Ausgabe 
24.7.1931
 
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Aus der Provinzialhauptsiavt

® i e ß c n, ben 24.3uli 1931.

Gommerurlaub.

jDenn wir an einem schönen Sommervormittag na-a? dem "Bureau oder dem Geschäft euen und sehen, wie rings alles im Fruhschetn der corrne ausleuchtet, bann kommt blitzartig der Gedanke. Jetzt müßte man einmal aus reißen tonnen. -aLed im Stich lassen und hinaus in die freie Ratur- QDir beißen aber die Zahne zusammen, denken an unsere Arbeit, werfen vielleicht noch einenJölid hinauf nach dem Himmel, an dem gemächlich einige weiße Wölkchen bahmzichen. und sind wieder im Alltaa. Aber ganz fern, vielleicht un­bewußt tönt schon eine Stimme: Einmal tm 3aßr kannst du auch diese Herrlichkeit gemeßen.

ilnb nun ist der ersehnte Sommerurlaub da! 'Dir können einige Wochen ausspannen: aller Zwang, jeder Dienst ist vorbei. Wir können jetzt mit glänzenden Augen nach den Dommerwolken schauen und brauchen keine würgende Srimv- rungen hinunterzuschlucken. Die große Pause des Jahres, die Tage der Erholung liegen vor uns.

Geschäftssorgen, Alltäglichkeiten sollen nun nicht mehr Herr über uns werden Frei und unge­bunden bürgen wir unsere Zeit genießen. Aoer wie? Da stockt schon mancher. .Erft einmal ge­hörig ausschlafenI" sagen viele. Wenn sie es wirklich so machen, so bringen sie sich, uni ben Hauptgenuß beS Urlaub». Da- sinb nämlich die Stunben des Morgens Aber man kann ja über­haupt rnicht von Ausnahmen abgesehen mehrere Wochen, an denen weiter nicht gearbeitet wird bis in den hellen Mittag hinein schlafen. Die ersten Tage wohl, aber bann gibt sich baS von selbst, ilnb wenn wir erst einmal einen köstlichen Spaziergang durch bte frische Morgen- natur gemacht haben, möchten wir ihn nicht mehr missen. Jeder dieser Gänge ist eine Er­holung. Wir können eine Stunde auSbleiben, wir können auch den ganzen Tag draußen verbringen. Dieses Gefühl des Reichtums an Zeit ist wunder­voll. Wir brauchen nicht zu eilen, nichts drangt und; überall, wo eS uns gefällt, können wir uns niederlassen und in aller Ruhe genießen.

Die meisten freilich werden sich, genau tote für ihre Arbeit, einen Ferienplan au»ar beiten. Auch ich mache eS so. allerdings mit der Ein­schränkung, daß ich mich nachher nicht daran halte. Aber die Vorbereitungen für ein solches Programm" sind zu schön. Deshalb möchte ich sie nicht entbehren. Wir Deutschen sind nun ein­mal daS Volk der Organisation. Unsere Arbeit nehmen toir planmäßig vor, toarum nicht auch die Serien?

Ratürlich soll hier nicht von einer starren Planmäßigkeit gesprochen toerben. Wer sich too- möglich alles schriftlich festlegt, wa« er treiben will, der kehrt aus seinem Sommerurlaub, be­sonder- toenn da» Wetter nicht so ist. tote er er­wartet hat, müde und zerschlagen an seine Tages­arbeit zurück. Vielleicht geht eS den andern, die ohne jeglich« Vorbereitung In ihren Urlaub gehen, genau so. DaS ewige Faulenzen wird man am ersten müde.

3m Urlaub sollte man einmal daS genießen, was der Alltag versagt, oder nur selten gibt. D>r eine mag Sport treiben, der andere lesen, der dritte wandern, ein vierter an die See und ein fünfter in die Berge reifen, wie er seinen Urlaub verbringt, ist schließlich seine Sache. Gr muß seinem inneren Drang und seinem Geldbeutel folgen. Dann erst bringt der Urlaub das, wa­rn an von ihm erwartet: Erholung und Ausspei­cherung neuer Kräfte! Und diese Dornmertage werden bis zum nächsten Jahre auch in die härteste Arbeit hineinleuchten! B.

