Oberheffen.
Landkreis Gießen.
0 Linden st ruth, 20. Juni. Bei der B e i g e - ordnetenwahl erhielt Gemeinderatsmitglied Sehrt die Stimmenmehrheit und ist somit zum Beigeordneten unserer Gemeinde gewählt.
' Lang-Göns, 21. Sunt 3m hiesigen Rat- Haus fand in diesen Tagen die Jahresversammlung der Spar- und Leihkasse statt. Direktor 2l r tz gab bekannt, daß der seitherige Rechner Lehrer Merkel, der die Kafft seit 1914 treu verwaltet hat, in Bad Kreuznach verstorben sei. Oberrevisor Hartmann trug die Bilanz für 1930 vor. Der Reingewinn betrug 3263 Mk. Es wurde beschlossen, von dem Reingewinn 10 Prozent Dividende auszuschütten und den Rest der Rücklage zuzuführen. Das Aussichts- ratsmitglied Karl Wenzel führte in den letzten Wochen die Geschäfte vertretungsweise und wurde nunmehr als Rechner gewählt. Landwirt Heinrich F r e y II. und Bauunternehmer Heinrich Schaub traten neu in den Aufsichtsrat ein. Den alten Einlegern sind vorerst 8 Prozent Aufwertung gutgeschrieben, die bis Ende 1930 mit 3 Prozent und von da ab mit dem üblichen Sah verzinst werden. Cs ist aber damit zu rechnen, das) später noch eine ansehnliche Aufwertungsnach^ah- lung stattfinden kann, die allerdings von dem Zeitpunkt der Auslosung der Reichsanleiheablosungsschuld abhängig ist.
0 Holzheim, 20. Juni. Nachdem gegen die Bürgermei st erwähl vom <8. 3uni keine Beanstandungen erhoben worden sind, wurde der neugewählte Bürgermeister Heinrich Buß L gestern durch Regierungsrat Dr. Braun vom Kreisamt Gießen in Gegenwart des vollzählig erschienenen Gemeinderats in sein 21 m t ein- geführt. Das Ortsoberhaupt verpflichtete alsdann unseren neuen Beigeordneten, Landwirt W. Gg. Konrad Ohly. Das Gemeinderatsmitglied Karl Buß, Maurermeister, scheidet, da sein Bruder zum Bürgermeister gewählt wurde, aus dieser Körperschaft aus. Sein Raäifolger wäre nach der Liste des Hessischen Bauernbundes W. Ohly, der jedoch inzwischen zum Drigeordneien gewählt wurde. Runmehr rückt Landwirt Hch. Wilhelm S ch m a n d t in den Gemeinderat ein.
Preußen.
Berufsschulpflicht
im Amtsbezirk Ahbach-Launsbach.
# Kroforf, 20. Juni. Die von den Amtsvertretungen Atzhach und Launsbach beschlossene Einführung der Berufsschulpflicht für die schulentlassene männliche Jugend tritt, nachdem die erlassene Satzung die Genehmigung des Bezirksausschusses in Koblenz gefunden hat, nunmehr in Kraft. Die in der Genehmigung des Bezirksausschusses gestellte Bedingung, daß die Kreissatzung für das ländliche Fort- bildungsschulwesen im Amtsbezirk Atzbach-Launs- bach ausgeschaltet würde, ist durch entsprechen- den einstimmigen Beschluß des Kreistages vom 21. Mai 1931 erfüllt worden.
Die bisherigen ländlichen Fortbildungsschulen sind somit aufgehoben und an ihrer Stelle haben die Jugendlichen die Berufsschulen in W e tz l a r oder in Gießen zu besuchen. Die Zuweisung zu den Berufsschulen erfolgt durch den Bürgermeister. Für die Gemeinden Dorlar und Garbenheim ist die Berufsschule in Wetzlar, für die anderen Gemeinden diejenige in Gießen vorgesehen. Mit der Stadtverwaltung Wetzlar und mit dem hessischen Staat bzw. der Stadtverwaltung Gießen sind entsprechende vertragliche Abmachungen getroffen worden. Durch den Besuch der mit Fachklassen ausgestalteten Berufsschulen ist eine berufskundige Fortbildung der jungen Leute gewährleistet.
Kirche und Schule.
