Mittwoch. 2'. September 1951
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)
ßr. 222 droettes Blatt
Aus dem Reiche der Frau
ium
ein
1 Butter goli Brotwürfel, löffeln bei
Erprobte Rezepte.
Garnierte Rinderbrust. Das Fleisch wird mit Solz und in Scheiben geschnittenen Mohrrüben. Peterfilienwurzeln und «cllerie reichlich mit kaltem Wasser bedeckt aufs Feuer gesetzt und lang- sam gar gekocht, etwa drei bis vier Stunden. — Die Rinderbrust wird streifenweise mit dem mit- gekochten Gemüse, ferner in Scheiben geschnittenen Gurken und geriebenem Meerrettich garniert.
einige Tropfen Maggiwürze, reichlich Fett zi Braten der Kartoffeln. Zubereitung: Die ftartoffi in Scheiben, das Fleisch würslia schneiden und beides zusammen in heißem Fett schon goldgelb braten, die drei Eier mit 3 Eßlöffeln Milch verklapsen, einige Tropfen Maggiwürze darunter ziehen, über die Kartoffeln geben und unter vorsichtigem, öfterem Umdrehen das Ei über den Kartoffeln dick werden
furt ä. M. da» .Reich der HauSsrau" in einer großen Ausstellung zeigen. Deutsche Arbeit und knutsche Ware werden den Inhalt bilden, denn die Hausfrauen. olS größte Gruppe der Der- braucher find vor allem berufen, der deutschen Wirtschaft Verständnis und Llnterftühung in ihrem schweren Kampfe entgegenzubringen. Tie# kann aber nur geschehen, wenn die HauSfrou die Zusammenhänge zwischen Produktion und und Konsumtion erkennt, wenn sie Warenkunde besitzt, dadurch wieder richtig einzukausen versteht, und auf diese Weise den einheimischen Handel unterstützt. Das große Reich der HauSfrou wird lebendig zu jeder einzelnen Hausfrau sprechen. Industrie und Technik. Handel und Gewerbe. SmährungSwif'en- schast und Hygiene werden prakttsch ihre Srrungen- schasten zeigen, damit die HauSsrau in ihrem eigenen Reich die zweckmäßigste Verwendung der vorhandenen Mittel vornehmen kann. In dem großen Reiche werden sich Abteilungen für Gas und Elektrizität. Haus- und Küchengeräte. Srnöh- rungSmittel. Wohnungseinrichtungen, Aus-
noch durch 8 bis 10 Tropfen Maggi's Würze verfeinert hat. gut durcheinander. Hieraus formt man gleichmäßig große Kloße und kocht diefe etwa zehn Minuten in siedendem Salzwasfer. Man nimmt die Kloße mit dem Schaumlöffel vorsichtig heraus und gibt £te zu Tisch. ,
Verwendung von Fleischresten. Die Flcischreste werden mit gehackten Zwiebeln durch die Hackmaschine gedreht und mit der Braten, oder Flcischsoße zu einem dicken Brei auf dem Feuer schnell abgerührt. In eine gefettete Form wird dieser Fleischbrei gedrückt, in die Mitte und ringsherum mit einem Löffel kleine, runde Vertiefungen gemacht und in jede ein Ei hineingefchlagen. Jedes Ei bestreut man mit Salz und geriebenem Käfe und übergießt das Gericht mit faurern Rahm. Der Auflauf wird im Ofen überbacken und evtl, eine Tomatensoße dazu gereicht.
Verwendung von Fischresten. Diese Reste werden von Haut und Gräten befreit, fein- gewiegt und mit gehackten Zwiebeln, einem Ei, Salz und Pfeffer, etwas Petersilie und Semmelbroseln vermischt und zu Brisolettes geformt. Dann paniert man sie in Ci und halb Semmel, halb Mehl und bratet sie in Fett goldbraun. Sie eignen sich sehr gut zur Gemüsebeilage oder zum Salat.