Oie Zuschläge für Gieuerruckstände.

Der hessische Finanzmini st er teilt mit: Durch Rotverordnung des Reichspräsidenten vorn 20. Juli 1931 ist bestimmt, baß ab 1. August 1931 für rückständige (und nicht etwa gestundete) Steuern ein Zuschlag zu entrichten ist. Der Zu- schlag beträgt für jeben angefangenen halben Monat fünf vom-Hundert, des Rückstandes (auf daS Jahr umgerechnet also 1 2 0 v. H ). Es sei ausbrücklich darauf hingewie­sen, baß diese Vorschrift nicht nur aufReich s- steuern anzuwenden ist. sondern auch auf die <S tu nb. Gewerbe- und Sonbcrge- bäubeftcucr des Lande» Hessen und der Ge­meinden und Gemeindeverbände, und zwar ohne daß es noch eines besonderen Beschlusses der Lan­desregierung oder der Gemeindevertretung be­darf.'"

Weitere Befreiungen von 0er Ausreisegebühr.

Der Reichsminister der Finanzen hat folgende weitere Erleichterungen getroffen: Die AuSreise- gebüßr von 100 Mark wird nicht erhoben: Für Mitglieder solcher Vereine, deren ausgesprochener Zweck die Pflege des Wandersportes in einem bcutschenGrenzgebirge, ober in einem Gebirge ist, daS sich in einem an Deutschland angrenzenden Lande be­findet, für den Grenzübertritt in das jeweils be­nachbarte Land. Al» Vereine, die die Pflege de» Wanderfvortes in diesem Sinne zum Zwecke haben, gelten u. a. der Deutsche und Oesterreichi- sche Alpenverein, der Verein der Raturfreunde, der Schweizerische Alpenklub. Ein 'Befreiungs­vermerk der Paßbehörde ist nicht erforderlich. Es genügt beim Grenzübertritt die Vorzei­gung der Mitgliedskarte de» betreffen­den Vereins. Die Befreiung erstreckt sich auch auf Ehefrau und Kinder.

Oie Wohlfahrtsenverbslosen in Hessen.

Im DolkSstaat Hessen sind nach den neuesten Ermittlungen des Hessischen Landesstatistischen Amts die von den Arbeitsämtern anerkannten, bei den BezirkSfürsvrgcstellen gezählten W o h l - fahrtSerwerbslosen gegenüber dem Vor­monat von 24 987 auf 25 629 am 30. Juni ge­stiegen. Don dieser Zahl entfallen 15 463 allein auf die fünf größeren Städte (gegenüber 15 065 im Vormonat). Rur einige agrarische Bezirke weisen einen geringfügigen Rückgang auf, der je­doch gegenüber der Zunahme der Wohlfahrts-

Die Bankabhebungen für Lohn- und Gehaltszahlungen.

Nachweis durch Bescheinigung auch in Hessen erforderlich.

WSR. Darmstadt, 23 Juli. Dom hessischen Ministerium für Arbeit und Wirt­schaf l ist auf Ersuchen des ReichswinschaftSmini- stenumS nach Verhandlungen mit ben Wirt­schaft-Vertretungen und Geldinstituten zur Durch­führung der dritten Verordnung über die Wieder­aufnahme des Zahlungsverkehrs folgende- be­stimmt worden:

Der Rachwei- für die benötigten Zahlungsmittel für Rettolöhne und .gebälter (vgl. § 1 Abi. 3i der Verordnung) ist durch Vorlegen von Lohnbüchern. Lohnlisten ulw. zu führen. Am Sitze von ge­setzlichen Berussvertrelungen (Industrie - und Handel--. Handwerks- Aerzte- und AnwaltSkammern« sind die Rachweise die­

sen Stellen vorzulegen, tm übrigen den Bür­germeistereien. Diele Stellen sind ermäch­tigt, Bescheinigungen auszustellen, die die Geld­institute zur Auszahlung berechtigen. Die An­tragsteller sind verpflichtet, den genannten Stellen urkundlich zu bestätigen,

1. baß sie den angeforderten 'Betrag zu Lvhn- unb Gehaltszahlungen benötigen,

2. daß weitere ZadlungSmittelanforderungen für bte gleiche Lvhnperiode an anderer Stelle nicht erfolgt sind, und

3. daß ihnen die Strafbestimmungen der vierten Verordnung vom 21. Juli 1931 wegen falschen An­gaben in dieser Erklärung bekannt sind.

