Das GchiMai lvvicht das letzte VE
Roman von I. Schneider-Foerstl.
Urheber-Rcchtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
25. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
..Dies hier ist das erste Stück Land meines ursprünglichsten Besitzes". erklärte Hetterfield. „Es ist so geblieben, wie es war. Das Paradies meiner Tochter. Sie liebt es über alles." Er blieb stehen, reichte Viktor sein Zigarettenetui und gab ihm eigenhändig Feuer. Als die Glut sein Gesicht beleuchtete, sah Viktor wieder den forschenden Ausdruck in Hptterfields Gesicht. Lind während dieser den silbernen Flammenspender einsteckte, sprach er: „Wir wollen uns keine Komödie Vorspielen, Graf. Jefferson hat mir genauen Bericht üb« alles gegeben, sowohl über das, was meine Tochter, als auch über das andere, das Sie selbst anbetrifft. Ich meine über Ihre Liebesangelegenheit zu einem gewissen Fräulein Dloem. Mein Kind ist Hals über Kopf in Sie verschossen. Aber wozu eine Hoffnung Nähren, die sich nie oder doch nur zum Teil erfüllen würde? Sie können meiner Tochter das nicht geben, was sie von Ihnen erwartet."
' „Mister Hetterfield!"
.TLassen Sie mich aussprechen, bitte?" Der Javaner bog ein Stachelgebüsch zur Seite, um Viktor dey Durchgang zu erleichtern. „Ich kenne Alice. Wenn sie mir sagt: Das ist der einzige Mann, für den ich mich erwärmen könnte, ist nichts dagegen zu machen. Und wenn ein« ganze Welt dawiderspricht, sie wird es trotzdem versuchen, Sie für sich zu gewinnen. Sie ist zuweilen sehr, sehr eigenwillig, mein« Tochter. Aber sie hat auch ein Herz. Und das möchte ich vor Enttäuschungen bewahren. Haben Sie irgend etwas darauf zu erwidern?"
Viktor schritt gesenkten Hauptes und entgegnete kein Wort.
„Sehen Sie", nickte Hetterfield. „Ich finde es männlich, daß Sie keinerlei Ausflüchte gebrauchen. Solch stummes Zugeständnis ist ehrenvoller, als wenn Sie mich weiß Gott wie zu überzeugen gesucht hätten, über das Warum und '&i«fo. Run möchte ich aber meinem Kind« das Entsagen nicht gar zu schwer machen und habe schon vor Ihrem Eintreffen nach einem Ausweg gesucht. Ich sagte Ihnen bereits, daß ich großen Besitz auf Sumatra habe. Hätten Sie 2uft, sich das Terrain anzusehen?"
Lippstädt begriff sofort: „Ich warte nur auf Ihre Order, wann ich zu gehen habe, Mister Hetterfield."
Hettersields Hand lag plötzlich auf seinem Arm und hielt ihn zurück. „Wer sagt davon? Habe ich befohlen, Graf, daß Sie mein Haus verlassen? Ich habe Ihnen lediglich einen Vorschlag gemacht, weil ich meine, daß es so am besten ist — auch für Sie. Meine Tochter darf natürlich nichts davon zu hören bekommen. Sie tragen ihr lediglich den Wunsch vor, Sumatra kennenzulernen. Ihnen wird sie bedingungslos glauben. Wenn ich es tun würde, hätte ich sofort mit Widerstand zu rechnen. In Sumatra können Sie dann mit Ruhe über sich selbst entscheiden. Ich verlange jedoch Ihr Ehrenwort, daß Sie nicht einfach eines Tages von der Bildfläche verschwinden, sondern immer für mich erreichbar bleiben. Wollen Sie mir das versprechen?"
„Ja, Mister Hetterfield."
„Es freut mich, daß wir uns verstehen, Graf. Vorläufig schicke ich Ihnen Jefferson mit. Der kennt jeden Baum dort und kann Sie am besten orientieren. In ein paar Wochen komm« ich selber nach. Ich habe mich mächtig lange nicht mehr dort umgesehen. Das macht, weil ich absolut ehrliche Verwalter habe, die mir nie Grund zur Klage geben. Dann reisen Sie also — sagen tpir: am Samstag!"