Käseschnitten. Altbackene Brötchen werden in fingerdicke Scheiben geschnitten, mit Butter bestrichen und darauf eine dicke Käseschicht gelegt die man aus geriebenem Käse, halb Schweizerkäse, einigen Löffeln saurem Rahm, Eigelb und etwas Paprika gerührt hat. Die Schnitten läßt man im Ofen überbarfen und serviert sie recht heiß.
Gernüsepudding. Beliebiges Gemüse, etwa Blumenkohl, Schoten, Karotten, Rosenkohl, auch Pilze kocht man in Salzwasser ab ober dünstet sie in Butrer. Dann wird das Gemüse und die Pilze in kleine gleichmäßige Stücke geteilt, mit zwei Eidottern vorsichtig vermischt, zuletzt der steif geschla-, gene Schnee hinzugcgcben und der Pudding in gebutterter Form im Ofen gebacken. Bechamelsoße wird dazu gegeben.
Bauernfrüh st ück (für 3 Personen, 25 Minuten). 1,5 Pfund gekochte Kartoffeln, 150g Schinken- oder Rauchfleischreste. 3 Lier. 3 Eßlöffel Milch,
Die berufstätige Frau unb der Haushalt
Organisation und Kameradschaftlichkeit erleichtern das Leben.
Don Ilse Xenj.
Man kann soviel man will über die Anerkennung oder Ablehnung der fclbftänbigen. berufstätigen Frau sprechen, man kann bei der außer- häuSkichen Arbeit der Frau den Untergang des Familienlebens prophezeien und die ffrau al« schuldigen Teil an dieser Auslösung hinstellen. Tatsache bleibt, daß über 80 v. H. verheiratete Frauen und Mütter eine berufliche Tätigkeit au«- üben müssen, um zu dem notwendigen Unterhalt der Familie ihr Teil beizutragen. Aus diesem Grund sollten alle Vorurteile gegen die berufstätige Frau, die zur gleichen Zett HauS- haltspflichten zu genügen hat, fallen, sollte ihre doppelte Leistung vor allen Dingen von den Männern gewertet und unterstützt werden. Denn gerade den Männern wird es »ur Pflicht der schwer arbeitenden Frau des Jahres 1931 durch kleine Hilfsstellungen und durch vorurteilsfreie Anerkennung ihrer Arbeit das Leben zu erleichtern. Ihnen wird es zur Pflicht gemacht, auf kleine, behagliche Dinge, die eine frühere Frauen- generation in geruhsamen Zeiten ihnen geboten hatte, zu verzichten, sobald sie erkennen, daß ihre Frau selbst auf den größten Teil ihrer weiblichen Berufung, auf die Sorge um die Kinder und Die Pflege der Familie verzichten muß. In diesem Fall können die Männer wirklich deweifen daß sie nicht nur Gatten, Väter und Oberhaupt der Familie sind, sondern Kameraden mit dem Willen zu helfen, erleichtern und immer, bei jeDcr -Arbeit der Frau gegenwärtig zu fein.
Wie aber führt die berufstätige Frau ihren Haushalt? Wie genügt sie den Ansprüchen ihrer Kinder, wie den alltäglichen Forderungen Des Haushalts, wie ihrer weiblichsten Aufgabe, durch ihre heitere Anwesenheit das Familienleben zu verschönern? Heber allem steh' eine aute Lebens- organifation und diese Organisation braucht einen klar denkenden Kopf und die volle Unterstützung färntlicher Familienmitglieder und — fotoeit es vorhanden ist - des gut erzogenen Dienstpersonals. Wan müßte, um diese Fragen klar zu beantworten, einen genauen Stundenplan für Die berufstätige Frau auf stellen: da aber jeber Haushalt abhängig ist von Lebensweise, Anzahl der Familienmitglieder, von finanzieller Lage und verschiedenartiger beruflicher Tätigkeit, so ist es vielleicht von Interesse, die Antwort aus dem Munde zweier berufstätigen Hausfrauen und Mütter zu hören.
