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Oberheffen.

Landkreis Gießen.

0 Linden st ruth, 20. Juni. Bei der B e i g e - ordnetenwahl erhielt Gemeinderatsmitglied Sehrt die Stimmenmehrheit und ist somit zum Beigeordneten unserer Gemeinde gewählt.

' Lang-Göns, 21. Sunt 3m hiesigen Rat- Haus fand in diesen Tagen die Jahresver­sammlung der Spar- und Leihkasse statt. Direktor 2l r tz gab bekannt, daß der seit­herige Rechner Lehrer Merkel, der die Kafft seit 1914 treu verwaltet hat, in Bad Kreuznach verstorben sei. Oberrevisor Hartmann trug die Bilanz für 1930 vor. Der Reingewinn betrug 3263 Mk. Es wurde beschlossen, von dem Rein­gewinn 10 Prozent Dividende auszuschütten und den Rest der Rücklage zuzuführen. Das Aussichts- ratsmitglied Karl Wenzel führte in den letz­ten Wochen die Geschäfte vertretungsweise und wurde nunmehr als Rechner gewählt. Landwirt Heinrich F r e y II. und Bauunternehmer Heinrich Schaub traten neu in den Aufsichtsrat ein. Den alten Einlegern sind vorerst 8 Prozent Aufwer­tung gutgeschrieben, die bis Ende 1930 mit 3 Pro­zent und von da ab mit dem üblichen Sah ver­zinst werden. Cs ist aber damit zu rechnen, das) später noch eine ansehnliche Aufwertungsnach^ah- lung stattfinden kann, die allerdings von dem Zeit­punkt der Auslosung der Reichsanleiheablosungs­schuld abhängig ist.

0 Holzheim, 20. Juni. Nachdem gegen die Bürgermei st erwähl vom <8. 3uni keine Be­anstandungen erhoben worden sind, wurde der neugewählte Bürgermeister Heinrich Buß L gestern durch Regierungsrat Dr. Braun vom Kreisamt Gießen in Gegenwart des vollzählig erschienenen Gemeinderats in sein 21 m t ein- geführt. Das Ortsoberhaupt verpflichtete als­dann unseren neuen Beigeordneten, Landwirt W. Gg. Konrad Ohly. Das Gemeinderatsmitglied Karl Buß, Maurermeister, scheidet, da sein Bru­der zum Bürgermeister gewählt wurde, aus dieser Körperschaft aus. Sein Raäifolger wäre nach der Liste des Hessischen Bauernbundes W. Ohly, der jedoch inzwischen zum Drigeordneien gewählt wurde. Runmehr rückt Landwirt Hch. Wilhelm S ch m a n d t in den Gemeinderat ein.

Preußen.

Berufsschulpflicht

im Amtsbezirk Ahbach-Launsbach.

# Kroforf, 20. Juni. Die von den Amtsver­tretungen Atzhach und Launsbach beschlossene Ein­führung der Berufsschulpflicht für die schulentlassene männliche Jugend tritt, nachdem die erlassene Satzung die Genehmigung des Bezirksausschusses in Koblenz gefunden hat, nunmehr in Kraft. Die in der Ge­nehmigung des Bezirksausschusses gestellte Bedin­gung, daß die Kreissatzung für das ländliche Fort- bildungsschulwesen im Amtsbezirk Atzbach-Launs- bach ausgeschaltet würde, ist durch entsprechen- den einstimmigen Beschluß des Kreistages vom 21. Mai 1931 erfüllt worden.

Die bisherigen ländlichen Fortbildungsschulen sind somit aufgehoben und an ihrer Stelle haben die Jugendlichen die Berufsschulen in W e tz l a r oder in Gießen zu besuchen. Die Zuweisung zu den Be­rufsschulen erfolgt durch den Bürgermeister. Für die Gemeinden Dorlar und Garbenheim ist die Berufs­schule in Wetzlar, für die anderen Gemeinden die­jenige in Gießen vorgesehen. Mit der Stadtverwal­tung Wetzlar und mit dem hessischen Staat bzw. der Stadtverwaltung Gießen sind entsprechende vertrag­liche Abmachungen getroffen worden. Durch den Be­such der mit Fachklassen ausgestalteten Berufsschulen ist eine berufskundige Fortbildung der jungen Leute gewährleistet.

