übertragen. Cs glückte, mit Hilfe der an einer Stelle ausgesand­ten elektrischen Energie an einer anderen Metalle zu schmelzen und sonstige Wirkungen hervorzu­bringen. Damit war bewiesen, daß eine draht­lose Kraftübertragung mög ich ist. W^re es wei­ter gegangen, wie man es heute von technischen grundlegenden Erfolgen gewohnt ist, so hätte sich diese Angelegenheit rasch entwickeln müssen. Die Drähte, die immer noch die im Kraftwerk erzeugte elektrische Energie über Land leiten, hätten verschwinden müssen. An ihrer Stelle wären die elektrischen Wellen zum Träger der Energiemengen geworden, die wir zum Antrieb unserer Maschinen, unserer Slrasze.ibahnen, die wir zur Beleuchtung sowie zum elektrischen Hei­zen und Kochen und zu vielerlei sonstigen Zweck:n benötigen. Aber abgesehen von Wellenmangel ergaben sich noch verschiedene Schwierigkeiten, die vielleicht von der Weiterarbeit abschr ck'en. Vor allem verbreiten sich die elektrischen Wellen vom Sender aus nach allen Richtungen. Sie lassen sich nicht einem einzelnen Abnehmer zusührcn. Gäbe es eine elektrische Kraftübertragung, so könnte sich jeder soviel aus dem Aether heraus­holen wie er braucht. Genau so wie sich auch jeder am Rundsunk beteiligen kann, der einen Empfänger besitzt.

Das war die Sachlage, solange man mit langen Wellen arbeitete. Der Rundfunk hat die Be­schäftigung mit kurzen Wellen, mit Wellen unter hundert Meter Länge sehr gefördert. Kurzwellen­sender und Kurzwellenempsänger traten m Tä­tigkeit. Die kurzen Wellen verhalten sich in man­nigfacher Hinsicht anders als die langen. EL ist nicht nötig, bei ihnen so große Zwischenräume zu lassen wie bei den höheren We.l nlangen. Auch bei Verwindung nahe aneinand-rlieg ndcr Wel­len treten keine Störungen auf. Auf dem Kurz­wellengebiet gibt es also noch Platz genug. Außerdem lassen Vc sich richten. Sie laufen sich, ähnlich dem Lichtbü )el eines Scheinwerfers. zu- sammenrafscn und in eine bestimmte Richtung werfen. Damit lag es nah«, zu prüfen, ob auch auf kurzen Wellen eine Kraftübertragung vorgenommen werden kann. Eingehende Ver­suche hierüber wurden von dem Radiotechniker Dr. Whitney durchgesührt. Von einem drei Meter langen Sendedraht wurden kurze Wel­len ausgestrahlt. In einiger Entfernung wurde ein zweiter Draht ausgespannt, der die Wellen auning und die mit ihnen übertragene Energie in Warme umsetzte. Es gelang. Würste zu

Die Revolution im Maschinenbau

Don Oipl..Zng. Dr. A Hamm.

Das neunzehnte Jahrhundert, das die groß­artige Entwicklung des Dampf- und Elektro­maschinenbaues sah, das man das Jahrhundert des Dampfes oder auch der Elektrizität genannt hat, hat es nicht vermocht: ein grundlegend neues Bearbeitungsvcrfahren zu scha fen. Alle die vielfachen BcarbcitungLmethoden, die im Maschinenbau angewendet wurden, das Drehen, Bohren, Hobeln, ebenso wie das Pressen, Ziehen und Stanzen sind uralt, teilweise bis in vor­geschichtliche Zeit zurüclreichend. Ist doch die Töpferscheibe, aus der letzten Endes auch die komplizierteste Drehbank sich herleitet, ein Erzeug­nis allerältester menschlicher Kultur, vielleicht nur den Höhlenbewohnern der Eiszeit noch nicht bekannt. Alle anderen Bearbeitungsmaschinen aber sind, wenn auch noch nicht so lange, doch schon seit Jahrhunderten bekannt, nur immer mehr und mehr verbessert und verfeinert worden, bis im !9. Jahrhundert dann die unendlich kom­plizierten automatischen Maschinen entstanden, die geschickter und klüger als irgendeine mensch­liche Hand Erzeugnisse einer bis dahin im Ma­schinenbau nicht bekannten Präzision und zugleich Massenherstellung schufen. Reu war allem die Fräsmaschine, obwohl auch sie nichts grundlegend Reues darstellt, kann man sie doch leicht aus Drehbank oder Hobelmaschine herleiten. Aber die Vervollkommnung der Fabrikate und die Bedürfnisse schneller Herstellung verlangten drin­gend nach neuen Verfahren, die ihnen indessen die Technik nicht zu geben vermochte.

