Grünberger Gallusmarki-Bilanz
Gießener Winternothilfe 1931/32
dem Einst die Nase hoch zu tragen.
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gerichts, durch das er wegen
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um den nördlichen Atlantik: nördliches Schott» land, Island, Norwegen, Spitzbergen und Grönland. vom Leben der Nomadenvölker (Lappen
gen ermöglicht werden soll. Die Vorführung am nächsten Sonntag, beginnt, wie gewöhnlich, um 11.15 Lande der Mitternachtssonne", ein der Schönheit und dem tiefen Ernst
DieNotMsrotz
Sedev heiße
Spenden an das Städtische Wohlfahrtsamt, Stadthaus Gartenstraße
Kulturfilm» 25. Oktober, Uhr. „3m Film von der Länder
des hiesigen Bataillons, statt. Wer das Militärkonzert, das vor kurzem in der Volkshalle stattfand, zu hören Gelegenheit hatte, wird sich das bevor- tehende Konzert nicht entgehen lassen wollen. — Siehe heutige Anzeige.
— Der Verein für deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Gießen und Umgegend, hält am kommenden Sonntag für den Bezirk Rhein- Main die Körung deutscher Schäferhunde ab Die Körung ist für die Jahre 1932 und 1933. Zur Teilnahme an der Körung sind Hunde berechtigt, die am Körtage mindestens zwei Jahre alt sind, jedoch können Hunde von geringerem Alter, wenn eine Begründung dies rechtfertigt, zugelassen werden. Für die diesjährige Ankörung kommen alle bisher angekörte und alle noch nicht angekörte Tiere in Betracht. Meldungen für den Körort Gießen find an den Vorsitzenden der Ortsgruppe Gießen und Umgegend zu richten: Näheres in der gestrigen Anzeige.
+ Grünberg, 20. Okt. Am Sonntag fand mit der Ziehung der Gallusmarktlotterie und den Abschiedsvorstellungen von Zirkus, Karussell, Autobahn u. a. auf dem Juxplatz der Jubiläums-Gal- l u s m a r k t [ein Ende.
Rückschauend kann gesagt werden, daß die Stadtverwaltung in enger Zusammenarbeit mit der Marktkommission es verstanden hat,
den diesjährigen Jublläumsmarkt besonders aus- zugeskalten, so daß er manchen seiner Vorgänger bedeutend überragte.
Wenn auch die Jahrmärkte der Landstädte nicht mehr die Bedeutung der früheren Zeit haben und meist nur dem An- und Verkauf von Ferkeln dienen, so macht doch der hiesige Gallusmarkt eine Ausnahme. Zunächst ist er als Schwei nemarkt einer der größten Oberhessens: der diesjährige Auftrieb von 1009 Ferkeln — im Vorjahre gar 1160 — beweist dies zur Genüge. Auch dem Krämer- mar k t, der stets über 100 Stände aufzuweisen hat — dieses Jahr betrug die Zahl 147 — kommt noch eine gewisse Bedeutung zu, denn sowohl hier, als auch in den Läden der Stadt war der Umsaü, gemessen an den heutigen Verhältnissen, ein recht guter, wie dies von manchen 'Seiten bekundet wurde. Wohl noch viel größer ist seine Bedeutung als Volksfest für Grünberg, das jedes Jahr feine Anziehungskraft auf die Jugend der näheren und weiteren Umgebung ausübt. Nicht zuletzt übt er aber auch feine Anziehungskraft auf die auswärts wohnenden Grünberger aus, die stets zahlreich — dieses Jahr war ihre Zahl besonders groß — zur alten Heimat eilen und mitfeiern helfen. So war es denn kein Wunder, daß am ersten Markttage (Mittwoch)
im Jubiläumsjahre wiederum Taufende die Ställe des Marktes, „die Käswiese", bevölkerlen oder durch die Straßen der Stadt drängten,
meidet Ihr Haar an gespaltenen Spitzen? Das ist eine unangenehme Erscheinung, die anzeigr. oaß Ihr Haar durch die Brennschere oder durch Waschen mit ungeeigneten Mitteln ausgetrocknet, brüchig und spröde wurde.