„Wie Sie befehlen, Mr. Hetterfield."
„Gut! Unö nun kein Wort mehr darüber."
Alices Weihes Kleid schimmer!« durch das Astwcrk. Mit raschem Griff hatte Lippstädt es zur Seil« gedrängt, um ihr den Weg zu bahnen. Ihre Augen tauchten ineinander. Sie sah ein warmes Leuchten in den seinen. Eine heiße Freude durchfuhr sie.
Mit einem Scherzwort streckte sie jedem der beiden Herren eine ihrer kleinen Hände entgegen.
* * . *
Sumatra glühte wie ein überhitzter Backofen. Man war kaum vier Stunden auf der Insel und schon hatte Jefferson einen Sonnenstich abbekommen. Rach ach/undvierzig Stunden Aufenthalt in einem Hotebwnnte man es wagen, die Reise westwärts fortzusehen. Unö dann dauerte es nochmals «inen Dag und, eine Rächt, bis sich die Gebirgskette auftat, die wenigstens einigermaßen Kühlung brachte.
Der Willkomm, der ihnen von dem Verwalter Hettersields zuteil wurde, ließ an Herzlichkeit nichts zu wünschen übrig. Lippstädt hatte sich auf eine primitive Unterkunft gefaßt gemacht, aber der Bungalow, der ihnen zur 'Verfügung gestellt wurde, war reizend. Eventhielt alles, was zur Bequemlichkeit nötig war. Auch für Bedienung war mehr als reichlich gesorgt.
Jefferson bedauerte nur, daß er noch immer an den Folgen des Sonnenstiches zu leiden hatte. So konnte er in den ersten Tagen gar nicht an der Streife in die Umgebung teilnehmen. Lippstädt machte sich, von einem Eingeborenen be
gleitet, auf eigene Faust davon und kam am frühen Rachmittag halb geschmort und ausgehungert zurück. Das ungezwungene Leben, die Abwechslung und die weite Entfernung von jeder menschlichen Herdengesellschaft taten ihm ungemein wohl. Seine Rerven begannen sich zu beruhigen. Das erstemal seit.vielen Monaten schlief er wieder eine voll« Rächt, obwohl die Hitze im Bungalow geradezu drückend war, worüber Jefferson verzweifelt stöhnte.
Lippstädt konnte, ohne seinen Herzschlag beschleunigt zu füllen, sogar an Evelin denken, wie an etwas Kostbares, das einmal fein Eigentum gewesen und nun unwiderbringlich verloren war. Auch di« Affäre in Frau Ullas Atelier verblaßte zu einem Schemen. Es hatte eigentlich wohlgetan, sich einmal mit Lutz Setterholm aussprechen zu können jmö den ganzen Groll von der Seele zu schüttelnd Freilich, der Schlag brannte wie ein Makel, aber es war immerhin besser, daß Setterholm ihn geführt hatte, als daß er zum Angreifer auf Evelins Bruder geworden wäre.
„Es ist alles gut!" dachte er zuweilen. Etwas wie völlige Wunschlosigleit überkam ihn. Und der Bericht, den ec an den Vater sandte, war geeignet, diesen in jeder Hinsicht zu beruhigen.
Tag für Tag brannte die Sonne herab. Rächt für Rächt lag Lippstädt schweißgebadet unter seinem Moskitonetz. Zuweilen wich die Ruhe einer uitertlärlichen Angst. Sie überkam ihn plötzlich, wie ein Raubtier, das einen unvermittelt anspringt. Lähmend wie ein Alp sah sie ihm bald im Herzen, bald auf der Brust, selbst im Gehirn verspürte den eigentümlichen Druck und wußte nicht zu deuten, woher das kam.