Erst dem neuen Jahrhundert, in dem wir leben, gelang die Erfüllung dieses Sehnens. Als das Kind im Jahre 1905 zur Welt kam, ahnte freilich niemand, weder unter seinen Vätern noch unter seinen Paten, wie sehr es einstens die Welt des Maschinenbaues auf den Kopf stellen würde, damals schien es nur ein mehr oder weniger kümmerliches Aushilfeverfahren zu sein. Es war das autogene Schneiden, das Schneiden (und auch Schweißen) mit der Gasflamme, von dem hier die Rede ist. Acetylen und Sauerstof,. die sich begierig vereinigen, ergeben die Flamme, die in ihrer ungeheuren Hitze das widerstands­fähigste Eisen verzehrt. . die dicken Stahlplatten durchtrennt, als wären es Pappendeckel, die von

kochen, ein Ei hart zu sieden. Aepfel zu Erraten, Wasser ins Sieden zu bringen, Kuchen zu backen. Die elektrische Krailübertragung auf kurzer Welle und, was sehr wichtig ist, mit Hilfe sehr ein­facher Einrichtungen war also gelungen. Selbst­verständlich wäre es verfehlt, wollte man nun sofort ein Zeitalter ohne Drahtleitungen Vor­hersagen. Aber jedenfalls ist es von Wichtig­keit, daß ein neuer Weg gezeigt wurde, auf dem vielleicht einmal ein Erfolg erzielt werden kann. Zahlreiche Einwände lassen sich noch machen. Die übertragene Energie war klein, die Entfermmg war gering. Auch in die gerichtete Welle können sich noch Unbefugte einschalten und vieles andere mehr. Aber immerhin ist ein An­fang gemacht, ist ein neuer Anstoß gegeben, sich mit der hochwichtigen Frag« der drahtlosen Kraftübertragung weiterhin zu beschädigen. Die Aufgabe der Technik besteht von jeher einzig und allein darin, Schwierigkeiten zu überwinden. Sie wird vielleicht auch die hier noch bestehen­den Hindernisse zu besiegen verstehen.

Die Verwendung von Röntgenstrahlen in der Technik beschränkte sich bisher in der Hauptsache darauf, daß man gewisfe Ma­schinenteile, insbesondere stark beanspruchte, also Wellen, Lager und eine Reihe weiterer, durch­leuchtete. Dadurch wurden Fehler und schad­hafte Stellen entdeckt, die später zu unliebsamen Zwischenfällen hätten führen können. Unlieb­same Zwischenfälle treten aber nicht nur an den genannten Teilen auf. Soll eine Anlage gut

arbeiten, so muß eben alles in Ordnung fein. Darum hat man in einem jüngst errichteten gro­ßen Kraftwerk geradezu alles und jedes der Prüfung mit Rontgenstrahen uni rworfcn. Richt nur die Wellen, sondern auch die Rohrleitungen, die Dichtungen, alle Löt- und Schweißstellen, sogar die Schrauben. Tatsächlich gelang es. an einzelnen Teilen Fehler auszufinden, die sonst nicht erkennbar gewesen wären. Hätte man nur die gewöhnlichen Prüfungen vorgenommen, so wären diese Teile cingeExiut und benützt worden. Unfälle wären dadurch nicht entstanden. Aber immerhin BetrieEyeftörungcn und Kosten für Re­paraturen. Infolge der so sorgsältig durchge­führten Durchleuchtung jedes «nze.nen Teils ho,ft man das Werk viele Jahre ohne diese Repara­turen in Betrieb halten zu können.

