Nr. 143 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Montag, 22. Juni
Else Bickelhaupt-Gießen mehrfache OT -Kreismeisterin.
Millelrheinifche volkslurnmciftcrjchastcn.
3n Dab Kreuznach führte am Sonntag der Mittelrheinkreis der DT. seine diesjährigen Leichtathletik-Meisterschaften durch. Die sehr weiche Bahn drückte stark auf die gelaufenen Zeiten, die bei normaleren Dahnverhaltnissen bestimmt besser gewesen wären. Bene Kreishöchstleistungen wurden diesmal nicht erreicht, dafür ergab sich aber eine bemerkenswerte Leistungssteigerung des allgemeinen Durchschnitts. Die Durchführung der Veranstaltung war mustergültig und es hatten sich auch sehr viele Zuschauer eingesunden.
3n den einzelnen Wettkämpfen schnitten die Frankfurter Teilnehmer durchweg recht gut ab. Sie errangen zahlreiche Siege und belegten auch eine Reihe von Plätzen.
Mehrfache Kreismeister wurden Else Dickel- Haupt vom M t v. G i e h e n, die das 80-Meter- Hürdenlaufen, den Hochsprung und den Fünfkampf an sich brachte: Frü Decker, Stadtspv. Frankfurt, über 100 Meter und im Weitsprung und der Turner May vom Tv. Dad-Rauheim, der die Läufe über 800 Meter und über 400 Meter Hürden für sich entschied.
Faustball im Turngau Hessen (OT.).
To. 1846 Gießen Gaumelster.
Gestern wurde die Rückrunde um die Faustball- Meisterschaft des Gaues Hessen ausgetragen. 3n der Sonderklasse schlug sich die Mannschaft des Turnvereins 1846 Gießen ganz ausgezeichnet und gewann zum Schluß in einem Entscheidungsspiel gegen den langjährigen Gaumeister Tgm. Friedberg die Meisterschaft wie im Vorjahre. 3n der Altersklasse errang Tgm. Friedberg die Gaumeisterschaft.
Deutsche Heereö-Meisterschasten.
Gugel-Gießen heeresmeister im Hammerwerfen.
Die Leichtathletik-Meisterschaften des Deutschen Reichsheeres wurden am Samstag vor 5000 Zuschauern und in Anwesenheit des Chefs der Heeresleitung, General der Infanterie Freiherr von Hammerstein, fortgesetzt. Dei schönem Wetter und guten Dohnverhältnissen gab es auch einige beachtenswerte Leistungen. Besonders erfreulich ist der gute Durchschnitt der Spitzenleistungen, der für die weitere Entwicklung der Leitchathletik im. Reichsheere viel verspricht. H i r s ch f e l d, Allen- stein siegte im Diskuswerfen mit 44,21 Meter. Das Speerwerfen gewann Oberjäger Kaminski mit 56,12 Meter und das Hammerwerfen Obergefreiter Gugel, Gießen, mit 43,20 Meter. Ueberlegen holte sich der bekannte M e h r - kämpser Huber den Stabhochsprung mit 3,70 Meter, und der Kraftfahrer Le i ch u m den Weitsprung mit der ausgezeichneten Leistung von 7,12 Meter. 3m Handgranaten-Weitwurf siegte Oberjäger Hermann mit der Vorkampfleistung von 73,16 Meter. 3n den Laufwettbewerben kam über 400 Meter Obergefreiter Rohde in 51,7 Sek. zu einem leichten Erfolge, da der favorisierte Feldwebel Stöbener zum Endlauf nicht antrat. Die 500 Meter gewann Untffz. Raue in 2:01 und im 10 000-Meter-Laus war Gefreiter Schön- selber in 32:47,4 seinen Konkurrenten klar überlegen. 3m 4mal-1500-Meter-Staffellauf triumphierte das 3. Bataillon des 3.-A. 10 in 17:51,5 vor dem 3. Bataillon 3.-R. 5 in 17:53,8 und dem 1. Batl. 3.-R. 15 in 18:03,1. — Der anstrengende
ZrandungdesLebens
Vornan von Käte Lindner.