4 Dad-Rauheim, 21. 3uni. Unter starker Teilnahme der Bevölkerung und der Kurgäste feierte man heute das 25. 3 ubiläurn der Danke s k i r ch e. Der Festtag begann mit Festgeläute und Choralblasen vom Turm des Gotteshauses. 3m Festgottesdienst am Vormittag hielt Pfarrer Knodt, der vor 25 3ahren bei der Einweihung als Pfarrassistent mitwirkte, die Festpredigt. Der Superintendent von Oberbessen, Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen), überbrach'e in herzlicher Ansprache die Segenswünsche der hessischen Landeskirche. Bei der Festfeirr, die nachmit'azs in der Dankeskirche stattfand, hielt Prälat D. Dr. Diehl einen fesselnden Bortrag übet ..Bilder aus der kirchlichen Vergangenheit von Bad-Rau- heirn'. Er wies u. a. nach daß vor Einführung der Reformation in dem damals hanau-münzen- bergischen Rauheim schon eine starke evangelische Volksbewegung den Ueber tritt zum neuen Bekenntnis vorbereitet habe. Aus Anlaß des 3u- b.läums erhielt die Dankeskirche mehrere wert- olle Stiftungen.
Wirtschaft.
• Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 17.3uni errechnete Indexziffer der Großhandelspreise lag mit 112,2 um 0,4 v. H. niedriger als in der Vorwoche. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 107,2 (— 0,9 v. H.), Kolomalwaren 95 7 (4- 1,2 v. H), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,7 (— 0,1 v. H.), und industrielle Fertigwaren unverändert 136,7.
♦ 40 ° Stundenarbeitswoche bei der Duisburg - Ruhrorter - Hasen - AG. Zwischen der Duisburg-Ruhrorter-Hafen-AG. und den Gewerkschaften bzw. dem Gesamtbetriebsrat ist zur Vermeidung der Entlassung der durch den Verkehrsrückgang entbehrlich gewordenen Arbeiter eine Einigung dahin erzielt worden, daß ab Montag, 22. 3uni, zunächst für die Arbeiter der Lohngruppen 1 bis 3 und ab Montag, 29. 3uni, für sämtliche Arbeiter die 40stündige Arbeitswoche eingeführt wird.
'Herabsetzung derMais - und Ger- stenpreise. Der Verwaltungsrat des Mais- Monopols hat am 20. 3uni beschlossen, den Preis für Mais von 250 auf 170 Mark für die Tonne herabzusetzen. Ferner ist von den zuständigen Ministern eine Verordnung gezeichnet worden, die am 26. 3uni in Kraft tritt und Vorsicht, daß künftig beim Bezug von 1 dz Kartoffel- f locken von der Deutschen Getreidehandelsgesell- j'chaft G. m. b. H. 1 dz Gerste zu Futterzwecken zum Zollsatz von 5 Mark für 1 dz eingeführt werden darf. Da Kartoffelflocken künftig zu 170 Mark statt zu 185 Mark abgegeben werden, ermäßigt sich bei Zugrundelegung eines Preises von 85 Mark für die Tonne Gerste unter Zoll der Durchschnittsv.eis für die Tonne Gerste zu Futterzwecken auf 152,50 Mark. Für die alten Gerstenbezugsscheine, die bei 3nkrafttreten der neuen Verordnung noch nicht ausgenuht sind, wird der Zoll gleichfalls auf 5 Mark für 1 dz herabgesetzt.'
