Ausgabe 
24.11.1931
 
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faruiit findet

Ütrtete Dek

alte vergangene Astrologie meinte, man einen neuen Zugang dazu, der Vortragende in anschaulicher

^»cmmen zu t.U, was die

Ito schilderte

2c2.se die verschiedenen Wirkenssphären, die den !:b»m Planeten zugefprochen wurden: dabei faßte

tcn ODongcn, to von feinem Ungestüm.

5 lagen, Hcmno". mdnh

irai -1 wnere L anbete darum ?

Astrologie und Christentum ".

Sm vollbesetzten Hörsaal 41 der Universität sprach - tote man uns berichtet Dr. Hernleven, Hamburg, zu dem vorgenannten Thema. 3n der '^.christlichen Zeit waren Astrologie und Reli- |ioon in se.bstve.stündlicher Weise verbunden: das Dar auch noch in den frühen Jahrhunderten des lh >:istentums der Fall. Erst die letzten Jahr- Ilimderte haben durch eine einseitige Raturwissen- h^st den Kosmos entgöttert und damit die 3e Ziehung zu den Wahrheiten der Astrologie verloren. Es kann sich natürlich nicht darum lirrbeln, zu den bloßen Lieberlieserungen zurück- uk'ihren. Vielmehr zeigte der Redner, wie der Wck des Menschen, der erkennend und künstle-

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1: :Tatsachen aus Ratur- und Menschenleben zu rnam Vilde zusammen. Er beschrieb weiterhin L'iu Durchgang der Sonne durch den Ring der p5lf T.eckre.sbilder und die verschiedenen Wir- bn gen der Sonne im Jahreslauf. Solche Tat- . sih»rn gilt es im Christentum zu berücksichtigen, tznn es z. B. darum geht, die Offenbarung des fHannes und ihre Schaubilder zu verstehen, foct wird Christus als der kosmische dargestellt, . k die sieben Sterne in der Hand hält: das ifin mlische Jerusalem dagegen ist die Stadt mit In zwölf Toren. ilnö vieles mehr. Zugleich üdie auf die Betrachtung der Evangelien ein ru*8 Licht fallen, wenn darauf geachtet würde. Le z. V. im Markus-Evangelium der Erden- tnrüel des Christus Jesus dargestellt wird ent- s:»hend dem Durchgang der Sonne durch die «lf Tierkreisbereiche hindurch. Eine solche De- tititung würde nicht zu einer Auflösung der t)aingelien führen (wie etwa bei Drews), sondern rie: neue Seite des Evangeliums offenbaren. ; naturbedingte Wesen sind wir Menschen c.chy weitgehend von Gestirnen abhängig: darin s.l das Horoskop recht. Der Christ ist aber i: Mensch, der sich durch seine Verbindung mit göttlichen Welt aus dieser Abhängigkeit be­fiel und von innen her Herr und Meister seines khiitsals wird.

luvh in der heutigen Berufungsverhandlung wmhül! der als Zeuge vernommene Schutzmann die (ttll-ch,! Bekundung, die von zwei Zeugen be- fdiicigwurde. Der Angeklagte bestreitet, je eine 2Wiss'! besessen und ein Geständnis abgelegt zu Icmrm Zahlreiche Zeugen bestätigen, daß er den ÄBcih« der Waffe nicht zugestanden, sondern

Kleine Strafkammer Gießen.

Ortenberg, 20. Rov. 3m Sitzungssaals i; hiesigen Amtsgerichts fand heute eine mehr- |U8)ige Sitzung dec Strafkammer Gießen I1 litt: Zweck dec Verlegung war, die beträchtlichen .LÄftdn für die Vorladung von fast zwanzig Auggen nach Gießen zu sparen. Es handelte sich 1 iir. i Sie Berufung eines Schreiners und Gast- tiLrtu- von Cckartsborn, der vom Amtsgericht $i0iesn6etg wegen Vergehens gegen das Schuh - ildi^f enge seh und die Rotverordnung

b? R e i ch s p r ä s i d e n t e n zur Bekämpfung jMischer Ausschreitungen zu drei Monaten iQasi Wochen Gefängnis verurteilt worden tttrt. Cs wurde ihm zur Last gelegt, außerhalb fite Wohnung eine Schußwaffe ohne Waffen- f toi geführt und gemeinsam mit andern zu t Eschen Zwecken an öffentlichen Orten be- tiiD.fl net erschienen zu sein.

