9JL-*fpont
Oer DezirtSmeister in Gießen.
VfB. Giehen-VT. 03 Kassel 1» (1:0).
DaS DerbandSspiel, da« am Sonntag nachmittag vor vielen Zuschauern aus dem Wald- sporiplatz au-getragen wurde, erfüllte und Übertraf zum Teil alle Erwartungen Die Erwartungen wurden insofern übertroffen, als die Q3f*B.er eine Partie lieferte, wie man sie von der Mannschaft bi-her nur selten sah Die Siebener traten in folgender Aufstellung an: 'Balfer; Schneider, Dinget; Leutheuser, Henrichs. Lehrmund; Schmidt, Bärenfänger, Haupt. OBlobared, Fehling
3n der ersten Halbzeit blieben bie Hiesigen ftänblg leicht feldüberlegen, arbeiteten in schöner Kombination zusammen, trugen manchen flotten Angriff nach vorne, der allerdings oft genug oop der gegnerischen Verteidigung aufgehalten, oder aber vom Torhüter unschädlich gemacht wurde. 3n der ersten Halbzeit hätten sich die Siebener unbedingt einen gröberen Vorsprung sichern müssen. Die Gegner zeigten sich durchaus nicht so hervorragend, wie man e- dem Titel entsprechend erwartet hätte und waren Reichlich nervös Die Aktionen der Kasseler lieben an Exaktheit zu wünschen übrig, dazu waren die Gäste im Zuspiel und in der Ballbehandlung leichtfertig und verscherzten sich damit don vornherein manche Chance. Die VfB er gerieten dagegen überraschend schnell in Fahrt, erwiesen sich den Gästen als durchaus gleichwertiger Gegner und schufen manche gefährliche Situatlon vor dem gegnerischen Tor. Die Vesten in der Mannschaft waren Lehrmund, Wlodareck und Schmidt. Haupt zeigte sich etwa- different, Vingel war nicht sehr in Form, hielt aber feinen Posten Henrich- sehr eifrig. Värensänger gut, wenn auch nicht immer zielbewubt genug. Balser war seiner Mannschaft ein starker Rückhalt. Der Kamps wurde sehr fair durchgeführt, der Schiedsrichter amtierte, abgesehen von einigen Kleinigkeiten durchau- zufriedenstellend
Der Spielverlauf brachte zunächst tastende- Hin und Her. Die VfVer lagen bald vor dem Kasseler Tor, spielten stet- leicht überlegen, ohne zunächst zählbare- erreichen zu können. Die Kasseler fühlten sich etwa- unsicher, waren sichtlich nervöS und versuchten durch gegenseit ge Zuru e da- zetweiliz mangelnde Verständnis herzustellen. 3n der 10. Minute fiel au« einem Eckball heraus da« einzige Tor für die VfVer. Der Gästetorwart war Daran nicht unschuldig. Die Hiesigen, dadurch ermutigt, brachten Angriff auf Angriff nach vorne, aber der Erfolg blieb auS. Mit 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Vach der Pause rossten sich die Gäste etwa- mehr auf, bemühten sich um genaueres Zusammenspiel, erzielten zunächst auch den Au-gleich. Vach wie vor sah man nun verteilte- Fe'.dspiel, die Kasseler rückten al* mäblich auf, aber auch die (Siebener waren weiterhin aktiv und legten manchen Angriff vor. Beide Torhüter muhten verschiedentlich eingreifen. Balser erwies sich einige Male als sehr auf dem Posten. Einige Ecken auf beiden Seiten brachten nicht- ein. 3n der 22. Minute wehrt: Balser einen Ball ab, muhte den Vachschuh aber passieren lassen. 2:1 für Kassel. Der Rest der Spielzeit stand nunmehr im Zeichen der Gäste. 3n flüssiger Kombination drängten sie zum Tor der Grün-Weißen. 3n der 39. Minute verwandelte ein freigespielter Stürmer einen Bail völlig unbehindert zum dritten Tor. Trotz eifrigem Bemühen b?r V.Ber gelang eS ihnen nicht mehr, das Ergebnis au korrigieren. Ehrenvoll unterlegen muhten fie den Platz verlassen.