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 22. 3uni. Tendenz: Roggen und Roggenmehl fest, sonst ruhig, Futtermittel rückgängig. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte im Einklang mit der festen Haltung der Berliner Produktenbörse ebenfalls in etwas gebesserter Stimmung. Besonders für Roggen, wo das Angebot sehr gering war, wurden große Käufe vorgenommen, so daß der Preis um 5 Mk. anzog. Auch Roggenmehl war ziemlich gefragt und 1 Mark höher. Weizenmehl dagegen stark vernachlässigt und um eine halbe Mark ermäßigt. Die übrigen Getreidearten wie Hafer, Gerste waren sehr stark vernachlässigt und eher etwas schwächer. Am Futtermittelmarkt setzte sich die Abwärtsbewegung der Preise fort. Es wurden notiert: Weizen 295, Roggen 237,50—240, Hafer, inländischer, 200, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 39,50—40,50, Roggenmehl 31,75 bis 33, Weizenkleie 10—25, Roggenkleie 11,50, Erbsen 28—36, Linsen 25—68, Heu, süddeutsches, 5,75—6,00, Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt, 3,00, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 2,75, Treber, getrocknet, 10,00.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt«. M., 22. 3uni. Auftrieb: Rinder 1229 Stück; darunter Ochsen 314, Bullen 107, Kühe 418, Färsen 368; Kälber 601, Schafe 29, Schweine 4751. Es wurden notiert: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 44—49, ältere 40—43, sonstige vollfleischige: jüngere 33—39. Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 38—42, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 34—37. Kühe: jüngere, vollfleijchige, höchsten Schlachtwerts 35 bis 39, sonstige pollfleischige oder ausgemästete 29—34, fleischige 22—28. Färsen (Kalbinnen, 3ungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 44—49, vollfleischige 40—43,
Große Hausse au der Börse
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 22. 3untTendenz: haussierend. Der amerikanische Plan zur Aufschiebung der Schuldenzahlungen drückte sich schon im Dor- börsenverkehr in einer stürmischen Aufwärtsentwicklung der Kursbewegung aus. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs zeigte sich außerordentlich starke Deckungsnachfrage, die die Kurseaufderganzen Linie Don 5 bis 15 v.H. in die Höhe trieb. Man war allgemein der Ansicht, daß sich die Kreditlage nun günstig gestalten werde. Der Beschluß der Reichsbank, die Rotterung des Privatdiskonts wieder aufzunehmen, wurde gleichfalls als ein Zeichen dafür ausgefaßt, daß die Reichsbank die Lage völlig beherrscht. Den energischen Dek- kungen der Baissepartei schloß sich das Publikum mit umfangreichen Meinungskäufen an. Der Flut von Kauforders stand nur recht begrenztes Angebot gegenüber, so daß sich bei der Kursfestsetzung Schwierigkeiten ergaben. Eine ganze Anzahl von Rotierungen mutzte wegen Stückemangels ausgesetzt werden. Die Führung der Haussebewegung hatten Siemens mit plus 18 v. H., Farben mit plus 14 v. H., Salzdetfurth mit plus 17 v. H. und Gesfürel mit plus 12 v. H. Am Elektromarkt erhöhten AEG. ihren Kursstand-um 12 v. H., Schuckert um 11 v. H. Licht & Kraft um 10 v. H. Von Kaliwerten standen Aschersleben im Vordergründe des 3nteresses (15 v. H.). Am Montanmarkt zogen Buderus 5,5 v. Sy, Rheinstahl 6 v. H., Mannesmann 7,75 v. H., Harpener 8 v. H. und Gelsenkirchen 10 v. H. an. ' Holzmann zogen um 9 v. Sy, Zement Heidelberg um 5,25 v. H. an. Von 'Kunstseideaktien Aku 11 v. H. und Demberg 8 v. H. höher. Von Chemienebenwerten wurden Scheideanstalt 10 v. H, Deutsche Erdöl 11 v. H. und Metallgesellschaft 7 v. H. fester gehandelt. Auch Schiffahrtsanteile schlossen sich der allgemeinen Haussebewegung an und erzielten Kursbesserungen bis 4 v. H. Bankaktien gewannen durchweg bis zu 3 v. H., Reichsbank waren 10 v. H. fester. Deutsche Bonds (Altbesitz) plus 2 v. H., Reubesih 1 v. H. höher. Bei stillem Geschäft waren besonders Liquidations- Pfandbriefe und 7prozentige Gold-Kommunal- pfandbriefe stärker gesucht. Reichsschuldbuchforderungen etwa 5 v. Sy höher. 3m Verlaufe trat eher noch eine Verstärkung der De k - kungsneigung ein, so daß sich die Hausse fortse'te De: anhalte. deMaterialm an- g e l hemmte allerdings das Geschäft. Lediglich in 3G -Farben und einigen Elektropapieren gewann das Geschäft weitere Ausdehnung. Es ergaben sich erneut Kursbesserungen bis
zu 3 v.H., bei Gesfüvel um 8 v.H. Am Geldmarkt ging Tagesgeld auf 6 v. H. zurück. Am Devisenmarkt war ebenfalls eine deutliche Entspannung zu beobachten. Das Pfund und die Mark lagen fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2125, gegen Pfunde 20,4913, London gegen Reuyork 4,8668, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 50,70, gegen Schweiz 25,0950 sehr schwach, gegen Holland 12,09.
Berliner Börse.