schmürfung deS Heims anschaulich vereinigen. Aber neben dieser großen hauSwirtschaf tlichen Schau soll auch gezeigt werden. waS über den Alltag deS Lebens hmauSgeht. Das Wirken der Frau aus sozialem, kulturellem coritatvcm und fünft erifrfe n Gebiete wird durch die verfchiedenen gemeinnützigen Einrichtungen bargcftellt werden. Die Haus- Haltungs- und Berufsschulen werden ein Bild der hauswirtschaf tlichen Erziehung der weib'.ichen Jugend geben. Als Glied in diese Kette gehört die häusliche Lehre und die Ausbildung zur Meisterin der Hauswirtschaft, die ter Frank urtcr HauS- frauenverein in einem LehrhauShalt lebendig vorführen wird.
Jede Hausfrau wird in diefem hauswirtfchaft- lichen Gesamtbereich etwa» für ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse finden, wird neue Anregung und Belehrung erhalten und erkennen, daß ihr Einzelbau-Halt heute untrennbar verbunden ist mit dem großen DolkshauShalt unsere» Vaterlandes. St- F-
Die $rau muß Körperkultur treiben!
Don Dr meb Stephan Westmann. Dozent an der Humboldt-Hochschule, Äeriin.
Tie ffrau insbesondere die berufstätige, bedarf infolge ihrer dreifachen Belastung mit Mutter- vfiichten. Beruf und Haushalt, in stärkerem Maße al» der Wann einer Körperkultur. Diese muß sich in den durch die biologische Eigenart der Frau bedingten Dahnen bewege.i, soll eine gedeihliche Förderung des Frauenkörpers im Hinblick auf Die ihm von der Ratur gestellten Aufgaben <£8ielt werden. 5» sollte selbstverständlich fein, daß bei dem ganz und gar nicht indifferenten Mittel der Leibesübungen wie mit einer stark wirkenden Arznei verfahren wird, die nur der anwenden darf, der über daS biologische Geschehen im Frauen- körper sowie über die Art der Wirksamkeit de» Mittel» und seines eventuellen Schadens genau Bescheid weiß. . .
Der Körper der Frau ist schon vermöge der von ihm verlangten dauernden Fortpflanzung»- bereitfchast und der hierzu vorhandenen empfindlichen und leicht verletzbaren Organe besonders beeinflußbar. — im guten wie auch un schlechten Sinne. SS ist daher dringend notwendig — mehr al» beim Manne bei der ffrau vor dem Beginn der Leibcsübung ihre spezifische Eignung Mt)u- stellen eine (wenn auch nicht schematische) Einteilung der ffrauen in Klassen vorzunehmen, und zwar in solche, die ganz gesund sind und noch nicht geboren haben, ferner in solche, die ohne Mütter zu fein, insbesondere bezüglich ihrer Dauchorgane als nicht voll gesund anzusprechen sind, und endlich in Mütter mit gesunden oder franken Bauchorganen. . ..
Diese nur von Fachleuten zu beurteilenden Unterscheidungen sind notwendig, damit den Lehrenden Hinweise auf die zu fordernde individuelle Behandlung der ihnen anvertrauten Frauen gegeben werden können, — auch im Hi ich lick auf die zu erstrebende Heilwirkung der Leibesubungen bei beginnenden und bei vorhandenen Schädigungen des FrauenkörperS sowie im Hinblick auf ferne beabsichtigte Kräftigung für Schwangerschaft Geburt und Wochenbett. Unb ebenso selbstverstand- lich ist die fortlaufende Kontrolle der Hebenden, um rechtzeitig Fehler abzustellen und möglichen Schädigungen Vorbeugen zu können. Als ein weitere» fruchtbringendes Arbeitsfeld ist die Korper- betätigung der Frau auch jenseii» der Wechscliahre erkannt worden. f
Auf Grund langjähriger Erfahrungen kann für den Frauenkörper im allgemeinen eine vorsichtig ausgewählte Gymnastik und für besonders Geeignete auch ein maßvoller Leistungssport empfohlen werden, wohingegen ein harte», auf Rekordleistung und Wettkampf hinz.clendes Training wegen der öfters dadurch betporgerufenen und beobachteten Schädigungen aozulchnen ist.
