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Aus der Pwvinzialhauptüadt.

Gießen, den 21.Dezember 1931.

Kinder-Weihnacht.

Von Hans Siemsen.

Weihnachten ohne Kinder? Da fehlt ja die Hauptsache!

Bloß wegen Weihnachten möchte ich Kinder abenl And wenn es nicht mit soviel Umständen nd Schwierigkeiten verbunden wäre Du lieber Himmel, was hatten wir bloß alles j tun vor Weihnachten! Vater was schenken, Dritter was schenken! August hatte es leicht. Der har schon älter, der konnte Lateinisch, der kon- hgierteanio, amas, amat,ich liebe, du liebst, 6 liebt" fein säuberlich aus einen Briefbogen »schrieben. Ein herrliches Weihnachtsgeschenk!

Aber das Aufregendste und das Schwerste war h die Überraschung. Daß man nichts verraten dufte! Karl fand einen Ausweg:Ich darf es Üü nicht sagen, Mama. Aber ich will es dir vor- jölen." And dann flötete er:Ta, ta,-to, |j«la. And das hieh dann:Eine Zimmer- 'lnre".

And was auswendig lernen! Was aufsagen! Mer muhte sich selber was auswählen, und Surt hatte wieder was Besonderes.Zwei Zie­len g egen über einen Dach." Das paßt ja nun richt so ganz genau für Weihnachten, aber er fhlug zwei Ziegen mit einer Klappe: er hatte tofl nämlich geradein der Schule gehabt".

Ich machte es mir schwerer. And nachdem Dater tie Weihnachtsgeschichte gelesen und wir die Deihnachtslieder gesungen hatten, da kam ich dran md sagte auf:

Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dah wir alle Morgen Beseufzen unser Angemach?

Dir machen uns ja Rot und Leid Rur größer durch die Traurigkeit.

Las hatte schwere Mühe gekostet. Aber sehen Cie! ich kann es noch heute. And ich konnte damals durchaus nicht verstehen, dah die Gro-

ginM» JfC sti

Lyons bildet

jabinett,

Bfl« Mbhängig von der vorstehend berichteten Entscheid 2°*' tong, im Anschluß an die bisherigen Versorgungs-

;.-;i nmer auf, von Gardinen und Türvorhängen

den Kerzen und haltbar Papier« und darf solcher

vi-zesehen.

Vorsicht mit Weihnachtsbäumen.

rihnahmen für unsere hilfsbedürftigen Mitbürger ii der Weihnachtswochs noch Lebensrnittel- toeine zu 3, 4, 5 und 6 Mark, je nach Kopfzahl br Familien, zur Verteilung bringen. Für diese k>Lihnachtshilfe ist ein Betrag von 3000 Mark aus 6?« Mitteln der privaten Winternothilfe

;e1chr bringt.

"7. Die Kerzen eines trodenen und daher be- vwders feuergefährlichen Tannenöaumes zünde nan nicht mehr an.

tiezn verkaufen, bis 18 Ahr für den geschäft­igen Verkehr geöffnet sein. Die beim Laden- stl'ch schon anwesenden Kunden dürfen noch

'o weit entfernt, dah Zugluft sie -iaht nahebringen kann.

Die Kerzen müssen sorgfältig Mstigt sein.

5 Man vermeide nröglichst jeden ^iluloidschmud. Auf keinen Fall .. :ämud in der Rahe einer Kerze, oder gar där- ib»:r angebracht werden.

*. Die Kerzen des Baumes zünde man in der A-ihenfolgs von oben nach unten an, da man Mgekechrt sei"<? Kleider und sich selbst in Feuers-

6:ii alle lächeln muhten.