(Copyright 1931 by Verlag Alfred Dechthold in Braunschweig.)
18 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Erstaunt kam Petrowitsch dieser Aufforderung nach. Ein Kriminalbeamter...? was sollte das?
Aber als er ihm gegenüberstand in dem kleinen Raum und die durchdringenden Blicke auf sein Gesicht gerichtet sah, beschlich ihn ein unbehagliches Gefühl. 3eht klappte die Tür hinter ihm. Der Direktor war eingetreten und nahm im Sessel vor seinem Schreibtisch Platz, ohne Petrowitsch anzuschen.
Schwüle Stille. Petrowitsch blickte fragend von einem der Herren zum anderen. Jetzt ging der Detektiv noch dem Schreibtisch hinüber und nahm einen Gegenstand aus einem der Schubfächer.
»Kennen Sie dies. Signore Petrowitsch?"
Er hielt die geöffnete Hand vor sein Gesicht. Ein mit edlen Steinen besetztes Armband glitzerte vor des Gefragten Augen, das von der Decke fallende Licht entlockte den Steinen ein sprühendes Funkeln.
Verständnislos sah Petrowitsch auf den glihern- Rcif nieder, mit einer fragenden Gebärde in deS Detektivs Gesicht. Er schüttelte den Kopf.
„3ch habe dieses Schmuckstück nie gesehen. Wozu diese Frage, wenn ich bitten darf?"
„Ich fand das Armband vor einer Stunde in einem Schubfach auf Ihrem Zimmer. Signore. Mein Amt zwang mich, eine Durchsuchung Ihrer Effekten vorzunehmen. Ich brauchte nicht lange nach diesem Gegenstand zu suchen, Signore. Sie verwahrten ihn sehr sorglos. Es ist der Armreif, der Mademoiselle Gallieur vor einiger Zeit aus ihrem Zimmer heraus gestohlen wurde."
Ein Aufschrei hallte durch das Zimmer. Wie entgeistert starrte Petrowitsch in das eiskalte Gesicht vor ihm. dann taumelte er auf einen Stuhl und schlug beide Hände vor sein Gesicht. Ein nervöses Zittern ging durch seine Glieder.
„So sprechen Eie doch..." wie aus weiter Ferne drang diese harte, unbarmherzige Stimme an Petrowitsch- Ohr. „Spielen Eie uns keine Komödie vor. die Tatsachen sprechen leider sehr gegen Sie. Lord Dalymores Brieftasche war der Anfang. Dann verschwand dieses Armband auf ebenso rätselhafte Weise, zuletzt Miß Galve- stoneS Perlew"
Da sprang Petrowitsch auf. bleich bis in die Lippen. Mit geballten Fäusten stand er mitten im Zimmer, seine Augen lagen tief in den Höhlen.
25-Kilom.-Patrouillen-Gepäckmarsch sah schließlich das dritte Bataillon des 3.-R. 11 in 2:51.05 vor dem 1. Bataillon 3.-R. 21 in 2:52:40 und dem 1. Bataillon 3.-R. 28 in 2:53:00 siegreich.
Norwegen — Deutschland 2 : 2.
vor 25 000 Zuschauern. — Das Spiel Im Regen. — Paufenergebnl» 1:1.
Nachdem 0:0-Ergebnis im Fußball.Länderspiel gegen Schweden kann man mit dem in Oslo erzielten 2:2-Resultat gegen Norwegen sich im großen und ganzen zufrieden geben. Denn Norwegen repräsentiert von den nordischen Fußballnationen immerhin noch die Ipielftärtftc. Auch gegen Deutschland rafften sich die Dlorroeger zu sehr achtbaren Leistungen aus. Wäre nicht Kreß im deutschen Tor ein Hüter von internationaler Extraklasse, so wäre sehr wahrscheinlich noch in den Schlußminuten aus dem Remis eine Niederlage geworden.