S»r Angeklagte ist Rationalsozialist. Als solcher er an einer politischen Versammlung seiner ;rht in Eckartsborn teilgenommen und war 10c Schluß mit seinen Parteigenossen in Reih und * Wett abmarschiert. Auf der Landstraße wurden lii non einem Trupp junger Leute verfolgt, die ssi» :lsMoskauer" bezeichneten und die Ratio- tmlllstalisten mit Steinwürfen angriffen. Um emie allgemeine Schlägerei zu verhüten, wurde y.ifc Nachtschuhmann von Eckartsborn um Hilfe BOE)t»jangen. Dieser, der sich an der Spitze der 3otifauer befand, ließ die Rationalsozialisten Ml: machen. Hierbei beobachtete der Zeuge B., 12. 'in Rationalsozialist an einer Telegraphen- lülflngp etwas niederlegte: er sah nach und fand (ferne mit zwei Patronen geladene Browning- iüoivlir, die er. dem Rachtschuhmann übergab. LD.-lM rief:Eben habe ich Euch entlarvt", hob iliöi Waffe in die Höhe und fragte, wem sie ge» Me_. Als sich niemand meldete, erklärte der $ Q-igi! B., er könne den Mann herausfinden und ttveri'hnete den Angeklagten, den er an seiner MErng und seiner Gestalt erkenne. Der An- (Ifltlaf.jte bestritt die Beschuldigung, er wurde aber notuareilt, da der Schuhmann bekundete, er habe Wi gegenüber sich sofort als Eigentümer der 23Ei|fl! bekannt.

Cer Sonntag ist in erster Linie dem Gesänge ge­widmet. nach Tier Größe des Vereins soll in orer Klassen gesungen werden. Die vorgeschlage- n«n Bedingungen wurden für gut befunden und bar gesamte Vorschlag einstimmig angenommen. Äm die Breiten g-att duychführen zu können, aiuröc-» sieben Ausschüsse eingesetzt.

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Kreis Alsfeld.

Nieder-Gemünden, 23. Nov. In der >it vom 6. bis 13. Dezember findet für den west- ichen Teil des Kreises Alsfeld ein Feuerwehr- arfus statt, der in unserer Gemeinde druch- z je^ührt wird. Für den Kursus ist ein umfangreiches ßölurtragsprogramm vorgesehen.

m. O b e r - O 11 e i b e n, 23. Rov. Der Bezirk ! ßwmberg der Kriegerkameradschaft a s s i a" hielt hier seinen zweiten Be- uiirkstag bei Kamerad Kreuder ab. Der Vorsitzende, Oberamtsrichter G u n d r u m, erstat- el e zunächst den Geschäftsbericht. 3m Anschluß lacran berichtete Kamerad Gemmer (Schaden- icich) über seine Eindrücke und über den Verlauf >c:t Delegiertensihung in Michelstadt. Die Vor- lcandswayl fand schnelle Erledigung. Der Vor- taenö wurde einstimmig wiedergewählt und ledig- idt) der zweite Schriftführer wurde zum ersten öwriftführer bestimmt. Rach der Erledigung eini- I ;cn interner Angelegenheiten beschloß der Vor» tzxende mit einem dreimaligenHoch" auf die iwegerkameradschaft die Versammlung.

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^rden insgesamt k Zen!, « i®emü|e, 4 Mn 'otoie ein kleiner Selb Einwohnern zur An, idensmillel werden da wiesen.

Aov. Dri Einbruch te c )ur Zeit anabenNij hen über bem Ort, e i dem gleichen Fichte agesanbruch löst sich k Trupps aus, die naj nelsrichtwiM auseu,

hotten.

3 Sie Kulturfilm, chutaml bringt lm Lause rsilmEine isteise achtsvnne" in ben arsuhrung. Ln einet Zeit, rtns grätzie Ausmertstm- Diesem Film, der die Ei> :denr als Hintergrund feti, Messen jein. Ein Mitu 5 Dasein aus dcm Mmes- ippertsburg, Ober-Echnb ,'fmen finden auch Abcrt- nt ftatt.