Entsprechende Vordrucke sind bei den oben­genannten Stellen erhältlich

Sie weitete Regelung des Zahlungsverkehrs.

Durch eine soeben vom Reichskabinett verab­schiedete Verordnung wird der Zahlung s- verkehrsür die Zeitvom 2 42 8. Juli 1 9 3 1 in der Hauptsache in her bisherigen Weise geregelt. Lockerungen sind insofern vor­gesehen, al» die Kreditinstitute ermächtigt sind. Auszahlungen ohne besondere Zweckbestimmung in Höhe von 1 0 v. H. (bisher 5 v. H.) des Gut­habens vom 24. 3int und höchsten- bi» zu 200 Alk. (bisher 100 OHL), wenn es sich um Konto-Korrentguthaben handelt, und bis 30 Mk. (bisher 20 Mk), toenn es sich um Sparkonten oder Sparbücher handelt. Auf Reisekreditbriefe können bis 200 Mk. bezahlt werden. 11 e 6e r to e if ungen sind innerhalb der von den Banks vertagen betroffenen Kredit­institute bi» insgesamt 4000 QE L unter ben bisherigen Beschränkungen zulässig; hmer- hcrlb des neugeschaffenen Hebe-rweisungsverban- bes wird voraussichtlich heute die Höchstgrenze auch erhöht werben.

Was bie Verpflichtungen au» Wechseln anlangt, so ist einmal zugelassen toorben, baß Barauszahlungen unb llebertoeifungen zur Ein* lösung von eigenen Akzep(Verbindlichkeiten au» Wechseln, bie vor dem 22. Juli 1931 aus­

gestellt sind, bis zur Höhe von täglich 5 0 0 0 Mark stattfinden dürfen und andererseits staf- fcltoeife, je nach dem Fälligkeitstage, die P ro­te st frist für Wechsel etwas verlängert worden, um den Akzeptanten die Einlösung, unter Umständen auch in Raten, zu ermöglichen. Die bisherige Ausdehnung der Bankfeiertage auf den gesamten Scheckverkehr endet mit dem heutigen Tage, so daß eine /Borte g un g von Schecks wieder/nöglich ist. Hm_ die Aufarbeitung der angefammelten Scheckbestände zu ermöglichen, ist Die Vorlegungsfrist verlängert worden. Die Einlösung der Scheck- unterliegt naturgemäß ben allgemeinen Be­schränkungen deS Zahlungsverkehrs.

Im übrigen gelten die Bestimmungen der bis­herigen Verordnung unverändert weiter, also insbesondere diejenigen über bie neuen freien Konten, übet die Freiheit der Verfügung über laufende Gehaltsbezüge, ferner die Vorschriften des Arnkeis 3, bie ben Schuldnerschutz bezwecken, des Artikels 4. nach denen Reichspost. Reichs­bank und Golddiskontbank von ben Vorschriften der Regelung ausgenommen sind, und des Ar­tikels 5, der von ben bestätigten Schecks handelt.

erwerbslosen in den meisten anderen Bezirken gar nicht ins Gewicht fällt.

Kvlonnenarzt Dr. G r v s eine Prüfung der Ver­bünde vor. die bewies, baß die Sanitäter über ihre Ausgaben sehr gut orientiert sind und auf Grund ihrer Kenntnisse im Ernstfälle wirkungs­voll einzugreifen vermögen. Daß die SanitätS- toLonne bei diesem Alarm nicht weniger als 50 Prozent ihrer aktiven Mitglieder aufbrachte, be­weist die Schlagfertigkeit der Mannschaft und zu­gleich das hohe Derantwortungsbewußtsein eines jeden einzelnen. Erneut wurde hier unter Beweis gestellt, daß der Bürgerschaft eine Sanitätskolonne zur Verfügung steht, die allen Anforderungen ge­

raten für Freitag. 24 Juli.