Kirche und Schule.

4 Dad-Rauheim, 21. 3uni. Unter star­ker Teilnahme der Bevölkerung und der Kurgäste feierte man heute das 25. 3 ubiläurn der Dan­ke s k i r ch e. Der Festtag begann mit Festgeläute und Choralblasen vom Turm des Gotteshauses. 3m Festgottesdienst am Vormittag hielt Pfarrer Knodt, der vor 25 3ahren bei der Einweihung als Pfarrassistent mitwirkte, die Festpredigt. Der Superintendent von Oberbessen, Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen), überbrach'e in herzlicher Ansprache die Segenswünsche der hessischen Lan­deskirche. Bei der Festfeirr, die nachmit'azs in der Dankeskirche stattfand, hielt Prälat D. Dr. Diehl einen fesselnden Bortrag übet ..Bilder aus der kirchlichen Vergangenheit von Bad-Rau- heirn'. Er wies u. a. nach daß vor Einführung der Reformation in dem damals hanau-münzen- bergischen Rauheim schon eine starke evangelische Volksbewegung den Ueber tritt zum neuen Be­kenntnis vorbereitet habe. Aus Anlaß des 3u- b.läums erhielt die Dankeskirche mehrere wert- olle Stiftungen.

Wirtschaft.

Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 17.3uni errech­nete Indexziffer der Großhandelspreise lag mit 112,2 um 0,4 v. H. niedriger als in der Vorwoche. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 107,2 ( 0,9 v. H.), Kolomalwaren 95 7 (4- 1,2 v. H), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,7 ( 0,1 v. H.), und industrielle Fertigwaren unverändert 136,7.

40 ° Stundenarbeitswoche bei der Duisburg - Ruhrorter - Hasen - AG. Zwischen der Duisburg-Ruhrorter-Hafen-AG. und den Gewerkschaften bzw. dem Gesamtbetriebsrat ist zur Vermeidung der Entlassung der durch den Verkehrsrückgang entbehrlich gewordenen Arbei­ter eine Einigung dahin erzielt worden, daß ab Montag, 22. 3uni, zunächst für die Arbeiter der Lohngruppen 1 bis 3 und ab Montag, 29. 3uni, für sämtliche Arbeiter die 40stündige Arbeitswoche eingeführt wird.

'Herabsetzung derMais - und Ger- stenpreise. Der Verwaltungsrat des Mais- Monopols hat am 20. 3uni beschlossen, den Preis für Mais von 250 auf 170 Mark für die Tonne herabzusetzen. Ferner ist von den zustän­digen Ministern eine Verordnung gezeichnet wor­den, die am 26. 3uni in Kraft tritt und Vorsicht, daß künftig beim Bezug von 1 dz Kartoffel- f locken von der Deutschen Getreidehandelsgesell- j'chaft G. m. b. H. 1 dz Gerste zu Futterzwecken zum Zollsatz von 5 Mark für 1 dz eingeführt werden darf. Da Kartoffelflocken künftig zu 170 Mark statt zu 185 Mark abgegeben werden, ermäßigt sich bei Zugrundelegung eines Preises von 85 Mark für die Tonne Gerste unter Zoll der Durchschnittsv.eis für die Tonne Gerste zu Futterzwecken auf 152,50 Mark. Für die alten Gerstenbezugsscheine, die bei 3nkrafttreten der neuen Verordnung noch nicht ausgenuht sind, wird der Zoll gleichfalls auf 5 Mark für 1 dz herabgesetzt.'