3m nächsten Jahre to­bet hiesige Männe!' betltanj gegrünt n will ber herein iura en besondere Bedeutung dazu wurde in einer am auyerordentliches u n g herbeiaeführt M }uni 1S32 festgesetzt-

?rjib dAide-holt bestritten habe. Lieber den Wortlaut

Vorabend soll eine kleine Gedächtnisfeier am Drabe des Dereinsgründers, KantorsD r e w a I d, st ettfinden, die zugleich für alle diejenigen Sänger Iplt, die bereits der grüne Rasen deckt. Eine Albendunterholtung soll sich später anschließen.

i|ü> zugleich in die Welt hineinschaut, immer- l|)trt auf die Tatsachen gestoßen wird, die es ' schauen gilt, wenn man verstehen

des angeblichen Geständnisses gehen die Zeugen­angaben auseinander. Reben dem Angeklagten waren auch andere als schuldig bezeichnet worden.

Gegen Schluß der Verhandlung wurde ein Beuge vernommen, der sich selbst gemeldet hatte. Er bekundete, vor dem Einmarsch in Eckartsborn habe er gesehen, wie ein anderer Zeuge dem An­geklagten die Pistole gegeben habe mit den Worten, er solle sie an sich nehmen, er als Zivilist werde nicht revidiert. Dies wurde von dem Angeklagten und dem anderen Zeugen ener­gisch bestritten. Der freiwillige Belastungszeuge soll ein früherer Rationalsozialist sein, der nach seinem Austritt aus der Partei seinen früheren Freunden nach Kräften zu schaden suche: er soll schon mehrfach falsche Anzeigen erstattet haben und ein unglaubwürdiger Psychopath sein.

Zur näheren Aufklärung wurde die Sache bis Anfang der nächsten Woche ausgesetzt. Zur weiteren Verhandlung, die in Gießen stattfindet, ist eine Anzahl Zeugen geladen.

* Gießen, 23. Nov. Heute wurde die in D r t e n b e r g begonnene Berufungsverhandlung gegen den wegen verbotener Führung einer Waffe zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilten Schreiner und Gastwirt aus Eckartsborn zu Ende geführt. Es wurde die Glaubwürdigkeit des frei­willigen Zeugen geprüft, der beobachtet haben will, wie ein Nationalsozialist dem Angeklagten seine Waffe übergeben habe, weil man bei ihm als Zivi­listen nicht revidieren werde. Ein als Zeuge und Sachverständiger vernommener Arzt bezeichnete ihn als Hysteriker, der immer im Mittelpunkt stehen wolle. Andere Zeugen haben, nad) dem Urteil des Sachverständigen, typisch histerische Krampfanfälle an ihm beobachtet. Ein Polizeiwachtmeister erklärte, die Aussagen des Zeugen seien sehr mit Vorsicht aufzunehmen. Der Zeuge selbst mußte zugeben, daß er selbstgeschriebene Drohbriefe an sich gerichtet hat, um seine früheren Parteigenossen zu verdächtigen.

Nach diesem Beweisergebnis wurde das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte man­gels ausreichenden Beweises freigesprochen.

irffchast.

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Befriedigende Entwickelung des Neichsbankstatus.

Berlin, 23. Nov. (WTB.) In der dritten No­vemberwoche ist nach unseren Informationen in der Devisenbewegung bei der Reichsbank inso­fern eine Besserung eingetreten, als zum Schluß der Woche die zunächst noch anhaltenden erheb­lichen Anforderungen nachgelassen haben, während gleichzeitig die Zuflüsse grö­ßer geworden sind. Der Abgang an Devisen und Gold dürfte wesentlich unter der Summe der Vor­woche 72 Mill. RM) liegen. Die Jnlandskonten der Reichsbank weisen auch weiterhin eine befriedigende Entwicklung auf, da die Entlastung weiter fort­geschritten ist.

Einrichtung einer Devisen-Elearing- stelle geplant.

Berlin, 23. Rov. (WTB.) 3n der seit einigen Tagen geführten Besprechung der Spihenverbände der Wirtschaft mit der Reichsbank, auf deren Tagesordnung in erster Linie auch die Wiedereinführung eines Devisentermin­handels gemäß dem Wunsche der Wirtschaft steht, ist nach unseren 3nformationen jetzt insofern eine Klärung eingetreten, als die Reichsbank den Versuch der Einrichtung einer Devisen- Clearingstelle unterstützen will. Der Wie­dereinführung des direkten Terminhandels steht die Reichsbank in Anbetracht der Devisenlage nach wie vor ablehnend gegenüber. Die Einrich­tung eines Devisen-Clearings ist in der Weise gedacht, daß eine Meldestelle r alle D e v i s e n v e r p f l i ch t u n g e n des Ein- und Ausfuhrhandels geschaffen werden soll, um dadurch einen Ausgleich der Forderungen und Verpflichtungen herbeizuführen. Allerdings sind die Besprechungen zu einem abschließenden Ergebnis noch nicht gekommen, da die Reichs­bank nach wie vor Bedenken hinsichtlich einer dann gesteigerten Nachfrage nach Devisen hat.