Sonnenaufgang 4.37 Uhr, Sonnenuntergang 20.25 Uhr. Mondausgang 16.40 Uhr; Mond-

Untergang 23.55 llhr.

1783: Simon Bolivar, der (Befreier Südame­rikas, in Caracas geboren; 1908: der Maler Walter Leistikvw in Berlin gestorben, 1920: der Schriftsteller Ludwig Ganghoser in Tegern­see gestorben.

Vornotizen.

TageSkalender für Freitag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Mordprozeß Mary Dugan .

Straßensperrungen, mttgctcilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. D. (A v. D.), Gießen: Die Provinzialstraße Echzell Der- stadt Wölf erSheim ist bis zum 10 August sür jeglichen Verkehr gesperrt. Um­leitung erfolgt über Berstadt oder Melbach. Die Provinzialstraße Hirzenhain Öißbcrg im Zuge der Straße Lauterbach Gedern Or­tenberg wird vom 27. Juli bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Glas­hütten Oberlais Schwickartshausen ober Usenborn Ortenberg.

Eine Achtzigjährige. Am nächsten Sonntag feiert Frau Witwe Elise Henbrich, wohnhaft Kaiserallee 2. in voller geistiger unb körperlicher Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag.

Angestellten - Jubiläum. Fräulein Margarethe Brunner kann am 26. Juli auf eine 25jährige Tätigkeit bei Herrn Valentin Lotz, RestaurantZum Augustiner", zurückblicken.

" Alarmübung ber Gießener Frei­willigen Sanitätskolonne. Gestern gegen 19.35 Uhr ließ Kolonnenführer Kratz vom Depot an der Sonnenstraße aus die Frei­willige Sanitätskolonne zu einer Hebung alar­mieren. Durch die Ringleitung, wie auch durch Boten, bie sich aus den Jungmannschasten der Sanitätskolonne rekrutierten, wurden die Sani­täter aufgerufen. Bereits vier Minuten nach dem Alarm waren sämtliche drei Wagen der Sani­tätskolonne vor dem Depot. In kurzen Abstän­den trafen dann die Mannschaften ein, brachten sofort das Verbandmaterial und sonstige Hilfs- geräte in die Wagen, so daß sich der erste Wagen bereits 2 Minuten nach dem Ein­treffen vor dem Depot nach derUnsallstelle" begeben formte. Angenommen war ein schwerer Drnckehrsunfall an der Ecke Ostanlage und Wie­senstraße nach folgender Idee: Ein Lastkraftwagen fuhr an der Ecke Wiefenstraße und Ostanlage ge­gen einen OmnibuS. dieser stürzte um, 8 Insassen wurden dabei verletzt. Die Aufgabe der Sanitäter war es nun, diesen Verletzten erste Hilfe ange­deihen zu taffen. Mit raschen und zielbewußten Handgriffen erlebigten die Sanitäter ihre Auf­gaben. Während bte Mannschaften um dir Ver­letzten sich bemühten, trafen fortwährend weitere Sanitäter ein, die gleichzeitig vom Depot fahr­bare Bahren mitbrachten. Von Wieseck, von ber Siedlung am Anneröder Weg und aus weiteren entfernten Seilen der Stabt riafen die Hilfs- männlchaften ein, so daß schließlich auf den völlig überraschenden Alarm hin nicht weniger als c9 Sanitäter zur Stelle waren. Gleich zu Beginn der Hebung erschienen der Kolonnenarzt Dr. Gros und Dr. Reumann-Spengel an der Unsallstelle". weiter wohnte noch Polizeidirektor Wolf der Hebung bei. Nachdem allen .Verletz­ten" erste Hilfe zuteil geworden war, nahm ber

recht zu werden vermag.