Die beim Auw entstehenden Auspuffgase entweichen in die Luft. Die Warme, die sie mit sich führen, stellt unauSgenitzte Energie dar. Freilich wird sie häufig zum Heizen deS Wagens verwendet. Aber das kommt nur während eini­ger Monate in Betracht. Daß sie noch zu weiteren Zwecken verwertbar ist. Erweist eine Kochein­richtung. die sehr bequem mitzuführen ist. Eie besteht aus zwei Zylindern, die derart mit dem Auspuff in Verbindung stehen, dah dessen Hitze möglichst vollständig auf fie übertragen wird. Ins Innere der Zylinder kommt das. was man kochen will. Rach verhältnismäßig kurzer Zeit kann aus ihnen das Teewafser oder die Mahl­zeit entnommen werden.

Oie fliegende Eiste.

Warum fliegt sie rückwärts? Don Wi-helm Äuchmann.

Kürzlich wurde auf dem Berliner Flughafen in Tempelhof ein eigenartiges Flugzeugmuster zum erstenmal der Oefsentllchkeit vorgesührt, daS sich grün' sählich von allen bisher üblichen Bau­arten un.erscheidet. Cs handelt sich um dieEnte", eine Schöpfung der Focke-Wulf- Flugzeugbau-AD. in Bremen. Die Entstehungsgeschichte reicht bis in die Kinderzeit des Motorflugzeuges zurück, sind es doch schon 22 Jahre her. daß den Brüdern Focke ein Deutsches Reichspatent erteilt wurde, in dem die Grundgedanken des En­tenslugzeuges niedergelegt sind. Be­reits im Jahre 1939 ma )te eine Ente ihre ersten schüchternen Flugversuche. Wie so freien Erfindern fehlte ihnen aE>er das nötige Geld zu weiteren Versuchen, und sie toanbien sich dem Bau anderer Flugzeuge zu.

Der alte Gedawe an die Ente war aber nicht beg aben, und so entstand vor e n gen Jahren ein neues Flug­zeug dieser Art. Rach einer Anzahl von hervorragenden Flügen, durch die die Brauchbarkeit der Grundge-

scheinbar rückwärts, mit dem Schwanz voran! Es sehlt ihr nämlich der lange Rumpf hinter den Trageflächen, dafür hat sie aber einen weit vor- gestreckten Hals, in dem der Führersitz und der Fluggastraum untergebracht sind. Am Kopfende sitzt noch eine kleinere Tragefläche mit angebautem Höhensteuer. Das Seitensteuer ist kurz hinter den Haupttrageflächen angebracht. Das Flugbild hat tatsächlich große Aehnlichkeit mit dem einer Ente.

danken voll erwiesen wurde, ver-

die Zulassungsnummer D 1950 trägt, wurde von dem bekannten Welthöchstleistungsflieger Corne­lius Edzard eingeflogen und nach Berlin ge­bracht.

Wie kommt nun das Entenflugzeug zu seinem (Hamen und wodurch enterscheidet es sich von den bisher üblichen Flugzeugen? Wenn man die Ente in der Luft sieht, so glaubt man zunächst an ein tollkühnes Stück eines Kunstfliegers: Sie fliegt

Die Ente im Fluge.

Sie fliegt in unserem Bilde von links nach rechts!

Worin liegen nun die Vorzüge dieser eigen­artigen 'Bauart? Zum Verstänonis ist es nottoen- big, sich Über die Grundlagen des Fliegens klar au werden. Der Auftrieb bei einem Flugzeug kommt bekanntlich dadurch zustande, dah seine Trag flächen mit ei er geringen Aufwär sneigung sehr schnell durch die Lust gezogen werden. Da­durch entsteht unter den Trageflächen ein Ueber- druck, der das ganze Flugzeug zu heben sucht, es al.o e tg gen der Schwerirafi schw.bend erhält. Der Druck unter den Trageflächen reicht jedoch hierzu allein nicht aus, es ist vielmehr noch ein Unterdrück auf der Oberseite der Trageflächen erforderlich. Ein solcher Unterdrück entsteht bei