* Berliner Dank für Handel und Grundbesitz AG., Berlin. Wie WTB.- Handelsdienst erfährt, steht zu erwarten, daß der neue Vorstand der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz AG., Berlin, Direktor Scham­berg, im Einvernehmen mit den zuständi­gen Stellen das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragen wird. Die Staatsanwaltschaft 1

Berlin hat beim Preußischen Landtag die Ent­scheidung über die Zulassung der S.rasverfolgung gegen den Landtagsabgeordneten Ladendorff nachgesucht.' Gegen Ladendorff besteht der Ver­dacht, daß er als Vorsitzender des Aufsichtsrats an den bei der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz aufgedeckten Bilanzverschleierungen beteiligt ist.

Vereinigte Stahlwerke AG., Düs­seldorf. 3n der gestrigen Sitzung des Auf­sichtsrats der Vereinigten Stahlwerke AG. wurde über die geschäftliche Entwicklung und den gegen­wärtigen Stand der Gesellschaft eingehend be­richtet. Produktion und Llmsatz, die vor allem im letzten Kalendervierteljahr stark rückläufig waren, scheinen im allgemeinen ihren Tiefstand erreicht zu haben. So betrug die Rohstahlerzeu­gung im September arbeitstäglich rund 8500 To., seit 1. Oktober arbeitstäglich rund 9400 To. 3ns» besondere durch die Zuweisungen von Deichs'- bahnaufträgen an die Hüttenwerke, wie an die verarbeitende 3ndustrie, hat sich die Beschäf­tigung für das 3nland in einzelnen Produkten etwas gebessert. Dagegen wird das Ausfuhr­geschäft durch das Absinken des englischen Pfun­des, die Schutzzoll- und Devisenmahnahmen zahl­reicher Länder, sowie durch die zunehmende Er­schwerung der Ausfuhrfinanzierung bei den aus­ländischen Sportorganisationen mehr und mehr gehemmt. Es ist aber bisher gelung.n, den Um­fang des Ausfuhrgeschäftes im allgemeinen auf­rechtzuerhalten. Soweit sich zur Zeit das vor­aussichtliche Ergebnis des mit dem 30. September 1631 abgeschlossenen Geschäftsjahres übersehen läßt, ist trotz des Llmsatzrückganges ein größerer Teil der erforderlichen Abschreibungen verdient worden. (1929/30 ergab sich nach Abschreibungen auf Werksanlagen von 80,75 Mill. Mk. einschl. 4,37 Mill. Mk. Vortrag ein Reingewinn von 35.66 Mill. Mk., woraus 4 Prozent Dividende auf das 800 Mill. Mk. betragende Aktienkapital verteilt wurden.)

* Rheinische Stahlwerke 21©., Essen. In der Aufsichtsratssitzung der Rheinischen Stahl­werke AG., Essen, wurde über den Verlauf der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 1931/32 berichtet. Die Betriebe der Gesellschaft unterliegen nach wie vor den bekannten Einschränkungen. Die Lager­bestände an Kohle haben sich etwas verringern las­sen, während in Koks noch etwas auf Lager genom­men werden mußte. Die Finanzlage der Gesellschaft ist günstig.

Starker Rückgang des englischenpfundes.

Oie Reichsmark behauptet.

An den internationalenDevisenmärk- t e n war gestern vormittag das Hauptmoment der weitere st arkeRückgang des englischen Pfundes und der skandinavischen De­vise. In London führt man die Schwäche des Pfundes auf große Abgaben des Konti­nents zurück. Man fürchtet, daß durch die Gegen­maßnahmen der Länder, die durch die neuen Zoll- erhöhungen aufgelegt werden, Englands Lage schlechter wird. Gegen den Dollar ging das Pfund, nachdem es noch mit 3,7250 eröffnet hatte, auf 3,6825 zurück, gegen den Gulden schwächte es sich auf 9,17, gegen Paris auf 94,18, gegen Zürich auf 18,9750 und gegen die Reichsmark auf 15,5250 ab. Der Dollar war an den verschiedenen Devisen- plützen gut behauptet, eher fester. Die Reichs­mark war gut gehalten und notierte in Amsterdam 59,15, in Zürich 122,10 und in Paris stellte sie sich auf 606,50. Die Norddevisen waren weiter angeboten und außerordentlich schwach, nur Oslo war nicht so stark rückgängig wie Kopenhagen und Stockholm. Die südamerikanischen Devisen waren unverändert.

