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Kr. 298 Zweites vtau Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Nontag, 2(. Dezember (93(

Trocken oder naß?

Vor dem Ende

des finuländifchen ProhibttionSgesetzes!

Von unserem cr.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Helsingfors, Dezember 1931.

Wenn nicht alle Zeichen trügen, gehen die skandi- navisch-baltiichenbootleggers, d i e S p rit­sch m u g g t e r in der Ostsee, trüben Zeiten entgegen. Von denHeldentaten" Dieter aus allen Völkern der Ostsee zusammengesetzten Gesellschaft hat man sich jo manches Stücklein erzählt jo besonders damals die fatale Geschichte von jenem litauischen Flolten­kommandanten, der von der Jagd nach finnischen Schmugglern von diesen selbst in völligbe­nebeltem" Zustand bei den Danziger Hafenbehörden abgeliefert wurde ..

Nun. mit diesem ebenso romantischen wie ertrag­reichen Geschäft dürfte es in Bälde vorbei sein. Wir stehen unmittelbar vor einer Volksabstim- mung über das finnländische Verbot s- ae s e tz. Die Lappoleute haben die sofortige Aufhebung der Alkoholgesetze ohne vor­herige Abstimmung zum Ultimatum erhoben; vor ollem aber haben die finiiischen Frauen- Vereinigungen, ein politisch sehr gewichtiger Faktor im Land der 40 000 Seen, in einer dick­leibigen Eingabe im Namen von mehr als 118 000 finnischen Frauen dasselbe verlangt. Ueberall im ganzen Lande ist die Erkenntnis durchgedrungen, daß die finnische Alkoholgesetzgebung Zustände ge­schaffen hat. die auf die Dauer völlig unhaltbar sind.

Die alte Geschichte von Eva mit dem Apfel hat sich auch bei diesem Alkoholgesetz wieder einmal bewahrheitet Verbotene Früchte schmecken süß, ver­botener Alkohol lockt ganz besonders und übt eine riiegekannte Anziehungskraft gerade auf solche Per­sönlichkeiten aus, die vorher dem Alkohol nur mit platonischem Interesse zusprachen. So sind jetzt die Gefängnisse überfüllt. Die Zahl der Verbrechen, die unter Der Wirkung des Alkohols begangen wurden, ist ungeheuerlich gestiegen, die Achtung vor Geietz und Sitte stark gesunken. Eine Enquete, die die Regierung bereits vor einigen Jahren veranstaltete, hatte geradezu niederschmetternde. Ergebnisse. Von der weitaus größten Zahl der Befragten wurde das Verbot als eine Gefahr für das Land in physischer wie in moralischer Beziehung bezeichnet. Enthält doch geschmuggelter Alkohol, bei dem die Aufsicht der Gesundheitsbehörde fehlt, nur zu oft gemeingefährliche Bestandteile. Besonders die Wir­kung des Verbots auf die Jugend und auf die Küsten- bevolkerung, die häufig ihren Fischerberuf aufgab. um dem einträglichen Schmuggel zu dienen, wurde als geradezu verheerend geschildert

Aber auch wirtschaftlich hat sich das Ver­botsgesetz in nachteiligster Weise ausgewirkt. Der derzeitige Zustand schädigt den finnländischen Staat durch einen für die dortigen Verhältnisse ungeheuren Steuerausfall. Gerade in diesen Tagen hat der Staatsbankchef Ryti fcststellen müssen, daß dieser Verlust mehr als eine Viertelmilliarde Finnmark pro Jahr beträgt, und daß sich das Land diesen Luxus in der heutigen Zeit nicht mehr leisten könne, zumal dies Geld ja nicht gespart^wird. Recht bedenk­lich freilich ist. daß zwischen Frankreich und Finnland Verhandlungen über eine Anleihe schweben, die Frankreich bei Aufhebung des Alkohol- Verbots und Abnahme französischer Weine gewähren würde. Aber auch die direkten Delastungen des finnischen Etats durch dieses Alko- cholverbol sind sehr beträchtlich Der Stampf gegen die Schmuggler, die polizeiliche Ueberwachung und die Summen, die die finnische Reaierung jedes Jahr für die Anti-Alkoholpropaganda auswirft, machen Hunderte von Millionen in jedem Etatsjahr aus. Dänemark und Estland decken aus der Alkoholsteuer einen großen Teil ihres Budgets. Dasselbe wäre in Finnland möglich, dessen Wirtschaft zur Zeit vor