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 22. 3uni. Tendenz: Rog­gen und Roggenmehl fest, sonst ruhig, Futtermit­tel rückgängig. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte im Einklang mit der festen Haltung der Berliner Produktenbörse ebenfalls in etwas ge­besserter Stimmung. Besonders für Roggen, wo das Angebot sehr gering war, wurden große Käufe vorgenommen, so daß der Preis um 5 Mk. anzog. Auch Roggenmehl war ziemlich gefragt und 1 Mark höher. Weizenmehl dagegen stark vernachlässigt und um eine halbe Mark er­mäßigt. Die übrigen Getreidearten wie Hafer, Gerste waren sehr stark vernachlässigt und eher etwas schwächer. Am Futtermittelmarkt setzte sich die Abwärtsbewegung der Preise fort. Es wur­den notiert: Weizen 295, Roggen 237,50240, Hafer, inländischer, 200, Weizenmehl, süddeut­sches Spezial 0, 39,5040,50, Roggenmehl 31,75 bis 33, Weizenkleie 1025, Roggenkleie 11,50, Erbsen 2836, Linsen 2568, Heu, süddeutsches, 5,756,00, Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt, 3,00, Weizen- und Roggenstroh, gebün­delt, 2,75, Treber, getrocknet, 10,00.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt«. M., 22. 3uni. Auftrieb: Rin­der 1229 Stück; darunter Ochsen 314, Bullen 107, Kühe 418, Färsen 368; Kälber 601, Schafe 29, Schweine 4751. Es wurden notiert: Ochsen: voll­fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 4449, ältere 4043, sonstige voll­fleischige: jüngere 3339. Dullen: jüngere, voll­fleischige, höchsten Schlachtwerts 3842, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 3437. Kühe: jüngere, vollfleijchige, höchsten Schlachtwerts 35 bis 39, sonstige pollfleischige oder ausgemästete 2934, fleischige 2228. Färsen (Kalbinnen, 3ungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höch­sten Schlachtwerts 4449, vollfleischige 4043,

Große Hausse au der Börse

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 22. 3untTendenz: haussie­rend. Der amerikanische Plan zur Aufschiebung der Schuldenzahlungen drückte sich schon im Dor- börsenverkehr in einer stürmischen Auf­wärtsentwicklung der Kursbewe­gung aus. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs zeigte sich außerordentlich starke Deckungsnach­frage, die die Kurseaufderganzen Linie Don 5 bis 15 v.H. in die Höhe trieb. Man war allgemein der Ansicht, daß sich die Kredit­lage nun günstig gestalten werde. Der Beschluß der Reichsbank, die Rotterung des Privatdis­konts wieder aufzunehmen, wurde gleichfalls als ein Zeichen dafür ausgefaßt, daß die Reichsbank die Lage völlig beherrscht. Den energischen Dek- kungen der Baissepartei schloß sich das Publikum mit umfangreichen Meinungskäufen an. Der Flut von Kauforders stand nur recht begrenztes Angebot gegenüber, so daß sich bei der Kurs­festsetzung Schwierigkeiten ergaben. Eine ganze Anzahl von Rotierungen mutzte wegen Stückemangels ausgesetzt werden. Die Führung der Haussebewegung hatten Siemens mit plus 18 v. H., Farben mit plus 14 v. H., Salz­detfurth mit plus 17 v. H. und Gesfürel mit plus 12 v. H. Am Elektromarkt erhöhten AEG. ihren Kursstand-um 12 v. H., Schuckert um 11 v. H. Licht & Kraft um 10 v. H. Von Kaliwerten standen Aschersleben im Vordergründe des 3nteresses (15 v. H.). Am Montanmarkt zogen Buderus 5,5 v. Sy, Rheinstahl 6 v. H., Mannesmann 7,75 v. H., Harpener 8 v. H. und Gelsenkirchen 10 v. H. an. ' Holzmann zogen um 9 v. Sy, Zement Heidelberg um 5,25 v. H. an. Von 'Kunstseideaktien Aku 11 v. H. und Demberg 8 v. H. höher. Von Chemie­nebenwerten wurden Scheideanstalt 10 v. H, Deutsche Erdöl 11 v. H. und Metallgesellschaft 7 v. H. fester gehandelt. Auch Schiffahrtsanteile schlossen sich der allgemeinen Haussebewegung an und erzielten Kursbesserungen bis 4 v. H. Bank­aktien gewannen durchweg bis zu 3 v. H., Reichs­bank waren 10 v. H. fester. Deutsche Bonds (Alt­besitz) plus 2 v. H., Reubesih 1 v. H. höher. Bei stillem Geschäft waren besonders Liquidations- Pfandbriefe und 7prozentige Gold-Kommunal- pfandbriefe stärker gesucht. Reichsschuldbuchforde­rungen etwa 5 v. Sy höher. 3m Verlaufe trat eher noch eine Verstärkung der De k - kungsneigung ein, so daß sich die Hausse fortse'te De: anhalte. deMaterialm an- g e l hemmte allerdings das Geschäft. Lediglich in 3G -Farben und einigen Elektropapieren ge­wann das Geschäft weitere Ausdehnung. Es er­gaben sich erneut Kursbesserungen bis