Am Nachmittag hielt der Rückgang des Pfundes weiter an. Nachdem es gegen den Dollar bis auf 3,65 zurückgegangen war, konnte es

sich am Spätnachmittag wieder auf 3,66% erholen. Gegen den Gulden schloß es mit 9,1350, gegen Zürich mit 18,83, gegen Paris mit 93,50 und gegen die Reichsmark mit 15,45. Der Dollar lag inter­national weiter fest, die Reichsmark war be­hauptet, in Amsterdam ging sie zeitweise unter 59, schloß aber wieder leicht erholt. In Zürich wurde sie mit 122,10 notiert, in Neuyork ging sie auf 23,65 nach 23,75 am Samstag zurück. Der franzö­sische Franken war gut behauptet, der Gulden und der Schweizer Franken waren etwas leichter, die Norddevisen blieben weiter schwach. Von den südamerikanischen Devisen lag Buenos etwas fester, während sich Rio gut behauptete.

Oie Ursache

für die gestrige Pfundschwächung.

London, 23. Nov. (WTB.) Wie verlautet, soll der heutige starke Rückgang des Pfundes zum Teil darauf zurückzuführen fein, daß die B a n k von Frankreich mit der Konvertierung ihrer Be­stände an Sterlingdevifen in Gold bzw. Golddevifen begonnen habe. Man ist in Finanzkreisen verschie­dentlich der Ansicht, daß diese Transaktionen mit der kommenden Konferenz zusammenhängen dürften.

Oie deutschen Börsen.

Krankfurt etwas schwächer.

Frankfurt a. M., 23. Rov. Der Effekten­freiverkehr eröffnete die neue Woche in sehr ru­higer Haltung. Die Spekulation bekundete allgemein stärkste Zurückhaltung, zumal keine be­sonderen Anregungen Vorlagen und auch die über­wiegend schwach veranlagten Auslandbörsen kei­nerlei stimulierende Wirkungen hervorbringen konnten. Die allgemeine Stimmung war etwas schwächer, wobei nicht zuletzt der Bericht des Aufsichtsrats der 3G.-Farbenindustrie eine Rolle mitspielte: man hatte zwar damit gerechnet, daß die Wirtschaftskrise an dem Konzern nicht spurlos vopbergehen könne, doch schien die Ansicht vor­zuherrschen, daß das Stickstojfgeschäft eine gewisse Gewinnmarche enthalten würde. Bei äußerst ge­ringem Llmsatz gaben die Kurse für Spezialwcrte wie 3G.-Farben, Siemens und Reichsbank bis zu 2 Prozent nach. Auffallend schwach tendierten AEG.-Aktien, die man bis zu 3 Prozent niedri­ger hörte. Montanaktien, Danlwerte und die üb­rigen Papiere lagen nur unwesentlich niedriger.

Der Rentenmarkt zeigte bei kleinstem Ge­schäft unsichere Tendenz, doch herrschte auch hier Schwächeneigung vor. Die Kursveränderungen

hielten sich jedoch in engen Grenzen, wobei einige Tilgungskäufe in Lprozentigen Goldpfandbriefen dem Markt eine gewisse Stütze gaben. Altbesitz­anleihe war gesucht und höher, ebenso zogen Reichsschuldbuchforderungen nach ihrer letzten Schwäche etwas an. Don 3ndustrie-Obligationen waren Daim er Benz gefragt. Fremde Werte lagen vollkommen geschäftslos.

Berlin schwach.