Pflegen Sie solches Haar regelmäßig mit Schwarzkopf-Extra und spülen Sie stets mit dem beigefügten „Haarglanz" gründlich durch, dann wird Zhr Haar wieder straff, elastisch und gesund — sie merken es selbst an dem wundervollen Glanz. Dann können Sie es auch ohne Sorge wieder mbulieren lassen.
Schwarzkopf • Extra mit „Haarglanz" und Lchaumbrille gibt es in 3 Sorten: für helles Haar,' für dunkles Haar und „Extra-Blond".
Große Strafkammer Gießen.
* Gießen, 20. Okt. Ein Weißbindermeister in Gettenau hatte einen Lehrling mit Anstreicharbeiten auf dem Gerüst eines Hauses beschäftigt, wobei dieser mit den Drähten der elektrischen Stromleitung in Berührung gekommen, heruntergefallen und getötet worden war. Gegen das Urteil des Bezirksschöffen-
März d. 3. abgehaltenen Vorprüfung mit der Geschwindigkeit von 120 Silben konnte eine starke Beteiligung festgestellt werden. Die Vorprüfung besteht, wie bei der Hauptprüfung, in der stenographischen Aufnahme eines Diktats von zweimal fünf Minuten mit einer Hnterbrechung von einer Minute und in der sofortigen Hebertra- gung in Kurrentschrift. Die zulässige Heber« tragungszeit beträgt bei handschriftlicher Heber« tragung 96 Minuten, bei der Hebertragung mit der Maschine 64 Minuten. Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, daß die Vorprüfung nicht Vorbedingung für die Hauptprüfung ist.
** Dortragsbesucher mögen sich bei derPolizei melden. Der Polizeibericht teilt mit: Personen, die am 20. August, 20 Hhr, im Cafe Leib dem öffentlichen Vortrag „Heber Nacht gesund", beigewohnt haben und im Anschluß daran Bestellungen auf Tabletten usw. aufgaben, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Gießen Znn- mer 27, zu melden.
** E i n Fahrraddieb stellt sich der Polizei. Auf einer Frankfurter Polizeiwache erschien gestern der 40 Jahre alte Hermann Ruhe und erklärte, er wolle festgenommen werden. Er sei erst vor einigen Wochen aus dem Düsseldorfer Gefängnis entlassen worden, wo er wegen Fahrraddiebstahls 18 Monate Gefängnis verbüßt habe. Da er arbeitslos und vollkommen mittellos gewesen sei, sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als wieder Fahrräder zu stehlen und zu verkaufen. So habe er in Gießen und Hanau, aber auch in Frankfurt a. M. selbst in den letzten Tagen eine ganze Reihe Fahrraddiebstähle ausgeführt. Auf der Polizeiwache tat man ihm den Gefallen und nahm ihn fest.
Arbeitsamts-Zusammenlegung.
Das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt am Main hat bei der Hauptstelle der Reichs» anstatt für Arbeitsvermittelung und Arbeitslosen- Versicherung beantragt, das Arbeitsamt Wetzlar aufzuheben und dessen Amts» geschäfte demArbeitsamtGießenmitzu übertragen, inWetzlar aber eine Neben» stelle des Arbeitsamtes Gießen einzurichten. Maßgebend für den Antrag war die Erwägung, • durch diese Reform an dem Verwaltungs» kostenaufwand zu sparen und auch auf diesem Wege eine Erleichterung der Finanzlage der Neichsanstalt herbeizuführen. Wenn die Hauptstelle der Reichsanstalt, woran man wohl nicht zweifeln kann, dem Antrag auf Verschmelzung des Arbeitsamtes Wetzlar mit dem Arbeitsamt Gießen stattgibt, wird sich in der Tat in der Verwaltungsorganisation allerlei ersparen lassen, da die Wetzlarer Organisation ohne weiteres durch die schon bestehenden Einrichtungen der erheblich größeren Gießener Arbeitsamtsverwaltung glatt und zweckentsprechend ausgenommen werden kann. Die von wohlerwogenen Ersparnisabsichten getragene Initiative des Landesarbeitsamtes Hessen ist nur zu begrüßen. Hoffentlich wird sie von der Hauptstelle der Reichsanstalt zu einem möglichst nahen Zeitpunkt in die Tat umgeseht.