zu 3 v.H., bei Gesfüvel um 8 v.H. Am Geld­markt ging Tagesgeld auf 6 v. H. zurück. Am Devisenmarkt war ebenfalls eine deut­liche Entspannung zu beobachten. Das Pfund und die Mark lagen fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2125, gegen Pfunde 20,4913, London gegen Reuyork 4,8668, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 50,70, gegen Schweiz 25,0950 sehr schwach, gegen Hol­land 12,09.

Berliner Börse.

Berlin, 22. 3uni. Die Erklärung des Prä­sidenten Hoover, die Schuldenzahlung auf ein 3ahr auszusehen, hatte schon im Dormittagsver­kehr außerordentlich gewirkt, und die Dörse be­antwortete diese Nachricht mit einer stürmischen Hausse, wie man sie schon seit 3ahren nicht mehr erlebt hat. Hoovers Erklärung wurde in der ganzen Welt mit Begeisterung aufgenom­men, nur in der französischen Presse kann man eine gewisse Zurückhaltung nicht verkennen. Die Auslandbörsen waren infolgedessen besonders fest. Die sonst noch vorliegenden Momente traten in den Hintergrund, so der erhöhte Ruhrkohlenabsah. der Schiek^spruch für den Ruhrbergbau. Anre­gende Momente waren ferner die Festigkeit der deutschen Werte in Reuyork. Ferner regte aber noch die Tatsache, daß die Reichsbank in ihrem Beschluß vom Samstag, den Privatdiskontsah neu festzustellen und Wechsel nur am Reichsbank­schalter entgegenzunehmen, rückläufig gemacht hatte, wodurch die Befürchtung weiterer Kreditrestriktionen aufgehoben sind. Am Devisenmarkt ist eine starke En t- sp annun g festzustellen. Die .Reichsmark blieb gegen Pfund und Dollar fest. 3nfolge des herr­schenden Materialmangels gingen die Kurse sprunghaft in dieHöhe. Besserungen von 10 bis 15 Prozent waren an der Tagesord­nung, doch gingen sie auch darüber hinaus bis zu 20 Prozent. Die Kursfestsetzung stieß auf Schwierigkeiten. Fast alle Werte erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Farben, in denen etwa eine Million umging, wurden nach etwa halbstündi­ger Bemühung 16,5 Proz. höher festgesetzt.Deutsche Anleihen waren ebenfalls haussierend. Alt- und Reubesih 1,5 Proz. höher. Reichsschuldbuchforde­rungen etwa 6 Proz. fester. Der Pfandbriefmarkt war noch nicht zu übersehen. Die Geldsätze blie­ben unverändert. Tagesgeld 7 bis 9, Monatsgeld 7,5 bis 8,75 Prozent. Auch im Verlaufe blieb die Stimmung zuversichtlich. Das Geschäft war jedoch ruhiger, da man immer noch mit der Fest­stellung der ersten Kurse beschäftigt war. Die Kurse zogen später weiter bis zu 2 Prozent an.

fleischige 3339. Kälber: Beste Mast- und Saug­kälber 5358, mittlere Mast- und Saugkälber 46 bis 52, geringe Kälber 3545. Schweine: Fett­schweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 4044, voll­fleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 4145, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 4347, desgl. von zirka 160200 Pfd. Lebendgewicht 4246, fleischige Schweine von zirka 120160 Pfd. Lebendgewicht 4043. Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft; Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, ausverkauft.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt am M a i n , 20. 3uni. Ten­denz: fest. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: bulgar. 7,50 bis 7,75, jugoslav. 7,25 bis 7,50, rumän. 77,25, russische 6,75 bis 7,25, poln. 6,75 bis 7, holl. 7,50 bis 10, dän. 7,50 bis 10, belg.-sland. 9 bis 9,50, baher. 7,75 bis 8, deutsche Frischeier 7,50 bis 10,50, in- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 6 bis 6,50.