Die deutsche Mannschaft
spielte in derselben Aufstellung wie gegen Schweden, also mit Kreß: Emmerich, Brunke: Hergert, Leinberger, Knöpfte: Bergmeier, Sobek, Ludwig, Widmayer, Sackenheim. Bon den beiden Verteidigern war Emmerich der bessere. In der Läuferreihe lieferte Leinberger eine abgerundete Leistung, auch Hergert und Knöpfte hielten sich gut. Der Sturm sah diesmal die beiden Halbstürmer Sobek und Widmayer als die aktivsten. Ludwig als Sturm- führer ging an; Sackenheim auf Dcrtorenem Posten.
Die Norweger verfügten über eine sehr energische Mannschaft, deren Stärke in den schnellen, raum- greifenden Flügelangriffen lag. Die Läuferreihe arbeitete sehr exakt. Aeußerft stabil und schlagkräftig zeigte sich die Verteidigung.
Aus dem Spielverlauf.
Schon die ersten Minuten brachten die Deutschen in Führung. Bergmeier unternahm einen famosen Durchbruch, er gelang und unhaltbar saß fein Schutz in den Maschen. Bald erwies sich, daß der norwegische Sturm in seinen Flügctaktionen äußerst gefährlich ist. Die Ueberlegenheit der Norweger wuchs. Bereits die 15. Minute brachte für sie den Ausgleich. Eine leichte Ueberlegenheit Norwegens hielt an. doch verhinderte die sichere Arbeit von Kreß weitere Erfolge.
Auch nach dem Wechsel hielt die nordische lieber- legenheit an. Verschiedentlich tarnen auch die Deutschen erfolgversprechend durch, aber auch hier wer- den sichere Gelegenheiten ausgelassen. In der 15. Minute servierte Sackenheim Ludwig eine Flanke, die unhaltbar zum zweiten Treffer führte. Die Freude war kurz. Die nächste Minute brachte schon den Norwegern durch ihren Mittelstürmer wieder den Ausgleich. Nun setzten die Norweger zu einem energischen Endspurt ein. Deutschland hielt aber stand, so daß es bei dem 2:2-Ergebnis blieb.
(5p. Vg. Fürth süddeutscher Meister.
Gegen Karlsruher Fv. 1:1 (0:0).
Die Sp. Vg. Fürth benötigte nur noch einem Punkt, um sich süddeutscher Meister nennen zu können. Dieser Punkt wurde nun am Sonntag in dem noch ausstehenden Meisterschaftsspiel gegen den Karlsruher FV. erkämpft. Das Spiel verlief fesselnd und interessant und trug mehr den Charakter eines Freundschaftsspiels als den eines Punktkampfes. Dank der vorzüglichen Karlsruher Verteidigung wurden torlos bie Seiten gewechselt. Rach Wiederbeginn übernahmen die Fürther durch Zeilein die Führung. Doch mußte Reger in der 27. Minute einen Schuh von Kastner passieren lassen. Dabei blieb es bis zum Schlußpfiff.
»Alexander Kyrill Semjcmow ist fein Dieb..." rang es sich jetzt von seinen Lippen. »Eine Infamie, ein Racheakt... was weiß ich? Wie kam dieses Armband, das ich nie in meinem Leben sah, in mein Zimmer?"
Der Direktor, der sich bis jetzt int Hintergrund des Zimmers ganz ruhig verhalten hatte, stand auf und seine Stimme kam jetzt ebenfo hart wie die des anderen herüber.
„Was rcden Sie da von dem Grafen Semjonow? Ditte, lassen Sie doch unsere ausländischen Gäste aus dem Spiel. 3n welchem Zusammenhang nannten Sie eben diesen Ramen, Signore Petrowitsch? Wenn daS jemand gehört hätte..."
Da brach es wie ein Sturzbach von des Gequälten Lippen. Die ganze Verzweiflung der letzten Wochen machte sich frei. Er wußte, daß eS ein vergeblicher Kampf war, den er führte, daß niemand ihm Glauben schenken würde. Sövigne, der einzige, der ihm hätte zur Seite stehen können in dieser Stunde, war weit. Als er immer wieder und wieder beteuerte: „Ich, ich bin Alexander Semjonow, jener andere, der hier unter diesem Ramen auf tritt, ist ein Betrüger", machte der Direktor hinter seinem Rücken eine bezeichnende Bewegung nach der Stirn und zuckte bedauernd die Achseln.