V

Von altersher bestand bei den Salinenarbeitern von Halle, den Halloren, die Sitte, am Neujahrtstage eine Abordnung in den alten Trachten zu dem deutschen Staatsoberhaupt zu entsenden, um die Glück­wünsche der Hallenser auszusprechen. Zum letztenmal sind die Halloren am 1. Januar 1914 in Berlin gewesen und von Staiser Wilhelm II. empfangen worden. Jetzt, nach 18jähriger Pause, werden sie die schöne Sitte wieder aufnehmen und dem Reichspräsidenten von Hindenburg am Neujahrstage gratu­lieren Hallenser Salinenarbeiter (Halloren) in ihrer traditionellen Tracht. (Nach einem alten Stich.)

allem durch das russische Holzdumping ebenfalls schwer von der Krise betroffen ist. Dazu kommt, daß durch den bedeutenden Devisenverbrauch der Schmuggler die Valutakurse nicht unwesent­lich hochgetrieben worden sind

Alles in allem kann man seststellen, daß die Frauen und die Lappo-Leute in ihrem Slampf gegen die Alkoholgesetzgebung nicht nur den gesunden Men­schenverstand und die Moral auf ihrer Seite haben, sondern auch die wirtschaftliche Vernunft. Alle Argu­mente der Verbotsanhänger sind durch die Entwick­lung der letzten zwölf Jahre widerlegt. Und auch die politische Frage dürfte längst im Sinne der Verbots­aufhebung gelöst fein. Als einzige Partei treten heute im wesentlichen nur noch die Sozialdemokraten für die Aufrechterhaltung des Verbotes ein, die aber im Lande durch die Lappo-Bewegung und die Arbeit vonMalaisliitto". der finnischen Bauernorganisa­tion. ihren alten Einfluß längst verloren haben

Das Land der 40 000 Seen hat sich zehn Jahre lang der Segnungen eines Alkoholverbots erfreut, wie es in Europa einzig dastand Es ist unentschie­den. zu welchem System Finnland nunmehr über­gehen wird, eines aber dürfte schon jetzt feststehen: die Tage des sinnländischen Verbotsgesetzes und der Schmugglerherrlichkeit sind endgültig gezählt!

Der hessische Einzelhandel zur Notverordnung.

WSN. Darmstadt, 19. Dez. Der Hessische Einzelhandelsverband teilt mit: Der or­ganisierte hessische Einzelhandel erklärt sich trotz der erheblichen Bedenken, die er gegen einzelne Bestimmungen der 4. Notverordnung der Reichs- regierung hat, bereit, an der Durchführung dieser Notverordnung mitzuarbeiten und im Nahmen des Möglichen und Erträglichen die neuerlichen Opfer auf sich zu nehmen, die ihm aus dieser in höchster Not des Baterlandes entstande­nen Berordnung erwachsen, wobei er der Hoff­nung Ausdruck gibt, daß dadurch endlich und