Das Schönste aber ist doch dasVorher", die Erwartung. Ich weih nicht, wie das in ande­ren Häusern ist. Wir kannten keinen Weihnachts- r.aim. Bei uns kam das Christkind. Wir haben zwar nie gesehen, aber wenn ein paar Tage toc Weihnachtsabend die große Stube plötzlich Egeschlossen war und da raschelte es so ge- imnisvoll hinter der Tür, und unter der Tür h manchmal ein Goldfaden oder ein Tannen- peig hervor, wer anders konnte das sein?

war das Christkindl

Da hatten wir nun in der Schule Aoturge- shichte. Die Vögel hatten Flügel und Federn mit) Schnäbel und all so Zeugs. And Karl fragte Hutter:Mutter, sag: Hat das Christkind Flü­gel?"Ja, mein Junge, das weih ich nicht ge­nau. Aber wahrscheinlich wird es wohl welche haben."So?" sagte er.Dann will ich dir was .sagen: dann hat es auch einen Schnabel und leine Schnauze!" Aber Wissenschaft und Auf- flarung taten dem großen Geheimnis keinen Ab- inttf). Es roch nach Weihnachten, und die Er- t'ditung war kaum noch auszuhalten.,

Weihnachten ohne Kinder das ist ja nichts! Dec anders als Kinder könnte sich so freuen? Wer anders als Kinder könnte s o singen:O du fröhliche, o du selige!" Wir Großen könn­en's wohl auch noch manchmal. Rur schämen

la nit ein Amfallen verhütet wird.

5. Man vermeide Ante..agen aus Teppichen,

I.) Tie 1^-"^ '1" Ä, »ai"*1,! G- Ät«*

litt, (jjflÄten-

if r h, bisher a- Die Weihnachtszeit rückt heran. Es empfiehlt !N ii)re. Tmii ben, bei der Aufstellung von Weihnachtsbäumen allgemeinem §(|I Erficht walten zu lassen, da sonst leicht Brände os itabl" |ipi fnOehe-n können. Für die Behandlung der Weih- r e>m^. Spitze,^? ^o htsbäume seien folgende Richtlinien gegeben: Der Weihnachtsbaum soll einen schweren,

Tüchern und Papier.

2. Man stelle den Weihnachtsbaum frei im

n ssaciser vor ßetwient werden.

-aus des MI«-- Me Vorschriften gelten auch für Verkaufsstellen entstand ein Mam» tm Konsum- und ähnlichen Vereinen, für solche

die Pariser üeue^ , Eisenbahngelände und für das gewerbs-

xt machtlos W-' rillige Feilbieten außerhalb offener Verkaufs-

te, waren bereits cl. ^len. Sie gelten nicht für Apotheken und den

leben anhegt; Iha adel mit Weihnachtsbäumen.

bet Flammen, genaue Beachtung dieser Vorschriften wird er» ungeheuer- ita.rtet, damit Beschwerden und Bestrafungen __ . h'cnieöen werden.

Keine städtische Winterbeihilfe.

" t der Stadtverwaltung wird uns mitgeteilt:

städtische Finanzausschuß hat sowohl den kam« yimistischen Antrag, wie die beiden sozialdemo- (otifrfjen Anträge betr. Gewährung einer Winke r- icihilfe abgelehnt, da die Mittel hier­an nicht zu beschaffen sind.

Las private Wintern othilfswerk wird.

r -'"^Spitze,

nons an ... Al Illi .... . ,

rcmirliu,1v effien Fuß haben, in dem der Stamm des Baumes aber W 5 ^nungsgemäß und sicher befestigt sein muß,

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Schul>heih.tzahmh°l! hat gegen die L letQlbircItoriunti !- Kahenellei mheim, Kuhlmah e en Bilanzvi! etl.Wk) erhob i Wird vorgewmfi litzung am IS.Olotx: leralVersammlung i iung8!äufebc Teil wird ihnen d Stühungskäuse in; icht der Oftinerfe a (genommen |a Ostwerle gegen in der Manz oli ne und dah die Ä ^he von übet 33 3K ar Teilungen bei ,s enthaltenfln lenbogen beschult : itteue dadurch! Sie ®riinbung i bemißt fabe, in G. m. b. H. von ihrer eien. Fern« Hai bi die Mruninsuchug egen MeneUenbrjc »fcic uns dessen ein bißchen.

N F-»Ve/s^ ^er Ladenschluß am Heiligabend.