3m Reiche der Hausfrau.
Vorschau auf eine inlcre,saute Ausstellung.
Groß und verlockend ist dieses Gebiet, tocilum- fassend in seinen praktischen und idealen Möglichkeiten. Doch wo erschließt e« sich in seiner Gesamt- Seit? Das Reich Der einzelnen Hausfrau bedeutet stets nur ein Teilgebiet, einen Ausschnitt aus dem vielfältigen Schallens- und Ausgabenkrcis in Heim und Familie. So ist es denn zu begrüßen, daß in einer großen Schau, veranstaltet von Frauen für Frauen, ein Reich der HauSsrau sich erschließen soll von allen Gefichtspuntten gesehen, für alle zugänglich um die großen Zusammenh ngc zu ersoffen, welche die HauSsrau mit der Umwelt verbinden. , , .__-
Der Frankfurter HauSsrauenverein wir» vom 3. bi« 11. Oktober d. I. in der Festhalle in Frank-
tionen ohne großes Aufsehen gereicht wird, bewirken oft Wunder. Auf Zwischenmahlzeiten und sättigende Süßigkeiten ist zu verzichten. Dagegen achte man stets auf Die rege »armtatiglcit und unterstütze sie durch frisches Obst, vor der eigentlichen Mahlzeit genossen, durch Buttermilch und eingcweichte Früchte: Feigen, Backpflaumen vor dem Schlafengehen. Abführmittel, die nur zu schnell zur Gewohnheit werden, sollten im allgemeinen aus der Kinderstube verbannt werden. Große Beachtung verdient vor allen Dingen noch Die richtige Einteilung von Ruhe. Bewegung und Mahlzeit — die in gleichmäßig ablösender Har- monic das Kind von seiner Rervosttät heilt.
Als letztes Mittel ist von Wichtigkeit em vollkommener Milieuwechsel, der das Kind für längere oder kürzere Zeit von Dem Elternhaufe trennt. Der Aufenthalt in Kinderheimen bringt durch das Zusammensein mit anderen, gleichaltrigen Kindern einen so regen Gedankenaustausch Der verschiedenartigen Interessen, daß an Die Wichtigkeit der Rahrungseinnahme gar nutzt mehr gedacht wird. Der Aufenthalt in anderer Luft und neuer Umgebung wirkt appetitanregend, systematische Einteilung des Tages gibt dem kleinen Patienten Ruhe und Sicherheit, Lebensfreude und damit die Ehlust zurück.
Modernisieren von Kteiderii.