dauernd eine Gesundung der mehr und mehr unhaltbarer gewordenen Verhältnisse her­beigeführt wird. Anderseits spricht der hessische Einzelhandel die bestimmte Erwartung aus, daß bei der Durchführung der Notverordnung die Lebensnotwendigkeiten des Einzel­handels unbedingt gewahrt und über seine Interessen nur unter weitgehender Hinzu­ziehung von Vertretern feines Standes entschie­den wird, um unnötige Härten und Fehlgriffe zu vermeiden. Der hessische Einzelhandel betont hier­bei nachdrücklichst, daß die im Einzelhandel in den letztvergangenen Jahren eingetretenen starken Preissenkungen bereits jene Grenze erreicht haben, wo eine weitere Senkung nur unter der Voraussetzung einer gleichmäßigen Beteiligung aller derjenigen Faktoren, von denen die Preis­bildung abhängig ist, möglich erscheint. Der Einzelhandel kann und darf bei der Durch­führung dieser Notverordnung nicht wieder der allein leidtragende Teils ein, son­dern er muh bedangen, daß von der Produktion ab bis zum letzten.Verteiler der Ware ein­schließlich der öffentlichen Lasten, städtischen Gebühren, Wertstarife alle Beteiligten in gerechtem Verhältnis heran­gezogen werden. Weitere Substanzverluste des Einzelhandels müssen unter allen Umständen ver­mieden werden.

Taten für Montag, 21 Dezember.

Sonnenaufgang 8.29 Uhr, Sonnenuntergang 16.17 Uhr. Mondaufgang 13.38 Uhr, Monduntergang 4.48 Uhr.

1375: der italienische Dichter Giovanni Boccaccio in Certaldo bei Florenz gestorben: 1804: der englische Staatsmann Benjamin Disraeli, Earl of Beaconsfield, in London geboren.

Taten für Dienstag, 22 Dezember.

1848: der Sprachforscher Ulrich von Wilarnowitz- Moellendorf in Markowitz (Posen) geboren; 1891; der Orientalist und Politiker Anton de Lagarde in Göttingen gestorben.

Liebei einander!

Eine WeihnachfsdetiachiunH

Don Paula Messer-Platzs.

Wer wahrhaft liebt, der steht immer über dem Durchschnitt, aber wer nichts und niemand liebt, der wird weder ein ganzer Mensch noch je ein ' großer Mensch werden, und hätte selbst der Ge­nius seine Stirne geküßt. Irgend etwas muß man in sein Herz schUeyen: sei es nur ein Buch oder ein Bild, seien es Blumen oder Tiere. Sei cs der Berus als einfaches Handwerk oder als schweres Gelehrtentum Fleiß genügt bei beiden nicht, mit Liebe muß der Mensch seine Arbeit tun, damit er und die Arbeit gut werde. And Denn das schon gilt zwischen Ding und Mensch, wie viel mehr erst zwischen Mensch und Mensch! Wer wahrhaft liebt, der wächst Über sich selbst hinaus, alles, was klein in ihm war, wird groß, toas ihm früher unmöglich schien, vollbringt er jetzt fast spielend. Strahlend, stark, hilfsbereit kennt er nur den einen Gedanken: wie er den andern erfreuen, beglücken, erheben und fördern könne. And ohne es zu wissen, hat er den an­dern schon beschenkt und erhoben: denn nichts wirkt ermutigender, ja erlösender, als so geliebt zu werden. Liebende Menschen erlösen sich selbst and den andern. Durch die Liebe zweier Men­schen sind wir erzeugt und geboren worden, aber erst, wenn wir selber zu lieben beginnen, wer­den wir wirklich geboren, erleben wir unsere Weihnacht, beginnt unsere Erlösung.

Wo in ö*-- «chen dies große, liebende Glück und Vertrauen ar ölüht, da schwinden Ver­schiedenheiten, die man sonst als wichtig und tren­nend empfindet. Freilich, im Letzten. Wesentlichen muß man Aebereinstimmendes haben, denn wo nichts innerlich Gemeinsames die Menschen ver­bindet, da kann selbst die gemeinsame Zugehörig­keit zu einem Verband, zu einer Gemeinschaft, ^u einer Familie, ja, zu einer Ehe nicht inner­lich näherbringen Wo alles uns Anziehende am Nebenmenschen fehlt, da empfindet man immer nur die Gegensätze, da wird man sich schließlich feindlich gesinnt, da empfindet man alles belei- "digend und zerstörend.

