Ausgabe 
23.6.1931
 
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Dienstag, 25. Juni 1931

181. Jahrgang

nr. 144 Erstes Matt

Vrvck vnd Verlag: vrLHI'sche Uittverfiisir-Vuch' miö Ztemdruckeret B. Lange tn Sietzen. rchnftlettung und SeschSstrftelle: Schulstratze 7.

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arations-

gcn eine lange Besprechung.

vor

stimmung Frankreichs von Garantien begleitet sein müsse, daß das Moratorium Hoo­vers, das nur für ein Iahr Geltung habe, den Poungplan nicht verletzen dürfe und die Unantastbarkeit der ungeschützten An­nuität Deutschland beachten müsse. Bestimmte finanzielle Kreise Frankreichs fahlen deshalb ins Auge, dah Deutschland sür 1931,1932 5 0 0 Millionen Mark, oder die ungeschützte Tranche in internationalen Devisen zahle, die Frankreich sür Darlehen den interes­sierten Nationen zur Verfügung stelle. Das im Budget auftretende Defizit könne durch die Aus­gabe kurzfristiger Schahscheine zum Ausgleich ge- bracht werden. 3n keinem Fall würde man zur

der Kriegsschulden- auch aus die

Paris, 23. Juni. (1BXB. Funkspruch.) Der diplomatische Mitarbeiter der Agentur havas glaubt zu wissen, dah der französische Bot­schafter in Washington sich Staatssekretär S t i m s o n gegenüber zu dem Vorschlag des Prä­sidenten Hoover dahin geäuherl habe, dah Frankreich die edelmütigen Gefühle b e g r ü h e, die Hoovers Initiative herbeigeführt habe, und dah Frankreich bereit wäre, dem Vorschlag des Präsi­denten zuzustimmen, dah es aber den Wunsch habe, das Problem einer aufmerksamen Prü­fung zu unterziehen, ehe es amtlich seine Antwort zur Kenntnis bringe. Mit internationalen finanziel­len, oder diplomatischen Verhandlungen vertraute Persönlichkeiten seien der Ansicht, dah eine 3 u -

jährigen Zahlungsaufschubes und die Reparationszahlungen ungeschützten deutschen Zahlungen.

Auferlegung neuer Steuern schreiten. Um diese schwebenden Mahnahmen, die aus Frankreich viel schwerer, als aus England und Italien lasten wür­den, zu rechtfertigen, müsse man betonen, dah Frank­reich sowohl in politischer, wie in sozialer Beziehung besonder» an der Wohlfahrt Europas interessiert sei.

London. 22. Juni. Auf Anfrage Baldwins, des Führers der Opposition, erklärte M a c d o - nald im Unterhaus: Die Regierung begrühe die Erklärung Hoovers von ganzem Herzen. Sie erkläre sich ihrerseits sofort be­reit. diesen Vorschlag im Prinzip zu unter- schreiben. Die Regierungsmitglieder seien be­reit, an der Ausarbeitung der Einzelfragen mitzu- arbeiten, um der Erklärung Hoovers ohne Ver­zug zu praktischer Wirkung zu verhelfen. Das Unterhaus könne nicht erwarten, dah er gegen­wärtig mehr darüber sage.

Baldwin und Lloyd George erklärten sich mit den Aeuherungen Macdonalds einverstan­den.

Aufklärung in Einzelheiten erbeten.

L o n d o n, 23. 3unL (WTD. Funkspruch.) Wie der parlamentarische Korrespondent derTimes" wissen will, hatte Macdonald gestern vor­mittag mit einigen seiner Kabinettskolle-

in sehr vielen Einzelheiten ist ihr finanzieller Ertrag darf aus Grund eines Weltfeierjahrs unter feinen Umständen gefährdet werden. Die Atempause, die uns damit gewährt wird, muh nicht nur für eine große revisionspoli- f : r <ß e Aktion benutzt werden, sie verpflichtet auch die Regierung und alle staatsbürgerlichen <..v...ente, eine Politik weitgehend st er Sparsamkeitund großer innerer Re­formen mit aller Tatkraft weiterzutreiben, da nur so die durch verfehlte und abwegige Maß­nahmen verschütteten Kraftquellen der Ration wieder freigelegt werden können.