Wenn man Kleidungsstücke au» irgend welchem Gründen „jurüdlcgt“ oder .zurückhängt .kommen sie in Den meisten Fällen sobald nicht wieder zum Vorschein. Man will sie später einmal umänDern, färben, man will etwa» ganz anderes daraus machen, sehr ost bleibt eS bei dem Vorsatz und die Motten finden reiche Deute. Kmup J,d)
stets sagen, daß eine Mode nicht so balD toicDcr- fchrt wenn ein Stoff wieder modern wird nad> Jahr und Tag. ist der Eindruck doch nur ganz oberflächlich, es kommen vielleicht ähnliche Muster auf. dann ist die Gewebeart wieder ander» geworden, ganz dasselbe ist eS niemals. ES ist also ratsam, ein Stück nicht für allzu lange Zeit fortzuhängen, sondern lieber so schnell wie möglich so zu verändern, daß e» weiter getragen werden kann. Damit sich die Mode nicht allzu weit davon entfernt. Man soll lieber auS zwei Sachen ein Stück machen, nur nicht zu viel aufheben, das wäre in unserer raumarmen Zeit eine Verschwendung. die wir unS nicht mehr leisten können. Manchmal kommt eS vor, daß man ein Kleid, eine Bluse gänzlich unverändert wieder weiter tragen kann daS ist ein seltener Glücksfall, schon, weil sich die Figur in gewissen Zeitabständen verändert. Seide wird vom Liegen bruchig. Wolle zieht die Motten an, viele Sachen geraten überhaupt in Vergessenheit. Soll etwas fortgelegt werden, fo werden am besten die schlechten Stellen abgetrennt und nicht mit ausgehoben. Was sich irgend waschen läßt, soll man waschen. Flecke werden sorgfältig entfernt, man Plättet, glättet läßt nichts in ungepflegtem Zustand liegen, damit es bei Gebrauch sofort verwendet werden kann. Man spare niemals mit guten Mottenmitteln, da« beste Mottenmittel aber ist das häufige Klopfen. Wenden, an die Luft, an die Sonne hängen, überhaupt das häufige Revidieren der Vorräte. Olur auf diese Weise bestehen Aussichten, sie wirklich nochmals verwerten zu können. E. L.
Vogtländer K a r t o s s e l k l ö ß e (für sechs Personen). Ungefähr 10 bis 12 mittelgroße, gekochte, falte Kartoffeln werden gerieben. Dann gibt man 125 £ groben Grieß, Salz, Pfeffer, etwas Muskat und wenn man es liebt, feingefchnittene, in Butter gedämpfte Petersilie und ein wenig Zwiebel zu und mengt alles durcheinander. Ein Weißbrotchen wird in kleine Würfel geschnitten und diese in wenig Butter goldgelb geröstet. Darauf fugt man diese Brotwürfel, ebenso 2 Eier Den geriebenen Kar. und mengt die Masse, nachdem man sie
Die Leiterin einet Modesalons antwortet:
AIS ich mich vor zehn Jahren verheiratete, hätte ich nie an eine berufliche Tätigkeit neben Hausarbeit. Küche und Kindererziehung gedacht und nie geglaubt, daß solch eine doppelte Arbeit im Bereich meiner Kräfte stehen würde. Die schlechte wirtschaftliche Lage und das .Muß" unserer Tage hat mich eine- Besseren belehrt und mir gezeigt, welche vielseitigen Kräfte bei einiger Konzentration in der ffrau zu entdecken sind. Mein Haushalt klappt. — mein Mann ist zufrieden, meine Kinder stehen mir wie zwei kleine zuverlässige Kameraden zur Seite. Wie habe ich cs erreicht? Ich habe gelernt, daß jebe Minute des Tages auszunuhen ist, jede Stunde der Rachtruhe sich doppelt durch Leistungsfähigkeit bezahlt macht. Ich habe gelernt, frühzeitig aufzustehen, Den Morgen tisch zu einem erquicken- den Treffpunkt Der Familie zu machen, von Dem aus jeDcr einzelne ruhia. selbstverstänDlich und voller Kraft an feine Arbeit geht. Die halbe ötunDc nach dem Morgenkaffee wird für die notwendigsten Anordnungen oes HauShaltS gebraucht. Auf einem Zettel wird für da« zuverlässig. mit Liebe und Nachdenken eingcarb itete Mädchen alles ausgeschrieben wa« für den Tagesbedarf nötig ist. Mein Mädchen ist zuverlässig, weil es die Selbstverständlichkeit aller unserer Arbeiten eingesehen und weil es gelernt hat, daß jeder Mensch seinen Arbeitsplatz, sei e« auf handwerklichem oder geistigem Gebiet, auszufüllen hat. Dann gehts in den Beruf, in Dem jeder Gedanke an Haushalt und Familie auS- gcschaltet wird. DaS AuSschaltenkönnen, glaube ich. ist der wichtigste Helfer zur Erledigung zweier Lebenstätigkeiten und zur vollen Zufriedenstellung aller getrennten Ansprüche.