Verbandsvorsteher Bechly (OHB) in Gießen.
Der Deutschnationale Handlungsgehiffen-Ver» band hielt am Montagabend im Cafö Leib eine Mitgliederversammlung ab. Ortsgruppenleiter Schwarz begrüßte die Teilnehmer, besonders den Derbandsvorsteher, der seit Bestehen der Ortsgruppe zum erstenmal In Gießen weilte. Das langjährige Ehrenmitglied Fritz Hirsch wurde durch ein Buchgeschenk geehrt. Kreisgeschäftsführer Schröder ging dann kurz auf den Winterbildungsplan ein und sprach ferner über den Gießener Tarifabschluß, der in freier Einigung zustande gekommen sei.
Sodann erklärte Verbandsvorsteher Bechly in seiner Rede u. a.: Untere Zeit stehe, oder stand im Zeichen des Parlamentarismus. Parlamentarismus bedeute Verhandleln, Kompromiß. Die jüngste Zeit habe nun eine Aenderung gebracht. Es regierten nur einige und der Bestimmende trage die Hauptlast der Derantwor- tung. Es gehe heute um die Entscheidung, ob Westliche Demokratie, oder nationaler Staatswille die Geschicke des Volkes bestimmen solle. 3m Volke und im Parlament sei zwar der nationale Staatswille d' -linierend, aber er habe keinen Führer und kein festumrissenes praktisches Programm. Es herrsche auch in weiten Kreisen die Besorgnis, daß die nationalen Kräfte für bestimmte Interessen mißbraucht würden. Deshalb komme der nationale Wille noch nicht zur Geltung. 3n außenpolitischer Hinsicht müsse eindringlich davor gewarnt werden, bei einer Verständigung mit Frankreich wirNchaftliche Vorteile durch politische Zugeständnisse zu erkaufen. Deutschland dürfe keine Wirtschaftsprovinz Frankreichs werden. Komme eine Einigung nicht zustande, so bleibe nur noch das Moratorium, das, wenn die nationale Freiheit aufrechterhalten werden solle, für das deutsche Volk schwere Opfer bedeuten würde. Diese dürften aber nicht für 3n- teressenklüngel gebracht werden. Wesentlich sei heute die Stellung des nationalen Staates zur Wirtschaft. Es stünden sich drei Richtungen gegenüber: Hugenbergsches System, Nationalsozia-
Aus her pwvinzialhaupistaht.
Gießen, den 22. Oktober 1931.
Einst.
Nur ein kleines Stück in die Vergangenheit zurückgeblickt, und man erkennt den Abstand, den wir von ihr haben. Gewiß war in ihr manches, das wir heute nicht mehr besitzen, das schätzenswert war und dessen Versinken man nicht zu begrüßen hat. Aber daneben findet sich doch auch sehr vieles, dessen Vergehen man keine Träne nachzuweinen hat. Es hat in der Vergangenheit bedeutende, schöpferische Menschen gegeben, deren Gedanken und Werke überzeitlich sind, wie anzunehmen ist, daß auch aus unfern Tagen manches Wertvolle in die Zukunft hinaus- klingen wird. Das aber ist eine Welt für sich. Was jedoch Durchschnittsmaß ist, untersteht dem Wandel, ist der Entwicklung unterworfen. Die Lebensformen und der Gedankengehalt des Alltäglichen gehorchen dem Gebot der Stunde. Von ihnen gilt, daß sie der Gegenwart dienen und vom nächsten Tag verworfen oder belächelt werden.
