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Nr. 225 Swelkes Blati
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Donnerstag, 24. September (951
1541: der Arzt und Naturforscher Philippus Theo phraftus Bombaftus von Hohenheim, genannt Para- Salzburg gestorben. — 1583: Albrecht von in aus Gut Hermanitz geboren; — 1862:
celsus. in (
Wallenstein auf .
Bismarck wird preußischer Staatsminister.
— England hatte sich gegen seine Ideen sehr kühl verhalten — die Erlaubnis zur Gründung einer Bank die anfänglich nach Laws Gedanken solide und vorsichtig wirtschafiete. bis ihr Leiter zu unbegrenzten Spekulationen gedrängtwurde. DieGeneralbankLaws wurde in eine Staatsbank verwandelt, das Metallgeld wurde verboten, und zugleich wurden Noten im Werte von 3071 Millionen Mark ausgeaeben. Man gründete eine Handelsgesellschaft, die die Ausbeutung der weiten Gebiete am Mississippi fordern sollte, und regte das Publikum zu Spekulattonen in diesen 'jirtten an die bei der allgemeinen Kaufrout der Menge von 500 Livres Nominalwert auf 20 000 Livres im Siurs fliegen; die Bank übernahm die Staatsschulden im Betrage von 1500 Millionen und tue Erhebung der Steuern, die Steuerpachter wurden abgeschafft, die Regierung hatte Ueberfluß an Geld Bier Jahre dauerte der Taumel, dann wuchs das Mißtrauen, das Publikum bedrängte die Schalter und forderte Einlösung der Bankbillets Im Mai 1720 erklärte die Bank ihren Bankrott, Law floh nach Venedig und endete dort als armer Mann. In Frankreich aber waren zahllose Leute ruiniert, das Geld war verschwunden, alle Waren und Lebensrnittel stiegen hemmungslos im Preis
Auch sonst ist dieses Land der trabinonril sicheren ftapitalsanlage von schweren Bankkrisen nicht verschont worden. Bon kleinen Zusammenbrüchen abgesehen, war es die Zahlungseinstellung des international bekannten Comtoir d’Escompte in Paris, die in allen Ländern Unruhe und Aufsehen hervorrief Die französische Regierung sah sich zu dem Geständnis genötigt, daß diese Katastrophe den Um- stur; des ganzen französischen Kapitalmarktes hatte nach sich ziehen zu können. Die gewaltige Unruhe des Volkes drohte sich zu einer Panik auszuwachien, die schnellsten (Eingriffe wurden notwendig. Die Schalter des Comtoir wurden zwangsweise offengehalten, „um dem französischen Geschäftsleben die normale und ruhige Abwicklung seiner Verpflichtungen zu er- möglichen", und die Bank von Frankreich mußte mit einem Vorschuß eingreif.n, so daß roenigftens die Einleger des Comtoir im wesentlichen keinen schaden ^Sriche finanziellen Krisen, die den Umsturz seines ganzen Wirtschaftssystems vermuten ließen, kennt auch das heute so sinanzgewaltige Amerika das mit Frankreich zusammen drei Viertel des a e f a m t c n ® c 11 g o l b b e ft a n 6 e s besitzt. Dori roieberboltcn sich die Katastrophen in Abstanden die eine gewiße Periodizität aufweisen, die Jahre 1837,
The bank.
AuS der Geschichte der großen Jlotenbanfen.