MtoeMeben wiiiteio Das Polizeiamt teilt mit: Offene Der- PfihunaslGWInL'sstellen dürfen am 24. Dezember nur bts hfr fiilioede üben 17 Ahr, Verkaufsstellen, die ausschließl'.ch oder fw(Kn her GHditö tbsrwiegend Lebensmittel, Genußmittel oder Dlu- anvollständifo«»-" horfnnfon F> i s. 18 Abr für den aeschaft-

Billige Weihnachtsreisen.

lieber die Ausgabe der über Weihnachten und Neujahr geltenden Sonntagsrückfahr­karten herrscht noch vielfach Unklarheit.

Der Deutsche Estenbahn-Personentarif bietet keine Handhabe, eine Ermäßigung für alle zu Weih­nachten und Neujahr gelösten Fahrkarten für chin- und Rückfahrt (Doppelkarten) zu gewähren. Da­gegen läßt sich eine

Verbilligung der Reifen um 33,33 v. h. des Personenzugpreises durch Lösen anschließender SonnlagsrÜckfahrkarker

erreichen. Um die Reisenden von vornherein mit Sonntagskarten für die Gesamtstrecke zu versorgen, wird zu Weihnachten und Neujahr vorüber- gehend zugelassen, daß die notwendigen anschlie­ßenden Sonntagskarten bei den Fahrkartenaus­gaben und Mitteleuropäischen Reisebureaus im vor­aus bestellt werden können. Da einige Tage nötig ind, um die anschließenden Sonntagskarten von anderen Bahnhöfen zu beschaffen, empfiehlt sich r ü h z e i t i g e Bestellung. Bei nicht rechtzeitiger Borausbestellung kann ausnahmsweise auch der allerdings umständlichere und kostspieligere Wcg der telegraphischen Dorausbestellung bei den einzelnen Anschlußbahnhöfen gewählt werden. Hierfür ist bei Abfassung der Telegramme durch den Beamten des Abgangsbahnhofs eine Gebühr von je 0,60 RM. zu entrichten: die Anschlußkarten müssen dann auf den betreffenden Anschlußbahnhöfen in Empfang ge­nommen werden.

Die Sonnlagsruckfahrkarlen gellen bereits ab 22.123. Dezember 0.00 Uhr bis zum 4. Januar um 9 Uhr.

Die Rückfahrt kann mit den betreffenden Sonntags­karten ausnahmsweise noch am 4. Januar von dem

Reisezielbahnhof aus bis 9 Uhr angetreten werden. Die Gültigkeit der etwa für Zwischenstrecken so­weit Sonntagskarten nicht aufliegen gelösten ge­wöhnlichen Karten wird für die Rückfahrt in gleicher Weife verlängert.

Die Sonntagskarten gelten für Person e n - 3 ü g e. Die Benutzung aller Eil- und Schnellzüge ist gegen Zahlung des tarifmäßigen Zuschlags ge­stattet. Die etwa notwendigen Zuschlagskarten für die ganze Strecke können beim Dorliegen anschließen­der Sonntagskarten bereits beim Reiseantrittsbahn­hof gelöst werden.

Beispiele für billige Deihnachls- und Reujahrs- reisen im Fernverkehr:

Fahrt Gießen Hamburg und zurück. Es find erforderlich: Sonntagsrückfahrkarten für die Teilstrecken: GießenMarburg, MarburgKassel, KasselHannover, HannoverHamburg. Der ge­wöhnliche Fahrpreis 3. Klasse Personenzug beträgt für Hin- und Rückfahrt 38,40 RM., bei Benutzung vorbezeichneter Sonntagskarten 26,10 RM., Erspar­nis also 12,30 RM. Für Schnellzugbenutzung in beiden Fällen für Hin- und Rückfahrt zusammen Zuschlag 10 RM.

Fahrt Gießen Leipzig und zurück. Erforderliche Sonntagskarten: GießenMarburg, MarburgKassel, KasselLeipzig. Gewöhnlicher Fahrpreis 3. Klasse Personenzug GießenLeipzig über Nordhausen für Hin- und Rückfahrt 30,80 RM., bei Benutzung vorbezeichneter Sonntagskarten 21 Reichsmark, Ersparnis 9,80 RM. Für Schnellzug- benutzung Zuschlag wie vor. Anschließende Sonn­tagskarten liegen auch für andere und kürzere Strecken auf.