Und wieviel ist überholt, was noch vor kurzem neu zu sein schien, wieviel ist wesenlos geworden, was als Wichtigkeit im Tage stand, wieviel wird über die Schulter angesehen, was sich als groß ausgab! Fragen, über die man sich noch vor kurzem den Kopf zerbrach, sind keine Fragen mehr, sondern stehen als lächerliche Imponderabilien einer engen Weltbetrachtung vor unserm kritischen Blick. Die Lebensäuherungen von einst stellen sich uns dar, als ob die Menschen damals, von größerem Zeitgeschehen unberührt, durch ihre Tage gegangen wären, und was sie ihrer Gegenwart schenkten, war ein Wollen und Handeln, das, von ihnen aus gesehen, wohl auch ansehnlich schien, aber uns so unbedeutend vorkommt, daß wir uns gar nicht recht -in sie hineindenken können. Was sie selbst betraf, was ihnen Leid brachte und Freude gab und wie sie das erlebten, gewiß war das kaum verschieden von uns, denn das ist zu allen Zeiten gleich. Das unruhige alte Griechenland hat des Daseins Not und Glück ebenso empfunden wie das blendende Rom, das ringende deutsche Volk und das erobernde England. Aber wie sich die Gedanken um die Weltgestaltung scharten, wie das große Geschehen im Zeitenablauf ausgenommen wurde und wie man sich mit ihm auseinandersetzte, ob man sich blindlings führen ließ, oder ob man selbst die Zusammenhänge ernannte ober doch zu erkennen strebte und mitentscheidend wirksam wurde, das entscheidet. Davon allerdings kann nur in ganz bescheidenem Maste die Rede fein, und selbst noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit war die Anteilnahme am Gesamtgescbehen sehr gering.
Es hat sich seither vieles geändert. Unsere Zeit steht stärker im Zeitgeschehen, nimmt regen Anteil, sucht mitzubestimmen, Einfluß zu nehmen. Und das ist gewiß gut so. Es fragt sich allerdings immer noch, ob es so geschieht, daß es für den einzelnen wie für die Gesamtheit den Nutzen hat, den es haben konnte. Es fragt sich, ob man nicht in anbe» rer Hinsicht roieber bie Gebanken auch vornehmlich auf sich unb seinen Vorteil lenkt und die größeren Zusammenhänge und Pflichten darüber vergißt, das Volksganze aus dem Auge verliert. Ist bas ber Fall, dann hat man trotz allem keinen Anlaß, gegenüber
** Der Winter hat sich gestern angekündigt. Im Laufe des gestrigen Tages ging auf dem Hohe- rodskopf leichter Schneefall nieder, ber sich allerdings noch nicht halten konnte. Die Temperaturen lagen gestern mit 5 Grab unter Null unb heute mit 4,5 Grad unter Null bereits sehr tief. Seit gestern schmückt Rauhreif Bäume und Sträucher; bie Luft ist klar.— Aus bem Westerwald wird ebenfalls Schnee ge- meldet, der gestern für einige Zeit weite Gebiete in ein weißes Kleid hüllte. Auch der Feldberg im Taunus hatte gestern eine weiße Kapuze angetan.
** Einschränkung im Strahenbahn- Frühverkehr. Wie ans einer Bekanntmachung der Slraßenbahn-Direktion im heutigen Anzeigenteil hervorgeht, wird der versuchsweise eingelegte Frühwagen der Straßenbahn (Volks- Halle ab 6.12 Hhr) wegen Hnwirtschastlichkeit ab 1. November eingestellt.