In der Londoner City liegt ein altes Gebäude, wehrhaft wie eine Festung mit dicken fensterlosen Mauern, von einer kleinen Besatzung in roten Rocken und hohen Bärenmutzen auch heute noch militärisch besetzt wahrend im Innern rotbefrackte Diener mit Dreispitz und Stab ihres Amtes walten; dieses Haus, in dein alles au konservative Erhaltung der äußeren Form, der stet cn Würde einer jahrhundertealten Autorität ringe teilt ist, ist die Ban k v o n England die nun beschlossen hat, die Goldwährung außer Kraft zu setzen Was für einen Schlag diese Tatsache dem Nationalstolz der Engländer versetzen mag können wir uns kaum ovrstellen. The bank __bar bedeutete die unantastbare Gewähr der unbedingten Sicherheit, the bank war die älteste Notenbank der Welt von Bedeutung, the bank bildete die Grundlage der internationalen Goldwährung Und nun erweist sich, daß auch dieses hochehrwurb.ge Institut den «türmen der Zeit nicht gewachsen ist, diesseits und jenseits des Kanals die gleiche Ratlosigkeit die gleichen Notverordnungen, der gleiche WeLbabflufj, die gleichen Bank- und Börsenseiertage
Solche Bankeinschränku ng e n hat the bank nicht oft erlebt. Einmal vorübergehend Zum Beginn des Weltkrieges, ein andermal vor über 100 Jahren. Damals, im Jahre 1797, waren durch die Revolutionskriege die Mittel der englischen Bank so erschöpft, daß der Notenumlauf bei einem Barbestand von 1 086 170 Pfund Sterling 9 674 780 Pfund Ster ling betrug. Es gab kein anderes Mittel als daß sich die Bank im Februar 1797 durch die Regierung von der Barzahlung dispensieren ließ. Und diese bank-restriction dauerte bis zum 1. Mai 1821, und während dieser Zeit sank der Kurs ihrer Noten bis 71 Prozent.
Auch andere internationale Großbanken sind von solchen Schlägen nicht verschont worden. Am Beginn des 18. Jahrhunderts war Paris der Schauplatz einer intensiven und ungemessenen Spekulation, die sich an den Namen des Engländers John Law knüpfte. Dieser, ein Goldschmiedssohn aus (Ebinburg — ba- mals waren bie Golbschmiebe vielfach Bankiers — suchte im Krebit unb im Papiergelb einen Ersatz für ba* Metallgelb, das nicht mehr genügend vorhanden war, und hatte' den Plan, die kleinen Spargelder zu einer großen Macht zu vereinen. Im Mai 1716 er- hielt Law vom französischen Regenten in Versailles
zum soundso vielten Male den Boykott japanischer Waren proklamierten, ba war bie Atmo- sphäre zwischen ben beiben Staaten gespannt genug. Als aber dazu kam das spurlose Verschwinden einer japanischen Kommission unter Führung des Generalstabshauptmanns Nakamara, trotzdem btt Ab- (enbung ber Kommission zwischen Tokio unb bem Gouverneur ber Mandschurei verabredet worden war. als in Tokio der Tod dieses Führers säst zur Gewißheit wurde, und als dennoch der Gouverneur der Mandschurei jede Verantwortung dafür ablehnte, — ba schlugen bie Wellen des japanischen National- gesühls hoch Mgn verlangte von China eine G e • n u g t u u n g schon seit Wochen — aber auch dieses Verlangen blieb vergeblich In dieser Spannung erschien Shideharas Haltung als ohnmächtige Passivität, und die Oberhand in Tokio gewann wieder die Richtung der „aktiven" Chinapolitik, die Richtung der Milltörpartei
Die militärischen Ereignisie in der Mandschurei sind somit die erste Entladung einer akut gewordenen Spannung und tragen, ihrem unmittelbaren Anlaß gemäß unverkennbar den Charakter einer Vergeltung 'hber in der amtlichen japanischen Darstellung wird dieser Ursprung Sorgfältig verhüllt und die mili- torische Aktion als Notwehr gegen Gefährdung der südmandschurischen Eisenbahnen durch chinesische Attentate hingestellt Dieser Darstellung widerspricht indessen ber eingangs geschoberte, umsassenbe militärische Charakter ber Maßnahmen ber Japaner, ihr wiberspricht auch bie völlige Passivität Hdjangtiü- Hangs, bie sich ebenso wohl burch die militärische Ueberlegenheit der Japaner als durch bas Bestreben bes chinesischen Besehlshabers erklärt, ben Japanern keinen Dorwanb zur Besetzung unb (Eroberung ber ganzen Manbschurei zu geven