Buntes Allerlei.

Liebe oder Geld?

Die amerikanischen Psychologen suchen mit ihren Umfragen die geheimsten Empfindungen aus den Seelen zu locken. So hat kürzlich ein Gelehrter, Dr. William Marston von der Long Island- Aniversität, an 248 Studenten und 230 Studen­tinnen seiner Anstalt die heikle Frage gerichtet, ob sie beim Heiraten eine ideale Liebe oder eine Mitgift von einer Million Dollar bevor­zugen würden. Das männliche Geschlecht erwies sich als das nüchternere und praktischere. Alle Studenten zogen das Geld der Liebe vor. Die Mädchen als das romantischere Geschlecht wählten zu 92 Prozent Liebe. Unter denen, die sich für die Million Dollar entschieden, befanden sich einige, die erklärten, bei soviel Geld werde die Liebe schon von selbst kommen. Auf eine andere Frage:Möchtest du in der Ehe lieber ein un­glücklicher Herr oder ein glücklicher Sklave fein? entschieden sich für das Sklaventum nur vier Studenten, aber 162 Frauen. Sodann suchte Dr. Marston die Anschauungen der beiden Ge­schlechter voneinander zu klären. Die Jünglinge erwiesen sich dabei als durchaus nicht galant, sondern zogen mächtig über die Mädchen her. Sie fanden beim eignen Geschlecht nur acht un­angenehme Eigenschaften gegenüber 26 guten; dagegen sprachen sie den Frauen 29 Untugenden und nur 12 Tilgenden zu. Die Studentinnen waren nicht ganz so streng: sie gestanden den Männern 11 gute Eigenschaften gegenüber 21 schlechten zu und nahmen für sich selbst 14 Tu­genden gegenüber 18 Antugenden in Anspruch. Die jungen Männer fanden die Mädchen ihrer Dekanntschaft reizei de.', zärtlicher gegen Männer und Kinder, weniger selbstsüchtig, herzlicher und geheimnisvoller". Die Mädchen rühmten den Jünglingen nach, daß sie sie im Wagemut und in der Arbeit überträfen, daß sie sich weniger über Kleinigkeiten ärgerten, demokratischer, aus­dauernder und treuer seien. Die Männer tadelten an den Frauen, dah sie hauptsächlich nach Geld heirateten eine Beyauptung, die nach der Deantwortung der ersten Frage merkwürdig be­rührt. daß sie Lügner, Detrüger seien, kin­disch, wenig intelligent und in ihren Empfindun­gen unbeständig. Sie bewiesen einen sehr konser­vativen Geschmack, indem 80 Prozent von ihnen erklärten, sie könnten keine Alädchen leiden, die rauchten, Alkohol tränken und zuviel Schminke und Lippenstift benutzten. Die jungen Damen schilderten den modernen jungen Mann als egoistisch, herrschsüchtig, veränderlich, eingebildet, unuebenswürdig, zänkisch und närrisch. An ihrem eigenen Geschlecht fanden sie Selbstsucht, Mangel an Zielbewußtheit, Klatschsucht und Eitelkeit zu tadeln, erklärten sich aber für höflich, treu, an­

spruchslos und liebevoll. Die Studenten hatten an dem eigenen Geschlecht nur wenig auszusetzen: sie hielten sich für tapferer, unabhängiger, ehr­licher, schöpferischer und logischer als die Frauen.

Jioffelli über seine Kunst.