In dem verschlossenen Gesicht des Detettivs aber war gespannte Aufmerksamkeit. Seine scharfen Augen ruhten durchdringend auf dem nervösen, zerwühlten Gesicht ihm gegenüber, mit keinem Laut unterbrach er seine Erzählung. Als Petrowitsch zu der Schilderung jener Begegnung auf der Landstraße nach Salo kam, wo er der falschen Contessa feine Anklagen ins Gesicht geschleudert habe, um sie zu überrumpeln und so ein Bekenntnis ihrerseits zu erzwingen, zuckte er bedauernd die Achseln.
„DieS eigensüchtige Vorgehen Ihrerseits war eine große Dummheit. Viel besser hätten Sie getan, Herr Graf, wenn Sie zuerst die Hotelleitung ins Vertrauen gezogen hätten, anstatt diese Dame zu warnen. Aber gleichviel..." er wandte sich za dem Direktor hinüber, der, sprachlos jetzt bei der Anrede „Herr Graf" ihm ins Gesicht starrte. „Die Kette schließt sich. Rur fehlt uns der Herr Conte Semjonow noch zur Beweisführung. Ich bezweifle auch sehr, daß er zurückkehrt. So gut auch der Uebcrwachungsbienst arbeitet, er muh doch gewarnt worden sein. Aber wir haben ja die Frau Contessa, sie setzt wie eine Maus in der Falle, hat übrigens vorhin ebenfalls einen Versuch gemacht, unauffällig das Hotel zu verlassen, wie mir vorn Ueberwachungsdienst gemeldet wurde. Sobald die von mir erbetenen Personalien aus London eingegangen sind, wird es sich zeigen, ob ich mich geirrt habe und ob Sie, Herr Gras", er wandte sich wieder Petrowitsch zu, „uns die Wahrheit gesagt haben, woran ich
Sensation in Frankfurt.
Eintracht Frankfurt — FSV. Frankfurt 9:1 (5:0).
DaS Frankfurter Lokalderby zwischen den beiden alten Rivalen, FSD. und Eintracht Frankfurt, nahm einen sensationellen Verlauf. Die Bornheimer, die noch in den letzten Wochen Sp. Dg. Fürth, 1. FC. Rümberg und Schalke 04 mit klarer Tordifferenz abgefertigt hatten, muhten gegen Eintracht eine 9:1-Packung einstecken. Eintracht spielte in kompletter Aufstellung wieder einmal eine ganz famose Partie und nutzte die Unsicherheit der Bornheimer Verteidigung weidlich aus. Die Tore der Eintracht wurden von Ehmer (4), Mobs (3) und Kron, sowie Kellerhvf geschossen, während beim FSV. Mihm den Ehren - treffer erzielte. 12 000 Zuschauer verfolgten diesen überraschend einfeitigen Kampf.
Kurze Sportnotizen.
3m Fußball-Länderspiel Deutschland-Holland der Deutschen 3ugcnblraft siegten im Stadion zu Wuppertal vor 20 000 Zuschauern die Holländer mit 3:2 (2:0) Treffern.
®in Äugel ft oft von 16,51 Meter wird aus Amerika gemeldet. Der auch in Europa bekannte amerikanische Student Sex ton erreichte
im Training mehrere Stöße über 16 Meter und kam dabei als weiteste Leistung auf 16,51 Meter, 3m Leichtathletik-Liervcrbands- kampf in Leipzig siegte Westdeutschland mit 43,5 Punkten vor Brandenburg tritt 38.5 Punkten, Süddeutschlond mit 36 Punkten und Mitteldeutschland mit 31 Punkten. Die beste Einzelleistung des TageS bot der R ü r n b e r g e r Heb le r im Kugelstoßen mit 15,29 Meter.
De i der Großen Grünauer Regatta wurde am Sonntag Qlmicitia Mannheim sowohl im Kaiservierer wie im VerbandSachter vom Berliner Ruder-Club geschlagen.