Iugendspiel«.
Vor dem Spiel der Ligamannschasten trafen die ersten 3ugendmannschaften der beiden hiesigen Vereine in einem interessanten Lokalderby aufeinander. Die DfD.er zeigten fich von ihrer
Das bißchen Erde.
Vornan von Richard Ekowronnel.
Copyright by I. Engelhoms Nachf.. Stuttgart.
39 Fortletzung Nachdruck verboten
So schwatzte er fort, und Malte hörte ihm lächelnd au. Weshalb sollte er sich und dem andern die Wiedersehenssreude mit trübem Unkenruf verderben? Die Vertreibung hier aus dem Paradiese kam ja ganz von selbst und früh genug . .
AIS der kleine Maler endlich gesättigt den Teller -urückschob, drückte Malte auf die Schelle: „Jetzt vorwärts. Lentz, da- Beste, was wir im Keller haben! Heute ist ein Freudentag ... Und nicht zu wenig gleich, damit du den Weg nicht noch ein paarmal zu machen brauchst!"
..Ehe", sagte Lentz mit einem zweifelnden Blicke auf das schäbige Röcklein des Gastes, „da sind noch vier Flaschen 1875er Chateau Margaur da. Schloftabzug. Wir haben sie immer aufgehoben, wenn mal wer so recht schwer krank sein sollte" ...
..Hol sie nur rauf", erwiderte Malte lachend, 'nem Gesunden bekommen fie erst recht. Und wir müssen uns sowieso ordentlich dranhalten, sonst geraten all die guten Tropfen hier womöglich noch in eine falsche Kehle" ...
E« gab einen langen Abend danach. Peter VLgelern wuhte von seiner Wanderung noch einen ganzen Sack voll luftiger Schnurren zu erzählen, von ihren gemeinsamen Erlebnissen auf der langen Reife sprachen sie, und merkwürdig war es. wie leicht sich chnen all die Entbehrungen und Strapazen in der Erinnerung ausnahmen. 3n der Wirklichkeit damals waren sie oft ganz verzweifelt gewesen, hatten zuweilen schon alle Hoffnungen aufgegeben . .. Und endlich, bei der dritten Flasch: de- köstlichen Weines, schloß auch Malte fein Her; auf, erzählte, wie feindselig ihn die so helft ersehnte Heimat empfangen hätte: sprach von der herben Enttäuschung der letzten Wochen, und wie er danach ganz verzagt und zu Boden geschlagen wäre, sich nicht mehr zu raten noch zu helfen wüßte ...
Der kleine Maler hatte teilnahmsvoll zugehört.
»Liebes Dräflein". sagte et nach einer kleinen Pause, „ich weift nicht, ob Sie vor die rechte Schmiede gekommen sind, wenn Sie von mir in diesen Liebesaffären einen Rat erwarten oder einen Tip. wie die seltsame Geschichte wohl auf* zuklären wäre. 3ch habe darin zu wenig Erfahrung, ich hatte es bisher immer nur mit einer Hu tun, der Apothekerstochter, von der ich 3hnen in Afrika drüben erzählte, wie wir einander mal die Herzen ausschütteten. Wenn Sie eS inter- effiert ... Ich hab' sie nach meiner Rückkehr
besten Seite, spielten wuchtig, ideenreich und waren stet- außerordentlich flink. Auch in der Ballbehandlung waren die Grün-Weiften den Mannen der Spieloereinigung etwa- überlegen. Die 1900er spielten anfangs etwa« nervös, manchmal auch nicht energisch genug und nützten die sich bietenden Torchancen nicht auS. Die 1900er muhten sich dem besseren und mehr auf Erfolg eingestellten Spiel der VsB'er mit 3:1 (1:0) Toren beugen
Gpielvereinigung 1900 Gießen.