Am abu ........ und geistig zu wachsen, ist es

-nötig, daß wir mit solchen Menschen uns ver­binden, die wirklich inn-cuch von unserer Art lind, die nicht bloß zu unserem äußeren Lebens- Ireis, zu unserem Glaubensbekenntnis, zu un­lerer Partei gehören, die uns nicht bloß durch «äußere Verwandtschaft und Stellung, sondern

durch Seelen- und Geistesverwandtschaft, durch Wahlverwandtschaft nahestehen. Anverrückbar gilt freilich, daß wir jedem Mitmenschen Rück­sicht und Güte schulden; aber Liebe, die aus geistiger Gleichheit beruht, vermag nur unter geistig und seelisch Gleichen zu erwachsen. And der Zweck solcher Liebe? Wenn man überhaupt von einem Zweck der Liebe reden kann, so ist.es dieser: daß eines das andere reifer, liebender, menschlicher, ja göttlicher mache. Zum schwersten Schicksal eines Menschen gehört wohl dieses: trotz der Zugehörigkeit zu einem Verband, einer Gemeinschaft, einer Familie, einer Ehe. die in­nerste, befruchtende Harmonie mit den Mitglie­dern nicht zu finden, sich einsam zu fühlen. Aber man gebe das Suchen nicht zu schnell auf! Suchen, immer weiter suchen! Suchen nicht sich verbergen, sich vergraben und verschweigen! Wer liebelos und liebeleer wird, der schwebt in Todesgefahr. Nämlich in der Gefahr, daß er Schaden nehme an seiner Seele. Sorge, Not, Ent­täuschung. Schicksalsschläge nichts kann uns etwas anhaben, wenn wir nur unser Herz der Bitterkeit nicht öffnen. Wer bitter wird, wer gar schon verbittert ist, der gleicht dem. der nicht mehr atmet. Darum: Liebet einander! And selbst im Bewußtsein innerster Einsamkeit haltet euch der Liebe offen, indem ihr selber liebt. Seien es Menschen eurer Umgebung, eurer Fa­milie, eurer Gemeir schäft oder sei es ein Frem­der, der die Erschütterung der seltenen, ganz großen Liebe über euch bringt. Ein Fremder, der plötzlich wie ein Anbegreifliches, ein Aeber- wältigendes. stets Ersehntes in euere Kreise tritt. Geschehe es bei Tag oder bei Nacht immer wird es ein heiliger Tag und eine heilige Nacht fein. Denn hinter der Zweiheit einer Erscheinung werdet ihr jene Einheit fühlen, aus der ihr herkommt und zu der ihr hinstrebt; hinter euerer Verschiedenheit werdet ihr jenes Gemeinsame empfinden, jenes Göttliche, von dem ihr los- gerissen seid wie ein Fünklein von der großen Flamme Dies Fünklein irrt in der Welt herum und wird erst ruhig und hell, wenn es mit einem anderen Gottesfunken zusammensinken kann: der ja auch nichts anderes ist als Glut von jenem göttlichen, ewigen Feuer. Nur da. wo zwischen zwei Menschen dieses geheimnisvolle Wieder- finden ihres Gemeinsamen ist, dieses gemeinsame Ueberwältigtwerden von einer Zusammengehörig­keit seit Anbeginn nur da ist wahre, erlebte Liebe. Wo aber Liebe ist, da allein ist auch Ehre für Gott in der Höhe, Friede aus Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Christbaumschmuck.

Don Margarethe Behrle-Zoettner.

Vergoldete Nüsse.

Sie sind das Traulichste am Weihnachtsbaum. Sie sind der Gruß aus dem deutschen Walde, den Knecht Rupprecht verzaubert, wenn er brummend durchs Schneedickicht daherstapft ... Liebe warmherzige Frauen haben sie bemalt und betujcht, am Abend vor Weihnachten unter Märchenerzählen Mütter und Schwestern. Natürlich, freundlich und doch em ganz klein wenig zauberhaft blinken sie aus Dem Dunkel der Weihnachtstanne, wie selbstverständlich entsprossen diesen duftenden Zweigen, dieser golde­nen Zeit. Kinderhände werden nach ihnen greifen rosige und bleiche und klare Augen sich an ihnen freuen wie jchon Großmutter sich an ihnen freute als sie noch klein war ..