Kleine Strafkammer Gießen.

* Gietzen, 19. 3uni. Ein wegen Eigentums- Vergehen mehrfach vorbestrafter Landwirt von Ober-Laukcn war vom Amtsgericht Bad-Rau- heim von der Anklage des Betrug?' freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staats­anwaltschaft Berufung. Es wurde festgestellt, dah er sich in Steinfurth unter falschen Vorspiege­lungen bei einem Landwirt ein Pferd im Wert von 400 Mark erschwindelt hatte. Auf dem Trans­port erwies sich das Tier als derart störrisch, datz der Angeklagte den Spaß an seiner Deute verlor und es seinem Begleiter überließ, der damit machen könne, was er wolle. Dieser brachte das Pferd in die landwirtschaftliche Halle in Frankfurt, wo es der Geschädigte abholte. Obwohl auf diese 'Weise kein dauernder Schaden en t ft an- den war, muhte der Angeklagte wegen voll­endeten Betrugs verurteilt werden. Der Schaden war durch den Verlust des Besitzes ein­getreten. Zusammen mit einer anderen Betrugs­strafe wurde auf eine Gesamtgefängnis­strafe von drei Monaten erkannt.

Ein Studierender in Friedberg war zu fünf W oche n Haft verurteilt worden, weil er trotz behördlicher Aufforderung für sein uneheliches Kind nicht sorgte. Da er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen war, wurde feine Be­rufung verworfen.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

6. C. 11. 1. Der betreffende Mieter' ist Staats­beamter. Seine Wohnung gilt als beschlagnahmt. 2. Nach der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 2. Dezember 1930 kann ein Hauseigentümer, der feit drei Jahren bereits Eigentümer ist, aber in diesem Hause keine ausreichende Wohnung besitzt, verlangen, daß ihm eine solche in dem Hause ein­geräumt wird. Auf eine beschlagnahmte Wohnung hat er unseres Dafürhaltens keinen Räumungs-' anfpruch.

Letzte Nachrichten.

Präsident Falliöfes t.

Paris, 22. Juni. (DJIB. Funkfpruch.) Der frühere präfidenlderfranzösifchen Re- publik Armand Fallidres ist heute im Alter von fast 90 Jahren geftorben. Lr war von 1906 bis 1913 Präsident der Republik.

Stimson Über den Brief Hindenburgs.

Washington, 22. Juni. (WTB. Funkspruch.) Gerüchte über eine Botschaft Hindenburgs an h o o v e r, die heute in Reuyork umliefen und dahin lauteten, der Reichspräsident o o.rt Hindenburg habe seinen Dank ausgesprochen und Deutschlands Verständnis mit diesem Vorschlag ausgedrückt, ver­anlaßten Staatssekretär S t i m s o n zu folgender Er­klärung: Seitdem die finanzielle Lage in Deutschland hier Gegenstand des Studiums wurde, hat Präsident h o o v e r sich bemüht, möglichst genaue und authentische Jnformationen zu erlangen. Lr erbat daher kürzlich von der deutschen Regie­rung eine derartige Jnformation, wobei er den Wunsch ausdrückte, datz sie von höchster Stelle kommen möge. Er erhielt Antwort in Form eines vom Präsidenten von Hindenburg an ihn gerichteten Briefes, dessen Jnhalt er als ver­traulich und nur für i h n selbst bestimmt betrachtet. Jm Übrigen stimmt diese Jnformation mit dem allgemein bekannten Gesamtbild überein, das die Regierung aus anderen amtlichen und privaten Berichten gewonnen hat.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinsfuß 8 v. H.

ui ui ... Jh. |

8 er i

c-chmp- tur«

1-Uhr- Kur-

Schluß« 1 An,o g»

lur

Kurs

Datum

20.6.