1900 (Liga) gewinnt in Wiesenbach 5:1 (1:0).
Die Siebener überwanden die Klippe leichter, als man zu hoffen wagte. Der 5:l-6iep entspricht dem Ergebnis der letzten Begegnung in Wiesenbach. Gemessen an den Leistungen mutzte man beim Gastgeber beträchtlichen Form rück gang feststellen. Der Platz, mit Swinen besät, machte ein planvolles Spiel unmöglich. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Die (Siebener Elf. die mit Ersatz spielte, brauchte lange, biS sie sich mit den ungewohnten Platzverhältnissen vertraut gemacht hatte und -um ersten Treffer durch Wilhelms einsenden konnte. 1900 war in der ersten Spielhälste, mit Rückenwind bergab spielend, grob überlegen. Der Kampf spielte sich saft auSschlietzlich in Wiesenbachs Spielhälste _ ab. Wiesenbach- guter Torhüter hatte alle Hände voll zu tun. Der Ball landete oftmals nur knapp über und neben dem Tor. Lippert als Mittelläufer war in ausgezeichneter Form.
Vach der Pause setzte sich 1900 gleich vor Wiesenbachs Tor fest. Allmählich machte sich aber auch der Gastgeber ossensiver bemerkbar und hätte leicht zum Ausgleich kommen können, da ein (Siebener einen Hand-Elsmeter verschuldete. Wißmar wehrte aber Schub und Vachschub entschlossen ab. Bald hieb es durch Heilmann 2:0. 3m Anschluß daran fiel daS Ehrentor für Wiesenbach. Wibmar wagt in höchster Bedrängnis eine Fuftabwchr. Hellmann köpfte bald darauf einen vom Torwart gewehrten Ball zum 3:1 für (Sieben ein. 9100 liegt jetzt nun wieder fortgesetzt im Angriff. Der Crfayhalbrechte Schneider erhöhte durch zwei wuchtige Flachschüsse zum 5:1 für 1900. Hellmann gefiel sehr gut, Langsdorf lieferte ein ausgezeichnetes Spiel. Schlarb auf RechtSautzen mützte schneller flanken, Wiihelmi sollte den Körper mehr einsetzen.
Auch die Reserve kehrte von Ahlar mit 5:1 siegreich zurück Es klappte diesmal ausgezeichnet im Sturm. Die dritte (Lehrmannschaft) spielte mit Ersatz gegen Steinbachs erste Mannschast in (Sieben und gewann ebenfalls mit 5:1 Toren.
Die vierte Els wollte nicht zurückstehen und landete in Leihgestern im Verbandsspiel einen weiteren Sieg (2:1). Es ist daS erste Mal, daft 1900s Vierte gegen Leihgesterns auher- ordentlich spielstarke Zweite auf dem gefürchteten Leihgestemer Platz Sieger blieb.
3ugendspiele.
Die 3. 3ugend siegte über Dutenhofen mit 8: 0. 3n einem sehr fairen Spiel waren die technisch besseren 1900er von Anfang bis Ende überlegen, doch hätte dem Gast auf Grund feine» Eifers das Ehrentor gegönnt werden können. — Die 1. Schüler warteten vergebens auf ihren Gegner. Ohne Angabe des GrundeS blieben die 1. Schüler des VfB. au«. — Die 2. Schüler weilten in Steinberg, doch mutzte kurz nach Beginn da« Spiel abgebrochen werden, da der aufgeweichte Platz nicht spielsähig war.
Sandball im Gau Hessen (O.T.)