Günstiges Echo in Italien.

Rom, 22. Juni. (TU.) heute mittag hat der italienische Außenminister im Palazzo Chigi den Botschafter der Bereinigten Staaten empfangen und mit ihm eine längere Unterredung gehabt. Obwohl über den Gedanken­austausch an zuständiger Stelle Stillschweigen be-

Fragenkomplex Gegenstand eines Meinungs­austausches zwischen den interessierten Mäch­ten sein werde, und mißt daher Hendersons bevorstehendem Besuch in Paris wegen des persönlichen Kontakts mit den französischen Staatsmännern erhöhte Bedeutung bei.

Washington, 22. 3uni. 3n der heutigen Pressekonferenz teilte Staatssekretär 6 timfon mit, daß die formelle Unterbreitungdes amerikanischen Planes bei den beteiligten Mäch­ten bereits auf diplvmatischemWegeer- folgt sei.

Dah eine internationale Konferenz zur Dis­kussion über Hoovers Vorschlag einberufen werde, lehnte Slimfon rundweg ab. Er betonte, die Angelegenheit dränge so sehr, dah man zu Konferenzen und langen Debatten keine Zeit habe, was man brauche, sei eine sosortige Zu­stimmung aller Mächte.

Rur das werde den benötigten psychologischen Effekt auslösen und die spätere Ratifikation durch den Kongreß der Bereinigten Staaten so gut wie sicherstellen. Wenn aber die Aktion nicht ein­stimmig erfolge, so könnte überhaupt nichts erreicht werden. Eile tue not; eine lange Debatte würde alles zunichte machen. Stimson ging hierauf auf den Hindenburg - Brief ein, zu dem er bemerkte, daß er erst am Sonntag, also nach der ErNärung Hoovers, hier eingetrosfen sei. Er erklärte, daß es nicht der Hinden­burg - Brief gewesen sei, der Hoover zu einet

England stimm! zu

Erklärung Macdonalds im Unterhaus.

Hoover-PlanweitereAusklärung er­folgen müsse, bevor endgültige Beschliesse gefaßt werden könnten.

Hendersons Besuch in Paris besonders wichtig.

sofortigen Aktion veranlaßt habe, sondern daß der Hindenburg-Brief lediglich die R i ch t i g k e i t des Hooverschen Schrittes bestätigt habe. Eine Frage nach der Abrüstung beantwortete Stimson da­hin, daß

gutes Einvernehmen in einer gerechten Sache, nämlich in der Erleichterung der Lage Deutsch­lands, sicher auch gutes Einvernehmen in einer anderen Angelegenheit,

nämlich in der Einigung über Rüstungsbeschrän­kungen im Gefolge haben würde.

Auch die ungeschützten Zahlungen aufgeschoben l

R e u y v r k. 22. Juni. (MTV.) wie Associated preh aus Washington von maßgebendster autoritativer Stelle erfährt, bezieht sich der Vorschlag des Präsidenten Hoover eines ein-

Keine internationale Konferenz

Amerika will sofortiges Handeln, aber kein Konferenzgeschwäh.

Erichr in> lügtich,anher Sonntags und Feiertag» Beilagen;

Die Illustrierte

Stehenei FamäienblLttei Heimat tm Bild Die Scholle

monats-Beingsprets;

2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennrg für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt.

Zernfprechanschlüfie antetSammebuimmer2251 Anfchrjft für Drahtnach­richten Anzeiger Siehe».

Postscheckkonto:

grofffurtam Main 11686

London, 22.3unt (ERB.) Rach wie bildet der Vorschlag Hoovers und seine Wirkung auf die politische Konstellation der Welt das Hauptthema der Presse. 3n am t liehen bri­tischen Kreisen glaubt man, daß der gesamte

Hmebee oew Anzeigen für die Tagesnummer bis znm Nachmittag vorher.

Preis sür 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mtu Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, platzvorschrift 20*). mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma^ Filler, sämtlich in Gießen.

.... Es sei vereinbart worden, daß eine Zustimmung der Regie­rung sobaldwiemöglich erfolgen soll. Zu­gleich habe man jedoch übereinstimmend festge­stellt, daß über verschiedene Punkte im

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

Frankreichs Vorbehalte.

Es will weitere Zahlungen von Deutschland, trotz des Moratoriums.

Und daneben politische Verpflichtungen.

Sie. Botschaft, mit der sich der amerikanische Präsident Hoover in der Rächt zum Sonntag an alle Mächte der Welt gewandt hat. ist praktisch gesehen weit mehr als ein einfaches Weltfeieriahr für Regierungsschulden. Es ist ein Borst o ß mitten in den Kern des Roungplans hinein. Einer der wesentlichsten Grundsätze des Haager Abkommens, daß nämlich außer den Annuitäten für die Dames-Anleihe auf jeden Fall rund ein Drittel der deutschen Zahlungsverpflichtungen ungeschützt sein sollte, das heißt auf jeden Fall und unter allen Umständen wei te r geleistet werden müßte, wird durch den Moratoriumsvorschlag der Bereinigten Staaten ins Wanken gebracht. Hierin sehen wir das Positive dieses Vorschlags, der damit erheblich mehr wird als ein gewöhn­liches Zahlungsseierjahr, nach dessen Ablauf ohne weiteres das alte Regime wieder in Kraft zu treten hätte. 3n Paris hat man das auch vollkommen richtig erkannt, und man hat deshalb von vornherein offiziell und offiziös sehr sauer reagiert, insofern nämlich, als man erklärt, der großzügige Plan Hoovers müsse erst so in Uebereinstimmung mit dem Voungplan ge­stellt werden, daß dessen Wiederinkraft­treten nach Ablauf eines 3ahres gesichert sei.

ilntcrfudjen wir den Vorstoß der Vereinigten Staaten auf seine Entstehungsursachen, so kann man wohl, ohne der hohen Diplomatie damit ins Gehege zu kommen, ruhig seststellen, daß er nicht irgendwelchen sentimentalen Regungen des Herrn Hoover und seiner Regierung entsprungen ist. Die Amerikaner haben vielmehr in den letzten zwei 3ahren so sehr die verheerende Wir­kung des gegenwärtigen Schuldenmechanismus auf die Wirtschaftskraft ihrer wichtigsten Aufnahmemärkte und die unheilvollen Folgen der dadurch bewirkten Goldumlagerung zu spüren bekommen, daß sie jetzt auch mit der ihnen eigenen Energie ein großes Mittel großzügig anwenden, um mit der Prosperität der Welt ihre eigene Prosperity wieder auf die De ine zu bringen. Hoover spielt dabei ein ganz großes innerpolitisches Spreb Denn seine Aktion darf auch nicht losgelost von den amerikanischen Präsidentschafts­wahlen des nächsten 3ahres betrachtet werden. Gerade aber, weil es Hoover hierbei um feine eigene kimerpolitische Stellung und die feiner Partei geht, eine Tatsache, die auch nicht dadurch verschleiert wird, daß er sich zuvor der Zustim- mung maßgebender Senatoren und Abgeordneten des anderen Parteilagers versichert ha., darf man auch crtoarlen, daß er mit seinem gesamten Kabinett denallergrößtenRachdruckhin­ter diese Vorschläge sehen wird. Zum zweiten Male ist Amerika berufen, entscheidend in die Weltgeschichte einzugreisen. Was Wilson 1918 unt> 1919 zum Verhängnis für den alten Kon­tinent gewandt hat, kann Hoover heute zum großen Teile wieder gutmachen.

Millionen von Hoffnungen und Wünschen hän­gen heute auch jenseits der Grenzen Deutschlands an dem Vorstoß der Vereinigten Staaten, und außer Frankreich wird es kein Land in Europa geben, das nicht ohne weiteres bereit wäre, aus die Plattform dieses Schuldenaufschubsplanes zu treten. Wir können dem deutschen Vaterlande und Europa nur wünschen, daß alle diese Hoffnungen, die Wirtschaftsbelebung, Beschäftigung und Brot für den ganzen Kontinent bedeuten würden, in Erfüllung gehen möchten. Wie wir aber jene falsche Skepsis ablehnen, die nichts anderes als trostlose Verzweiflung an den deutschen Geschicken ist. so müssen wir doch vor übertriebenen Erwartungen warnen, und wir würden es durchaus für unerwünscht halten, wenn etwa die gesamte öffentliche Meinung in Deutschland nun ebenso hemmungslos wie die Berliner Börse in politischer Hausse reagierte. So liegen die Dinge doch nicht. Zunächst hat Hoover der Welt einen Vorschlag unterbreitet. Frankreich kann den amerikanischen Plan nicht mit einer kühlen Hand­bewegung beiseite schieben. Aber es kann Schwierigkeiten machen und schon dadurch allein die diplomatische Gefahrenzone, die inner­halb der nächsten zwei Wochen noch zu passieren ist, erheblich verlängern. Freilich ist dazu zu sagen, Daß Frankreich bei einer Ablehnung des Hooverschen Vorschlags rein finanziell die gleichen Opfer bringen müßte, da die dann unvermeid­liche Erklänmg des deutschen Transfermoratori- ums für die Franzosen nicht nur einen direkten Minderertrag an Tributeinnahmen bedeuten würde, sondern gleichzeitig die französische Regie­rung verpflichtete, ihrerseits sehr erhebliche Be­träge an die übrigen Tributgläubiger zu erstatten.

Bei dieser Sachlage wird man gut tun, die nächsten Möglichkeiten mit einer gewissen Zurückhaltung zu betrachten So erfreulich es ist, daß bei einem 3nfrafttreten des Hoover- Plans Deutschland um politische Zahlungen in Höhe von rund 1500 Millionen Mark entlastet würde, so sehr ist dringend davor zu warnen, daß nun diese Beträge etwa mit größter Be­schleunigung wieder an der falschen Stelle aus- gegeben werden, wie es eine verhängnisvolle Steuerpolitik von 1925 bis 1928 getan hat. Der einzelne deutsche Mensch wird von dem Frei­werden dieser politischen Summen kaum etwas zu spüren lekommen, wenn die Regierung ißre Pflicht tut. Sagen wir ganz offen und brutal: so abänderungswürdig die leßte Rotverordnung

Hoovers plan gut auf dem Marsche.

Keine Zeit für eine internationale Konferenz. - Rur Schwierigkeiten in Frankreich und polen

wahrt wird, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß er sich auf das Angebot Hoovers bezoy.

Das großzügige Angebot Hoovers hat seinen Ein­druck auch in Italien nicht verfehlt.

Die italienische Haltung läßt sich dahin ;u- fammenfassen, daß Italien dem Vorschlag Hoovers zuslimmt, obwohl er für Italien einen

Ausfall von 170 Millionen Lire bedeutet.

Man sieht im übrigen in dem Vorschlag Hoovers den Triumph der Idee Mussolinis von der Beendigung des Kriegsschulden- und Repara­tionsproblems. Man hofft, daß der amerikanische Schritt finanzieller internationaler Solidarität auch zur Solidarität auf politischem Ge­biet, etwa in Fragen der Abrüstung, führen wird. Bis zuletzt erwartet man aber in Italien, daß Deutschland die wirtschaftliche Erleichterung nicht zu einer zunehmenden politischen Betätigung (gemeint ist natürlich vor allem die Zollunion) be­nutzt. Diese Stellungnahme kommt im wesentlichen auch in den italienischen Blättern zum Ausdruck.

Die Ostgrenze.

Die Abrüstungsfrage.

Paris, 22. Juni. (TU.) In französischen poli­tischen Kreisen wird betont, Frankreich müsse jetzt die von Deutschland in Locarno verweigerte bindende Erklärung verlangen, daß

die durch den Versailler Vertrag geschaffenen Ostgrenzen unabänderlich

seien. Vermutlich werde die französische Regierung tn Washington erklären, daß sie Hoovers Vorschläge nur unter der Voraussetzung grund­sätzlich billigen könne, daß Deutschland hier die erforderlichen Sicherheiten biete. Auch in bezug auf die Abrüstungsfrage seien politische Garantien von feiten Deutschlands unerläßlich.

Natürlich auch polen!

Der Vasall schwenkt ein.

Warschau, 23.3uni. (WTD. Funkspruch.) Die maßgebende polnische Presse nimmt heute zu dem Hooverschen Vorschlag Stellung. Unter dem bezeichnenden TitelDas Geschwür bricht aus" kennzeichnet dasDlatt der Regierung, dieGazeta Polska", die Welt­lage. Das Dlatt hofft, daß es auf Grund des Hooverschen Vorschlages au einer Einigung kommt. Sicherlich sei die Lage Frankreichs, das nun auf 120 Millionen Dollar verzichten solle, über­aus schwierig. Anderseits müsse jedoch bedacht werden, daß auch französisches Kapital in Deutschland investiert sei. Die Mög­lichkeit eines Zusammenbruches der Reichsmark tonne für Frankreich nicht verlockend sein.

Äurjer Porannh" meint, daß

Frankreich für seine großen finanziellen Zu­geständnisse politische Leistungen verlangen müsse. In dieser Hinsicht fei auch polen an diesem Deltproblem stark interessiert.

Frankreich und Amerika dürften jetzt die Festi­gung der polnischen Unabhängig feit nicht außer acht lassen und müßten von Deutschland kate­gorisch ein für allemal den Verzich t auf G renzrev i si ons - Ans prü che gegen­über Polen verlangen. Die sich jetzt bie­tende äußerst günstige Gelegenheit werde nicht so rasch wiederkehren.

Amerikanische Warnung an Europa.

N e u y o r k, 22. Juni. (WTB.) In einem Leit­artikel unter der UeberschristEin großartiger erster Schritt" erklärtW orlds Telegra m", Hoover habe die Krise nicht übertrieben. Sie könne gar nicht übertrieben werden. Deutschland sei dem Bankerott und der Revolution so nahe, wie es eine Nation nur fein könne. Ehe diese Er­eignisse eintreten, müsse

in dem einen Jahr, für das der Zahlungsauf­schub gelten solle, die Beseitigung des Wett­rüstens, der falschen Grenzziehungen und der unübersteigbaren Zollmauern in Angriff ge­nommen werden.

Geschähe das nicht, so werde die Gefahr einer E x - p l o f i o n nicht verhindert, sondern nur aufgescho­ben. Falls die früheren Alliierten in der kommenden Abrüstungskonferenz ihre Rüstungen nicht durchgreifend herabfetzten, könn­ten sie sicher fein, daß der Kongreß es ableh­ne n werde, den Zahlungsaufschub zu verlängern, und daß die amerikanische öffentliche Meinung die weitere Zusammenarbeit mit Europa a b l e h n e n werde.

StimsonS Jteife nach Europa verschoben.

B e r l i n, 23. 3uni. (TU.) Rach einer Meldung Berliner Blätter aus Washington forderte Prä­sident Hoover telegraphisch den Schatzsekretär Mellon auf, seine Reise durch die europäischen Hauptstädte fortzufetzen, um fi chdort zu infor­mieren. Die Abreise des Staatssekretärs Stirn- son nach Europa habe verschoben werden müssen, weil es der Präsident für nötig hält, daß bei der gegenwärtigen Lage der Staatssekretär ihm in Washington zur Verfügung stehe.

Erklärungen der europäischen Vertreter.

Washington, 22. 3uni, (WTD- Reuter.) Der britische Botschafter teilte dem Staatsdepartement mit, daß die britische Re­gierung den Vorschlag Hoovers begrüße. Der Botschafter beriet heute vormittag lange mit Unterstaatssekretär Ca st l e. Dieser hatte darauf eine Besprechung mit dem Gesandten Oesterreichs, der dem Vorschlag HooverS

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