Hertha DSC. konnte sich am Sonntag in einem verspätet ausgetragenen Derbandsspiel gegen Polizei Stettin mit einem 41-Sieg zum 7. Male endgültig den Titel eines Brandenburgischen Fußballmeisters holen.
Carneras zweite Heimat Frankreich, die sich der Doxriese zur Zeit auS Geschäftsgründen erwählte, will den Riesen jetzt gerne im Soldaten kleid sehen und bat ihm nach Amerika einen Gestellungsbefehl geschickt..
Rut>er«Regaita in Bad Ems.
Gießener Ruderer erfolgreich.
Die diesjährige Emser Ruder-Regatta hatte ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden, so daß am Samstag zahlreiche Vorrennen, die zum Teil in zwei Abteilungen dupchgeführt werden muhten, notwendig waren. 3m a.lgcmeinen gab es wenig Überraschungen, das Wetter lieh za wünschen übrig.
Würdig reihte sich die am Sonntag auf der Lahn zum Austrag gekommene 51. Ruderregatta zu Bad Ems ihren Vorgängerinnen an. Die Befürchtungen, daß sich ein Rückgang der Meldungen ergeben werde, haben sich nicht bewahrheitet. Die sportlichen Leistungen standen auf einer mehr als befriedigenden Höhe. 3m Mittelpunkt des 3nteresses standen das Kaiserpreis- Rennen und der Verbands-Achter-Wettkampf. Erwartungsgemäß blieben die Frankfurter Germanen im Viererrennen siegreich. Dahnlänge: 2000 Meter.
Die Ergebnisse vom Samstag.
B -03 ie r e t: 1. Lauf: 1. WSV. Krupp-Essen 7:09.2. 2. Laus: 1. RG. Lahnstcin 7:20,6. 3. Lauf: 1. RK. Hassia Giehen 7:15.
Zweites Rennen: 1. Laus: 1. RV. 1905 Weilburg, 2. RV. Gießen 1913. 2. Lauf: 1. RG. 1921 Koblenz 7:10.
Zweiter Vierer: 1. Lauf: 1. RG. Germania Frankfurt 7:34,4. 2. Lauf: 1. WSV. Mülheim-Ruhr 7:04,4, 2. RG. 77 Giehen 7:06. 3. Lauf: 1. RC. Rhenania Koblenz 7:05,1.
3unior-Einer: 1. Laus: 1. CfL. Köln (Schneider) 7:40. 2. Lauf: 1. RC. Saarbrücken (Hofs) 8:01,4. 3. Laus: 1. RV. 1880 Wetzlar (Leih) 7:47.
3unior-Achter: 1. Lauf: 1. RG. Germania Frankfurt 6:30. 2. Laus: 1. RK. Germania Köln 6:25,4.
3ungmann-Vierer: 1. Laus: 1. CfL. Köln 7:16. 2. Lauf: 1. RV. Mainz 7:24.
Lahn-3ungmann-Vierer: 1. Lauf: 1. RK. Limburg. 2. Lauf: 1. RG. 77 Gießen 7:19.
Zweiter Achter: 1. Lauf: 1. WDV. Krupp
übrigens nicht einen Augenblick zweifle. Trotzdem zwingt mich mein Amt bedauerlicherweise, Sie einweilen in Haft zu nehmen, bis sich 3hre Unschuld erwiesen hat."
„Aber das bei Petrowitsch gefundene Armband ..." wagte der Direktor leise einzuwenden.
„Wenn meine Folgerungen stimmen, hatte diese Contessa nach der -Unterredung auf der Straße von Salo das größte 3ntereffe daran, diesen Herrn hier", er nickte mit einem Lächeln zu Petrowitsch hinüber, „für eine Weik unschädlich zu machen. Sie schmuggelte das Armband, das noch in ihrem Besitz war, geschickt in fein Zimmer hinein, ganz richtig voraussehend, daß ja die Hotelangestellten bei Diebstählen im Hause immer zuerst in Verdacht kommen. Haussuchungen waren selbstverständlich. So entledigte sie sich also dieses gefährlichen Deweisgegenstandes auf die einfachste Weife und machte gleichzeitig, indem sie den Verdacht auf Ihren Eintänzer lenkte, einen Ankläger unschädlich, der sie hier so unerwartet bedroht hatte.