unglückte es, und der verdienstvolle Mitarbeiter Fockes, Georg Wulf, fand dabei den Tod. Troy oieses schweren Schlages schritt man zum Dau einer neuen Ente, denn die Gründe für den Absturz waren nicht in der Bau­art an sich zu suchen. Das neue Flugzeug, das bereits die Abnahmeprüfung bestanden hat und

einer Schere zerschnitten werden. Unter hohem Druck dem Brenner zugeführt, werden die Gase hier zur schneidenförmigen Flamme vereinigt, die mit getoalfger Geschwindigkeit dem Rohre entströmt. Auch andere Gase kann man ver­wenden. Wwserstof,- oder Leuchtgas. von denen namentlich dieses am bequemsten überall zur Verfügung steht, aber das geeignetste ist eben doch das A.etylen.

Aber noch war nicht zu erkennen. toa£_ da heranwuchs, solange man sich damit begnügte, den Brenner mit der Hand zu führen. Auch die geschickteste Hand bringt in raschem Zuge noch keinen einwandfrei geraden Strich zuwege, ge­schweige denn bei dem langsamen Vorschreiten, wie es sich beim flammensprühenden Durchschnei­den von Stahlplatten ergibt. So konnte das autogene Schneiden nur zu den rohesten Arbeiten dienen, dem Ab'chneiden von Teilen eines Trä­gers. einer Edenbahnsch ene oder dergleichen, wo es. wie man zu sagen pflegt, auf ein Zimmer­manns haar nicht ankommt. Das wurde erst an­ders. als es gelang, den Brenner mit Maschinen statt mit der Hand zu führen. Und die Maschi­nen. die dazu konstruiert wurden, hatten Eigen­schaften. die bis dahin der Welt noch nicht be­kannt waren. Sie ersetzen das menschliche Gehirn, da sie nach Zeichnungen arbeiten konnten! Nachdem cs gelungen war. den Brenner gleichförmig und erschütterungsfrei zu führen, konnte man daran denken, ihn an der Zeichnung, die den zu fertigen­den Gegenstand darstellte. entlangzusühren, ihn fo das benötigte Teil gleich aus der Stahl­platte auäfchneiden lassend. Der Brenner sitzt an einem Hebelwerl. von dem ein Teil, der eine Führung*, rolle enthalt, an einer aus biegsamem Stah.band hergestellten Schablone entlanggleitet, die den Umriß des herzustellenden Gegenstandes darstellt. Gibt man dem Hebelwerk die Gestalt des bekannten Storchschnabels, so kommt man dahin, beliebige Verkleinerungen und Vergröße­rungen ausführen zu können, so daß man z. V. nach einem kleinen Modell die größten Schnitte fertigen kann. Dann ist es ja nur noch ein kleiner Schritt weiter, und man führ: die Reib­rolle oder den Führungsstift auf der Zeichnung selbst entlang, jeglich« Zwischenstufe ausschaltend. Die größte Vereinfachung, die im Maschinenbau denkbar ist.

' Mit der Zeit ist auch der Brenner selbst zu einem so vollkommenen Apparat geworden, daß

die erzielten Schnitte immer glatter und ebener wurden, so daß zuletzt irgendeine Rachbearbeitung nicht mehr notig war. Wurde aber erst die Fräs­maschine oder die Hobelbank überflüssig, lieferte der Schneidbrenner fertige Maschinenteile, dann war der Maschinenbau auf den Kopf gestellt, dann war eine Methode gegeben, unmittelbar aus dem Rohstoff, der gegossenen oder geschmiede­ten Stahlplatle. Fertigfabrikate herzustellen. Da­bei mußte sich eine Arbeitsersparnis ergeben, die le bst die verwickeltsten, automatisch arbeiten­den Maschinen in den Schatten stellte.