Wei st er kl affe: Tv. Grotzen-Buseck l gegen Polizei Butzbach l 1:4 (0:3); Tv. Alsfeld l gegen Tv. Heuchelheim I 5:3 (2:2); T. u. Spv. Butzbach l — Tv. 1848 (Sieben 1 6:11 (4:4); Epvg. wiedergesehen. 3ch konnte mir's doch nicht verkneifen, den Kurs über mein Heimatstädtchen zu nehmen — Sie verstehen mich —, um mal nach- zusehen, was sich dort in den zwei Jahren geändert haben mochte. Es war ein gemischtes Vergnügen. Ein paar von den würdigen Verwandten, die mir prophezeit hatten, ich würde einmal Hinterm Zaun verrecken, hatten ja inzwischen selbst das Zeitliche gesegnet .. leider nicht alle! Und mein braune« Apothekertöchterlein schaukelte ein Kind. Stand am Fenster eine« schönen Hause« am Markt und hielt einen strammen 3ungen im Arm, lachte mit ihm und war anscheinend sehr glücklich. Oben an dem Hause aber prangte an einem groben Firmenschilo der (Karne des Erzeugers: .Franz Müller jr.. Manu- sakturwaren, Wolle und Leinen .. / Es war schon immer ein sehr tüchtiger junger Mann gewesen, und die Frau Apothekerin hatte recht gehabt. mit Wolle und sauberer Leinwand verdiente man entschieden mehr, als wenn man diese letztere mit Oelfarben beschmierte. 3ch stand einen Augenblick und rechnete nach, wann mein Liebchen mich wohl schon vergessen haben mochte, und kam zu einem recht betrüblichen Ergebnis. Kaurn ein Vierteljahr hatte es gedauert, bis Herr Müller junior über mein Andenken den Sieg davongetragen hatte ... Das tat recht weh ein Paar Tage lang, dann aber fing ich allmählich an, mich aufzurichten. Daft ich in eine ziemlich unzulängliche junge Dame wohl zu viel von meinem Allereig:nsten hineing:1rag:n. fie auf ein Piedestal gestellt hatte, das ihr nicht zutam ... Ich hatte mich damals an dem unweigerlichen Vein ihrer Eltern fast verblutet, ging in die Wüste, sie aber tröstete sich drei Monate später schon mit einem andern ... Wenigstens meine Todesnachricht hätte sie abwarten können, oder ob nicht doch etwas aus mit würde. Sie hatte ja nur noch ein 3ahr bis zu ihrer Mündigkeit und war dann frei in ihren Entschlüssen" ...
Er brach ab, sah trübfinnig in fein Glas und trank es auf einen Schluck leer, lieb es fich wieder füllen ...
„Sie haben hier bei 3hnen im Mecklenburgischen für solche Dinge ein ganz ausgezeichnete- Sprichwort: .Dat is so. as bat Ledder i6‘ ... Und vielleicht finden Sie in meiner Geschichte auch eine kleine (Nutzanwendung für 3 b r trauriges Erlebnis, (Sräflein ... Wenn die junge Dame, von der Sie erzählten, nicht bloh ein frivole« Spiel mit Ihnen getrieben hat, wird fie wiederkommen. Unmöglichkeiten, meine ich, gibt e« nicht für eine Frau, die wirklich liebt ... Sin paar Minuten am Tag wird sie doch für sich haben, um eine Zelle mit Bleistift kritzeln zu können: Harr aus. wart auf mich' ... Und auch die Möglichkeit, diese Zeile in den Postkasten zu befördern. Alle« übrige ist Unsinn und faule Ausrede" ...
1900 (Sieben I - Tgm. Friedberg I 3:12 (2:3); Tv Gobfelden I — Tv. Kirchham! 2:2 (2:0).