ORein Verdacht wurde wach, als ich am Tage meiner Ankunft hier diese Dame in höchster Eile und in sehr einfacher Kleidung, mit allen Anzeichen einer großen Erregung, auf Seitenwegen, Die sonst auf Spaziergängen von eleganten Damen nicht auf gesucht werden, ankommen sah. Ihre Jungfer sagte mir dann, daß der „Conte" kurz vor meiner Ankunft, an demselben Tage also, als „Sie" zurückkam, ebenfalls einen tagelangen Ausflug unternommen hätte. So hatte ich früher, ehe ich gedacht, Fäden in der Hand, die nicht schwer weiterzuspinnen waren. Miß Gälvestones Perlen wurden am anderen Tage in Venedig auf gefunden ... alle Briefe der Contessa, die das Hotel verließen, waren in Geheimschrift abgefaht. Run, mein lieber Herr Direktor, allzuviel Scharfsinn erforderte dieser einfache Fall nicht und auch Ihr langjähriger Hoteldetektiv wäre heute so weit wie ich bin, hätten Sie mich nicht herbei - gerufen und mich mit der Führung dieses Falles betraut. Signore Patchelli assistierte mir übrigens äußerst geschickt, ich..."
Das Telephon schrillte in feine Rede hinein. Mit einem Sah war der Detektiv am Schreibtisch und hob den Hörer ab. „Hier Savoyhotel."
Man hörte eine schnarrende Stimme. Dann kam Donis Antwort: „Das klappte ja vorzüglich, ich glaube, daß Sie keinen Fehlgriff getan haben, Herr Kollege. Wie nennt er sich?... Ah, sehr interessant. Rein, ich selbst sah ihn nicht mehr, war gerade ausgeflogen, der Vogel... 3a... ich erwarte nur noch die Rachrichten aus London."
<$r wandte sich ins Zimmer zurück.
„Dieser angebliche Graf Semjonow ist soeben in Florenz festgenommen worden, als er den Versuch yiachte, einen wertvollen Ring zu verkaufen. Er wehrte fich wie ein Verzweifelter, führte einen
Essen 6:29. 2. Laus: 1. RK Germania Köln 6:24. 3. Lauf: 1. RV. Mainz 6:24,2.
Die Ergebnisse vom Sonntag.
B»Vierer: 1. Abt.: 1. Krupp Essen 7:25,4, 2. RG. Lahnstein 7:41. 2. Abt.: 1. RV. Weil- bürg 7:25, 2. RG. Koblenz 7:34,4.
Zweiter Vierer: 1. WSV Mülheim- Ruhr 7:23, Germania Frankfurt und Rhenania Koblenz aufgegeben.
3unior-Einer: 1. Hosf-Saar Saarbrücken 7:50,2, 2. Leitz-Wehlar 8:03.4.
3unior-Achter: 1. Germania Köln 6:27, 2. Köln 1877 6:34,4, 3. Germania Frankfurt! 6:38,2.
3ungmann-Q3iercr: 1. WSV. Köln 7:19, 2. Mainzer RV. 7:28.
Hochschul-Vierer: 1. Universität Tonn 7:19, 2. WSV Düsse.dorf 7:36.
Erster Vierer: 1. Germania Frankfurt 6:56, 2. WSV. Godesberg 7:00, 3. WSV. Düsseldorf 7:25,4.
Lahn-3ungmann-Vierer: 1. Gießen 1877 7:12,4, 2. RK. Limburg 7:16, 3. ®ie- ßener Hassia 7:42.
Zweiter Achter: 1. RV. Mainz 6:25,4, 2. Germania Köln 6:31,4, 3. Krupp Essen 6:33,4.
LeichtgewichtS-Dierer: 1. RV. Bad. Ems 7:22, 2. RV. Mainz 7:24,6.