** Operettenaufführungen des Gießener Stadttheaters mit eigenen Kräften. Man schreibt uns: Die gesteigerte Nachfrage nach Operetten und musikalischen Lustspielen, sowie das durch äußere Verhältnisse notwendig geworbene Bestreben, in biesem Sorgen- unb Krisenwinter ber Pflege bes kultivierten, künstlerisch-wertvollen Unterhaltungstheaters eine entsprechenbe Geltung im Gesamtspielplan einzuräumen, haben bie Jntenbanz veranlaßt, in ber Spielzeit 1931/32 biese Kunstgattung mehr zu pflegen Neben verschiebenen Operettengastspielen auswärtiger Ensembles steht ber Spielplan eine Reihe musikalischer Werke vor, bie — nach ben erfolgreichen Versuchen ber Vorjahre — mit Kräften bes eigenen E n - sembles zur Aufführung gebracht werben.. Es läßt sich praktisch nicht burchführen, bie auswärtigen Ensembles immer gerabe an ben Tagen für bie Gießener Bühne spielfrei zu haben, an benen unser Spielplan es erforberlich macht Außerbem besteht keine Möglichkeit, ein bestimmtes Werk ber musikalischen Buhnenliteratur in Aufführungsserie burch bas Gesamtabonnement gehen zu lassen. Anberseits hegt ber Abonnent den Wunsch, nach Möglichkeit jedes Werk eines andern Tagesabonnements auch in feiner Vorftellungsreihe aufgeführt zu sehen. Um diese Mißhelligkeiten abzuschaffen, will die Intendanz in diesem Winter ihre Aufführungen musikalischer Werke mit eigenen Kräften fortsetzen. Als erstes Werk gelangt die Schwankoperette „Frauen haben das gern" von Arnold und Bach. Musik von Walter Kollo zur Ausführung
"Kulturfilm-VorführungimLicht- spielhaus. Man schreibt uns: Wie vor einiger Zeit schon mitgeteilt wurde, versucht man, in einer Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Lichtspielhaus Bahnhofstraße und Dem Goethe- bunt) einerseits und der Hessischen Bildstelle Darmstadt (Letter Kreisschulrat Lorentz) und dem Goethebund andererseits in der Stadt Gießen für die Erhaltung und den Ausbau einer größeren Kulturfilmgemeinde zu wirken, ein löblicher Versuch, dem Kulturfilm wieder die Geltung zu verschaffen, die er neben dem Spielfilm verdient, auch deshalb erfreulich, weil in Anbetracht der Not der Zeit durch die Verbilli- §ung der Preise immerhin noch weiteren Kreisen er Bevölkerung der Besuch dieser Veranstaltun-
tung zu einer an Stelle einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen tretenden Geldstrafe von 2 0 0 Mark verurteilt worden war, verfolgte er Berufung, die aber zurückgewiesen wurde Auch heute kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß ber Angeklagte mit ber Frage an einen jungen Gesellen, ob der Draht isoliert sei, seiner Sorgfaltspflicht nicht genügt hatte, auch heute fand sich kein Anhaltspunkt für die Annahme ber Derteibigung, baß ber Lehrling infolge einer Ohnmacht abgestürzt war.
Einen gewissen Erfolg mit seiner Berufung hatte ein früherer Reichsbahnobersekretär, ber vom Bezirksschöffengericht wegen Amtunterschlagung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden war Das Gericht nahm in erster Linie Betrug an und ermäßigte mit Rücksicht auf die Notlage, durch die ber Beamte zu seiner Verfehlung gekommen roar. unb ben Umftanb, baß ber Schaben ersetzt worben war, bie Strafe auf sechs Monate G e - f ä n g n i 5.
Zurückgewiesen würbe bie Berufung eines früheren Kassengehilfen aus Schlitz, ber wegen Fäl. schuna einer Bürgschaftsurkünbe z u sechs Monaten Gefängnis verurteilt worben war.
Widersprüche in sich selbst. Neben dem Kampf um unsere wirtschaftlichen Verhältnisse gehe der Kampf um die Sozialgesetzgebung einher. Heute klage man über die hohen Soziallasten, die in Wirklichkeit nationale Lasten seien. Der Staat arbeite für die Sozialversicherung, aber unter zu großem Aufwand. Die Standesorganisationen hätten in eigener Verantwortlichkeit, selbstver» waltend, ihren Mitgliedern gegenüber auf dem Gebiete der Krankenkassen, Altersversicherung, Stellenvermittlung und im Schlichtungswesen (hier in Verbindung mit dem Arbeitgeber) viel Besseres leisten können. Aufgabe des Staates wäre es gewesen, lediglich die Rahmengesetze zu schaffen. 3n seinen weiteren Ausführungen kam Verbandsvorsteher Bechly auch auf die Bedeutung der Gewerkschaften zu sprechen, wobei er u. a. sagte: Der Einzelne bedeute nichts. Erst in der Zusammenfassung berufsständischer Kräfte gewinne der Einzelne an Bedeutung. Die Gewerkschaften seien durch die berufliche Zusammengehörigkeit ein Machtfaktor und ein Mittel zur Vereinigung des Volkes in nationaler Beziehung. Der DHV. habe stets für den nationalen Staat gekämpft. Man müsse die Aufgaben der Gewerkschaften klar zu erkennen versuchen und nach diesen Erkenntnissen handeln. Die Partei sei nicht alles, das Volk und das Vaterland bedeuten mehr. Die nationale 3dee sei auch mehr als jene, Die nur aus dem wirtschaftlichen ihren Sinn beziehe. Der Stand und die Organisation bedeuten Mit-Einsah für die Gesamtheit. Der Vortragende sprach dann noch über die Hr- sachen der Kredit- und der Vertrauenskrise in der' Welt, über die Notwendigkeit verantwortungsbewußter Wirtschaftsführung, über die Wirkung künstlicher Geldschöpfungen und die starke Beeinflussung der Wirtschaft durch die Politik (Reparationen). Der Vortrag wurde von den Zuhörern mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Daten für Donnerstag, 22. Oktober
Sonnenaufgang 7 Uhr, Sonnenuntergang 17.18 Uhr. — Mondaufgang 16.15 Uhr, Monduntergang 2.11 Uhr.