22 6.

20.6.

22.6.

.% Deutsche Retchsanieihe o. 192.

81-5J

80,25

7% Deut!che Reichöanleihe v. 1929

94

94

">'/.% Doung-Anleihe von 1930 .

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

64,5

Auilos.»Rechten.......

50

52

50

51,5

Teegl. ohne Auslos.-Reckte . . i% Hess. Bollsstaat von 1929

4,55

5,4

4,25

5,75

(rückzahlb. 102%)......

Oberhellen Provinz-Anleihe mil

87,25

87

Auelos.-Rechten......

Deullche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1.......

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse

47,75

48

15 unkündbar bis 1935 ....

7% Frantz. Hyp.-Bank Goldpse

97,75

unkündbar bi» 1936 Serie 16 .

4%% Franks. Hyp.-Bank Ciqu.-

91,9

Psandbriele.........

4'/,% Rheinische Hyp.-Bank.Liou

86,3

Goldpse...........

8% Pr. Landedpsandbriesanstalt,

86,75

Psandbriele R. 19......

7% Pr. Landespsandbriesanstalt,

100

100

Psandbriele R io . . .

95,5

95,5

4% Oesterreichische Goldrente . .

19,75

-

19,9

_

4,20% Oesterreichische Silberrenie

1,25

4% Ungarische Goldrentc . . . .

16,5

16,8

4°;, Ungarische Staatrrenle v. 1910

14

14

4!4% desgl. von 1918.....

13,5

14,1

5% abgcst. Goldmcxikaner von 99

7,13

-

6,75

4% Türkische Zollanleche von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihr

2,3

2,25

2,15

2,25

Serie 1...........

2,25

4% dekgl. Serie II.......

2,25

2,25

2,25

5% Rumän. vercinh. Rente v. 1903

7,15

6,9

4'/,%Rumän.vereinh.Rcntev.l913

13,5

-

13,65

4% Rumänische vereinh. Rente

5,6

5,6

2 *4% I. Anatolier......

13,5

13,5

.iran ur ... . |

äerh

Schluß« ur i

1-Ubr« Kurs

Schluß« urs

Anfang- Kurs

Datum

20.6.

22 6

20.6.

22.6.

Hamburg.Amerita Pate.

Hamburg-Südam. Dampsschiss

L

44,5

47,25

41,5

46

Oi

90,25

Hansa Dampsschiss . .

. 0

67,75

80

Norddeutscher Lloyd ....

. 6

45,5

49,5

43,25

48,75

A.G. sür Verkehrswesen Alt.

42

41

49

Berliner Handelsgesellschast .

8

102

102

105

Commerz- und Privat-Bank .

7

100.25

103

100,75

103

Darmstädter und giationalban1

8

109

112,5

108

112

Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast. . .

6

100

_

100,25

101,25

Dresdner Bank......

6

100,25

101,25

100,5

101,25

RetchSbank........

12

125

134,75

120,75

A.E.G...........

. 7

80

79,75

Bergmann........

. 9

65

Elektr. LiescrnngSgesellschast.

10

93

106

Licht und Straft......

10

. 96

106

95

Felten & Guilleaume....

Gesellschasi für Elektrische

Üntcrnehmungcn ....

6-/2

65

72,75

62,75

71,9

9

84,5

97,5

85

_

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

98,5

96,75

Schuckert & (£o.......

11

106

117

102,5

Siemens & Halske.....

14

128

146

128

Lahmeyer & Eo.......

12

97,5

97,5

Buderus.........

. 4

34

39,5

34

Deutsche Erdöl......

. 5

57

68

55,75

Gelsenkirchener......

. 8

61,5

71

59,75

69

Harpener.........

. 0

60

51

59

Hoejch Eisen........

. 6

43

Ilse Bergbau.......

10

135

-

135

146

Klöckncrmerke.......

. 6

43,25

45,25

57

Küln-Ncuellen.......

6 V,

47,75

Mannesmann-Röhren . .

. 6

56

63,75

55

-

ManSsclder Bergbau ....

. C

26

27

29,5

Lberschles. Kokswerke . . .