Berlin, 22. 3uni. Die Erklärung des Präsidenten Hoover, die Schuldenzahlung auf ein 3ahr auszusehen, hatte schon im Dormittagsverkehr außerordentlich gewirkt, und die Dörse beantwortete diese Nachricht mit einer stürmischen Hausse, wie man sie schon seit 3ahren nicht mehr erlebt hat. Hoovers Erklärung wurde in der ganzen Welt mit Begeisterung aufgenommen, nur in der französischen Presse kann man eine gewisse Zurückhaltung nicht verkennen. Die Auslandbörsen waren infolgedessen besonders fest. Die sonst noch vorliegenden Momente traten in den Hintergrund, so der erhöhte Ruhrkohlenabsah. der Schiek^spruch für den Ruhrbergbau. Anregende Momente waren ferner die Festigkeit der deutschen Werte in Reuyork. Ferner regte aber noch die Tatsache, daß die Reichsbank in ihrem Beschluß vom Samstag, den Privatdiskontsah neu festzustellen und Wechsel nur am Reichsbankschalter entgegenzunehmen, rückläufig gemacht hatte, wodurch die Befürchtung weiterer Kreditrestriktionen aufgehoben sind. Am Devisenmarkt ist eine starke En t- sp annun g festzustellen. Die .Reichsmark blieb gegen Pfund und Dollar fest. 3nfolge des herrschenden Materialmangels gingen die Kurse sprunghaft in dieHöhe. Besserungen von 10 bis 15 Prozent waren an der Tagesordnung, doch gingen sie auch darüber hinaus bis zu 20 Prozent. Die Kursfestsetzung stieß auf Schwierigkeiten. Fast alle Werte erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Farben, in denen etwa eine Million umging, wurden nach etwa halbstündiger Bemühung 16,5 Proz. höher festgesetzt.Deutsche Anleihen waren ebenfalls haussierend. Alt- und Reubesih 1,5 Proz. höher. Reichsschuldbuchforderungen etwa 6 Proz. fester. Der Pfandbriefmarkt war noch nicht zu übersehen. Die Geldsätze blieben unverändert. Tagesgeld 7 bis 9, Monatsgeld 7,5 bis 8,75 Prozent. Auch im Verlaufe blieb die Stimmung zuversichtlich. Das Geschäft war jedoch ruhiger, da man immer noch mit der Feststellung der ersten Kurse beschäftigt war. Die Kurse zogen später weiter bis zu 2 Prozent an.
fleischige 33—39. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 53—58, mittlere Mast- und Saugkälber 46 bis 52, geringe Kälber 35—45. Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 40—44, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 41—45, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 43—47, desgl. von zirka 160—200 Pfd. Lebendgewicht 42—46, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 40—43. Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft; Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, ausverkauft.
Frankfurter Eiermarkt.
Frankfurt am M a i n , 20. 3uni. Tendenz: fest. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: bulgar. 7,50 bis 7,75, jugoslav. 7,25 bis 7,50, rumän. 7—7,25, russische 6,75 bis 7,25, poln. 6,75 bis 7, holl. 7,50 bis 10, dän. 7,50 bis 10, belg.-sland. 9 bis 9,50, baher. 7,75 bis 8, deutsche Frischeier 7,50 bis 10,50, in- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 6 bis 6,50.
Kleine Strafkammer Gießen.
* Gietzen, 19. 3uni. Ein wegen Eigentums- Vergehen mehrfach vorbestrafter Landwirt von Ober-Laukcn war vom Amtsgericht Bad-Rau- heim von der Anklage des Betrug?' freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. Es wurde festgestellt, dah er sich in Steinfurth unter falschen Vorspiegelungen bei einem Landwirt ein Pferd im Wert von 400 Mark erschwindelt hatte. Auf dem Transport erwies sich das Tier als derart störrisch, datz der Angeklagte den Spaß an seiner Deute verlor und es seinem Begleiter überließ, der damit machen könne, was er wolle. Dieser brachte das Pferd in die landwirtschaftliche Halle in Frankfurt, wo es der Geschädigte abholte. Obwohl auf diese 'Weise kein dauernder Schaden en t ft an-■ den war, muhte der Angeklagte wegen vollendeten Betrugs verurteilt werden. Der Schaden war durch den Verlust des Besitzes eingetreten. Zusammen mit einer anderen Betrugsstrafe wurde auf eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Monaten erkannt.