^-Klasse Tv. Wetzlar II - Tv- Allen- dotf I 0:2 (0:1); Spvg. 1900 (Sieben II gegen Tv Ttei« I 8 6 (4.2), Tv Gröben-Linden l gegen T u Spv Butzbach N 10:4 (8:2); Tv. Lützellinden I — Tv. Pohl-Gön« l 2:5 (1:3); Tv Ortenberg I — Tv. Gedern l 1:5 (0:3); Tv. Hirzenhain! — Tv- Merkenfritz I 3: 3 (2:1); Tv Grünberg ! -- Tv Vieder-Ohmen I 3:3 (2:1).
8-Kl affe: Tv Pohl-GönS II — Tv. Kirch- Gön« I 2:6 (1:2).
C - Ä I a f I e Tv Krofdorf II — Tv. Grob- Rechtenbach l 3:4 (1:2).
Jugendklasse Tv Wetzlar 3gd. gegen Tv Heuchelheim 3gb 5:2 (1:1); Tv. Hochelheim 3gb. — Tgm. Friedberg 3gd. 4:5 (3:1): T- u. Spv. Butzbach 3gb. — Mtv. (Sieben 3gd. 2:3 (2:3).
1900 I — Igmbe. Friedberg I 3:12.
Da« Spiel der Friedberger am Sonntag zeigte, daft die von der Mannschaft bi-her erzielten hohen Resultate keine ZufallSetfolge waren. 3n der ersten Spielhälste sah e« allerdings gar nicht nach einem hoben Sieg der Gäste auS. Sie führten zwar sehr bald mit 3:0 Toten, aber die 1900er batten ebenso schnell den Vorsprung biS auf ein Tot ausgeholt. Vach dem Wechsel waren jedoch die Turnet vollkommen Herr der Lage und auch imstande, dies zahlenmäßig Hum Ausdruck zu bringen. Die 1900er tarnen hingegen bei ihren wenig syftemvollen Angriffen nur noch einmal Aum Erfolg. Zur Mannschaftskritik ist zu sagen, daft sich der Sieger durch grobe Schnelligkeit, gute Ballbehandlung und gesunden Torschutz au«- zeichnete Die SpiewereinigungSleute zeigten ein lahmeS Spiel und konnten durch zu lange« Ball- Halten im Sturm nie recht gefährlich werden.
1900 D — Io. Ire!» I 8:6.
Sin äutzerst wechselvoller Kampf, den die 1900er durch gröbere Durchschlagskraft im Sturm — der LinkSauhen war sehr gut aufgelegt — gewannen.
•
T. u. Spv. Butzbach I — Tv. 1846 I 6:11 (4:4).
Die Hiesigen, die in stärkster Aufstellung nach Butzbach gefahren waten, zeigten ein seht schönes Spiel- Besonders der Sturm, seit langen 3ahren das Schmerzenskind der Mannschast, konnte gut gefallen. Krämer tat sich im Torschuß hervor. Sechs Erfolge kommen allein auf sein Konto. Allerdings wurde er auch von seinen Veben- Icutcn seht gut unterstützt. 3n der Hintermannschaft wollte es in der ersten Halbzeit nicht fo recht klappen. Vach der Pause ging eS aber um so besser und der äutzerst flinle Sturm der Platzherren konnte kaum mehr gefährlich werden. Das Spiel fing für 1846 wenig verheißungsvoll an, denn innerhalb zehn Minuten konnte Butzbach zweimal unhaltbar einsenden; doch ebenso schnell batte (Sieben aufgeholt. Mit 4:4 ping e« in die Pause. Die zweite Halbzeit gehörte fast auS- schlietzlich den 1846em. Butzbach hatte nichts mehr zu bestellen. Dem trickreichen Stürmerspiel wat die gegnerische Hintermannschaft nicht mehr gewachsen, so dab Dietzen vethältniSmätzig leicht 11:6 gewann. Schiedsrichter 3 e n h s ch vom VfB. Gieften wat dem Spiel ein gerechter Leiter.
Radsport.
RE. Germania 1899 Dietzen „(Saumelfter“ im 6et Rasenradball.