Glaskugeln.

Glaskugeln grell und groß und prächtig wie die Edelsteinsrüchte aus Aladins Zauberhöhle. In ihnen spiegeln sich geputzte Menschen, blasje, schvngekleidete einsame Kinder, die sich schüchtern und wie zerstreut der flimmernden Riejentanne nähern. Glaskugeln hängen da, als ob sie fremd wären zwischen Den anderen Dingen ohne sinn, nur schon, stolz und unendlich leuchtend. Eine ring- geschmückte Frauenhand hat sie vielleicht gewählt vielleicht die Hand einer Kinderlosen ..

Wachsengel.

Ach, die Wachsengel in sie bin ich verliebt leit meiner KinderzeitI

Damals gab es einen Drogerieladen in unserer Nähe, der hatte sie alle, vom größten bis zum kleinsten. Das Auslagefenster war dann ein luftiger Himmel, ein Gewirr von Flügeln, Goldlockchen, zärtlich ausgebreiteten Gliederlein! Der größte ein einzelner, pausbäckiger kostete fünf Mark die allerkleinsten, unwahrscheinlich winzige Ge­schöpfe, nur zehn Pfennig. Von diesen kleinsten kaufte ich ganze Horden.

Ob viele Menschen diese Verliebtheit in die zarten Wachsengel mitempfinden? Ich glaube fast, ja. Und warum?

Weil sie das einzige Körperhaste unter dem phantastischen Schmuck des Weihnachtsbaumes sind weil sie lebendig schweben wiegend an ihrem dünnen Gummifädchen, goldgetönt im Kerzen- glanz. leicht, leicht und doch mit einer unendlich zarten Andeutung körperlicher Schwere die Ge­sichtchen so winzig klein, aber überhaucht von Kin­der. und Blumenwärme .

Sic erwecken nicht nur Staunen, nicht nur Ent-

Das neue Vierpfenniqstück.

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Der Entwurf zu dem neuen Vierpfennigstück, das jetzt ausgeprägt wird und als Scheidemünze an die Stelle des Fünfpfenrigstückes treten wird. Der Entwurf stammt von Tobias Schwab. Die neue Münze erhält einen Durchmesser von 24 mm und ein Gewicht von 5 Gramm und trägt a u f der Schriftseite innerhalb des aus einem flachen Stäbchen bestehenden erhabenen Randes in Antiqua in der oberen Hälfte die Umschrift Deutsches Reich" und die Jahreszahl und, davon auf beiden Seiten durch je einen Punkt getrennt, in der unteren Hälfte die UmschriftReichs^ Pfennig". In der Mitte steht die Wertbezeichnung 4, die von der Umschrift durch eine erhabene Kreislinie getrennt ist. A u f der Schauseite befindet sich in der Mitte innerhalb des Randes der Reichsadler, unter dem das Münzzeichen angebracht ist.

Oberbeffen.

Siadtraissitzung in Bad-Nauheim.