„Von der Hitze", sagte Jefferson und der englische Arzt, der zuweilen vorbeiritt und fast- immer eine kurze Visite machte, knurrte etwas von Fieber und mehr Ruhe geben. Indien wolle vertragen sein. Aber die Europäer wollten es nicht glauben. Der Arzt selbst hatte geschworen, vom nächsten Urlaub ab nicht wieder zurückzukommen. Zehn Jahre lang tat er das schon, aber er kam immer töieder. „Ein ganz verfluchtes Land", brummte er, „wie eine Geliebte, die man um jeden Preis loszuwerden versucht und, wenn es darauf ankommt, doch immer wieder in die Arme schließt. Man kann einfach nicht anders."
Lippstädt hatte einen kleinen Fieberanfall überwunden und noch mit dessen Rachwehen zu tun. In den Rächten tanzten Evelin, Lutz Setterholm, der Väter und Lex abwechselnd an seinem Bett vorüber. Gegen Morgen schwammen sie bunt durcheinander und der Vater hatte dann Hetter- fields Gesicht und Evelin wurde Alice.
Der Verwalter hatte mächtig große Leinentücher, die vor Rässe tropften; aufgehängt, und der Luftzug, der die Tücher schwach bewegte, schuf einigermaßen Kühlung.
„Haben Sie heute nacht das Rollen gdjc*t?" fragte Jefferson, der im weißen Trvpenanzug zu chm auf die Veranda trat.
Viktor nickte. „Ich habe erst gedacht, ich träume wieder. Aber es klang ganz nah. Und ich wurde sogar ein bißchen geschüttelt. Gegen Morgen hab« ich dann nichts mehr bemerkt."
„Vor vier Uhr ab war wieder Ruhe. Ich glaube, es war der Ophier, der wieder einmal rumort hat." Er goß sich ein Glas mit Sodawasser voll und leerte es auf einen Zug. „Dringen Sie etwas Reues?" fragte er den Verwalter, der eben die Stufen vom Garten heraufkam.
„Richts, als daß der Kerl dort drüben schlechte Laune zu haben scheint." Er zeigte dabei nach dem abgeplatteten Kegel, der hinter seidigdün- nen Rebelschleiern zu erkennen war. Sehen Sie nur, die,Haube, die er sich seit gestern abend 5ugelegt hat. Ich glaube, er macht ernst. Leider ist nicht mit ihm zu spaßen. Wir sind zu weit ab, als daß wir etwas zu fürchten hätten, aber €tlidje unserer Leut« haben ihre Familien drüben wohnen. Ich habe ihnen Urlaub geben müssen, sie zu holen."
„Glauben Sie, daß er speit?" Lippstädts Blick hing interessiert an der dunklen Wolke, die haubenartig den Gipfel verdeJt-Hielt. „Das Schauspiel muß immerhin sehr interessant sein."
„Ja, aber ein bißchen Grauen ist dabei." Der Verwalter starrte unverwandt nach Westen. „Der «Senegal’“, er zeigte auf «ine benachbarte Spitze, „liebt es zwar auch, ab und zu klein« Späße zu machen. Aber er bleibt immer harmlos. Rur dem Ophier ist nicht zu trauen. Fünfmal hat «r das Gebiet da drüben schon in Asche gelegt, und fünfmal haben sich die Leute wieder ansässig gemacht."
Aus der Wolle, die den Ophier umschwebte, züngelte eine Stichflamme hoch und stand für Atemlänge als grelles Fanal an der Wand des Horizontes. „Wenn nur unser« Leute schon zurück wären!" Dem Verwalter wurde «s ungemütlich, als im selben Augenblick eine zweit« Flammengarbe hochsprühte, der gleich darauf die nächste folgte. Ein grelles Gelb zitterte an der Spitze und bohrte sich in die dunkle Tönung des Himmels. „Ich glaube, er hat nun sogar Elle", mutmaßte er.
„Grollt er lange?" Lippstädt zuckte mit der Wimper, als es drüben raketenartig nach allen «Seiten sprühte. Er setzte das Fernglas an und reichte es dann Jefferson, der es mit einem „Danke" zurückgab, sich aus dem Stuhle hob und die Stufen nach dem Garten Hinabschritt.
„Mister Jefferson hat Angst!" Der Verwalter sah dabei in Viktors Gesicht und dann wieder nach dem Ophier hinüber.
(Fortsetzung folgt.)
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