3n Krofdorf kam am Sonntag die Oaumeifter- schaft im 6er Rasentadball des LahngaueS (B. D. R.) zum Austrag.
Es mögen wohl an die 400 Zuschauer gewesen fein, die den jederzeit fairen und spannenden Kamps mit 3ntetesse verfolgten. Vach technisch überlegenem Spiel errang Die Mannschaft der „Germanen" • (H. Preis, K. Schwenkbet, L. Schlund, R. Siebert, W- Stammel, A. Baum) einen 3:0-Sieg über die Ktofdorfet „Teutonen" und errang somit den Gaumeistettitel für daS
3aht 1931. Den sehr eifrigen „Teutonen" fehlt« die technische Ausgeglichenheit, die für den Sieg die Voraussetzung Ist.
Der (Siebener Radfahrer-Verein von 1885 hatte wohl feine Meldung abgegeben, trat jedoch nicht an, so dab sich nur die beiden vorerwähnten^ Gegner gegenüberstanden.
Arbeiter Tunv und Gportbund.
Dorheim I — Gießen I 1:0.
Gieften war in Dorheim zu Gast und mufttc dl« Erfahrung machen, daft die Dorheimer aus eigenem Platz schwer zu schlagende Gegner sind. Trotz reichlicher Torgelegenheiten gelang c» ihnen nicht, da« Schlufttrio der Einheimischen zu überwinden. Halbzeit 0:0. Nach dem Wechsel ging Dorheim mächtig au» sich heraus und konnte da» erste und letzte Tor de» Spiele» erzielen.
Heuchelheim I — Kieder-Alorstadt 1 4:2.
Nieder-Florstadt war in Heuchelheim au Gast Bereits nach wenigen Minuten konnten die Gastgeber in Führung gehen und erhöhten auf 2:0 Die Gäste holten bi» zur Halbzeit 1 Tor auf. Nach dem Wechsel erhöhten die Platzbesitzer auf 4:1. Die Gäste erzielten dagegen nur noch ein Tor.
Rieder Wöllstadt I — Raunheim 1 4:4.
Die Einheimischen kommen durch einen Elfmeter» ball zum Führungstreffer und erhöhten bi» zur Halbzeit auf 3 Tore, denen die Gäste nur ein Tor entgegensetzen konnten. 3n Der zweiten Spielhälfte legte Naunheim ein schnelle» Spiel vor und erzielte den Ausgleich. Im weiteren Verlauf des Spiele» übernahmen dann die Gäste die Führung, sie muhten sich schließlich aber doch mit einem Unentschieden zufrieden geben.
wieseck I — Wetzlar I 5:3.
Anläßlich de» 2öjäbrigen Bestehen» de» Freien Turn- und Sportverein» Wieseck sand eine Anzahl Spiele auf dem Platze de» Festoerein» statt. Im Hauptspiele standen sich Wieseck I und Wetzlar 1 gegenüber. Gleichwertige Gegner rangen um den Sieg. Die Wiesecker stellten zur Halbzeit das Ergebnis auf 3:0. Nach dem Wechsel wurde Wetzlar besser und konnte auf 2:3 verkürzen. Dann lag Wieleck wieder mehr im Angriff und erhöhte auf fünf Lore. Die Gäste vermochten lediglich auf 5:3 zu reduzieren.
wieseck II — Burkhardsfelden I 9:2.
Im Serienspiel standen sich diese Mannschaften gegenüber. Die Gäste kamen durch mäßige Entscheidungen de» Unparteiischen zu zwei Ersolgen, die sie bis Halbzeit halten konnten. Nach dem Wechsel fielen in gleichmäßigen Abständen neun Tore, für Wieseck. Außerdem spielten Wiesecks 1. Jugend — Hachborn» Jugend 3:1; Wiesecks 2. Jugend — Naunheim- Jugend 1:0.
Gieften II — Marburg I 1:4.