Allein bie Aktion ber Japaner in ber Manbschurei ist nicht nur eine Angelegenheit, bie Japaner unb Chinesen ausschließlich unter sich abzumachen hatten, sonbern auch eine Sache von großer internationaler Bebeutung wie bie Präzebenz- fälle bes Jahres 1928 lehren, bet benen es sich gleichfalls um bie Manbschurei brehte. (Eben um Japans Vorrechte in ber Manbschurei zu sichern, setzte sich Tanaka ber Verbinbung bieser Provinz mit bem nationalistischen Nanking entgegen unb wollte einen Sonbcroertrag zwischen Mukben unb Tokio erzwingen Aber Amerika beeilte sich, Nanking anzu- erkennen, unb verlangte ausbrücklich bie Hinweg- räumung aller Hinbernisse auf bem Wege zur (Einigung Chinas, bie auch bie Manbschurei umfassen müsse Nach einem kurzen Schwanken schloß sich ihm auch Englanb an, unb bem vereinten Druck ber beiben Großmächte auf Tokio gelang es, nicht nur einen biplomatischen Rückzug Tanakas (ber schließlich zum völligen Rücktritt bieses Vertreters einer „aktiven" Chinapvlitik führte), sonbern auch die Zurückziehung japanischer Truppen aus bem von ihnen besetzten Schantung zu erzwingen
Zweifellos erkennt Tokio auch im gegenwärtigen Falle ben außenpolitischen Ernst Nicht umsonst Hal ja bie japanische Regierung ihre Botschafter in Mos kau, Lonbon. Paris unb Washington angewiesen, eine „befriebigenbe" Erklärung über das militärische Vorgehen der japanischen Truppen in ber Manb schurei abzugeben Ja, bie heutige Situation muß außenpolitisch um so ernster erscheinen als China selbst von einem schweren inneren Zwist bebrohi ist. Im Interesie ber anberen Mächte bürste es aber wohl kaum liegen, baß bie Mandschurei wie eine (eichte Beute Japan in den Schoß fällt So hängt die weitere Entwicklung wesentlich davon ab, ob Japan sein Einschreiten in China wirklich nur aus das begrenzt was völkerrechtlich als Retorsion (Der gcltung) bezeichnet wird, ohne an territoriale Eroberungen zu denken ober ob seine Pläne über eine bloße Vergeltung bzw Einschüchterung ber Chinesen hinausgehen Das wirb schon bie nächste Zukunft beweisen
• aten für Tonnercta*', 24 September
Der Brandherd im Fernen Osten.
Don (i. Mulden
Die Mandschurei hat nicht umsonst in der Weltpolitik den Rus eines Brandherds erlangt. Ch>- ne suche und russstche, russische und japanische, ;apa- Nische unb chinesische Interessen stoßen hier aufem- ander und machen aus diesem Lande, das aus ber Karte gar nicht ansehnlich aussieht, in Wahrheit aber so groß ist wie Deutschland unb Frankreich zu- (ammengenommen, einen permanenten Wetterwmlel. Man muß aber sagen daß die Ereignisse, die sich in diesen lagen in der Submandschurei abspielten, mit besonderem Grunde die Aufmerksamkeit auf sich lenken Denn die Beschießung und Besetzung der Hauptstadt M u k d e n durch die Japaner, die ßan düng japanischer Truppen auch in Schantung mit bem duichsichngen Zweck, eine militärische Sverre zwischen ber Manbschurei unb bem übrigen China iu schassen, bie Durchichnribung sämtlicher nach China sührenben Telephon- unb Telegraphenbrahte unb schließlich bie (Ernennung eines japanischen Gouver neurs in ber Hauptstadt ber Manbschurei,— bas alles sieht verteufelt nach einem Krieg aus unb brängt bem Politiker bie Frage auf, warum es so kam, unb was bieser Konflikt bedeutet.