Wie alles Vollendete schön ist, so bot auch der verstorbene größte Meister der Iongleurkunst, Enrico Ra stellt, mit seinen Leistungen ein Wunder der Anmut, das wohl sobald nicht wie­der erreicht werden wird. Rur der Spröhling vieler Generationen von Gauklern, die ihm die Leichtigkeit der Dewegungen und die Sicherheit des 2lugenmahes vererbten, konnte diese Höhe des Könnens erreichen. Dereits als Kind hatte er mit seinen Uebungert begonnen, die er bis zu seinem Tode unermüdlich sortseht^. Auch als Lust- und Parterre-Akrobat war der Kleine aus- gebildet und wurde alsfliegendes Paket" von den am Trapez arbeitenden Artisten hoch oben in der Kuppel herüber und hinüber zugeworfen. Da es stärkerwirkt", wenn ein kleines Mädchen durch die Luft flieg^ so hatte man Enrico eine Perücke aufgesetzt: als diese eines Tages her- unterfiel, fand damit auch seine Laufbahn als Luftakrobat ein Ende. Rastelli, der seine ganze Jugend in Rußland verlebte, hat in einem De- kenntnis über seine Kunst dankbar der Vorbilder gedacht, die ihm der ferne Osten geboten hat. Das Jonglieren war von Anfang an meine liebste Beschäftigung", sagte er.Ich probierte acht, sogar zehn Stunden am Tage mit wahrer Tesessenheit. Hatte ich zunächst die alte Schule des Jonglierens mit kleinen Bällen, Messern, Gabeln, Hüten usw. gelernt, so gab mir ein längerer Aufenthalt in Japan Veranlassung, mich mit der japanischen Jonglier-Kunst, nämlich mit Holzstäbchen und dem großen Ball, zu beschäf­tigen. Mein Vater war einer der ersten euro­päischen Artisten, die in dec Art der Japaner arbeiteten, und er war es, der mich dann dazu anhielt, nicht den har^gewickelten Garnknäuel, der manchmal noch Quecksilber im Innern enthält, zu benutzen, sondern, was erheblich schwerer ist, völlig unprävarierte Gummibälle, wie sie jedes Kind zum Spielen liebt. Damit hatte ich mein Spezialgebiet gefunden." 1915 gelang es Rastelli, den bis dahin von Pierre Amoros gehaltenen Rekord im Jonglieren mit 9 Bällen zu schlagen: er ionglierte mit 10 Bällen, was man bis dahin für unausführbar gehalten hatte. Nie­mand kann ermessen", so meinte er, ..welch un­geheuere Mühe es kostet, mit diesem einen Ball mehr au arbeiten. Für das Vublikurn ist ge­rade dieser Trick, ebenso wie das Jonglieren mit 8 Tellern und einer Kopfbalance, recht unan- seh"lick. und doch arbeite ich ieden Abend mit 10 Bällen, schon aus Prestige-Gründen."

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Bornotizen.

Tageskalender für Montag: Turn­verein von 1846: 19.30 Uhr, Turnhalle, Steinstraße, Weihnachtsfeier der Schülerabteilungen. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: 14.30 Uhr Großes Weih­nachtsmärchen: zu den üblichen ZeitenGassen­hauer".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Dienstag, als 12-Vorstel­lung im Dienstag-Abonnement erste Wiederholung der erfolgreichen WeihnachtsaufführungenDie Wun- derlampe", Weihnachtsmärchen in fünf Bildern opn Werner Schmidt, Spielleitung: Boick, Cujs, Bäulke: anschließend das BallettDie Puppenfee" von Gaul- Haßreiter, Musik von Josef Bayer. Spielleitung: Heyser,Cuje, tänzerische Gesamtleitung und Choreo­graphie Ewald Bäulke. Die Darstellung beginnt be­reits 19.30 Uhr. Ende gegen 22 Uhr. Mittwoch, 23. Dezember, bleibt das Theater geschlossen.