* Volkstümliche Rheinfahrt. Wie uns vom Hapag-Reifebüro Gießen mitgeteilt wird, ist die für Sonntag, 26. Juli angesetzte Rheinfahrt ge­sichert. Es herrscht rege Nachfrage nach Karten. Der Sonderzug wird Sonntag früh pünktlich 6.32 Uhr den Bahnhof Gießen verlassen. Ab 6 Uhr konzertiert auf dem Bahnsteig eine Musikkapelle. Von Mainz- Kastel ab steht den Besuchern ein Sonder-Salon- dampser zur Berfüguna, um zu den schönen Rhein- orten Rüdesheim und Aßmannshausen zu gelangen. An beiden Plätzen ist ein Aufenthalt von je 2'/i Stunden vorgesehen. Gegen 15.30 Uhr verläßt der Dampfer Aßmannshausen und bringt die Teilnehmer in herrlicher, 2^ftünbiger Fahrt den Rhein hinab, an der Loreley vorbei, nach Koblenz. Das Deutsche Eck und die sonstigen Sehenswürdigkeiten zu besich- tigen wird ausreichend Gelegenheit gegeben sein. Um 19 50 Uhr verläßt der Sonderzug Koblenz und bringt die Fahrtteilnehmer durch das schöne Lahntal nach Gießen zurück, wo die Anschlußzüge nach allen Rich­tungen erreicht werden. (Siehe Anzeige.)

Fallschirmabsprung im Gieße­ner Flughafen. Wie man un» mitteilt, wirb am morgigen Samstag gegen 15 Hhr Fräulein von Witte in Anwesenheit bet Luftpolizei als Aufsichts- unb Prüfungsbehörde über bem Gieße­ner Flughafengelände einen Fallschirmabsprung als Prüfungsausgabe ausführen. Fluglehrer Maier wirb die Fallschirmabspringerin im Raab-Kahenstein-FlugzeugSchwalbe" auf die Höhe von etwa 800 Meter bringen, von bet aus ber Absprung erfolgen soll.

Auf dem Wege ber Besserung. Wie wir berichteten, wurden die Arbeiter Jung und Klein, die bei ben Renvvierungsarbeiten in der Kirche zu Homberg aus etwa 10 Meter Höhe abstürzten, nach ber Chirurgischen Klinik in Gie­ßen gebracht. Die Röntgenuntersuchung hat er­geben, daß Jung einen Beckenbruch und Klein einen Rippenbruch erlitten hat. DaS Befinden der beiden Verunglückten ist ben Hmftänben ent­sprechend gut

Oberfjeffen.

Landkreis Gießen.

ck. Heuchelheim, 23. Juli. In ber jüngsten GemeinberatSsitzung wurde beschlossen, bie Ermäßigung der Gemelnde-Sonbergebäude- fteuer in den Fällen zu gestatten, in denen auch ber Staat eine Ermäßigung zugebilligt hat. In Abänderung des Ortsbebauungsplanes wurde be­schlossen, bie Baufluchtlinie ber Robheimer Straße ben durch den Ausbau ber Wilhelmstraße neu geschaffenen Verhältnissen anzupassen. Da bei Benutzung des sehr engen, westlich ber Bieber gelegenen Teils der Drauhausstraße mit Kraft­wagen eine große Gefahr für bie Passanten entsteht, soll dieser Straßenteil für jeden Auto­verkehr gesperrt werden. Die Gebührensätze für Erbbegräbnisse auf dem hiesigen Friedhof wur­den neu festgesetzt. Es kosten jetzt ein Doppelgrab an ber Hmfassungsmauer 400 Mk., gegenüber am

Haupteingang 320 Mk. und an ben Otcbentocgen 160 am . .

§ Dtu « rn , 23 Juli. Nachdem nabezu vier Jahre eine flutobusoerbin b-u n g mit Großen« Buseck beftand, mußte sie seit einigen Wochen eingestellt werden. Infolge ber schlechten Wirtsctxnto- läge wurden viele der in Gießen beschäftigten Ar­beitskräfte arbeitslos und benutzten den Autobus nicht mehr. Ta auch die Gemeinde dem Unterneh­mer in diesem Jahre einen Zuschuß nicht mehr ge­währen konnte, war der Unternehmer genötigt, den Betrieb einzustellen.

Srcis Büdingen.