Und dies Ziel wurde erreicht. Durch einfache Zu'aheinrichtungen zum normalen Brenner und durch Vervollkommnung der Düsen wurden die Schnitte völlig glatt, die Rachbearbeitung konnte unterbleiben. Im Elektromaschinenbau werden sog. Fingerdruckplatten verwendet, S.ahlplatten von einem bis einigen Meter Durchmesser, die am Rande Hunderte von Fingern von weniger als einem Zentimeter Breite tragen, mit denen sie die dünnen Bleche des umlaufenden Teiles zu­sammenhalten. Diese Finger müssen ganz genau mit den entsprechend ausgeschnittenen Blechen zu'ammenpassen. also exakt gearbeitet sein. Be­greiflicherweise macht diese genaue Einzelbearbei­tung große Kosten. Mit der vervollkommneten Gasflamme konnten alle die Hunderte von Fin­gern in wenigen Stunden mit voller Genauigkeit aus der Platte herausgeschnitten werden. Ein Lokomotivbarrenrahmen ist ein großes und dabei kompliziertes Ding. Er besteht aus 80 Milli­meter dickem Stahl, ist etwa 12 Meter lang und stellt ein Gitterwerk dar, das die Lokomotive tragen soll. Die dazu benötigten Teile werden aus der vollen Stahlplatte herausgenommen, indem man ihrem Umriß entlang Loch an Loch bohrt, so lange, bis das mittlere Stück heraus­fällt. Dann kommt die Hobelmaschine und die menschliche Hand mit der Feile, beide glätten zusammen den rauhen Jnnenrand der Bohrung. Begreiflicherweise dauert diele Arbeit viele Tage. Die Gasflamme nahm der Hand wie der Hobel­maschine die Arbeit ab, fie stellte aus der Stahl- platte von 8 Zentimeter Dicke das Gitterwerk in nicht mehr als fünf Stunden her. Rach­bearbeitung war nid) nötig, weil der Schnitt vollkommen glatt ausf cl. Ern anderes Beispiel sind die vom Schifibau in großen Mengen ge­brauchten Mastbaumringe. Sie dienen dazu, die einzelnenSchüsse" der Mastbäume mitein»

der raschen Vorwärtsbewegung der Trageflächen tatsächlich dadurch, daß die durchschnittene Luft den keilförmigen Raum über den Trageflächen nicht sofort ausfüllen kann, dauert es doch nur etwa 1 to Sekunde, bis das Flugzeug um ein« Flügel breite vorgerückt ist. BI an sollte nun meinen, daß der Austrieb immer großer werde, je steiler man die Trageslächen gegen die Be­wegungsrichtung stellt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Ucberf(breitet der Anstellwinkel ein be­stimmtes Maß. so bilden sich im Raum über den Trageflächen Wirbel, die daS Auftreten des erfordert idxn Unterdrucks verhindern. Die Folge davon ist. daß daS Flugzeug durchsackt oder über einen Flügel abrutscht, denn das Abreißen der

Ueber dem Flügel entsteht ein luftverdünnter Raum, da die Luftschichten gewissermaßen gebebnt werden. Die - Lustverdünnung ist aber nicht so stark, dah von hinten her Luft in diesen Raum emftrömcn kann.

Strömung, wie sich der Fachmann ausdrückt, tritt auf der einen Seite meist eher ein als auf der anderen.

Bei den Schwanzflugzeugen, bei denen sich daS Höhensteuer an dem als langem Hebelarm wir­kenden Schwanzende befindet, ist nun ein solches , Ueberziehen" sehr leicht möglich. Die gefährlichen Auswirkungen kann man allerdings durch die Anordnung von Düsenspaltflügeln vor den Trage­flächen vermeiden. Bei diesen tritt bei größeren Anstellwinkeln ein Luftstrom in den Unterdrück- raum über den Trageflä -en ein, so daß die Wirbelbildung und ein Aoreißen der Strömung vermieden werden und das Flugzeug steuerfähig bleibt.