Mittags, in Der zweistündigen Tischzeit, bin ich mit meinen Kindern zusammen. Es wird von Schule, Arbeit, von allerlei Entdeckungen und kleinen Freuden gesprochen, und diese zwei Stunden konzentriert auf Kindermund und Augen, ersehen mir und ihnen die fehlenden Stunden des Tages. Abends nach getaner Arbeit kommt die ganze Familie zusammen, und es ergibt sich auS der Rücksichtnahme auf die Anstrengungen und Ermüdungen des anderen jene ruhige Harmonie, die in leisen Gesprächen einen arbeitsreichen Tag ausklingen läßt.
Sicher habe ich damit keineswegs daS HauS- haltsrezept für die berufstätige ffrau gegeben.
Was ich aber sagen wollte und wa« mir da» Wichtigste am Familienleben erscheint ist nubt. ob die Erbsen um Z 11 br pünktlich aus dem Tisch stehen, sondern da« eigene, innerste verbunden- fein mit den Menschen, mit denen man lebt JXi« wirkliche Kameradf-tzatt-gefühl de» ManneS der Frau gegenüber erwächst nur au« der unbetonten Selbstverständlichkeit Der Frauenarbeit ES gibt kaum einen Mann, der nicht zu überzeugen, nicht zur Bereitschaft zu erziehen wäre, nur gibt es wenig Frauen, die eS können, die in sich Kollegen und ffrau zu trennen vermögen und genügend über der Sache stehen, um in jeder Arbeit, in eher Freude lebendig zu sein.
Eine Buchhaltern» antwortet
Wie meistert die berufstätige ffrau ihren Haushalt? Allen Varurteilen entgegen kann sie ihn meistem, ohne daß das Familienleben zer- stört und haltlos wird- 3d) habe »wei Ander einen zehnjährigen Jungen und ^n zwölflähr ge« Mädchen. DaS find bk guten ^elfter meine« Hauses. Die mir verantwortungsvoll und IreuDtg viele Lasten abnehmen. Km dritter, guter Geist ist die Kochkiste, die am Abend verpackt die Köstlichkeiten deS Mittagsmahl» fürben nächsten Tag aufbewahrt Weitere flute Geister Und die me»ani|d>cn »dfer. Nc da« geitatt« bet Xc<init für un« berufstätige Frauen <ruSgedacht hat. und die von Den kleinen Ersparnisse» ^kaust werden, wie Staubsauger, Kaffeemaschine-, Rapidkochtöp'e Heißwasserapparate. Waschmaschinen usw. und zu diesen sachlichen, zeitsparenden Geräten gehört ein wenig Umsicht. Liebe zu Kind und Mann ein Schuß Mutterwitz und viel Areude und Lebensheiterkeit, so wird au« dem Prahlern Hau«- und Berufsfrau eine erkannte Notwendigkeit die lächelnd erledigt wird und eine glückliche hilfsbereite Familie vereint ,l*t.
lassen.
praktische Kleinigkeiten.
Motten aus Polstermöbeln vertreibt man, Indem man Efsigdämpse unter die Möbel bringt Zu diefem Zweck gießt man guten, srifchen Essig mit einigen Tropfen Vitriolül verdünnt, auf heiße Platten. Die Dämpfe werden mit Decken zusammengehalten und durchziehen fo die Polster.
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ffeinfarbige Lederschuhe soll man vor Dem Tragen mit einer guten farblosen Schuhpaste putzen. Das ist sehr wichtig, weil der hauchdünne Wachsüberzug, der beim Putzen entsteht, das Leder vor dem Eindringen von Strahenstaub bewahrt Zum Reinigen verwende man einen weichen Lappen. Rach jedem Tragen muß der Schuh sofort gesäubert werden. Ganz-artfarbige Schuhe hülle man am besten in einen Dogen Seidenpapter ein.