Der Goldene Sonntag brachte unserer Stadt wieder starken Verkehr von auswärts, der auf der Reichsbahn namentlich aus dev Richtung RiddaHunden besonders umfangreich gewesen ist. Aus den anderen Richtungen brachten die Züge allerd'ngs nicht die großen Menschenmassen, mit denen die Reichsbahn vorsorglich gerechnet hatte. Immerhin war es erforderlich, die Züge verstärkt zu fahren. Im ganzen ergab sich jedoch sowphl im Bahnverkehr wie auch hei einem Dang durch die Hauptgeschäftsstraßen hex Ein­bruch daß der Pubstlumsverkehr gestern nicht ganz den Umfang erreichte, den er am Silbernen öonntag hatte. Vielleicht war daran die emp­findliche Kälte schuld, die Wohl manchem das I Dgheimbleiben ratsamer erscheinen ließ, als den Gang zum Weihnachtseinkauf, zumal ja noch I mehrere Werktage für das Kaufgeschäft vor dem

Heiligabend zur Verfügung stehen. Soweit man beobachten konnte, wurde auch gestern rege ge­kauft, in verschiedenen Geschäften herrschte sogar Großbetrieb, wie man ihn in diesem Jahre bis­her noch nicht hafte bemerken können. Im ganzen betrachtet kann man also wohl sagen, daß Der Goldene Sonntag trotz etwas geringeren Publi­kumsverkehrs in der Hciuvtsache die Erwartungen der Geschästswelt erfüllt haben dürfte. Be­merkenswert ist übrigens, daß auch aus Frank­furt a. M- ein schwächerer Publikumsverkehr am gestrigen Tage gegenüber dem Silbernen Sonntag geme'bet wird.

** Am Heiligabend Weihnachtsmusik vom Turm der Johannes kirchc. In frühe­rer Zeit ist es in vielen deutschen Städten Brauch gewesen, daß am Heiligen Abend Musikanten von den Türmen Weihnachtslieder gespielt haben. Diese alte Sitte soll am Heiligen Abend hier wieder aufleben, da der Verein für christliche Musik, nachdem er im Gottesdienst der Zohanneskirche mitgewirkt hat, um 18 Uhr vom Turm dieser Kirche alte Lieder zum Bortrag bringen wird.

** Die Gießener Geldinstitute bleiben am Weihnachts-Heiligabend nachmittags geschloffen. Man beachte die heutige Anzeige.

Todesfälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Dezember verstürben in Gießen: 2- Friedrich Birkenbeul, Lokomotivführer t R., 7? Jahre, Stephanstraße 33; Friedrich Welcker, Oberregierungsrat i. R., 65 Jahre, Ludwigs- Platz 11; 7. Elisabeth Schwieder, geb. Körber, 55 Jahre, Mostkestraße 1; 8. Emil Heinrich Müller, ohne Beruf, 77 Jahre. Schillerstraße 26; Sina Schupp, geb. Reh, 23 Jahre, Erdkauter­weg 20; 9. Hermann Wetter, 8 Jahre, Am Riegelvfad 46: 11. Ludwig Decker, ohne Deruf, 35 Jahre, Alter Rödger Weg 14; 15. Marga­reta Leicht, geb. Haas, Witwe, 82 Jahre, Am

Riegelpfad 84; Wilhelm Rather, Lokomotivführer l R, 68 Jcchre, Frankfurter Straße 75.

" Steuer-Erleichterungen für die Kriegsbeschädigten. In diesen Togen werden die Steuerkarten für 1932 ausgegeben. Wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen mit» teilt, hat der Reichsminister der Finanzen mit Erlaß vorn 28. Rovernber verfügt, daß die bis­herigen Anordnungen über die Behandlung der Anträge auf Erhöhung der steuerfreien Beträge auch über den 31. Dezember 1931 hinaus in Kraft bleiben. Die rentenberechtigten erwerbs­tätigen Kriegsbeschädigten sollten deshalb un­verzüglich bei dem für ihren Wohnort zuständigen Finanzamt den üblichen Antrag auf Erhöhung der Werbungskosten, entsprechend dem Grade ih:er Erwerbsminderung, einreichen. Dem schrift­lichen Antrag ist der jetzt gültige Rentenbescheid und die Steuerkarte beizufügen. Da die Ver­günstigung erst mit dem Sage der Eintragung auf der Steuerkarte wirksam wird, empfiehlt es sich, den Antrag entweder schriftlich oder münd­lich sofort nach Empfang der Steuerkarte bei dem zuständigen Finanzamt zu stellen.