Ein Studierender in Friedberg war zu fünf W oche n Haft verurteilt worden, weil er trotz behördlicher Aufforderung für sein uneheliches Kind nicht sorgte. Da er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen war, wurde feine Berufung verworfen.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
6. C. 11. 1. Der betreffende Mieter' ist Staatsbeamter. Seine Wohnung gilt als beschlagnahmt. — 2. Nach der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 2. Dezember 1930 kann ein Hauseigentümer, der feit drei Jahren bereits Eigentümer ist, aber in diesem Hause keine ausreichende Wohnung besitzt, verlangen, daß ihm eine solche in dem Hause eingeräumt wird. Auf eine beschlagnahmte Wohnung hat er unseres Dafürhaltens keinen Räumungs-' anfpruch.
Letzte Nachrichten.
Präsident Falliöfes t.
Paris, 22. Juni. (DJIB. Funkfpruch.) Der frühere präfidenlderfranzösifchen Re- publik Armand Fallidres ist heute im Alter von fast 90 Jahren geftorben. Lr war von 1906 bis 1913 Präsident der Republik.
Stimson Über den Brief Hindenburgs.
Washington, 22. Juni. (WTB. Funkspruch.) Gerüchte über eine Botschaft Hindenburgs an h o o v e r, die heute in Reuyork umliefen und dahin lauteten, der Reichspräsident o o.rt Hindenburg habe seinen Dank ausgesprochen und Deutschlands Verständnis mit diesem Vorschlag ausgedrückt, veranlaßten Staatssekretär S t i m s o n zu folgender Erklärung: Seitdem die finanzielle Lage in Deutschland hier Gegenstand des Studiums wurde, hat Präsident h o o v e r sich bemüht, möglichst genaue und authentische Jnformationen zu erlangen. Lr erbat daher kürzlich von der deutschen Regierung eine derartige Jnformation, wobei er den Wunsch ausdrückte, datz sie von höchster Stelle kommen möge. Er erhielt Antwort in Form eines vom Präsidenten von Hindenburg an ihn gerichteten Briefes, dessen Jnhalt er als vertraulich und nur für i h n selbst bestimmt betrachtet. Jm Übrigen stimmt diese Jnformation mit dem allgemein bekannten Gesamtbild überein, das die Regierung aus anderen amtlichen und privaten Berichten gewonnen hat.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinsfuß 8 v. H.
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1-Uhr- Kur-
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Kurs
Datum
20.6.
22 6.
20.6.
22.6.
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81-5J
—
80,25
—
7% Deut!che Reichöanleihe v. 1929
94
—
94
—
">'/.% Doung-Anleihe von 1930 .
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
—
—
64,5
Auilos.»Rechten.......
50
52
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51,5
Teegl. ohne Auslos.-Reckte . . i% Hess. Bollsstaat von 1929
4,55
5,4
4,25
5,75
(rückzahlb. 102%)......
Oberhellen Provinz-Anleihe mil
87,25
—
87
—
Auelos.-Rechten......
Deullche Komm. Sammelabl.
—
—
—
—
Anleihe Serie 1.......
8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse
47,75
—
48
—
15 unkündbar bis 1935 ....
7% Frantz. Hyp.-Bank Goldpse
97,75
—
—
unkündbar bi» 1936 Serie 16 .
4%% Franks. Hyp.-Bank Ciqu.-
91,9
—
—
—
Psandbriele.........
4'/,% Rheinische Hyp.-Bank.Liou
86,3
—
—
—
Goldpse...........
8% Pr. Landedpsandbriesanstalt,
86,75
—
—
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7% Pr. Landespsandbriesanstalt,
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Psandbriele R io . . .
95,5
—
95,5
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4% Oesterreichische Goldrente . .
19,75
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4,20% Oesterreichische Silberrenie
—
1,25
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4% Ungarische Goldrentc . . . .
—
—
16,5
16,8
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14
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—
•—
13,5
14,1
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7,13
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6,75
4% Türkische Zollanleche von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihr
2,3
2,25
2,15
2,25
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—
——
2,25
——
4% dekgl. Serie II.......
2,25
2,25
2,25
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7,15
—
6,9
—
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13,5
—-
13,65
—
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5,6
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13,5
—
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Datum
20.6.
22 6
20.6.
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44,5
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Norddeutscher Lloyd ....
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42
• —
41
49
Berliner Handelsgesellschast .
8
102
—
102
105
Commerz- und Privat-Bank .
7
100.25
103
100,75
103
Darmstädter und giationalban1
8
109
112,5
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112
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6
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134,75
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—
A.E.G...........
. 7
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79,75
—
Bergmann........