1811: der Komponist Franz von Liszt zu Raiding in Ungarn geboren; — 1858: Kaiserin Auguste Viktoria in Dölzig geboren; — 1869: ber Zierbilb- hauer August Gaul in Großauheim geboren.
VornoNzen.
— Tageskalender für Donnerstag: Gasthaus „Hindenburg", 20 Uhr, Vortrag von Dr. Franz Lüdtke über „Deutscher Osten — Deutsche Zukunft" — Sparerbund und Volksrechl- Partei: 20.15 Uhr, Katholisches Vereinshaus, öffentliche Versammlung. — Cafe Leib: 20 Ut)r( Vortrag „Was Sie vom Rundfunk noch nicht wissen" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bomben auf Monle Carlo". — Astoria-Lichtspiele Seltersweg: „Der singende Draht", „Blitz unb Liebe", „Das finb Zu- ftänbe" unb „Kein König ber Wälber"
— Aus bem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 20 Uhr, als vierte Vorstellung im Freitagabonnement Bruno Franks Huiidekomödie „Sturm im Wasserglas", Spielleitung Heinrich Hub. Beginn 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr.
— Vom Konzertverein wird nochmals darauf hingewiesen, daß das Gröffnungskonzert des 140. Vereinsjahres durch den Sonatenabend Busch-Serkin am Samstag, 24. Oktober, 20 Hhr, In der Hniversitätsaula stattfindet, und nicht, wie gewöhnlich die Solistenkonzerte, am Sonntag. Durch die notwendig gewordene Verlegung auf den Samstagabend ist vielen Konzert- befuchern Gelegenheit gegeben, diese beiden hervorragenden Künstler in einem ausgewählten Programm zu hören. Es fei noch einmal betont, daß der Abonnementsplah auch für dieses Konzert eine bedeutende Verbilligung gegenüber der Einzel-Eintrittskarte darstellt.
— Abg. Dr. Oberfohren in Gießen. Es fei nochmals auf die am nächsten Samstag, 24. Oktober, in der Turnhall« (Oswaldsgarten) stattfindende Versammlung hingewiesen, in welcher der deutschnationale ReichstagSabgeordnete D r. Oberfohren spricht. Die Turnhalle ist geheizt. (Siehe heutige Anzeige.)
— „Bomben auf Monte Carl o." Heute gelangt im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ber Film Bomben auf Monte Carlo" zur Erstaufführung. Der Film führt In bie sonnigen Gesilbe ber Riviera. Die Darstellung liegt in Hänben von Hans Albers, Anna Sten Heinz Ruhmann, Werner, R. Heymann u. a. m. Näheres ist aus ber heutigen Anzeige er» sichtlich.
unb Eskimos), vom Renntier und den Polarvögeln, von Walrosfen und Eisbärjagd, von den ungeheueren Gletschern, Gevsiren und den Schlammvulkanen Grönlands werden gezeigt- Der erste Beifilm, „Die Schweiz, das Berner Oberland und feine Bahnen" führt die Schönheiten der Hochgebirgswelt um 3ungfrau, Eiger, Mönch ufto. vor Augen. Der zweite Beifilm „Zehn Minuten Mozart", ein Kunstscherenfchnittfilm der allbekannten Scherenschnittkünstlerin Lotte Reiniger, versucht Mozartsche Musik durch Bewegungsrhythmus im Silhouettenbildzu ergänzen und dem Hörer näherzubringen. Man beachte die heutige Anzeige.