Man wird wohl kaum fehlgehen, wenn man als unmittelbaren psychologischen Beweggrund zu der aussallenden Militaraktion bas gereizte National- gesuhl ber Japaner bezeichnet. Im Januar b. I. hat zwar ber Leiter ber japanischen Außenpolitik Shi- b e h a r a in einer großen Parlamentsrebe bas Verhältnis bes Jnselreiches zu allen auswärtigen Mach ten. einschlkßlich Chinas, als burchaus frteblid) bezeichnet In bezug auf bie Westmächte stützte Shibe- Hara biese seine Charakteristik ber Lage auf ben Abschluß bes Londoner Flo11enpakts, der gar nicht hoch genug einzuschatzen sei; in bezug auf China aber auf die Sympathie des japanischen Volkes mit dem Mampf des chinesischen Brudervolkes um internationale Gleichberechtigung einem Kampf, den Japan selbst seinerzeit zu sühren hatte. Ja, der Minister erklärte wörtlich, Japan sei bereit, China zur Erreichung dieses Zieles jede mögliche Hilfe zu gewähren
In Wahrheit gestaltete sich die Lage — innerpoli- tisch, aber eben mit Rücksicht auf die Außenpolitik — durchaus nicht so friedlich Die Zustimmung zur Ein- schränkung seiner Flotte, die Japan in London gab, rief eine heftige Reaktion in den den überlieferten nationalen Idealen anhängenden Kreisen hervor. Der hochbetagte Premier H a m a g u t \ d) i wurde im No. vember 1930 zum Opfer eines Revolverattentates, Shidchara selbst aber wurde in diesen Kreisen so verhaßt, daß er nur mit einem großen Polizeiaufgebot den Sitzungssaal des Parlaments zu betreten wagte.
Wendete sich also das gereizte Gefühl nationaler japanischer Schichten dermaßen wider die bisherige Politik gegenüber ben westlichen Großmächten, um wieviel mehr gegen bas benachbarte unb schwächere China! Im Grunde hat ja die Forderung „aktiver" d. h nötigenfalls durch militärischen Nachdruck zu unterstützender Chinapvlitik in Tokio nie ganz abgerissen Selbst in Öen Julitagen 1928, als China großzügige Anstrengungen zur nationalen (Einigung machte unb biese (Einigung erzielt zu Haben schien übte Tanaka einen starken Druck auf ben Befehlshaber ber Manbschurei Tschanghsü - (lang aus, sich nicht ber Gesamtbewegung anzu- schließen unb derselbe Tunaka erklärte früher: Wenn ber Bürgerkrieg nach ber Manbschurei hm- überspielen würbe, würben bie Japaner das chinesische Nordheer und Südheer beide entwaffnen. Starker hatte wohl das Sonderinterefss Japans an der Mandschurei kaum zum Ausdruck gebracht werden können.
Nun folgte zwar dem „Napoleonismus Tanakas", wie die Politik dieses japanischen Staatsmannes mit (Empörung in China genannt wurde, die friedliche Außenpolitik Shideharas Aber darum war doch die alte, für die Samuraierben traditionell gegebene Chinapolitik keineswegs verschwunden Und als Im Juli d. I. blutige Konflikte zwischen chmesi sehen Einwanderern in Korea, dem Vasallenstaat Japans und Koreanern einsetzten, als bald daraus, wie fast bei jedem Konflikt mit Japan, die Chinesen
überbeffen.
Gemeinderat Nidda.
D Aidda, 21. Sept. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung u. a. folgendes beschlossen Gegen den Ort-bauplan-Ent- w u r s sind eine Anzahl Einwendungen erhoben worden, die sich z. T. gegen den Ortsbau- plan selbst richten und z. T. mit der beschlossenen Baulandumlegung „QI n der Deunde" im Zusammenhang stehen. Die Ansprüche von Grundstücksbesitzern auf Zuteilung von geeigneten Bauplätzen werden als berechtigt anerkannt. Da die neue Straßenfnhrung nur dann Sinn und Zweck hat. wenn sich die Reueinteilung des Bau» geländes im Wege der Daulandumlegung verwirklichen läßt, soll das Umlegungsverfah- ten sofort eingelcitet werden. Auf die vorgesehenen Dorgärten in der Ludwigstraße beim Werk Himmelsbach kann nicht verzichtet werden, da im anderen Falle die Errichtung von Gebäuden im Hinblick auf die verhältnismäßig enge Straße an dieser