In der ersten Hälfte war Gießen tonangebend und führte bei Halbzeit mit 1:0. Nach dem Seitenwechsel kam Marburg erfolgreich auf und verließ al» verdienter Sieger da» Feld.
Allendorf I — Waldgirmes I 1:4
Die Mannschaften spielten flott, aber hart. Der Bessere riß den Sieg an sich.
Saasen I — Beuern I 6:0.
Mit stark verjüngter Manschost trat Beuern In Saasen an. Die Platzbesitzer, körperlich und technisch stet» überlegen, erzielten Tor auf Tor.
cindenstruth I — Heuchelheim II 3:0.
Heuchelheim war mit nur acht Mann zur Stelle und mußte alle straft aufbieten, um eine höhere Niederlage zu verhindern.
Grünberg I — Rüddlngshausen I 8:0.
Rübdingshausen war in Grünberg zu Gast. Die Platzbesitzer waren überlegen und konnten In gleichmäßigen Abständen acht Tore erzielen. Den Gälten blieb selbst das Ehrentor versagt. Die 2. Mannschaft von Grünberg mußte gegen Annerod I eine 2:0- Niederlage hinnehmen.
„Holla, Malcrchcn", sagte Malte, „nicht so voreilig! Wer sagt Ihnen denn, daft sie meine Antwort auf ihren Brief überhaupt bekommen hat?"
Peter Nägelein hob die schmächtigen Schultern.
„Ich weift nicht, es ift etwas bei Ihrer Geschichte, was mich ftoftt. Allerhand ... gegen die sogenannten unverstandenen Frauen hab' ich überhaupt ein Misstrauen! Meine Wirtin in München beklagte sich auch in dieser Hinsicht, fgleich am ersten Abend, und ehe ich mich versah, ehnte sie an meiner Brust ... ,Ach', sagte sie nur, aber ich weckte sie aus ihrer Ohnmacht nicht auf. Vach meiner Schätzung wog fie zweihundert Pfund — ich vermochte nicht daran zu glauben, daft in einer fo starken Leiblichkeit eine empfindsame Seele wohnen sollte! Unb ich hatte recht. Vach zehn Minuten kam sie ganz von selbst wieder zu sich, kündigte mir wegen Lieblosigkeit zum nächsten zulässigen Termin" ...
Malte wollte zornig aufbegehren, der Kleine aber hob die Hand.
„Ich weift schon, (Sräflein, daS ist ein unwürdiger Vergleich. Aber da ich neben meiner Rotte als Hanswurst zuweilen auch den ernsthaften Menschen spiele: morgen werde ich nach Berlin fahren, auf Ihre Kosten natürlich! Wenn ich wieder zurückkomme, werden wir ganz genau Bescheid wissen. Ob wir vor Freude den Tanz der Matabele aussühren dürfen — besinnen Sie sich noch, wie die schwarzen Kerle die Glieder verrenkten? — oder eine Trauerpulle trinken, am Grabe vernichteter Hoffnungen. Einverstanden?"
Unb als Malte nickte, fuhr er lebhafter fort: „Das anbre aber, das biftchen Hab und Gut? Du mein lieber Gott — Wer wird sich von solchen Unbeträchtlichkeiten denn gleich niederschlagen lassen?! ... 3m (Notfälle male ich die Schandtaten ihres Herrn Onkels auf eine große Leinwand, wir kaufen einen Leierkasten und ziehen auf den Jahrmärkten herum. 3ch verfüge über eine poetische Ader und einen leidenschaftlichen Tenor — Sie brauchen bei den Pointen nur mit dem langen Stock auf bie bilbliche Darstellung zu tippen! ... Aber noch find wir ja nicht so weit. 11 nb ich kann mir nicht helfen — einem so anständigen Kerl wie Ihnen, kann es nicht schief gehen! Der liebe (Sott hat sicherlich mit Ihnen ganz was Besonderes vor, daft er Sie fo schüttelt und beutelt Eine Läuterung vielleicht, um aus Ihnen ein ausgesuchtes Musterexemplar von mecklenburgischem Edelmann zu ziehen. Irgendwas wird er mit Ihnen schon im Sinn haben" ...