** Jungdeutscher Orden. Man berichtet uns: Die Bruderschaft Gießen des Jungdeutschen Ordens veranstaltete am vergangenen Dienetag ihre Adventsfeier; die Ausgestaltung hatte die Schwe­sternschaft übernommen. In ihrem Derlauf hob sich die Feier ab von den üblichen büraerlichen Gesellig­keitsformen. Bündisches Gemeinschaftserlebnis aus dem Innenleben der deutschen Volksseele! Spruch, Chor, Gesang und Musik brachten den zahlreich er­schienenen Schwestern und Brüdern den Geist der Adventszeit nahe. Bruder Komtur Kranich sprach in feiner Rede von dem Erleben der deutschen Seele in der Adventszeit. Aus Dichterworten eines Mathias Claudius, eines Rainer Maria Rilke zeigte der Dor- tragende das schlichte, ernste Wesen der deutschen Dolksseele auf: sie spricht am beredesten, wenn sie schweigt. Wir leben heute in einer Adventszeit deut­scher Nation. Die Jungdeutsche Bewegung sieht im selbstlosen Dienst an der Nation ihre Ausgabe. Sie verabscheut den Zeitgeist der Phrase und der Der- antwortungslosigkeit! In Staat, Wirtschaft, Kultur kämpft mit sie dem Beispiel der Tat als Pionier einer Neuordnung der deutschen Dinge und als Träger der geistigen Revolution des 20. Jahrhun­derts! Nach Abschluß der Feier hielt ein festlich ge­deckter Kasfeetisch die Schwestern und Brüder noch kurze Zeit beisammen.

Kunst und Wiffsnschast.

Oskar A. h. Schmitz t-

Der Schriftsteller und Kulturphilosoph Oskar A. H. S ch mi tz ist nach kurzem Leiden, 58 Jahre alt, in einem Frankfurter Krankenhaus gestor­ben. Schmitz, 1873 in Homburg v. d. H. ge­boren, wurde vor allem durch Stefan George sehr beeinflußt und begann seine eigentliche lite­rarische Laufbahn mit dem 1907 erschienenen BandeFranzösische Gefellschaftsprobleme". Von den späteren Schriften des geistvollen Essayisten seien genannt:Das Land ohne Musik",Brevier für Weltleute",Brevier für Unpolitisches Der Geist der Astrologie" und seine interessanten Lebenscrinnerungcn" in drei Bänden. Der Verstorbene war übrigens der Schwager des bekannten Malers Alfred Kubin.

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Wettervoraussage.

Der ausgedehnte hohe Druck un Westen hat sich mit dem über Zentraleuropa lagernden ver­einigt, so dah die Wetterlage weiterhin in seinem Bereich verbleibt. Dabei hält das Frostwetler an. Wohl aber erfahren die Temperaturen gewisse Schwankungen, denn das Vordringen von Luft- masscn teils ozeanischen, teils kontinentalen Ur­sprungs ruft Wechselhaftigkeit hervor. Mit der wechselnden Luftzufuhr kommt auch zeitweise Re­belbildung oder Bewölkung mit etwas Schnee auf, wobei die Temperaturen leicht ansteigen. Anderseits gehen die Temperaturwerte bei Auf- flarcn und der vorhandenen Schneedecke stärker zurück.

Aussichten für Dienstag: Schwanken­der Frost, bei Aufklaren stärkerer Temperatur­rückgang, teils wolkig, teils aufheiternd, einzelne leichte Schneefälle.

Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des winterlichen Wetters.

Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittags 2,1 Grad Celsius, abends9,7 Grad; am 21. Dezember: morgens 4,7 Grad. Maximum1,2 Grad, Mini­mum10 4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Dezember: abends0,3 Grad; am 21. Dezember: morgens 0,4 Grad Celsius. Son« nenscheindauer 1 Stunde.__________________________

Immer weiße Zahne hat man bei ständigem Ge­brauch von Chlorodont-Zahnpastc (Tube 50 Pf.) unter aleichzcitigcr Benutzung der praltischcn CHIorodont-Zahn- I Dürfte lSpezialschnitt). Versuch überzeugt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen.