Rr.94 Erstes Blatt
181. Jahrgang
Donnerstag, 25. April (951
GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Völkerbundsbesuch in Berlin.
Ungenügende deutsche Vertretung in der Völkersbundsbürokratie.
Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, wird in den nächsten Tagen nach Perlin kommen, um mit dem deutschen Außenminister als dem Vorsitzenden der kommenden Ratstagung das Programm in allen Einzelheiten zu besprechen, gleichzeitig aber auch einige Personalfragen wenigstens vorbereitend zu klären. Deutschland ist innerhalb des großen Der- waltungsapparates des Völkerbundes sehr stiefmütterlich behandelt, England und Frankreich haben sich bei der Aufteilung der
Frage ist das deutsche Ratsmitglied. Der Rat wird sich ferner mit der Frage des Ortes und des Vorsitzes der Abrüstungskonferenz sowie mit dem Antrag Deutschlands auf Abschluß einer Sonderkonvention für die Zivilluftfahrt, ferner mit dem britischen und deutschen Antrag bezüglich der O f - fenle gung des Rüstungsstandes beschäftigen. Weitere Programmpunkte bilden der Wahlterror in Polnisch-Oberschlesien und Minderheitenfragen. Es ist
der Bericht, den die polnische Regierung aus Grund eines Beschlusses der letzten Ratstagung über die von ihr zur ^Abstellung der Mißstände, in Oberschlesien getroffenen Maßnahmen zu erstatten hat, entgegenzunehmen. Außerdem steht noch her Ablauf der Amtsdauer des Völkerbundskommissars in Danzig Grafen Gravina und, die Bestellung eines neuen Präsidenten über den Danziger Hafenausschuß ans dem Programm.
SirEricDrummond.der Generalsekretär des Völkerbundes, ist in Berlin eingetroffen, um mit Reichsaußenminister Curtius die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung des Völkerbundes zu besprechen.
Aemter sowohl zahlenmäßig wie einsluhmäßig gut versorgt, so daß den 50 englischen und 35 französischen Beamten nur 11 deutsche Beamte gcgenüberstehen, diese 11 aber auch nur mindestens in den unteren Kategorien, während bei den höheren Posten der eine deutsche Direktor in trostloser Vereinsamung den übrigen französischen und englischen Kollegen gegenübersteht. H er muß Wandel geschaffen werden. Das ist natürlich nicht von heute auf morgen zu erreichen. Eine Reform des Generalselretariats soll in einigen 3af)ren erfolgen. And da wird "rhan ho fen dürfen, daß solche Anebenheiten nicht nur zugunsten Deutschlands, sondern auch zugunsten anderer Staaten ausgeglichen werden.
Inzwischen ist es aber natürlich notwendig, daß die wenigen deutschen Vertreter, die in Gens tätig sind, besonders gesiebt werden, um uns nicht vollständig auszuschalten. Das gilt vor allem für die Informationsabteilung, wo wir durch einen Herrn vertreten sind, der sich jedenfalls in erster Linie als Völkerbundsbeamter fühlte und sich wohl so unmöglich gemacht hat, daß seine Auswechslung in möglichst kurzer Frist erfolgen muh, während der deutsche Direktor Dufour, dessen Amtszeit an sich am Ende dieses Jahres abläuft, vielleicht noch länger im Amte bleibt.
Roch wichtiger aber sind die sachlichen Fragen, die Sir Eric Drummond zu besprechen hat. Die Ratstagung ist mit Material voll gepackt. Sie soll vor allem das Abrüstungs- Problem weiter treiben, um die technischen Vorbereitungen der Konferenz zu beschleunigen. Die Frage des Vorsitzenden der Abrüstungskonferenz bleibt wohl weiter offen, nachdem die Kandidatur Beneschs unter den Tisch gefallen ist. Das wesentlichste ist jedenfalls der deutsche Antrag auf Offenlegung der Rüstungen, der zunächst in einem Sonderausschuß beratey werden soll. Damit können wir uns zur Rot einverstanden erklären, aber nur dann, wenn über die Offenlegung des derzeitigen Rüstungsstandes Bestimmungen ausgearbeitet werden, die für richtige und vollständige Zahlen garantieren, um wirkliche Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen.
Die Tagesordnung der 63. Ratstagung.
Eine Reihe für Deutschland wichtiger Fragen.
Genf, 22. April. (WTB.) Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht heute die Provisorische Tagesordnung der 63. Tagesordnung des Völkerbundsrates, der am 18. Mai unter Vorsitz des deutschen Außenministers zusammentritt. Auf dieser Tagesordnung ist vor allem hervorzuheben Punkt31: .Das 'deutsch-österreichische Protokoll für die Errichtung einer Zollunion", gemäß dem Anträge der englischen Regierung vom 10. April 1931. Aus der Formulierung des englischen Antrages geht hervor, daß eine Prüfung der Vereinbarkeit der geplanten Zollunion mit den Verpflichtungen des Genfer Protokolls vom Oktober 1922 bezweckt wird. Ein anderer Punkt der Tagesordnung, der in einem gewissen Zusammenhang mit der Frage der Zollunion steht, ist die Prüfung des durch das Scheitern der Zollwasfen stillst andsbemirh ungen und der Bemühungen für einen Abbau der Zollschranke in Europa verursachten Zustandes. Berichterstatter über diese
ird Briand Präsident der Republik?
Briands Gegner unterstützen seine Kandidatur. — Verschleierter Rückzug von der Außenpolitik.
Paris, 22. April. (TH.) So überraschend es angesichts der gegen den Außenminister gerichteten schweren Angriffe klingen mag, und so unverständlich es auf den ersten Blick erscheint: Driand hat wachsende Aussichten auf die Staatspräsidentschaft, nicht obgleich, sondern weil seine Stellung aih Quai d'Orseh für e r n st- lich erschüttert gilt. Am diesen scheinbaren Widerspruch zu begreifen, muh man sich vergegenwärtigen, daß ein Kabinett der Rich- tungTardieu-Laval, d. h also der Mittelgruppen und der parlamentarischen Rechten, ohne die Anter st ühung des Briand- anhanges nicht bestehen kann, erstens weil die engeren Freunde des Außenministers in der Kammer das Zünglein an der Waage bilden und zweitens, weil die ungewöhnliche parlamentarische Erfahrung und Ge° schicklichkeits Driands ihn zu einem überaus gefährlichen Gegner machen würde. Briand in der Opposition wäre eine Belastung, die sich keine auf der heutigen Kammerzusmn- mensetzung fußende Regierung leisten könnte. Wenn man also eine neue Besetzung des Auhenministerpostens vornehmen will — und dieser Wunsch ist zweifellos in weitesten Kreisen lebendig — so kann das nur auf dem Wege eines höchst gefährlichen innenpolitischen Experimentes oder auf dem Wege der Präsidentschaftskandidatur geschehen. Gewisse Anzeichen sprechen dafür, dah man — zum Berdruh der äußersten, etwa durch die .Action fran^aise" vertretenen Rechten — ernstlich mit dem Gedanken umgeht, die von links betriebene Kandidatur Brian d.s au stützen. Gerüchtweise verlautet sogar, dah Die in dieser Richtung treibende Kraft der frühere Ministerpräsident und heutige Landwirtschaftsminister T a r d i e u sei. Wenn sich das bewahrheiten sollte, so könnte der unbeliebte Auhen- minister mit einer sicheren Mehrheit der Kammerstimmen rechnen. Was die S e n a t s st i m m e n anlangt, so würden im .Hause der Alten" aller- dings starke Widerstände zu überwinden sein. Driand selbst hat sich bisher durchaus ablehnend verhalten, doch scheint es möglich, dah er die goldene Drücke zum Clysee benutzt, um den wan
kenden Doden des Quai d'Orsey mit Ehren zu verlassen. Die Pariser Rechtspresse, die „Action fran- ?aise , der .Ami du Peuple" und das „Echo de Paris", haben bereits einen Versuchsballon steigen lassen. Sie behaupten plötzlich übereinstimmend, dah Briand sich entschlossen habe, trotz aller bisherigen' Dementis seine Kandidatur für die Präsidentenwahl im Mai a u f st e l l e n zu lassen. Diese Kandidatur werde selbstverständlich pon der Linken ausgehen und vermutlich erst im zweiten Wahlgang, d. h. in letzter Minute aufgestellt werden.
Die Linke mit Leon Blum an der Spitze sei vermutlich sehr gern bereit, für Briand zu stimmen, da sie auf diesem Wege den Auhen- ministerposten für Paul-Boncour oder Herriot sreizumachen hoffe. Die außenpolitische Tätigkeit Briands werde ja auch von den Radikalsozialisten immer unverhüllter kritisiert. — Der „Matin" behauptet. Sollte Briand eine Kanordatur annehmen, so unterliege es keinem Zweifel, daß die menten anderen Kandidaten vor seiner großen Persönlichkeit zurücktreten würden. Aber in vielen politischen Kreisen sei man der Ansicht, daß vielleicht erst ein Tag vor der Wahl Klarheit über die Aussichten der verschiedenen Kandidaten geschaffen werden könne. Es sei zu einer Gepflogenheit geworden, daß an diesem Tage eine Art Vorab st immung durch die Abgeordneten und Senatoren erfolgt. Man wollte diesmal angeblich hiervon ab- sehen. Es sei dann noch wahrscheinlich, daß einzelne Parteigruppen ihrerseits Kandidaten aufstellen, so daß unter diesen Amständen die Entscheidung er st im zweiten Wahlgange stattfinden' könne. Es müsse daher damit gerechnet werden, daß ein Outsider im zweiten Wahlgange plötzlich genannt werde, der dann nicht unbeträchtliche Aussichten haben könnte. Als einen dieser Outsider, der mit einer gewissen Berechtigung auf einen Erfolg rechnen könne, bezeichne man den radikalen Senator Steeg. Aber allgemein werde angenommen, daß, ■ wenn Briand ernstlich die Kandidatur annimmt, sich die Lage sofort ändern würde, da ihm sicher kein linksstehender Politiker als Kandidat entgegentreten würde.
Annahme des Vertrags zwischen der evangelischen Kirche und Preußen
Die Entscheidung der Generalsynode.
Annahme des -Vertrags mit 166 gegen 47 Stimmen.
Berlin, 22. April. (TU.) In der öffentlichen Schlußsitzung der altpreußischen Generalsynode beantragte zunächst der Kirchenrechtslehrer Professor Dr. Stutz im Namen des Verfassungsausschusses die Annahme des Vertragsentwurfes. Der Berichterstatter erklärte u. a., der Ausschuß sei zu dem Ergebnis gekommen, daß der Vertrag zwar keineswegs die auf ihn gesetzten Erwartungen voll erfülle, daß er aber im großen und ganzen als annehmbar zu erachten sei. Auseinander gingen im Ausschuß die Meinungen über die Frage der politischen Klausel. Man sei sich darin einig, daß in dem Entwurf der volle Rechtsschutz gegen den Mißbrauch des staatlichen Einspruchsrechts nicht gegeben sei. Die eine Seite erblicke in dem Vorhandensein einer politischen Klausel ohne vollen Rechtsschutz eine so schwere Gefahr, daß sie darum den Vertrag ablehne. Die andere Seite dagegen glaube in den Sicherungen, die der Vertrag biete, einen gewissen Schutz gegen Mißbrauch und die Möglichkeit einer erfolgreichen A b w e h r zu haben. Diese Seite bewerte das Zustandekommen eines Vertrages an und für sich und die Sicherung der äußeren Stellung der Kirche so hoch, daß sie trotz aller Bedenken dem Vertrag zustimme.
Der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrates Dr D. Kapier hob hervor, daß die evangelische Kirche in jeder politischen Klausel grundsätzlich eine schwere Belastung erblicke. Der Leiter der obersten Kirchenbehörde sei aber der Überzeugung, daß die Rechte, die der Kirche aus dem
Vertrag aus anderen Gebieten erwüchsen, es recht- fertigten, daß sie diese Gefahren auf sich nehme im Bewußtsein ihrer eigenen Kraft. Gewiß brauche die Kirche Christi weder Vertrag noch Kirchenbehörde, noch Generalsynode, Ader für die freie Wirksamkeit der evangelischen Kirche als Volkskirche sei es notwendig, daß sie aus einem Objekt staatlicher Gesetzgebung Trägerin eigenen vertraglich gesicherten Rechts werde. Der Präsident empfahl, den Vertrag anzunehmen. Nach einer mehrstündigen Debatte, in der Gegner und Freunde des Kirchenvertrags zu Wort kamen, ckähm die Generalsynode dann in namentlicher Abstimmung den Entwurf des Kirchenoertrags mit dem preußischen Staat mit 166 gegen 47 Stimmen an.
Ein Aufruf an das evangelische Volk. Stärkung des Bcrantwortungsbewutztseins
Berlin, 22. April. (TU.) Die außerordentliche Tagung der Generalsynode klang aus in eine Kundgebung der ober ft en kirchlichen Vertretung an das evangelische Volk, die Generalsuperintendent D. Dibelius vorlegte. Sie soll zum Ausdruck bringen, daß die Generalsynode während der geschäftlichen Beratungen nicht einen Augenblick den dunklen Hintergrund der Lage unseres Volkes und Vaterlandes aus dem Auge gelassen hat. Zn der Kundgebung, die einmütig ohne Aussprache angenommen wurde, heißt es u. a.: „Die Generalsynode kann nicht vorübergehen an den ungeheuren inneren und äußeren Diäte neunter denen das deutsche Volk in wachsendem Maße leidet. Millionen ihrer Volksgenosten sieht sie arbeitslos am Markte stehen und andere Millionen ihre Arbeit unter schwerer wirt-
Sie Straßburger Spiouageaffäre
Französische Ablenkungsmanöver.
Paris, 22. April. (Sil.) Die französische Presse versucht, aus der Verhaftung der angeblichen Spione einen Beweis dafür zu konstruieren, dah Deutschland für seine späteren Pläne großes Interesse an der genauen Kenntnis der französischen Defestigungswerke habe. Das „Echo de Paris" stellt die Behauptung auf, der deutsche Spionagedienst sei in Straßburg selb st organisiert worden und habe bis Metz gereicht. Die französische Polizei habe sich mit dem Fall schon über acht Monate beschäftigt und einen strengen ileberwachungs- dienst eingerichtet, der vor etwa vier Tagen zu den Verhaftungen geführt habe. Wenn die französische Presse darüber nicht berichtet habe, so sei das lediglich geschehen, um die Untersuchungen nicht zu stören. Der „Petit P a - risien" glaubt zu wissen, daß bereits in der nächsten Zeit fünf weitere Personen verhaftet würden, unter denen sich zwei Deutsche befänden. Die Summe, die man deutscherseits an die Spione bezahlt habe, belaufe sich auf annähernd 60 000 Mark.
Es ist natürlich, daß vor allem die chauvinistische Presse die Straßburger Angelegenheit aufbauscht, um den Fall von Königsberg vergessen zu lassen. Besonders deutlich wird diese Absicht, wenn ein Pariser Morgenblatt schreibt, die angeblichen Spione hätten die Absicht gehabt, in eine Kaserne einzudringen, um dort ein Maschinengewehrmodell 24/25 zu stehlen und an Deutschland zu verkaufen, das angeblich für diese Konstruktion besonderes Interesse habe.
Der nach Straßburg entsandte Sonderberichterstatter des Mittagsblattes „Paris Rou- ve l", berichtet am Mittwoch zu der Verhaftung der vier Elsässer, daß ilhrig ein wohlha ben- der Geschäftsmann sei, der jedoch in letzter Zeit viel Geld verloren habe. Er habe häufig in seinem Luxusauto Reisen nach Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Basel unternommen. Seine rechte Hand sei Schalk gewesen, der als früherer Zeichner beim Pionier-Kommando Verbindungen mit seinen ehemaligen Kameraden aufrechterhalten habe, ilnfried beteuere unausgesetzt seine völlige Anschuld. Seine Stellung als Haupcingenieur beim französischen Genie-Korps habe ihn zum Helfershelfer der Spione besonders geeignet gemacht. Weidling habe eingestanden, in Straßburg mehrfach mit de m Spionagechef einer ausländischen Macht zusammengetroffen zu sein. Im Auftrage ilhrigs habe er außerdem mehrere Reisen nach Stuttgart unternommen und dort Material abgeliefert. Die Verhaftung der vier sei am 15. April erfolgt, als sie die Schweizer Grenze überschreiten wollten.
sch östlicher Sorge verrichten. Sie sieht den Ansturm der organisierten Gottlosigkeit sich immer rücksichtsloser gegen die Heiligtümer der Christenheit erheben. Sie sieht das Gewissen verwirrt undden Glauben ohne Kraft bei allzuvielen die sich zur evangelischen Kirche bekennen. Die Generalsynode ruft die Gemeinden, die Kreissynoden und die Provinzial- synoden auf, mit allem Ernst über Mittel und Wege zu beraten, bei denen das Verantwortungsbewußtsein der Gemeindeglieder für die Not unseres Volkes oertieft und die Kraft evangelischer Verkündigung gegenüber dem ganzen Volke verstärkt werden kann."
Preffeflimmen.
Ein Wendepunkt in der Geschichte des Protestantismus
Berlin, 23. April. (ERD.) Zu der Annahme des evangelischen Kirchenvertrages durch die Generalsynode schreibt die „D A Z.": Der 22. April 1931 bedeutet einen der wichtigsten Wendepunkts in der Geschichte des Protestantismus. Die Evangelische Landeskirche Preußens ist seit diesem Tage — nach Annahme des Kirchenvertrages durch die Generalsynode — eine vertragsgesicherte autonome Kirche, wie es die Kathvlische Kirche in Preußen seit dem 9. Juli 1929 ist. Bisher war die Evangelische Kirche nur eine als Körperschaft des öffentlichen Rechts geltende Reljgionsgesellschaf t. Möge die Evangelische Kirche in der Freiheit, die ihr jetzt gegeben ist, sich immer mehr zu einerrechten V o l k s k i r ch e e n t w i ck e l n, die mit starkem Mut, Aeberzeugungstreue und Toleranz verbindend ihren höheren Zielen dient, aber damit auch den Interessen des Landes, den sie, trotz der Trennung zwischen Kirche und Staat, aufs innigste verbunden bleibt.
Auch der „T a g“ ist der Tleberzeugung, dah mit der Annahme des Kirchenvertrages ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Evangelischen Kirche in Preußen beginne. An dem Staat sei es nun, dieses Vertrauen der preußischen evangelischen Kirchen und Menschen zu rechtfertigen. Tue er das nicht, dann werde er auf eine geschlossene Front aller Evangelischen treffen, gleichgültig, wie der einzelne über den Vertrag denke. Evangelische Pflicht sei es jetzt, den Staat zu schaffen, der im Christentum wurzelnd, alles tue, den Kirchen ihre schweren Aufgaben zu erleichtern. Der Kampf um ein preußisches Preußen erhalte gerade in dieser Beziehung eine besondere Rote.
Die „Deutsche Zeitung" ist der Ansicht, daß die Zukunft werde lehren müssen, ob mit der Annahme des Kirchenvertrages der inneren Festigung der Evangelischen Kirche gedient worden sei.