Stelle verkehrshindernd wirken würde. Don einem beteiligten Grundstückseigentümer ist der Vorschlag gemacht worden, die unterhalb des Raunergrabens projektierte Straße unter Denutzung des Cloosschen Gartens bei der Gewerbeschule in die Iohar-niterstraß.' c nmünben z.u lassen. Der Vorschlag ist veachttich und hat auch nach Ansicht des Hochbauamts gegenüber dem früheren Vorschlag Vorzüge. Die Anwohner in der Raun haben, soweit ihnen im Feldberei- nigungsversahren Hofreitegelände zugeschnitten worden ist, gegen die Beseitigung des jetzigen Weges Einspruch erhoben. Der Einspruch ist nach Ansicht des Gemeinderats begründet. Ein Zu- fahrtswxg soll durch Zulegung des Raunergrabens gewonnen werden. Aus dem Graben sollen durch Inanspruchnahme der Scheuer des L. Aß-
1873, 1893, 1921 unb 1929 finb bie schwarzen Jahre, bie sich immer roieber einschoben unb Millionen Menschen an ihrer Zukunft verzweifeln ließen. Be- sonders einschneibenb war bas Jahr 1873, in bem bie Bank Jay Cooles zusammenbrach, bie bie Volks- meinung auf eine Stufe mit ber Bank von (Englanb stellte. Cook war ber (Erbauer ber Northern Pacific, konnte aber bie Mittel zum Weiterbau schließlich nicht mehr aufbringen, unb als bie Gerüchte hierüber bekannt würben, entftanb, wie immer in solchen Fällen, eine Vertrauenskrise, unter ber natürlich auch bie Pacisic-Anleihen zu leiben hatten; bie Panik brach auch über bie Börse herein, bie sichersten Papiere stürzten. Cook mußte bie Schalter schließen. — 1907 krachte ber Knickerbocker-Tru st in Neuyork zusammen; um bie Wirkungen bieser Katastrophe einzubämmen, erklärten bie Neuyorker Großbanken ihre Solibarität unb erlangten von ber amerikanischen Regierung bie Ermächtigung zur Ausgabe von Notkassenscheinen, aus benen sie bie Einlagen zurück» zahlten, unb als bie Munben auf Auszahlung in voller Währung bestauben, würbe ein achttägiges Moratorium verkünbet. So würbe Zeit gewönnen, bie (Erregung ebbte ab, bas Vertrauen bes Publikums kam roieber unb bas Gelb kehrte in bie Banken zurück
Tonfilm. „3m Westen nichts Neues"
Das Lichtspielhaus brachte gestern im neuen Programm die Erstaufführung des heftig umstrittenen, ursprünglich verbotenen, jetzt — nach einigen Kürzungen — freigegebenen Kriegssilmes ,3 m Westen nichts Reue s". Es handelt sich um die deutsche Fassung eines in amerikanischer Regie und mit amerikanischen Schauspielern hergestellten Tonfilms nach dem in allen Kultursprachen verbreiteten, deutschen Roman von Erich Maria Remarque. Der Film folgt in großen Zügen, stellenweise in engster Anlehnung und im genauen Wortlaut, dem Original. Die Abweichungen und Kürzungen ergaben sich hier mit einer gewissen Raturnotwendigkeit wie in fast allen Klien, wo ein Film nicht nach einem eigenen Drehbuch, sondern als Bearbeitung einer epischen Vorlage geschaffen wird. 3m Ganzen wird, bei einer objektiven Vergleichung, das Ergebnis zugunsten des Buches ausfallen, das einheitlicher und in sich geschlossener erscheint als die manchmal etwas abrupt und sprunghaft aneinandergereihten Szenenbilder des Films.
muS bessere Verkehr-Verhältnisse geschaffen werden.
DaS Ministerium hat die Genehmigung der vom Gemeinderat beschlossenen Real- steuersätze, und zwar sowohl die endgültigen Ausschlagssähc sür Rj. 1930, alS auch die vorläufigen Steuersätze für Rj. 1931, auSgeseht, weil der Gemeinderat sich bisher geweigert hat, die gesetzlich vorgeschricbene Erhebung der Burger steuer und Bier st euer mit einem Zuschlag von 50 Prozent zu dem L ndessatze zu beschließen. Unter Aushebung der hierüber gefaßten Beschlüsse wurde jetzt die Erhebung der Bürger - und der Bier st euer sür Rj. 1931 mit einem Zuschlag von 50 Prozent beschlossen In bezeig auf die Biersteuer hat der Beschluß keine Wirkung für die zurückliegende Zeit.