Berlin, 24. Nov. (WTB. Funkspruch.) Nach­dem schwächere Meldungen aus Neuyork schon in den gestrigen Abendstunden Kursrückgänge von zirka 1 v. H. zur Folge hatten blieb die Stim­mung auch im heutigen telephonischen Freiverkehr schwach. Die Auslassungen des Stahlvereins wur­den zwar relativ günstig kommentiert, besonders aus der arbeitstäglichen Rohstahlerzeugung wollte man folgern, daß der Tiefpunkt der Krise überschritten sei: im allgemeinen fehlte es aber doch noch an besonderen Anregungen. Außenpolitisch gibt es nichts Neues. Die Vorbereitungen für die kommenden Verhandlungen nehmen ihren Fortgang. Der BIZ.-Ausschuß ist ernannt und wird am 1. De­zember mit seiner Arbeit beginnen. Aus die Not­verordnung der Reichsregierung zur Ankurbelung

der Wirtschaft bleibt man ebenfalls gespannt, aber auch reserviert. Die Gerüchte, daß man zur Lösung des Umschuldungsproblems der Länder- und Ge- -meindeschulden als letzte Reserve die Erhöhung der Umsatzsteuer, vielleicht sogar ohne An­rechnung auf die Einkommensteuer, plane, trugen Zur Zurückhaltung bei. Das Geschäft hielt sich in engen Grenzen und beschränkte sich hauptsächlich auf die Standardwerte. Diese gaben ziemlich einheitlich um zirka 1 v. H. nach. Als besonders schwach sind wieder AEG. zu nennen, aber auch Neichsbcmk- anteile, Schultheis und Salzdetfurth waren etwas stärker rückgängig. Relativ gut gehalten lag der Montanmarkt. Festverzinsliche Werte gingen erneut um zirka i bis 1 v. H. im Kurse zurück, ohne daß allerdings übermäßiges Angebot Vorgelegen hätte. Die Aussichten für eine Börfenwiedereräffnung wurden heute plötzlich wieder als wesentlich un­günstiger angesehen, nachdem bekannt wurde, daß die Bedenken der Reichsbank immer noch als vor­wiegend vorhanden sind und bei den schwebenden Verhandlungen mit den zuständigen Regierungs­stellen den Ausschlag für eine negative Entscheidung geben könnten.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. Bl.

Banknoten.

23.Jtovemder

24. November

Amtliche Jlolicrung

Amtliche Notierung

»rlh

Ärie'

Geld

Lrie

^elflngfotf .

8,21

58,94

8,23

59.06

8,21

58.94

8,27

59,06

Prag . . .

12,468

12,488

12,468

12,488

Budapest . .

73,28

73,42

73.28

73,42

Golla

3,057

3,063

3,057

3,063

HoUanv . .

169,03

169,37

168,98

169,32

CSlo . . .

83,42

83,58

81,42

81,58

Kopenhagen.

83,42

83,58

81,42

81.58

Eloäholm

83,42

83,58

80.92

81,08

London. . .

15,50

15.54

15,30

15.34

Buenos Aires

1,053

1,057

1,058

1,062

Neunorl

4,209

4,217

4.209

4,217

Brullel. . .

58,39

58,51

58,49

58,61

Italien. . . Paris . . .

21,68

21,72

21,68

21,72

16,47

16,51

16,47

16,51

Schweiz . .

81,72

81,88

81,52

81,68

Spanien . .

35,76

35,84

35,61

35,69

Danzig. . .

81,97

82,13

81,97

82,13

Japan . . .

2,068

2,072

2,068

2,072

Rw de Ian.. Iugostawteo.

0,264

0,266

0,254

0,256

7,453

7,467

7,443

7,457

Liiiahon . .

14,29

14,31

13,89

13,91

______Berlin, 23.November______ 'Jlmeritanildje Violen.......

Belgilche Noten.........

Tänilcbe Noten.........

Englische Violen.........

Französische Noten........

Holländische Noten........

Italienische Noten........

Norwegische Noten........

Deuisch-Leslerretch, 1OO Schilling Rumänische Noten........

Schwedische Noten........ Schweizer Noten.........

Svanische Noten. ........

Ungarische Noten .......

(Seid

4,20

58,28 83,23 15,46 16,46

168,66 21,66 83,23

2,48 83,23 81,54 35,58

Bries

4,22

58,52

83,57

15,52

16.52

169,34

21,74

83,57

2,50

83,57

81,86

35,72

Reichsbankdiskonl 8 v. h., Lombardzins 10 u. H.

Kindermartt in Gießen.