. 8

55

63

Phönix Bergbau......

471

41

39,25

Rheinische Braunkohlen . . .

IC

141

136,75

Rheinstahl........

. 6

65,5

71

61,25

.xiuii.iur u. iii.

Hern

Scy-« Inrs

l-uhr« Kurs

Echluß- kurs

Üinfang« Kurs

Datum

20.6.

22.6.

20.6.

22.6.

Rtebeck Montan......7,2

Bereinigte Stahlwerke .... 4

Olavi Minen......16'/»

Kaliwerke Aschersleben . . . io

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

3. G. Farben-Industrie ... 12

Verein, ehern. Industrie Frank« surt a. M...........

Scheideanstalt.......1°

Goldschmidt.........0

Rütgerswerke........&

Metallgesellschasi.......6

Philipp Holzmann......8

Zementwerk Heidelberg.... 7

Eementwcrk Karlstadt.....7

Wayb & Frey tag......0

Schultheis Patzenhoser ... 16

Aku (Allgemeine Kunstseide) 0

Bemberg......... 0

Zellltos« Waldhof.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 6

Dessauer Gas........9

Daimler Motoren......0

Deutsche Linoleum.....6

Orenstein & Koppel.....O

Leonhard Tietz.......8

SvenSka.........15

Ehade............

Frankfurter Maschinen ....<)

Gritzner..........0

Mainkrastwerke Höchst a.M.. .6

Süddeutscher Zucker .... 10

40

17

107

112

169

118

44

113,5

34,5

37,25

53

67

50

81,75

21

61

73

59,5

55

22,25

52

83

193

9,1

27

51,5

99,5

120

186

132

46,5

124

60

75

55,25

72,5

81

38,5

17,4

104,5

108

162,5

117,75

33,75

36,25

52

67,5

21,13

116,75

60,5

72,75

56,5

55

105,25

21,5

52,5

32; 65

83

193

219

8,25

-

1 101,5

45,25

120

37,9

74,75

131

71,75

70

m

38,25

89,25

221

231,75

Banknoten.

Scrlin, 20. Juni

Geld

Brief

Amerikanische Noten.......

4,221

4,241

Belgische Noten.........

58,48

58,72

Dänische Noten.........

112.48

112,92

Englische Noten.........

20,49

20,57

Französische Noten........

16,505

16,565

Holländische Noten........

169,41

170,09

Italienische Noten........

22,06

22,14

Norwegische Noten........

112,58

113,02

Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling

59,03

59,27

Rumänische Noten........

2.485

2.505

Schwedische Noten........

112.83

113,27

Schweizer Noten.........

81,77

82,09

Spanische Noten.........

40,37

40,53

Ungarische Noten........

73,32

73,62

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

20.3uni

22. Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brie!

Geld

Brie,

HelslngsorS .

10.595

10,615

10,593

10,613

Wien. . . .

59,17

59,29

59,23

59,25

Prag . . .

12,472

12,492

12,468

12,483

Budapest . .

73,49

73,63

73,48

73,62

Sofia . . .

3,048

3,054

3,047

3,053

Holland . .

169,41

169,75

169.40

169,74

O«lo . . . .

112,69

112,91

112,69

112.91

Kopenhagen.

112,73

112.95

112,73

112,95

Stockholm .

112,84

113,06

112,83

113.06

London. . .

20,475

20,515

20,475

20,515

Buenos Airec

1,305

1,309

1,312

1,316

Neuyork . .

4,209

4.217

4,2085

4,2165

Brüssel. . .

58,59

58,71

58,55

58.67

Italien. . .

22,055

22,095

22,035

22,075

Paris . . .

16,475

16,515

16,475

16.515

Schweiz . .

81,75

81.91

81,63

81.79

Spanien . .

40.36

40,44

40,16

40,24

Danzig. . .

81.80

82,04

81,87

82,03

Japan . . .

2,081

2,085

2,081

2.085

Rio de Ian..

0,314

0,316

0,313

0,315

Jugoslawien.

7,456

7,470

7,455

7,469

Lissabon . .

18,62

18,66

18,62

18,66