Die Stadt hat in einer Anzahl von Fällen den Hauseigentümern gegenüber für den Eingang der Miete garantiert. Auf Grund befer Garantie mußte die Stadt bisher in mehreren Fällen die Miete vorlagsweise übernehmen, in anderen Fällen muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die Hauseigentümer mit Mietsorderungen an die Stadt herantreten. Dieser Zustand ist, abgesehen von der außerordentlich ungünstigen Finanzlage der Stadt, unhaltbar. Der Gemeinderat sah sich deshalb gezwungen, zu beschließen, daß Mietgarantien für bie Folge nicht mehr übernommen und die bis jetzt eingegangenen Berpllichtunaen zurückgezogen werden. Der Gemeinderat verschließt sich nicht der Tatsache, daß in Fällen wirklicher Rot Unterstützung geleistet werden muß, er muß es aber ablehnen, weiterhin für den Mieteingang Garantie zu leisten Für die Unterbringung von Familien, die durch gerichtliches Urteil ausgewiesen werden, sollen Rotwohnungen beschafft werden.
Außerdem ist nicht zu verkennen, daß es sich um eine ursprünglich englische, später mit deutschem Text nachsynchronisierte Produktion handelt. Dielst sicher mit Sorgfalt und technischem Feingefühl Dorgenommen worden, aber eben doch spürbar; das heißt es bleibt allenthalben eine gewisse Spannung zwischen dem Darsteller und seinem Text, die sich nie völlig Überbrüden und aus- gleichen lassen wird. Und auch die Darstellung selbst — so geschickt und tresssicher sie für die markanten Gestalten des Buches ausgewählt wurde — bleibt eben doch für unser Empfinden irgendwie fremd. Immerhin ist auch so noch der Film in seiner Gesamtheit von starker, oft erschütternder Wirkung. Richt alle Teile liegen künstlerisch auf der gleichen Ebene; die Eingangsszenen und die Kasernenhofepisoden machen einen etwas äußerlichen und primitiven Eindruck. Gleichmäßig eindringlich und natürlich wirken fast alle Partien, die an der Front spielen. Einen entschiedenen Höhepunkt der Regie von Lewis M i l e ft o n e bildet der mit einer enormen Schlagkraft wiedergegebene, optisch und visuell höchst eindringlich ersahte, erste große Angriff und Gegenstoß. Auch die Szenen im Granattrichter zwischen den Gräben und später im Lazarett verdienen hervorgehoben zu werden. Die Darstellung — wir sprachen schon davon — ist im allgemeinen gut, ohne doch irgendwie den deutschen Film-Durchschnitt zu überragen. Wir nennen: Louis Wolheim (Mat); LewisA y res (Bäumer); Slim Summerville (Tjaden); Richard Alexander (Westhus); Pat Collins (Leutnant Bertinck). Schwächer: John Wrah (Himmelstoßi und Arnold Lucy (Kan- torek). — Die Gesamtleitung der deutschen Fassung hatte Victor Abel. -t-
Öodifdiulnatbricbfen.
Professor Dr. Erich Bräunlich, Ordinarius der orientalischen Philologie an der Königsberger Universität, scheidet aus seinen Antrag zum 30. September 1931 aus dem Preußischen Staatsdienst aus. Er folgt einer Berufung nach Leipzig.
3n der philosophischen Fakultät der Wiener Universität ist der a. o. Professor Dr. Wilhelm Czermak zum ordentlichen Professor für Ägyptologie und Afrikanistik ernannt worden.
Unter ber Führung bes Jungbeutschen Drbens hat man in ber Gegenb von Bautzen begonnen, da. Programm bes freiwilligen Arbeitsbienstes in bie Wirklichkeit umzufetzen. 120 junge Arbeitslose au» allen Berufen finb für bie Arbeiten zur Regulierung eines Flußbettes gewonnen roorben unb erhallen neben ber freien Station unb freien Bekleibung 50 Pfennig pro Tag Hoher icboch als ber materielle ffleroinn ist ber ibeeUe Wert ber Wiebereinbeziehung in ben Probuktionsprozeß zu veranschlagen.
Der freiwillige Arbeitsdienst wird verwirklicht.
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