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Zigarrenrauch und Geruch von Tabak entfernt man durch Aufstellen einer tiefen Schüssel mit kaltem Wasser. Das Wasser zieht Den lagernden Rauch auf. Besser ist noch, Aschenbecher -u oer- wenden. Deren Boden mit Wasser bedeckt ist.
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Entfernung von Rotwelnslecken. Rot- wcinslecke aus weißen Tischtüchern werden sofort neutralisiert, wenn man ein paar Tropfen Sherry auf den frischen Fleck gießt. In Der Wäsche ver- schwinden sie bann vollständig.
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Heißes Kartoffelwasser ist ein ausge. zeichnetes und billiges Reinigungsmittel für Silber- zeug Man legt die Silberfachen in einen großen Bottich und gießt genügend heißes Wasser Darüber, in Dem die Kartoffeln gekocht wurden. Rach dem Erkalten nimmt man bas Silber heraus, wäscht es mit einem weichen Lappen ab und spült es in kaltem Wasser nach. Auf diese Weise erhält altes Silber einen schönen, neuen Glanz.
Das Kind will nicht essen.
Don Käthe Neidhardt
Da« Kind hat keinen Appetit. eS sitzt am Tisch, mäkelt an den Speisen herum und protestiert wehleidig gegen die vorgesetzte Rahrung. Die Ettern sind ratlos. Täglich derselbe Kamps am Familicntisch. täglich dieselbe bange Frage: wird es Dem KinD schmecken oDcr nicht? Alles konzentriert sich auf die Kinderwünsche. das Essen wird zum TageS-. zum Wochen-, zum Monats- gcspräch. Die Kinder der Rachbarn sind pausbäckig, voller Eßlust und Lebensfreude, das eigene schmal, blaß und nervös trotz bedachtester Auswahl der Speisen, trotz reizvollster Anordnung deä Tisches Woran liegt die Appetttlosigkett?
Zu allererst muß eine gründliche Untersuchung zeigen, ob irgendwelche organischen Störungen vorhanden sind, ob die mangelnde Eßlust in dem Beginn einer Krankheit zu suchen ist. Häufig ist dies der Grund einer vorübergehenden Appetitlosigkeit. häufiger jedoch ist die Verweigerung der Speisen ein Geltungsbedürfnis der Kinder. Mittelpunkt und Tischgespräch zu sein. Diese drei- dis siebenjährigen Kinder find leicht Die Produkte einer nervösen überreizten, hastigen Erziehung — einer Erziehung, in der die Eltern selbst nicht genügend Selbstkontrolle und Beherrschung haben, um ein Vorbild zu sein Sie sind das Produkt allzu bereiter Milde oder all- zuhartcr Strenge, die wechselnd nach Laune und Willkür heute verbietet, was gestern erlaubt war. Diese erregbaren, aufgeweckten und leicht ermüdenden Kinder tragen schon die ganze Rervosität des Elternhauses in sich und finden in Den schnell erkannten Schwächen Der Erzieher die willigen Angriffspunkte ihrer Launen.
Do wäre als erste Forderung Selbsterziehung der Eltern, als zweite aber die völlige Ignorierung Der allzu willkürlichen kindlichen Wünsche. Ignorierung ist das beste Hilfsmittel zur Heilung dieser Kinder, denn in Dem Augenblick, in dem sie erkennen. Daß sie nicht mehr im Mittelpunkt Des Interesses stehen und jedes Theater ohne Erfolg bleibt, verzichten sie von selbst darauf Es hat kei-.en Zweck, mit allzu großer Strenge das Kind zum Essen zu zwingen oder es mit allzu großer Güte Davon zu befreien. Ignorierung und Die Zusammenstellung einer zweckmäßigen Diät, die in kleinen konzentrierten Por-