Auf dem heutigen Rinder-Ruhviehmarkt in Gießen standen 701 Stück Großvieh, 93 Fresser und 185 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milch­kühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 425 Mark, 2. Qualität 200 bis 300 Mark, 3. Qucv- lität 100 bis 180 Mark: Schlachtkühe 50 bis 250 Mark (schwer verkäuf.ich): Rinder Vs" bis ^/zjährig 60 bis 140 Mark, 8/4- bis 2jährig 80 bis 200 Mk., tragend 180 bis 300 Mark: Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pfennig. Marktverlauf: etwas lebhafter, geringer Lieberstand.

Frankfurter Eiermarkt.

Fr-an kfurt a.M., 21. Rov. Die Stimmung am hiesigen Markt ist sehr ruhig. Die Kon­sumnachfrage in Eiern bewegt sich infolge der wirtschaftlichen Rotlage weiter Kreise der Ver­braucher in engsten Grenzen. Der Llmsatz war daher während der ganzen Woche ziemlich schlep­pend. 3n frischen Eiern sind die Zufuhren der Jahreszeit entsprechend gering, während die An­lieferungen von Kühlhauseiern weiter im Stei­gen begriffen sind. Die augenblickliche Marktlage ist zwar ziemlich stetig, doch haben die Preise infolge des schwachen Absatzes zum Teil eine leichte Abschwächung erfahren. Cs notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt (Main): Bulgaren 101/« bis 11, Jugoslawen 10x/2 bis 11, Rumänen 10 bis 10y2, Russen 10 bis 10y2, Polen 91/» bis 10, Holländer 12x/2 bis 15, Dänen 12x/2 bis 15, Flandern 14 bis 15. Kühlhauseier: Holländer 101/» bis 11, Bulgaren 9x/2 bis 10, Rumänen 8x/2 bis 9.

Büchertisch.

»Den Freunden des Verlags F. A. Drockhaus"(500) ist die gleichnamige Jahresgabe des alten Derlagshauses Drockhaus. Leipzig C 1, Querstraße 16, gewidmet. Die gut ausgestattete Schrift wendet sich an den großen Anonymus Leser. Wertvolle Beiträge von Sigrid Lindset, Alexandra David-Reel, Gerhart Haupt­mann, Sven Hedin, Max Frchherrn von Oppen­heim und anderen bdeutenden Schriftstellern uird Gelehrten gestalten das Büchlein in Verbindung mit den Bildbeigaben zu einem interessanten Al­manach, der für die Produktion des Verlags cha- charakteristisch ist.

Reues Menschentum. Betrachtungen in zwölfter Stunde von Manfred Kyber. Leipzig, Hesse L Decker, Verlag. 191 S. Kart. 3,20, Leinen 4,80 Mark. (487) Man kennt Kyber als beredten Fürsprecher der Tierschutzes und als Ver­fechter einer Weltanschauung, die über den Ma­terialismus und naturwissenschaftliche Halbbil­dung hinausweist. In seinem neuen Werke zeigt er der Kulturpolitik neue Wege, manchmal zum Widerspruch herausfordernd, aber immer anre­gend, immer fördernd. Rie arbeitet er mit star­ren Begriffen, nie drängt er sich dem Leser auf. Lind immer ist keine Sprache so klar und einfach, daß sie jeder verstehen kann. Die Fülle der An­regungen und Vorschläge kann kaum angedeutet werden, aber die Grundforderung Kl)bers sei we-- nigstens umrisfen: er ermahnt die Menschheit, sich rückhaltlos zur geistigen Welt und zur brüderlichen Einstellung zu Mensch und Tier zu bekennen.

In einer ^Jubiläumsausgabe erschienHeid­jers Heimkehr", Erzählung von Diedrich Speckmann. Ganzleinen gebunden 2,85 Mk. im Verlage von Martin Warneck in Berlin. (494.) Es ist eine Art Selbstbekenntnis der Heimatliebe und -sehnsucht. Der Heidesohn, der sich in Taten­drang und ehrgeizigem Streben von ihr losgesagt und losgelöst hat, findet sich nach Not und Enttäu­schungen zurück in die liebenden Arme der Heimat. Er findet sich selber wieder und zugleich den Wur- zelboden seiner Kunst, und an der Seite eines schlichten Heidekindes wird er in künstlerischer und liebevoller Andacht der Heimat dienen, die ihm nun erst wieder in dem Rauschen der niedersächsi­schen Eichen und der treuherzigen Sprache ihrer Bewohner lebendig wird und ihn vergessen läßt, wie fremd er da draußen immer geblieben war.