Besser ist «S natürlich, wenn ein Ueberziehen deS Flugzeugs gänzlich unmöglich gemacht wird, beim durch die beim Ueberziehen auf tretenbo Geschwindigkeitsverminderung infolge des größe-

Wird der Flügel zu steil gestellt, so strömt von hinten her Luft über den Flügel, so daß der vor­her dort herrschende Unterdrück vernichtet wird.

ren Lustwiderstandes bleibt die Gefahr eines Ab­sturzes immer noch bestehen. So kam denn Focke dazu, vor die eigentlich« Tragfläche noch eine Hillstragfläche zu legen, und dieser gab er einen größeren Anstellwinkel als den Hauptslügeln. Wenn man nun bei Vr Ente zu stark Höhen­steuer gibt, so kann sich daS Flugzeug doch nicht zu steil stellen, denn jaim reiht die Strömung an der vorderen Tragefläche ab und der Kopf senkt sich ganz selbsttätig so lange, bis wieder ein Gleichgewichtszustand hergestellt ist. Zu einem Abreitzen der Strömung an den flacher geneigten Hauptflügeln und zu einem Durchsacken kann es daher überhaupt nicht kommen.

Das Cntcnflugzeug hat aber noch andere wert­volle Eigenschaften. Auf dem Boden rollt es auf drei Rädern, von denen eines weit vorn liegt. Der Schwerpunkt befindet sich kurz vor denHaupt- trageflächen. Durch diese Anordnung ist beim Landen ein Ueberschlagen nach vom vollkommen ausgeschlossen, und es ist möglich, die Räder ganz ander zu verbinden, zugleich tragen sie außen eine Reih« Homer zum Befeftigen von Tauen und Blöcken. Ein solcher Ring wurde bisher aus 250 Millime.er dickem S ahl geschmiedet, nach dem Schmieden kam das Bohren. Drehen und Hobeln an die Reihe, wobei grabe die Hörner be­sondere Schwierigkeiten machten. Insgesamt wur­den dazu etwa 150 Arbeitsstunden gebraucht. Jetzt schneidet man den (Ring aus einer 250 Milli­meter starken Etahlplatte in 75 Minuten fix und fertig aus.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Die großen Fortschritte im autogenen Schneiden und Schweißen haben nicht allen Beteiligten reine Freude gebracht. Die Gießereien sind weniger davon begeistert, sie haben dadurch große Kunden verloren. Die Gehäuse großer Drehstromerzeuger wurden bisher stets gesoffen, und es waren ge­waltige Aufträge für bte Gießereien. Aber Guß ist immer eine unsichere Sache, erst dauert es lange, bis das Modell fertig geworden ist. dann kommt der Abguß, und am Ende liegt noch ein Gußfehler vor, der Abguß muß verworfen, ein zweiter angefertigt werden. So kam man darauf, die Gehäuse aus sauber geschnittenen und geschweißten Siahlplatlen anzufertigen. und sie wurden dadurch soweit Derbifcigt und zugleich verbessert, daß dies Verfahren sich heute all­gemein eingesührt hat. Ein anderer großer Kunde der Gießereien waren die Fabriken von Dreh- bärlcn. Hobel- und Bohrmaschinen, Pressen usw. der sog. Werkzeugmaschinen, oder, wie man eben» fogut sagen könnte, Maschinenwerkzeuge. Sie hatten alle gußeiserne Gestelle, die als große und schwierig herzustellend« Gußstücke lohnend« Arbeit brachten. Einmal brach wohl bei einer Presse das Gestell, wie das zuweilen vorkommt, es war nicht Zeit, den langwierigen Weg der Herstellung eines neuen Gußgestelles zu gehen, weil die Arbeit drängte und keine Crsahpress« vorhanden war. So kam man auf den Gedanken, die gußeiserne Presse aus Stahlblech gewisser­maßen zu imitieren, man schnitt Platten sauber in der Form der gußeisernen Wände und schweißte sie autogen zusammen, in drei bis viier Tagen war die Presse wieder arbeitsbereit. Von der Instandsetzung zum Reubau ist kein sehr wei­ter Weg. eine Verbesserung war dabei auch er­zielbar. kurzum, den Gießereien war ein zweiter großer Kunde verloren gegangen.Dem einen sin Uhl is dem annem fin Nachtigall."