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—
——
65
—
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10
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——
93
106
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—
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Gesellschasi für Elektrische
Üntcrnehmungcn ....
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65
72,75
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71,9
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Rheinische Elektrizität . . .
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11
106
117
102,5
——
Siemens & Halske.....
14
128
146
128
—
Lahmeyer & Eo.......
12
97,5
97,5
—
Buderus.........
. 4
34
39,5
34
—
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. 5
57
68
55,75
——
Gelsenkirchener......
. 8
61,5
71
59,75
69
Harpener.........
. 0
——
60
51
59
Hoejch Eisen........
. 6
—
43
——
Ilse Bergbau.......
10
135
—-
135
146
Klöckncrmerke.......
. 6
43,25
—
45,25
57
Küln-Ncuellen.......
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—
47,75
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. 6
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63,75
55
—-
ManSsclder Bergbau ....
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26
27
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—
55
63
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Rheinische Braunkohlen . . .
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141
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Datum
20.6.
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Bereinigte Stahlwerke .... 4
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Kaliwerke Aschersleben . . . io
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Kaliwerke Salzdetfurth ... 15
3. G. Farben-Industrie ... 12
Verein, ehern. Industrie Frank« surt a. M...........
Scheideanstalt.......1°
Goldschmidt.........0
Rütgerswerke........&
Metallgesellschasi.......6
Philipp Holzmann......8
Zementwerk Heidelberg.... 7
Eementwcrk Karlstadt.....7
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Schultheis Patzenhoser ... 16
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Bemberg......... 0
Zellltos« Waldhof.....12
Zellstoff Aschaffenburg ... 6
Dessauer Gas........9
Daimler Motoren......0
Deutsche Linoleum.....6
Orenstein & Koppel.....O
Leonhard Tietz.......8
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Frankfurter Maschinen ....<)
Gritzner..........0
Mainkrastwerke Höchst a.M.. .6
Süddeutscher Zucker .... 10
40
17
107
112
169
118
44
113,5
34,5
37,25
53
67
50
81,75
21
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55
22,25
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193
9,1
27
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99,5
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186
132
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124
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75
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72,5
81
38,5
17,4
104,5
108
162,5
117,75
33,75
36,25
52
67,5
21,13
116,75
60,5
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56,5
55
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52,5
32; 65
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1 101,5
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120
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70
m
38,25
89,25
221
231,75
Banknoten.
Scrlin, 20. Juni
Geld
Brief
Amerikanische Noten.......
4,221
4,241
Belgische Noten.........
58,48
58,72
Dänische Noten.........
112.48
112,92
Englische Noten.........
20,49
20,57
Französische Noten........
16,505
16,565
Holländische Noten........
169,41
170,09
Italienische Noten........
22,06
22,14
Norwegische Noten........
112,58
113,02
Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling
59,03
59,27
Rumänische Noten........
2.485
2.505
Schwedische Noten........
112.83
113,27
Schweizer Noten.........
81,77
82,09
Spanische Noten.........
40,37
40,53
Ungarische Noten........
73,32
73,62
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
20.3uni
22. Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brie!
Geld
Brie,
HelslngsorS .
10.595
10,615
10,593
10,613
Wien. . . .
59,17
59,29
59,23
59,25
Prag . . .
12,472
12,492
12,468
12,483
Budapest . .
73,49
73,63
73,48
73,62
Sofia . . .
3,048
3,054
3,047
3,053
Holland . .
169,41
169,75
169.40
169,74
O«lo . . . .
112,69
112,91
112,69
112.91
Kopenhagen.
112,73
112.95
112,73
112,95
Stockholm .
112,84
113,06
112,83
113.06
London. . .
20,475
20,515
20,475
20,515
Buenos Airec
1,305
1,309
1,312
1,316
Neuyork . .
4,209
4.217
4,2085
4,2165
Brüssel. . .
58,59
58,71
58,55
58.67
Italien. . .
22,055
22,095
22,035
22,075
Paris . . .
16,475
16,515
16,475
16.515
Schweiz . .
81,75
81.91
81,63
81.79
Spanien . .
40.36
40,44
40,16
40,24
Danzig. . .
81.80
82,04
81,87
82,03
Japan . . .
2,081
2,085
2,081
2.085
Rio de Ian..
0,314
0,316
0,313
0,315
Jugoslawien.
7,456
7,470
7,455
7,469
Lissabon . .
18,62
18,66
18,62
18,66