„Der liebe Gott?" fragte Malte bitter. „Ich hab' nicht viel von ihm gespürt, so lang ich auf der Welt bin." ... Und der Kleine sagte schlicht: „Ich glaub’ an ihn. (Nur natürlich, er hat keine Zeit, sich um jeden Quark zu Kümmern. Damals aber vor Tabora, al« Sie toeiter- marschieren sollten mit den Riggern, da bat
ich ihn so recht demütig, herzlich und inständig. Er half mir, Sie kehrten um" ...
„DaS war doch selbstverständlich", erwiderte Malte, aber er entsann sich, wie seltsam ihm damals zumute gewesen war. Fast als hätte ihn jemand am Warn« zurückgerissen: „Kehr um!" ...
Danach schwiegen sie, bie letzte Flasche blieb ungetrunken. IInb als Malte sich auf fein Lager streckte, war ihm ein wenig leichter zu Mute. Diel helfen konnte ihm ber kleine Maler ja nicht in seinen Bedrängnissen, aber es war schon eine Wohltat gewesen, sich einmal ordentlich gründlich aussprechcn zu dürfen zu einem ernsthaften und mitfühlenden Menschen, den baS Schicksal auch nicht mit sanften Händen angefaftt hatte. Oder der liebe (Sott ... wer mochte baS wissen?---
Am andern Vormittag — die Sonne schien längst schon über Berg und Tal — wachte Malte von einem hellen Lachen auf, das unter den Fenstern seine« Schlafzimmer« erklang. Drei Stimmen lachten da durcheinander ... zwei davon kannte er ganz genau, bie von Lenh und Miken, bie brittc aber ...? Ja richtig! Peter Vägelein, bas Malerchen, daS gestern gekommen war ... Mit beiden Beinen zugleich stieg er andern Bett und lugte durch die Ritzen der Läden ...
Da saß Miken unten auf einem Stuhl in ihrem besten Sonntagsstaat, der Maler hatte einen großen Papierblock auf den Knien und zeichnete eifrig. Lentz aber sah über die Schulter zu. schmunzelte über daS ganze verwitterte Gesicht, und plötzlich lachten alle drei wieder hell auf — Peter Vägelein hatte wohl zur Kurzweil eine feiner Schnurren erzählt! ... Sa lieft Malte sich kaum die Zeit, in Die Kleider zu schlüpfen, und stieg eilends hinunter. Und so vereifert waren die drei, daft sie gar nicht merkten, wie er sich im dichten Haselbusch vorsichtig heranpirschte. Da stand er eine ganze Weile lang, sah mit seinen scharfen Augen, wie auf dem weiften Papier mit raschen, sichern Strichen das Bild der alten Miken entstand. Und eine Art von Veid stahl sich ihm ins Herz: der konnte etwas, ber Kleine! Wie es auch kam. er verstaub eine Kunst, bie ihn in schweren Zeiten über Wasser hielt, später vielleicht zu Erfolgen unb Wohlstand führte. Er aber hatte nichts weiter gelernt, als ein widerspenstiges Roß zu meistern unb mit ber Kugel ins Schwarze zu treffen. DaS waren brotlose Künste — jeher Stallknecht konnte sie und jeber Iägerlehrling ... Unb in diesem Augenblicke leistete er sich einen heiligen Schwur. Wenn ihn das Schicksal auf dem Platze ließ, für den er feil Anbeginn bestimmt war, wollte er lernen unb lernen, um als ein rechter Herr dazustehen, der feinen Besitz zum Segen verwaltete für sich und die, die zu ihm gehörten ...
(Fortsetzung folgt.)