2$. Bad-Nauheim, 19. Dez. Dem Stadt­rat lagen in seiner gestrigen Sitzung Anträge von kommunistischer und sozialdemokratischer Seite auf Gewährung einer Winterhilfe 1931 '32 an Erwerbslose, Sozialrentner^ und Ortsarme vor. Beide Anträge wurden gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Bürgermeister Dr. Ahl konnte darauf Hinweisen, daß die Stadt aus freien Stücken in besonderen Fällen schon Zusahunter- stützungen (Mietsenkung, Brennstoff- und Licht- geftellung, Abgabe von Naturalien) gewähre, daß außerdem die private Winterhilfe schon ihr Möglichstes tue. Der Ablehnung verfiel auch ein kommunistischer Antrag aus Gewährung einer Winterbeihilfe an städtische Arbeiter, Angestellte und Beamte. Unterstützungen in Einzelfällen kön­nen bei begründeter Vorlage aus im Voranschlag bereitstehenden Mitteln gewährt werden. Die Bad-Nauheimer Winterhilfe hat seit 1. Novem­ber in der Kinderheilanstalt Clisabethhaus eine Volksküche in Betrieb, die täglich rund 350 Portionen warmes Mittagessen ausgibt. Der Be­trieb wird aus Mitteln der hiesigen Sammlung für die Winterhilfe unterhalten und kann bis zum April durchgeführt werden. Besondere Er­wähnung verdient, daß durch zwei Konzert­veranstaltungen der hiesigen ,.L i e d e r t a f e (* allein rund 1 8 0 0 Mark der öffentlichen Wohl- faljrt zugeführt werden konnten.

Landkreis (Yictzen.

* Lollar, 21. Dez. Am 23. Dezember begeht Frau Margarete Bierau in körperlicher und geistiger Frische ihren 90. Geburtstag. Mit bewundernswerter Energie und Geschicklichkeit ver­richtet sie noch heute die verschiedensten häuslichen Arbeiten.

zücken, sondern Zärtlichkeit scheue Zärtlichkeit, wie zerbrechliche Wesen, die geflügelt aus Lilien- kelchen emporstiegen dem Christuskind ähnlich in der Krippe, nur nicht ganz so unnahbar, nur nicht ganz so heilig.

Lametta.

Wer versteht die Poesie dieser mattschimmernden Grausilberfäden? Wenige. Manchmal hängen sie wie schwere Bleitrauben, wie feuchte Grottenwände. Aber wenn sie, über den ganzen Baum, über das letzte Zweiglein versponnen und verwebt, ihn in ein Eismärchen verwandeln, voll geheimnisvoller Pracht in eine Traumsilbertanne, die funkelnde Kleider herobwerfen könnte über armselige Aschenbrödel dann sind sie unvergleichlich. Dann sind sie alles, was das entzückte berauscht^ Auge ersinnt das Haar der Winterfee der Springbrunnen Des Mondes das phantastische Gespinst leichter Flimmer­paläste, die durch die Luft entfliegen ...

Nur zarteste Frauenfinger müssen sie auseinander­spinnen Märchenhände sie werfen wie ein Traumnetz um des Geliebten Herz ...

Weihnachtskerzen.

Sie sind das Ueberirdische.

Schlank entwachsen sie den dunklen Tannen­zweigen, die vor Ergriffenheit zittern und knistern unter der feiernden Last.

Erwartungsdunkel Stille die Tür fprtngt auf Gesang zagt empor und nur s i e sind da.

Bethlehem erblüht in ihrem Glanz alle heiligen Heerscharen erblühen in ihrem Glanz, mit wehenden Flügeln ..

Das Wunder des Kindes erblüht in der Strippe, neu, rosig und leuchtend ...

Maria lächelt, das heilige dunkle Haupt gesenkt und die Hirten beten.

£)od)fd)ulnachrid>fen.

Der durch Weggang von Prof. A. Jarisch an der Medizinischen Akademie in D ü s s e 1 d o r f er­ledigte Lehrstuhl der Pharmakologie ist dem a. o. Professor Dr. phil. et mcd. Philipp ©Hinget an der Universität Heidelberg angeboten worden.

Professor Dr. theol. Theodor M Ü n ck e r in Passau hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Moraltheologie in der Katho- lisch-theol^ sHen Fakultät der Univers t..tBres- l a u als Nachfolger von Friedrich Wagner zum 1. April 1932 angenommen.

Professor Dr. Theo Bauer in Rostock hat den Ruf aus den Lehrstuhl der Asshriologie an der Universität Breslau als Nachfolger von Prof. QL Angnad angenommen.