3uni or-Vierer: 1. Germania Köln 7:13, 2. Germania Frankfurt 7:18,9.
3ungmann-Achter: 1. Köln 1877 6:35,4, 2. RV. Mainz 6:36, 3. Germania Köln 6:45.
Dritter Vierer: 1. Abt.: 1. Saar Saarbrücken 7:18, 2. Krupp-Essen 7:25, 3. RG. Koblenz 7:37,4. 2. Abt.: 1. RV. Mainz, 7:15, 2. RV. WeLburg 7:19.
Ermunterung-» Vierer: 1. RV Kreuznach 7:24, 2. Marburger RV. 7:30,2 .
DritterAchter: 1. Rhenania Koblenz 6:26, 2. RG. Trier 6:29,4.
Erster Achter: 1. Kölner Wassersport 6:19,2, 2. Germania Frankfurt 6:23,4, 3. Wassersport Düsseldorf 6:37.
Paß auf den Ramen Monsieur Gandry lautend bei sich. Das Signalement stimmte bis ins Kleinste, als man ihm seinen falschen Bart abnahm. Wir brauchen diese Rachrichten aus London gar nicht erst abzuwarten, tonnen uns die Maus in der Falle holen. Sie, Herr Gros", er wandte sich an ©emjonöto und klopfte ihm auf die Schulter, „werden nach einer Unterredung, die ich jetzt mit der „Frau Contessa" führen werde, glänzend gerechtfertigt sein. Geben Die mir 3hr Ehrenwort, daß Sie daS Hotel binnen vierundzwanzig Stunden nicht verlassen werden... nach der Entwicklung der Dinge kann von einer Verhaftung Ihrerseits nicht mehr die Rede sein. Wie das Armband Mademoiselle Gallieurs in Ihr Zimmer kam. werden wir gleich hören. Ditte, begleiten Sie mich, meine Herren."
Roch ehe sie das Zimmer verlassen hatten, trat ein Page ein und überreichte Signore Doni eine Depesche.
„Endlich", murmelte er, trat anS Fenster und studierte sie eingehend. Dann entnahm er einem Schubfach deS Schreibtisches ein Formular, verglich es eingehend mit dem Inhalt der Depesche und steckte die Papiere bann zu sich.
„Kommen Sie, keine Minute Zeit ist zu verlieren. Herr Direktor, bitte wollen Sie voran- gehen."
Als sie im Lift nach dem ersten Stockwerk hin- aufsuhren, drückte Semjonow die Hand des Detektivs. „Ich danke Ihnen", sagte er leise. „Ich banke Ihnen, daß Sie mir Glauben schenkten. Wie ein Wunder ist mir das."
„Unter anderen Umständen wäre ich auch nicht so leichtgläubig gewesen, Herr Graf", gab der andere lächelnd zurück. „Aber Ihre Aussagen trugen so sehr den Stempel der Wahrheit... und biese anderen Fäden hielt ich in der Hand. Und dazu kam Ihre große Unvorsichtigkeit, die Frau auf der Straße zu stellen. Rehmen Sie mir dies nicht übel, es war sehr dumm gehandelt. Wäre es der Gemahl gewesen und ich noch nicht gleich zur Stelle... er hätte Sie totsicher einer Irrenanstalt überweisen lassen."
„Ich war auch halb von Sinnen in dieser letzten Feit, nachdem ich die Entdeckung gemacht hatte, daß dieser Gast auf meinen Ramen reist. Der Umstand, daß ich niemals zu jemandem gesprochen hatte über meine Vergangenheit und meinen wirklichen Ramen, daß ich nicht den kleinsten Deweis mehr dafür besaß, daß ich der echte Gras Semjonow bin, nicht jener andere, fiel erschwerend ins Gewicht. Wer hätte mir geglaubt, wer? Da, in meiner höchsten Verzweiflung, lief mir diese Frau in den Weg. Mein Uebevrumpelunsversuch mißlang kläglich, hätte dieser (Betrüger einen größerer» Vorsprung gehabt, wäre er jetzt wohl über alle (Berge."
(Fortsetzung folgt.)