? QI t bba, 23. Juli. Die von bem StaMW> stand beschlossene Umwandlung de» alten Friedhof- in eine städtische Anlage gelangt jetzt zur Durchführung. Der Friedhos. der seit vier L^rbrzehnten nicht mehr benutzt wird, liegt an der Bahnhofstraße und ist auf drei Seiten umbaut. Er ist mit einem dichten Baum- und Strauchwerk bestanden, da» sich um so freier ent­wickeln konnte, weil die Gräber nicht mehr (Fl'flcgt wurden. Bei ber Freilegung der Umfassungs­mauern stieß man aus Grabsteine, bie m die West- tranb eingeiallen und zum Teil noch sehr aut er­halten sind. Sie reichen bis zum 'Beginn de» 17. Jahrhunderts zurück und nennen Raman, die mit der kulturellen unb wirtschaftlichen Entwickelung unseres Städtchens unb des nachbarlichen Bad Salzhausen auf- engste verknüpft sind. Die noch auf den Gräbern stehenden Steine, bie bem 18. und 19. Jahrhundert entstammen, sollen, so weit keine Familie Anspruch auf sie erhebt, an ber Hmfassungsmauer Aufstellung finden. Sie be­zeichnen die Ruhestätte vieler ehemaliger 'Beamten, sowie der Vorfahren an gesehener Qlibbaer Fa­milien.

Kreis Schotten.

§ Ulrichstein, 23. Juli. Don Montag bi» Mittwoch wurde hier der weithin bekannte Hl- rich st einer Jakobimarkt abgehalten. Auch in diesem Jahre bewährte diese» Hauptfest un- sereS Städtchen- wieder seine gewohnte An­ziehungskraft: besonders ließen eS sich, wie immer, viel» alle, nach aufwärts lllri<bftemcr

nicht nehmen, z. T. au» weiter Ferne hierher zu eilen, um die Markttage in ihrer Heimat zu verleben. Rindvieh» und Schweinemarkt an ben beiden ersten Tagen zeigten einen guten Auf­trieb. der Verkauf war in Anbetracht der schlech­ten Zeiten leidlich, bte Preise freilich fehr ge­drückt. Reges Treiben entwickelte sich am Mitt­woch beim Krämermarkt, zu dem sich auch die Bewohner der Nachbarorte in Scharen einfan- den. 85. Stände waren aufgeschlagen, etwa 20 mehr als im Vorjahre. Das Geschäft war fehr unterschiedlich, im ganzen wohl schwächer, al» in den letzten Jahren. Karussell unb sonstige Unterhaltung riefen bei den Schulkindern große Freude hervor, bic Jugend kam an den Aben­den im gut besuchten Festzelt beim Tanz au ihrem Recht. Das am Mittwoch noch einsetzende gute Wetter begünstigte den Fefiverlauf sehr.

preuhen.

Oer Besuch der Marburger Universität.

Marburg, 23. Juli. (WSR.) Rach einer end­gültigen Ucbcrsicht beträgt die Zahl der in diesem Äommersemester an der Universität Mar­burg immatrikulierten Studierenden 4311, davon 986 Frauen. Diese verteilen sich auf die einzelnen Fakultäten wie folgt: Theologische Fakul­tät 516 (32), Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 792 (67), Medizinische Fakultät 1169 (181) und Philosophische Fakultät 1834 (706). Hierzu kom­men noch 86 (27) Gasthörer. Der Gesamtbesuch be­trägt somit 4397 (1013).

Ein begehrter posten.

W e st e r b u r a, 23. Juli. (WSR.) Auf die Aus­schreibung der hiesigen Bürgermeifterstelle sind 18 7 Bewerbungen eingegangen.

Falschgeld auf dem Westerwald.

Marienberg, 23. Juli. (WSR.) Im Gebiet des Oberwefterwaldkreises sind falsche Zweimarkstücke aufgetaucht. Die Falsifikate unterscheiden sich von den echten Münzen durch metallenen Glanz, schlechte Prägung und eigenarti­gen Slangton beim Aufwerfen. Die Polizei ist den Herstellern auf der Spur.

Kirchliche Jlocbrid)fen.

Israelitische Religion-gemeinLe. Gottesbienst in der Synagoge (Sübanlage). Samdtag, 25.3ulL Vorabend: 7.45 Hßr; morgen»: 8 30 Hhr: abends: 8.35 unb 9.15 Hhr.

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