' Handelskammerprüfung für Geschäftsstenographen. 3m heutigen Anzeigenteil wird eine auf den 15. November anberaumte Handelskammerprüfung für Geschäftsstenographen angekündigt. Es kann nicht oft genug betont werden, von wie großer Wichtigkeit die Teilnahme an einer solchen Prüfung für junge Leute ist, die viel mit Schreibarbeit zu tun haben. Dies gilt besonders für die heutige Zeit, in der es den Arbeitgebern bei der großen Zahl der Stellungsuchenden möglich ist, in engster Auswahl den nach ihrer Meinung geeignetsten Bewerber zu finden. Daß in solchen Fällen Stenotypisten, die sich durch das Zeugnis einer bestandenen Geschäftsstenographenprüfung über ihre Fähigkeiten ausweisen können, den Vo.zug vor anderen erhalten, ist selbstverständlich. Dieser Tatsache scheinen sich auch diejenigen jungen Leute, welche sich dem Stenotypisten-Berufe widmen wollen, immer mehr bewußt zu werden, denn die Teilnehmerzahl an diesen Prüfungen wächst von 3ahr zu 3ahr. Auch bei der im
ebenso daß auch der zweite Tag (Donnerstag) noch recht zahlreichen Besuch aufweisen konnte unb an ben beiben Sonntagen, vor unb nach bem Markte, viele auswärtige Marktbesucher neben ben Grünbergern zu sehen waren. Daß babur^' nicht zuletzt bie Gasthäuser, Bäckereien unb Metzgereien großen Umsatz aufzuweisen hatten, bebarf keiner weiteren Erklärung. Allgemein sind diese Geschäftsinhaber vom Markte befriedigt. Wenn auch ber Umsatz an Getränken nicht bie sonst gewohnte Höhe erreichte, so war gagegen ber Verbrauch an Backwaren, Fleisch und Wurst ein sehr großer, und die Zahl der bekannten, als Marktstück gern gekauften „Eierweck' sowie die Mengen der in einzelnen Wirtschaften verbrauchten Fleischwurst, Braten usw. ist eine sehr große. Trotz reichlicher Vorräte war an manchen Orten am Äbend des ersten Tages alles aufgezehrt, und die Besitzer mußten rasch für frischen Vorrat sorgen.
Eine besondere Note erhielt der Jubiläums-Gal- lusmarkt noch durch das
Festspiel „Gallusmarkt"
von Dberoeterinärrat Dr. K. Stein (Friedberg), einem geborenen Grünberger, das bei ber offiziellen Feier am vorausgegangenen Sonntag in der Turnhalle aufgeführt, am zweiten Markttage wiederholt wurde, beide Male stark besucht war und starken Anklang sand.
So hat Grünberg das 450. Jubiläum des Gallus- marktes würdig begangen, die Vorbereitungen und Arbeiten der Stadtverwaltung und der Marktkommission sind nicht vergebens gewesen, ihre zahlreich in alle Teile unseres Vaterlandes versandten Einladungen haben starken Besuch herangezogen, und manche Erwartungen, die auf den Markt gesetzt wurden, hoben sich erfüllt.
listische Wirtschaftsibeologie und der Wille zu, — Großes Militär-Streichkonzert, einer freien Wirtschaft unter Staatsaufsicht. Zwi° | Am kommenden Sonntag, 25. Oktober, 16.30 Uhr, schen Hugenberg und dem Nationalsozialismus » findet auf der „Liebigshöhe" unter ber Stabführung sei eine Einigung nicht möglich, außerdem berge von Obermusikmeister Krauße ein großes Militär- der Nationalsozialismus in dieser Hinsicht I Streichkonzery ausgeführt vom gesamten Musikkorps


